US-Truppenabzug aus Deutschland: fast 12.000 sollen gehen, als ’nötige Anpassung‘ in der NATO (m. Transkript)

Die USA wollen fast 12.000 ihrer Soldaten aus Deutschland abziehen, von denen 5.600 an andere Standorte in Europa verlegt werden und 6.400 in die USA zurückkehren sollen. Bedeutsamste Veränderung des seit Wochen angekündigten Abzugs ist die Verlegung des U.S. European Command aus Stuttgart nach Belgien. Das Pentagon bemühte sich bei der Vorstellung der Pläne, die Veränderungen als Stärkung der NATO und der US-Einsatzbereitschaft darzustellen und nicht wie zuvor US-Präsident Donald Trump von einer Bestrafung Deutschlands zu sprechen.

Verteidigungsminister Mark Esper, der stellvertretende Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff, Luftwaffengeneral John Hyten, und Luftwaffengeneral Tod Wolters, Befehlshaber des U.S. European Command und militärischer NATO-Oberbefehlshaber, erläuterten das Konzept am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Washington. Das Ziel einer umfassenden Truppenreduzierung in Deutschland von bislang fast 36.000 auf etwa 24.000 sei eine Anpassung an die veränderten Gegebenheiten in Europa, sagte Esper. Sie diene der Abschreckung Russlands, der Stärkung der NATO und der Unterstützung der Verbündeten.

Nach Angaben des Ministers und des Europa-Oberbefehlshabers Wolters wird die Reduzierung um 11.900 Soldaten in Deutschland nach dem derzeitigen Planungsstand vor allem folgende US-Einrichtungen in der Bundesrepublik betreffen:

• Das U.S. European Command und das European Special Operations Command werden von Stuttgart nach Mons in Belgien verlegt. Bei der dort stationierten militärischen NATO-Führung, dem Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE), ist Wolters als NATO-Oberbefehlshaber ebenfalls Chef

• Das 2nd Cavalry Regiment der U.S. Army, derzeit stationiert in Vilseck in Bayern, soll ganz oder in Teilen in die USA zurückkehren

• Ein Geschwader mit F-16-Kampfjets soll aus Deutschland nach Italien verlegt werden – dabei wurde kein Ortsname genannt, es dürfte sich aber um das Geschwader in Spangdahlem handeln

• Mehrere Brigadehauptquartiere werden aus Deutschland nach Belgien und Italien verlegt

• Das Kommando der USA für Einsätze in Afrika, das U.S. Africa Command, soll wie das European Command aus Stuttgart an einen anderen Ort verlegt werden. Wo es künftig stationiert sein soll, sagte Wolters nicht – dabei ist bedeutsam, dass das Africa Command in Stuttgart eingerichtet wurde, weil kein afrikanischer Staat zur Aufnahme bereit war

• Ein Korps-Hauptquartier soll in Polen eingerichtet werden, wenn ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet ist

• Die geplante Verlegung von Tankflugzeugen der U.S. Air Force aus Großbritannien nach Deutschland mit rund 2.500 Soldaten ist abgesagt, die Einheit bleibt in Großbritannien

Die Mehrheit der aus Deutschland abzuziehenden Soldaten, 6.400 der insgesamt 11.900, wird zwar in den USA stationiert, soll aber insbesondere für rotierende Verlegungen in die osteuropäischen Staaten bereitstehen.

Nach Angaben des Pentagon stehen zahlreiche Details für die Umsetzung der Pläne noch nicht fest – dennoch könnten Teile davon, so Esper, sehr schnell bereits in den kommenden Wochen umgesetzt werden. Die Kosten bezifferte Hythen mit voraussichtlich einer einstelligen Milliardensumme – das ist bedeutsam, weil der US-Kongress über die Bewilligung von Mitteln für die Verlegung die Pläne blockieren könnte.

Beim Blick auf die angekündigten Truppenreduzierungen fällt auf, dass einige Einrichtungen, die die USA nicht oder nur unter großem Aufwand verlegen könnten, in Deutschland bleiben werden: Die Luftwaffenbasis in Ramstein ebenso wie das Militärkrankenhaus in Landstuhl und das Trainingszentrum in Grafenwöhr, eines der modernsten der USA weltweit.

Und eine zweite Auffälligkeit: Die osteuropäischen Staaten, insbesondere Polen, profitieren von diesem Abzug nicht wie offensichtlich erhofft – insbesondere die weit reichenden Verlegungen nach Italien sollen offensichtlich eher die Südostflanke der NATO stärken als die Trump-Anhänger in Polen zufriedenstellen.

Der Abzug von European Command und Africa Command hat neben der praktischen Bedeutung für Stuttgart natürlich auch einen hohen Symbolwert: Die beiden Steuerungszentralen der US-Streitkräfte zu verlegen, zeigt mehr als der Abzug von Heereseinheiten und Flugzeugen, dass Deutschland eben doch getroffen werden soll.

Die Pressekonferenz von Esper, Hyten und Wolter – in der Reihenfolge – zum Nachhören:

Pentagon_US-Truppenabzug_DEU_29jul2020     

 

(Transkript der Pressekonferenz siehe unten)

Nachtrag: eine Analyse von einem Profi – einem früheren Kommandeur der U.S. Army Europe (den ganzen Twitter-Thread lesen):

Nachtrag 2: Eine gemeinsame Pressemitteilung von Auswärtigem Amt und Verteidigungsministerium zu diesem Thema bringt wenig neue Informationen:

Zu den US-Ankündigungen hinsichtlich Veränderungen in der Präsenz von US- Truppen in Deutschland unterrichtete die Bundesregierung, vertreten durch den Staatsminister im Auswärtigen Amt Niels Annen sowie den Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung Dr. Peter Tauber, den Deutschen Bundestag sowie ausgewählte Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten heute wie folgt:
Den vorliegenden Informationen zufolge plant die US-Regierung, die Präsenz permanent in Deutschland stationierter Soldatinnen und Soldaten auf maximal 25.000 zu verringern. 6.400 Soldatinnen und Soldaten sollen in die USA zurückverlegt werden, zum Teil um von dort im Rahmen von Rotationen wieder in Europa eingesetzt zu werden. 5.600 Soldatinnen und Soldaten sollen dauerhaft innerhalb Europas verlegt werden.
Von den Verlegungen sind nach derzeitigem Stand u.a. folgende Standorte betroffen:
• die derzeit in Stuttgart ansässigen Hauptquartiere USEUCOM und USAFRICOM,
• der Standort Vilseck (zugehörig zu Grafenwöhr) in Bayern sowie
• der Standort Spangdahlem in Rheinland-Pfalz.
Die US-Planungen sind noch nicht abgeschlossen und können weiteren Anpassungen unterliegen. Die Umsetzung einiger Verlegemaßnahmen könnte kurzfristig erfolgen, ein Großteil hingegen einen längeren Zeitvorlauf benötigen.
Die Bundesregierung nimmt diese Entscheidung zur Kenntnis und wird sich mit Blick auf die weitere Umsetzung eng mit den betroffenen Bundesländern, der US-Regierung sowie innerhalb der NATO abstimmen.

Und hier das Transkript der Pressekonferenz (wie vom Pentagon veröffentlicht):

SECRETARY OF DEFENSE MARK T. ESPER: Okay, good morning, everyone, and thank you for joining us today.

Since being sworn into office more than a year ago, I have been consistent in stating that my top priority would be implementing the National Defense Strategy. Over the past year, we’ve done just that.

If you look at my recent message to the Joint Force regarding the progress we’ve made, you will see very clearly how far we have moved over our three lines of effort, which include the first line of effort, building more lethal force, and the second line of effort, strengthen alliances, as well as our 10 subordinate goals.

One important initiative to advance the NDS has been to conduct a review of all the combatant commands to ensure a focus on NDS priorities. This includes optimizing our force presence worldwide; directing our time, money, and manpower toward our highest priorities; implementing our immediate response force, contingency response force, and dynamic force employment enhanced readiness concepts; and moving toward greater use of rotational forces from the United States to enhance our strategic flexibility and operational unpredictability, as we’ve done over the past few months with our bomber task forces.

We are pursuing several other initiatives under this rubric as well. There are currently more than a half-dozen combatant command reviews underway, beginning with U.S. Africa Command, which began late last year, and the most recent being U.S. Space Command.

Today, we want to update you on the status of our U.S. European Command review, which was accelerated with the president’s decision in early June to reduce our footprint in Germany, and our plans to reposition our forces in Europe to be better-situated for great power competition.

It is important to note that in NATO’s 71-year history the size, composition and disposition of U.S. forces in Europe has changed many times. Sometimes this has been a result of changes in the threat, sometimes because of other changes in the international environment, and sometimes simply because the borders between NATO countries and Russia have shifted as new allies have joined.

As we’ve entered a new era of great power competition, we are now at another one of those inflection points in NATO’s history, and I’m confident the alliance will be all the better and stronger for it. Since June, EUCOM has done excellent work in developing a plan that achieves the president’s objective and meets the following five principles that I gave General Wolters as he and his staff began their planning: first, enhanced deterrence of Russia; second, strengthen NATO; third, reassure allies; fourth, improve U.S. strategic flexibility and EUCOM operational flexibility; and fifth, take care of our service members and their families in the process.

The president approved the EUCOM plan in late June, we briefed key members of Congress last week, and the team and I spoke with NATO Secretary General Stoltenberg and directly-affected allies over the past few days. As we share the plan with you, I want to note that this plan is subject to, and likely will change to some degree as it evolves over time.

The current EUCOM plan will reposition approximately 11,900 military personnel from Germany, from roughly 36,000 down to 24,000, in a manner that will strengthen NATO, enhance the deterrence of Russia, and meet the other principles I set forth. Of the 11,900, nearly 5,600 service members will — will be repositioned within NATO countries, and approximately 6,400 will return to the United States, though many of these or similar units will begin conducting rotational deployments back to Europe.

The broad strokes of these moves are as follows. First, various United States headquarters will be consolidated in locations in Europe outside of Germany, including in some cases, co-locating at the same locations as their NATO counterparts in Belgium and Italy. This will strengthen NATO and improve the operational efficiency and readiness of over 2,000 service members in these headquarters.

Second, the nearly 4,500 members of the 2nd Cavalry Regiment will return to the United States as other Stryker units begin continuous rotations farther east in the Black Sea region, giving us a more enduring presence to enhance deterrence and reassure allies along NATO’s southeastern flank.

Third, the 2,500 airmen based in Mildenhall, United Kingdom, who are responsible for aerial refueling and special operations, and who had been scheduled to rebase to Germany, will remain in the United Kingdom, thus ensuring the uninterrupted readiness and responsiveness of these units.

Fourth, a fighter squadron and elements of a fighter wing will be repositioned to Italy, moving them closer to the Black Sea region and better capable of conducting dynamic force employments and rotational deployments to NATO’s southeastern flank.

In addition to these moves and the rotational forces announced by President Trump and Polish President Duda in 2019, we also plan on rotating forward the lead element of the Army’s newly established V Corps headquarters to Poland, once Warsaw signs a defense cooperation agreement and burden-sharing deal, as previously pledged. There are or may be other opportunities as well to move additional forces into Poland and the Baltics.

Our aim is to implement these moves as expeditiously — as expeditiously as possible, consistent with the principles I set forth from the beginning, particularly being fair to and taking care of our service members and their families. We could see some moves begin within weeks, others will take longer.

As anyone could see, the repositioning of our forces in Europe constitutes a major strategic and positive shift wholly in line with the NDS and consistent with other adjustments the United States had made within NATO in previous times.

These changes will achieve the core principles of enhancing U.S. and NATO deterrence of Russia, strengthening NATO, reassuring allies, and improving U.S. strategic flexibility and EUCOM operational flexibility. And of course, at all times, we will prioritize our most importance resource: our service members and their families.

No moves will take place without thorough communication with our people, continued engagement with Congress, and consultation with our allies.

Thank you, and I will now turn it over to the vice chairman of the Joint Chiefs of Staff, General Hyten, and then EUCOM Commander General Wolters.

GENERAL JOHN HYTEN: Thank you, Mr. Secretary.

Good morning, everyone, and thanks for being here today.

Looking back at history, NATO was established more than 70 years ago by 12 countries who signed the North Atlantic Treaty right here in Washington. France, Luxembourg, Belgium and the Netherlands comprised the eastern flank. As other nations joined NATO, the eastern flank shifted to Germany, and has continued to expand further into Eastern Europe, now with 30 countries in NATO. So another rebalance is essential.

One of our primary missions is to prevent another great power war, and to maintain great power peace. The National Defense Strategy, the NDS, guides our efforts to adapt the force, and the EUCOM plan optimizes our force posture in Europe as we seek to deter malign actors there.

This rebalance consistent with the NDS will align NATO and EUCOM capabilities, better distribute forces across Europe, and increase the use of rotational forces, thus bolstering our commitment to Europe. It enhances deterrence and improves operational flexibility.

Repositioning our forces and making consolidations will provide General Wolters, as the commander, increased ability to dynamically employ his force. This effort will increase opportunities to partner with and strengthen our bond with allies and partners in the region. It will also require additional planning and consultation with our allies.

And let me emphasize that point. We have been and we will remain transparent and collaborative as planning and execution moves forward.

I had the opportunity, as the secretary just mentioned, to speak with a number of my military counterparts over the last week to preview the force posture changes in Europe that we’ve outlined. Every day, our allies and partners join us in defending freedom, deterring war, and maintaining the rules which underwrite a free and open international order. This strategic posture realignment in Europe, and other actions INDOPACOM is taking as well, should send a clear, unmistakable message to our competitors: the joint force is committed to acting as opportunities arise to counter malign activities, and we remain positioned to deter military aggression against the U.S. and its — and our allies. While we hope that Russia and China will engage in more productive and cooperative behavior in the future, we are posturing our forces to deter aggression and counter their malign influence.

So the secretary highlighted many of the details. I won’t go into those, but I want to take a brief moment to just touch on the impact to our force and our families.

For almost 40 years, I’ve watched our people and our families sacrifice for this country. It’s remarkable what they’ve done and what they continue to do, and I believe that’s the greatest advantage that we as the United States of America have. It’s our people in the Army, the Navy, the Air Force, Marines, and our families.

The people we have to do this mission are most incredible. We’re going to work closely and communicate frequent — frequently with each of the services on implementing the changes that we move forward, and most importantly, we want to ensure stability for the service members and their families. Service members will be informed of re-stationing decisions well in advance in order to prepare themselves and their families for any moves. The safety and well-being of our service members and their families remains our top priority.

And finally, we’ll continue to work closely with the Congress, and they will be consulted on any movements of units back to the United States, as well as repositioning in Europe.

So I want to close by thanking all our servicemen and women. I want to recognize each and every one of them who are in this fight. The readiness of our military is strong. We’re capable. We’re ready, no matter what the threat. No one doubts the readiness of the United States military to respond and defend the American people if required, and our allies.

With that, I’ll turn it over to General Wolters, whose staff led the effort to develop the plan you heard the secretary describe. We’ll lead further detailed discussions, as well as planning and implementation in the future. Over to you, General Wolters.

GENERAL TOD WOLTERS: Thank you, Secretary Esper, and thank you, Vice Chairman Hyten.

Good morning and good afternoon to all of you from our headquarters here in Mons, Belgium. Our U.S. EUCOM strategy demands ever-increasing speed in all endeavors, and ever-improving posture. We focus on actions inside and outside our area of responsibility, and vigilance with respect to great power competition is an absolute imperative.

As was discussed, this realignment allows us to favorably deter against Russia, assist NATO, strengthen the alliance, improve Secretary Esper’s strategic flexibility and improve EUCOM’s operational flexibility, all the while keeping a close eye on the care and feeding of our families.

As Secretary Esper highlighted, the current plan proposes the repositioning of headquarters at the combatant command, component command and lower levels. Repositioning U.S. EUCOM headquarters and its component, U.S. Special Operations Command Europe from Germany to Belgium co-locates these organizations with SHAPE headquarters. This will improve the speed and clarity of our decision-making and promote greater operational alignment.

Also, there is the potential to reposition U.S. AFRICOM headquarters and its component, U.S. Special Operations Command Africa to a location to be determined. We also intend to reposition three brigade-sized headquarters, an air defense artillery battalion and an engineering battalion to Belgium from Germany, and two smaller support and contracting organizations to Italy. Pending further planning and refinement, we anticipate the 52nd Civil Engineering Squadron could move soonest, at a time to be determined, from Germany to Italy. And as Secretary Esper pointed out, we will propose repositioning an F-16 fighter squadron, its aircraft, its pilots and its jet mechanics from Germany to Italy. We also anticipate the repositioning of two battalions from Germany to Italy to reunite with their parent brigade headquarters, a move that will enhance unity of command.

The proposal to reposition forces back to CONUS, as the secretary mentioned with respect to the 2nd Cav Regiment, will allow those units to regain maximum U.S. at-home-station readiness and more effectively support global contingencies, while still maintaining a keen focus on Europe. The forces repositioned within Europe will better promote and better perform comprehensive defense and shared response. This is in alignment with NATO’s new military strategy, the first strategy document for the military in over six decades. These efforts all increase our opportunity to generate greater peace in Europe and enhance the U.S.’s effectiveness in great power competition.

We look forward to taking your questions.

STAFF: All right, so we’ll go to the phones first, Lita Baldor. I’d just ask everybody to keep it to one question today so we can get through some people. If not, I’ll be forced to reclaim my time. So Lita Baldor.

(Laughter.)

Q: Hi. Thanks.

One question for — just requesting a few details. How much — Mr. Secretary, about how much do you think this will cost? How — what — how many troops do you think can get moved more quickly? You — you mentioned some might be able to be moved within weeks. How many of those do you think could be moved within weeks? And could you just give a little bit more detail on those coming home? Where would they come home to? Thank you.

SEC. ESPER: Okay, I think that’s about three questions, but I’ll — I’ll take a quick swag at them.

Clearly, the costs right now are estimates. It’ll — it’ll take a several billion dollars, I’d say, single digits, but that — that’ll be spread out over time, obviously. But we need to refine that. That’s where a lot of this work will come in in terms of fine-tuning it.

Where the units will go into the States, that’s going to be a — a matter of consultation, of course, with Congress. It’ll be a service responsibility to determine where they should go to enhance the readiness, to make sure we have adequate housing and childcare and hospital care and all that for families. So that’ll be a process that’ll be undertaken by the — by the services.

And with regard to how quickly units will move, like I said, I’ll just say a matter of weeks. It requires diplomacy. We’ve been in touch with State Department, working close with them. They — they — they feel very strongly that this is a positive move, as well. I’ve spoken to Secretary Pompeo, so we need to rely in — in — in good degree on their diplomatic efforts, as well.

But this is something we want to do, we feel very good about. We think it meets all the principles and objectives I outlined, so we want to get there as quickly as possible because of the importance it has to the alliance and to deterring Russia.

STAFF: (inaudible) I’m sorry. Moving back to domestically.

SEC. ESPER: Yeah, the services will handle the domestic piece, so that will take some time.

STAFF: Okay. Lena?

Q: I’m Lena Klimkeit from the German Press Agency, GPA.

As you can imagine, it’s from great importance for Germany, what you’re announcing today, so I would like to — to ask for the specific sites which are affected by the reduction of troops. If you could name the exact locations, that would be great.

SEC. ESPER: Yeah, I’m going to — I can, but I’m going to turn this over to General Wolters to answer because he can give you more comprehensive answer.

General Wolters, did you hear the question?

GEN. WOLTERS: I did, Secretary. And if I could, with respect to the sites of the EUCOM headquarters, as — as you well know, they currently reside, the headquarters, at Patch Barracks in Stuttgart. And we anticipate — again, with more refinement required — to ultimately shift that headquarters into Mons, Belgium, co-located with SHAPE headquarters.

Corresponding with the EUCOM headquarters movement is the Special Operations Command Europe headquarters movement, also in Stuttgart, to Mons, Belgium, located at the same site.

And we have proposals with AFRICOM. And as I mentioned in my opening comments, those discussions have a long ways to go, lots of refinement in front of us and sites to be determined.

And there are other smaller headquarters in much lower numbers that were part of my discussion that also can be located in Belgium at Chievres complex, it’s an aviation complex that we work in and out of. It’s approximately 25 kilometers away from Mons, Belgium. And we anticipate, pending further refinement, to move some smaller headquarters to that location. Thank you.

SEC. ESPER: I’ll just add that probably the area most affected would be the Stuttgart area, and I had a good conversation last week with the German defense minister and laid out some of these in detail. We’ll obviously be engaging the defense ministry in the coming days and weeks with more detail.

STAFF: All right, Nancy?

Q: I had one clarification question, if I could, and then a broader one.

You mentioned cost being in the single-digit billions over a period of time. Over what period of time? Because I imagine there’ll be costs associated with having rotational forces. So if you could give us a better understanding of that, and if it comes out of reprogramming, where those costs would come from?

And then, broadly speaking, can you help us understand. You talked a lot about the goal of deterring Russia. Why, from your perspective, is having forces — the one combat brigade, the 2nd Cav, out of Europe a better form of deterrence than having them in Europe, closer to theater?

SEC. ESPER: Yeah, so I’m going to — I’ll answer both, but then I’m going to turn to General Wolters to let him answer in a little bit more detail.

So you’re right. In terms of cost, it’s going to be a range of things. It’ll be O&M, it’ll be MILCON, you know, it’ll be the PCS transfers. But of course, you know, you have some gains too, if you’re not moving families back and forth to Germany, you have savings on that end.

So it’s going to take a lot of hard work by our comptrollers, by our financial people to work through that, which is why it’s going to take some time. But I think our rough measures — what I told you, based on historical precedent, if you will.

And again, I’ll let General Wolters take that answer — answer your next question.

And I will say this much, the deployment of rotational forces from the United States, we have observed, whether it’s the ABCTs going from the United States to Korea or the ABC to Poland or the Bomber Task Force, we are finding that they are deploying at a much higher level of readiness. And while they are deployed, they are — they are able to sustain a much more fixed focus on their mission and their capabilities. And they — and, third, they can provide a more enduring presence.

So I’ll let General Wolters speak to this to update you. During my time, when I served in Europe, we would deploy for three, four, five, six, seven weeks at a time, but then we came home.

In this case, what you’ll have is a more enduring presence because we will deploy from the United States and able to keep a — units, in this case a Stryker brigade, if you will, or elements of it, in the Black Sea region in a more enduring way, more focused on the mission and not — not constrained, if you will, with knowing that the families are back in Germany. So it gives us a lot more flexibility in that regard, to do that. Plus, we can deploy other type units if we need to as well.

So, General Wolters, over to you to follow up on those two issues.

GEN. WOLTERS: Thank you, Secretary. And you’re exactly right with respect to the flexibility that it affords us.

And in — in the discussion about repositioning forces in a comprehensive fashion, I mentioned in my opening comments that NATO just approved its military strategy and its concept, and it talks about all domains, all regions, from a comprehensive perspective.

With the rotational set that Secretary Esper described, and with us having the opportunity, given this realignment, to reach out to the southeastern flank in Europe, we’ll now be able to rotate units in perpetuity in multiple locations, to include potentially Poland, to include the northeast in the vicinity of the Baltics, to include the southeast in the vicinity of the Black Sea. And, on occasion, back into Germany.

And the flexibility that this affords us certainly complicates a potential enemy against us and it dramatically improves our operational capability to more effectively deter and defend. Thank you.

SEC. ESPER: Talk anything further on the cost piece?

GEN. HYTEN: I’ll — I’ll just real quick —

SEC. ESPER: General Hyten? Okay.

GEN. HYTEN: — jump in on the cost piece. The — the secretary said single-digit billions, but those are rough estimates. The — what we have right now is really a concept, a concept that we’ve shared with our allies, shared with the Congress, and we’ve shared inside the department fairly widely. We now have to turn it into plans.

As you turn it into plans, we have a very structured process involving the Joint Staff, the Office of the Secretary, and the combatant commands and the services, to make sure we understand what those are. Then we’ll lay in the costs.

But we’re starting moving right away, with forces moving right away because we need to actually reach out to the potential locations where these forces are going to move, make sure we understand what is there, what can be there, and then turn those into real cost estimates. And then work with the Congress to get the resources.

Some of those resources can be handled in year of execution, some will be handled out years, especially military construction, which will clearly have to be handled in the out years.

STAFF: Tom Bowman?

Q: Mr. Secretary, you say this is about strategy, but the president has clearly said this is about his grudge with Germany. Just a few weeks ago, he said, „Germany’s been delinquent, of billions of dollars. This is for years, so we’re removing a number down to“ — putting that number down to 25,000 soldiers.

He’s linking this to Germany’s lack of payments to NATO. So how do you reconcile that? You’re saying it’s about strategy, he’s saying it’s about basically sticking it to Germany.

SEC. ESPER: We began this process actually several months ago, when I gave EUCOM direction to begin looking at ways by which we can improve our force disposition in Germany, our composition of — I’m sorry, not Germany. In NATO. Our composition, our size of our forces. He knew it was coming too because I announced it as soon as my hearing last — last year, also.

So the combatant commanders know that we’re doing these reviews. We gave specific guidance months before that to begin this process. And what the president did with his directive in early June, was to accelerate that process.

When you step back and you look at what’s happened — right? — what you’ll see is, we are still retaining a little more than 24,000 troops in Germany, which is still a lot, and I think still more than any other country in Europe.

And then you look at what we’re moving. What we’re doing is, we’re moving the forces — to answer your strategy question — we’re moving forces out of central Europe — Germany, where they had been since the Cold War, since I first traveled there in the early 1980s, and we’re now moving — we’re following, in many ways, the boundary east, where our newest allies are.

So into the Black Sea region, we talked about additional forces into Poland, and I think there are opportunities to put forces into the Baltics. That’s why it’s a strategic laydown that enhances deterrence, strengthens the allies, reassures them. We’ve gotten very positive feedback from several of the countries I mentioned this morning with regard to this move. And so overall, I think it is — again, it meets all those objectives.

Q: I understand what you’re saying, but your boss is saying it’s about Germany being delinquent. He said nothing about strategy.

SEC. ESPER: I’m telling you that this is going to accomplish what the president said with regard to getting us down to a lower numbers in Europe, and it meets those other objectives I outlined with regard to the strategic piece, the principles, assuring the allies, and taking care of our service members and families.

STAFF: All right, we’re going to go to the phones.

Jung Eun Li, from Dong-A Libo?

Q: Hi, thank you for the briefing. About the reduction plan of the U.S. troops in Germany, there are some speculations that some of the troops evacuating in Germany could be redeployed to the Indo-Pacific area later to respond to the Chinese military threat.

So do you have such a plan? Can you elaborate more on the redeployment and assessing plan of the troops from Germany?

SEC. ESPER: Well, in all things, they could be. But because I want to — I want to enhance my strategic flexibility, right? That was principle number four, if you will.

But right now, there are no plans to do so. We’re going to eventually take a look, as we get to the INDOPACOM review, and look at how we can enhance our, again, strategic flexibility, our operational flexibility, if you will, and several of those other principles I outlined as we head into the INDOPACOM review.

But right now, there are no plans to do that. The plan is to begin these rotations back to Europe in a way that, again, enhances my strategic flexibility. But maybe more importantly, enhances General Wolters‘ operational flexibility to deploy them in a more enduring way, where he needs to in the theater — could be this — we’re talking about the southeastern flank, but it could be up into the northeastern flank — to accomplish the objectives that he’s outlined, that I’ve outlined as — as part of our planning.

STAFF: All right, we’re going to go to the phones for one more from Luis Martinez?

Q: Hi, sir, thank you very much for this briefing. Going back to Tom Bowman’s question, President Trump on the South Lawn has once again restated that really this is more about Germany’s payments, or that its GDP payments are not amounting to what he would like. And so he says that everybody should be at 4 percent, and he said that Germany has only paid 1 percent. And he called them being delinquent.

And so how can you reconcile — I know that this process has been going on for quite some time, but is it safe to say it was accelerated by the president’s opinion that Germany is not doing enough with regards to its GDP payments?

SEC. ESPER: Well, first of all, I’d say to President Trump’s credit, under his leadership, we have — we’ve seen an increase in defense spending by NATO. I think it’s over $130 billion over a few years. We have seen a few more countries join — I’ll call the 2 percent club. And that is, countries who have lived up to their Wales commitment — I think it goes back to 2016 under the previous administration — to contribute more to NATO’s collective defense.

Let’s be clear, I think Germany is the wealthiest country in Europe. Germany can and should pay more to its defense. It should certainly meet the 2 percent standard and, I would argue, go above and beyond that. And I’ve said that very publicly, I’ve said that very privately to my counterparts as well, about the importance of NATO, any alliance, sharing the burden so that we can all deter Russia and avoid peace in Europe [editor’s note. Secretary Esper intended to say “avoid conflict in Europe”].

And, again, the president’s directive in June accelerated that, and I think we are — we are excited about where we’re going and what it will mean in terms of our ability to enhance deterrence, strengthen the alliance in the process.

STAFF: All right, guys, thank you very much.

(Archivbild: Former commander of U.S. European Command (EUCOM) Gen. Curtis M. Scaparrotti, left, Secretary of the Army, Dr. Mark T. Esper, center, and in coming commander EUCOM Gen. Tod D. Wolters salute the colors during the official change of command ceremony May 2, 2019 on Patch Barracks, Stuttgart, Germany – U.S. Army photo by Rey Ramon)

72 Gedanken zu „US-Truppenabzug aus Deutschland: fast 12.000 sollen gehen, als ’nötige Anpassung‘ in der NATO (m. Transkript)

  1. Wo wir wieder bei der Frage wären welche konkreten Konsequenzen dass für Deu hat. Ich denke dass da im Westteil auch Nostalgie eine Rolle spielt. Ist wie beim Flughafen Tegel in Bln.

  2. Soso und wie ist es dann um frisch fertiggestellte Einrichtungen wie Hotels, Schulen uvm. bestellt, die zur Freude deutscher Bauunternehmen in den letzten Jahren allein in Stuttgart fertiggestellt wurden? Da dürfte locker ein dreistellige Millionenbetrag reingeflossen sein.

  3. Abzug von EUCOM & AFRICOM & BEIDEN verbliebenen echten Kampfeinheiten , spricht SEHR deutliche Sprache, leider.

  4. Das darf dann durchaus als politische Klatsche verstanden werden, „natürlich“ keine Bestrafung wegen Höhe BIP an Verteidigung (wobei BEL dazu bei 0,93% liegt?) Berlin, unterstelle ich, ist vorab nicht instruiert worden?
    Für Douglas Macgregor ein Einstand nach Maß, in seinem Verständnis.

    „Mehrere Brigadehauptquartiere werden aus Deutschland nach Belgien und Italien verlegt“
    Heißt genau? Es gibt in DEU nur zwei KpfTrBrigHQ und je eines der Art bzw. Missile Defense Command/Kaiserslautern
    https://www.2cr.army.mil/
    https://www.12cab.army.mil/
    https://www.41fab.army.mil/
    http://www.10thaamdc.army.mil/
    Alles andere sind Schulen, Kommandanturen der Übungsplätze, jede Menge Log und San und MP.
    Hinsichtlich konventioneller Kampfkraft, Gefechtswert und Kenntnis europäischer Verhältnisse zwischen DEU, POL, Baltikum ist der Verlust des 2nd CavReg/Vilseck bedeutsam.
    Details werden interessant sein, dabei auch der Zeitrahmen und ein Jo Biden.
    https://www.eur.army.mil/Units/ Gesamtüberblick für Europa. Bei „click“ werden Details samt Stationierung deutlich.

  5. Andererseits ist die Gegend um Stuttgart sicher auch eher nicht als strukturschwach einzuordnen und die Commands sind ja auch eher ‚kleinere‘ Einheitsteile. Insofern wird dies wohl Deutschland insgesamt nicht besonders hart treffen – von der Symbolwirkung abgesehen.

  6. Ja, so hinterlässt Trump reale Spuren in der Geschichte. Historiker werden seine Person beurteilen. Es ist absehbar vernichtend…

    Und das Argument mit der Südost-Flanke greift doch erst dann, wenn auch die LuWa aus GB verlegt und keine Verlegung in Richtung Belgien stattfindet?

    Was wahrscheinlich auch so gedacht war bis Trump seinen Fingerabdruck drauf haben wollte.

    Abgesehen davon: Hat eine Neubewertung der Rolle der Türkei in den Augen der US Strategen stattgefunden? Südost-Flanke und so?

  7. Vielleicht sollte man pro G.I. und UE Zivilbediensteten 150€ Visa Gebühr erheben der über Ramstein reist… auch Durchreisende.
    Oder 2000€ Lande und Überflug Gebühren für USAF Flieger die den deutschen Luftraum durchfliegen als Umweltabgabe verlangen. Oder Pacht für die US Liegenschaften… Ortsübliche Vergleichsmiete pro m². Die Müll und Abwassergebühren heraufsetzten… Oder der NSA die Nutzung deutscher Horchposten untersagen.
    Landstuhl könnte auch ein Uni Klinikum werden.
    Alle Amis zum teufel Jagen und mit Frankreich ein Abkommen zur Nukleare Teilhabe abschließen… um dieser „sterbenden Supermacht“ Mal zu zeigen wer sie noch braucht…. NIEMAND! Die sollten uns für ihre Basen bezahlen, die ihnen Globale Einsätze ermöglichen.
    Hat ja einen Grund warum kein Afrikanischer Staat USAFRICOM haben wollte. Nicht Mal die Ägypter!

  8. Dann bekommt Morlock Motors ordentlich was zu tun (Steelbuddies, DMAX) ;-)
    Dass die Spangdahlem Air Base schließt, das ist schon ein Statement – hätte ich offengestanden nicht für möglich gehalten. In der deutschen Öffentlichkeit wird das alles mlt Sicherheit wohlwollend zur Kenntnis genommen, aber es passt dazu, dass es um das Standing von DEU gegenüber den USA und auch einigen anderen NATO-Partnern nicht zum Besten bestellt ist…

  9. > Soso und wie ist es dann um frisch fertiggestellte Einrichtungen wie Hotels, Schulen uvm. bestellt, die zur Freude deutscher Bauunternehmen in den letzten
    > Jahren allein in Stuttgart fertiggestellt wurden? Da dürfte locker ein dreistellige Millionenbetrag reingeflossen sein.

    Aufgegebene Stützpunkte fallen an den deutschen Staat zurück, inklusive der dort von der USA gebauten Infrastruktur.

    Mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% ist das alles sowieso „rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“. Denn Biden wird vieles einfach rückgängig machen.

    Ein bischen Chaos, ein bischen „Ende einer Dienstfahrt“ und dann wieder alles auf Anfang. Immerhin, das kostet den deutschen Staat eher wenig. Den US-Bürger aber vermutlich ne ganze Menge.

  10. Kein Problem, die Bundesregierung initiiert ja aktuell einen „strategischen Kompass“ für die EU und Deutschland will bald 10% der Fähigkeiten in der NATO bereit stellen.

    Die erst kürzlich realisierte Verlegung von Raketenartillerie (https://www.army.mil/article/231553/rockets_return_to_europe) wird interessanterweise nicht erwähnt.

    Egal wie, mehr Abschreckung durch europäische und somit auch deutsche Streitkräfte kostet Geld.

    [Hm, da muss man sich das Transkript noch mal sehr genau angucken, wenn es vorliegt – es wurde am Rande auch Artillerie erwähnt… Aber nach dieser Pk sind ja noch viele Details nicht so recht klar. T.W.]

  11. @Hans Dampf
    Wer sagt das Spang zu macht? Ok, keine F-16 und keine Tanker, aber immer noch Cargo. Schließlich wurde die Cargo-Ramp vor nicht all zu langer Zeit vergrößert.

  12. @Alpha November 16:28
    Das ist die Sichtweise aus dem Stuttgarter Speckgürtel.
    Westdeutsche Armenhäuser stehen in der Oberpfalz mit Vilseck (1), in der Pfalz mit Spangdahlem, Ramstein, Kaiserslautern und Landstuhl. Alle bereits feststehende oder wahrscheinlich betroffene Standorte.
    Richtig ist „… Deutschland insgesamt nicht besonders hart treffen“, – ich ergänze ausschließlich ökonomisch gesehen. Die lokale bis regionale Kleinindustrie wird erheblich leiden.
    Bei Beginn der Diskussion vor Monaten zum Thema war der Bürgermeister von Vilseck auf TV: Tenor „dann kann ich den Laden zu machen“ (1).

    Die ökonomischen Betrachtungen stehen jedoch nicht zentral.
    – Die strategische Ebene betrifft das Verhältnis Washington – Berlin. Hier hat Trump aus seiner Sicht das Ende der Geduld verkündet, trotz eindeutig positiver DEU Zahlen zum BiP > 2% Ziel.
    – Das operative Moment ist vernachlässigbar.
    Ob ein EUR Command, ein SOF Command sich in Stuttgart oder Mons wiederfindet, so what? Mons wird aufgrund seiner Nähe zu SHAPE sogar vorteilhaft sein können.
    Bei Kampftruppe fallen lediglich zwei Brig ins Gewicht, die 12th CavBrig und eben das 22nd CavReg, dessen dauerhafter Komplettabzug aber in einer BdL ins Gewicht fiele. Mitteleuropa wäre damit von U.S. (Kampf)-Bodentruppen vollständig entblößt. Das gab’s seit 08. Mai ’45 noch nie. Dennoch, es handelt sich nur um ein Brigadeäquivalent.

    Noch vor Tagen war Heiko Maas sinngemäß zu hören „Wir stehen in Gesprächen zum Abzug …“. Sorry, hat er überhaupt mit irgendwem gesprochen? Falls ja, mit wem? Mir fiel jedoch auf, dass er intensiv den Balkan bereiste, was ok ist. Wäre Washington nicht aber naheliegender gewesen? Hier ist wieder einmal deutlich, der Schwanz wedelt üblicherweise nicht mit dem Hund. Ist Berliner Diplomatie völlig unschuldig an der verfahrenen Lage, ich meine dass nein!
    (1) Das 22nd CavReg umfasst ca 4500 Soldaten. Bayern2.de „Vilseck hat circa 6.000 Einwohner und darüber hinaus etwa 8.000 amerikanische Mitbürger …“
    Ziehen Sie die Kaufkraft dieser 8.000 ab, dürfte klar sein, was bleibt in Vilseck und Umland: Hartz4-Land!

  13. Wie bereits in vorherigen Posts erwähnt, würde ich mich weniger auf eine Rückkehr von US-Truppen nach einer evtl. Abwahl Trumps verlassen. Interessanter ist aus meiner Sicht, ob man die Standorte nicht selber nutzen könnte. Stuttgart könnte das KdoCIR/ KdoIT bekommen, welche (n.m.K.) größtenteils in Bonn immernoch in einem angemieteten Bürogebäude untergebracht sind. Spangdahlem (wenn es denn wirklich so kommt) könnte das TaktLwG/ JaBoG 33 aufnehmen, da Büchel doch in großen Teilen renovierungsbedürftig wirkt. Die Cargoramp wäre dann ideal, um die LTGrp 62 nicht aufs Lechfeld schicken zu müssen. Und bei Vilseck müsste man auch einmal prüfen, ob es nicht renovierungsbedürftigere deutsche Kasernen gibt, die man hierfür opfern könnte (z.B. Murnau, Dillingen/Donau, Bogen, Feldkirchen, Freyung,…)
    USEUCOM und USAFRICOM an den gleichen Standort zu verlegen, wie SHAPE macht in meinen Augen sogar Sinn. Fraglich ist eher, ob es in Mons genügend Kapazitäten zur Aufnahme gibt.

  14. viel Geld – auch und besonders für einen Rüstungshaushalt wecken Begehrlichkeiten – führen aber nicht zu gutem Wirtschaften. Grafenwöhr wird frei? die Infanterieschule mit dem kleinen Truppenübungsplatz konnte noch nie wirklich das leisten und machen was die Amerikaner selber in Fort Benning machen konnten. Wie wärs mit einem Umzug?! für zwei Teile der Ausbildungseinrichtungen. Gebäude sind da, Übungsanlagen auch, deutscher Standard lässt sich schaffen. Das dass ganze eine Einladung an ein östliches Nachbarland ist eigene Interessen durchzusetzen, darüber brauchen „wir“ nicht zu diskutieren. Aber wirtschaftliche Interessen der Nord-StreamII wird das schon richten. Wer Krieg führt kann „nix“ verkaufen. Vielleicht sollte man das ganze einfach als Gelegenheit betrachten, und den amerikanischen Steuerzahler wird das sehr viel kosten, Geld das aus dem Wirtschaftskreislauf der USA „entschwindet“ – mögen sie ihren Willen haben. Der Preis ist „heißer“.

  15. Mal eine taktisch-strategische Frage:

    Ist es nicht auch gefährlilch, alle möglichen Kommandos (natürlich gibt es noch mehr) an immer weniger Orten zu konzentrieren?
    Mons und Brunssum sind nur 150 km entfernt und beide inklusive Brüssel liegen nur 150 km und 200 km entfernt von der Nordsee.
    Ich glaube nicht an einen Erstschlag (konventionell) von Russland auf die NATO, aber eine Fregatte bestückt mit Marschflugkörpern auf der „Durchfahrt“ ins Mittelmeer könnte dann empfindliche Schläge der Führungsstruktur zusetzen. Vorwarnzeit praktisch 0.

    So zumindest mein Laienverständnis.

  16. USAREUR bleibt also? Vielleicht?

    Übrigens, im Raum Stuttgart gibt es mindestens vier US Kasernen / Liegenschaften sowie den militärischen Teil des Stuttgarter Flughafens.

  17. @all

    Oben nachgetragen die gemeinsame Pressemitteilung von AA und BMVg, die sich so liest, als hätten die auch nicht mehr Infos als die aus der Pressekonferenz des Pentagon.

    (Aber immerhin haben sie die, die Tagesschau beruft sich ja immer noch auf „nach SWR-Informationen“ statt auf den Originalton von Esper…)

  18. @VulcanMk1
    Hinweis weil „… mein Laienverständnis“
    Taktisch-strategische Frage(n) gibt es nicht. Wenn überhaupt in Rede, dann umgekehrt, nämlich strategisch-taktisch.
    Eine sicherheitspolitische Fragestellung bewegt sich auf strategischer Führungsebene, die ggf folgende militärische betrachtet operative und/oder taktische Überlegungen. Es gibt drei Führungsebenen.
    Zum Thema, die Konzentration von operativen Kommandos ( OpKdo), hier EUCOM und AFRICOM in MONS, am gleichen Standort wie das strategische Kommando SHAPE, bietet natürlich „high value targets“, da „vulnarable targets“. Ein OpKdo kann jedoch durchaus strategisch relevante Aufträge erhalten.
    Einen „Erstschlag (konventionell)“ jedoch gibt es nicht, er ist per Definition mit dem Ziel korreliert, dem Feind Schaden in einem Ausmaß zuzufügen, dass er nicht mehr reaktionsfähig ist. Dergleichen wäre allein nuklear umsetzbar.
    Was Sie im Auge haben, ist ein Überfall im Stil Polen 1939? Dazu müsste NATO auf allen Augen blind sein und sämtliche Sensoren abschalten, um einen Aufmarsch ostwärts von Dnjepr und Don nicht zu erkennen.
    Die Fregatte auf der Durchfahrt? Gibt es zahllose im Jahr, stets begleitet von NATO Kampfschiffen. Selbstmord im Kanal wollen auch heutige Russen kaum begehen wollen. Sogar in der Ostsee, in Überwachung durch Schweden. https://sh-ugeavisen.dk/index.php/2020/07/11/russisches-atom-u-boot-faehrt-in-die-ostsee/
    Ein insgesamt ein wenig tragfähiges Szenar.

  19. Wenn ich die obige Auflistung und die Kommentare so lese komme ich zu dem Urteil: Der Plan ist derart widersprüchlich und maximal teuer. Warum?

    Trump befiehlt, der Apparat führt aus. Der Apparat tut dies wissend, dass der Befehl gefährlicher Quatsch ist und gibt jetzt dem Kongress die Vorlage, die Ausführung zu stoppen.

    Des weiteren muss Trumps sich nachsagen lassen, dass er aufgrund persönlicher Abneigung gegen die BuKa Milliarden Dollar overseas für militärische Abenteuer ausgibt die fachlich Quatsch sind…

    Der Apparat hat auf seine Art und Weise Jawohl gesagt…

  20. @KPK: Auf welcher Basis bezeichnen sie Vilsek als „westdeutsches Armenhaus“?
    Laut Zukunftsatlas liegt der Landkreis im deutschen Mittelfeld.

  21. Das 52. Fighter Wing besteht ohnehin nurmehr aus einer fliegenden Staffel, der 480.FS, die zwar verstärkt ist, aber sicher relativ einfach in das 31.Fighter Wing im italienischen Aviano integriert werden kann.

    Gleichzeitig wird die geplante Verlegung der MC-130J Hercules und der CV-22B Osprey des 352.SOW von Mildenhall nach Spangdahlem nicht weiter verfolgt.

  22. @Nachhaltig
    Ich lauschte dem Bürgermeister, der sich allerdings auf die „nach-US-Zeit“ bezog.
    Soeben war dessen Amtskollege aus Spangdahlem in Bild und Ton im TV, gleiche Tonlage wie in Bayern.

  23. D hat der NATO 3 mech. Divisionen bis 2035 zugesagt. Zwei haben wir bereits. Eine muß aufgestellt werden. Dazu gehört auch eine deutliche Vermehrung der gepanzerten Kampftruppen. Das wird, unabhängig davon, ob es sich vielleicht nur um teilgekaderte Verbände mit vielen Reservisten handeln wird, erheblichen Platzbedarf und Übungsraum erfordern.
    Für die betroffenen Gemeinden und Landstriche gibt es also noch Hoffnung.
    Vielseck/Grafenwöhr ist ein Stationierungsort mit einem hervorragend geeigneten und ausgebauten Schießplatz für Art und gep. Kampftruppen. Das nahegelegene Hohenfels ist das amerikanische GÜZ in Europa. Wenn diese Liegenschaften durch die USA aufgegeben werden, steht allerdings erst eine (teure) Umrüstung auf deutsche (Arbeits-)Sicherheitsstandards bevor. Aus der militärischen Nutzung werden sie aber sicher nicht entlassen.

  24. @Nachhaltig:

    Laut Zukunftsatlas liegt der Landkreis im deutschen Mittelfeld.

    Ich gehe mal stark davon aus, dass dieser Zukunftsatlas die Kaufkraft und Wirtschaftseffekte durch den dort stationierten Verband nicht sauber rausrechnet, oder? Man muss wirklich kein ökonomischer Genius sein, um solche Effekte immerhin grob abschätzen zu können.

    Fahren Sie beispielsweise mal nach Wittmund in Ostfriesland. Da gibt es m.W. in der Stadt genau vier einigermaßen bedeutende Arbeitgeber, davon drei öffentlich: Stadt- und Kreisverwaltung, ein Werk der Firma Rehau mit um die 600 Beschäftigtn und das TaktLwG 71 „Richthofen“ mit der Kaufkraft der dort tätigen Soldaten, Zivilangestellten, Auszubildenden und deren Familien. Der Rest ist im Wesentlichen landwirtschaftlich geprägt oder pendelt nach Wilhelmshaven aus. Wenn an so einem Standort ein Verband komplett abrückt. geht in der Folge jede Menge an Sekundärwirtschaft flöten. Handwerker, Kaufleute, Dienstleister, etc. Das können Sie allein mit Windrädchen und Saisontourismus (der an der Nordsee ja durchaus noch eine größere Rolle spielt) und der öffentlichen Hand nicht ansatzweise ausgleichen. Bei den Ostfriesen war schon das Heulen und Zähneklappern ausgebrochen als der Verband vorübergehend zur Taktischen Luftwaffengruppe heruntergestuft war, da man befürchtet hat, die Bundeswehr als Wirtschaftsfaktor ganz zu verlieren.

    Das ist zugegebenermaßen bei amerikanischen Verbänden nicht zu 100% vergleichbar, hauptsächlich aufgrund der für stationierte Streitkräfte grundlegend anders gelagerten Fürsorgestrukturen (On-Base Facilities wie Military Housing Restaurants, Kinos, Commissary/Exchange, o.ä.), aber auch amerikanische Familien kaufen durchaus in Spangdahlem und Vilseck in deutschen Läden ein, gehen in deutschen Restaurants essen, usw. Nicht zu vergessen die teilweise sehr kulanten Mieten, die von den Vereinigten Staaten für Off-Base Quartiere bezahlt werde, wenn keine Dienstwohnung in Betracht kommt oder die vorhandenen Housing-Möglichkeiten nicht ausreichen.

    Auch dort wird der gesamten Region durch einen Truppenabzug jedenfalls einiges an Wirtschaftskraft entzogen, das kann eine ansonsten eher strukturschwache Region durchaus zum „Armenhaus“ werden lassen, wenn die Konstante, die eine bisherige Prosperität der Region mit unterstützt hat, von heute auf morgen wegfällt. Was das bei der Konversion auch noch Jahre später für Probleme bereiten kann, kann man sich in Rheinland-Pfalz am Flughafen Hahn anschauen, wo aktuell Ryanair abziehen wird, weil der Flughafen mangels entsprechendem Willen nie als Nachtflugalternative zu Frankfurt am Main in den Bereichen Fracht- und Passagierverkehr etabliert werden konnte. oder auch in Bitburg, wo die geplante Nachnutzung der ehemaligen Airbase noch ganz andere Volten geschlagen hat.

    Trennung:

    In Spangdahlem ggf. einen deutschen fliegenden Verband als Ersatz für das amerikanische Geschwader anzusiedeln, hielte ich für grundsätzlich sinnvoll. Baumholder in der Nähe ist als Luft-Boden-Schießplatz jedenfalls unmittelbar verfügbar, wobei prinzipiell nicht groß ins Gewicht fällt, ob man sofort da ist, oder erst von Büchel oder Nörvenich navigieren muss. Ob es ausgerechnet ein LTG sein sollte, bezweifle ich, denn Spangdahlem ist logistisch für die Luftwaffe dann doch etwas aus der Richtung, renovierte Cargorampe hin oder her. Auch ein Heeresverband wäre voraussichtlich dort nicht ideal. Baumholder stünde zwar auch hier für Übungszwecke zur Verfügung, die Verlegungswege wären allerdings länger und der Standort Idar-Oberstein ist ja gerade erst vor einigen Jahren reduziert worden, wenn ich mich richtig erinnere.

  25. Die ganze Aufregerei verstehe ich nicht, wenn ich richtig gezählt habe, ist das mittlerweile der vierte Blog-Eintrag zu diesem Thema und es werden gebetsmühlenartig die immergleichen Statements von den selben Kommentatoren abgegeben.
    Wir alle sehen doch, das der US-Präsident mehr ein Ankündigungspräsident ist, wenn es um seine Strafaktionen und Superdeals geht. Was ist mit der Mauer/Zaun zu Mexiko, Nordkorea oder diversen Handelsabkommen? Alles heiße Luft oder vom Kongreß kassiert.
    Ich empfehle abwarten – Tee trinken- Show genießen.

    Wie sagte Trump gestern zu seinen Umfragewerten „Niemand mag mich“ – das stimmt, da hat er mal recht.

    @Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) sagt: 29.07.2020 um 17:59 Uhr

    Wie sollte AM Maas in die USA reisen? Es besteht ein Einreiseverbot wegen Corona. Ich würde da auch nicht freiwillig hinfliegen. Heute zieht er in der Presse ein Fazit der Arbeit im UN-Sicherheitsrat. Auch da kommt die Reiseproblematik New York zur Sprache, die eben nicht stattfand.
    Manche Anwürfe sollte man einfach hinterfragen, bevor man aufs Knöpfchen drückt.

  26. Ich muss mal eine blöde Frage stellen: Wie viele Beispiele gibt es eigentlich dafür, dass die Bw eine ehemals von Alliierten genutzte Liegenschaft übernommen hat? Mir wären aus dem Stand die Julius-Leber-Kaserne in Berlin geläufig – da waren doch zuvor die Franzosen drin, Seedorf und die Niedersachsen-Kaserne in „Börgen-Hounäh“. Aber selbst das ist ja gemessen an der Fülle an Liegenschaften, die alleine die British Army of the Rhine/British Forces in Germany hatten, statistisch zu vernachlässigen.

  27. @Pio-Fritz
    Dann hinterfragen Sie mal, warum z.B. der MEX Präsident in DC vorspricht in Zusammenhang mit US-CDN-MEX Vertragswerk in Nachfolge NAFTA.
    Ansonsten darf Maas getrost telefonieren, zugesagt – „stehen in Verhandlungen“ – hatte er dies. Gibt’s weitere wohlfeile, formale Ausreden für AA Nichtstun?
    Quellen: Bei @HeikoMaas und @AuswaertigesAmt werden Sie fündig.

  28. Ich schließe mich da PIO an, es wird nicht so heiß gegessen wie’s gekocht wird.
    Das muss noch durch den Kongress und dann geht’s erst los. Dann sind noch Wahlen und ob es dann immer noch der selbe Präsi ist wissen wir nicht.
    Aber mal ne andere Frage. Darf die USA ihre Truppen ins Baltikum verlegen oder nach Polen. Bezüglich Nato Russland Akte?

  29. @Hans Dampf sagt: 30.07.2020 um 10:02 Uhr

    Ganz einfach, weil man sie in den 90ern nicht gebraucht hat. Die Bw war selber am schrumpfen. Jetzt soll sie wachsen und bräuchte Platz und Liegenschaften.

    @Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) sagt:
    30.07.2020 um 10:26 Uhr

    Sie haben explizit die Reisetätigkeit kritisiert, nicht sein Wirken insgesamt. Genau darauf habe ich mich bezogen. Was Sie sonst noch so gemeint haben könnten, konnte ich Ihren Zeilen nicht entnehmen.
    Und was andere machen, steht doch gar nicht zur Debatte, jeder hat das Recht, seine eigene Risikobewertung einer Reise zu machen. Lesen Sie einfach mal die Artikel zum UN-Sicherheitsrat in der heutigen Presse, dann relativiert sich das ganz schnell.

  30. Das ist falsch @piofritz. Welchen Sinn machte das, Reisen ohne Gespräche. Mittel zum Ziel ist die Reise. Ruhig weiter denken.

  31. @Klaus-Peter Kaikowsky sagt:30.07.2020 um 11:26 Uhr

    Ich zitiere Sie einfach mal aus Ihrem Post vom 29.07.20 um 17:59:
    „Noch vor Tagen war Heiko Maas sinngemäß zu hören „Wir stehen in Gesprächen zum Abzug …“. Sorry, hat er überhaupt mit irgendwem gesprochen? Falls ja, mit wem? Mir fiel jedoch auf, dass er intensiv den Balkan bereiste, was ok ist. Wäre Washington nicht aber naheliegender gewesen?“

    Ich beziehe mich darauf, das Sie bemängeln, der Außenminister sei nicht nach Washington gereist. Und jetzt wollen Sie mir kommen, es gehe um Gespräche und nicht um die Reise? Für Sightseeing wird er wohl nicht reisen, diese ist Mittel zum Zweck, Gespräche zu führen. Aber wir können auch über Selbstverständlichkeiten ein paar Haare spalten.

  32. @ Hans Dampf sagt:
    30.07.2020 um 10:02 Uhr
    Ich muss mal eine blöde Frage stellen: …

    Ist nicht blöd, kann aber aus meiner Sicht wie folgt beantwortet werden:
    Bis sagen wir mal 2015-2016 waren neue Infrastrukturbedarfe nur sehr explizit. In Berlin war nach 1990 die JLK eine gute Möglichkeit, den Standort mit vernünftiger Infrastruktur zu besetzen.
    Bergen neues Bataillon in nachgenutzer Kaserne gerade wegen der Nähe zum TrÜbPl.
    Aber sonstige Massen an aufgegebenen Anlagen von Stationierungsstreitkräften wurden einfach nicht benötigt. Auch weil sowieso schon eigene Ex-Kasernen abgeschoben wurden.
    Jetzt gäbe es (Ich glaube nicht daran, dass es so kommt) mit der Aufgabe von zB Spangdahlem und Vilseck gute Gelegenheiten der Bw Nutzung, auch unter dem Aspekt des Aufwuchses.

    Soweit die Theorie ….

  33. @ Pio-Fritz

    Warten wir mal ab, was von der „wachsenden Bundeswehr“ noch übrig bleibt, wenn der Corona-Hammer finanziell voll durchschlägt.
    Wenn ich an vieles glaube, aber nicht daran, dass man den Einzelplan 14 verschont und andere Bereiche anfasst.

  34. @E. Hügin
    Die Argumentation „wird nicht so heiß gegessen wie’s gekocht“ griff vor exakt zwei Jahren.
    https://augengeradeaus.net/2018/07/us-truppenabzug-aus-deutschland-fuer-die-usa-kein-thema/
    24 Monate später, inzwischen kocht das Essen über und brennt auf der Herdplatte an, um im Bild zu bleiben.
    Der Kongress kann (!) es verzögern, ja.
    Aber selbst verbliebene Atlantiker unter den REPs der GOP werden sich vier Monate vor der Wahl nicht gegen den eigenen Kandidaten Trump positionieren. Politischer Suizid wäre das Resultat.
    Edit/In Belgien fragt sich Presse inzwischen welcher Gunst der Stunde bei eigenem Verteidigungsanteil im BIP von 0,93 % in ’19 man die U.S. Sympathien verdankt? Ggf der F-35A Beschaffung geschuldet, neben der Infrastruktur in Mons und der Nähe zu SHAPE?

  35. @Pio-Fritz
    Sie selektieren unfair.
    Ich lass es.
    Zur Aufforderung „Email-Adressen tauschen“ von Herrn Wiegold muss es nicht kommen.

  36. @Der neue Alte
    Stimmt. Auf DLF heute früh auch Hinweis zu Fluglärmprotesten in Aviano.
    Interessante Variante aber: Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Speicher, zu der Spangdahlem gehört, brachte die Mitteilung, dass nur die F-16 mit Piloten und Technikern verlegen, die Masse samt Familien aber in der Eifel bleiben soll.

  37. @Karl Mohr:
    „D hat der NATO 3 mech. Divisionen bis 2035 zugesagt. Zwei haben wir bereits. Eine muß aufgestellt werden. Dazu gehört auch eine deutliche Vermehrung der gepanzerten Kampftruppen.“

    Da liegt aus meiner Sicht ein Missverständnis vor. Deutschland hat 3 Divisionen ab 2032 eingemeldet. Zufälligerweise hat die Bw 3 Divisionen, wenn auch nicht 3 mechanisierte.

    Die gesamte Planung ist darauf ausgerichtet diese Divisionen vollauszustatten.
    Die notwendigen Haushaltsmittel hierfür sind absehbar nicht vorhanden.

  38. DLF, 1. Bürgermeister Grafenwöhr, TrÜbPl bleibt, trotz evtl Truppenreduzierung.

  39. @Klaus-Peter Kaikowsky

    Natürlich bleibt Grafenwöhr, einer der wichtigsten Truppenübungsplätze des US-Militärs. Und nach allem, was man hört, werden sogar die ins Ausland zu verlegenden Truppen regelmäßig zurückkehren müssen, um dort zu trainieren.

    Tatsächlich offenbaren dieser Schritt und seine Modalitäten ungewollt – man denke nur an die große Zahl an Kampfunterstützern und Führungsunterstützern, die eben nicht abzieht! –, dass die in Deutschland stationierten US-Truppen keineswegs unserem „Schutz“ dienen, sondern ganz überwiegend den Interessen der USA.

    Militärisch hat diese Entscheidung für uns keine große Bedeutung. Niemand kann ernstlich glauben, dass Wladimir Putin auf diesen Truppenabzug nach dem Motto reagieren wird: Puh, dann kann ich ja endlich losschlagen!

    Der größte militärische Schaden, der uns aus diesem Abzug erwachsen wird, ist, dass die Bundeswehr nicht mehr so oft mit amerikanischen Kampftruppen üben kann.

    @Hans Dampf

    Sie schrieben: „Warten wir mal ab, was von der „wachsenden Bundeswehr“ noch übrig bleibt, wenn der Corona-Hammer finanziell voll durchschlägt. Wenn ich an vieles glaube, aber nicht daran, dass man den Einzelplan 14 verschont und andere Bereiche anfasst.“

    — Einstweilen, so glaube ich, muss überhaupt nichts angefasst werden. Die Zeitungen werfen mit Schreckensmeldungen um sich, ohne irgendeinen Kontext zu bieten. Dabei stehen wir verflixt gut da, besonders in Anbetracht der Umstände.

    Die Bundesbank rechnet nach wie vor mit einem diesjährigen WirtschaftsWACHSTUM von 0,5%, trotz eines starken Rückgangs der Wirtschaftsleistung im abgelaufenen Quartal. Zwar verkörpert ein solches Mini-Plus kein effektives Wachstum, zeigt aber: Es ist noch längst nicht ausgemacht, dass uns eine lange Rezession droht. Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage ist in der jüngeren Geschichte ohne Parallelen, und darum sind oft zu hörende Vergleiche etwa zum Börsenkrach von 1929 tumber Historizismus.

    Viele Indikatoren weisen nicht einmal auf eine Rezession. Der Geschäftsklima-Index steigt und steigt, eine bedrohliche Vernichtung von Vermögen hat noch nicht stattgefunden, und wir haben auch keinen gesamtgesellschaftlichen Kaufkraftverlust erlitten. Der Verlust an Arbeitsplätzen hält sich in Grenzen. Wirklich schlimm erwischt hat es bisher nur die Selbstständigen.

    Der Markt reißt sich derweil geradezu um deutsche Staatsanleihen. Und da das Ergebnis des EU-Gipfels bisher nicht auf die Fähigkeit Deutschlands durchgeschlagen hat, sich mit frischem Geld zu versorgen, bleibt anzunehmen, dass uns auch aus dieser Richtung erst einmal kein Ungemach droht und man künftige Steuerausfälle durch Kredite kompensieren kann.

    Und genau dies wird geschehen, denke ich. Die Regierung wird investieren, als hätte es keinen Einbruch gegeben, um die Wirtschaft zu stärken und die Märkte der Beherrschbarkeit der Lage zu versichern (ein Schritt, der gar nicht in Geld aufgewogen werden kann).

    Wenn es uns gelingt, einen zweiten Lockdown zu vermeiden, werden wir vergleichsweise ungeschoren durch diese Krise kommen. (Weshalb es so ärgerlich ist, dass in diesem Land dermaßen viele Idioten herumlaufen, die selbst das Maskentragen für eine Zumutung halten und deren Hirnschmalz offenbar nicht ausreicht, um zu begreifen, dass sie eine Durststrecke für alle unnötig in die Länge ziehen.)

    Der Export wäre dann unsere Hauptsorge, doch auch dort zeigt sich ein Lichtstreif am Horizont. Denn China ist bestrebt, die Gunst der Stunde zu nutzen und EU und USA vollends zu überflügeln. Aus dem Maschinenbau hört man, dass im Juli unter der Überschrift „China“ das dickste Plus seit Ende der Bankenkrise in den Auftragsbüchern stehen könnte.

    Hätte es dem Einzelplan 14 an den Kragen gehen sollen, hätte man bereits im Frühjahr dem Beispiel anderer Staaten folgen und den Rotstift ansetzen können. Stattdessen hat man das Geld mit vollen Händen ausgegeben. Ich folgere daraus, dass die Regierung an keine andauernde Rezession glaubt.

    Äußerstenfalls wird man das Erreichen bestimmter Etappenziele verschieben. Aber Anlass zu der Befürchtung, dass das „Heer 4.0“ gestorben ist, habe ich nicht.

    [Leute, nein, das hier ist kein Wirtschaftsblog. Natürlich hat die wirtschaftliche Entwicklung Auswirkung auf die Staatsfinanzen und damit auch den Verteidigungshaushalt, aber eine gesamtgesellschaftlichwirtschaftlichepangalaktische Debatte dieser Detailtiefe bitte hier nicht. T.W.]

  40. Der US-Verteidigungsminister persönlich hat das Ganze nun in einem Medienbeitrag „erläutert“

    https://thehill.com/blogs/congress-blog/the-administration/509919-us-military-force-structure-changes-strengthens-nato

    Der Wahrheitsgehalt bewegt sich durchgehend auf dem Niveau, welches durch diese beiden Zitate angedeutet sei.

    „A fighter squadron and elements of a fighter wing will be repositioned to Italy, moving them closer to the Black Sea region.“
    „strengthen NATO; reassure allies“

    # nicht erwähnt ist Zweierlei:
    – die Begrenzung incl. temporär anwesender Soldaten auf „harte“ 25.000;
    – Der Konflikt mit der NATO-Russland-Akte, wenn man aus ist auf „opportunities … to move additional forces into Poland and the Baltics“.

  41. Die Entscheidung zur Truppenverlegung ist aus meiner Sicht ein reiner persönlicher Racheakt von Präsident Trump.

    Angela Merkel hat mit ihrer zurückhaltenden Art, mit ihrem Ausweichen und Nichtreagieren auf hauptsächlich männliche Angriffe von politischen Gegnern schon ganz andere Männer auf die Palme gebracht. Bespielhaft gezeigt wurde dies auch in dem legendären Wahlabendinterview 2005 mit Schlagabtausch zwischen noch BK Schröder und Frau Merkel.

    Spätestens mit ihrer Entscheidung den G7 Gipfel im Herbst abzusagen und Trump keine Bühne zu bieten weltweit, aber vor allem vor seinen Wählern, zu medial zu glänzen, war klar, dass dies Folgen haben würde. Die jetzt noch größere Truppenreduzierung als geplant ist ein solcher Racheakt.

    Man kann darüber diskutieren wie stark die wirtschaftlichen Auswirkungen der amerikanischen Truppenreduzierung sein werden.
    Für den kleinen oberpfälzischen Ort Vilseck mit 3500 Einwohnern der hauptsächlich von und mit den US-Soldaten lebt hat dies schon katastrophale Auswirkungen. Der Bürgermeister schätzte im Fernsehinterview die Wirtschaftsleistung der gesamten amerikanischen Garnision inkl. der deutschen Zivilbeschäftigen bei den Amerikanern auf 1,2 Mrd Euro jährlich ein.

    Hier relativiert sich die geplante Beschaffung der US-amerikanischen Jets F18 auf ungefähr 6 Jahreswirtschaftsleistung der gesamten US-Garnision nur in Vilseck !

    Genau diesen Schaden wollte Präsident Trump Frau Merkel bzw. Deutschland zufügen u.a. wegen der Absage an den G7-Gipfel !

  42. @Ökonom: Mir scheint dieser sogenannte „Plan“ ist eine Reaktion auf Trumps gepolter. Zentrale Ressortleiter scheinen auf wichtige Aspekte keine Antwort zu haben was über die interne Transparenz und Kommunizierbarkeit des „Plans“ Rückschlüsse zulässt.

    DIe Debatte des Congress, sobald Budgets beantragt werden wird es ermöglichen die Ernsthaftigkeit ves „Vorhabens -12000“ Aussagen zu machen.

    Bis dahin danke für die geoökonomischen Aspekte, denn es wird deutlich was es bedeutet, wenn China zum größten Handelspartner wird und der Softpowerwert und das Ansehen der USA im Zuge eines Regime TRUMP in der Öffentlichkeitswirkung abnehmen und indifferent werden würden: Wir machen Realpolitik in Richtung USA.

    Nur vorsicht, China eilt uns militärisch nicht zur Hilfe wenn es darauf ankommt!

  43. Abwarten ist – nüchtern betrachtet – nach wie vor die richtige Reaktion auf die Entscheidung der derzeitigen Administration. Nicht vergessen: Unser Freund und Verbündeter sind die USA und eben nicht der derzeit regierende Präsident samt seiner administrativen Wagenburg. Jetzt schnell zu reagieren ist nicht nötig, der Ball liegt in unserem Feld und wir können ihn spielen, wann, in welche Richtung und wie hart, das liegt jetzt bei uns. Und wir können ihn auch aus dem Spiel nehmen.
    Am wichtigsten ist es, den amerikanischen Soldaten ( m/w), die DEU verlassen müssen, einen freundschaftlichen und würdigen Abschied zu bereiten (trotz Corona) – you‘re leaving as friends, thanks for helping to protect our common security. Und natürlich muss unsere Administration und müssen auch und vor allem die Abgeordneten des Bundestages in ihren Kontakten mit Vertretern der amerikanischen Öffentlichkeit auf die Gefahr und die Fehler der derzeitigen amerikanischen Administration hinweisen. Entscheidend scheint ja mit Blick auf die Zielländer der Verlegung nicht der erreichte Stand hin zu den „magischen“ 2% zu sein, sondern eher die Überlegung resp. Entscheidung zugunsten einer Beschaffung der F-35 (sarc off).
    Und: Nur als Gedankenspiel: Wir sollten uns ehrlich machen und bei nächster passender Gelegenheit bei der NATO erklären, dass DEU als Reaktion auf die amerikanischen Maßnahmen die Erreichung des 2%-Ziels nicht weiter verfolgt. Die Überlegungen von AKK, statt dessen Anteile zur Abdeckung von Fähigkeiten festzulegen, gehen m.E. in die richtige Richtung. Ich bin mir sicher, dass viele unser alten europäischen Verbündeten still und leise aufatmen würden.

  44. FAZ
    „Der amerikanische Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem in der Eifel bleibt nach Angaben der Luftwaffe der Vereinigten Staaten trotz der geplanten Verlegung von Soldaten erhalten. „Derzeit gibt es keine Pläne, Spangdahlem zu schließen“, teilte der Kommodore des in Spangdahlem stationierte 52. Jagdgeschwaders, David Epperson, auf der Homepage seines Geschwaders mit“.
    Die 480 Battle Squadron zusammem mit Teilen der 52 Fighter Wing sind zur Verlegung nach Italien vorgesehen. Stationiert sind gegenwürzig 4000 Soldaten, die also offenbar keinesfalls komplett verlegen, womit 800 deutsche Zivilbeschäftigte nicht insgesamt um die Jobs fürchten müssen.
    Die Geschwaderführung bei Aufteilung auf zwei Fliegerhorste in zwei Nationen wird anspruchsvoll sein.

  45. @ Metallkopf

    „ das kann eine ansonsten eher strukturschwache Region durchaus zum „Armenhaus“ werden lassen“

    Bei den ganzen FlgH-Schliessungen in Leck, Eggebek, Husum und den weiteren Standortschliessungen in den 90ern/frühen 2000ern in Schleswig-Holstein, wo ich herkomme, nicht passiert, obwohl gerade die geschlossenen Fliegerhorste stark räumlich geballt waren. Ich kenne KEINE Region in D die durch Standortschliessungen zum „Armenhaus“ wurde.

  46. @Landmatrose 3000: Womöglich konnte das durch Tourismus aufgefangen werden?

    In Rheinland-Pfalz, wo ich herkomme, sieht es anders aus.

    Bsp: Bad Sobernheim, Flugplatz Pferdsfeld.
    In der Innenstadt finden Sie jede Menge 1€-Läden.
    Und Immobilien gibt es günstig.
    Die Stadt ist de facto Pleite, Sportstätten geschlossen.

    Auf dem ehemaligen Militärgelände hat sich nichts großes angesiedelt. Auch weil zu weit Abseits. Da gibt es ganze 80 Arbeitsplätze.

    Analog dazu Hahn/Hunsrück. Jetzt sind die Fördergelder weg, das war es dann.

    Ebenso in Zweibrücken.

    Anderer Gedanke : Mutti sollte sich fragen, ob es Ihr das Wert ist!

    Zu Onkel Erdo ist Sie zweimal hingeflogen, in der Hoffnung, daß sich 2015 nicht mehr wiederholen wird.

    Kostet nun ca 6 mrd € für 5 Jahre. Nur mal so, bevor ich jetzt als Rechtsradikal abgestempelt werde, verkneife ich mir weitere Zahlen.

  47. Das „Gejammer“ wegen der Standortschließungen ist absolut fraglich. Ohne Frage bedeutet es einen harten Einschnitt.

    Um Stuttgart als Landeshauptstadt muss sich niemand Sorgen machen.

    In Vilseck ist die Situation zweifelsfrei schwieriger. Vielleicht kann die Bundeswehr desolate „Mini-Kasernen“ aufgeben und Truppe dort konzentrieren.

    Der Untergang des Abendlandes ist und bleibt durch den Truppenabzug nicht zu befürchten.

    Ruhe bewahren und Optionen prüfen.

Kommentare sind geschlossen.