Bundeswehr-Personalstärke laut Pistorius im Oktober 2026 über 190.000
Die Bundeswehr hat nach den Worten von Verteidigungsminister Boris Pistorius im Oktober erstmals wieder die Zahl von mehr als 190.000 Soldaten und Soldatinnen erreicht. Die Truppe sei damit die größte seit Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011. Die offizielle Statistik für diesen Monat wird allerdings erst Mitte November veröffentlicht.
Der Minister äußerte sich am (gestrigen) Dienstag auf dem Arbeitgebertag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin. Ein Transkript seiner Aussagen findet sich bei Table Briefings, die Passage zur Personalstärke:
Wir wachsen personell auf. Wir haben in diesem Monat das erste Mal wieder über 190.000 Soldatinnen und Soldaten. Das heißt, wir sind die größte Bundeswehr seit Aussetzung der Wehrpflicht mit knapp 192.000 Soldaten.
Die Zahl 190.000 ist deshalb bedeutsam, weil sie den im Gesetz festgelegten Zielkorridor markiert, innerhalb dessen eine Wehrpflicht erst einmal nicht zur Debatte steht: 190.000 ist darin die obere Grenze dieses Korridors, im kommenden Jahr die untere.
Die bislang letzten veröffentlichten Zahlen zur Personalstärke nennen einen Umfang von 186.356 Ende August dieses Jahres; am (heutigen) 14. Oktober waren noch keine Zahlen für September veröffentlicht, geschweige denn für Oktober.
Die Minister-Aussage wir sind die größte Bundeswehr seit Aussetzung der Wehrpflicht mit knapp 192.000 Soldaten ist so nicht ganz korrekt: Die Wehrpflicht wurde 2011 ausgesetzt; noch im Januar 2013 umfasste die Truppe nach den eigenen Angaben des Ministeriums 191.838 aktive Soldaten und Soldatinnen.
(Foto: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius auf dem Arbeitgebertag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) am 13.10.2026 in Berlin – Foto: BDA)
Die Bundeswehr umfasste bei der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 noch 220.000 Soldaten. 190.000 Soldaten sind also noch weit weg von der letzten Truppenstärke von 220.000 Soldaten. Dabei gehört zur Wahrheit, dass die offizielle Sollstärke im Jahre 2011 noch 252.500 Soldaten betrug, aus der vorherigen BW Reform von Verteidigungsminister Struck. Ohne neue BW Reform oder Beschluss, sank die tatsächliche Truppenstärke unter Bundeskanzlerin Merkel bis 2011 auf 220.000 Soldaten ab. Beim Amtsantritt von Frau Merkel 2005 hatte die BW die obigen 252.500 Soldaten. Pistorius vergleicht also nicht Soll oder ISt Stärke 2011 mit der angeblichen Truppenstärke im Oktober 2026, sondern die Zahl von 2013, nach der Aussetzung der Wehrpflicht, mit Oktober 2026. Es ist schwach, dass der Minister weder die konkreten Zahlen nennt, noch das Ministerium oder die Abteilung P I wenigstens die September Zahlen 2026 veröffentlicht hat. Die Januar Zahlen 2013 sind insoweit interessant, als dort die Zahl der Soldaten im Berufsförderungsdienst stehen, mit ca 6.900, die tatsächlich der Truppe nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Zahl der Soldaten im Berufsförderungsdienst wird aktuell von der BW nicht mehr veröffentlicht?
Betrachten wir das Ganze differenziert:
Einerseits: Aufwuchs ist prinzipiell gut für die Truppe! Wenn wir eine stärkere Armee haben wollen sind ausreichend Soldatinnen und Soldaten die Grundvoraussetzung dafür.
Andererseits: Nach wie vor hat die Bundeswehr strukturelle Probleme (Stichwort: Tooth-to-Tail-Ratio, unser lieber Wasserkopf oder die ineffizienten Beschaffungsvorgänge, von sonstiger Bürokratie mal ganz zu schwerigen…), die (noch) nicht angepackt wurden und vmtl auch nicht werden, solange man es sich im Friedensbetrieb erlauben kann. Außerdem werden die neuen Rekrutinnen und Rekruten mit sehr viel Geld gelockt, ob das die Richtigen sind, die man damit anlockt, stelle ich in Frage!
Daher meine klare Meinung: Endlich anpacken, da wo es weh tut! Dann wäre es auch das Ende der schlechten Presse für die Bundeswehr und deutlich mehr geeignete Bewerberinnen und Bewerber würden kommen, wenn die hauptsächlich strukturellen Probleme angepackt würden!
Jaja. Der Meister der Kästchenkunde. 4000 Plus und hohe Abbrecherraten. Das wird den SACEUR schwer beeindrucken….Es ist einfach nur peinlich
@closius
Nach dem aktuellen BFD-Recht (Umstellung müsste nun auch schon mindestens 6-7 Jahre her sein) fällt die Zeit der Förderungsmaßnahmen auch komplett in den Zeitraum nach der Dienstzeit. Freistellung während z.B. der letzten 2 Dienstjahre wie im alten Recht gibt es nicht mehr.
Ich halte diesen angeblichen Aufwuchs von ca. 3.600 seit Ende August für schlicht gelogen!
Morgen sollten die September Zahlen zur BW Stärke kommen, wenn die BW pünktlich ist. Wenn im Oktober es mehr als 190.000 Soldaten geben soll, müsste es im September einen Anstieg gegeben haben. Denn ein Aufwuchs von mehr als 3.600 Soldaten in einem Monat ist unwahrscheinlich, in zwei Monaten aber vorstellbar. Wobei die Angabe über 190.000 Soldaten nur die Abgabe zu einem Monatsanfang sein kann, weil wir erst Mitte Oktober haben, die offiziellen Zahlen aber immer zum Monatsende erhoben und verglichen werden. Da wir nicht wissen vom Minister, wie stark die Zahl von 190.000 Soldaten übersprungen wurde, könnten die Zahlen bis zum Monatsende ggf. wieder unter 190.000 fallen, durch Abbrecher.
Der BM bemüht sich gerade stark, sich als „Macher“ zu präsentieren. Egal ob mit Cem Özdemir als Befürworter eines AFD Verbotsverfahrens, als Sänger auf dem Bebelplatz, als Käufer von neuen Fregatten oder als „Vergrößerer der Truppenstärke“.
Das BMVg wird schon darauf achten, dass Zahlen präsentiert werden, die den BM nicht beschädigen.
Ich denke, dass keiner hier im Forum diese Zahlen nachprüfen und korrigieren kann.
Aber auffallend ist doch ein deutliches Mißtrauen der ersten Foristen in den Wahrheitsgehalt der BM-Aussage.
@ORR sagt am 14.10.2026 um 22:00 Uhr:
„Der BM bemüht sich gerade stark, sich als „Macher“ zu präsentieren.“
Obwohl dieser BM seriöser rüberkommt als einer seiner Vorgänger (zu Guttenberg), halte ich Pistorius für den größeren Blender. Anders als zu Guttenberg kann er quasi über unbegrenzte Mittel verfügen, traut sich aber nicht, die Bundeswehr auch strukturell „kriegstüchtig“ zu machen. Dazu müsste er wirklich rigoros den überalterten Wasserkopf abbauen. Und statt nur materiell stark auf- bzw. nachzurüsten, muss er einen deutlich größeren Fokus auf die schnellere Gewinnung frischen Personals legen.
Seine Behauptung, dass die Personalstärke der aktiven Soldaten und Soldatinnen bereits beit 190.000 liegt, glaube ICH ihm nicht. Bin gespannt, wie das BMVg diese „Lüge“ kleinreden wird, wenn die (hoffentlich ungeschönten!) Zahlen für September veröffentlicht werden.
[Das geht schon kräftig in Richtung „ich mag den Typen nicht und deshalb glaube ich dass er lügt“ – ich wäre dankbar, wenn diese Art der Debatte hier nicht einreißen würde. T.W.]
Wenn das stimmen sollte freut mich das. Allerdings bin ich da äußerst skeptisch. Seit Jahren lese ich, dass es mit den Zahlen voran geht. Dennoch sinken in meinem Verband jeden Monat die Zahlen immer weiter ab. Waren wir vor vier Jahren noch bei deutlich über 80% Personalbesetzungsquote haben wir nun in diesen Monat die 40% erreicht. Die Auftragserfüllung lastet auf immer weniger Schultern und führt zu massiver Unzufriedenheit, was wiederum nicht dazu beiträgt gute Kameraden für eine Dienstzeitverlängerung zu gewinnen. Das kriegt man mittlerweile meistens nur noch bei Mannschaftssoldaten hin die sich stark verschuldet haben und die exorbitant hohe Bezahlung und teilweise auch die unverschämt hohen Verpflichtungsprämien der Bundeswehr dringend brauchen. Neue Soldaten kommen aber nur tröpfchenweise nach. Bei Schlüsselpersonal, wie MatBew Fw o.ä. sieht es aber ganz düster aus.
Wir bauen massiv Ausbildungskapazitäten auf, irgendwo müssen dort auch Soldaten sein. Ich habe den Verdacht, dass der Großteil dieser Zugewinne eine Dienstzeit von maximal 12 Monaten haben, die in der Heimatschutzdivision verbleiben und in der richtigen Truppe nie ankommen. Das sieht zwar auf dem Papier schön aus, damit ist der Bundeswehr an sich aber nicht geholfen und das Personalproblem wird weiterhin nicht besser.
@DD sagt: 15.10.2026 um 13:47 Uhr
„….dass der Großteil dieser Zugewinne eine Dienstzeit von maximal 12 Monaten haben, die in der Heimatschutzdivision verbleiben und in der richtigen Truppe nie ankommen.“
Ah, die Arroganz der „richtigen Truppe“. Ist die Heimatschutzdivision für Sie keine „richtige Truppe“? Was ist dann „richtige Truppe“? Die Hupfdohlen Clausthal-Zellerfeld vielleicht?
Dieser unkameradschaftliche Seitenhieb lässt schon tief blicken.
@DD: wahrscheinlich ist das richtig, dass insbesondere im Oktober sehr viele neue Rekruten des neuen Wehrdienstes eingestellt wurden. Siehe auch die Aufstellung der 5./ArtBtl 215 mit 300 (!) Angehörigen (https://www.bundeswehr.de/de/organisation/heer/aktuelles/aufwuchs-standort-augustdorf-6164750). Wenn man dann noch das im Rahmen LWAusbBtl 2 aufgestellten Kompanien sieht (wahrscheinlich gibt es an anderen Standorten noch weitere neue Grundausbildungskompanien), dann kann die Zahl von 190.000 + zum ANFANG des Monats schon hinkommen. Wie viele dieser Soldaten in den aktiven Verbänden ankommen, wird man vermutlich erst in einigen Monaten sehen.
Die Lesungen zum Reservegesetzt haben auch begonnen …
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundeswehr-reservestaerkungsgesetz-100.html
Interessant zu tracken, auch da die urspüngliche rechtswidrige Fassung eingebracht wurde. Wer hats gelesen, wer hats bemerkt, wer traut sich drauf hinzuweisen.
[Ehe die Debatte da in die Irre läuft: Es wird immer die Fassung eingebracht, die das Kabinett beschlossen hat (falls nicht, wie beim Wehrdienstmodernisierungsgesetz, das Kabinett da noch mal nacharbeitet). Über die Veränderungen im parlamentarischen Verfahren sagt das noch gar nichts; der Streit über die recht- und verfassungsmäßige Ausgestaltung des Gesetzes kommt also ggf. erst noch. T.W.]
So sehr diese Zahlen ein winziger Lichtblick wären, so sehr erlebe ich ein immer weiteres Auseinanderfallen der verschiedenen Bereiche der Bundeswehr. Bereiche, in denen die Bürokratie noch zunimmt und es keinen echten Aufwuchs gibt und Bereiche, in denen mit dem neuen Wehrdienst beachtliche Zahlen generiert werden, aber dann in den Reserveeinheiten das Führungspersonal fehlen wird… Was bringen zahllose Mannschafter, wenn die Reserveoffizieranwärter nicht systematisch an den Universitäten gesucht, gefunden, gebunden und neben dem Studium ausgebildet werden. Irgendwann sind keine „Kalter-Kriegs-Reservisten“ mehr da bzw. jung genug oder nicht zu alt, um das Führungspersonal in der HSchTr zu stellen. Wo ist das massive ROTC, um genügend junge Zugführer und später Chefs zu haben?
@Windlicht
Die Kontingente für ROA a.d.W. wurden deutlich heruntergefahren und die Laufbahn ist, soweit ich weiß, derzeit ausgesetzt, d.h. aktuell werden keine ROA a.d.W. „eingestellt“.
@Thomas Melber: Gibt es – außer Überforderung der Bürokraten oder einfach anderer Schwerpunkte bei Frau GOSA – ein SACHARGUMENT, warum die strategische ROA Gewinnung auf Eis liegt??? Schon 2003 gab es erfolglose Verhandlungen über ein deutsches ROTC…
ich sehe es ähnlich wie meine Vorredner. Die Zahlen würden wahrscheinlich in der ersten Oktoberwoche erhoben. Da könnte ich mir entsprechend mit viel Fantasie die 190.000 Mann/Frauen vorstellen. Interessant wären dann als Vergleich die Novemberzahlen. Es ist wie in der Vergangenheit das man da irgendwelche Bewerberzahlen präsentiert hat, diese sagen dann aber nichts über die Einstellungen und somit entsprechend Gesamtzahl aus. Des Weiteren habe ich bei den neuen Soldaten den Eindruck das es da eher um Quantität statt Qualität geht. Zumindest höre ich das aus allen Bereichen. Gerade die Sanität klagt, das viele Neuen garnicht wirklich diensttauglich sind und nur mit vielen Mühen und auch Augen zudrücken tauglich geschrieben werden. Das Thema Wasserkopf wurde hier schon zur genüge besprochen. Dies wird auch glaub ich nicht ändern so schnell, da dort keine (politischer) Wille besteht. Ich kann da nur von der Luftwaffe sprechen, dort überlegt man leider nicht was ist der Auftrag sondern wie bekomme ich die entsprechende B-Besoldung begründet und der Rest wird dann darum gebaut. Aus meiner Bewertung komplett am Auftrag/Sinn vorbei. Als gutes Beispiel nehme ich da mal die nun schon seit Jahren laufende Evaluierung eine neuen FüOrgLw.
Ich halte es für müßig, das Wohl und Wehe der Bundeswehr an ein paar Tausend Soldaten mehr oder weniger festzumachen. Entscheidend ist doch nicht, wie viele Soldaten wir zählen, sondern was die Bundeswehr mit ihren personellen und finanziellen Ressourcen tatsächlich leistet.
Auch diesem Minister ist es bislang nicht gelungen, die Bundeswehr strukturell und organisatorisch konsequent auf ihren Kernauftrag auszurichten. Stattdessen tummeln sich Tausende Soldaten aller Laufbahnen in Ämtern und Kommandobehörden, verwalten sich selbst und gegenseitig und leben mit beeindruckender Konsequenz ihre Geschäftsordnungen aus. Den tatsächlichen Output sollte man unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten besser nicht allzu genau betrachten.
Dass beispielsweise im Bereich CIR über Jahre und für zig Millionen Euro ein letztlich unbrauchbares Funkgerät entwickelt wurde – offenbar ohne nennenswerte Konsequenzen –, erschüttert mich bis heute. Der Selbstbeweihräucherung tut das freilich keinen Abbruch.
Die Bundeswehr hat Baustellen genug. Was fehlt, ist weniger die nächste Erfolgsmeldung als der Wille, die strukturellen Probleme konsequent anzugehen. Vielleicht braucht es dafür einen Minister, der die Sache über die eigene Inszenierung stellt. Oder es braucht echte Betroffenheit. Letzteres hoffentlich nie.
[Welches „im Bereich CIR über Jahre und für zig Millionen entwickeltes letztlich unbrauchbares Funkgerät“ meinen Sie? Oder werfen Sie munter Funkgeräte und das D-LBO System durcheinander? Deutliche Kritik immer gerne, Fakten spielen dabei aber auch eine Rolle. T.W.]
@LuckySailor, 15.10.2026, 10:08 Uhr:
„… Dazu müsste er wirklich rigoros den überalterten Wasserkopf abbauen.…“
Strukturell gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Das wiederum würde aber bedeuten, dass innerhalb kurzer Zeit ganz viele aktive Soldaten aus der Personalstatistik herausfielen. So, wie ich die Stimmung bei vielen aktiven mittelalten Soldaten wahrnehme, würden sie lieber gestern als morgen gehen, wenn das Angebot stimmt.
Wie will der BM dann den Aufwuchs gem. Soldatengesetz halten? Das ist neben der Brigade 45 einer seiner „Leuchttürme“. Und daran wird er gemessen.
@DD, 15.10.2026, 13:47 Uhr:
„…Wir bauen massiv Ausbildungskapazitäten auf, irgendwo müssen dort auch Soldaten sein….“
Ich glaube „müssTen“ trifft es eher. Ich glaube, dass massiv Ausbildungskapazitäten aufgebaut werden, um in der Lage zu sein, so schnell, wie irgend möglich Personal einzuberufen und auszubilden, ohne verläßliche Zahlen zu haben, wieviele wirklich kommen werden.
Ich kann mir aber auch sehr gut denken, dass dies eine „Investition in die Zukunft“ ist, wenn die Wehrpflicht doch wieder reaktiviert werden sollte (wovon ich ausgehe, wenn es politisch durchsetzbar ist).
@DD, 15.10.2026, 13:47 Uhr:
„…Das sieht zwar auf dem Papier schön aus, damit ist der Bundeswehr an sich aber nicht geholfen und das Personalproblem wird weiterhin nicht besser.“
Mit dieser Aussage sind Sie bei dem „Blender“ von @LuckySailor.
@LwPerser, 16.10.2026, 12:43 Uhr:
„…Des Weiteren habe ich bei den neuen Soldaten den Eindruck das es da eher um Quantität statt Qualität geht. Zumindest höre ich das aus allen Bereichen. Gerade die Sanität klagt, das viele Neuen garnicht wirklich diensttauglich sind und nur mit vielen Mühen und auch Augen zudrücken tauglich geschrieben werden….“
Damit widersprechen Sie @Nico (aus dem Thread um den verstorbenen Gebirgsjäger), der
sagte zu der Wahrnehmung, dass sogar „blinde und einbeinige“ Menschen genommen werden:
„Das ist einfach nicht wahr und ist eine Falschausage. Ich selbst habe erlebt wie beim Eignungsfeststellungsverfahren vom Karrierecenter München zb. rigoros ausortiert wurde…“
Ich bin mir da nicht so sicher, ob diese Zahlen wirklich die Realität abbilden. Dann müsste die Personalstärke ja innerhalb kürzester Zeit um fast 4.000 Mann angewachsen sein, und das sehe ich einfach nicht. Interessante Ausführungen @LWPerser! Ein Stück Wahrheit dürfte da wohl dran sein, und wenn Quantität vor Qualität gilt, dann schadet sich die BW damit letztendlich nur selbst.
Die BW hat ihre gute Linie, am 15. des Folgemonats die neue Truppenstärke zu verkünden, wieder verloren. Weder am 15. noch gestern kam die neue Truppenstärke raus. Dies spricht gegen ein aufwachsen der Truppe im September, weil sonst wäre ein größerer Anstieg sicher pünktlich verkündet worden. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Zahlen stagnieren oder gefallen sind. Ich vermute WG Ferienende in den meisten Bundesländern, dass die Zahl der FWDL & SaZ kurz gestiegen ist, aber da viele Zeitsoldaten zum 30.09. ausscheiden, dass dies einen Anstieg verhindert hat. Wenn die 190.000 Soldaten stimmen, wird dies spätestens am 16.11. (15.11. ist Sonntag) verkündet, wenn die Zahl nicht stimmt, kommen die Oktober Zahlen wieder verspätet ist meine Prognose.
@T.W. Vielen Dank für den Hinweis. Es handelt sich hauptsächlich um die Kommunikation im System D-LBO. Andere Projekte wie z.B. SVFuA lassen wir lieber weg. Und ich habe wohl zur Kenntnis genommen. dass nun Brig 37 tatsächlich ausgestattet werden soll. Fakt ist aber, dass dieses in der Tat hochmoderne digitale Funkgerät von Rohde & Schwarz (VR500, bestellt für 1,3 €) gravierende Probleme beim physischen und technischen Einbau aufwies (inkompatible Maße, fehlende Halterungen, Gerät zu groß und zu schwer, mangelhafte Energieversorgung). Resultat: signifikante Verzögerung und Zusatzkosten für Umrüstung Fz.
[Hm, es war von Problemen des Funkgeräts die Rede, und jetzt erwähnen Sie Probleme MIT dem Funkgerät beim Einbau in Fahrzeuge – Größe, Halterung etc. Was ja ein Unterschied ist… Es scheint da einiges an Gerüchten im Umlauf, weniger belastbare Erfahrungen? T.W.]
DD sagt:
15.10.2026 um 13:47 Uhr
„… der Großteil dieser Zugewinne eine Dienstzeit von maximal 12 Monaten haben, die in der Heimatschutzdivision verbleiben und in der richtigen Truppe nie ankommen. …“
Abgesehen von der unkameradschaftlichen Arroganz dieser Aussage zeugt sie obendrein von Unkenntnis. Ich kenne
a. die Basisausbildung der „aktive Truppe“ mit Krankmeldungen von bis zu 50% und mehr (einschließlich FA, die ja mal das „Rückgrat der BW“ darstellen sollen), wenn das Biwak naht und auch deren physischen und mentalen (charakterilichen) Defizite, was an Peinlichkeit oft nicht zu überbieten ist,
b. die Basisausbildung der Heimatschützer, die der der ach so tollen „aktiven Truppe“ in nichts nachsteht.
BA ist gleich, DPA ist unterschiedlich, das wars dann schon.
@all: Wie immer vielen Dank für die vielen guten Ratschläge und Meinungen zum Thema. Zum 1. Oktober hat die Bundeswehr rund 8.500 Sdt eingestellt. Unverändert liegt die Priorität bei Dienstverhältnissen über zwei Jahren und dabei insbesondere auf dem Bereich der Fach- und Führungskräfte. Wie unter dem Begriff saisonale Schwankungen hier bereits mehrfach angeführt: 30.09. einer von zwei großen Abgangsterminen; 1. Oktober einstellungsstärkster Monat im Jahr, bislang nicht ausschöpfbar, da in den letzten Jahren sowohl Infrastruktur als auch Ausbildungskapazität im zweiten Halbjahr gefehlt hat. Einstellungen richten sich nach den Bedarfsforderungen (quantitativ und qualitativ) der Streitkräfte. Bei einer allgemein bekannten und seit Jahren stabilen Abbruchquote von rund 25% (je nach TSK unterschiedlich aber vergleichbar im zivilen Bereich) ist die Entwicklung für die nächsten Monate bis Jahresende zumindest rechnerisch ableitbar.
@Robert Sieger: Danke für die Einstellungszahl von 8 500 Soldaten zum 1. 10. & der Mitteilung, dass die Abbruchzahlen weiterhin ca 25 % betragen.
1. Widerspruch: Ihre Angabe, dass der Schwerpunkt bei Dienstverhältnissen über 2 Jahr liegt scheint mir nicht der Schwerpunkt von Pistorius zu sein. Der Erfolg des Ministers wird am neuen Wehrdienst gemessen und dies an den FWDL & SaZ kurz. Natürlich mit der Hoffnung, dass viele danach sich weiterverpflichten. Und hier in AG ist an den Zahlen der letzten Jahre zu sehen, dass zwar die Zahl der Berufssoldaten steigt, aber die Zahl der Zeitsoldaten lang deutlich gesunken ist. Mehr SaZ lang zu gewinnen scheint also schwierig zu sein. Da die Abbruchqoute gleich bleibt, scheint die Einführung der Kündigungsfrist von 14 Tagen zu keiner Trendwende geführt zu haben. Weiss man, warum die Kündigungsfrist die Zahlen nicht wesentlich hat sinken lassen? Die zivilen Abbruchzahlen Scheiben mir anders zu sein. Die Lehre wird abgebrochen, weil man sich nicht mit Chef versteht oder falsche Berufswahl. Aber nicht um Zeit zu füllen, für anderen Job. Die Privatwirtschaft muss keine Probezeit anbieten
(außer 4 Monate für Azubis) und teilweise gibt es nur 3 statt 6 Monate Probezeit. Warum verkürzt die BW nicht die Probezeit, um Abbruchzahlen zu senken? Oder warum bietet die BW keinen Dienst nach den Vorschriften der alten Wehrpflicht freiwillig, alternativ an, ohne Probezeit? Denn ein Hauptvorteil der alten Wehrpflicht war für die BW, dass man nicht abbrechen konnte! Für Änderungen bei der Probezeit von FWDL müsste das Soldatengesetz geändert werden. Aber für SaZ kurz und SaZ ist die Probezeit nicht gesetzlich geregelt, also leichter zu ändern.
@Closius:
Worin liegt denn Ihrer Auffassung nach der Vorteil für den Bund beim Verzicht auf eine Probezeit?
@Hans Schommer: Ich denke man nimmt die Ausbildung zum Soldaten ernster, wenn man weiß, man muss sie durchziehen. Es besteht die Gefahr, dass die heutige Rekrutenausbildung weniger hart oder fordern ist, als zu Zeit der alten Wehrpflicht, weil die Ausbilder zu viele Abbrüche fürchten. Weniger Abbrüche, weil keine oder weniger Probezeit, bedeutet mehr Soldaten. Jeder Abbruch in der Probezeit ist eine Verschwendung von Ausbildungskapazität & Geld. Andere Bewerber werden ggf abgelehnt von BW, die nicht abgebrochen hätten, weil Dienstposten belegt durch spätere Abbrecher. In der Werbung hat die BW so getan, als wäre FWDL nur ein Schnupperdienst ein Dienst auf Probe. Ich finde ein Dienst auf Probe passt nicht zum Soldatenberuf. Die FWDL Soldaten wurden vernachlässigt, weil es nicht genug Dienstposten gab und dann wunderte sich die BW, dass zu wenig FWDL sich als als Zeitsoldaten verpflichtet haben. Der FWDL wurde als Zwischenjob nach Schule oder Studium dargestellt in der BW Werbung. Dazu passt aber nicht, dass es oft 6 – 12 Monate dauert, bis sich ein Bewerber durch Karrierecenter & Personalamt gekämpft hat und im Dienst ist. Zum Probedienst würde gehören innerhalb von 1- 2 Tagen Soldat werden zu können, wie bei der Legion. Zum Probesoldaten für Zwischendurch sollte auch gehören, den FWDL oder SaZ kurz mehrfach leicht absolvieren zu können, zB erst nach der Schule und dann nach der Ausbildung oder zwischen zwei Jobs, aber diese Wiedereinstellung ist zwar theoretisch möglich, aber praktisch höre ich nie davon. Ein Grund für die Abbrüche ist auf jeden Fall Langeweile oder Unterforderung nach der Grundausbildung & vermutlich fehlende Heimatnähe. Ich vermute, die 6 Monate Basisausbildung soll auch die Langeweile reduzieren. Bei der Heimatnähe sollte es klare Vorgaben geben, niemanden zu verlieren deswegen. Vorrang der Dienstwünsche vor Lücken stopfen. Nur die FWDL zum Lücken stopfen zB in Süddeutschland verpflichten, denen der Dienstort nicht so wichtig ist. Mit der Vergrößerung der BW endlich die Truppenteile in Ostdeutschland wieder schaffen, für die man im Moment zwingend in den Westen umziehen oder leben muss, damit die BW mehr Soldaten bekommt bzw diese nicht abbrechen. Fallschirmjäger, Gebirgsjäger & Artillerist konnte man früher auch im Osten werden bzw dort dienen. Luftwaffensoldat kann man nur im Westen werden, obwohl zum 1. Oktober ein 2. Luftwaffenausbildungsbataillon mit 4 neuen Standorten aufgestellt wurde!
@ Closius: Dann will ich das mal auf den Punkt bringen: Dem Dienstgeber dient die Probezeit dazu, den Bewerber bezüglich Eignung und Leistung zu erproben. Sechs Monate haben sich bezüglich Zweckmäßigkeit und Interessenabwägung als m.E. guter Kompromiss gezeigt.
Man könnte aber mal drüber nachdenken, die im zivilen Beamtenrecht geltenden Regelung in das SG zu übernehmen, wonach der Dienstgeber bei hervorragender Eignung und Leistung rechtswirksam und einseitig auf den Ablauf der Probezeit verzichten kann. Da brauchen die sechs Monate nicht komplett durchlaufen zu werden, und der Bewerber hat früher die ggf. gewünschte Rechtssicherheit der endgültigen Anstellung.
Die Kommunikation der Bundeswehr zu den neuen Kasernen ist chaotisch. Da werden 8 Kasernen genannt, die reaktiviert werden sollen. Dann ohne Begründung auf 5 reduziert und nur in drei Fällen ist die Wiederinbetriebnahme bisher entschieden, nämlich in Sigmaringen, Speyer & Kusel. Und ohne die Liste der 8 Kasernen upzudaten wurde die Kaserne in Trollenhagen reaktiviert für ein Heimatschutz Bataillon ohne je auf der Liste der 8 zu stehen. Und jetzt verhandelt die BW um einen ehemaligen britischen Flugplatz & eine ehemalige britische Kaserne in Gütersloh, welche auch nie auf der Liste der 8 standen.
@Hans Schommer: Bei der alten Wehrpflicht gab es nie eine Probezeit und es hat auch ohne dieselbe funktioniert. Da die September Stärke der BW immer noch nicht veröffentlicht ist, können die September Zahlen wirklich nicht gut sein & werden vorsätzlich zurück gehalten. Peinlich für die Abteilung P 1 der BW.
Mein Sohn macht gerade seine Basisausbildung als SaZ2, zu meiner positiven Überraschung ist sie anspruchsvoll und fordernd.
Die Zeiten sind heute nun einmal so, daß Soldaten einen Anspruch auf eine gute Ausbildung haben sollten!
Meiner Meinung nach kann dies aber nur mit motivierten Freiwilligen erfolgen. Bei einem gezogenen zwangsverpflichteten jungen Mann dürften sich schnell grundlegende Sinnfragen und Frust einstellen. Also kurzum, man sollte nicht so auf die Erfüllung von Zielvorgaben bei den Einstellungen schielen, denn Qualität sollte unbedingt vorgehen.
Meine Dienstzeit ist übrigens 36 Jahre her.
Werter Closius, Sie schmeißen da was durcheinander. Bei einer Wehrpflicht gab und gibt es generell keine Probezeit. Nur mal so.
@Closius
Es gibt keine Abteilung P1 der Bw
Danken Sie ihrem Sohn für den Realitätsabgleich. Nein, Soldaten „sollten“ nicht einen Anspruch auf eine gute Ausbildung haben, sie haben diesen Anspruch mit ihrem Dienstantritt erworben. Und ich bin davon überzeugt, dass die Ausbildung in der Bw dem auch gerecht wird.
Soweit vielen Dank, Paule für diesen Kommentar. Und ja, es ist unmittelbar einsichtig, dass „Motivierte“ sich besser ausbilden lassen, und auch erfolgreicher werden und in der Hierarchie häufiger aufsteigen. Was mich an Ihrem Satz stört ist das kleine Wörtchen „nur“. Dieser Anspuch von Ausschließlichkeit verhagelt Ihre Argumentation, weil grundlegend falsch. Auch aus ursprünglich völlig demotivierten Bäckerlehrlingen sind schon hervorragende Meister geworden. Der Mensch ist befähigt, sich zu wandeln. Darauf muss jede „gute Ausbildung“ setzen, niemand darf vorzeitig verloren gegeben werden, allerdings gibt es Persönlichkeiten, die nicht geeignet sind. Ausbildung dient auch dazu, solche aus einer Organisation zu verabschieden.
Im Übrigen gibt es in jeder Organisation auch weniger qualifizierte. Auch diese werden gebraucht, und sind letztlich unverzichtbar.
@Überragend: Formal haben sie Recht, die Abteilung heißt jetzt A 1 seit Oktober 2025, aber dies ist nur eine Umbenennung der alten Abteilung P 1. Soweit A 1 hier mit ließt, hat die Abteilung meine Kritik verstanden. Auf jeden Fall hat A 1 geliefert heute und die September Zahlen endlich veröffentlicht. Dazu wird es sicher einen neuen Thread vom Hausherren geben.
@Hans Schommer: Ich vermute, wir reden etwas aneinander vorbei. Mir ist eine Abbruchqoute von 25 % viel zu hoch. Ich hätte keine Probezeit beim freiwilligen Wehrdienst eingeführt, sondern gesagt, wer unterschreibt muss seine Zeit ableisten. Falls dies nicht funktioniert hätte, hätte ich eine Probezeit alternativ angeboten, aber zB gesagt, wer sich ohne verpflichtet erhält eine Prämie oder Handgeld. Heute könnte man es nur umgekehrt machen, Wehrdienst ohne Probezeit anbieten oder die Probezeit verkürzen. Für FWDL 6 – 11 Monate könnte die Probezeit aber nur per Gesetzesänderung geändert werden. Für SaZ kurz oder lang die Probezeit kürzen könnte das Ministerium selbst, weil nicht im Gesetz geregelt. Natürlich können sie eine lange Probezeit für besser finden. Aber hätten sie eine bessere Idee, um die Abbruchzahlen zu senken?
@Closius
Muss die Bundeswehr denn geeignete Bewerber aufgrund fehlender Ausbildungskapazität abweisen? Falls nicht entsteht durch die Abbrecher ja erstmal keiner größerer Schaden.
Das Problem ist ja ohne Probezeit schrecken sie viele potentielle Kandidaten von vornherein ab, die nicht riskieren wollen in einem womöglich nicht ihren Erwartungen entsprechenden Dienst festzustecken, vor allem wenn sie Alternativen haben (und die haben aktuell alle halbwegs begabten jungen Menschen).
@Paule: Bitte kein Wehrpflichtigen-Bashing hier im Sinne von „Zwangsverpflichtete sind unmotiviert“. Ich habe Wehrpflichtige ausgebildet und geführt und auch bei anspruchsvollen und sehr eigenverantwortlich zu erfüllenden Aufträgen erlebt, dass diese jungen Wehrpflichtigen bei der richtigen Führung Großes leisten können. Ich habe in einer GER – US – Übung einen „zusammengewürfelten“ Gefechtsstandszug geführt, in dem von 40 Mann vier SAZ, zwei Reservisten und der Rest Wehrpflichtige waren. Aber alle GWDLer hatten eine zivile technische Ausbildung und hatten „Blut geleckt“, in der Übung geforderte Zeiten für Verlegung und Aufbau und Einsatzbereitschaft nicht nur zu schaffen, sondern auch in jeder Nacht zu verbessern. Bei der vierten/fünften Verlegung des Gefechtsstandes konnte ich nahezu entspannt zuschauen, wie alle eigenverantwortlich und motiviert ihren Auftrag erfüllten und das US Schiedsrichter-Team staunend unseren Wehrpflichtigen zuschaute ;-)
Es tut sich was:
Von Reservistenverband/@Reserve
„Wer Fragen zur #Reserve hat, erhält nun Unterstützung von der zentralen Ansprechstelle Reserve der Bundeswehr. Die Ansprechstelle informiert Interessierte und Arbeitgeber und beantwortet Fragen von Reservistinnen und Reservisten.“
Kontakt:
📱: 0800 9800880
📧: reserve@bundeswehr.org
oder über die Formulare auf
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