Fürs Archiv: Bundestags-Haushälter billigen vier weitere Meko-Fregatten
Die Deutsche Marine soll acht Fregatten des Typs MEKO A-200 erhalten, die auf die U-Boot-Jagd spezialisiert sind. Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab die Mittel für die Beschaffung von vier dieser Kriegsschiffe frei, nachdem bereits im Juli vier Fregatten gebilligt worden waren. Die Schiffe von TKMS* sollen anstelle der ursprünglich geplanten Fregatten des Typs F126 gekauft werden, deren Beschaffung das Verteidigungsministerium im Juni abgebrochen hatte.
Die Freigabe der Gelder für die vier weiteren Fregatten teilten das Ministerium und die Werft am (heutigen) Donnerstag mit. Aus der Mitteilung des Ministeriums:
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat heute der Beschaffung von vier weiteren Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU von thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) zugestimmt. Bereits am 8. Juli 2026 gab es grünes Licht für die Beschaffung der ersten vier Fregatten dieses Typs durch den Haushaltsausschuss. Damit werden nun insgesamt acht baugleiche MEKO-Fregatten beschafft. Ein Zulauf des ersten der acht Schiffe wurde durch die Industrie für das Jahr 2029 zugesagt. (…)
Neben weiteren Fähigkeiten wird die Marine mit der seegestützten Uboot-Jagd einen wichtigen Beitrag zur Verteidigung und Abschreckung im Nord- und Ostseeraum sowie im Atlantik und im Hohen Norden leisten. (…)
Ursprünglich war die Fregatte F-126 für die seegestützte Uboot-Jagd vorgesehen. Nach erheblichen Leistungsstörungen hat der Bund nach einer umfassenden Gesamtbewertung schließlich den Rücktritt vom Vertrag mit dem Generalunternehmer „Damen Werft“ erklärt.
Die Deutsche Marine hat daher marktverfügbare Alternativen untersucht und bestätigt, dass die Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU für die Uboot-Jagd und die Beiträge im Rahmen unserer NATO-Verpflichtungen geeignet sind. MEKO-Fregatten werden in jeweils angepassten Versionen seit Jahren weltweit bei Verbündeten und Partnern eingesetzt und haben sich bewährt. Die Beschaffung von acht Fregatten eines einheitlichen Schiffstyps bietet für die Deutsche Marine zudem erhebliche Vorteile bei Betrieb, Wartung und Instandhaltung sowie Ausbildung.
… und aus der Mitteilung von TKMS:
TKMS begrüßt die heutige Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages zur Beschaffung von vier weiteren Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU. (…)
Mit den bereits beauftragten vier Fregatten ist das Programm in die Umsetzung gegangen. Es handelt sich um den größten Überwasser-Auftrag in der Geschichte von TKMS. Die erste Fregatte wird wie geplant Ende 2029 an die Deutsche Marine übergeben werden. Die weiteren Einheiten folgen nach
aktueller Planung in einem engen Liefertakt.
Die Bewilligung der vertraglich zugesicherten Option und die damit verbundene Erweiterung auf insgesamt acht Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU schaffen zugleich die Voraussetzung für eine langfristig angelegte, nachhaltige Serienfertigung auf deutschen Werften. Die damit verbundene
Planungssicherheit ermöglicht es der Industrie, Kapazitäten und Lieferketten
verlässlich auf den langfristigen Bedarf auszurichten und so die von der
Deutschen Marine geforderten Liefertermine zuverlässig abzusichern. Die vier
zusätzlichen Fregatten können unmittelbar auf den etablierten Strukturen,
Prozessen und Lieferketten des laufenden Programms aufbauen. Dadurch lässt sich die Produktion ohne grundlegende Änderungen fortführen und langfristig absichern.
Zu den Kosten machten weder Ministerium noch TKMS aktuell Angaben; bereits in seiner Mitteilung zum Ende des Projekts F216 hatte das Wehrressort jedoch die Summen genannt:
Der Beschaffungspreis für die ersten vier Fregatten MEKO A-200 würde vorbehaltlich der Billigung des Haushaltsausschusses rund 6,3 Mrd. Euro betragen. Die Option über vier weitere Schiffe könnte bis Ende 2026 für rund 5,3 Mrd. Euro ausgelöst werden.
Die Kostensteigerungen der Fregatten MEKO A-200 gegenüber der im Haushalt ursprünglich veranschlagten Summe basieren auf der Umwandlung der industrieseitigen Kostenschätzung in ein verbindliches Vertragsangebot der TKMS. Die nach eingehender Prüfung der Marine unverzichtbaren Maßnahmen zur Ergänzung des Angebots machen dabei nur rund fünf Prozent der Gesamtkosten aus und sind damit kein maßgeblicher Treiber für die Preisentwicklung.
*TKMS legt in jeder, wirklich jeder Pressemitteilung Wert auf diese Feststellung (egal was das Verteidigungsministerium veröffentlicht):
Bitte beachten: Das Unternehmen „thyssenkrupp Marine Systems“ existiert seit Juni 2025 nicht mehr. Das Unternehmen hat weltweit eine rechtliche Namensänderung vorgenommen und ist offiziell an der Börse unter dem Namen „TKMS AG & Co. KGaA“ notiert. Die operative Gesellschaft heißt „TKMS GmbH“.
„TKMS“ ist kein Kürzel und auch kein Markenname, sondern der offizielle Firmenname. Seit Juni 2025 gelten alle anderen Bezeichnungen als nicht mehr korrekt – sowohl rechtlich als auch in journalistischen Kontexten.
Also: TKMS, gebürtig thyssenkrupp Marine Systems, so viel Zeit muss sein.
Die Sicherungskopien der Pressemitteilungen:
20261008_BMVg_Haushaltsausschuss _Beschaffung_MEKO-Fregatten 20261008_TKMS_Haushaltsausschuss_MEKO_A-200_DEU
Gute Entscheidung…. Hoffen wir auf einen reibungslosen weiteren Verlauf!
Die F128 wird die Brot und Butter Fregatte und das Arbeitstier der Marine in den nächsten Jahrzehnten!!
ich würde mir bald offizielle Infos und weitere Details und Bilder bzgl Ausrüstung der Fregatten wünschen