Personalstärke Oktober 2025: Sprung auf mehr als 184.000 – Größte Bundeswehr seit Juli 2021 (NEUFASSUNG mit korrekten Frauen-Zahlen)
(Die am 2. Dezember vom BMVg veröffentlichte Statistik zur Personalstärke Oktober 2025 war bei den Zahlen der Frauen sowohl militärisch als auch zivil fehlerhaft. Nunmehr hat das Ministerium seine Angaben dazu korrigiert; der besseren Lesbarkeit halber deshalb eine komplette Neufassung)
Die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr hat im Oktober im Vergleich zum Vormonat einen Sprung um mehr als 2.500 nach oben gemacht und mit 184.242 den größten Umfang der deutschen Streitkräfte seit Juli 2021 erreicht. Dazu beigetragen hat auch ein Anstieg der Zahl der Zeitsoldaten um rund 1.100, vor allem aber die Zunahme der Freiwiligen Wehrdienst Leistenden (FWDL) um fast genau 2.000. Die Zahl der Berufssoldaten ging dagegen um mehr als 500 zurück.
Der erstaunliche Anstieg in einem Umfang, wie er über die vergangenen Jahre nicht zu beobachten war, kommt aus Sicht des Verteidigungsministeriums sicherlich passend zur Debatte und vor allem Abstimmung über das Gesetz zum Neuen Wehrdienst in dieser Woche. Denn gerade die freiwilligen Kurzdiener, auf die die Bundeswehr in den kommenden Jahren setzen will, sollen ja den geplanten Aufwuchs auch ohne eine Wehrpflicht ermöglichen.
(Vielleicht, aber das ist natürlich reine Spekulation, wurden die Zahlen auch deshalb bereits nach gut vier Wochen und nicht wie in jüngster Zeit üblich erst nach zwei Monaten veröffentlicht. Auf jeden Fall geschah das in großer Eile – die Zahlen zum Anteil von Frauen sowohl auf militärischen Dienstposten als auch beim Zivilpersonal wurden zunächst unverändert aus dem September übernommen und waren damit offenkundig falsch. Inzwischen gibt es eine korrigierte Fassung.)
Die Statistik für Oktober 2025, Anfang Dezember wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht (seit der Statistik für den Monat März 2023 wurde das Format der Darstellung verändert; der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit halber bleibt es hier bei der Art der Darstellung vor den März-2023-Zahlen):
Insgesamt leisten 184.242 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.073
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3973
Heer 63.618
Luftwaffe 28.280
Marine 15.601
Cyber- und Informationsraum 13.849
Unterstützungsbereich 47.367
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.073
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.913
Bereich Personal 7.495
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldaten 59.010
Soldaten auf Zeit 113.170
Freiwilligen Wehrdienst Leistende 12.062
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
25.259 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Heer 5.020
Luftwaffe 2.967
Marine 1.761
Cyber- und Informationsraum 1.429
Unterstützungsbereich 11.727
Ministerium und andere Bereiche 2.355
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.320
Unteroffizierinnen mit Portepee 8.890
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.419
Mannschaften 5.630
Status
Berufssoldatin 5.822
Zeitsoldatin 17.404
Freiwilligen Wehrdienstleistende 2.033
Die von einem Leser (vielen Dank, wie immer!) erstellte Übersicht – mit den korrigierten Zahlen für den Frauenanteil:
Oktober_2025_BWPers_Korrektur
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.923 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.816
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.696
Heer 2.566
Luftwaffe 4.895
Marine 1.837
Cyber- und Informationsraum 1.830
Unterstützungsbereich 11.413
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 33.020
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.751
Bereich Personal 10.545
Militärseelsorge 483
Rechtspflege 92
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.923 zivilen Beschäftigten sind 32.180 Frauen (rund 39 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 10.847
im höheren Dienst 2.238
im gehobenen Dienst 4.576
im mittleren Dienst 4.013
im einfachen Dienst 20
Arbeitnehmerinnen 19.212
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 2.121
(Stand 31. Oktober 2025)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 24. November 2025:
Insgesamt sind 1.014 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
(Foto: Rekruten beim feierlichen Gelöbnis zum 70. Geburtstag der Bundeswehr am 12. November 2025 in Berlin – Kira Graap/photothek.de)
Nicht ganz off-topic. Alle längeren/älteren Mitkommentatoren hier, können heute ja mal das Format „Nachgefragt“ der Bundeswehr auf Youtube schauen.
Alle anderen natürlich auch.
[Hm. Dieses hier?
https://youtu.be/JvT8LYrQMeM?si=0_PZ82t1xkgkJycN
Vielleicht noch kurz sagen, wo der Zusammenhang ist?
T.W.]
Die Zahlen sind das Eine. Die Realität ist eine andere. Als pensionierter OSF und sehr häufig Reservistendienst Leistender (ca. 15 Wochen/Jahr) sehe ich eine erschreckende Anzahl von Soldaten in Teilzeit, Soldaten im „Hamburger Modell“, oder auch im Homeoffice. Manche Abteilungen sind nur tageweise besetzt oder gar nicht im Präsenzmodus. Zweckmäßigkeit hin oder her – die Zahlen trügen und spiegeln definitiv nicht die Realität wieder.
@MS 13.12.2025, 14:19 Uhr:
Ich stimme Ihnen zu 100% zu. Aber das ist mittlerweile das Programm bei der Bw. Die echte Einsatzfähigkeit wird überall schöngezeichnet, eklatante Probleme werden zu Herausforderungen „degradiert“ und eine abgestimmte Priorisierung findet nicht mehr statt.
Es ist halt relativ einfach durch geschicktes „Jonglieren“ mit Zahlen (= quantitative Betrachtung) ein „Es geht voran“ zu präsentieren, aber viel komplizierter die Qualität hinzubekommen.
Das alles ist nicht gut, aber Realität.
Ich bin nicht sicher, ob auf der Ebene GI oder BM ein wahrheitsgetreues Bild der Leistungsfähigkeit der Bw existiert.
@ORR
Zumindest bei der causa „Digitalfunk“ war es dann offensichtlich, daß selbst der verantwortliche 2-Sterner „grün“ gemeldet hat obwohl „rot“ angezeigt gewesen wäre.
Wäre dies nicht sogar eine unwahre dienstliche Meldung ? Immerhin mit schwerwiegender Folge, denn der IBuK hat darauf hin den VA falsch informiert und wurde somit in seiner Glaubwürdigkeit stark beschädigt.
Natürlich, wenn man die bei der ILÜ gestellten Bilder auf die gesamte Bw hochskaliert ist alles im grünen Bereich.
Ich darf mal eine verwegene Idee in die Diskussion werfen: Nach allem, was ich sehe, höre und lese, ist die Bundeswehr in ihrer gegenwärtigen Verfassung nicht reformierbar, und zwar von der individuellen Dienstauffassung großer militärischer Teile bis zum Beschaffungsamt und Ministerium. Die unbeweglichen, trägen und faulen Strukturen sind offensichtlich zu stark. Mit vielen Reservisten und Aktiven bin ich mir einig, dass eigentlich ein radikaler Reset, Auflösung des Ganzen bis auf einige funktionierende Spezialkräfte die einzig langfristige Lösung wäre. Dass das ein beamtenrechtlicher Atomschlag und zur gegenwärtigen Zeit hochproblematisch wäre, ist mir natürlich klar, aber alle Fakten sprechen für weiterhin praktizierte Schönfärberei, Weigerung, individuelle Verantwortung zu übernehmen, und eine lähmende Trägheit im System.
Also, so als Denkmodell: Alles auflösen und mit „Amt Blank“ wieder anfangen.
@OFA d.Res., 15.12.2025, 8:10 Uhr
„…Alles auflösen und mit „Amt Blank“ wieder anfangen…“
Eine Spitzenidee. Und wen stellen Sie dann ein, wenn Deutschland bis 2029 verteidigungsbereit sein soll?
Die „Neukunden“ auf 2600€-Basis sind in drei Jahren nicht soweit!
@ORR:
Ist mir auch klar. Aber glauben Sie an eine zahlenmäßig und funktionell ausreichende deutsche Armee unter den aktuellen Bedingungen bis 2029?
@OFA d.Res., 15.12.2025, 14:49 Uhr:
„…glauben Sie an eine zahlenmäßig und funktionell ausreichende deutsche Armee unter den aktuellen Bedingungen bis 2029?“
Nein. Dafür ist aus meiner Sicht zum Einen die Gesellschaft nicht bereit, zum Zweiten die Bw nicht attraktiv genug und zum Dritten die Politik nicht willensstark genug.