Defender Europe 20: Der (für Deutschland) sichtbare Teil beginnt

Mit der Anlandung von Panzern und anderem schwerem Gerät in Bremerhaven und der Landung von US-Soldaten in Hamburg hat der für Deutschland sichtbare Teil der Großübung Defender Europe 20 begonnen. In den nächsten Wochen werden rund 20.000 US-Soldaten und Tausende Soldaten anderer NATO-Streitkräfte an die Ostflanke des Bündnisses verlegt – zu einem großen Teil quer durch Deutschland.

Bereits am (gestrigen) Donnerstag (Korrektur) war der Frachter ARC Endurance in Bremerhaven gelandet und hatte die ersten Panzer und andere Fahrzeuge entladen (Foto oben). Auf dem Hamburger Flughafen landete am (heutigen) Freitagmorgen (Korrektur) das erste Charterflugzeug mit Soldaten, die aus den USA eingeflogen wurden:

Die Übung ist die größte Truppenverlegung der USA nach Europa seit gut 25 Jahren. Auch wenn ein Teil des schweren Geräts nicht aus den USA per Schiff in europäische Nordseehäfen kommt, sondern aus den Depots in Belgien, den Niederlanden und Deutschland geholt wird, wird Defender Europe 20 dennoch zu einem Stresstest für die deutsche Infrastruktur. Vor allem per Schiene, aber auch auf dem Landweg werden Truppen und Material quer durch Deutschland nach Polen und in die baltischen Staaten verlegt.

In kleinerem Maßstab hatte es das in den vergangenen Jahren bereits wiederholt gegeben – regelmäßig rotierend hatten die USA eine Kampfbrigade aus den USA an die Ostgrenze der NATO verlegt. In diesem Jahr wird erstmals die Verlegung einer ganzen Division erprobt und geübt.

(Ein Punkt, der in den nächsten Wochen sicherlich eine Rolle spielen wird: Diese Übung ist nicht unumstritten, und es ist ja schon länger Protest gegen diese Transporte durch Deutschland angekündigt – mal sehen, wie sich das entwickelt.)

Notwendiger Nachtrag: Die sich abzeichnende ideologiegetriebene Debatte – wer gegen die Übung ist, ist ein nützlicher Idiot Moskaus vs. die Übung verstößt gegen den 2+4-Vertrag und ist Aggression gegen Russland – mag sonstwo stattfinden, aber auf diesem Niveau bitte nicht hier.

(Foto oben: U.S. Army Spc. Anthony Valdez, an M-1 Armor Crewman, assigned to the 6th Squadron, 8th Cavalry Regiment, 2nd Armored Brigade Combat Team, 3rd Infantry Division, drives an M-1 A2 Abrams tank off of the ARC Endurance and onto the port of Bremerhaven, Germany, on Feb. 20th, officially operating the first piece of U.S. shipped equipment that will be used in Defender Europe 20 – US Army photo by Sgt. Dommnique Washington, 7th Mobile Public Affairs Detachment / Foto unten: U.S. Army troop carrier vehicles get secured and tagged onto railcars as part of an Army Prepositioned Stock (APS) movement at Coleman Barracks in Mannheim, Germany, Jan. 28, 2019 – Photo by Spc. Elliott Page, 21st Theater Sustainment Command)

26 Gedanken zu „Defender Europe 20: Der (für Deutschland) sichtbare Teil beginnt

  1. „Diese Übung ist nicht unumstritten, und es ist ja schon länger Protest gegen diese Transporte durch Deutschland angekündigt – mal sehen, wie sich das entwickelt.“

    Das ist doch dann auch – bei etwaigen Blockaden – eine sehr gute Gelegenheit die oft diskutierte Gesamtverteidigungskonzeption mit verschiedenen Bundes- und Landesbehörden (Landeskommandos, Feldjäger, LogKdo, KdoTA, BfV, MAD, mehrere LfV, BKA, mehrere LKA, Bundespolizei, Landespolizeien und Justiz) zu erproben oder zu erkennen, dass die Zuständigkeiten nicht sauber eingespielt sind.

    Selbstverständlich nach den normalen rechtlichen Bestimmungen – wie es auch in einem hybriden Szenar zu Beginn der Fall wäre.

  2. Hallo Herr Wiegold, es landeten diese Woche bereits 2 weitere Truppencharter der Omni Air in Hamburg, die 747-400 von heute ist bereits die 3. Maschine.

    Mit freundlichen Grüßen
    A. Gembitzki

  3. „Ein Punkt, der in den nächsten Wochen sicherlich eine Rolle spielen wird: Diese Übung ist nicht unumstritten, und es ist ja schon länger Protest gegen diese Transporte durch Deutschland angekündigt – mal sehen, wie sich das entwickelt.“
    So wie bereits waehrend der NATO Nachruestungs- und Pershingdebatte werden die „nuetzlichen Idioten“ in Deutschland einen, zum nicht unerheblichen Teil durch Russland gesteuerten Radau veranstalten. Jetzt allerdings noch unterstuetzt durch Umweltextremisten. Die NATO uebt die Verstaerkung von Verbuendeten und Russland Hybrid Warfare…somit ist allen gedient. Win-Win sozusagen…schauen wir mal wer am Ende „gewinnt“!

    [Meine Güte, diese Kalte-Kriegs-Stimmung, am liebsten würden Sie auch noch „geh doch nach drüben!“ rufen? Sie sind doch immer so meinungsstark, da können Sie keine andere Meinung aushalten? Schwach. T.W.]

  4. Naja. Stresstest ist gut. Es wird jeden tag alles mögliche und auch in überbreite und mit übergewicht von west nach ost tranportiert. Die wirklich schweren Sachen machen nur einen Bruchteil aus.

  5. Video-Stellungnahme @InspSKB
    Stichwort: Bündnissolidarität der USA.
    https://twitter.com/i/status/1230873494524743682

    h/t@DAGATAGermany
    „Generalleutnant Martin Schelleis berichtet aus operationeller Sicht.
    #Defender2020 dauere zu lang für den Ernstfall, man wolle aber nicht alles lahmlegen. Getestet werden die Verfahren: Absprachen mit der zivilen Seite, Test der Infrastruktur, usw.“
    Bevölkerung wird weitgehend – leider- nichts mitbekommen. 27 Jahre seit letzter ReForGer muss gefragt werden, ist Unsichtbarkeit wirklich ein Vorteil hinsichtlich Rückgewöhnung und Akzeptanz? Masse der Bewegungen laufen nachts und auf Schiene ab, soweit als Straßentransporte vielfach um TrÜbPl, z.B. Senne/Bergen.
    Dass mit Sicherheit „a bisserl“ protestiert werden wird, ist nun mal so, aber kein Aufreger. Pluralismus hält das aus. Zuzeiten ReForGer ging es heftiger ab, 10.000e auf Straßen bei Blockaden. Siehe „Besetzung Fulda-Gap“ http://waldbesetzung.blogsport.de/2015/02/11/vor-30-jahren-stoermanoever-im-fulda-gap/

  6. @Memoria sagt: 21.02.2020 um 15:41 Uhr
    „Selbstverständlich nach den normalen rechtlichen Bestimmungen – wie es auch in einem hybriden Szenar zu Beginn der Fall wäre.“

    In der Tat ein sehr wichtiger Punkt! Gerade in einem hybriden Szenario kommen ja (bisher) die ganzen gesetzlichen Sonderbestimmungen nicht zur Geltung.

    Von daher kann man nur hoffen, dass die USA in den nächsten Jahren so weiter machen (und wir vielleicht auch mal richtig mitmachen, also nicht nur mit Ustg Kräften, sondern auch mit Truppe z.B. in Brigade+ Ebene), damit wir hieraus die Lehren ziehen und wo notwendig unsere Gesetze und Verfahren anpassen können.

    @Klaus-Peter Kaikowsky sagt: 21.02.2020 um 16:36 Uhr
    „Dass mit Sicherheit „a bisserl“ protestiert werden wird, ist nun mal so, aber kein Aufreger. Pluralismus hält das aus. Zuzeiten ReForGer ging es heftiger ab, 10.000e auf Straßen bei Blockaden. “

    Da bin ich mir nicht sicher. In alten Zeiten gab es noch keine social media und zudem war die Bevölkerung stärker an solche Manöver gewöhnt.

    In der Kombination von beidem sehe ich hier durchaus eine Herausforderung auf uns und die NATO zukommen

  7. Wäre doch eine schöne Übung wenn in 2027 eine US DIV und eine DEU DIV(+MN Anteile) gemeinsam geführt über den Stab in Stettin eine solche Übung abhalten könnten.

  8. Die Sanität transportiert übrigens auch einen Anteil der Container. Wird leider nie erwähnt. #sanrgt1

  9. Ich durfte in der Berichterstattung auch lesen, dass mit Staus zu rechnen sei, weil ja so viele Panzer und Konvois über die Autobahnen rollen… dabei wurde vorher klar wiedergegeben (im Satz davor), das Vieles über die Schiene läuft und hauptsächlich Nachts.
    Gut… mit solchen Wertungen in der Presse muss man leider leben. Ob es nun allgemein zutrifft, oder mal wenn etwas schief läuft, nicht mal abgewartet zum Meckern.

    Die Herausforderung des Bürgers ist es einfach, Pressemitteilungen zur Planung und meinungsstarke Vorberichtsrstattung hinterher zu bewerten.
    Wobei ich glaube, dass die Meisten wirklich nur davon etwas wissen, weil die Presse damit voll ist. Wenn man einfach nix sagen würde, dann wären ein paar Berichte in der Lokalpresse zu finden, wo wer noch wach war und es mitbekommen hat.

    Offene ehrliche Kommunikation ist ein hohes Gut, welches wir hier haben. Dies sollte genutzt werden, nicht benutzt. Auch dies wird diese Übung zeigen, wer nutzt – wer benutzt?

  10. Unsere Regionalzeitung hier (Lausitzer Rundschau) berichtet jedes Mal kurz und knapp, wenn US Militärkonvois durch die Lausitz rollen. Was da an Leserbriefen und -meinungen zurückkommt, ist unisono zum Kopfschütteln. Egal wann, jedes Mal dasselbe … „Amerika böse, Kriegstreiber bäh, Russland das arme Opfer …“ Und das an der Grenze zu Polen. Naja …

  11. Wenn an diesem Manöver etwas Zweifel weckt, dann ist es die für die Bevölkerung mangelnde Sichtbarkeit.
    Warum dürfen Schwere Waffen nicht für jedermann erkennbar in großer Zahl über die Autobahn oder die Landstraßen – wie zu Zeiten des Kalten Krieges – rollen? Die Antworten der militärischen Führung sind inhaltlich banal. Die politische Klasse in Berlin und in der Provinz will um jeden Preis vermeiden, öffentlich und sichtbar zur Rolle des Militärs in Staat und Gesellschaft Stellung beziehen zu müssen.
    An diesem Punkt zeigt sich überdeutlich, man ist bemüht, die Rolle des Militärs als Mittel der Politik möglichst aus dem öffentlichen Bewusstsein fernzuhalten. Der Anblick eines Panzers würde schließlich die im öffentlichen Diskurs mit Hingabe gehegte Idylle einer von allen Parteien des Landes eifrig betriebenen Diplomatie wortreicher Tatenlosigkeit konterkarieren.

  12. Mal eine Frage, die Übung testet die Truppenverlegung unter Bedingungen welche keine Massnahmen des potentiellen Gegners zur Störung beinhalten.
    Gibt es auch Übungen wo mit einkalkuliert wird das es zu massiven eigenen Verlusten beim Aufmarsch kommt?
    Also, versenken von Transportschiffen, Luftangriffe auf Fahrzeugkonvois Zerstörung von Gleisanlagen, Häfen, Brücken, Kommunikation usw.

  13. @Sabine Hahn

    Hm… Also: keine Panzer-Konvois, die Straßen blockieren, dann ist es bewusst herbeigeführte mangelnde Sichtbarkeit. Das Gegenteil wäre: Überall Panzer-Konvois, die Straßen blockieren, und das sorgt dann für Begeisterung, weil ja sichtbar? Übrigens, Bahntransport wird für Schwerlasten meist genutzt, weil effizienter und wirtschaftlicher, oder sollte so eine Verlegung möglichst teuer werden, wg. der Transparenz und Sichtbarkeit? Die politische Klasse in Berlin will da einfach Kosten sparen, so sind die drauf!

  14. Sehr geehrter Wiegold, bei diesem Thema geht es gewiß nicht um Geld oder das Blockieren von Verkehrswegen oder auch aus Kostengründen bzw. Materialschutz den Bahntransport. All dies sind eher Nebensächlichkeiten.
    Seit dem Ende des Kalten Krieges und dem Aufkommen der Idee der Friedensdividende in Teilen der politischen Klasse beobachtet man allenthalben in Deutschland, von den wenigen Garnisonsstädten einmal abgesehen, das sukzessive Verschwinden des Militärs aus dem öffentlichen Raum. In den Nachbarstaaten finden Sie Vergleichbares nicht.
    In Bundesländern wie NRW z.B. können Sie jahrelang beruflich unterwegs sein, ohne jemals Schweres Kriegsgerät zu sehen. Dahinter verbirgt sich letztendlich staatlich organisierte Symbolpolitik. Dazu bedarf es keiner Dienstanweisungen. Jeder höhere Beamte versteht in aller Regel aus Karrieregründen sehr rasch die Stimmen aus dem politischen Raum richtig zu deuten.
    Das Negieren des Militärs als eines Instrumentes der Politik hat ebenso wie die weitgehende Ausblendung des Aspektes der Geopolitik durch die deutsche Außenpolitik hat in Westdeutschland seit den 50iger Jahren eine lange Tradition. An den Universitäten war dieser Gedankenflug frühzeitig zu beobachten.
    Mit dem Aufkommen der Friedensbewegung verinnerlichte dann ein Teil unseres politischen Spektrums den Gedanke, daß jedwedes militärisches Auftreten wenn nicht Ausdruck von struktureller Gewalt, dann zumindest aber eine Provokation des friedliebenden Bürgers darstellte.
    All dies rächt sich heutzutage in der öffentlichen Wahrnehmung, wie ein kurzer Blick etwa in die Foren bundesdeutscher Qualitätspresse lehrt, wo schon die Ankündigung eines Manövers durch die US-Armee zu einer Flut mehr oder minder hysterischer Leserreaktionen führt.
    Die defensive Pressepolitik ist nur ein Spiegelbild dieser Haltung.
    MfG

  15. Habe keine Ahnung sagt:
    22.02.2020 um 17:02 Uhr
    Sie bewegen sich in Ihren Gedanken wohl in einer anderen Eskalationsstufe. Hier wird nicht WINTEX/CIMEX (a la 1987) wieder aufgenommen …

  16. @ Habe keine Ahnung:

    Weiß ich auch nicht.
    Als Planspiel sollten sinnvollerweise parallel ein paar Simulationen laufen, wie man beispielsweise den Zugtransfer bei Ausfall/Störung der Stromversorgung gewährleisten kann. Also Verfügbarkeit von Dieselloks, Stromversorgungskonzepte von E-Loks durch mitgeführte Generatoren oder wie viele Zusatzkräfte man zum Weichenstellen nach Stellwerksausfall und für Gleisreparaturen nach Störaktionen benötigen würde.

    Meine Vermutung ist aber, dass alle verfügbaren qualifizierten Kräfte schon bis 150% eingespannt sind um den normalen -ungestörten- Transport zu managen. Experten für die oben erwähnten Planspiele wären schlichtweg nicht verfügbar.

    Aber vielleicht kann man es im Nachgang simulieren, wenn die ersten Übungsauswertungen vorliegen und die angefallene Mehrarbeit der Logistiker abgefeiert wurde.

  17. Vielleicht wäre es ja möglich, z.B. 2024, eine deutsche Division über den Atlantik in die USA zu verlegen, um anschließend in Shilo (Kanada) eine multinationale Übung abzuhalten. Logistik kann man auch westwärts trainieren. Dass die US-Streitkräfte die Verlegung ins Baltikum hinbekommen, ist sicherer als Amen in der Kirche. Fähigkeiten + Geld = Erfolg.

  18. Wenn ich das richtig verstehe, ist Kritik an Defender auf diesem Blog nicht erwünscht. Soit. Doch von welchem „Niveau“ ist die Rede? Die Mitteilung, daß Truppen in Deutschland anlanden, ist noch nicht einmal mehr eine News. Das hat das „Niveau“ einer Lokalzeitung, und dann stimmten zunächst nicht einmal die Tagesangaben…

    [Interessant, ich habe den Urheber dieses Kommentars bislang für eine halbwegs belastbare Quelle für das Geschehen in Brüssel gehalten; sein Blog ist ja verlinkt. Dass er mit Falschbehauptungen („Kritik an Defender auf diesem Blog nicht erwünscht“) und Heranziehen eines transparent korrigierten Fehlers („dann stimmten zunächst nicht einmal die Tagesangaben“) als Vorwurf jetzt versucht, den Desinformationskrieg beim Thema Defender mitzumachen, warum auch immer, irritiert mich schon. Aber gut zu wissen für die Bewertung dieser Quelle. T.W.]

  19. Für alle, die „realistischere Übung“ oder „Übung westwärts“ wollen: Beides würde nicht unbedingt den Lerneffekt erhöhen. Die Sicherheitsüberprüfung eines Sturmgewehrs übt man auch erstmal trocken und angeleitet, bevor man es mit einer dreckigen Waffe, scharfer Munition, im Regen und unter ABC-Schutz übt. Eine Übung dieser Größenordnung ist noch komplexer. Ich würde damit rechnen, dass die Übung in den nächsten Jahren „spannender“ wird.

  20. @Habe keine Ahnung
    Bei den CAX Übungen in SIRA und im Gefechtssimulationszentrum Heer sind solche Verfahren Teil der Übungsplanung. Bei real-live ist das nicht darstellbar, allenfalls in kleinem Maßstab auf TrÜbPl.
    27 Jahre nach letzter ReForGer kann dies aber auch kein Übungszweck sein, hier kommt es auf ein Wiederbeherrschen der Basics in CIMIC und Host Nation Support an, zumal die Lessons Learned der letzten Defender deutlich Luft nach oben lässt.
    Die innereuropäische, grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Schwerpunkt mit den seaport of debarkation (SPOD) in BEL und NLD darf sich beweisen.
    Die SKB darf sich beweisen, muss sich beweisen, sie ist dran https://twitter.com/i/status/1231518810030706689 – InspSKB Video.
    Was auffällt, die Ostsee als Transportroute wird nicht genutzt, was @marinespox auf Nachfrage bestätigte. Fragt sich weshalb, keine Transport/Schutzkapazitäten?

  21. „Sabine Hahn sagt:
    22.02.2020 um 17:01 Uhr
    Warum dürfen Schwere Waffen nicht für jedermann erkennbar in großer Zahl über die Autobahn oder die Landstraßen – wie zu Zeiten des Kalten Krieges – rollen? “

    Ich meine, das Verbringen schweren Gerätes wie Kamfpanzer von der Westküste wie Bremerhaven nach Polen über Strassen ist nicht sinnvoll da Bahntransport möglich ist. Für den Strassentransport nach Osten haben die Streitkräfte nicht genügend Tieflader, ein Rollen auf Ketten selbst führt unweigerlich zu Liegenbleibern und damit wohl zu Stören des zivilen Verkehr, Defekt von Strassenbelegen und vermehrten schweren Unfällen. Ich habe US-Panzer(fahrer) auf den Strassen aus Zeit des KK in Erinnerung, die werden heute nicht besser sein.
    Auch bräuchten Panzerfahrer und auch die restliche Besatzung hinreichende Pause zum Ausruhen, zum Essen, zum Toilettengang, Ruhe zum Schlafen. Weiter müssten die Kampfpanzer betankt werden. Ich habe jetzt nur die Panzer selbst erwähnt, zu einem Panzereinheit, -verband gehört aber noch einiges mehr dazu an Fahrzeugen. Die bestehenden Rastplätze reichten wohl nicht aus dazu. Die Kolonnen müssten von der Strasse zu extra eingerichteten Versorgungspunkten.

    Also auf die Bahn damit, die Soldaten fahren mit Autobus.

  22. @Stöber sagt: 23.02.2020 um 8:46 Uhr
    „Als Planspiel sollten sinnvollerweise parallel ein paar Simulationen laufen, wie man beispielsweise den Zugtransfer bei Ausfall/Störung der Stromversorgung gewährleisten kann. Also Verfügbarkeit von Dieselloks, Stromversorgungskonzepte von E-Loks durch mitgeführte Generatoren oder wie viele Zusatzkräfte man zum Weichenstellen nach Stellwerksausfall und für Gleisreparaturen nach Störaktionen benötigen würde.“

    Ich bin nicht an der Übung beteiligt, aber ich würde mich sehr wundern, wenn nicht im Vorfeld und/oder parallel und/oder eingebettet in die Übung auch tatsächlich Lageeinspielungen durchgeführt werden. Inkl. z.B. der von Ihnen beschriebenen logistischen Probleme oder vielleicht ja auch direkterer Sabotageakte.

    „Aber vielleicht kann man es im Nachgang simulieren, wenn die ersten Übungsauswertungen vorliegen und die angefallene Mehrarbeit der Logistiker abgefeiert wurde.“

    Auch davon gehe ich aus. Sonst würde man ja keinen Lerneffekt erzielen.

  23. @sanjäger sagt: 23.02.2020 um 11:24 Uhr und @Klaus-Peter Kaikowsky sagt: 23.02.2020 um 11:31 Uhr
    Sind sie beide sich sicher, dass keine Übungseinlagen und/oder Planspiele und/oder Lageänderungen eingespielt/durchgeführt werden?

    Ich hoffe und erwarte dies doch sehr Übungen ohne Lagefortschreibungen bringen allen Beteiligten nur anteilig etwas.

  24. „Was auffällt, die Ostsee als Transportroute wird nicht genutzt, was @marinespox auf Nachfrage bestätigte. Fragt sich weshalb, keine Transport/Schutzkapazitäten?“

    Ich denke, auch heute wäre die Ostsee als russisches Binnenmeer zu betrachten.

  25. @Edgar Lefgrün
    Ostsee als russisches Binnenmeer, kauf ich nicht!
    Was wäre dies auch für eine Aussage, wenn nicht mal im Frieden der Seetransport auf der Ostsee aus „diesen“ Gründen gewagt würde?
    @Koffer
    „Lagefortschreibungen“, weiß ich leider nicht, allerdings bin ich mir 100% sicher, dass dies mit Auswirkung auf Realtransporte Schiene/Straße nicht geplant ist.
    Vorstellbar bleibt, dass die Übungsstäbe entsprechende Einlagen mit Auftrag BdL, neuer OpPlan bekommen.

  26. @Edgar Lefgrün sagt: 23.02.2020 um 11:40 Uhr
    „Also auf die Bahn damit, die Soldaten fahren mit Autobus.“

    Ihre Argumente pro Bahn sind schlüssig und schwerwiegend.

    Allerdings gibt es ein zentrales Argument für Straßen: Flexibilität und den durch das weitverzweigte Straßennetz mit zahllosen Ersatz und Nebenstraßen störungsresistente Charakter.

    Also: Bahn ist gut und wo immer möglich durch Planer und Logistiker geschätzt, aber nur sich nur auf Bahnverlegung zu verlassen wäre mEn fahrlässig.

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