Fürs Protokoll: Breuer als künftiger Vorsitzender NATO-Militärausschuss nominiert
Die Bundesregierung hat Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer offiziell als künftigen Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses nominiert. In Abstimmung mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johannes Wadephul habe er den Vier-Sterne-General für die Wahl im September vorgeschlagen, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius am Rande eines Treffens mit seinen NATO-Kollegen in Brüssel.
Die Ankündigung des Ministers am (heutigen) Donnerstag:
Breuer ist seit März 2023 als Nachfolger von Eberhard Zorn Generalinspekteur der Bundeswehr und damit höchster Soldat der Bundeswehr. An der Spitze des NATO-Militärausschusses – im Bündnis-Jargon: CMC, Chairman Military Committee – soll er den italienischen Admiral Giuseppe Cavo Dragone ablösen. Dragone hatte sein dreijähriges Amt im Januar 2025 angetreten, die Amtszeit Breuers beginnt damit also 2028.
Formal ist das Military Committee die höchste militärische Autorität im Bündnis und setzt sich aus den jeweiligen nationalen militärischen Befehshabern zusammen (im NATO-Jargon: Chiefs of Defense, CHOD). An der Spitze steht in der Regel ein Europäer, der zuvor als CHOD in seinem Land eingesetzt war. Der letzte Deutsche als Vorsitzender war von 2002 bis 2005 der Luftwaffengeneral Harald Kujat.
(Foto: Pistorius, l., und Breuer bei einem Empfang auf dem Hof des Bendlerblocks in Berlin am 28.01.2026 – Neele Janssen/photothek.de)
Gut, dass man mit Gen. Breuer offiziell wieder einen Deutschen General nominiert hat.
Dennoch sehe ich das kritisch in Bezug auf Alter und Restdienstzeit.
Wenn er 2028 das Kommando antritt, ist er 63 Jahre alt und hat daher eigentlich nur noch maximal 1,5 Jahre Restdienstzeit (er ist im Dezember 1964 geboren), also nur die Hälfte der Kommandierung/Beorderung.
Ob er vom Typ her gut auf dem Posten wäre, kann ich so auch nicht beantworten, aber er erscheint mir immer als eher abwägend, denn entscheidend.
Nebenbei ist bis 2028 noch viel Zeit, in der ein Gen.Insp. noch über die ein oder andere „Affäre“ stürzen kann – ob selbst verschuldet oder nicht…
Schauen wir mal, was wird.
Die Streitkräfte sollten froh und dankbar sein, dass Boris P. den Carsten B. nach Brüssel schickt.
Die Bundeswehr benötigt dringend einen charismatischen militärischen Führer und niemanden, der die Ausstrahlung eines „Altglas-Containers“ hat.
Noch nie war ich mir sicherer, dass General Breuer eine absolute Fehlbesetzung als Generalinspekteur war und ist. Sorry. General Breuer kann dem General Kujat nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen.
Ohne für Herrn Breuer pro oder Contra zu sprechen: Aber was genau ist die substanzielle Kritik an ihm als GI? Charisma im TV ist gerade für einen Nicht-Politiker wohl kaum ein notwendiges Kriterium.
Gerade im Amt des Chairman ist rationale Besonnenheit nicht schlecht aufgehoben. Es ist ohnehin zu nicht geringen Teilen „nur“ beratend und administrativ/repräsentativ.
Zu Kujat: Wenn man sich dessen (mitunter indiskutable) Entwicklung hin bis zur Gegenwart anschaut ist fraglich, ob man ausgerechnet ihn als Vorbild vorschlagen sollte.
Zum Alter: Der aktuelle Chairman Admiral Dragone, aber auch der ehemalige EU Military Chairman General Brieger isr/war deutlich im eigentlichen Ruhestandsalter. Das Problem sehe ich zweitrangig.
Anständige Entscheidung. Dadurch kann Breuer seine Amtszeit als Generalinspekteur so gut wie zu Ende führen und kann anschließend mit viel Erfahrung Deutschland im Militärausschuss vertreten.
Ich bin sehr gespannt, wer der Nachfolger von Breuer werden wird. Viele nennen ja GenLt. Freuding als möglichen Nachfolger, es gibt aber sicherlich noch wesentlich mehr mögliche Kandidaten.
Sehr mißtrauisch stimmt mich die Formulierung, dass der BM „ausgezeichnet“ und „sehr vertrauensvoll“ zusammenarbeitet.
Wennn das wirklich so sein sollte, warum ist er dann froh ihn an die NATO abgeben zu können? Vor allem vor dem Hintergrund, dass zum Einen die Dienstzeit des BM dann möglicherweise auch endet und zum Anderen, dass Gen Breuer 2028 ebenfalls kurz vor seinem Ausscheiden steht, seine Chancen sich auszuwirken also begrenzt sein dürften.
Bei Kanzlerin Merkel hieß das üblicherweise soviel wie „ich bin froh, dass ich ihn los bin“.
Mal abwarten, wie dies weitergeht.
@Florian Staudte Im Großen und Ganzen stimme ich Ihnen zu. Aber wie sich General a.D. Kujat entwickelt hat, ist Ihnen hoffentlich nicht entgangen. Der würde heute weiße Taschentücher anschaffen lassen.
Ich habe Breuer während CoViD19 und in der Fluthilfe erlebt und verfolge seine Auftritte einigermaßen mit. Einmal habe ich Breuer und v. Sandrart mit kurzem Abstand persönlich erleben können. Was für ein Unterschied!!!!!! Ein politischer Verteidigungsbeamter in Uniform vs. echter General mit Charisma.
Wird er für diese Aufgabe vermutlich nicht eher „freigestellt“ werden, so dass die Altersgrenze keine Auswirkung hat und er die vollen drei Jahre eingesetzt werden kann?
Wegbefördert?
Meine Beurteilung fußt auf Meinungsbildung aus den allg. Medien und den einschlägigen BW-Medien.
Breuer scheint mir in der Tat ein fleißiger, logistik-bewährter uniformierter Verwaltungs-Profi zu sein.
Ein überzeugender militärischer Führer, dem Soldatinnen und Soldaten vertrauen und auf den Weg mitnimmt, ist er nicht!
Dann ist er m. M. ganz bestimmt nicht der geeignete Kandidat für den neuen Posten!
Mich würde in der Tat interessieren, was wirklich dahinter steckt!
@BundeswehrBW
In wie weit wird denn auf dem Posten militärische Führung i.e.S. gefordert ? Doch eher: strategische Vorausschau, Kommunikationsfähigkeit, diplomatisches Geschick.
Der Vorsitzende des NATO Militärausschusses ist kein militärischer Führer so wie z.B. der SACEUR.
@T.W.
Ist die Angabe, dass die Amtsübernahme 2028 stattfinden müsste, korrekt?
Medien berichten dagegen von Mitte 2027.
Das ist auch plausibel, da die Amtszeit von Admiral Dragones Vorgänger Admiram Bauer um knapp ein halbes Jahr verlängert wurde. Um wieder in den ursprünglichen Rhythmus zu kommen, würde damit die Amtszeit von Admiral Dragone entsprechend verkürzt und erklärt auch die zeitige Wahl seines Nachfolgers im September 2026.
[Pardon, kann sein – ich war vom üblichen Rhythmus ausgegangen und habe nicht geprüft, ob das in diesem Fall verändert wird. Müsse aber ne Quelle suchen. T.W.]
Florian Staudte sagt:
12.02.2026 um 14:16 Uhr
„[…]Noch nie war ich mir sicherer, dass General Breuer eine absolute Fehlbesetzung als Generalinspekteur war und ist. Sorry. General Breuer kann dem General Kujat nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen.“
Okay, Sie müssen Breuer nicht mögen und ihre Meinung ist ihre Meinung. Aber Kujat? Erstens hatte der auch nur bedingt „Ausstrahlung“ (was für einen General auch nicht so wichtig ist) zum anderen fiel in seine Ägide auch die Schaffung des „Zentrum für Transformation der Bundeswehr“. Das wurde ja gebastelt, da Transformation fortlaufend ist wohingegen Reformen ja enden würden. Er war genau so am Herunterwirtschaften der Streitkräfte „Schuld“ wie alle anderen Entscheidungsträger jener Jahre. Sein Verhalten nach dem russischen Überfall auf die Ukraine spricht zudem für sich.
BundeswehrBW schreibt am 13.02., 1:08 Uhr:
„… Breuer scheint mir in der Tat ein fleißiger, logistik-bewährter uniformierter Verwaltungs-Profi zu sein.
Ein überzeugender militärischer Führer, dem Soldatinnen und Soldaten vertrauen und auf den Weg mitnimmt, ist er nicht!
Dann ist er m. M. ganz bestimmt nicht der geeignete Kandidat für den neuen Posten!“
Ich kenne Ihre Betrachterperspektive nicht. Ich bin mir aber sicher, dass Sie mit Ihrer Meinung daneben liegen. Seine Verwendungen in der Linie sprechen für sich. Ich persönlich kenne ihn ganz gut (siehe Barettabzeichen). Seine zurückhaltende Besonnenheit wird oft verkannt.
@ all zu Gen Kujat: Der schwamm in Scharpings Kielwasser und hat den vernünftigen Kräftean-satz Bw des Gen von Kirchbach an diesem vorbei mit einer dem Minister gefälligen Parallelplanung torpediert. Kujat hat m.E. somit durch seine Willfährigkeit zum heutigen Desaster maßgeblich beigetragen und war dann „allzeit bereit“, selbst den GI-Posten zu übernehmen.
Nur mal so.
@LLTr, freigestellt würde ich das nicht nennen. Da wird dann eher temporär ein entsprechender Dienstposten für eingerichtet.
Solche NATO Posten sind afair der einzige Weg wie es in Deutschland mehr als einen aktiven 4 Sterner geben kann.
Von daher wird dann die Pension entsprechend warten müssen.
Welchen Einfluss sollte eine wie auch immer geartete Altersgrenze auf einen deutschen Spitzengeneral oder den CMC haben?
Ich würde die Diskussion ja verstehen, wenn es das noch nie vorher gab. Aber so?
Seltsame Diskussion.
Ich bin ein wenig verwundert, was hier für Maßstäbe angelegt und was hier teilweise für Urteile gefällt werden. Offenkundig ist doch der betreffende Offizier erfolgreich in seiner Truppengattung (Heeresflugabwehr; da waren meistens eh nicht die ganz Doofen) „aufgewachsen“ und wurde dann für höhere Weihen ausgewählt, ausgebildet und aufgebaut. Das System ist ja relativ transparent und bewährt und führt zu leidlichen Ergebnissen: Die können alle was. Damit es richtig nach oben geht, muss man etwas über das rein militärische hinaus denken können und das Vertrauen der strategischen Leitung er- und behalten. Ich denke, bei General Breuer kann man an alle diese Kriterien einen Haken dranmachen. Folgerichtig ist er auch ein Top-Kandidat für die Funktion in Brüssel. Alternative v. Sandrart? Der bei einer Gelegenheit, als es in Calw mal wieder drunter und drüber ging und der dortige Kdr im Feuer stand, medien-öffentliche kundtat, was für ein famoser Kerl der betreffende Einsterner an der Spitze dieser notorischen Skandaltruppe sei? Neckisches Halstuch zum Feld- und farbenfrohe Socken zum Dienstanzug? Wie gesagt, die können alle was, aber als GI hab ich lieber Generale/Admirale vom Typus „Eisenhower“ denn vom Typus „Patton“. Diesbezüglich liefert Breuer. Dito ggf als CMC. Wer sich für die Zukunft büschen mehr Schneid und Pathos im Pulverdampf wünscht, dem wird dann Freuding gegeben. Der kann Patton & Eisenhower.
Ich kenne Breuer von diversen Tagungen und auch aus persönlichen Gesprächen und fand seine Reden und Vorträge, sowie sein Engagement stets motivierend und mitreißend. Ja Breuer ist sicherlich ein Bürokrat, aber vermutlich können die in dieser bürokratisierten Armee mehr beeinflussen, als charismatische Krieger, die keinen blassen Schimmer von den Spielregeln haben. Wer Kujat besser als Breuer findet, dem ist eh nicht mehr zu helfen.
Ich empfinde es in höchstem Maße respektlos, wie hier über Soldaten gesprochen wird, die alle gute 40 Jahre der Bundesrepublik treu gedient haben. Hier wird sich über die öffentliche Meinung bzgl. Bundeswehr und Soldaten echauffiert und dann erfolgen hier Aussagen wie „überzeugender militärischer Führer.. ist er nicht“, „politischer Verteidigungsbeamter in Uniform“ oder gar „Ausstrahlung eines Altglas-Containers“.
Vielleicht diskutieren wir hier lieber mal wieder, was diese Personalie für das Verhältnis Deutschland-NATO bedeutet.
Wer wird dann GenInsp, das würde mich mal interessieren.
Das Dilemma des Postens GenIsnp ist, dass er in der Wahrnehmung der Truppe die „gefühlte“ Rolle als „Vorbildlicher tatkräftiger Oberbefehlshaber als ranghöchster Soldat“ und die politische Rolle „geräuschloser Chef des Generalstabes“ für den Minister in einer Person verbinden soll. Diese gegensätzliche Erwartung kann eigentlich niemand erfüllen. Und deshalb wurde Trull ja auch nur Divisionskommandeur mit einer prophetischen Abschiedsrede… Meinem Eindruck nach wurde diesem Bedürfnis der Truppe in der alten Bundesrepublik nach dadurch eher entsprochen, dass die Divisionskommandeure und Kommandierenden Generale der (nationalen!) Korps eine viel stärkere Präsenz in der Fläche hatten, alleine durch die vielen Großmanöver.
@ Windlicht
Sie haben das Spannungsfeld treffend beschrieben. Dennoch bin ich der Meinung, dass es bei General Breuer insgesamt „eine dünne Suppe“ ist. Er fabuliert ständig von „Kriegstauglichkeit“ ganz allgemein, sagt aber z.B. nie, wie viele Soldatinnen und Soldaten ihre „Nine-to-five“-Mentalität und den BMI von 33+ ablegen sollen.
@Muck
Wer wird dann GenInsp, das würde mich mal interessieren.
Wie wärs mit Frau Schilling? Nur mal so als Diskussionsanstoß ohne Hintergedanken
@muck
In Ulm wird Generalleutnant Sollfrank als Nachfolger Breuer gehandelt. Das wäre nicht der Falscheste. Sehr motivierend und steht immer hinter seinen Soldaten.
@Florian Staudte: Danke für die Zustimmung. In der deutschen Militärgeschichte gab es immer wieder erfolgreiche Paare als Befehlshaber und Chefs. Blücher mit Scharnhorst bzw. Gneisenau, Kronprinz Friedrich mit v.Blumenthal, v.Mackensen mit Seeckt… Meiner Einschätzung nach braucht die Bundeswehr jetzt einen charismatischen GenInsp, der die Rolle des militärischen Führers und Erziehers voll ausfüllt und daneben einen „Ersten Stv. GenInsp“, der als Organisationsgenie und Strippenzieher das umsetzt, was der Minister will und der GI unermüdlich in Öffentlichkeit und Truppe sagt… Einer führt von vorne und der andere führt den Stab.
@Überragend @muck
Generaloberstabsarzt Dr. Nicole Schilling, Sanitätsoffizier der Luftwaffe in den Kandidatenkreis aufzunehmen, drückt ausschließlich (!) Hintergedanken aus, auch wenn sie stvGI ist. Sie bringen nämlich absichtsvoll das Thema „Frau in Führungsverwendung“ in die Diskussion ein.
Ist es auch nur im weiteren Sinn realistisch, dass eine Ärztin der Lw mit Erfahrung in der Personalführung der Sanitätsoffiziere sowie im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr Generalinspekteur würde? – Traditionell gilt der GI als erster militärpolitischer Berater für die Bundesregierung und den Kanzler. Ohne einen soliden militärischen Hintergrund mit Erfahrung als Truppenführer ist das unrealistisch.
Um fragwürdigen Antworten vorzubeugen, es geht mir um die militärische Karriere im Sanitätsdienst in der Luftwaffe sowie im Personalwesen, und ob diese eine Laufbahn hin zur Verwendung GI rechtfertigt oder nicht?
GenLt Dr. Phil. Sollfrank ist Jahrgangskamerad von General Laubenthal, CoS SHAPE.
Grundsätzlich gehört er zum Kreis zu betrachtender Generale in passender Eignungsreihenfolge.
Bei der Nachfolge spielt ja nicht nur Eignung, Befähigung und Leistung eine Rolle. Vielleicht sind Ansehen im politischen Berlin (ggf. incl. „richtigem Parteibuch“), Herkunft (Familie), Proporz / Truppengattung, Geschlecht, etc. viel wichtigere Faktoren.
Sicher ist, dass sowohl Herr Freuding, als auch Frau Schilling ziemlich weit oben im Ansehen des BM rangieren dürften.
General Breuer ist eine exzellente Besetzung für dieses wichtige Entscheidungsgremium! Wegen der Altersfrage könnte man im Fall der Fälle sicher etwas Flexibilität walten lassen… Bezüglich der Nachfolger kämen ja wie @KPK schon sagte drei Kandidaten in Betracht, wobei ich der Meinung bin das zwischen Generalleutnant Sollfrank und General Laubenthal entschieden werden sollte, eventuell wären aber auch noch Generalleutnant Gante und Generalleutnant Bodemann in der engeren Auswahl. Frau Generaloberstabsarzt Schilling sehe ich (noch) nicht in der Rolle.
@ Marcus
Bzgl. Gen. Laubenthal sollte man sich keine Hoffnungen machen.
Er wird nächstes Jahr 65 und wird somit hinsichtlich der Altersgrenze bestimmt kein Amt ald GI mehr übernehmen.
Bei Gen. Breuer ist das noch ein wenig anders.
Vielleicht gibt es auch eine Überraschung und ein Marineoffizier übernimmt 2027 nach dann über 25 Jahren Heeres-GI dieses Amt.
Adm. Stawitzki würde vom Alter her passen (Jg. ’66) und hat seit knapp 8 Jahren eine Schlüsselposition beim Thema Rüstung inne, was in der derzeitigen Situation passend für das Amt des GI wäre.
Einen perfekten Kandidaten, der von niemadem mangelnde Eignung attestiert bekommt, wird man ohnehin nicht finden.
C-152 schreibt am 15.02.2026, 16:04 Uhr
„ … Einen perfekten Kandidaten, der von niemandem mangelnde Eignung attestiert bekommt, wird man ohnehin nicht finden.“
Zustimmung – so wird das wohl auch immer bleiben. Aber Teil der finalen Kandidatenkür sollten stets auch Eignungskriterien sein, die den militärischen Ausbildungsgang und die durchlaufenen Verwendungen betreffen. Ich zumindest hätte da beim Fachdienst Sanitätswesen starke Bedenken – bezüglich Eignung wie auch Akzeptanz. Aus sicher nachvollziehbaren Gründen, die übrigens rein garnichts mit dem Geschlecht zu tun haben. Es käme ja wohl auch niemand auf die Idee, die Spitzendienstposten beim Sanitätsdienst mit Generalsanwärtern aus den TSK zu besetzen.
Vor Benennung eines Arztes als GI-Kandidat müsste man ja wohl auch noch den Bundespräsidenten bemühen wegen des vierten Sternes.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK), 14.02.2026, 16:49 Uhr
„…Traditionell gilt der GI als erster militärpolitischer Berater für die Bundesregierung und den Kanzler. Ohne einen soliden militärischen Hintergrund mit Erfahrung als Truppenführer ist das unrealistisch….“
Naja, sie wurde ja auch ohne diesen Hintergrund Abteilungsleiterin Einsatzbereitschaft und Unterstützung.
Betrachtet man das von @ Windlicht beschriebene Dilemma, und priorisiert die politische Rolle „geräuschloser Chef des Generalstabes“ halte ich es nicht für unrealistisch.
Ich möchte hier niemandem zu nahe treten, aber die Messe ist gelesen; es ist (aus meiner Analyse heraus) schon längst geklärt, wer nächster GI wird: Generalleutnant Dr. Christian Freuding. Heusingerpreisträger; Jahrgangsbester und – erster in allen Beförderungsrunden – außerdem analytisch und militärpolitisch, wie militärstrategisch brilliant; auch weit über seinen Offizierjahrgang hinausragend. Um ihn gibt es keinen Weg mehr herum. – Eine Frau Generaloberstabsarzt Dr. Schilling ist in einer 4-Sterne-Position in einer auf Krieg ausgerichteten Zeit nicht vermittelbar; allerdings kann es gut sein, dass sie einmal als Staatssekretärin auf die zivile Seite „wechselt“. – Generalleutnant Dr. Sollfrank wird sicherlich seinen 4.Stern noch bekommen – allerdings sicherlich bei der NATO – seine militärstratigisch-operative Befähigung kommt sicherlich besonders da zu gute, wo genau diese operativen Eignungen gebraucht werden; schließlich wird Deutschland in keiner Planung selbst Operationen größeren Stils „führen“.
Ich denke unsere Verteidigungsminister bevorzugen Bürokraten als GI & wollen keine charismatischen „Helden“, die Ihnen die Show stehlen könnten. GL v. Sandrart scheidet aus als GI oder Vier-Sterne General bei der NATO, weil schon in Pension! Zudem vermute ich, das v Sandrart so früh in Pension geschickt wurde, da er ein sehr konservativer General mit Charisma war, was nicht die erste Wahl für einen SPD Verteidigungsminister sein dürfte. Was Dr. Freuding angeht, so hat es dieser nicht geschafft, endlich eine Trendwende in Sachen Drohnenabwehr einzuleiten. Die Skyrangersysteme werden mit jahrelanger Verspätung erst zulaufen, weil die BW den Vorschlag von Rheinmetall abgelehnt hat, die ersten Skyranger(mindestens 4 Systeme hätten schon ausgelieferten sein sollen) mit australischen Boxerfahrgestell auszuliefern für schnelle Lieferung. Die BW hat dies abgelehnt und verlangt das neue, einheitliche Boxerfahrgestell, was die Auslieferung um Jahre verzögert. Jetzt sucht die BW angeblich eine Übergangslösung zur Flugabwehr, bis der Skyranger mit 2 -:3 Jahren Verspätung zulaufen soll. Aber auch in Sachen Wiederaufstellung des ersten Heeresflugabwehrregiments läuft bei GL Freuding bis jetzt genauso wenig tatsächlich, wie bei seinem Vorgänger. Keine Qualifikation für Zeitenwende oder GI Posten.
@Hille
Herr GenLt Freuding scheint mir in seinem Auftreten ein wenig zu schneidig.
Das könnte die Russen antriggern.
[Jetzt sind wir langsam auf der komödiantischen Ebene angelangt. Das lassen wir hier doch bitte. T.W.]
@Hille, 15.02.2026, 23:22 Uhr:
„…Generalleutnant Dr. Christian Freuding. Heusingerpreisträger; Jahrgangsbester und – erster in allen Beförderungsrunden –…“
Ihre Meinung vollumfänglich respektierend muss man die Aussage etwas. korrigieren. In seinem Jahrgang war General Dr. Freuding bestimmt ganz vorn in allen Beförderungsrunden, aber im „direkten Vergleich“ ist Frau Dr, Schilling rund drei Jahre jünger und hatte den dritten Stern ein Jahr eher.
@ORR, kann man die beiden mit ihren unterschiedlichen Laufbahnem überhaupt direkt vergleichen?
Ja Dr Schilling hat 4 Dienstjahre früher den 3. Stern bekommen. Aber als Ärztin hat sie auch den Oberleutnant „ausgelassen“.
@ORR:
..dazu hatte ich ja schon was geschrieben; m.W.n. gab es mit General Lennard Wood (USA) nur einen Sanitätsoffizier, der je an die Spitze einer „westlichen“ Streitmacht gestellt wurde; und er war zwar Sanitätsoffizier – aber auch Rough Rider und Colonel bis MajorGeneral der US-Volunteers in den Kriegen gegen Spanien bzw. auf den Philippinen..bevor er in die Generalsränge der USA aufstieg und schließlich Generalstabschef und zuletzt „dienstältester“ Major-General wurde. Trotzdem wurde nicht er, sondern schließlich John Pershing COM AEF. Da half im auch seine enge Freundschaft zu seinem „Deputy“ Teddy Roosevelt nicht.
GI wird – im Zweifel – einer aus der zweiten Reihe werden.
GenLt Freuding ist in den letzten Jahren die Leiter dermaßen schnell hinaufgestolpert, dass er jetzt erstmal wirklich liefern muss. Wie bereits gesagt sind die Bemühungen um die „neue Heres Flugabwehr“ her Papiertiger. Es gibt weder Material noch (geschultes !!) Personal und außer „Kästchenkunde“ ist nicht viel zu vermelden.
Wo sollen die Kammeraden (jedweden Geschlechts, oder auch nicht) nochmal stationiert werden?!
Heusinger Preis hin oder her; was nützt der schnellste Motor, wenn man die PS nicht auf die Straße bekommt. Dass der GenLt nicht dumm ist – geschenkt, aber in den bisherigen Verwendungen hat er mehr Paier bewegt, als Soldaten und/oder Material.
Außerdem ist er, wenn man sich das Altergefüge ansieht, noch zu jung.
Das kann gut sein (läft irgendwann eh auf ihn zu); das kann schlecht sein (Jahre Zeit noch kapitale Böcke zu schießen.
Ein weibliche GI wird es so schnell nicht geben, denn denn aktuell ist GOSA Schilling zwar schon stellvertretende GI, aber man hat ihr mit GenLt. Sollfrank ja schon jemanden zur Seite gestellt. Mehr Misstrauen geht nicht.
Da wartet man dann bis irgendwann eine weibliche Drei-Stern-Plus aus der Truppe bereit ist.
Da Sollfrank Co.GI-Stellv. mit einer Frau ist, wird es damit auch nicht, denn sonst heißt es, er habe sie weggemobbt oder sonstwie rechts überholt. Völlig unabhängig vom tatsächlichen Wahrheitsgehalt, denn aus solchen Konstellationen lassen sich Politkarrieren zimmern.
Diesn politischen Zirkus wird sich ein Gen.Lt. Sollfrank sicher/leider/zum Glück nicht antun, auch, wenn er mir sehr geeignet erscheint.
Also gucken wir mal, was dereinst so aus den Stäben kommen wird und wer sich gerade in SHAPE, Norfolk und anderswo für die „höheren Weihen“ warmläuft (Dag Behr, Jared Sembritzki, Peter Mirow, …)
Bis dahin ist ja dann genug Wasser Rhein und Spree hinuntergelaufen, um neue Namen im Spiel zu haben.