Erst mal keine Hubschrauber fürs KSK

Das Thema leichter Mehrzweckhubschrauber zur Verbringung von Spezialkräften ist hier im Blog schon in ziemlicher Länge diskutiert worden (unter anderem hier und hier), deshalb an dieser Stelle nur der Hinweis auf eine Geschichte von Spiegel Online*: Verspätung von KSK-Helikoptern – Elitekämpfer am Boden. Der Inhalt dürfte die Leser von Augen geradeaus! nicht wirklich überraschen.

Es gab ja mal die Bo105 in der Swooper-Variante, die für die Spezialkräfte gebastelt wurde. Aber diese Maschinen sind/werden ausgephast. (Übrigens, die Fundstelle muss ich noch mal suchen, ist in offiziellen Aussagen des BMVg von einer möglichen Bo105-Abgabe an Pakistan die Rede. Die basteln sich bestimmt daraus dann auch so was.)

 

Bo105 in der „Swooper“-Variante für Spezialkräfte, aufgenommen bei der Informationslehrübung Süd 2008

(* Abweichend von der hier geübten Praxis, Webseiten deutscher Printmedien angesichts der Forderung nach einem Leistungsschutzrecht nicht zu verlinken, werden Artikel von Spiegel Online verlinkt, weil die Redaktion bislang erklärt hat, ein solches Leistungsschutzrecht nicht wahrnehmen zu wollen.)

Nachtrag: Inzwischen habe ich auch ein Schreiben des BMVg an einen Abgeordneten (und ich vermute, es ist eines der Papiere, die bei SpOn zitiert sind) von Anfang Juli. Die wesentlichen Aussagen:

Die Integrierte Arbeitsgruppe Fähigkeitsanalyse (IAGFA) hat am 6. März 2012 die Fähigkeitslücke zur „Verbringung von Spezialkräften bei Nacht und unter Bedrohung“ anerkannt. Für die Schließung der Fähigkeitslücke wurde ein Bedarf an 15 Hubschraubern festgestellt. Derzeit werden die funktionalen Forderungen einschließlich der Missionsprofile erarbeitet, um die Grundlage für eine Bewertung der in Frage kommenden Hubschrauber zu setzen. Sodann erfolgt eine umfassende Marktsichtung.
Eine vergleichende Betrachtung marktverfügbarer Hubschrauber sowie eine damit verbundene Kostenabschätzung wird bis Mitte September 2012 erfolgen. In diese Betrachtung werden entsprechend der Auflagen des Parlamentes auch andere als die klassischen Beschaffungslösungen einbezogen.
Das Schließen, ggf. die Reduzierung der Fähigkeitslücke LUH ist bislang nicht haushalterisch abgebildet. Im Falle einer positiven Entscheidung zur Schließung/Reduzierung der Fähigkeitslücke kann diese noch in den parlamentarischen Beratungen im laufenden Haushaltsaufstellungsverfahren Berücksichtigung finden. Selbst bei Vorliegen günstiger Rahmenbedingungen wäre mit dem Beginn des Zulaufs der Hubschrauber nicht vor 2015 zu rechnen.
Durch den Generalinspekteur der Bundeswehr war eine Untersuchung der Hubschrauber im Gesamtzusammenhang angewiesen worden. Bereits vorliegende Zwischenergebnisse deuten auf mögliche Synergieeffekte eines LUH im Zusammenhang mit Hubschraubern für andere Aufgaben hin. Eine isolierte Entscheidung über die Beschaffung eines LUH vor Vorliegen der Ergebnisse der o.a. Untersuchung sollte jedenfalls, schon unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten, vermieden werden.

 

175 Gedanken zu „Erst mal keine Hubschrauber fürs KSK

  1. @Vtg-Amtmann
    „Und ein SOF-LUH hat nicht nur als Einsatzprofil CASEVAC oder auch nach dem Willen unseres Insp SAN Truppe MEDEVAC, sondern da geht es mit Innen- und Aussenlasten samt SOF-Kräften und Bewaffnung mit vielen “kg” so richtig zur Sache.“

    Die LUH MEDEVAC oder CASEVAC Besatzung dürfte doch 2 Piloten, 1 Sani und 1 Bordtechniker sein, ohne SOF Kräfte. Wer viele kg braucht, sollte doch lieber gleich ein UH nehmen. Schon ohne Hot & High bleibt da nicht viel für SOF Kräfte. Panzerung, Eigenschutz und eine Sensorausstattung wiegen ja auch was.

  2. @Ben: Einen Bordtechniker / Crew Chief und einen „Sani“ wird es beim SOF-LUH nicht geben, weil absolut Fehl am Platze. Die SOF-/KSK-Kräfte sind eingewiesen, brauchen keinen „Busschaffner“ und arbeiten autark, auch was die speziell notfallmedizinisch geschulten Medics anbetrifft .

    Mal im Rückblick auf http://augengeradeaus.net/2012/08/erst-mal-keine-hubschrauber-furs-ksk/comment-page-3/#comment-40818 ergibt sich, dass ein leistungsfähiger LUH ausreichend ist. Hinzukommt das Budget von 150 Mio. € bis 180 Mio € bzw. 10 Mio. € bis 12 Mio. € pro Maschine, welches gar keinen größeren HS als einen EC 145 oder AW 109 SP erlaubt und bereits deshalb irgendwelche “UH“ im 4 to- bis 6 to-Bereich aus dem Raster fallen!

    Die vielen „kg“ stellen sich wie folgt dar (Missions Abfluggewicht inkl. 1:30 hr Treibstoff und jeweilige Rüstsätze, d.h. mit FLIR, Laser Target Designator, Sights, Sensors, Electronics, NVIG & Flares / Chaff aufgerüstete Maschine, aber ohne externe LFZ-Bewaffnung,

    1.) 2 Piloten (P + CP (Kdt & WSO)) und max. mögliche externe Bewaffnung; verbleibende Nutzlast bis MTOW für Launcher, Raketen, MK-Pod und Munition: 699 kg (AW) bis 736 kg (EC).

    2.) oder 2 Piloten (P + CP (Kdt & WSO)) + 4 SOF-Kräfte und maximal mögliche externe Bewaffnung; verbleibende Nutzlast bis MTOW für Launcher, Raketen, MK-Pod und Munition bzw. auch Bewaffnung der SOF-Kräfte: 219 kg (AW) bis 256 kg (EC).

    3.) oder 2 Piloten (P + CP (Kdt & WSO)) + 4 SOF-Kräfte + SOF-Hunde-Fhr + SOF-Hund und mögliche Bewaffnung; verbleibende Nutzlast bis MTOW für Bewaffnung: 84 kg (AW) bis 121 kg (EC).

    4.) oder 2 Piloten (P + CP(Kdt & WSO)) + 2 Mann SOF-Führungskräfte + Nav-, Com-, EDV- , Sat-Com, Crypto- & Tactical-Eqmt und mögliche externe Bewaffnung; verbleibende Nutzlast bis MTOW für Bewaffnung: 309 kg (AW) bis 346 kg (EC).

    5.) oder 2 Piloten (P + CP (Kdt & WSO)) + 2 SOF-/KSK-Medics + 2 – 3 aufzunehmende Verwundete (davon 1 liegend + 1 – 2 sitzend oder nur 2 liegend); da ‚One way Mission‘ nach 0:45 hrs ausgeflogenem Treibstoff verbleibende Nutzlast bis MTOW für Bewaffnung oder zusätzlichen Treibstoff: 342 kg (AW) bis 405 kg (EC).

  3. @Vtg-Amtmann

    MEDEVAC und CASEVAC dürfte man mit einen LUH mit den entprechenden Rüstsatz, und nicht mit einen LUH mit SOF Rüstsatz machen. M. und C. ist meines Wissens der reiner Transport (mit evtl. Behandlung) aus gesicherten Zonen. Daher dürften da auch Sanis drin sitzen.
    In einen SOF-LUH sitzen wohl nur SOF Kräfte drin. Für MEDEVAC Aufgaben wird man wohl ein SOF-LUH nicht zweckentfremden.
    Das mit den 10 bis 12 Mio pro Maschine dürfte bei der Integration von Waffen sehr sehr eng werden. Eine heute übliche Sensorausstattung geht ja auch ins Geld.

  4. @Vtg-Amtmann

    „Hinzukommt das Budget von 150 Mio. € bis 180 Mio € bzw. 10 Mio. € bis 12 Mio. € pro Maschine, welches gar keinen größeren HS als einen EC 145 oder AW 109 SP erlaubt und bereits deshalb irgendwelche “UH“ im 4 to- bis 6 to-Bereich aus dem Raster fallen!“

    Wieso sollte denn ein weiterer SOF-Hubschrauber im 4-6 to Bereich beschafft werden? Ich denke doch eher, man wird sich an der LUH-NH-CH Linie orientieren (Light, Medium, Heavy), wie schon einmal früher von einem Mitschreiber erwähnt, und für die Verbringung von Verwundeten das nehmen, was nun mal verfügbar ist. Der NH90 mit MEDEVAC-Ausrüstung ist hier das Stichwort.

    Apropos knappes Budget: Kann nirgendwo auf der Homepage von AW einen militarisierten AW 109 SP finden. Heißt das also, dass die Bundeswehr die Umrüstungs- und Entwicklungskosten (um den Zivilhubschrauber in ein Militärgerät zu verwandeln) zu tragen hat, bevor man einen SOF-LUH AW109 SP überhaupt beschaffen könnte?

  5. @ MK: „… man wird … für die Verbringung von Verwundeten das nehmen, was nun mal verfügbar ist. Der NH90 mit MEDEVAC-Ausrüstung ist hier das Stichwort.“

    Noch ist nicht 2013 und noch sind keine 4 MEDEVAC-NH90 in Afghanistan angekommen und noch nicht hat sich der NH90 unter „hot & high“ Bedingungen im Hochgebirge bewährt. Von der NH90-Patiententransporteinheit wird man weder zwei, noch eine in einem SOF-LUH – egal welchen Typs – unterbringen.

    Ein bereits aus Gründen des geforderten PPP-BWI-Vertrages (BWI = Bereitstellung, Wartung und Instandhaltung durch einen zivilen LTB (CAMO)) erforderliches EASA-TCDS – alternativ FAA-TCDS – ist für beide Typen vorhanden. Eine militärische Musterzulassung gemäß der Standards der Bundeswehr und der MAWA-EDA-Standards ist mir bei beiden Typen unbekannt bzw. steht m.M. noch aus. Die „Militarisierung“ beider Typen sehe ich als unproblematisch an, da die externen und internen Hardpoints zu den bereits bei Polizei und Rettungsorganisationen eingesetzten Mustern identisch sind (z.B. für Winde, seitliche Lastenkörbe, Inserts innerhalb der Kabine, etc.). Im Fall AW 109 SP GrandNew kommt hinzu, dass die Zelle mit dem militärischen AW 109 LUH weitgehend identisch ist und nur der Innenraum und die beiden Schiebentüren beim GrandNew vergrößert wurden. Die äußeren Abmessungen variieren im Zentimeterbereich und beruhen im Wesentlichen auf dem neuentwickelten Flugwerk (MR & TR) des AW 109 SP. Die Rüstsätze sind zumindest für den AW 109 SP nicht neu zu entwickeln, sondern ’Off the Shelf’, da mit dem AW 109 LUH seit Jahrzehnten bewährt und fortentwickelt. Natürlich bedarf auch diese Ausrüstung einer militärischen EMZ gemäß der Standards der Bundeswehr und der MAWA-EDA-Standards. Man wird sich hier aber auf die langjährigen Erfahrungen der AgustaWestland, deren Zulieferern und der anderen NATO-Partner mit dem AW 109 LUH abstützen können. Hinsichtlich EMS-Eqmt und bestimmter Avioniksysteme sowie etwaiger Fahrwerks- modifikationen kann u.a. auf die Erfahrungen der REGA mit AW 109 SP daVinci zurückgegriffen werden. Selbst die Zelle des AW 119 Ke (mit Kufenlandegestell) ist strukturmäßig identisch und alle Zellen der AW 109 / 119 Serien werden u.a. bei der AW-Tochter PZL Swidnik SA (PL) gefertigt.

  6. Zum Thema NH90 sei hier vermerkt, dass die Italiener ihrerseits zwei NH90 nach Afghanistan verlegt haben. Jetzt weiß ich nicht wie T.W. es mit Links von englischsprachigen Websites hält, und beschränke mich deswegen erst mal auf ein Zitat vom einem aktuellen Artikel (via Defense News):

    „“The first helicopter flew in Herat on Aug. 20, the day after it arrived, and we are seeing that in Afghan conditions, the NH90 is delivering performance 15 percent above what was envisaged,” said Army Aviation Commander Gen. Enzo Stefanini.“

  7. @MK

    Die Link-Beschränkung gilt nur für die Webseiten deutscher Presseverlage, weil sich das geplante Leistungsschutzrecht auch nur auf die bezieht. Ausländische Websites (auch deutschsprachige aus Österreich oder der Schweiz!) sind davon nicht betroffen.

    @all

    Ich verfolge die anhaltende Diskussion mit gewissem Staunen. Vermutlich wurde hier, ohne dass ich als Laie das kapiert hätte, bereits das Handbuch SOF-LUH unter besonderer Berücksichtigung deutscher Bedenken und Interessen geschrieben? ;-)

  8. @MK: “The first helicopter flew in Herat on Aug. 20, the day after it arrived, and we are seeing that in Afghan conditions, the NH90 is delivering performance 15 percent above what was envisaged, …”

    Erwarten kann man mehr oder auch weniger, und sich freuen wenn es mehr wird auch. Unter den Stichworten >> Bewaffnet Suchen Retten << wird man in einer einschlägigen Quelle zu den HIGE-, HOGE- und und Zuladungs-Forderungslimits für die Deutsche Version des NH90 mit RTM-Engines fündig werden, welche bis zu 15% mehr Leistung aufweisen als die AVIO-GE T700-T6E1 des Italienischen NH90. Und diese Forderungswerte (offenbar Pressure Altitude, nicht Density Altitude, da bei Mission 3 auf MSL Bezug genommen wird ) reißen einen weiß Gott nicht vom Stuhl (1.000 ft = 304,8 m).

  9. @Vtg-Amtmann

    Das war mir schon klar, dass Sie das nicht sonderlich beeindrucken würde. Aber ich habe diesen Artikel ja auch nicht verlinkt, um Sie vom Stuhl zu reißen, sondern um ein kleines bisschen mehr Perspektive zu vermitteln. Fakt ist nun mal: der NH90 fliegt endlich in Afghanistan. Zwar gar kein deutsches Modell, aber immerhin. Bzgl. Erwartungen kontaktieren Sie lieber die Italiener vor Ort, die können Ihnen sicherlich besser sagen was sie vom NH90 erhofft haben, und auch gleich auf entsprechende HIGE-, HOGE-, und Zuladungs-Forderungslimits eingehen.

  10. Einfach mal die entsprechenden Piloten selber fragen-und zwar nach ihrer PERSÖNLICHEN Meinung zur Eignung des NH90 als MILITÄR-Hubschrauber….

    Die Aussagen werden identisch sein:

    -Super Hubschrauber
    -Tolle Ausstattung
    -Jede Menge „Gimmicks“

    Aber als Militärhubschrauber in keinster Weise mit den -bis dahin genutzten-„alten“ Mustern zu vergleichen-weder in Hinsicht auf „Robustheit“ noch in Bezug auf die gewünschte Leistung.

    Nahezu jeder hat sich vom NH 90 das gleiche Einsatzspektrum erhofft, das man bis dato gewohnt war-nur mit mehr „Power“ und mehr „Zuladung“-und auch mehr „Reserven“…..

    Und nahezu jeder ist davon enttäuscht worden-weil eben KEINE Steigerung, sondern ein ganz neues Arbeitsgerät geliefert wurde-mit deutlich mehr Einschränkungen und Auflagen…

    Aber das ist hier nicht das Thema-sondern es geht um einen „leichten Mehrzweck-Hubschrauber für den Einsatz von und mit Spezialkräften“.

    Alleine die Tatsache, das (nicht nur hier, sondern auch in Militärkreisen) immer noch diskutiert wird, ob man das (den Hubschrauber UND die Spezialkräfte) überhaupt braucht, und welche Synergieeffekte man gerne nutzen möchte (Generalstaxi-obwohl dafür weder Geld noch Flugstunden übrig sind) zeigt, das Deutschland immer noch KEINE Ahnung davon hat, um was es hier in Wirklichkeit geht-und das ist mehr als enttäuschend…

  11. @Mk, @all: Also ich finde die Italienischen NH90-Perspektiven – welche sicherlich längst bis zu AgustaWestland als einer der NH90-Hersteller sich rumgesprochen haben – äußerst begrüßenswert. Aber weniger die Deutschen Perspektiven, denn die helfen nämlich momentan und b.a.w. unseren Soldat(in)en in Afghanistan absolut nichts.

    Und wie „huey“ schon ausführte, diskutieren wir hier über einen möglichen zukünftigen SOF-LUH und der sollte eigentlich innerhalb seiner Missionsprofile dem CH 53 GA, dem NH90 und dem UH-TIGER in den Flugleistungen zumindest ebenbürtig und a.s.a.p. lieferfähig sein. Sonst wird der SOF-LUH im Fall eines verbundenen Einsatzes nur noch ein weiterer Bremsklotz! Auch wenn das Handbuch für einen „z.b.V.-LUH“ vielleicht schon fertig geschrieben ist.

    Man kann sich leider nicht des Eindrucks erwehren, dass mittlerweile Führung und H&L-Lieferant sich genau dagegen vehement stemmen, denn hinter „Synergien“ steht der Fakt bzw. die Forderung, ein neuer SOF-LUH darf um Himmels willen nichts Anderes können als UH-TIGER sowie NH90 und das vielleicht auch noch besser bzw. gar auf einem neuen und in der professionellen gewerblichen Luftfahrt fast schon selbstverständlichen Flugleistungsniveau. Dann hätten nämlich Truppe, Beschaffer und Industrie sich der Unfähigkeiten der letzten 25 Jahre selber überführt!

    Dass dem so ist, beweißen die Vorträge des General HFlg >> Future Transport Helicopter <> 07 Tour d´Horizon <> Lessons Learned (Afghanistan) <> Anforderungen an Hubschrauber in spezieller Mission – Personnel Recovery << – zum Hubschrauber Forum am 29./30. Juni 2011. Das waren letztes Aufbäumen und letzte Visionen bzw. Illusionen. Genau daraus bzw. kurz danach entstanden auch die jüngsten Initiativen der Truppe in Sachen SOF-LUF gegenüber Führung und Politik und gegen Ende 2011 war auch die neue Leistungsbveschreibung zum BSHS "plötzlich" fertig.

    Dann kam Anfang 2012 von ganz Oben der unsägliche Nonsens „kleine Hubschrauber gehören zum Heer, große zur Luftwaffe, ansonsten heißt es auf Biegen und Brechen kompensieren was geht“ und es wurde nicht nur um den FTH wieder ganz still. Zu spät erkannte die HFlg-Truppe, dass sie vom seinerzeitige „Kamerad Inspekteur Heer“ höchst persönlich zur Schlachtbank geführt wurde und das ministerielle Credo „Synergien samt Kompensationsgeschäfte“ sind nur noch ein peinliches Argument für die 25 Jahre alte Sackgasse "wir Heeresflieger erfinden das Hubschrauberfliegen stehts aufs Neue und was deshalb nicht sein soll, darf es auch nicht werden"!

    Wo käme denn die Hflg-Truppe endgültig hin, wenn man bei der Luftwaffe in der SOF- und PR-Staffel des HSG 64 in Laupheim neben dem wirklich funktionablen und leistungsfähigen Waffensystem CH-53 GA, für lächerliche 150 bis 180 Mio. Teuros auch noch fünfzehn funktionale und leistungsfähige SOF-LUH hätte, selbst wenn der SOF-LUH eigentlich dort bestens aufgehoben wäre?! Dann wäre nämlich die Bankrotterklärung der HFlg-Truppe komplett! Das hat m.M.n. offenbar auch ein sehr kluger O i.G. in unmittelbarer Nähe des Inspekteurs Heer erkannt, welcher früher einmal an der HFlgWaS dem Bereich Weiterentwicklung vorstand. Warten wir also das Ergebnis der SOF-LUH-Marktsichtung durch die IABG ab und lassen uns überraschen.

  12. @huey

    Ja, natürlich kann man die Piloten von NH90 und UH-1 nach deren Meinungen fragen. Hätte ich auch nichts dagegen, ist bestimmt interessant. Aber was soll das am Ende bringen? Man kann auch Soldaten fragen was sie vom G36 halten. Oder vom MG4, Boxer, Puma, K130, Tiger, PARS 3, etc. Läuft alles auf das Gleiche hinaus.

    Die Politik und oberste Bundeswehrführung entscheiden was zum Schluss auf dem Flugfeld (bzw. in der Kaserne oder Hafen) geparkt wird. So verhält es sich auch mit einem SOF-LUH – falls dieser überhaupt beschafft werden sollte!

    Den NH90 sollte man in der ganzen SOF-LUH Diskussion nicht vergessen, weil auch damit die deutschen Spezialkräfte verbracht werden. Oder glaubt man hier etwa allen Ernstes das mit Ankunft der neuen SOF-LUH nur noch diese Hubschrauber vom KSK und Co. in allen Regionen und Erdteilen dieser Welt genutzt werden? Würde mich doch schon arg verwundern.. Wenn man sich schon das 160th SOAR zum Vorbild nimmt, sollte man vielleicht auch ein wenig genauer hingucken.

  13. @all

    Das Diskussionsbedürfnis scheint weiterhin hoch – deshalb ein technischer Hinweis: Standardmäßig werden bei Einträgen nach zwei Wochen die Kommentarmöglichkeiten deaktiviert (das hat Spamschutz-Gründe). Dieser Thread ist also demnächst zu – ist das Interesse an weiterer Detaildiskussion so groß, dass ich ihn noch weiter aufhalte oder gar einen neuen dazu starte?

  14. @T.W.
    Ich denke, dass die Vorträgen und Diskussionsforen auf der ILA einiges an Infos bringen wird, ob das unter der Überschrift dieses Thread geschehen muss……

    Es liegt in der Natur der Themen bei technischem Gerät, dass man sich von der grundsätzlichen Fragestellung in Richtung Detail bewegt (siehe auch Thema Drohnen).

    @MK

    Da das Gewicht und die Leistungsfähigkeit eines Lfz direkt mit den Kosten zusammenhängen ist ein fliegender Unimog konstruktiv nicht wirtschaftlich/militärisch sinnvoll und so benötigt man in der Luft für jeden Zweck ein spezielles Gerät. Die Forderung der Bw nach Möglichkeit sich auf wenige Plattformen zu beschränken und da dann die Goldrandlösung anzustreben führt zu unseren Problemen.
    Wer für vier Personen einen Bus bestellt braucht sich nicht zu wundern, dass die Ausgaben hoch sein werden und der Bus im Innenstadtbereich nicht in jede Gasse kommt. Deshalb bestellt man in der Regel ein gewerbliches Taxi! Wenn man das Taxi aber kauft um nur einmal in eine Gasse zu kommen, könnte ein Bus günstiger sein, man geht dann eben die letzten Meter zu Fuß :-)

  15. @Vtg-Amtmann

    Für 10 bis 12 Mio pro LUH bekommt man keinen ultimativen Super Duba SOF-LUH, mit allen drum und dran. Das ist einfach die Realität die man einfach akzeptieren muss!

    Das Problem des Heeres ist doch immer noch, dass man sich die teuren Flugstunden der bisherigen Eierlegenden Wollmilchsau NH90 nicht mehr leisten kann/will. Dem Heer bleibt praktisch nichts anderes übrig, als mit einen billigeren und breit einsetzbaren LUH möglichst viele Synergien zu heben. So ist das eben halt.

  16. @MK: Wenn z.B. für die Verbringung, für eine Zugriffsaktion oder eine PR-Mission eines oder zwei SOF-/KSK-Trupps (4 SOF-/ KSK-Kräfte) und je nach Fall auch noch eines K5-Trupps (Hundeführer + Hund) unter gefechtsmäßigen Bedingungen (= Selbstschutz und autarke Feuerkraft) und in schwierigem Gelände (= hot & high) ein bis zwei EAGLE IV oder Mehrzweck-Geländefahrzeuge Bv 206 (= SOF-LUH) benötigt werden, um den „inneren Ring“ bzw. die „erste Welle“ sicherzustellen, dann setzt man – wie schon Elahan ausführte – keinen Kleinbus (NH90) oder Omnibus (CH53 GA) ein! Diese behält man sich von wegen Fahr- (bzw. Flug-) Leistungen bei moderater Beladung für den „äußeren Ring“ bzw. die „zweite Welle“ und die Verbringung der Kommando-Halbzüge (8 SOF-Kräfte im NH90) und Kommandozüge (16 SOF-Kräfte im CH53) vor! Das hat mit dem 160th SOAR als „Vorbild“ absolut nichts zu tun. Und außerdem können wir uns nicht wie die Amerikaner 7 – 8 verschiedenen Hubschrauber-Baureihen für ein SOF-AIR-Element leisten.

    Frage @MK & @all: Ist denn der NH90 überhaupt schon für den Einsatz von SOF-/KSK-Kräften inkl. aller Einsatzvarianten (z.B. Fast-Roping, Absetzen von Springern, etc.) zugelassen?

    @Ben: Mit 10 – 12 Mio. € kommt man bei einem kompakten SOF-LUH relativ weit (ohne PARS-3LR, HOT-3 und OSIRIS natürlich) und wenn schon Synergien heben, dann bitte dort wo man diese auch wirklich braucht (siehe Vorgenanntes) und keine „z.b.V.-Hubschrauber“ als Kleintransporter, Kurierflieger und Generalstaxis im „friedlichen Homeland“, denn dafür gibt es im Rahmen des „wirtschaftlichen Denkens im Heer“ ausreichend und preiswerter Silberfische der BW-Fuhrpark GmbH sowie Militärgutscheine für die Deutsche Bahn AG (… auch zur ILA 2012).

  17. @Elahan

    Das Verhältnis Kosten zu Leistungsfähigkeit ist mir schon bewusst. Mir geht es primär darum, dass dieser SOF-LUH von manchen (Politikern, Soldaten, Mitkommentatoren) gerne als Non Plus Ultra angesehen wird, und zwar in allen Lagen. Wenn man seine Anforderungen nur ein klein wenig realistisch zurückschrauben könnte, kann man einen effektiven und kostengünstigen SOF-LUH beschaffen, der die Aufgaben erfüllen wird. Think Ford, not Ferrari.

    In diesem Zusammenhang ein kleiner Zwischengedanke, mit Blick auf „das große Vorbild“: Die Amerikaner verlegen ihre SF in Afghanistan anscheinend primär mit MH-60, MH-47 und CV-22 (und ggf. Mi-8/17?). Wo aber ist das fliegende Wunderei, der MH-6?

    Sehen Sie, von deutscher Seite aus möchte man einen Hubschrauber der Größe MH-6, mit Transportkapazität vom MH-60 und Höhenleistungen des MH-47. Darf aber nicht mehr kosten als ein Volkswagen. Da bahnt sich doch eine Katastrophe an, die selbst ein Blinder bei Nacht und Nebel klar und deutlich erkennen kann.

  18. @Vtg-Amtmann

    Kann ich Ihnen nicht sagen, aber ich vermute nicht. Gibt jedoch Bilder von nicht-deutschen NH90, aus denen sich Soldaten abseilen (schaut nach Italiener aus; ich glaube sogar die Franzosen seilten sich schon von ihren NH90 auf fahrende Speedboote ab, vor den Augen des ex-Präsidenten). Darüber mache ich mir ehrlich gesagt weniger Sorgen, denn:

    „Selbst bei Vorliegen günstiger Rahmenbedingungen wäre mit dem Beginn des Zulaufs der [SOF-LUH] Hubschrauber nicht vor 2015 zu rechnen.“

    D.h. es wird schon mal keine Wunderflieger bis 2015+ geben, aber ich hoffe doch das die Bundeswehr den NH90 bis dahin (oder früher wäre auch nicht schlecht!) für die Verbringung von Spezialkräften zugelassen hat.

  19. @ MK & Elahan: Das sehe ich ebenso, auch wenn es hoffentlich kein „Wunderflieger“ wird.

    Die ursprüngliche Aussage des BMVg “Selbst bei Vorliegen günstiger Rahmen- bedingungen wäre mit dem Beginn des Zulaufs der [SOF-LUH] Hubschrauber nicht vor 2015 zu rechnen…”, als auch schon ein im Raum stehender Zulauf nicht vor 2016, erscheint mir zumindest beim Termin 2016 eher auf den „Rahmenbedingungen des tatsächlichen Wollens des BMVg und des Könnens eines bekannten Lieferanten samt der mit diesem beabsichtigten Kompensationsgeschäfte“ zu beruhen.

    Realistisch könnte das aber auch so aussehen:

    – Bis Ende September 2012 liegen das „Hubschrauber-Grundsatzpapier“ des BMVg und das Marksichtungsergebnis der IABG zum SOF-LUH auf dem Tisch.
    – Per 01.12.2012 Jahreswechsel steht die SOF-LUH-Leistungsbeschreibung, ergeht an ausgewählte Bieter (derer 2 bis 3 gemäß dem Ergebnis der IABG-Marktsichtung) Aufforderung zur Angebotsabgabe für ein nicht-öffentliches Verhandlungsverfahren und die Leistungsbeschreibung zwischen den potentiellen AN und dem AG wird gemäß CPM bis Jahreswechsel „fein abgestimmt“.
    – Angebotsabgabetermin ist der 01.04.2013.
    – Bis 01.07.2013 sind die Angebote ausgewertet , die beiden bestplatzierten Hubschrauber sind durch die WTD 61 technisch und fliegerisch evaluiert und die Auswahlentscheidung ist getroffen.
    – Bis 01.08.2013 sind die Vertragsverhandlungen zwischen AG und AN abgeschlossen.
    – Ab 01.02.2014 erfolgt Lieferung der beiden ersten Maschinen zwecks militärischer Zulassung samt Anpassung und Optimierung sowie seitens des AN (LTB / CAMO) Etablierung des technischen Kontingents für den PPP-BWI-Vertrag.
    – Per 01.05.2014 erfolgt Zulauf zweier weiterer Maschinen an die BW oder an die Werksflugschule (FTO/TRTO) zwecks „Ausbildung der Ausbilder“.
    – Ab 01.07.2014 erfolgt monatlicher Zulauf von je zwei Maschinen, mit der 15ten Maschine per 01.01.2015 ist der Zulauf abgeschlossen.
    – Es kann dann die flugbetriebliche Einführung bis zum Abschluss der taktischen Ausbildung und Erreichen des Status CR durch alle Besatzungen fortgesetzt werden.

    Natürlich wäre dies ein sehr strammer Zeitplan! Die Voraussetzung für dessen Realisierung ist, dass das BMVg und die Beschaffer wie vorgenannt bzw. schleunigst in die Hufe kommen, ansonsten wird 2016 immer realistischer..

  20. Da scheint wohl den ersten Nachrichten ein böser Übermittlungsfehler zu Grunde zu liegen: 11 Tote !!! 1 x Blackhawk gecrasht, Aufschlagbrand, felsiges Gelände, heute morgen 10:30 Local, SOF-Mission, WX ok, angeblich keine Hinweise auf technisches Versagen, Tiefflug weit in feindlichem Gebiet, P + CP + 2CC (Bordschützen), 2 Navy-Seals, 1 Navy-Seal-Sprengstoffexperte, 3 Afghanische Truppenangehörige und 1 Übersetzer, Feindbeschuss vor Absturz nicht sicher, aber danach durch Taliban, Feuer wurde durch zur Hilfe kommenden US-Helicopter erwidert, damit ist mit 18 US-Gefallenen binnen der letzten 10 Tage die „10-Jahres-US-Death-Tol“ auf 2.084 US-Kräfte in Afghanistan angestiegen (vgl. http://www.liveleak.com/view?i=e26_1346848196&comments=1 )

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