Paketstation statt Kleiderkammer (vorerst nur zum Tausch)
Bei einem Besuch in der Kurmark-Kaserne in Storkow südöstlich von Berlin stieß ich auf eine Paketstation – die eben nicht von DHL oder Amazon betrieben wird, sondern von der Bw Bekleidungsmanagement, also der Firma hinter den Kleiderkammern der Bundeswehr. Bislang gibt es 22 solcher Paketstationen, vorerst als Pilotbetrieb im Norden und Osten Deutschlands.
Die neuen Einrichtungen sollen Soldaten und Soldatinnen Zeit und lange Wege ersparen, werden aber die übliche Kleiderkammer noch lange nicht ersetzen können: Bislang ist das System nur für einen 1:1 Tausch in gleicher Größe vorgesehen, warnt das Unternehmen. Voraussetzung ist eine vorherige Anmeldung in einem gesonderten Kundenportal.
Ansonsten unterscheidet sich die Paketstation kaum von den bekannten Angeboten der großen Lieferdienste: Abholcode per E-Mail, nummerisch oder als QR-Code, und der passende Scanner an der Station selbst gehören dazu. Und, wie es sich für einen Tausch gehört, kann die Retoure auch gleich dort eingeliefert werden.
Nur in einem Punkt ist die Bw Bekleidung sehr viel großzügiger als die kommerziellen Mitbewerber: Bei denen geht ein nicht abgeholtes Paket nach einer Woche zurück – die Bundeswehr-Kleiderkammer gibt bis zu zwölf Tagen Zeit.
(Foto: Paketstation der Bw Bekleidung in der Kurmark-Kaserne in Storkow)
…
Kenne so etwas schon seit einigen Jahren von Krankenhäusern für die dort genutzten Kasacks, Kittel und Hosen.
Mitarbeitende loggen sich mit dem Arbeitsausweis am Automaten ein und dann muss man ein Kleidungsstück einwerfen und bekommt dafür Ersatz. Wird dann auch direkt gereinigt.
Bei der BW wahrscheinlich nur Tausch bei Defekt oder wenn man rausgewachsen ist.
Wahrscheinlich bin ich altertümlich und erwarte eine Kleiderkammer in jeder Kaserne. Vermutlich soll der Kleidertausch Personal sparen. Aber neue Ausrüstung kann beim Tausch nicht ausgeliefert werden.
@Wiegold: Es fehlt die Mitteilung, wie der Tausch bei den Soldaten ankommt?
Und sie waren doch sicher nicht nur in der Kurmark Kaserne wegen der Packstation? Die Kurmark Kaserne ist nach meiner Liste für die neuen Container für Rekruten aus Berlin & Brandenburg vorgesehen. Kommt hier noch ein weiterer Bericht zu der Kaserne hier oder ein Artikel für ein anderes Medium?
[Gut erkannt ;-) Es gab viel Info von CIR dort, das mündet auch noch in Bericht(e) hier. T.W.]
Dieses Beispiel passt in meinen Eindruck, dass die Neuordnung des Bekleidungswesens seit einigen Jahren auf dem richtigen Weg ist. Ich erlebe echte „Kundenorientierung“ und echte Beratung und auch präzise Terminvereinbarungen. Und gerade für Soldaten, die nicht in einer geschlossenen Einheit mit Kleiderkammer nebenan dienen, sind Packstationen eine echte Bereicherung. Nebeneffekt: So lässt sich auch Dienstzeit einsparen! 15 Minuten zur Paketstation statt 2 – 3 Stunden An- und Abfahrt zum nächsten Servicestützpunkt! Weiter so! Beim Thema Zeitbewirtschaftung ist aber noch viel Luft nach oben in der Bundeswehr. Aber viele kleine Maßnahmen wie dieser, sind Schritte in die richtige Richtung.