Jetzt schneller (Koalitions)Abzug aus Irak? (Nachtrag)

Wenn sich diese Nachrichten am Montagabend bestätigen, könnte ein Abzug der Truppen der internationalen Anti-IS-Koalition aus dem Irak schneller beginnen als gedacht – und noch vor der offiziellen Festlegung der irakischen Regierung, diese Truppen aus dem Land zu werfen: Die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters wie auch  die Washington Post berichten übereinstimmend von einem Schreiben des Koalitions-Kommandos, in dem der Beginn des Abzugs angekündigt wird.

In dem Schreiben, das ein Mitarbeiter der Washington Post im Faksimile auf Twitter veröffentlichte, heißt es unter anderem, die Operation Inherent Resolve werde aufgrund der Resolution des irakischen Parlaments und des Regierungschefs in den nächsten Tagen und Wochen ihre Soldaten umstationieren und for forward movement vorbereiten –  als praktisch für den Abzug. Der Brief schließt mit dem Satz: We expect your sovereign decision to order our departure.

 

Die Echtheit des – offensichtlich nicht unterzeichneten – Schreibens war zunächst nicht klar, nach Darstellung des Blattes bestätigten allerdings US-Verteidigungskreise, dass es sich um einen offiziellen Brief handele.

Von Seiten des deutschen Verteidigungsministeriums gab es dazu am Montagabend keine Aussage. Der bislang letzte Stand des Bundeswehrengagements im Rahmen von OIR im Irak war am Montag, dass die für diese Woche geplante Truppenrotation vorerst ausgesetzt wurde. Die Soldaten, die derzeit im Irak sind und in diesen Tagen hätten nach Hause zurückkehren sollen, werden vorerst dort bleiben – nach Angaben des Ministerium ist es aber eine Frage von Tagen, wann sie ausreisen könnten.

Zugleich bereitete sich die Bundeswehr den Angaben zufolge auf jede Eventualität vor, auch darauf, die rund 130 deutschen Soldaten im Irak zügig zurückzuholen. Die Bundesregierung hatte allerdings zuvor erneut betont, dass ihr an einer Fortsetzung des Kampfes gegen den Islamischen Staat im Irak gelegen sei.

Nachtrag: Inzwischen berichten US-Medien, Verteidigungsminister Mark Esper habe dementiert und erklärt, es gebe keine Vorbereitungen der US-Truppen, den Irak zu verlassen:

Die Washington Post bleibt allerdings bei ihrer Darstellung:

(Weiter möglicherweise nach Entwicklung)