Deutschland gründet mit anderen Europäern Drohnen-Community

Wie in der vergangenen Woche schon angekündigt, haben Deutschland und sechs andere europäische Länder eine Nutzergemeinschaft für mittelgroße Drohnen der MALE-Klasse (Medium Altitude Long Endurance) gegründet. Neben Deutschland unterzeichneten bei einem Treffen unter Ägide der Europäischen Verteidigungsagentur Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Griechenland und  Niederlande eine entsprechende Absichtserklärung (ich muss gestehen: mit dem Ländercode EL kann ich nichts anfangen – das ist weder Estland (EE) noch England (UK)…).  Außerdem legten die Vertreter der an der EDA beteiligten Länder den Grundstein für weitere europäische Zusammenarbeit bei Drohnen und ihrer Integration in den europäischen Luftraum.

Aus der EDA-Mitteilung:

Remotely Piloted Aircraft Systems (RPAS)
RPAS have proven their value in the military sphere in recent operations demonstrating their operational capacities, particularly for surveillance and information gathering. Defence Ministers endorsed a roadmap on RPAS which aims at laying the foundations for a European solution in the 2020-2025 timeframe. The roadmap includes four actions:
RPAS Certification. In the context of the Military Airworthiness Forum, the Agency is exploring together with national authorities and the European Aviation Safety Agency how to streamline the certification process for military RPAS on the European level. weiterlesen

Europäische Zahlen: Deutschlands Verteidigungsausgaben unverändert bei 1,3 Prozent

Die European Defense Agency (EDA) hat am (heutigen) Montag ihren jährlichen Überblick über die Verteidigungsausgaben der EU-Mitglieder veröffentlicht (mit Ausnahme von Dänemark und Kroatien). Die Zahlen für das Jahr 2011 zeigen für Deutschland einen – nur leicht zurückgegangenen – Anteil der Verteidigungsausgaben von 1,3 Prozent am Bruttosozialprodukt. Damit liegt die Bundesrepublik weiterhin im Mittelfeld; Frankreich gibt zwar mit 1,9 Prozent mehr aus, allerdings schlagen die Ausgaben für die nationalen Atomwaffen dort mit etwa 0,7 Prozent zu Buche. Deutlich ausgabefreudiger war 2011 Großbritannien, wo 2,5 Prozent des GDP ausgegeben wurden – und Griechenland, mit 2,63 Prozent sozusagen Europameister.

Die gesamten Zahlen gibt es hier – allerdings scheinen sie mir für Deutschland aus zwei Gründen nicht mehr besonders aussagekräftig:  Zum einen wird dort der Bundeswehrumfang noch mit knapp 250.000 Männern und Frauen angegeben, also vor Beginn der aktuellen Reform – das wirkt sich zum Beispiel auf die Berechnung des Personalanteils in den Ausgaben aus. Und zum anderen fehlen, warum auch immer, jegliche Zahlen für die Auslandseinsätze der Bundeswehr. (Ich erinnere mich vage, dass es mit diesen Zahlen bei der EDA schon mal Probleme gab, kann das aber gerade nicht wiederfinden.

(Foto: Großübung der Deutsch-Französischen Brigade mit dem Namen „Feldberg“ in Sachsen: Der Pionierzug holt mit dem Brückenverlegepanzer „Biber“ ein Teil der Panzerschnellbrücke ein – Bundeswehr/Gerrit Burow via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

Für die Hubschrauberfans: Hot Blade 2013 in Portugal

Die European Defense Agency (EDA) veranstaltete in den vergangenen zwei Wochen in Portugal ihre multinationale Hubschrauber-Übung Hot Blade 2013, und die Bundeswehr – genauer: die Heeresflieger – waren mit acht Bell UH-1D dabei. Da es hier offensichtlich viele Helikopterfans gibt, wie die Kommentare zu solchen Themen zeigen, ein paar Videos der Portugiesen von dieser Übung – mit den Deutschen in Aktion:

 

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Die Webseite zum „Pooling & Sharing“

In der EU wie in der NATO klagen alle Verteidigungsministerien über knappe (und knappere) Gelder. Deshalb sind Begriffe wie Pooling & Sharing (in der EU) und Smart Defense (in der NATO) die derzeit angesagtesten Begriffe.

Deshalb zum Bookmarken: Die Europäische Verteidigungsagentur (European Defence Agency, EDA) hat in der vergangenen Woche ihre Webseite neu gestaltet. Und da geht es, man ahnt es, vor allem um Pooling & Sharing, um die gemeinsame Nutzung teurer Einrichtungen. Das Leuchtturmprojekt, das die EDA in dem Zusammenhang nennt, ist die Luftbetankung – und da wird auch schon deutlich, wo ein Problem liegen könnte: One key Pooling & Sharing priority for the next few years is air-to-air refueling. The existing capability gap was confirmed in operations over Libya, where European states relied heavily on US support. Das stimmt natürlich. Zugleich fehlte (aus Gründen, die an dieser Stelle bekannt sind und nicht noch mal durchdekliniert werden müssen) ein Land mit Tanker-Fähigkeiten in diesem Einsatz: Die Luftwaffe mit ihren MRTT (Multi Role Transport Tanker). Das mit dem Teilen ist also nicht so einfach.

Archivbild von 2009: Ein Airbus A310 MRTT der Luftwaffe betankt Eurofighter (Foto: Bundeswehr/Thöne via flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

Um dann noch eine Brücke zum Thema SOF-LUH zu schlagen: Es geht doch auch mit der Bell… ;-) weiterlesen

Zahlenspiele

Im (Kopf)Rechnen bin ich eher schwach und überlasse den detaillierten Umgang mit Zahlen gerne anderen. Da aber heute die Vorabmeldung der Wirtschaftswoche Bundeswehr ist ineffizienteste Nato-Armee für Furore sorgt, habe ich doch mal versucht, das zu Grunde liegende Zahlenmaterial anzusehen – und bei aller Zurückhaltung: Da kann doch irgend etwas nicht stimmen? (Natürlich auch mit dem Vorbehalt, dass ich bislang nur die Vorabmeldung der WiWo kenne und nicht den ganzen Bericht.)

Also gucken wir mal, welche Zahlen die European Defence Agency (EDA) dazu veröffentlicht hat – auf diese Agentur beruft sich ja der Bericht. Da stoße ich als aktuellste Veröffentlichung auf die Defence Data of EDA participating Member States in 2009, die einen Vergleich der EDA-Mitgliedsstaaten (alle EU-Staaten außer Dänemark) erlaubt.

Und natürlich gibt es dort, das ist ja der Kern der nunmehr bekannt gewordenen Kritik, einen Deployability-Vergleich: Wie viel Prozent der gesamten Truppe steht überhaupt für Auslandseinsätze zur Verfügung? Dazu empfiehlt sich S. 41:

Ärgerlicherweise fehlt in dieser Übersicht – warum auch immer – ein Land, das uns besonders interessiert: Deutschland.

Und da beginnen dann die Zahlenspiele. Die beiden anderen großen europäischen Nationen melden nach diesem Zahlenwerk recht beeindruckende Werte für die Deployability: Großbritannien fast 40 Prozent, Frankreich 36 Prozent und auch Italien noch 30 Prozent, mal ganz abgesehen von den Niederlanden mit mehr als 40 Prozent. weiterlesen