Angriff auf EU-Ausbilder in Mali: Fahrzeugbomben und Gewehre (Neufassung m. spanischen Angaben)

Der Angriff auf die EU-Ausbildungsmission in Mali am (gestrigen) Sonntag war ein konzertierter Angriff von Selbstmordattentätern mit zwei Autobomben sowie einer parallelen Attacke mit Schnellfeuerwaffen. Das geht aus Schilderungen der spanischen Streitkräfte hervor, die im Camp der EU-Trainingsmission Mali in Koulikoro die Sicherung des Feldlagers stellen. Die Bundeswehr rückte unterdessen von ihrer gestrigen Darstellung ab, dass es auch einen Angriff mit Raketen gegeben habe.

Das Lager in Koulikoro war am frühen Sonntagmorgen angegriffen worden. Dabei wurden drei malische Soldaten verwundet, die Selbstmordattentäter in den beiden Pickup-Trucks kamen ums Leben. Die Ausbilder aus den EU-Staaten, darunter auch Bundeswehrsoldaten, blieben unverletzt.

Nach Angaben des spanischen Generalstabs (Estado Mayor de la Defensa) wehrten spanische Soldaten zusammen mit malischen Soldaten den Angriff ab: Mit gezielten Schüssen aus schweren Maschinengewehren hätten die Spanier den Fahrer eines Fahrzeugs gestoppt, das auf das Tor zum Camp zurollte, ehe er seinen Sprengsatz zünden konnte. Auf dem zweiten Fahrzeug sei die Sprengladung außerhalb der Basis detoniert. Die Soldaten der Brigade Galicia hätten damit eine Katastrophe verhindert. Ein weiterer Angriff mit Handfeuerwaffen sei ebenfalls von den Spaniern abgewehrt worden.

Luftaufnahme nach dem Anschlag (Klick macht groß)

Die Mitteilung des spanischen Generalstabs in deutscher Übersetzung:

Spanische Streitkräfte verhindern Terroranschlag auf EU-Mission in Mali
Die effektive Intervention des spanischen Militärs verhinderte Todesopfer bei dem Angriff. Dies ist das erste Mal, dass ein Angriff auf ein solches Trainingszentrum in Koulikoro registriert wurde.
Die spanischen Streitkräfte haben den Terroranschlag mit zwei Fahrzeugen gegen das Ausbildungszentrum, das die Mission der Europäischen Union in Mali („EUTM-Mali“) gegen 3 Uhr morgens am vergangenen Sonntag in der Stadt Koulikoro hat, abgewehrt. Der Angriff dauerte etwas mehr als eine Stunde.
Es ist das erste Mal seit Beginn der Mission „EUTM-Mali“ im Jahr 2013, dass das Koulikoro Training Centre (KTC) jeglicher Art von Aggression ausgesetzt ist, und es ist auch das erste Mal, dass solche Angriffe im zentralen Bereich der Region registriert werden.
Nach der Ankunft in der Nähe des Zentrums verließen die Insassen eines der Fahrzeuge und begannen aus der Nähe eines der sekundären Zugangstore zu schießen. Anschließend steuerten die Fahrzeuge den Hauptzugang an. Das diensthabende spanische Militär hat zusammen mit den malischen Soldaten das erste der Fahrzeuge abgewehrt, was den Fahrer veranlasst hätte, den Sprengstoff in seiner Weste zu zünden, während das zweite, da das erste nicht in das Lager gelangen konnte, in der Nähe des zentralen Tores explodierte, ohne großen Schaden anzurichten.
Dank der schnellen Einsatzbereitschaft der spanischen Schutztruppe – die der Brigade Galiciens VII angehört – und der Koordination mit dem malischen Militär besteht keine Notwendigkeit, ein Todesopfer zu beklagen, und es wurde vermieden, dass die Zahl der Verwundeten größer war, mit nur einem Gleichgewicht von zwei malischen Soldaten, die von den medizinischen Diensten der Basis behandelt wurden.
Derzeit wird die Untersuchung des Hergangs fortgesetzt.
(Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator)

Die Mitteilung der Bundeswehr vom (heutigen) Montag* ist etwas weniger detailliert:

Mali: Angriff auf das multinationale Trainingscamp in Koulikoro (1. Änderung)
Berlin, 25.02.2019
In den Morgenstunden des 24. Februar gegen 3 Uhr Ortszeit wurde das Koulikoro Training Centre (KTC) in Koulikoro Ziel eines komplexen Angriffs. Der Angriff wurde mit Handfeuerwaffen sowie mit sprengstoffbeladenen Kraftfahrzeugen durchgeführt.
Der Fahrer eines dieser Fahrzeuge löste vor dem Eingang des Feldlagers seinen Sprengsatz aus und kam dabei ums Leben. Drei malische Soldaten wurden verletzt. Der Angriff wurde durch Sicherungskräfte erfolgreich abgewehrt. Ein weiteres Fahrzeug mit Sprengstoff konnte gestoppt werden und kam so nicht mehr zur Explosion. Der Sprengsatz wurde durch Kampfmittelräumer von EUTM Mali entschärft.
Deutsche Soldaten wurden bei dem Angriff nicht verwundet.

Am Vortag hatte die Bundeswehr noch mitgeteilt*: Der Angriff wurde mit Raketen, Handfeuerwaffen sowie mit Sprengstoff beladenen Kraftfahrzeugen durchgeführt. Meldungen von einem Raketenangriff hatte es auch in örtlichen Medien gegeben; das hat sich offensichtlich nicht bestätigt.

*Fürs Archiv die beiden Bundeswehr-Meldungen und die spanische Meldung als pdf-Datei:
20190224_bmvg_de_Angriff_EUTM_Mali
20190225_Angriff_EUTM_Mali_Bw-Meldung
20190225_EUTM_Mali_Angriff_Koulikoro_EMAD

(Fotos: Spanische Streitkräfte – Estado Mayor de la Defensa)

26 Kommentare zu „Angriff auf EU-Ausbilder in Mali: Fahrzeugbomben und Gewehre (Neufassung m. spanischen Angaben)“

  • Ha-Wa   |   25. Februar 2019 - 16:40

    Ob der Angriff als Vergeltungsaktion gedacht war, nachdem ein hochrangiger Anführer von den Franzosen getötet wurde?

    Den verwundeten Soldaten gute Besserung und ein Glück haben die Spanier so beherzt das zweite Kfz beschossen, will mir gar nicht ausmalen was noch hätte passieren können.

    Man könnte auch überlegen zum Lagerschutz Mörserkampfsysteme nach Mali zu verlegen, aber ob das politisch gewollt ist steht auf einem anderen Blatt.

  • Boots on the Ground   |   25. Februar 2019 - 18:53

    @Ha-Wa | 25. Februar 2019 – 16:40
    Das mit der Vergeltung wird zwar propagandistisch so dargestellt und von unwissenden Medien so weitertransportier werden, aber gerade komplexe Anschläge brauchen eine erhebliche Vorbereitungszeit, von daher ist das unwahrscheinlich.

  • Puzzles   |   25. Februar 2019 - 18:56

    @Ha-Wa:
    Der Einsatzwert von Mörsern ist bei diesem Lager nicht besonders hoch. Dazu ist die Lage des Nahbereich einfach ungeeignet.

    Unterm Strich steht bei diesem Angriff: Glück gehabt! Der erste Sprengsatz ist offenbar deflagriert. Der Dooropener hat dadurch nicht funktioniert und der Plan ging den Bach runter. Bei funktionierender Sprengladung hätte das böse ins Auge gehen können.

    [Ups, da musste ich auch erst mal nachgucken… Für uns Nicht-Feuerwerker: „Der erste Sprengsatz ist offenbar deflagriert“ bedeutet, der Sprengstoff ist verbrannt und nicht detoniert. Allerdings deuten die Berichte darauf hin, dass beim ersten Fahrzeug weder das eine noch das andere passiert ist, sondern der Sprengsatz nicht umsetzte und später entschärft wurde. T.W.]

  • Kay   |   25. Februar 2019 - 19:23

    @ Ha-We

    Warum soll die Bundeswehr Abwehrwaffen verlegen (hier Mörser), wenn die ein Verbündeter für den Schutz verantwortlich ist (hier Spanien)?

    Oder meinten Sie die Spanier, die sollen das machen und politisch gewollt muss es international sein? Denke eher weniger… Sie meinten bestimmt Deutschland…

    Also warum jetzt Deutschland?

  • Ha-Wa   |   25. Februar 2019 - 20:48

    Naja Mörser darf man nicht nur als reines Wirkmittel sehen, sondern vielmehr als pure Abschreckung.. Mittels show off force könnte man eine relativ sichere Zone rund ums Lager schaffen die TIC´s von vornherein ausschließt. Meiner Auffassung nach werden sich die Insurgents in Zukunft vermehrt auf das Legen von IED´s und eventuell auch auf das Angreifen von Konvois verlagern, weshalb Steilfeuer im Nahbereich äußerst hilfreich wäre und sei es um Nebelmunition zu verschießen.

    @Kay

    Deutschland hatte ich doch gar nicht erwähnt? Auch wenn der M120 durch seine minimale Schussweite hier geeignet wäre.

    Die politische Brisanz ergibt sich durch die EUTM an sich, auf die sich alle europäischen Mitgliedsstaaten in Form des Rats der Europäischen Union einigen konnten.
    In dem verabschiedeten Konzept steht explizit das die Soldaten der truppenstellenden Staaten nicht in Kampfhandlungen einbezogen werden. Die Verlegung einer Steilfeuerwaffe würde nicht nur das ungute Signal der „Aggression“ senden, sondern vielmehr den ausghandelten Kompromiss untergraben, da der Rat die Mission beenden müsste und eine neue Mission verhandeln müsste. Ob überhaupt der politische Wille besteht ein neues Krisenmanagementkonzept zu konzipieren und ob überhaupt eine einfache Mehrheit im Rat zustande kommt bleibt überaus fraglich.

  • T.Wiegold   |   25. Februar 2019 - 23:28

    Wenn die Herren mal auf die hier verlinkte Detailkarte schauen würden: Wir reden über ein Camp, das nicht irgendwo im Nirgendwo liegt, sondern schon in der relativen Nähe bewohnten Gebiets. Klar kann man da auch in Kolonialherrenmanier mit Mörsern um sich ballern, wäre allerdings kontraproduktiv. Eine Betrachtung der konkreten Situation wäre sicherlich hilfreich.

  • Pio-Fritz   |   26. Februar 2019 - 9:08

    Ich verstehe die ganze Diskussion hier und in den beiden Beiträgen vorher nicht.
    Ein Militärcamp in einem Krisengebiet wird vom Gegner angegriffen, die Sicherungskräfte greifen ein, stoppen den Angriff und schlagen den Gegner erfolgreich zurück. Es gibt ein paar Verletzte, keine Toten.

    Sicher ist das alles nicht toll, aber der Einsatz in Mali ist nun mal gefährlich, das ist uns doch allen bewusst. Oder etwa nicht?

    Jetzt irgendwelche Sicherheits- und Einsatzdiskussionen vom Zaun zu brechen – völlig an der Realität vorbei. Das ist eine Randnotiz des Einsatzes, nicht mehr und nicht weniger. Business as usual.

  • M. M.   |   26. Februar 2019 - 9:34

    Richtig. Das Camp bzw. die malische Offizierschule liegt in einem Gelände mit (afrikanischem) Vorortcharakter, direkt an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße. Wie man da mit Mörsern sinnvoll auf potentiell schnellfahrende SVBIEDs wirken soll ist mir schleierhaft.

  • Wa-Ge   |   26. Februar 2019 - 12:01

    @T.Wiegold | 25. Februar 2019 – 23:28
    „Wenn die Herren mal auf die hier verlinkte Detailkarte schauen würden: Wir reden über ein Camp, das nicht irgendwo im Nirgendwo liegt, sondern schon in der relativen Nähe bewohnten Gebiets. Klar kann man da auch in Kolonialherrenmanier mit Mörsern um sich ballern, wäre allerdings kontraproduktiv. Eine Betrachtung der konkreten Situation wäre sicherlich hilfreich.“

    Das ist nun wirklich keine sachliche und schon garnicht richtige Darstellung vom Mörsereinsatz.

    Unabhängig ob der Mörser da ein zweckmäßiges Wirkmittel ist oder nicht, ist der Mörser nichts anderes als ein „Verbringungsmittel“ für, im Falle eine 120 mm Mörsers, eine ca. 2 Kg schwere Sprengladung, welche mit ca. 11 Kg Stahl ummantelt ist. Dieses Wirkmittel eignet sich besonders gut um Flächenziele zu bekämpfen (Zerschlagen, Niederhalten,…).
    Mit nicht überlagerter Munition hat man einen tödlichen Splitterradius von ca. 50m und eine Genauigkeit bei festgeschossener Bodenplatte von unter 10 m (120 mm Munition der neuen Generation).

    Die Nähe zu bewohnten Gebieten spielt tatsächlich nur bei Leihen eine Rolle, denn nach diesem Prinzip hätten auch die bis vor Kurzem dort Stationierten Tiger nicht, oder nur mittels Show of Force dort zur Unterstützung eingesetzt werden können. Denn in der Realität macht es keinen Unterschied auf welchem Wege der Wirkkörper ins Ziel gebracht wird, es zählt lädiglich welcher Wirkkörper es war. Und eine ungelenkte 70 mm Rakete aus einem Tiger oder der Einsatz der .50 streut ganz schön im Zielgebiet, insbesondere dann wenn diese eine 10 Kg+ IED in einem knapp 1to schweren Auto umsetzen. Da sind dann die vom Wirkmittel ausgehenden Splitter das geringste Problem der Bevölkerung.

    @Ha-Wa
    Was die Zweckmäßigkeit der Mörserwaffe zur Bekämpfung dieses expliziten Szenarios (soweit in den Medien dargestellt) angeht, kann ich Ihnen aus mehrjähriger Erfahrung als Mörserzugführer sagen, dass der Mörser hier das denkbar ungeeignetste Mittel ist. Nicht wegen der Nähe zur Bevölkerung, sondern wegen der Zeit die ein Mörsereinsatz erfordert , selbst wenn er vorbereitet ist und die gesamte Mannschaft in Stellung und Feuerbereit ist. Weiterhin ist der Mörser eine Flächen und keine Punktwaffe und genau das brauche ich um einen Suicider egal ob zu Fuß oder im Kfz zu stoppen. Eine schnelle einsetztbare Punktwaffe.

    Bei einem ungepanzerten Fahrzeug ist da eine MG bereits vollkommen ausreichend und zweckmäßig, da am Tor meistens eh in irgendeiner Form einsatzbereit. Bei einem gepanzerten Fahrzeug ist es eine Panzerfaust oder ein Panzerabewehrlenkflugkörper.

    [So bitte nicht. Die aus der Luft gegriffene Falschbehauptung, die Tiger wären für EUTM Mali in Koulikoro eingesetzt worden, macht es nicht besser. T.W.]

  • Wa-Ge   |   26. Februar 2019 - 14:22

    @T.W.

    Wo lesenen Sie das „[So bitte nicht. Die aus der Luft gegriffene Falschbehauptung, die Tiger wären für EUTM Mali in Koulikoro eingesetzt worden, macht es nicht besser. T.W.]“

    aus

    „Die Nähe zu bewohnten Gebieten spielt tatsächlich nur bei Leihen eine Rolle, denn nach diesem Prinzip hätten auch die bis vor Kurzem dort Stationierten Tiger nicht, oder nur mittels Show of Force dort zur Unterstützung eingesetzt werden können.“

    Deutsch ist nicht meine Muttersprache, das geben ich zu, aber das Wort „hätte eingesetzt werden können“ ist ja wohl in keiner Interpretation gleichzustellen mit einer Aussage, ich hätte behauptet, dass der Tiger in Koulikoro eingesetzt wurde.

    [Die Tiger waren nie in Koulikoro stationiert und niemals der EUTM Mali unterstellt. T.W.]

  • Ha-Wa   |   26. Februar 2019 - 14:33

    Warum wird mir hier denn die Behauptung in den Mund gelegt das man mit einem Mörser bewegliche Punktziele (erfolgreich) bekämpfen kann?

    Wie ich bereits schrieb gehe ich davon aus das der direkte Angriff auf das Lager in Koulikuro nur der Anfang einer sich ändernden Taktik seitens der Insurgents sein könnte.

    Um von vornherein TIC´s (außerhalb des Lagers) zu verhindern könnte man Mörser stationär ins Lager verbringen und mittels show off force den Ansatz der Abschreckung durch überlegenes Waffensystem praktizieren. Das man dabei nicht in alter „Kolonialherrenmanier“ auf Geratewohl in urbane Strukturen feuert dürfte eigentlich klar sein, zumal Steilfeuer nur angefordert werden kann wenn ein Beobachter vor Ort das Feuer koordiniert.

    Einen ähnlichen Erfolg hatte die Pzh in AFG, nach dem sich nach relativ kurzer Zeit zeigte das in einem Radius x rund um das Lager Angriffe auf ISAF-Kräfte signifikant reduziert wurden.

    Wie gesagt all das unter der Prämisse das die Insurgents offensiver werden und ihre Aktivität rund um Lager in Koulikuro erhöhen.

  • Wa-Ge   |   26. Februar 2019 - 15:27

    @ T.W.
    „[Die Tiger waren nie in Koulikoro stationiert und niemals der EUTM Mali unterstellt. T.W.]“

    Und die Heron war nie für einen Unterstützungseinsatz für die Franzosen mandatiert und wurde trotzdem eingesetzt.

    Sie glauben doch wohl echt nicht, dass im Falle eines Falles indem deutsche Soldaten (Mandat A) im Gefechts/in Gefahr sind und andere deutsche Soldaten (Mandat B) mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln Hilfe leisten können, dass diese dann nicht eingesetzt werden?

    Also bei allem „Unglauben“ an die deutsche Bürokratie, sowas würde keine Regierung, keine militärische Führung überleben, insbesondere dann, wenn dann auch noch deutsche Soldaten zu Schaden kommen sollten.

    @Ha-Wa | 26. Februar 2019 – 14:33

    Für Ihren Ansatz ist die Reichweite des Mörsers A zu gering und B nicht das zweckmäßigste Mittel (zu langsam), da Kommunikation zwischen Beobachter und Feuerleitung und danach zum Mörsertrupp ausschßließlich mittels veralteter IT erfolgt. Ein Feuerkommando braucht somit mehrere Minuten bevor es sich im Gelände auswirkt, da ist der Gegner einfach zu schnell weg. Dafür sind die heutigen Operationsgeschwindigkeiten einfach zu schnell.

    Der 120 mm Mörser der Bw ist in seiner derzeitigen Ausprägung braucht eine gewisse „Statik“ im Gefecht, damit er seine Wirkung entfalten kann. Es schmerzt mich das als MrsMann zu sagen, aber da läuft das bei der Artillerie deutlich schneller.

    Der Mörser spiel seine Wirkung wiederum dann aus, wenn er z.B. begleitend eingesetzt wird.

  • T.Wiegold   |   26. Februar 2019 - 16:02

    @Wa-Ge

    Jetzt kommen Sie aber gefährlich nahe ans Trollen…

    Ihre erste Aussage: „Die Nähe zu bewohnten Gebieten spielt tatsächlich nur bei Leihen eine Rolle, denn nach diesem Prinzip hätten auch die bis vor Kurzem dort Stationierten Tiger nicht, oder nur mittels Show of Force dort zur Unterstützung eingesetzt werden können.“

    Mein Hinweis: Die Tiger waren dort nicht stationiert.

    Ihre Reaktion: „Sie glauben doch wohl echt nicht, dass im Falle eines Falles indem deutsche Soldaten (Mandat A) im Gefechts/in Gefahr sind und andere deutsche Soldaten (Mandat B) mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln Hilfe leisten können, dass diese dann nicht eingesetzt werden?“

    Was soll das? Die Tiger waren weit entfernt stationiert; im Gefahrenfalle hätte es näher dran andere Assets gegeben. Aus einer falschen Behauptung machen Sie „aber im Ernstfall hätte doch…“.

    Lassen Sie das einfach. Es wird nur noch peinlicher.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   26. Februar 2019 - 17:53

    Die o.g. spanische Lagedarstellung lässt keinen Anlass zum Mörsereinsatz erkennen, sMG reichten nachweislich bei weitem aus. ESP Tr hat sich Respekt verschafft und den Auftrag erfüllt, nur das zählt. Alles weitere gehört ins Feld der Spekulation.
    Die DEU Meldung weist das Niveau „Hausfrauenbriefing“ auf, intern dürfte deutlicher informiert worden sein, im Lessons Learned-Prozess. Truppe lernt sonst nichts.

    Eine Frage der Notwendigkeit/Verfügbarkeit kampfkräftiger Unterstützung durch Reserven stellt sich dennoch. Da hier für EUTM nicht erkennbar, bleibt nur der Hinweis auf Grundsätze für Reserven: Auffangen-Verstärken-Gegenangriff. Obige Lage ließe ein „verstärken“ notwendig sein, was nur wirkt, wenn SOFORT gehandelt wird.
    Kampfhubschrauber werden eher nicht Teil einer Res sein, da die Zeit bis zur Wirkung im Ziel zu groß ist; konkret bei Dunkelheit in Urban Terrain wird „collateral damage“-Gefahr zur Ablehnung führen.
    Die Aussage -T.W.- „Die Tiger waren weit entfernt stationiert; im Gefahrenfalle hätte es näher dran andere Assets gegeben“ ist zu hinterfragen hinsichtlich
    – wieviel Flugminuten sind „weit entfernt“ zusammen mit „notice to move“ und
    – „Im Gefahrenfalle“, jeder Angr stellt eine Gefahr dar, zumal bei Nacht und, in Unkenntnis etwaiger Folgekräfte sowie
    – „andere assets“, welche?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   26. Februar 2019 - 18:42

    Gut umrissen, wenn es nicht Grozsny 3.0 werden soll.
    „@hansdamen
    Military exercises in urban environments are under so many restrictions, that you might ask whet their realistic enough and realistically training out military“. Major Clodia O’Neil @BritishArmy
    Ganz losgelöst vom Szenar: Peace Keeping, – Enforcement oder selbst Artikel 5, stets fragt sich, was Operateure, Politiker und Gesellschaften an Kollateralschaden hinnehmen wollen.
    „„Ein ‚Kollateralschaden‘ ist nach dem humanitären Völkerrecht ein ungewollter, aber zur Erreichung eines legalen Angriffs auf ein militärisches Ziel unvermeidbarer ‚Nebenschaden‘, …“
    Auch wenn HVR weich formuliert, westliche Gesellschaften werden kaum zur Hinnahme umfangreicher Schäden bei Infrastruktur und Bevölkerung bereit sein, zumindest dann nicht, wenn persönliche Gefährdung nicht vorliegt.
    Auf Koulikoro trifft das zu.

  • Xyx   |   26. Februar 2019 - 20:48

    Die Tiger waren/sind in Gao stationiert. Also ca zwei Flugstunden von mit einer Linienmaschine entfernt.

  • cosmo   |   26. Februar 2019 - 22:28

    Lauter Spezialisten hier die alles besser wissen:

    Mörser im CIBSSK (sollen die vom OP Tango auf dem Mount Keita auf die Häuser, Gärten, den Hauptberufsverkehr oder die Schulkinder schiessen?) – Haupttraße 5-7 m breit, dann fängt der Niger an! Am nördlichen Ende, bei Camp Gecko, graede mal 200 m Schussfeld in den Gärten am Oued (wir haben sie vor zwei Jahren gegen Bezahlung freischneiden lassen – die Eigner haben mitgemacht!)

    Warum könnt ihr nicht alle mal die Klappe halten und nachdenken bevor hier unqualifizierter Mist abgesetzt wird.

    Ich war Major de Camp im KTC und habe bereits mehr über diese Installation vergessen als alle hier anwesenden Poster jemals werden lernen können.

    Der Tausch der Einfahrt und Ausfahrt sowie die Verstärkung mit Heskos hat sich jetzt als richtig erwiesen.

    BTW – wir sind dort auf Einladung zu Gast – schon vergessen?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   26. Februar 2019 - 23:03

    Sind „sämtliche“ Kräfte wirklich vorbereitet?
    “ … At the same time that countries across the Sahel have been grappling with shifts in the intensity and expansion of jihadist violence, inter-communal violence has also destabilized a number of communities in the region. … Mali …“
    https://www.acleddata.com/2019/02/01/ten-conflicts-to-worry-about-in-2019/#unique-identifier

  • Zimdarsen   |   27. Februar 2019 - 7:43

    @Klaus-Peter Kaikowsky

    In Mali gibt es aber keinen Krieg wie ihn das HVR zu Grunde legt, sondern Kriminelle/Terroristen geifen militärische Anlagen an.
    Es geht hier nicht um einen Häuserkampf an der Front, sondern um Terroranschläge in einer Stadt, welche im Grunde friedlich ist.

    Würden sie bei einem Terroranschlag auf einen deutsche Kaserne auch so reagieren?

  • Metallkopf   |   27. Februar 2019 - 9:32

    @cosmo: Danke. Ich kann bei diesem Altherren-Circle-Jerk (n.b. aus dem bequemen Lehnsessel in der Heimat) über die Sinnhaftigkeit von Mörsereinsätzen auch nur noch mit dem Metallkopf schütteln.

    Ist wohl die militärische Variante von „Hätte ich nur den Pik Buben im Skat gefunden, dann hätte ich Euch alle schwarz gespielt!“

  • Wa-Ge   |   27. Februar 2019 - 11:40

    @ T.Wiegold | 26. Februar 2019 – 16:02

    Ihr Hausrecht, Ihre Regeln, aber Sie als jemand der mit der Wirkung von Sprache/Schrift sein Geld verdient sollten dann doch die Unterschiede erkennen:

    „Mein Hinweis: Die Tiger waren dort nicht stationiert.“

    zu

    „[So bitte nicht. Die aus der Luft gegriffene Falschbehauptung, die Tiger wären für EUTM Mali in Koulikoro eingesetzt worden, macht es nicht besser. T.W.]“

    Denn das war Ihre Entgegnung auf mein:
    „Die Nähe zu bewohnten Gebieten spielt tatsächlich nur bei Leihen eine Rolle, denn nach diesem Prinzip hätten auch die bis vor Kurzem dort Stationierten Tiger nicht, oder nur mittels Show of Force dort zur Unterstützung eingesetzt werden können.“

    Die Stationierungsentgegnung bezog sich auf meinen zweiten Post.

    Es mag kleinlich sein, aber auch ich möchte mir nicht Aussagen unterjubeln lassen die ich so nie in dem Zusammenhang getätigt habe.

    bezüglich des Trollens:
    Es obliegt Ihnen eigene Argumentationswege zu bilden, ich argumentiere aus der Sicht der Streitkräfte und diese kennt nicht gut oder schlecht. Diese denken in „zweckmäßig“ oder „unzweckmäßig“.

    Und wie ich dargestellt habe ist der Einsatz des Mörsers in eben diesem beschriebenen Szenario für mich unzweckmäßig, und diese Unzweckmäßigkeit begründe ich nicht mit der Möglichkeit von Kollateralschäden sondern mit der Reaktionszeit eines Mörsereinsatzes und dessen Eignung mobile Punktziele zu bekämpfen.

    Die Kolleteralschadenargumentation ist meiner Meinung nach eine rein zivile/politische, denn wie beschrieben ist es für den Einsatz von Wirkmitteln unerhäblich ob diese von einem Flieger/Hubschrauber/Mörser verschossen oder von einem Soldaten direkt vor Ort abgelegt werden. Ausschlaggebend ist alleine die Präzision und der durch das Wirkmittel verursachte Gefahrenbereich.

    Und hier kommen wir @ cosmo | 26. Februar 2019 – 22:28

    Sie mögen alles mögliche wissen und sind vor Ort gewesen. Aber auch Ihre Argumentation liegt daneben. Sie argumentieren mit Gefahr für die Bevölkerung drumherum: Wenn das der Punkt ist, dann ist selbst der Einsatz von Handwaffen auszuschließen.

    Gefahrenbereich 7,62 > 2km
    Gefahrenbereich .50 > 3km ….

    Und die gelten für jeden Schuss den der Schütze über oder neben ein Suiceder KFz ballert und der dann potentiell in irgendeinem Wohnzimmer einschlägt.

    „BTW – wir sind dort auf Einladung zu Gast – schon vergessen?“ Galt dies nicht auch für Afghanistan?

    Und nur so nebenbei, es gab hier im Kommentarfaden nur einen der den Mörser dort einsetzen will (wenn auch für einen anderen Zweck als die Abwehr des beschriebenen Szenarios) und das war nicht ich!

    Von daher kommt die Frage woher Sie auf eine Mehrzahl kommen:
    Siehe: „Lauter Spezialisten hier die alles besser wissen:“
    „Warum könnt ihr nicht alle mal die Klappe halten“

    Was man im Übrigen auch Ihnen unterstellen kann, Sie mögen Ortskenntnisse haben, aber womit begründen Sie Ihren Sachverstand bezüglich der Eignung eines bestimmten Wirkmittels für einen bestimmten Zweck? Sind Sie ausgebildeter Beobachter/Coordinator/Feuerleiter?
    Denn das sind im übrigen die Qualifikationen die die Bundeswehr gelten lässt einen mil. Entscheidungsträger über die Eignung Einsatz von diesen Wirkmitteln zu beraten.

    Beginnend bei dem Bedarf eines solchen im Einsatzland und damit endend ob der Einsatz zweckmäßig ist oder nicht.

    Daneben gibt es nur noch den Rechtsberater, der die rechtliche Beratung (HVR/ROE) übernimmt.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   27. Februar 2019 - 19:14

    Der Außenminister wird es wissen, der vernetzte Ansatz wirkt (?).
    @AuswaertigesAmt
    „Der Bundeswehreinsatz in Mali folgt vernetztem Ansatz. Hier wird mit Militär Sicherheit geschaffen, um zivile Projekte zu ermöglichen & Menschen eine Lebensperspektive zu bieten. Das ist Voraussetzung für Friedensprozess.
    AM @HeikoMaas im Camp Castor der UN-Mission“.
    Welche Ministerien etc bilden den nicht- militärischen Teil der Vernetzung?
    Sind die UN der Gesamtkoordinator zwischen beteiligten Nationen, NGO etc oder handeln Nationen rein national?

  • cosmo   |   27. Februar 2019 - 19:45

    @Wa-Ge | 27. Februar 2019 – 11:40

    ja, ich war VB Mrs und -RkrsFw! Soviel zu meinem Sachverstand den Sie ja anzweifeln.
    …und Sie zeigen mir bitte vor Ort die FSt und den Platz des VB, denn wenn: dann werden wir nach dem Sehstreifenverfahren schiessen müssen…..

  • cosmo   |   27. Februar 2019 - 22:03

    im Nachklapp:

    @@Wa-Ge | 27. Februar 2019 – 11:40

    Ich habe meinen ersten Krieg vor dreissig Jahren in Afrika erlebt, also zu einem Zeitpunkt als die Bw noch nicht einmal an Auslandseinsätze dachte…. und de zweite Intifada (Al-lAqsa-Intifada im Herbst 2000) )hat mich in Syrien an der irakischen Grenze erwischt, die nächsten drei Kriege hat mir dann der Dienstherr serviert.
    Erzählen Sie mir nichts über Afrika und/oder über den Nahen Osten – und kommen Sie mir nicht mit Regeln und Vorschriften, das interessiert keine Sau….

    Es geht mir hier nicht um persönliche Animositäten, bitte glauben Sie das!

    Die Wirklichkeit sieht anders aus…….HVR/ROE…. Gelächter!!!!!

    BTW: Unsere „Verbündeten“ haben mir 8-jährige Mädchen (garantiert noch Jungfrau) für 5,- €/Stunde angeboten, das waren die eigenen Töchter….

    (Herr Wiegold, tut mir leid, ist ein wenig OT, aber ich habe eine andere Betrachtungsweise, und die lässt mich manchmal nicht schlafen….)

  • Wa-Ge   |   27. Februar 2019 - 22:16

    @cosmo

    Nochmal, ich vertrete die Meinung dass der Mörser dort nicht zweckmäßig ist, aber aus anderen Gründen die sie aufführen (meine Begründung das Wirken damit ist zu langsam).

    Bezüglich ihrer Fragen:
    Als Feuerstellung in einem Feldlager/COP eignet sich jede freie Fläche (je nach Höhe der Bebauung sollte der Radius dafür 10-50 ausreichen).

    Was das Beobachten angeht: Wenn die ebenerdigen Sichtweiten kürzer sind als der Gefahrenbereich, dann erinnert man sich daran, dass man nicht mehr in den 90ern lebt sondern im Jahr 2019 und nutzt Beobachtungmittel aus der Luft (Drohen/Ballon/Turm/Mast) was immer zur Verfügung steht.

    Das Problem der Bundeswehrmörserei 2019 ist, zumindest was Einsätze angeht, weder die Präzision (Ermittlung genauer Ziellage und Treffgenauigkeit des Mörsers) sondern die Kommunikation und Feuerleitung. Da die IT aus den 80ern stammt muss immer noch Sprechfunk und Feuerleitung händisch durchgeführt werden. Da wo die Artillerie Sekunden braucht, brauchen wir leider Minuten. (Coord Cycle mal nicht beachtet, da er bei Art und Mrs gleich lange dauert)

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   05. März 2019 - 15:59

    Cmdr U.S. special operations forces in Africa:
    “I would tell you at this time, we are not winning,” U.S. Air Force Maj. Gen. Marcus Hicks, the head of U.S. Special Operations Command Africa.
    https://www.voanews.com/a/we-are-not-winning-counterterror-war-in-sahel-us-military-leader-in-africa-says-/4808988.html
    Obwohl das U.S. Africa Command die Finanzhilfen für die G5-Sahel (Burkina Faso, Mali, Chad, Niger und Mauritanien) um $111Mio erhöhte, liegt die Crux mehr in unzureicheder Truppenstärke.
    Damit sind unausgesprochen sonstige Truppensteller für den OpRaum Sahel gefordert.