Personalstärke Juni 2025: Rückgang um 500, Ministerium sieht Aufwuchs im Plan
Die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr ist im Juni im Vergleich zum Mai dieses Jahres um weitere 500 zurückgegangen und lag am Monatsende bei 185.196. Das Verteidigungsministerium verwies in einer Einordnung der jüngsten Statistik auf eine Steigerung um mehr als 3.600 im Vergleich zum Juni 2025. Der Rückgang in diesem Juni sei erwartungsgemäß.
Auffällig sind aber dennoch verschiedene Details. So ist die Zahl der so genannten SaZ lang, also derjenigen Zeitsoldaten, die sich für mindestens zwei Jahre und länger verpflichtet haben, innerhalb eines Monats um 1.000 gesunken. Zugleich hat die Zahl der Berufssoldaten, wie schon im Februar und März dieses Jahres, wieder die Zahl 60.000 überschritten.
Die Statistik für Juni 2026, am (heutigen) Mittwoch wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlich; die Einschätzung des Ministeriums dazu unten.
(Der Vergleichbarkeit wegen bleibt die Darstellung der Zahlen auf Augen geradeaus! weiterhin bei dem seit Jahren verwendeten Schema):
Insgesamt leisten 185.196 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.070
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3.909
Heer 63.974
Luftwaffe 28.666
Marine 15.835
Cyber- und Informationsraum 13.686
Unterstützungsbereich 47.652
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.118
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.924
Bereich Personal 7.362
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldat*innen 61.201
Soldat*innen auf Zeit lang (ab 2 Jahren Dienstzeit) 111.930
Soldat*innen auf Zeit kurz (12 bis 23 Monate) 4.353
Freiwillig Wehrdienstleistende (6 bis 11 Monate) 7.712
Dienstgradgruppen (gerundet)
Generale/Admirale 220
Stabsoffiziere 15.670
Offiziere 23.390
Unteroffiziere mit Portepee 63.180
Unteroffiziere ohne Portepee 27.940
Mannschaften 54.760
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
25.282 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Verteidigungsministerium 74
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 480
Heer 4.962
Luftwaffe 3.004
Marine 1.789
Cyber- und Informationsraum 1.403
Unterstützungsbereich 11.721
Personal 1.577
Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen 141
Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung 131
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.181
Unteroffizierinnen mit Portepee 9.113
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.411
Mannschaften 5.577
Status
Berufssoldatin 6.259
Zeitsoldatin lang 17.096
Zeitsoldatin kurz 665
Freiwilligen Wehrdienstleistende 1.262
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.193 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.856
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.625
Heer 2.450
Luftwaffe 4.692
Marine 1.815
Cyber- und Informationsraum 1.848
Unterstützungsbereich 11.171
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 32.728
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.551
Bereich Personal 10.879
Militärseelsorge 486
Rechtspflege 92
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.193 zivilen Beschäftigten sind 32.104 Frauen (rund 40 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 11.059
im höheren Dienst 2.312
im gehobenen Dienst 4.640
im mittleren Dienst 4.091
im einfachen Dienst 16
Arbeitnehmerinnen 19.222
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 1.823
(Stand 30. Juni 2026)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 6. Juli 2026:
Insgesamt sind circa 760 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
Die Mitteilung des Verteidigungsministeriums dazu:
Positive Bewerbungs- und Einstellungslage verfestigt sich im ersten Halbjahr
Die Personalzahlen der Bundeswehr für den Monat Juni bestätigen die anhaltende steigende Attraktivität der Streitkräfte. Der personelle Aufwuchs setzt sich fort, was besonders aus den zweistelligen Zuwachsquoten bei Bewerbungen und Einstellungen erneut ersichtlich wird.
Im Einzelnen stellt sich die aktuelle Personalentwicklung zum Stichtag Ende Juni 2026 wie folgt dar:
• Bewerbungen militärische Laufbahn:
Mit rund 40.500 Bewerbungen verzeichnen wir ein Plus von 24 % im Vergleich zum Vorjahresmonat (06/2025).
• Neueinstellungen:
Mit rund 10.900 Neueinstellungen haben wir ein Plus von 13 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.
• Freiwillig Wehrdienstleistende / „SaZ kurz“:
Derzeit dienen rund 12.100 Freiwillig Wehrdienstleistende und kurzdienende Zeitsoldatinnen und -soldaten in der Bundeswehr. Das sind rund 8 % mehr als im Vergleich zum Vorjahr.
• Militärische Gesamtstärke:
Mit aktuell rund 185.200 Soldatinnen und Soldaten verzeichnen wir im Vergleich zum Juni 2025 einen Zuwachs von mehr als 3.600 Personen.
Erwartungsgemäß ist die Gesamtstärke im Vergleich zum Vormonat (05/2026) um rund 500 Soldatinnen und Soldaten gesunken.
Die anhaltende erfreuliche Entwicklung bei den Bewerbungen und Einstellungen zeigt dennoch, dass die Truppe attraktiv bleibt und als Arbeitgeberin weiterhin auf großes Interesse stößt.
(Die PM als Sicherungskopie:
PM41 – Positive Bewerbungs- und Einstellungslage verfestigt sich im ersten Halbjahr)
(Archivbild Mai 2026: Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 bei der Übung „Freedom Shield“ der Panzerbrigade 45 „Litauen“ auf dem Truppenübungsplatz Pabrade in Litauen – Marco Dorow/Bundeswehr)
Wenn doch alles so erfreulich ist und das BMVg „die anhaltende steigende Attraktivität der Streitkräfte“ bestätigt sieht, warum ist dann der Rückgang um 500 „erwartungsgemäß“? Was ist der Grund?
Pensionierung?
Ende v. Verpflichtungszeiten?
Es ist klar, dass eine Erfolgsstory berichtet wird, aber die Hintergründe müssen schon beleuchtet werden.
„Das Verteidigungsministerium verwies in einer Einordnung der jüngsten Statistik auf eine Steigerung
um mehr als 3.600 im Vergleich zum Juni 2025. Der Rückgang in diesem Juni sei erwartungsgemäß.“
Nennt man : „Ich interpretiere die Zahlen so wie es mir gefällt…“ ;-)
Am Ende des Tages belügen wir uns fleißig selbst weiter… aber das ist ja nix Neues…
Juni 2026 vs Dez 2025
Berufssoldat*innen 61.201 ( + 1.312 )
Soldat*innen auf Zeit lang (ab 2 Jahren Dienstzeit) 111.930 ( – 1045 )
Soldat*innen auf Zeit kurz (12 bis 23 Monate) 4.353
Freiwillig Wehrdienstleistende (6 bis 11 Monate) 7.712
4353 + 7712 = 12.065 ( – 679 )
Zu Erinnerung:
Soll bei den FWDL+SaZ-kurz für 2026 ist : 20.000 (!!) Fehl also aktuell 7.935 (!)
Bei den SaZ-lang wird so noch nicht mal der normale Regenerationsbedarf von ca. 20.000/Jahr gedeckt
Von Schließung bestehender Lücken durch Vakanzen und Aufwuchs an Dienstposten ganz zu schweigen…
Überalterung bei den BS wird verstetigt… „früher“ undenkbar…
Kommentar hierzu ( der im Grunde in jedem Monat und seit längerem passen würde):
– Im Vordergrund steht aus Politikersicht immer die öffentl. kommunizierte Darstellung einer positiven Entwicklung. Alleine um das Schreckgespenst potentieller Wählerverlust durch Näherkommen einer Wehrpflicht für die Regierungsparteien zu verscheuchen.
– Unabhängig von den reinen Bewerber- / Einstellungs-Zahlen wird es bei dem geplanten Aufwuchs sehr wahrscheinlich sein das in bestimmten, wichtigen Soldatengruppen irgendwann ein Mangel herrscht. Möglicherweise trotz Erreichung der geplanten Gesamtzahl.
Da darf man gespannt sein wie darauf reagiert wird. Und ob überhaupt…
Eine Armee wie ein Fiebertraum.
Mannschaften: 54.760
Offiziere: 39,280
Das Ganze unterstützt (oder gebremst, je nachdem wie der geneigte Leser es sehen möchte) von 81.193 Zivilbeschäftigten.
Und wieviel Großgerät möchten wir für Unmengen Geld nochmal beschaffen? Das dann von wem gefahren, bedient und gewartet werden soll?
Ganz ehrlich, und ich riskiere, mich zu wiederholen: Das wird nix mehr. Schade um das schöne Geld (wir erwarten von unseren wenigen Kindern, die Schulden für dieses Spektakel einmal zurückzuzahlen!).