Personalstärke Juni 2026: Rückgang um 500, Ministerium sieht Aufwuchs im Plan
Die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr ist im Juni im Vergleich zum Mai dieses Jahres um weitere 500 zurückgegangen und lag am Monatsende bei 185.196. Das Verteidigungsministerium verwies in einer Einordnung der jüngsten Statistik auf eine Steigerung um mehr als 3.600 im Vergleich zum Juni 2025. Der Rückgang in diesem Juni sei erwartungsgemäß.
(KORREKTUR in der Überschrift: Juni 2026 natürlich, nicht 2025)
Auffällig sind aber dennoch verschiedene Details. So ist die Zahl der so genannten SaZ lang, also derjenigen Zeitsoldaten, die sich für mindestens zwei Jahre und länger verpflichtet haben, innerhalb eines Monats um 1.000 gesunken. Zugleich hat die Zahl der Berufssoldaten, wie schon im Februar und März dieses Jahres, wieder die Zahl 60.000 überschritten.
Die Statistik für Juni 2026, am (heutigen) Mittwoch wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlich; die Einschätzung des Ministeriums dazu unten.
(Der Vergleichbarkeit wegen bleibt die Darstellung der Zahlen auf Augen geradeaus! weiterhin bei dem seit Jahren verwendeten Schema):
Insgesamt leisten 185.196 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.070
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3.909
Heer 63.974
Luftwaffe 28.666
Marine 15.835
Cyber- und Informationsraum 13.686
Unterstützungsbereich 47.652
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.118
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.924
Bereich Personal 7.362
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldat*innen 61.201
Soldat*innen auf Zeit lang (ab 2 Jahren Dienstzeit) 111.930
Soldat*innen auf Zeit kurz (12 bis 23 Monate) 4.353
Freiwillig Wehrdienstleistende (6 bis 11 Monate) 7.712
Dienstgradgruppen (gerundet)
Generale/Admirale 220
Stabsoffiziere 15.670
Offiziere 23.390
Unteroffiziere mit Portepee 63.180
Unteroffiziere ohne Portepee 27.940
Mannschaften 54.760
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
25.282 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Verteidigungsministerium 74
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 480
Heer 4.962
Luftwaffe 3.004
Marine 1.789
Cyber- und Informationsraum 1.403
Unterstützungsbereich 11.721
Personal 1.577
Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen 141
Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung 131
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.181
Unteroffizierinnen mit Portepee 9.113
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.411
Mannschaften 5.577
Status
Berufssoldatin 6.259
Zeitsoldatin lang 17.096
Zeitsoldatin kurz 665
Freiwilligen Wehrdienstleistende 1.262
Die wie immer von einem Leser (vielen Dank!) zusammengestellte Tabelle zur Übersicht:
Juni_2026_BWPers
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.193 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.856
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.625
Heer 2.450
Luftwaffe 4.692
Marine 1.815
Cyber- und Informationsraum 1.848
Unterstützungsbereich 11.171
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 32.728
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.551
Bereich Personal 10.879
Militärseelsorge 486
Rechtspflege 92
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.193 zivilen Beschäftigten sind 32.104 Frauen (rund 40 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 11.059
im höheren Dienst 2.312
im gehobenen Dienst 4.640
im mittleren Dienst 4.091
im einfachen Dienst 16
Arbeitnehmerinnen 19.222
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 1.823
(Stand 30. Juni 2026)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 6. Juli 2026:
Insgesamt sind circa 760 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
Die Mitteilung des Verteidigungsministeriums dazu:
Positive Bewerbungs- und Einstellungslage verfestigt sich im ersten Halbjahr
Die Personalzahlen der Bundeswehr für den Monat Juni bestätigen die anhaltende steigende Attraktivität der Streitkräfte. Der personelle Aufwuchs setzt sich fort, was besonders aus den zweistelligen Zuwachsquoten bei Bewerbungen und Einstellungen erneut ersichtlich wird.
Im Einzelnen stellt sich die aktuelle Personalentwicklung zum Stichtag Ende Juni 2026 wie folgt dar:
• Bewerbungen militärische Laufbahn:
Mit rund 40.500 Bewerbungen verzeichnen wir ein Plus von 24 % im Vergleich zum Vorjahresmonat (06/2025).
• Neueinstellungen:
Mit rund 10.900 Neueinstellungen haben wir ein Plus von 13 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.
• Freiwillig Wehrdienstleistende / „SaZ kurz“:
Derzeit dienen rund 12.100 Freiwillig Wehrdienstleistende und kurzdienende Zeitsoldatinnen und -soldaten in der Bundeswehr. Das sind rund 8 % mehr als im Vergleich zum Vorjahr.
• Militärische Gesamtstärke:
Mit aktuell rund 185.200 Soldatinnen und Soldaten verzeichnen wir im Vergleich zum Juni 2025 einen Zuwachs von mehr als 3.600 Personen.
Erwartungsgemäß ist die Gesamtstärke im Vergleich zum Vormonat (05/2026) um rund 500 Soldatinnen und Soldaten gesunken.
Die anhaltende erfreuliche Entwicklung bei den Bewerbungen und Einstellungen zeigt dennoch, dass die Truppe attraktiv bleibt und als Arbeitgeberin weiterhin auf großes Interesse stößt.
(Die PM als Sicherungskopie:
PM41 – Positive Bewerbungs- und Einstellungslage verfestigt sich im ersten Halbjahr)
(Archivbild Mai 2026: Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 bei der Übung „Freedom Shield“ der Panzerbrigade 45 „Litauen“ auf dem Truppenübungsplatz Pabrade in Litauen – Marco Dorow/Bundeswehr)
Wenn doch alles so erfreulich ist und das BMVg „die anhaltende steigende Attraktivität der Streitkräfte“ bestätigt sieht, warum ist dann der Rückgang um 500 „erwartungsgemäß“? Was ist der Grund?
Pensionierung?
Ende v. Verpflichtungszeiten?
Es ist klar, dass eine Erfolgsstory berichtet wird, aber die Hintergründe müssen schon beleuchtet werden.
„Das Verteidigungsministerium verwies in einer Einordnung der jüngsten Statistik auf eine Steigerung
um mehr als 3.600 im Vergleich zum Juni 2025. Der Rückgang in diesem Juni sei erwartungsgemäß.“
Nennt man : „Ich interpretiere die Zahlen so wie es mir gefällt…“ ;-)
Am Ende des Tages belügen wir uns fleißig selbst weiter… aber das ist ja nix Neues…
Juni 2026 vs Dez 2025
Berufssoldat*innen 61.201 ( + 1.312 )
Soldat*innen auf Zeit lang (ab 2 Jahren Dienstzeit) 111.930 ( – 1045 )
Soldat*innen auf Zeit kurz (12 bis 23 Monate) 4.353
Freiwillig Wehrdienstleistende (6 bis 11 Monate) 7.712
4353 + 7712 = 12.065 ( – 679 )
Zu Erinnerung:
Soll bei den FWDL+SaZ-kurz für 2026 ist : 20.000 (!!) Fehl also aktuell 7.935 (!)
Bei den SaZ-lang wird so noch nicht mal der normale Regenerationsbedarf von ca. 20.000/Jahr gedeckt
Von Schließung bestehender Lücken durch Vakanzen und Aufwuchs an Dienstposten ganz zu schweigen…
Überalterung bei den BS wird verstetigt… „früher“ undenkbar…
Kommentar hierzu ( der im Grunde in jedem Monat und seit längerem passen würde):
– Im Vordergrund steht aus Politikersicht immer die öffentl. kommunizierte Darstellung einer positiven Entwicklung. Alleine um das Schreckgespenst potentieller Wählerverlust durch Näherkommen einer Wehrpflicht für die Regierungsparteien zu verscheuchen.
– Unabhängig von den reinen Bewerber- / Einstellungs-Zahlen wird es bei dem geplanten Aufwuchs sehr wahrscheinlich sein das in bestimmten, wichtigen Soldatengruppen irgendwann ein Mangel herrscht. Möglicherweise trotz Erreichung der geplanten Gesamtzahl.
Da darf man gespannt sein wie darauf reagiert wird. Und ob überhaupt…
Eine Armee wie ein Fiebertraum.
Mannschaften: 54.760
Offiziere: 39,280
Das Ganze unterstützt (oder gebremst, je nachdem wie der geneigte Leser es sehen möchte) von 81.193 Zivilbeschäftigten.
Und wieviel Großgerät möchten wir für Unmengen Geld nochmal beschaffen? Das dann von wem gefahren, bedient und gewartet werden soll?
Ganz ehrlich, und ich riskiere, mich zu wiederholen: Das wird nix mehr. Schade um das schöne Geld (wir erwarten von unseren wenigen Kindern, die Schulden für dieses Spektakel einmal zurückzuzahlen!).
Die Erfolgszahlen der BW klingen nach politischer Propaganda, angesichts von 500 Soldaten weniger. Die Erfolgsmeldungen sollen um jeden Preis eine neue Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht verhindern. Zudem wird der Verteidigungsminister selbst an seiner neuen Wehrpflicht gemessen. Natürlich weiß das Personalamt der Bundeswehr, daß die neue Wehrpflicht scheitern wird, weil dies aus den eigenen Zahlen schon folgt. Angesichts von nur 4 % Rückläufiger Fragebögen von Frauen, ist die freiwillige Befragung von Frauen/Musterungen bereits gescheitert.
Zudem gibt das Personalamt nur einen Anstieg der FWDL/SaZ kurz von 8 % an. Wie @Felix 2 aber bereits ausgeführt hat, fehlen zum Jahressollstand an FWDL & SaZ kurz 7.935 FWDL/SaZ kurz. Wir haben nur noch 6 Monate bis zum Jahresende, so daß jeden Monat 1.330 FWD/SaZ kurz zusätzlich gewonnen werden müssten! Bei einem Anstieg von nur 8 % laut Personalamt bei FWDL, einem Bewerberanstieg von nur 24 % , kann ein mehr von 7.935 FWDL Soldaten, was ein Prozentanstieg von 66 % wäre, bis zum Jahresende nicht mehr erreicht werden.
Weiter gibt das Personalamt an, daß es zwar 24 % mehr Bewerber geben würde, aber das Personalamt schafft es nur 13 %, ca. die Hälfte zusätzlich einzustellen. Das Personalamt ist demnach der Flaschenhals, der seinen Job nicht schafft, denn sonst müsste die Zahl der Mehreinstellungen mindestens gleich hoch sein, wie das Mehr an Bewerbern. Es liegt – nach den Erfahrungen der Vergangenheit – der Verdacht nahe, daß das Personalamt den Bewerbern zu langsam antwortet und/oder zu wenig Rücksicht auf heimatnahe Verwendung nimmt.
Eine neue Wehrpflicht nur mit mehr Geld funktioniert offensichtlich nicht. Wir zahlen 50 % mehr Sold, aber die Zahl der FWDL/SaZ kurz Soldaten ist bisher nur um 8 % gestiegen. Selbst wenn angeblich das 2. Halbjahr mehr Bewerber bringt, wird dies nicht reichen, die Zahl der FWDL… um 66 % zu steigern.
Die BW hat alle Maßnahmen vergessen, die tatsächlich mehr Personal bringen könnten, Kostenlose Führerscheine ohne Bürokratie für LKW & PKW Führerscheine, ein BW-Bafög für Studenten nach dem Wehrdienst, da studieren immer teurer wird. Oder BW Studentenheime für studierende Reservisten bauen, Numerus Clausus Vorteile für Wehrpflichtige(war in Diskussion aber nicht umgesetzt) oder Öffnung der BW für Ausländer.
Ich habe mir schon lange angewöhnt, immer zu den Zahlen ein Jahr vorher zu schauen. Nur das ist aus meiner Sicht vergleichbar. Wenn ich das richtig lese, ist die Bundeswehr seitdem über 1,5% gewachsen. Das ist im Vergleich zum finanziellen Aufwuchs wenig – aber immerhin.
Schaun wir mal, wann die tollen Zustimmungswerte zu unserem VM anfangen drastisch zu sinken.
Nicht nur die Personalstärke lässt er sich von seinem BMVg schönrechnen, auch das abgebrochene Fregatten-Projekt 126 wird ihn schon bald runterziehen.
Also auch bei ihm wie bei seinen drei Vorgängern/innen viel heiße Luft zum Schaden des Landes und seiner Streitkräfte.
Ich wette, ein Putin durchschaut das längst.
@Closius
Engpässe gibt es aller Orten. Ich versuche gerade Kameraden in Beorderung zu bringen, hierzu braucht das KarrCBw aber für die Unterlagen die jeweilige G-Akte – die es tatsächlich noch gibt.
Ich verrate nicht, wie lange der Weg von Andernach zum KarrCBw dauert, aber: es dauert.
@Nachhaltig sagt:
15.07.2026 um 19:26 Uhr
„Ich habe mir schon lange angewöhnt, immer zu den Zahlen ein Jahr vorher zu schauen. Nur das ist aus meiner Sicht vergleichbar. Wenn ich das richtig lese, ist die Bundeswehr seitdem über 1,5% gewachsen. Das ist im Vergleich zum finanziellen Aufwuchs wenig – aber immerhin.“
Wie ich ja schrieb… es kommt bei Statistiken immer (!) darauf an, WER sie WIE und in welchem KONTEXT nutzt.
Um Ihr Beispiel des + von 1,5 % zu nehmen:
Juni 2019
Berufssoldaten 53.050
SaZ 120.326
Gesamt : 173.376
Juni 2026
Berufssoldaten 61.201
SaZ-lang 111.930
Gesamt : 173.131
Minus 245
D.h. in 7 Jahren KEIN Aufwuchs bei den Langdienern…
Noch nicht einmal 1,5 %…
Aber natürlich kann man das auch ganz anders interpretieren… 😉
Wie andere schon anführten, alle bisher getroffen Maßnahmen zur Personalgewinnung haben nicht den erwarteten Effekt. Die Jugend folgt weder dem Ruf nach „kriegstüchtig werden“, noch lässt sie sich von Prämien und Führerscheinzuschüssen locken. Und, was ja gern vergessen wird, die Abbruchquoten sind weiterhin zu hoch und geschätzt 1.500 Soldaten verlassen die Bw jährlich vorzeitig (Dienstunfähigkeit, 55’er, Entfernung aus dem Dienst über das TDG, etc.).
Auch dieser ungeplante „Schwund“ muss ja durch weitere zusätzliche (!) Einstellungen wieder ausgeglichen werden…
Nur, im BMVg hat dafür niemand eine Lösung, die real eine Chance auf signifikanten Erfolg hat…
Es regiert politische Vernebelung der Realität… weil nicht sein kann, was nicht sein darf… 😉
Schon mal darüber nachgedacht, dann von 100% der Mehrbewerbungen schon aus rechtlichen Gründen meist nicht 100% einstellbar sind (Führungszeugnis, laufende Verfahren etc. und die Erfahrung zeigt leider, dass diejenigen mit einer unsauberen Akte meist nicht zu Engeln werden, wenn sie eine Uniform tragen)?
So eine 100% Einstellungsquote ist Utopie, um es mal freundlich auszudrücken. Und, oh Wunder, es gibt auch noch die, die sich mit der Schrotflinte bewerben und dann zwischen BMVg, BMI, BMF wählen können und deswegen gar nicht mehr wollen oder nicht antreten zum Termin etc.
Ach wenn die Doppelte Freiwilligkeit bei Reservisten abgeschafft wird ist das Problem gelöst… einfach 75.000 Wehrübungsplätze in die Struktur schreiben und dann konsequent die die ~900.000 Wehrrechtlich Verfügbaren ehemaligen SaZ / BS jedes Jahr zur zwangs Wehrübung zurück in die Truppe schleifen.
Problem gelöst. Klappe zu. Affe Tod.
Grundsätzlich sind es mehr wie letztes Jahr, also schonmal positiv.
Die Steilheit der Kurve ist dürftig, Gründe sicherlich vielfältig.
Es wurden Jahreszahlen genannt, aber wann man Russland zutraut, Störaktionen durchzuführen. Ich sehe nicht, dass bis dahin genügend ausgebildete Manpower und Material zur Verfügung steht, um ohne USA Russland von solchen Handlungen abzuschrecken.
Mir fehlt der Glaube, dass eine wundersame Lösung vom Himmel fällt.
Also, wo ist der politische Wille, das Delta, effektiv zu füllen?
Wann kommt eine Wehrpflicht, kurzfristige Reaktivierung von entsprechenden Liegenschaften und der Zulauf von Material?
Es geht alles zu langsam, bzw. Passt nicht zu den genannten Jahreszahlen…
@Felix2, 15.07.2026, 14:01 Uhr:
„…Überalterung bei den BS wird verstetigt…..“
Volle Zustimmung, Hauptsache es gibt -auf den ersten Blick- positive Zahlen zu berichten. Die negativen Begleiterscheinungen wie körperliche Einschränkungen (ab 50+ völlig normal) will niemand sehen. Die Bw fährt mit dieser Personalpolitik mit Vollgas in die Katastrophe. Jeder sagt es, nur im BMVg verschließt man die Augen.
Auch wenn es politisch derzeit nicht durchsetzbar ist und gesellschaftlich sicherlich nicht auf Gegenliebe stoßen wird, an der vollständigen Reaktivierung der Wehrpflicht führt -glaube ich- kein Weg vorbei.
@LuckySailor: Ich halte Pistorius für den besten Verteidigungsminister, den wir seit langem haben. Seine Bilanz kann sich aus meiner Sicht in Anbetracht der politischen Randbedingungen und der Trägheit der Bundeswehrorganisation durchaus sehen lassen. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Ruderdrehen bei einem Tanker nicht instantan zu einer Kursänderung desselbigen führt. Das F126 Desaster hat er nicht ursächlich zu verantworten – allerdings kann man sich schon fragen, warum nicht früher mehr Transparenz bei den Projektproblemen eingefordert und schneller entschieden wurde.
Das er sich die Personalentwicklung schönrechnen lässt, ist erst einmal eine Behauptung von Ihnen. Oder ist Ihnen da eine Anweisung seinerseits bekannt.
Und Putin ist natürlich nicht auf Pressemitteilungen angewiesen, um sich den Zustand und die Entwicklungen bei der Bundeswehr erklären zu lassen.
Zurück zum Personalthema. Ich glaube auch, dass ohne weitere Maßnahmen der Personalaufwuchs nicht so schnell läuft wie geplant. Festhalten kann man aber immerhin, dass die Tendenz im Verhältnis zu den vorangegangenen Jahren positiv ist.
Um mehr neue Soldaten einzustellen, braucht es auch Einstellungsmöglichkeiten. Diese werden ähnlich der Musterungszentren erst aufgebaut. Ich verweise hier auf die Nachricht zu dem zusätzlichen LwAusbBtl.
Daher wäre dir richtige Frage nicht die nach dem Aufwuchs, sondern nach der Auslastung. Weiterhin ist aus meiner Sicht bei den Einstellungen wichtig, die Verpflichtungsreichweite zu analysieren.
„The truth is incontrovertible. Malice may attack it, ignorance may deride it, but in the end, there it is.“
Rede im House of Commons, 17. Mai 1916.
@Nachhaltig, 16.07.2026, 0:46 Uhr:
„…Ich halte Pistorius für den besten Verteidigungsminister, den wir seit langem haben. Seine Bilanz kann sich aus meiner Sicht in Anbetracht der politischen Randbedingungen und der Trägheit der Bundeswehrorganisation durchaus sehen lassen….“
Das kann man natürlich so sehen, aber genau betrachtet bezweifel ich Ihre Aussage doch deutlich.
Der BM hat als erster IBUK seit vielen Jahren kein Geldproblem. Viele Mrd € (=PS) kommen frei Haus. Was genau kommt von diesen PS auf der Straße an?
Viel zu wenig. Er ist seit dreieinhalb Jahren im Amt.
Es wurde umstrukturiert, ein zusätzlicher StS eingeführt und ganz viel versprochen. Zwei „Troubleshooter Personal“ wurden zu Dreisternern gemacht, aber eine nachhaltige Besserung ist nicht in Sicht.
Administrativ kommen aus dem BMVg Papiere die mehrfach nachgebessert werden müssen (-> Abmeldepflicht), materiell und personell läuft es nicht besser.
Da habe ich ehrlicherweise vor UvdL u. AKK viel mehr Respekt, die aus viel weniger Ressourcen, viel mehr gemacht haben.
Zurück zum Personalthema: ich glaube ohne einschneidende und unpopuläre Entscheidungen wird es nicht gehen. Und es ist 2 vor 12, denn das „böse Erwachen“ kommt später.
@Küstengang01, 15.07.2026, 22:58 Uhr:
„… die ~900.000 Wehrrechtlich Verfügbaren ehemaligen SaZ / BS jedes Jahr zur zwangs Wehrübung zurück in die Truppe schleifen.
Problem gelöst.“
Klingt erst mal gut. Wenig Ausbildung /Einweisung am AP nötIg, diszipliniert, lebenserfahren.
Aber: damit beschleunigen Sie die Überalterung der Bw zusätzlich.
Es werden aber junge Menschen gebraucht. => Problem nicht gelöst.
Diese Woche wieder erlebt: Das Personalbewirtschaftungssystem ist meiner Beobachtung nach in den meisten Fällen am Ende und der politische Wille zum radikalen Neuanfang fehlt völlig. Dazu brauche ich keinen Bericht des Wehrbeauftragten. Krasser Fall: Wenn bei Interesse an Wunsch auf Wiedereinstellung als SAZ ein ehemaliger SAZ, vor fünf Jahren ausgeschieden und jetzt in einem Lehrberuf als Landesbeamter, keine Chance sieht, weil er den Status als Landesbeamter unwiderruflich aufgeben müsste, dann ist das aktive Sabotage an der Zeitenwende durch das BAPersBw. Da werden aus politischen Gründen Beamte weiß Gott wohin und wie lange beurlaubt, das ganze auch bei Fortschreibung der Pensionsansprüche, aber einen Major d.R. für einige Jahre großzügig durch Abordnung oder Beurlaubung annehmen geht ja garnicht. Wo käme die Personalführung da hin… Und die Chance auf einen ausgebildeten und motivierten Kompaniechef, der dann nach einigen Jahren zurück in den Schuldienst gehen wird und nicht den Wasserkopf vergrößert, den braucht diese Armee ja nicht. Im Kleinen steht diese Geschichte mal wieder für die Veränderungsverweigung der Personalführung, denn mir ging es vor Jahren (!) schon genauso, als eine höhere Kommandobehörde mich anfragte. Das sind natürlich nur Einzelfälle, aber stehen pars pro toto für Veränderungsunwille… P.S.: Was machen eigentlich die angekündigten Stipendium & Reserve – Programme für Mannschaftssoldaten? Fünf Jahre SAZ Mannschaften – bis zu max. fünf Jahre (Teil-) Stipendium bis zum ersten Hochschulabschluss oder abgeschlossener Weiterbildung?
@ Nachhaltig am 16.07.2026 um 0:46 Uhr:
„Festhalten kann man aber immerhin, dass die Tendenz im Verhältnis zu den vorangegangenen Jahren positiv ist.“
Festhalten wird man spätestens 2029, wenn Russland die NATO dann testet, das die „TendenZ“ der Abschreckungswirkung durch die deutschen Streitkräfte zum vorangegangenen 2. Weltkrieg positiv ist.
Ansonsten schließe ich mich dem Mitforisten @ORR zur Leistung des aktuellen IBUK an.
@ORR: Dass der BM jetzt kein Geldproblem hat ist unter anderem ihm selber zu verdanken. Er ist das einzige Regierungsmitglied aus der vorherigen Bundesregierung und hat bei den Entscheidungen der Regierung und des Bundestags zu den Ausnahmeregelungen für die Bundeswehr-Finanzierung maßgeblich Überzeugungsarbeit – insbesondere auch in der eigenen Partei – geleistet.
Und was die Mrd.€ =PS anbelangt: Haben Sie sich mal die Mühe gemacht und zusammengezählt, wieviele Beschaffungsverträge in der Amtszeit von Herrn Pistorius bisher geschlossen wurden? Dass davon das Wenigste bisher geliefert wurde, liegt maßgeblich an den bisher noch fehlenden Produktionskapazitäten der Industrie. Für die großen deutschen Rüstungsfirmen sind die Auftragsbücher für mindestens die kommenden fünf Jahre gefüllt. Der Zulauf an Material wird jetzt stetig Fahrt aufnehmen und bis Ende des Jahrzehnts die volle Umsetzung erreichen.
Ich bin auch überzeugt davon, dass in den kommenden Jahren junge Rekruten zunehmend auf Material treffen werden, dass jünger ist als sie :). Das wird auch seinen Teil zur Attraktivität der Bundeswehr beitragen.
@Nachhaltig, 16.07.2026, 12:36 Uhr:
Also die herausfordernde Überzeugungsarbeit zweifel ich mal an. Nachdem die Regierung Scholz bereits 100 Mrd € auf den Weg gebracht hatte, war die Tür aufgestoßen. Es ging nur noch darum, was kommt noch mit „in das große Paket“ hinein.
Ich gebe Ihnen Recht, es wurden ganz viele Verträge für neue Instrumente unterschrieben. Aber werden sie auch funktionieren (also das können, was wirklich gebraucht wird)? Wurde das richtige bestellt, werden wir genug Personal bekommen?
Es ist der Job seines Hauses ein wohlklingendes Orchester zu bauen. Am Ende werden wir sehen, was er geleistet hat. Bis dahin halte ich es bzgl. Ihres Kommentars mit Goethe:“Die Botschaft hör ich wohl allein mir fehlt der Glaube.“
@TW: Sry f. OT.
„““Ach wenn die Doppelte Freiwilligkeit bei Reservisten abgeschafft wird ist das Problem gelöst…“““
Man hat bei der Sache ja Eines wirklich vergesen, Die bereits aktiven, gut ausgebildeten beorderten Reservisten die tatsächlich sehr motiviert üben und mehr üben wollen aber nicht dürfen weil der Arbeitgeber sie nicht freistellt. Hier greift die Pflicht nicht weil sie bereits früher gedient haben.
Ja sie haben mittlerweilen ein Alter, aber immernoch kampfkräftiger und braucbarer als jemanden den man zwingt. Hier muss nachgeschärft werden.
@ ORR
Ich kann mich nur anschließen. Die Performance von B. Pistorius ist viel schlechter als er sich selbst verkauft. Komplett überbewertet.
Dem General Sieger würde ich seine Papiere in die Hand drücken. Das BAPersBw ist das Musterbeispiel einer trägen und aufgeblähten Behörde, die sogar die größte Niederlage noch als grandiosen Erfolg verkauft. Auflösen.
Welchem jungen Menschen, den man wirklich lieb hat, kann man denn die Bundeswehr noch empfehlen? Früher konnte ich das bedenkenlos. Jetzt nicht mehr.
Die Abbrecher Quote der Wehrdienst Leistenden ist gigantisch, trotz vollkommen überbezahlten Dienst bis 1630h.
Bedarf schafft Eignung und das sieht man den jungen Leuten auch an, sorry.
Das wird so nix.
@Florian Staudte
@ORR
Ich bedaure das wirklich zutiefst, aber meine Einschätzung, dass der Laden Bundeswehr nicht reformierbar ist und ein kompletter Neustart überlebenswichtig wäre, scheint sich doch zu verbreiten.
Da sitzen überall zu viele von den falschen Leuten, die ihre eigene Existenz mit fragwürdigen Mitteln (Verkomplizierung, Dehnung usw.) sichern müssen, Funktionalität wird von niemandem überprüft.
Mein Herz hängt wirklich an der Firma (einen Sohn habe ich vo Jahren auch hingeschickt) seit 1979, aber da ist so viel Unsinn zugange, das wird nichts werden.
@ht.:
Gleich bin ich wieder still, aber den muss ich noch loswerden: Ein guter Freund und Kollege von mir (Doppel-Facharzt) ist als Truppenarzt und Leiter von Sanitätszentren als Reservist in ganz Deutschland zugange: Was er an SoldatInnen sieht, die eine Musterung durchlaufen haben sollen, spottet teilweise jeder Beschreibung.
Man hat auch die entsprechende ZDV zur medizinischen Musteung wohl angepasst , um eine geforderte „Quote“ zu erreichen: Alles völlig untauglich, wenn man eine funktionsfähige Armee auf die Beine stellen will/soll.
Pistorius ist halt mit seiner „direkten“ Art der Held aller Ü50er und Ehemaligen, die eh der Meinung sind, die Jugend solle mal nicht so viel vorm Handy hängen und der Wehrdienst 1982 hat ihnen damals ja auch nicht geschadet. Er ist aber halt auch der Nutznießer einer Politik, die am Elterngeld und an den Zukunftsaussichten der jungen Generation sparen möchte, damit Deutschland großzügiger auf dem internationalen Parkett als neuer „Macher“ auftreten kann. Es ist schon bemerkenswert, wie manisch-depressiv Deutschland immer von einem Hype zum nächsten springt und der neue Musterschüler sein möchte – vom „Wir haben noch Platz“ 2015/16 über Europas schärfste Klimaziele (mit Gas) bis eben jetzt „Europas stärkste Armee“. Je nachdem lieben alle dann Angela Merkel, Karl Lauterbach, Annalena Baerbock oder eben jetzt Boris Pistorius. Aber man weiß halt nie, was in drei Jahren wieder der nächste Hype sein wird (bevor man etwas reininterpretiert: Die AfD hätte sicherlich auch wieder ihren ganz eigenen Hype parat).
Insofern: Ja, Pistorius will gerade auf Teufel komm raus liefern, aber man weiß nie, was als nächstes kommt.
Von zunehmender Bedeutung, nicht wegen des allgemeinen Anstiegs der Dienstzeiten bei BS, vielmehr wegen der Frage der Qualifikation in ausgesuchten Verwendungen bei steigendem Alter.
https://www.bundeswehr-journal.de/2026/das-ruhestandsalter-von-berufssoldaten-steigt-weiter-an/
@OFA d.Res., 17.07.2026, 11:35 Uhr:
Nun ja, der Minister hat Zahlen genannt. An denen wird er gemessen. „Sein Haus“ sorgt halt dafür, dass die Zahlen passen und der BM nicht angreifbar wird.
Die entscheidende Frage nach funktionierenden Manöverelementen (so nannten wir das früher, wie es heute heißt???) stellt halt nur die kleine Gruppe der fachlich interessierten, aber nicht die Mio „Normalbürger“.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK), 17.07.2026 13:42 Uhr:
Na da wollen wir doch mal hoffen, das die Personaler auch tatsächlich entsprechend der Ankündigung „…Berufssoldatinnen und Berufssoldaten – insbesondere hochqualifizierte [Kräfte] – die überwiegend in wenig körperlich fordernden und belastenden Verwendungen eingesetzt sind, bedarfsbezogen deutlich über die besondere Altersgrenze hinaus im Dienst“ halten.
Wenn da nicht auch das Prinzip „Bedarf schafft Eignung“ angewendet wird. Ich könnte mir vorstellen, dass dies nur Schritt 1 für eine allgemeine Verlängerung der Dienstzeit ist.
@Eichenblatt: „Er ist aber halt auch der Nutznießer einer Politik, die am Elterngeld und an den Zukunftsaussichten der jungen Generation sparen möchte, damit Deutschland großzügiger auf dem internationalen Parkett als neuer „Macher“ auftreten kann.“ Inwieweit „die Politik an den Zukunftsaussichten der jungen Generation sparen möchte“, hängt von der politischen Einschätzung ab, wieviel wir in die Verteidigungsfähigkeit unser Gesellschaft gegen ein agressives Russland investieren müssen, um eben genau diese Zukunftsaussichten der jungen Generation zu verteidigen.
„Europas konventionell stärkste Armee“ sollte aus meiner Sicht eigentlich der Normalzustand werden, da wir ja auch über „Europas leistungsfähigste Volkswirtschaft“ verfügen. Über das angemessene Tempo zum Erreichen dieses Zustandes und die entsprechende Kommunikation kann man natürlich trefflich streiten und sollte dies auch durchaus tun. Nicht diskutabel für mich ist, dass wir offensichtliche Fähigkeitslücken, z.B. in der Heeresflugabwehr, schließen müssen,
@KPK
Das mit dem späteren Ruhestand ist richtig und wichtig.
Die so frühe Pension lässt sich nicht bei Anhebung des Rentenalters nicht mehr erklären, zudem beginnen nicjt wenige ehemalige BS die Pension mit einer RDL.
Passende Dienstposten gibt es genug, zudem sind nicht alle im Altersband 55+ unfit (körperlich und geistig).
Nachhaltig sagt am 17.07.2026 um 16:59 Uhr:
„ … Über das angemessene Tempo zum Erreichen dieses Zustandes und die entsprechende Kommunikation kann man natürlich trefflich streiten und sollte dies auch durchaus tun. Nicht diskutabel für mich ist, dass wir offensichtliche Fähigkeitslücken, z.B. in der Heeresflugabwehr, schließen müssen.“
Zustimmung meinerseits – nahezu. Denn noch vor dem offensichtlichen Dringlichkeits-Spitzenreiter Heeresflugabwehr beim Personalbedarf (ist das überhaupt anerkannt?) kommt die Befähigung zur Drohnenabwehr – und zwar aller Truppen! Da brennt der Kittel – bei der PzBrig 45 so richtig. Ich bin davon überzeugt, dass bei Personalgewinnung wie übrigens auch bei der „präventiven“ Wehrdienstverweigerung die persönliche Überlebensstrategie eine bislang nicht dagewesen Rolle spielt. Meine Schlussfolgerung: Wenn die genannte Ausrüstungs- und Fähigkeitslücke geschlossen ist, schwindet sicher auch die Furcht des ein oder anderen, beim Freiwilligen- oder Pflichtdienst im Heer die Versetzung zu einem „Himmelfahrtsverband“ zu riskieren.
@Hans Schommer
Berichte über die Überlebenszeit eines russischen Soldaten an der Kontaktlinie, so er sie überhaupt erreicht, schrecken eben ab, auch wenn sie ggf. stark übertrieben sind (die CIA behauptet 20 – 30 min.).
In manchen Verwendungen in der Bw „alt“ war die Überlebenszeit im Angriff auch nicht länger, z.B. bei den ArtBeob im M 113, da bevorzugtes Ziel von ROT.
Welche Maßnahmen gg. FPV Drohnen bzw. gg. autonome loitering ammunition hat denn die Bw „an der Front“ ?
https://www.newscientist.com/article/2529849-fully-autonomous-drones-have-killed-human-soldiers-for-the-first-time/
https://www.chosun.com/english/industry-en/2026/06/11/VNUAGQ5PGRAFXFSGAONNWFHNDU/
(der Artikel bezieht sich wohl auf das gleiche Ereignis)
Thomas Melber sagt am 17.07.2026 um 20:09 Uhr:
„ … Welche Maßnahmen gg. FPV Drohnen bzw. gg. autonome loitering ammunition hat denn die Bw „an der Front“ ?“
Passiv: Drohnenschutzmaßnahmen analog den bekannten Fliegerschutzmaßnahmen, plus Drohnenschutzgitter an den Gefechtsfahrzeugen.
Aktiv: Nix wirklich Taugliches, um im „Unmittelbaren Kontaktbereich“ – das ist der wirkmittelspezifische Entfernungsbereich um Personal und Material, in dem Mini- und Microdrohnen letale Schäden erzeugen können – Kopf und Kragen zu verteidigen.
Das ließe sich jedoch ruck zuck ändern. Wie im Einzelnen wäre hier OT, kann man aber bei der IG NNbS H (Interessengemeinschaft Nah- und Nächstbereichsschutz Heer) nachlesen:
https://www.facebook.com/groups/1401373052008331
(Wer sich vor Facebook fürchtet, muss leider draußen bleiben. – ich hoffe der Chef erlaubt den Link)
@Hans Schommer
Drohnenabwehr analog Fliegerabwehr?
„Was nicht geübt wird, klappt nicht“.
Ist eine Nutzung von Putlos/ Todendorf als Drohnenabwehr-Bahn mit Gefechtsmunition denkbar?
@Hans Schommer
Die Ukraine hat immerhin schon Ponchos und Tarps zur deutlichen Verringerung der Wärmesignatur beschafft:
https://euromaidanpress.com/2025/12/12/new-thermal-blanket/
Ich hoffe, daß die Bw entsprechendes prüft, ebenso natürlich Tarnnetze für Großgerät. SAAB u.a. haben da einiges im Angebot.
Die Schweiz tarnt sogar ihre Armeepferde:
https://www.outono.net/elentir/2026/04/13/die-multispektrale-tarnung-der-schweizer-armee-fur-soldaten-fahrzeuge-und-pferde/
[Hm, die Bundeswehr hat doch schon vor Jahren angekündigt, Ponchos zur Reduzierung der Signatur zu beschaffen? Hat schon jemand einen empfangen? T.W.]
@ KPK: Putlos wie Todo prädestiniert. Ansonsten bei den von der IG NNbS H vorgeschlagenen Handwaffen (ausgenommen Wirkmittel „Drohnenfaust“ – noch nicht öffentlich behandelt!) nahezu jeder TrÜbPl / jede zivile Tontauben-Schießanlage möglich. Zieldarstellungs- und Ausbildungskonzept ferig bzw. fast fertig – seitens der IG NNbS.
Ich möchte da aber einen passenden, neuen Faden abwarten – sonst gibt’s hier wegen OT vom Chef ein’s „zwischen die Drohnen – äh die Hörner“.
@Thomas Melber
Ich fände es gut, wenn Sie aufhören würden, von autonomer Loitering Munition oder autonomen Drohnen zu schreiben, die die Ukrainer angeblich einsetzten, ohne Belege dafür zu liefern. Ihr verlinkter Artikel vom „newscientist“ (der andere gibt ihn nur wieder) besagt das Gegenteil, nämlich dass solche Systeme nicht eingesetzt werden und nicht eingesetzt werden dürfen. Selbst wenn es einen Test mit autonomen Systemen vor zwei Jahren gegeben hat: Tatsache ist, dass es heute keine Belege dafür gibt, dass solche autonomen Systeme eingesetzt werden oder gar verbreitet wären. Dies zu behaupten steht im Widerspruch zu den Aussagen der ukrainischen Militärführung und anderer Drohnenhersteller. Bilder mit rumhüpfenden Rechtecken belegen nicht den Einsatz von autonomen Systemen (geparkte Lkw mit seltsamen Mustern auch nicht).
Für die Flugabwehr ist es auch nicht wichtig. Schließlich sind die Drohnen der Russen wie die der Ukraine auch mit manueller Steuerung gefährlich genug. Störungsresistente Drohnen, die mit einem Kabel gelenkt werden, sind bereits verbreitet. Heißt, man muss sie ohnehin abschießen können. Die Gefahren eines gläsernen Gefechtsfelds sind mit und ohne autonome Systeme dieselben.
Noch ein Punkt, oder besser Zitat, aus Ihrem verlinkten Artikel:
„Anthony King at the University of Exeter, UK, says that though fully autonomous attacks without humans in the loop are technologically possible, they may be less of a decisive tool than many think.
(…)
“So it’s not just that it’s ethically right to keep humans in the loop, at this point, it’s more militarily effective,” says King.“
Danke für Ihr Verständnis, dass ich so vehement dagegen argumentiere.
Die Ukraine und die Bundeswehr werden ihre Personalprobleme jedenfalls nicht durch KI oder autonome Systeme lösen können, um wieder zum Thema zurückzufinden.
12345ABCDE sagt am 18.07.2026 um 19:35 Uhr:
„ … Die Ukraine und die Bundeswehr werden ihre Personalprobleme jedenfalls nicht durch KI oder autonome Systeme lösen können, um wieder zum Thema zurückzufinden.“
Zustimmung – weder kurz- noch mittelfristig. Denn ein Großteil der Soldaten braucht ja neben Intelligenz auch noch Verstand und Vernunft. Ich sehe aber, dass die HuRos, die ja gerade den aufrechten Gang und das Laufen gelernt haben, die nächste Evolutionsstufe anpeilen. Auf dem Weg dahin verpaart mit einer fachspezifisch geschulten KI, könnten die absehbar zur Entspannung im Personalsektor beitragen. Jedenfalls bei Dienstposten, die keine komplexen Aufgaben beinhalten oder Prozesse zur Entscheidungsfindung erfordern.
@12345ABCDE
Die Systeme sind vorhanden und wie sie die Truppe an der Front dann tatsächlich einsetzt entscheidet sie wohl selbst.
Ein man-in-the-loop benötigt immer eine Echtzeitverbindung zur Drohne (Luft, Land, See). Ich hatte in einem anderen Faden eine Landdrohne erwähnt, die durchaus autonom Ziele erkennt und bekämpft.
Hier noch ein Artikel:
https://www.bbc.com/news/articles/cdjp0n7rn41o
„Ukraine’s Hornet drones are equipped with an AI-targeting system which has been trained on thousands of hours of videos of Russian military targets gathered over the last four years, … They can also [müssen aber nicht !} access the Starlink satellite network to connect to operators over longer distances,“
Kann mir den Seitenhieb nicht ersparen.
Das Schönreden des Bundeswehr-Aufwuchses sollte ab jetzt ein Ende haben.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist die Personalsituation der Litauenbrigade im Hinblick auf die Zukunft desaströs. War man kommuniziert noch bis vor kurzem von um die 10% Fehlstand ausgegangen gibt es seit gestern Meldungen wie diese:
„…Die internen Unterlagen offenbaren, dass Mitte Juni für die dauerhaft in Litauen stationierten Kampf- und Kampfunterstützungskräfte noch knapp 2000 Soldatinnen und Soldaten fehlten…“
Das sind knapp 40% Fehlbestand overall…
( Die Quelle sind wohl NfD- eingestufte Unterlagen die der niedrigsten Geheimhaltungsstufe entsprechen )
Und ja, klar kann man ( und wird wohl auch ) fehlende Soldaten qua Ordre-du-Mufti nach Litauen befehlen.
Das eigentliche Problem ist die öffentliche Kommunikation. Da kommt man sich doch etwas verschaukelt vor…
[Eine Quellenangabe wäre schon gut. Bitte nachliefern. T.W.]
@TW
WELT Online, „„Ungenügend“, „grenzwertig“ – Was die brisanten Papiere zur Litauen-Brigade offenbaren“
@12345ABCDE @Hans Schommer
Natürlich werden unbemannte Systeme hauptsächlich eingesetzt um das Leben der ukrainischen Soldaten zu schützen, das ist das Hauptargument für die UGV, bzw. bei „Kampfrobotern“ als force multiplier.
Gerade das wird dem (nun ehemaligen) VM sehr hoch angerechnet.
@Apollo 11, 19.07.2026, 0:53 Uhr:
„…Das eigentliche Problem ist die öffentliche Kommunikation. Da kommt man sich doch etwas verschaukelt vor….“
Das ist noch sehr diplomatisch ausgedrückt.
Ein Kernproblem des BMVg ist das ewige schöngefärbte (verlogene?) Politikersprech in der öffentlichen Kommunikation.
Wenn dann interessierte Fachleute (gerne Journalisten) die echt unangenehmen Fragen aufwerfen, wird entweder ausweichend, unwirsch oder gar nicht geantwortet.
Gut.Ist..Anders.
@ Thomas Melber sagt:
18.07.2026 um 21:14 Uhr
„Die Systeme sind vorhanden und wie sie die Truppe an der Front dann tatsächlich einsetzt entscheidet sie wohl selbst.“
Aus dem BBC-Artikel geht das nicht hervor. Dass eine Drohne kompatibel mit Starlink ist, belegt nicht, dass sie autonom operieren kann. Wenn wir wieder nur über die Zielerfassung und Endphasenlenkung sprechen, geht wie zuvor erwähnt auch SMArt-155, jede IR-Rakete und prinzipiell der Turm vom alten Gepard als autonomes System durch.
Ukrainische Staatsmedien zitieren Berichterstattung der BILD über die Hornet-Drohnen:
„The footage indicates that the drones can distinguish between targets, marking them through a multi-stage identification system before operator confirmation and engagement.
According to BILD, the Hornet drones use artificial intelligence to identify, classify, and prioritize targets. Objects are initially highlighted automatically, with selected targets then approved by an operator before the drone proceeds with the strike. The system reportedly allows for precision targeting while maintaining control via Starlink satellite communication.“
Man kann viel spekulieren, aber es gibt bis auf die Berichte über diesen Test von autonomen Systemen vor zwei Jahren soweit ich es erkennen kann keine belastbaren Informationen dazu, dass Drohnen ohne man-in-the-loop eingesetzt werden.
Quelle zum vorherigen Zitat: https://united24media.com/latest-news/ukraine-deploys-ex-google-ceo-backed-ai-hornet-drones-against-russian-logistics-18044
Der Ursprung ist wohl ein „Welt“-Artikel.
„Interne Unterlagen, die WELT AM SONNTAG vorliegen, zeigen gewaltige Defizite bei einem der wichtigsten Vorhaben des Verteidigungsministers. Die neuen Daten könnten Pistorius zu einer Kehrtwende zwingen.“
Das wurde dann augenscheinlich von bspw. Focus und anderen Medien aufgenommen.
Sollte das wirklich stimmen muss man natürlich fragen wie sich das Ministerium vorgetellt hat dies für sich zu behalten.
Es werden konkrete Zahlen genannt wie bepw. 40% Quote bei den Fernmeldern in der Litauen-Brigade.
Warten wir mal den Montag ab ob sich das bestätigt…
@Apollo 11 sagt: 19.07.2026 um 12:39 Uhr
„Es werden konkrete Zahlen genannt wie bepw. 40% Quote bei den Fernmeldern in der Litauen-Brigade.“
Das ist doch auch nicht verwunderlich, Spezialisten waren und sind schon immer knapp gewesen. Es ist wie bei den Bewerberzahlen, Kampftruppen gibt es genügend, es fehlen Führungs-, Unterstützungs- und Logistikeinheiten.
Es war schon von je her bei den Auslandseinsätzen ein Problem, das nicht gelöst wurde sondern nur ignoriert. Z.B. hat die Pioniertruppe z.Zt. 6.200 Soldaten, das ist 1/9 der Stärke von 1990. Sie wurde überdimensional geschrumpft, wie andere Kampfunterstützer etc. auch. Da wird die Schere mit Aufwuchs der Bw weiter auseinander gehen.
Aufwuchs: Folgen für die Verbände der Kampftruppen.
Es steht offenbar eine umfassende Umstrukturierung in der Grundgliederung mit erheblichen personellen Auswirkungen in Btl der Kampftruppe ins Haus.
Es finden sich aktive sowie nichtaktive (na) Einheiten, solche mit unbemannten Systemen und auch wieder eine Feldersatzkompanie (FeldErsKp) in der Bataillonsstruktur
https://www.hartpunkt.de/zukuenftige-bataillonsstruktur-deutsches-heer-plant-offenbar-fuenfgleisig/
Details im Text.
Geringfügig andere Darstellung hier.
https://suv.report/die-zukuenftige-struktur-der-kampftruppenbataillone/