DroneWatch: Laut Selenskij ukrainische Front-Erfolge im März fast allein mit Drohnen
Die Zahlen, die der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Monatsbeginn nannte, lassen – nicht nur angesichts der deutschen Debatte über Drohnen – aufhorchen: Die Erfolge, die die Ukraine an der Front gegen russische Soldaten erzielt habe, seien im März fast allein auf Drohneneinsätze zurückzuführen. Artillerie und andere Waffensysteme hätten dagegen nur eine untergeordnete Rolle gespielt.
Die Einzelheiten nannte Selenskyj am (heutigen) Freitag auf seinem Telegram-Kanal:
Die russischen Verluste im März erreichten den höchsten Stand seit Kriegsbeginn: Allein durch die Angriffe unserer Drohnen wurden 33.988 russische Soldaten getötet oder schwer verletzt, und weitere 1.363 Besatzer wurden durch Artillerie- und andere Angriffe ausgeschaltet. Das bedeutet bereits mehr als 35.000 russische Verluste in einem Monat, und es handelt sich um eindeutig bestätigte Verluste: Wir verfügen in unserem System über Videoaufzeichnungen jedes einzelnen solchen Treffers.
Ich danke allen unseren Soldaten für ihre Treffsicherheit. Besonders hervorheben möchte ich die Soldaten des ZSO „A“ des Sicherheitsdienstes der Ukraine, die „Ptachy Madyara“, die Spezialeinheit der Grenzschutzbeamten „Phoenix“, die Lazar’s Group und die 95. separate Luftlandesturmbrigade: Dies sind die erfolgreichsten Einheiten beim Einsatz von Drohnen.
(übersetzt mit deepl.com)
Ob die Zahlen stimmen, lässt sich von außen zunächst nicht überprüfen. Entscheidend ist aber etwas anderes: Das Verhältnis der verwundeten und getöteten Gegner durch Drohnen zu der Zahl derjenigen, die mit anderen Waffensystemen außer Gefecht gesetzt wurden. Und selbst wenn die absoluten Zahlen nicht zutreffen sollten: Beim Zahlenverhältnis hat die Ukraine an dieser Stelle keinen Grund, falsche Angaben zu machen.
Die meisten Drohnen sind fliegende Munition und somit Massenware. Wenn Deutschland Drohnen kauft ist das gut, noch besser ist es effiziente Drohnenfabriken zu kaufen b.z.w. vorzuhalten. Wie so oft entscheidet im Krieg nicht nur Klasse sondern auch Masse.
Nun ja, es sind gegnerische Verluste, das ist aber noch kein Erfolg an sich. Die UKR wird leider ebenso abgenutzt, letztens soll wohl ein UKR Angriff zusammen gebrochen und dabei u.a. ein M1 ABRAMS vernichtet worden sein.
Stichwort „eindeutig bestätigte Verluste“, da ohne Videobeweis keine Credits für das Belohnungsportal. Es handelt sich um einen offensichtlichen Bias, da Verluste durch andere Waffensysteme nicht so gründlich und genau dokumentiert werden oder auch gar nicht können.
@Thomas Melber:
Der geammte „Angriff“ bestand aus einem Abrams, der einen Kettentreffer erlitt und aufgegeben wurde, einem BMP-2 der in einem Graben rutschte und 2 gepanzerten MRAP-Fahrzeugen.
Was man so hört, war das jetzt sicher keine Glanzleistung von dem zuständigen Kommandeur, aber eben auch kein Desaster, alleine durch den sehr geringen Kräfteansatz.
@ Thomas Melber Das war ein verstärkter Zug, der da aufgerieben wurde. Was glauben Sie, was bei einem Krieg NATO gegen Russland da täglich ausfällt? Da ist sowas keine Meldung wert. Da kommen nur Briefe nach Hause. Dumm war wohl, dass da über alle Köpfe hinweg der Angriff befohlen wurde. Das Regiment der betroffenen Einheit prüft das gerade.
@Alex2:
Artilleriefeuer wird auch mittels Drohnen beobachtet und geleitet, dementsprechend ist die Untererfassung nicht dramatisch.
..und wie weit sind unsere Fortschritte in Sachen Drohnen gediehen? Was wir in 4 Jahren nicht gelernt haben kann man ja jetzt im Irankrieg sehr umschön sehen. Selensky muss ja das Herz bluten mit anzusehen, wie wir unsere sündhaft teurere Hightec Munition verballern.
Eigentlich gruselig, mein Schulkamerad und ich haben schon zu unserer Schulzeit in den 1980ern Modellflugzeuge mit digitaler Flugstabilisierung und RTB Funktionalität gebaut (und dabei unser Meisterstück elegant in einem See versenkt weil das Ding das Spiegelbild der Sonne auf dem Wasser als Richtpunkt betrachtete).
Wir hatten damals schon 80% der Fähigkeiten im Hobbyist-Sektor was heute als „Neuland“ bezeichnet wird. Manchmal sind die Leute von Gestern den Leuten von heute um Jahre vorraus. Man kann sich vorstellen wie mein Kumpel und ich bei der Abschaffung der Heeresflugabwehr geschaudert haben und damals schon prophezeiten: The Drone Wars are coming and will stay around…
@TomCat
Die Ukraine hat angekündigt, die Trainingsangebote für die Ausbildung in anderen Ländern nicht mehr länger nutzen zu wollen. Die Aussage ist, dass man die Soldaten danach nochmal neu trainieren müsse, weil die Nato nicht in der Realität lebt.
Wörtlich:
“They are detached from our realities, from current combat operations,” said Yevhen Mezhivikin, Deputy Chief of the Main Directorate of Doctrine and Training of the General Staff of the Armed Forces of Ukraine.
Wir haben halt Militärbürokratie – die heiligen Handbücher – was juckt uns da die Realität.
Es gehen ja auch immer noch gepanzerte Fahrzeuge in die Ukraine ohne Drohnenabwehr.
Kein Käfig drum herum, kein kleines Radar oder ähnlicher 360°-Sensor und erst recht kein Aktor.
Ob der Leopard 2A8 jemals sowas bekommt?
Mit den Skyranger-Systemen können wir nicht jedes Fahrzeug decken, das geht einfach nicht. Eine große Zahl davon würde ja auch zur Standortverteidigung gebraucht werden.
Und gegen Drohnenschwärme sieht dann auch ein Skyrangersystem schnell alt aus.
Rheinmetall hat eine Waffenstation zur Drohnenabwehr vorgestellt, mit einer Minigun. Und das, während der Chef davon faselt, dass diese Hausfrauendrohnen ja keine Innovation wären.
Der Leopard 2A8 hat das Trophy-System. Der YT-Kanal der BW hat mir bestätigt, das sei auch in der Lage Drohnen abzufangen. Der Munitionsvorrat von Trophy ist natürlich klein. Aber bisher setzen auch weder Russland noch Ukraine Schwärme für einen einzelnen Panzer ein.
Es gibt halt auch logistische Grenzen, wieviel Drohnen eine Fronteinheit sinnvoll vorhalten kann, die sich vor potentiellen feindlichen Raketenangriffen verstecken muss.
Zu Skyranger: solange die Drohnen nicht von allen Seiten kommen kann das System angeblich durchaus mehrere Drohnen gleichzeitig abfangen. Die Feuerrate ist ja auch ziemlich hoch.
Aber klar, eine Übersättigung von Abwehrsystemen ist immer theoretisch machbar. Ob das logistisch mit der notwendigen Masse abbildbar ist, wird sich dann zeigen.
Ich möchte gern kurz darauf hinweisen, dass ein Großteil aller durch Drohnen außer Gefecht gesetzten gepanzerten Fahrzeuge nicht direkt durch Mini Drohnen zerstört werden…. sondern deren Besatzung und „Innereien“ , wenn sie ne Luke öffnen…
Die Top Panzerung jedes westlichen aktuellen Kpz. ist auch ohne Sonderschutz teilweise gegen Artillerie Schrapnelle und wenn nicht gegen Panzer Granaten, dann zumindest gegen 30mm Munition sicher…. Eine FPV Drohne von ein paar Kilo mit nem paar hundert Gramm Sprengkopf oder umgebaute Handgranate killt somit erstmal in der Regel keine Top Panzerung eines modernen NATO Kpz.
Und nur diese FPV Kleinst Drohnen sind in Massen vorhanden…. Größere Drohnen mit großem Sprengkopf sind viel viel weniger zu sehen an der Front, da viel teurer und aufwendiger… Insbesondere, wenn sie Panzerbrechend sein sollen… Und zudem nur noch mit Fahrzeugen abfeuerbar… somit aufklärbar und selbst verwundbar.
Gefährdet durch FPV Drohnen sind selbstverständlich ungepanzerte Fahrzeuge und nur leicht gepanzerte Fahrzeuge sowie… Einzeln herumlaufende ungeschützte Infanterie anno 1916 … Die es massenhaft in der Ukraine gibt.
Aber würde so primitiv auch die NATO in Polen oder Baltikum kämpfen?
Mit Sicherheit : NEIN!
Die Panzer Verluste der Russen sind aber teilweise konstruktiv selbst verschuldet :
Erbärmliche Enge, kaum Klimaanlagen oder ABC Rundum Schutz und fehlende moderne IR/WBK Sicht Mittel mit Rundum Truppen Verbund Lagekarte in dem an der Ukraine massenhaft eingesetzten alten 1970/80er T72/T80 Schrott erfordern viel zu oft das Öffnen der Luken…. Zum Luft holen oder zur Gefechts Orientierung… Tödlich!
Es ist davon auszugehen, dass das bei aktuellen NATO Leo, M1 etc wesentlich anders sein dürfte!
Gegen die Kleinst FPV Drohnen wird es NATO seitig zukünftig vielleicht auch ganz andere Möglichkeiten geben. Zum Beispiel neue in niedrig Orbit fliegende Aufklärung Satelliten, deren Sensoren Glasfaser Kabel Rück bis zum Lenker ruck verfolgen können . Den Rest erledigt dann EINE 155mm Granate aus 30-demnächst 60- km Entfernung.
Bei aller Freude über die potentielle Effektivität und Effizienz von Skyranger: Wo sind die denn? 19 Stück bestellt und in Produktion, Auslieferung ein Jahr später. Das war es dann auch schon.
Gesamtbedarf ca 600 Stück. Sind die schon durch den Bundestag oder bestellt? Wann sind die in Masse verfügbar? 2035?? Und für wann schätzt die BuReg noch mal die Gefahr einer russischen Aggression am höchsten ein?
Nächste Frage: Sind von den 600 geplanten Skyranger auch solche für den Heimatschutz gegen Shahed und Co eingeplant?
Ehrlich gesagt, das stimmt alles vorne und hinten nicht. Die Realität ist immer noch nicht bei den Verantwortlichen angekommen.
@StMarc um 09:4: „… Nächste Frage: Sind von den 600 geplanten Skyranger auch solche für den Heimatschutz gegen Shahed und Co eingeplant? …“
Nein. Das wäre auch reine Geldverschwendung. Wozu bräuchte man ein teures Boxer-Fahrgestell.
Für den von Ihnen genannten Zweck gäbe es günstigere marktverfügbare Systeme – nicht mobil, aber verlegefähig.
@Der_Picard
Ich zitiere dann nochmal:
“They are detached from our realities, from current combat operations.”
Wenn das hier nicht zutrifft, dann weiß ich auch nicht mehr.
Man kann sich nicht einfach von der Realität loslösen und die Fakten so verdrehen, wie es einem passt.
Wie gesagt, die Ukraine will lieber selbst ausbilden, weil die Grundausbildung in anderen Ländern Zeitverschwendung ist. Die Drohnen fliegen seit über 3 Jahren und kommen in der Ausbildung nicht vor.
Und diese FPV-Drohnen, die gegen Fahrzeuge zum Einsatz kommen, haben in der Regel einen RGP7-Sprengkopf mit einem modifizierten Zünder. Die wiegen keine 3 Kilogramm, das ist keine besonders große Last.
So zu tun, als würden diese Drohnen einem Panzer nichts anhaben können, ist etwas seltsam.
Es sind gerade diese Drohnen, die billigen, kruden Dinger, von Soldaten gelenkt, die den meisten Schaden verursachen. Nicht die großen Geier, wie sie die Bundeswehr jetzt kaufen will.
Gegen Stellungen der Infanterie kommen dann auch größere Drohnen zum Einsatz. Die bombardieren nachts, legen Minen aus.
Das erinnert auch wieder an die Aussagen von Rheinmetalls CEO, der da auch mal davon sprach, dass es nur nettes Feuerwerk sei. Dabei wurde wohl übersehen, dass die Ukraine die „Feuerbälle“ gegen weichere Ziele einsetzt.
Und da geht es dann auch um Kosten. Man muss nicht jeden Gefechtskopf mit teurem, chinesischem Wolfram vollstopfen. Und der „Kleiderbügel-Zünder“ passt da auch sehr gut rein, weil er quasi nichts kostet.
Es gab ja schon mehrere Übungen von NATO-Armeen, die ukrainische Drohnenteams eingeladen hatten. Da wurde dann mal simuliert, wie das wohl gegen russische Drohnenteams laufen würde. Das Ergebnis war immer eine Katastrophe.
Ihr Beitrag wirkt so, als hätte man ihn vor Jahren verfasst. Wie man sich bis heute so vor den Fakten verschließen kann, ist mir ein Rätsel.
@Hamburger
Trophy ist nicht dafür ausgelegt. Um das System zu überwinden, braucht man nur Täuschkörperdrohnen, die vorausfliegen, um die Munition im System auf 0 zu drücken. Dann erst kommt die richtige Drohne, die ja auch nur knapp 1000 Euro kostet. Drohnenschwärme, die von A nach B fliegen, sind nicht kompliziert.
Das größte Problem ist die mangelhafte Vorwarnzeit. Die Besatzung bekommt nichts mit, bis kurz vor der Auslösung.
@StMarc
Die SkyRanger-Produktion wird auf 3 Fabriken hochskaliert. Die Produktionsrate soll von 200 auf 400 Stück im Jahr steigen. Der Plan sieht vor, jedes Quartal eine Linie fertig zu bekommen. Die Schweizer Linie müsste schon so weit sein. Dieses Quartal kommt der Standort in Italien dran und in Q3 dann der neue Deutsche.
Und ja, x-hundert Stück im Jahr ist ein Wert, der erst einige Zeit nach dem Produktionsstart gehalten werden kann. Die Systeme gehen fast ein Jahr durch die Fertigung. Es ist halt Manufakturbetrieb, bis in die Lieferketten hinein. Diese auszubauen dauert eben sehr lange. Alle beteiligten Firmen brauchen erstmal unterschriebene Verträge, bevor sie sich um Rohstoffe, Personal und eventuelle neue Standorte kümmern können. Und es gibt ja bekannte Schwachstellen, wie die Produktion des Boxers.
Unsere Zeitenwendler verstehen das nicht so richtig. Man meint halt, wer Geld auf den Tisch legt, bekommt Ware geliefert. In den USA ist man auch verwundert, dass sich die Produktion diverser Systeme nicht einfach verzigfachen lässt. Dabei haben andere Systeme in der Vergangenheit die gleichen Probleme gehabt und man hat jahrelang daran arbeiten müssen.
Hochwertgerät wie der Skyranger mag für Hochwertziele/Truppenkonzentrationen ein Teil der Lösung sein – für eine lange und tiefe Front ist er das nicht.
Oder auch: Der Markt regelt das. Kosten Skyranger? Ab 10 Millionen Euro. Kosten „Sting“ (aka Shahed-Killer) – um die 2000 Euro pro Einheit (Kosten Shahed ab 20.000 Euro). D.h. für einen Ranger kriegt man 5000 Abfangdrohnen. Damit kann man ein paar Kilometer Front mehr abdecken. Dezentral, schnell – da passen ein paar in jeden Kofferraum.
Die Ukraine verfügt längst über ein ganzen Werkzeugkasten schnell evolutionierender Drohnen, die verschiedenste Aufgaben erfüllen. Aufklärung in der tiefe des Raumes, Langstreckenangriffe, Gefechtsfeldüberwachung, taktische Angriffe, FPV, Versorgung usw. usf.
Im März wurden übrigens nicht nur die 95% casualties auf russ. Seite durch Drohnen verusacht. In diesem Monat wurden auch erstmals seit Kriegsbeginn mehr Drohnen nach Russland geschickt, als Russland in die Ukraine geschickt hat. Und das so wirkungsvoll, dass „Verbündete“ die Ukraine um Zurückhaltung gebeten haben sollen, weil die russ. Fähigkeit zum Ölexport bedeutsam getroffen worden sein sollen … Häfen, Tanklager, Raffinerien.
@SvD 05.04.2026 um 18:05 Uhr:
Die Niederländer haben einen Käfig für die PzH 2000 entwickeln lassen mit Möglichkeit Tarnnetze draufzuziehen.
@Hamburger 06.04.2026 um 1:02 Uhr:
Die typische Vernichtung eines gepanzerten Fahrzeugs funktioniert so:
1. Vernichtung der Optik o.ä. sensibler Teile. Damit einher geht ein „mission kill“. Bekannterweise werden dabei „gerne“ 10+ Drohnen verbraucht bis der „mission kill“ erreicht ist.
2. Der „verwundete“ Panzer wird mit größeren Drohnen angegriffen (Motor, Kette) so daß er liegenbleibt.
Je nach Gefechtslage, kühlen Kopf der Besatzung ist der Panzer weg, wenn die großen Drohnen kommen, dann bleibt es beim „mission kill“.
3. Artillerie zerstört das stehende Blechstück.
wenn es nicht geborgen wurde, bevor die Artillerie den Auftrag abarbeiten kann.
Ergo: Gut trainierte Besatzungen in einem gut gepanzerten Fahrzeug können durchaus nach einem Drohnentreffer wieder heil zuhause ankommen.
Es ist ziemlich klar, dass auf absehbare Zeit die Grundausbildung Drohne vermutlich demnächst auf Englisch in der Ukraine stattfinden sollte, sollte dort irgendwann mal Frieden eintreffen.
Marschieren und Schießen lernen kann man auch in jedder Kaserne in Pusemuckel. Lernen wie man auf dem modernen Schlachtfeld überlebt, zeigen einem dann künftig Ukrainer mit Drohnen, die Paintballs verschießen. Biste bunt, biste geübt tot.
@Wait&C
Also das Sie in den 1980er folgendes privat betrieben haben wollen:
Zitat
„….digitaler Flugstabilisierung und RTB Funktionalität……“ bezweifele ich ja mal gänzlich.
Selbst wenn sie Zugang zu dieser Technik, wo auch immer her, gehabt haben hätten, wäre diese zu der Zeit kaum in ein RC Flugmodell unterzubringen gewesen. Wirkt gewaltig übertrieben!
Schönes Tag
Ich möchte hier mal eine Lanze für die Beschaffer brechen.
Das Thema, was konkret gebraucht wird, stellt sich bei dem Tempo, wie die Innovationszyklen aktuell verlaufen, alle drei Monate neu.
Ich möchte nicht tauschen mit denen.
Was die Ausbildung betrifft. So kann ich mir gut vorstellen, dass vielen Lehrbuchthemen, aus Sicht der Ukraine, nicht in ihre Realität passen. Da würde ich mir auch wünschen, dass man seitens der Bundeswehr da „experimentierfreudiger“ wird, und die gegenwärtige Situation als Chance sieht, zu lernen. Vielleicht braucht man dieses neu Wissen ja schneller, als einem lieb ist.
@Ad Astra
„… aus Sicht der Ukraine, nicht in ihre Realität passen.“
Genau dies ist der jumping point: aus Sicht der UKR. Das AHEntwg und das PlgABw stochern noch im Nebel wie denn das zukünftige Kriegsbild sein wird. Beweglich mit dem klassischen Gefecht der verbundenen Waffen (wer spricht noch von Operationen verbundener Kräfte ?) oder statisch ? Oder beides, je nach Fortgang der Kampfhandlungen ? Oder beides zeitlich parallel je nach Ort, z.B. Baltikum: eher statisch, Polen: bewegliche Kampfführung ?
Die Erfahrungen der UKR sind eben auch dem Umstand geschuldet, daß sie gar nicht über die taktischen Möglichkeiten verfügt, die wir grundsätzlich haben. Zudem kann Erfahrung auch die Weiterentwicklung von Taktik vorantreiben: so war die Erfahrung des 1. WK für die Reichswehr / Wehrmacht insofern prägend als daß man sich nicht mehr auf einen blutigen Stellungskrieg einlassen wollte sondern einer sehr beweglichen Kriegführung den Vorzug gab (manoeuvre warfare). Frankreich hingegen zog für sich den Schluß, daß nur eine starke Defensivposition erfolgreich sein würde (Maginot-Linie) um den Gegner abzunutzen, was eigentlich der bis dahin gültigen französischen Doktrin widersprach.
@Pham Nuwen
Bisher ist es sehr schwierig, kleine FPV-Drohnen mit einer Abfangdrohne zu erwischen.
Die sind halt schwer aufzuklären und abzufangen.
Die Abfangdrohnen sind nur aus der Entfernung, mit relativ gerader Flugbahn, präzise. Für einen Drohnen-Dogfight in Bodennähe sind die einfach nicht gemacht.
Eine FPV Drohne kann eine andere FPV Drohne durchaus bekämpfen, nur muss da halt auch erstmal die Aufklärung erfolgen. Und dann muss der Pilot noch in der Lage sein, eine andere Drohne zu erwischen, die ja etwas kleiner ist als ein Panzer.
Am sinnvollsten wäre es, die Fahrzeuge selbst mit Abwehr auszustatten.
Also, Radar und elektrooptische Sensoren in Verbindung mit einem 2-lagigen Hardkillsystem.
Erste Lage wäre eine Waffenstation, um die Drohnen mit ausreichendem Abstand zu bekämpfen.
die zweite Lage wäre dann der Selbstschutz am Fahrzeug, zum Beispiel in Form eines Systems wie dem SCILT von Mehler. Dabei sind rund um das Fahrzeug Schrotläufe angeordnet, die dann ausgelöst werden können, um eine Drohne abzuschießen.
https://mehler-protection.com/de/plattformschutz/scilt/
Das kann eigentlich nicht so teuer und kompliziert sein. Und man könnte ein System wie dieses auch in der Ukraine testen.
@Thomas Melber
Die taktischen Möglichkeiten haben bei den letzten Übungen mit ukrainischen Drohnenteams auch nicht geholfen.
Wir hätten die technischen Möglichkeiten, Drohnenabwehr zu bauen und in der Ukraine zu testen, aber wir machen das nicht. Russland hingegen testet an der ukrainischen Armee seine KI-Systeme. Wenn da irgendwann der Knoten geplatzt ist, wird das richtig unangenehm.
Sehr interessante Diskussion hier. Meine Anmerkung dazu: Die aktuellen Operationen der IDF im Süd-Libanon scheinen doch zu zeigen, dass ein effektiver Schutz von mechanisierten und verbunden Infantriekräften gegen FPV Drohnen möglich ist. Zu mindestens sind öffentlich meines Wissens nach hier keine entsprechenden Verluste bekannt und ich gehe davon aus, dass der Gegner dort mit iranischer Unterstützung über entsprechende Mittel verfügt.
Wenn man den Kommentaren zum Ukranie-Krieg von Oberst Reisner aus Österreich auf NTV folgt, ist ein solcher Schutz ohne technische Neuerungen eher un- oder nur sehr schwer möglich. Gibt es Ideen dazu wie dies der IDF gelingt?
@Der_Picard 06.04.2026 um 2:37 Uhr
Ähm, verstehe ich das so richtig: Niedrig fliegende Aufklärungssatelliten können das hauchdünne Glasfaserkabel erkennen und zum Drohnenpilot zurückverfolgen? Echt jetzt? Wie? Haptisch (ha ha)?
Auf die Antwort bin ich gespannt wie ein Flitzebogen!
Ukrainian drones in Germany: how Frontline Robotics has become Ukraine’s first exporter of military technology
https://www.pravda.com.ua/eng/articles/2026/04/10/8029597/