Fürs Archiv: Bundestags-Haushälter billigen vier weitere Meko-Fregatten
Die Deutsche Marine soll acht Fregatten des Typs MEKO A-200 erhalten, die auf die U-Boot-Jagd spezialisiert sind. Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab die Mittel für die Beschaffung von vier dieser Kriegsschiffe frei, nachdem bereits im Juli vier Fregatten gebilligt worden waren. Die Schiffe von TKMS* sollen anstelle der ursprünglich geplanten Fregatten des Typs F126 gekauft werden, deren Beschaffung das Verteidigungsministerium im Juni abgebrochen hatte.
Die Freigabe der Gelder für die vier weiteren Fregatten teilten das Ministerium und die Werft am (heutigen) Donnerstag mit. Aus der Mitteilung des Ministeriums:
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat heute der Beschaffung von vier weiteren Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU von thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) zugestimmt. Bereits am 8. Juli 2026 gab es grünes Licht für die Beschaffung der ersten vier Fregatten dieses Typs durch den Haushaltsausschuss. Damit werden nun insgesamt acht baugleiche MEKO-Fregatten beschafft. Ein Zulauf des ersten der acht Schiffe wurde durch die Industrie für das Jahr 2029 zugesagt. (…)
Neben weiteren Fähigkeiten wird die Marine mit der seegestützten Uboot-Jagd einen wichtigen Beitrag zur Verteidigung und Abschreckung im Nord- und Ostseeraum sowie im Atlantik und im Hohen Norden leisten. (…)
Ursprünglich war die Fregatte F-126 für die seegestützte Uboot-Jagd vorgesehen. Nach erheblichen Leistungsstörungen hat der Bund nach einer umfassenden Gesamtbewertung schließlich den Rücktritt vom Vertrag mit dem Generalunternehmer „Damen Werft“ erklärt.
Die Deutsche Marine hat daher marktverfügbare Alternativen untersucht und bestätigt, dass die Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU für die Uboot-Jagd und die Beiträge im Rahmen unserer NATO-Verpflichtungen geeignet sind. MEKO-Fregatten werden in jeweils angepassten Versionen seit Jahren weltweit bei Verbündeten und Partnern eingesetzt und haben sich bewährt. Die Beschaffung von acht Fregatten eines einheitlichen Schiffstyps bietet für die Deutsche Marine zudem erhebliche Vorteile bei Betrieb, Wartung und Instandhaltung sowie Ausbildung.
… und aus der Mitteilung von TKMS:
TKMS begrüßt die heutige Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages zur Beschaffung von vier weiteren Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU. (…)
Mit den bereits beauftragten vier Fregatten ist das Programm in die Umsetzung gegangen. Es handelt sich um den größten Überwasser-Auftrag in der Geschichte von TKMS. Die erste Fregatte wird wie geplant Ende 2029 an die Deutsche Marine übergeben werden. Die weiteren Einheiten folgen nach
aktueller Planung in einem engen Liefertakt.
Die Bewilligung der vertraglich zugesicherten Option und die damit verbundene Erweiterung auf insgesamt acht Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU schaffen zugleich die Voraussetzung für eine langfristig angelegte, nachhaltige Serienfertigung auf deutschen Werften. Die damit verbundene
Planungssicherheit ermöglicht es der Industrie, Kapazitäten und Lieferketten
verlässlich auf den langfristigen Bedarf auszurichten und so die von der
Deutschen Marine geforderten Liefertermine zuverlässig abzusichern. Die vier
zusätzlichen Fregatten können unmittelbar auf den etablierten Strukturen,
Prozessen und Lieferketten des laufenden Programms aufbauen. Dadurch lässt sich die Produktion ohne grundlegende Änderungen fortführen und langfristig absichern.
Zu den Kosten machten weder Ministerium noch TKMS aktuell Angaben; bereits in seiner Mitteilung zum Ende des Projekts F216 hatte das Wehrressort jedoch die Summen genannt:
Der Beschaffungspreis für die ersten vier Fregatten MEKO A-200 würde vorbehaltlich der Billigung des Haushaltsausschusses rund 6,3 Mrd. Euro betragen. Die Option über vier weitere Schiffe könnte bis Ende 2026 für rund 5,3 Mrd. Euro ausgelöst werden.
Die Kostensteigerungen der Fregatten MEKO A-200 gegenüber der im Haushalt ursprünglich veranschlagten Summe basieren auf der Umwandlung der industrieseitigen Kostenschätzung in ein verbindliches Vertragsangebot der TKMS. Die nach eingehender Prüfung der Marine unverzichtbaren Maßnahmen zur Ergänzung des Angebots machen dabei nur rund fünf Prozent der Gesamtkosten aus und sind damit kein maßgeblicher Treiber für die Preisentwicklung.
*TKMS legt in jeder, wirklich jeder Pressemitteilung Wert auf diese Feststellung (egal was das Verteidigungsministerium veröffentlicht):
Bitte beachten: Das Unternehmen „thyssenkrupp Marine Systems“ existiert seit Juni 2025 nicht mehr. Das Unternehmen hat weltweit eine rechtliche Namensänderung vorgenommen und ist offiziell an der Börse unter dem Namen „TKMS AG & Co. KGaA“ notiert. Die operative Gesellschaft heißt „TKMS GmbH“.
„TKMS“ ist kein Kürzel und auch kein Markenname, sondern der offizielle Firmenname. Seit Juni 2025 gelten alle anderen Bezeichnungen als nicht mehr korrekt – sowohl rechtlich als auch in journalistischen Kontexten.
Also: TKMS, gebürtig thyssenkrupp Marine Systems, so viel Zeit muss sein.
Die Sicherungskopien der Pressemitteilungen:
20261008_BMVg_Haushaltsausschuss _Beschaffung_MEKO-Fregatten 20261008_TKMS_Haushaltsausschuss_MEKO_A-200_DEU
Gute Entscheidung…. Hoffen wir auf einen reibungslosen weiteren Verlauf!
Die F128 wird die Brot und Butter Fregatte und das Arbeitstier der Marine in den nächsten Jahrzehnten!!
ich würde mir bald offizielle Infos und weitere Details und Bilder bzgl Ausrüstung der Fregatten wünschen
Bin mal auf den konkreten Zeitplan für die Auslieferung samt Werftbeteiligungen gespannt. Eine Fregatte pro Jahr ab 2029 würde ich als Plan (nicht als realistische Annahme vermuten).
8 Einheiten sind bereits eine Verdopplung zum F123 Bestand. Für die Präsenz in der Nordsee und der Ostsee eine gute Nachricht.
„Die 8 F128er ersetzen 4 F123.
Dazu 8 F127er ersetzen 3 F124er.
Die 4 F125 dürften mit Indienststellung der F127/F128 ausgemustert werden.
Mit insgesamt 16 Fregatten wird die Deutsche Marine so viele haben wie niemals zuvor“.
(@Alexvb___)
Die F127 sind de facto Zerstörer, also #Kriegstüchtigkeit pur, aber politisch gedacht wird man sie so nicht nennen wollen; wahrscheinlich ist das dann doch ein Zuviel an „War Fighting Spirit“. Wahrscheinlich werden die Schiffe nicht nur fast doppelt so schwer sein wie die (UK) „Type 26 Destroyer“, sondern ebenfalls mehr als doppelt so viele VLS-Zellen haben: Also Destroyer.
Gut, dass es eine Entscheidung über 4 weitere Fregatten gibt. Die Frage ist nur, ob TKMS zwei große Fregattenprogramme gleichzeitig stemmen kann? Denn mit F 127 & F 128 hängt die Marine jetzt vollkommen von TKMS ab! Mit einem festhalten an F 126 oder stattdessen einer Bestellung der Rheinmetall Fregatte, welche nach dem scheitern von F 126 offeriert wurde, hätte die BW das Risiko splitten können. Es spricht alles dafür, dass die F 126 WG möglichen Schadensersatz Ansprüchen aufgegeben wurde. Nur hat dies nicht funktioniert, denn die Werft Damen klagt auf 4,7 Milliarden gegen die BW als angeblichen Schadensersatz. Offensichtlich will Damen sich bereichern auf Kosten der BW, mit dieser völlig überzogenen Forderung. Der mögliche Gewinn von Damen wäre viel geringer gewesen. Und Damen klagt nicht nur gegen BW auf angeblichen Schadensersatz, sondern hat auch beim Beschaffungsamt Einspruch gegen die Vergabe der ersten 4 F 128 Fregatten an TKMS, ohne Europäische Ausschreibung erhoben. Bei dem Pfusch von Damen bei der F 126 glaube ich nicht, dass der Einspruch irgendwelche Erfolgschancen hat. Mit der Ersetzung von 4 F 123 durch 8 F 128 Fregatten wächst die Marine wieder. Damit macht ein 2. Marinehafen Nordsee in Emden mehr Sinn bzw. werden die notwendigen Schiffe dafür beschafft.
Im Zeitalter der Drohnenkriegführung leider viel zu leicht zu treffende Ziele.
Fragt sich außerdem, wo die Besatzungen dafür herkommen sollen. Die (viel zu kurze) Wehrpflicht hilft der Marine dabei nämlich überhaupt nicht.
google: Auch meine Kollegen und ich haben diese Information mit Zufriedenheit aufgenommen. Wir erwägen sogar den Bau von vier Fregatten der „Saar-7“-Klasse auf derselben Basis; sie sollen mit leistungsstarken Antriebsanlagen ausgestattet werden und über Raumreserven für die Unterbringung künftiger Waffensysteme verfügen. Dass sie äußerlich kaum noch an ihre Vorgänger erinnern werden – wie es bereits bei den Schiffen der „Saar-6“-Klasse der Fall war –, ist in diesem Zusammenhang zweitrangig. Träume, Träume … (Smiley)
Freilich eine gute Entscheidung die vier weiteren Fregatten zu beschaffen, so bekommt man auch tatsächlich 3 Stück parallel in den Einsatz. Fraglich nur, warum man jetzt die signifikanten Mehrkosten einer Aufteilung in zwei Lose verbrochen hat, wenn man auch einfach von Anfang an alle 8 zu billigeren Konditionen hätte ordern können.
@Closius
Die Rheinmetallfregatte ist ein Render und mehr nichts, da steht kein auch nur ansatzweise fertiger Entwurf hinter; schon alleine im Hinblick auf die Lieferzeit ist TKMS da alternativlos.
@LuckySailor
Keinesfalls. Es ist bitter nötig solche Schiffe für die Offenhaltung der Seewege zu haben, weshalb auch niemand außer den Briten ernsthaft versucht, Schiffe durch Drohnen zu ersetzen. Und bei den Briten handelt es sich da eher um eine Verzweiflungstat, weil man sich keine neu entwickelten Schiffe leisten kann.
@KPK: Es war ja klar dass wieder einer Weisheiten über die Kategorisierung absondern muss. Nehmt doch einfach zur Kenntnis dass die Bezeichnung eines Kriegsschiffs eine politisch gewollte und völlig freie Sache ist. Meiner Erfahrung nach ist diese Debatte in 70% der Fälle eine Folge nicht bewältigter Komplexe aus der eigenen Dienstzeit. Die Deutsche Marine ist nun mal eine Fregattenmarine, sowohl von der Doktrin als auch konsequenterweise von der Ausrüstung her.
Und für die historischen Wortklauber: Wir haben keine Schlachtschiffe, deren Schlachtlinie wir mit Torpedobootzerstörern gegen Topedoboote verteidigen müssen. Unser Auftrag ist am Ende der Schutz von Konvois und engen Heimatgewässern, sowie hin und wieder die Durchführung von Aufträgen in fremden Meeren. Genau das, wofür seit Anno Royal Navy Fregatten eingesetzt werden.
(Anmerkung: Dieser Blödsinn wird schon diskutiert seit die junge USN ihre „Schweren Fregatten“ nicht als Linienschiffe klassifizierte, um in der einen Klasse der Dickste zu sein, und nicht in der anderen der Kleinste…)
Schön, die Marine bekommt mehr Flaggenstöcke.
Mir stellt sich da allerdings die Frage, wer auf den Dampfern fahren soll? Schon der Betrieb der aktuellen, deutlich kleineren Flotte funktioniert nur noch über sog. „Heldenklau“, wenn man dem Küstenklatsch glauben möchte. Instandsetzungskapazitäten für die ganzen Systeme halte ich auch für sehr ambitioniert.
@Nachhaltig:
bzgl Lieferplan…
bis Ende 2029 die erste Einheit…
danach alle 9 Monate ein Schiff…
bis Anfang Q1/2035 ist Nummer 8 geplant…
Danach kann man nahtlos F127 ausliefern, welche natürlich parallel gebaut werden müssen…
Bei den F128 bin ich zumindest für den Schiffbaulichen Part optimistisch… da hat man gerade bei den Meko A200 auch mal Schiffe vor dem Zeitplan abgeliefert… natürlich kann es bei den Subsystemen natürlich Verzögerungen geben 🤷🏼♂️
@ Othinus am 09.10.2026 um 6:15 Uhr:
„Es ist bitter nötig solche Schiffe für die Offenhaltung der Seewege zu haben,…“.
Klar, aber dann müssen sie auch durchhaltefähig in See operieren und nicht mangels Personal und hinreichender Instandsetzungskapazitäten (siehe auch oben @Kanonenonkel) als hervorragende Ziele für hybride Angriffe im Hafen liegen.
Ohne eine komplette, gut ausgebildete Besatzung halten diese „Flaggenstöcke“ nämlich nichts frei.
Bei acht baugleichen Schiffen sind „erhebliche Vorteile bei Betrieb, Wartung und Instandhaltung sowie Ausbildung“ plausibel. Dafür müsste aber auch die Ersatzteilversorgung über Jahrzehnte gesichert sein, sonst hilft die gemeinsame Bauart nur begrenzt.
@T.W.:
Liegen Ihnen Erkenntnisse zur Rüge von Damen gegen die Direktvergabe der F128 vor, über die u.a. der Tagesspiegel am 06.10.2026 sowie die Bild am 08.10.2026 berichtet hat?
[Nein. T.W.]
@Obibiber: Alle drei Quartale eine Fregatte ausliefern zu wollen, bestärkt meine Einschätzung (die sicher auch die Haushälter teilen), dass andere deutsche Werften in die Produktion eingebunden werden. Wahrscheinlich wird man wohl eine zweite Produktionslinie aufbauen. Ich bin mal gespannt, was diesbezüglich in den Vertrag mit TKMS hineinkommt. Rheinmetall – Division Navel Systems – ist ein naheliegender Unterauftragnehmer und wird mit Sicherheit auch politisch unterstützt. Absolut zwingend ist dies aber nicht.
Was die F127 anbelangt: Die ist für mich noch lange nicht bei TKMS vertraglich in trockenen Tüchern. Außerdem vermute ich da so viel Entwicklungsbedarf, dass noch einige Jahre bis zum ersten Stahlschnitt ins Land gehen werden. Innerhalb der kommenden 10 Jahre gibt es erheblichen Nachholbedarf an Fregattenzulauf. Darüber hinaus reicht es aber völlig, wenn wir alle 2 Jahre eine neue Fregatte ausgeliefert bekommen. Das sollte aus meiner Sicht auch das dauerhafte Produktionsziel (plus eine angemessene Reserve von außer Dienst gestellten Einheiten und Produktionskapazität sein). Vorbehaltlich natürlich einer Anpassung an die Entwicklung von unbemannten Einheiten.
@Kanonenonkel: Persönlich sehe zunächst einmal nur einen geringen Aufwuchs von Flaggenstöcken. Sowohl beim ersten Los der K130 als auch bei den F123 werden wir recht zügig eine Außerdienststellung im Zuge der In-Dienststellung der F128 erleben. Die werden schlicht und einfach durch die F128 ersetzt werden. Personell liegen die F128 deutlich unter den F123 und deutlich über den K130. Da sehe ich also keinen großen Unterschied. Was Personal anbelangt, so spielt natürlich auch die Stationierung eine große Rolle. Eventuell ergeben sich durch die Eröffnung eines weiteren Marinehafen ins Emden zusätzliche Möglichkeiten. Und warum sollten nicht auch ein paar der kleinen Fregatten ihren Heimathafen in der Ostsee finden?
Eine gute Entscheidung. Wenn jetzt noch der Mut da wäre die F127 den gleichen Weg laufen zu lassen , den bereits die F126 gegangen ist, dann haben wir eine Chance auf eine Marine die schlagkräftig und von den USA einigemassen unabhängig wäre.
Denn ob wir unter einer Cover Version des aktuellen Potus, in 15- 20 Jahren noch Softwareupdates kriegen für die Führungssysteme die wir dort für 12,8 Milliarden einkaufen, , das weiss niemand.Das Konzept der Lürssen Tochter von Rheinmetell gefällt mir wesentlich besser.
Auch wenn es noch nie gebaut wurde.
Die F127 übrigens auch nicht
Wer soll die bemannen?
IIRC hatte die Marine regelmäßig Probleme, Ersatzmannschaften zu finden.
Ich habe keinen Zweifel, dass der Auftrag für F 127 an TKMS geht. Die Rheinmetallfregatte scheint als Mehrzweckschiff konzipiert also Alternative zur F 128, nicht aber als Lenkwaffenzerstörer um ballistische Raketen abzufangen. Der Umfang der Ausrüstung der F 127 Fregatten oder die Stückzahl von 8 Schiffen wackelt laut Hartpunkt.de. Dort heißt es, Heer & Luftwaffe hätten Sorgen, das wegen den hohen Kosten pro Schiff, nicht genug Geld für die anderen Teilstreitkraft übrig bleibt. Das 4. Flottendienstboot & 16 neuen A 400 m erweckten noch den Eindruck, Geld spiele keine Rolle, aber die angeblich astronomischen Kosten der neuen Fregatte führen jetzt wohl doch zu Verteilungskämpfen. Als Lösung wird angeblich überlegt bei der Ausstattung der Fregatten, z,b. bei den Sensoren oder Radar zu sparen oder die Stückzahl zu reduzieren! Meine Prognose wäre, es gibt nur 4 – 6 F 127 Fregatten und keine 8!
@Wolfgang Blau: Rheinmetall setzt aber bei der GMF140 auch auf AEGIS – was Ihrer Argumentation für diesen Fregattentyp doch entgegen steht,
Deutschland muss sich entscheiden, was es möchte: Das mindeste ist wohl eine Fregatte mit der Kapazität ballistische Raketen und Hyperschallflugkörper abzuwehren und Verbandschutz gegen Angriffe aus der Luft zu leisten. Ergänzt natürlich um eine Selbstverteidigungsfähigkeit gegen Unterwasser und Überwasserziele. Wenn man mal die F128 als Basis nimmt, müsste man da 48 VLS-Zellen hinzufügen und ein entsprechendes leistungsfähigeres Radar installieren. Das wäre es aber von der Funktionalität auch schon, Natürlich würde das Schiff dadurch schwerer und größer und man muss in der Konsequenz mehr Leistung in den Antriebsstrang bringen. Ein Hochskalieren von der F128 wäre also möglich. Ob da 6000 Tonnen reichen oder es etwas mehr sein muss, kann ich nicht beurteilen. Aber mehr als 8000 Tonnen wird man auf keinen Fall dafür benötigen.
Alles darüber hinaus sind Wünsche, die man sich genau überlegen sollte. Ein zweiter Hubschrauber, eine Laserwaffe, mehr Deep Strike Kapazität, ein größeres Schiffsgeschütz, mehr Magazintiefe, Reserven an elektrischer Leistung, Führungsfähigkeit für unbemannte Systeme, Containerstellplätze, Reserven für mehr Personal, etc.. Kann man alles machen und kostet entsprechend. Man sollte es dann nur nicht als notwendig für eine Luftverteidigungsfregatte bezeichnen.
@Wolfgang Blau: Die GMF 140 ist doch genauso US-abhängig wie die F127. Combat Management Systems, BMD, VLS und die passende Missile-Auswahl, das ganze navalisiert, dieses ganze Zeug ist so eine irre Lücke in Europa.
„Damen Werft“ zwangsweise auf strategischem Rückzug? Der bisberige Stützpunkt am Schwarzen Meer geht an Rheinmetall.
@CoffeReport
„German defence giant Rheinmetall has acquired a major shipyard on NATO’s Black Sea coast for €138 million.
Romania says the former Damen shipyard in Mangalia will be revived as a military shipbuilding hub.
• €920M naval procurement contract
• Four military vessels planned by 2030
• Backed by the EU’s SAFE defence programme“ …
Allmählich stellt sich die Frage, wie lange wird Den Haag noch dem Schreddern seiner nationalen Marineschiffbau-Kapazität zuschauen? Bisher findet sich lediglich die vage Aussage, „Der Staat erwägt den Kauf von Unternehmensanteilen, um die maritime Schlüsseltechnologie … zu sichern“ Für die NLD bedeutet eigener Schiffbau strategische Autonomie, und dies seit Jahrhunderten.
Wird evtl. auch geprüft, ob Management und Technologie bei Damen zurückgefallen sind?
Mal eine Frage in Sachen Bewaffnung: Spielt bei den neuen Schiffen der RBS15 Mk3 noch eine Rolle? Und, etwas OT, welche Rolle spielen im aktuellen LV/BV-Szenar denn die Korvetten? Gibt es für die genug Munition? Ausbildungsboote, Support für Amphibische Operationen (ok, womit?) oder übersehe ich da was als alter Luftwaffengebüschsoldat?
Am besten gleich 4 mehr bestellen, die als Übergangslösung (hust) dienen können, wenn das an diesem Punkt eigentlich unvermeidbare Aus für die F127 kommt.
Das Sondervermögen hat in allen Ebenen von Bw und BMVg offenbar zu Anfällen von Wahnsinn geführt.
@shippo
Wie sollen vier zusätzliche F128 als Übergangslösung für ein gescheitertes F127 Projekt dienen?
Ansonsten kann man zustimmen, dass das Sondervermögen in erster Linie zu geöffneten Sektflaschen in der Rüstungsindustrie geführt hat.
Scheint so, als das man jetzt erkennt, dass man selbst für 3,5% des BIP nicht alles kaufen kann. Schon gar nicht, wenn man in 5 – 10 Jahren als das haben möchte, für das man in der Regel 30 Jahre braucht. In diesem Sinne wäre es folgerichtig genau 4 F127 in voller Ausstattung mit US-Systemen zu beschaffen. Das würde zusammen mit den 3 F124s den unmittelbaren Bedarf abdecken. Als nächsten Schritt sollte man dann eine europäische Variante einer rein auf die Luftverteidigung optimierten Fregattenvariante entwickeln und 4 Einheiten beschaffen. Die Radare und Lenkflugkörper dafür sind in Europa bereits grundsätzlich vorhanden. Der Rest kann bis zur zweiten Hälfte der 30er Jahre definitiv entwickelt werden. Eine Aufteilung auf diese drei Klassen erscheint mir vom Fähigkeitsprofil und der Quantität her ausreichend. Dabei aber auch noch finanzierbar und mit dem Ansatz dauerhaft rein europäisch zu werden.
Wie wäre denn eine „militarisierte“ Variante der F125 mit CMS 330? Neu gebaut, aber mit bekanntem Antriebsstrang, usw.; mit israelischem Radar (davon haben wir doch schon 3, die für die F124 vorgesehen waren?) sowie Barak 8 Raketen (wie demnächst die Niederländer). Könnte doch recht schnell gehen, oder? Keine Goldrandlösung, aber vielleicht ausreichend?
@Kanonenonkel, 09.10.2026, 7:44 Uhr:
„…Mir stellt sich da allerdings die Frage, wer auf den Dampfern fahren soll?… Schon der Betrieb der aktuellen, deutlich kleineren Flotte funktioniert nur noch über sog. „Heldenklau“,…“
Eine sehr gute Frage. Wen der Bund sein Verhalten bei den Gehältern, insbesondere der längst überfälligen verfassungskonformen Alimentation beibehält, dann sollte das BMVg vielleicht noch ein paar Mrd € nachschieben, um eine möglichst umfangreiche Automatisierung / Fernsteuerung einbauen zu lassen, weil nicht mehr genug Seefahrer verfügbar sind, an der Tätigkeit interessiert sind.
@ORR
Mit Verlaub, die Legende von den ach so schlecht bezahlten deutschen Soldaten wird – gerade von aktiven Kameraden – zwar gerne verbreitet, hält einer objektiven Betrachtung aber nicht stand. Der Dienst bei der Bundeswehr hat gewiss viele Schattenseiten, die Besoldung gehört ehr nicht dazu.
Da hat sich schon so mancher ehemalige SAZ12 erschrocken wie schwer es sein kann, im zivilen Bereich 3-4000€ netto im Monat zu verdienen.
Nach meiner Auffassung muss das Personalwesen deutlich vereinfacht werden. Die bürokratische Einstiegshürde, selbst für einfache Mannschafter, ist so hoch, dass viele Bewerber bereits von diesem Prozess abgeschreckt werden bzw. nicht warten können/wollen bis der Termin im Nachwuchsgewinnungszentrum in 6-9 Monaten ansteht.
[Den OT beenden wir bitte umgehend. T.W.]
@JMWSt
Die RBS15 Mk3 können wir selbst warten. Nachdem wir da mal Mondpreise zahlen mussten, sind Teile der Wartung nun ohne die Industrie möglich.
Die sind auch für die F123 gedacht, um die Harpoon zu ersetzen.
Die F125 bekommt die NSM, um die Harpoon abzulösen.
Die F128 wird wohl auch die NSM bekommen.
Die Ablöse für beide Systeme ist schon in Arbeit.
‚Super Sonic Strike Missile (3SM) Tyrfing‘ schimpft sich dieses Norwegisch-Deutsche Projekt.
Bis 2033 soll die Entwicklung abgeschlossen sein.
@MrDiversity
Es soll eine schnelle Lösung werden.
Warum sollte man jetzt versuchen, ein kanadisches CMS, entwickelt für den AEGIS-Kern, mit einem israelischen Kern laufen zu lassen? Die Begeisterung bei Lockheed und Lockheed Kanada für solche Konzepte kann ich mir schon ausmalen. Die F125 mit dem CMS330 zu „modernisieren“ dürfte schon interessant genug werden.
Mal abgesehen von dem Entwicklungsrisiko, ist Ihnen entgangen, dass Israel der Ukraine keine Unterstützung bietet? Nicht mal uralte Transportpanzer will man der Ukraine verkaufen. Israel hat den IS nicht bekämpft, Russland in Syrien wüten lassen und spielt jetzt in der Ukraine-Situation die Schweiz. Gleichzeitig verlangt man Waffenlieferungen aus den USA, die dann in Europa und der Ukraine fehlen.
Auch in Lizenz gebaute Systeme wie die SPIKE dürfen wir nicht an die Ukraine liefern.
Obwohl die Energieversorgung von Europa schon angespannt war, hat man die USA in den Irankrieg hineingezogen.
Und obendrein will der israelische Botschafter noch mitbestimmen, welche Regierung das Bundesland Berlin bekommt.
Ich kann auf solche „Freunde“ verzichten.
Man muss auch erwähnen, dass die F125 die verschlimmbesserte A400 von TKMS ist.
An dem Entwurf wurde so lange und so exzessiv herumgedoktert, dass ich mir nicht sicher bin, ob das schnell machbar wäre.
Wir sollten lieber zusehen, dass wir ein eigenes VLS und CMS entwickeln.
Frankreich kann seine Fregatten exportieren, weil Frankreich bis auf die Bordkanone und die Torpedos alles selbst herstellen kann.
Wenn TKMS kein CMS auf die Reihe bekommt, ist das auch die Schuld der Politik und des Ministeriums. Für jeden Blödsinn wurde da Geld rausgeworfen, ohne jemals ein funktionierendes System zu bekommen.
Auch unsere U-Boote erhalten ein CMS aus dem Ausland. In dem Fall von Kongsberg aus Norwegen.
Genau wie bei VW ist das ein Managementproblem.
@SvD
Richtig, es sollte schnell gehen (Stichwort: 2029) und nicht erst irgendwann in den 2030er Jahren.
Das CMS 330 ist ja für alle zukünftigen Kriegsschiffe gesetzt (außer F128), also ist es meiner Meinung nach müssig über ein rein national entwickeltes CMS zu sinnieren. Eigentlich jede Schiffklasse unserer Marine nutzt ein eigenes CMS, also hatte unsere Industrie ihre Chance (und ja, auch die Bundeswehr hat’s mit verbockt).
Wenn CMS 330 auf den F125 mit Iris-T kompatibel wird, warum sollte dann Barak 8 noch ein so großes Problem darstellen? Die Niederländer werden das mit ihren jetzigen Fregatten ja auch schaffen, denke ich. Und die F127 ist doch im Grunde auch eine aufgepumpte Meko 400, also warum nicht zum Ursprungsentwurf zurück, die mittlerweile bewährten Teile nutzen und sich beim Neubau auf die Aufgabe „Air Defence“ konzentrieren?
Staaten haben keine Freunde, sondern Interessen. Das hat man an der Schweiz gesehen (da stimme ich Ihnen zu) und das trifft auch auf Israel zu, ohne Frage. Aber uns weiterhin an die Amerikaner (AEGIS) anketten? Bleibt nur noch Aster 30NG. Wo sind denn die riesigen Mengen an europäischen Raketen (von Macron gefordert/beworben), die die Ukraine jetzt bräuchte und wir dann in ein paar Jahren? Also aus meiner Sicht: israelische Rakten und Radar jetzt (machen wir bei Arrow 3 auch) und langfristig eigenes Equipment entwickeln (Gruß an den Bodensee ;-)
Die Meko 200 Fregatten können schnell gebaut und geliefert werden.
Ich weiß nicht, wie Sie auf die Idee kommen, dass eine Abwandlung der F125 schneller zulaufen könnte.
Was der Minister für unsere Marine in Sachen CMS entschieden hat (um U-Boote an Kanada zu verkaufen) ist ja mal herzlich egal. Wir verlieren so gut wie jede Exportausschreibung, weil wir kein Gesamtpaket liefern können.
Wo soll jetzt für uns der Nutzen darin liegen, US-Kanadische Technik mit israelischer zu verbinden?
Es kostet uns Geld und Zeit, und was haben wir davon?
DIe Niederlande wechseln nicht zu Barak Lenkflugkörpern. Die kommen auf 2 Drohnenboote, die man möglichst schnell haben möchte.
Es gibt da keinen Plan, sich von Israel abhängig zu machen.
Wir können ein VLS um die Iris-T und zukünftige Varianten herum entwickeln.
Die SLX mit einem zusätzlichen Booster wäre schon im Leistungsbereich einer SM-2.
Ein CMS kann auch nicht so schwer sein. TKMS kann den Unterwasserteil machen, für U-Boote und ASW.
Den Rest übernehmen dann andere.
Man kann das dann alles im Export oder für Modernisierungen nutzen.
Wenn es wirklich so ist, dass wir diese Schiffe nicht ohne amerikanische systeme gebaut bekommen, dann sollten wir bei den Franzosen oder Italienern nachfragen wie das geht, oder sie gleich von einem der beiden bauen lassen.
Nicht nur , dass wir abhängig werden von Updates der Amis,unsere eigene Industrie erhält gar nicht erst die Chance eigene Systeme gleicher Art zu entwickeln. Hensoldt , Diehl und MBDa können darüber kaum glücklich sein. Und wenn dann der worst Case eintrifft, Trump oder ein Nachfolger sich für neutral gegenüber der Nato verhalten, oder sogar als Gegner, so können wir die F127 nur selbst als Blockadeschiff versenken.
Der russisch- US Deal für Diesel sei symbolisch genannt. Vor ein paar Monaten wollte Trump noch Natomitglieder sanktionieren die das Gleiche tun.
Sorry , aber wenn wir uns darauf verlassen , dass ein amerikanischer Präsident uns mag uns helfen wird, dann sollten wir russisch an unseren Schulen zum Pflichtfach machen.
@Wolfgang Blau
Die Forderung für diese Schiffsklasse ist es, ballistische Raketen abzufangen. Das kann die F124 nicht.
Die Weiterentwicklung der Technik in der F124 ist auch schon vor langer Zeit entgleist. Und bei den Lenkflugkörpern haben wir uns an Land und auf See immer auf die USA verlassen.
Das PAAMS, das von GB, FR und ITA genutzt wird, hat bisher nicht die Leistung der US-Lösung.
Die Aster 30 Block 1NT kommt nicht an eine SM-6 heran, von der SM-3 brauchen wir gar nicht erst reden.
Europa fehlen die entsprechenden Flugkörper.
Die Entwicklung der beiden Lenkflugkörper zum Abfang von Hyperschallwaffen wird uns da einen Schritt weiterbringen.