Technische Probleme: Merkel-Airbus auf dem Flug zu G20 muss umdrehen (Update)

Die Bundeswehrmaschine, mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel zum G20-Gipfel nach Buenos Aires reisen wollte, musste am (heutigen) Donnerstagabend wegen technischer Probleme den Flug abbrechen und in Köln landen. Ein Sprecher der Luftwaffe bestätigte, dass der Airbus A340 Konrad Adenauer der Flugbereitschaft wegen Problemen mit der Funkanlage umdrehen musste.

Von der Luftwaffe wurde zwar nicht bestätigt, dass es sich um die Maschine mit der Kanzlerin handelte. Die Berliner ZDF-Büroleiterin Bettina Schausten teilte allerdings via Twitter von Bord des Flugzeuges mit, dass es das Flugzeug mit der Regierungschefin war:

Die Maschine mit der Bundeswehr-Registrierung 16+01 war am Abend in Berlin gestartet. Über der Nordsee vor der niederländischen Küste drehte sie um und steuerte den Flughafen Köln/Bonn an. Der Transponder strahlte die Kennung 7600 aus, die für einen Funkausfall steht.

(Foto: Archivbild 2011 – Wikimedia Commons/Snifjaku unter CC-BY-SA-Lizenz; Karte adsbexchange.com)

25 Kommentare zu „Technische Probleme: Merkel-Airbus auf dem Flug zu G20 muss umdrehen (Update)“

  • Closius   |   29. November 2018 - 21:57

    Nach dem Außenminister bleibt auch die Kanzlerin liegen, peinlich für Luftwaffe und Deutschland. Ich bleibe bei meinem Vorschlag – von der letzten Panne – kauft neue Regierungsflieger und keine gebrauchten Schrottmaschinen mehr.

  • T.Wiegold   |   29. November 2018 - 22:08

    Ich weise nur vorbeugend darauf hin, dass dann Kommentare mit dem Tenor „die kaufen für teures Geld neue Maschinen, für die Truppe ist nix mehr über“ sich selbst entlarven, weil es sollen ja für teures Geld neue Maschinen gekauft werden. (Abgesehen davon, dass zivile Airlines teilweise mit älteren Maschinen unterwegs sind.)

  • Duke   |   29. November 2018 - 22:11

    Ist es eigentlich normal, dass Kanzlerin und Vizekanzler ( ich weiß kein offizieller Titel) zusammen in einer Maschine unterwegs sind? Was würde denn passieren, wenn die abstürzen würden?

  • Closius   |   29. November 2018 - 22:22

    @TW: Man könnte das Geld für neue Regierungsflieger zusätzlich dem Verteidigungsetat zuschlagen, über die bisherige Planung hinaus, oder einen Extra-Etat-Posten außerhalb des Verteidigungsetats schaffen oder sagen, Auswärtiges Amt und Kanzleramt, die schließlich viel damit fliegen, sollen einen Teil der Kosten aus ihrem Etat stemmen.

  • Milliway   |   29. November 2018 - 22:47

    Kann ja mit den Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin mitfliegen !
    ( An Gesprächsstoff mangelt es zu Zeit ja nicht. )

  • Gastkommentator   |   29. November 2018 - 22:48

    Ärgerlich, aber leider nie ausschließbar. Die süffisanten Kommentare sind vermutlich unvermeidbar, aber natürlich auch unnötig.

  • Stefan Büttner   |   29. November 2018 - 23:01

    Man liest zusätzlich auch von der Problematik „Arbeitszeitregelung“ bei diesem Flug, ist da was dran?

  • moth   |   29. November 2018 - 23:16

    Kommt vor. Sicher gelandet. Alles gut.

  • Chuck   |   29. November 2018 - 23:16

    Irgendwie ist es schon peinlich, jetzt fliegt die Kanzlerin privat von Madrid aus, und auch nur mit Olaf Scholz.

    Das bedeutet beide A340 nicht einsatzbereit?

  • Wacaffe   |   29. November 2018 - 23:47

    Wieso nutzt man denn nicht alternativ die global 5000 der Flugbereitschaft?

    Mit Tankstop müsstsn die es doch flexibler nach Buenos schaffen als Verrenkungen mit Linie.

    Oder man ruft kurz bei netjets durch.

    Linie für die Regierungschefin eines Landes wie Deutschland ist dann doch ziemlicher Gesichtsverlust.

    Irgendwie aber symptomatisch für den Zustand der BW.

  • Koffer   |   29. November 2018 - 23:48

    @Duke | 29. November 2018 – 22:11
    „Ist es eigentlich normal, dass Kanzlerin und Vizekanzler ( ich weiß kein offizieller Titel) zusammen in einer Maschine unterwegs sind? Was würde denn passieren, wenn die abstürzen würden?“

    Was soll denn da passieren? Da wir kein präsidiales System mit Atomwaffengewalt sind, würde die Regierung (nahezu) ganz normal weiter gehen. Der Vizekanzler hat eh keine gesonderte Befugnisse und der BK hat (außerhalb des V-Falles) ja im wesentlichen lediglich ein nicht übertragbares Befugnis, die Richtlinienkompetenz und die ist nicht zentral für Exekutivhandeln…

    @Stefan Büttner | 29. November 2018 – 23:01
    „Man liest zusätzlich auch von der Problematik „Arbeitszeitregelung“ bei diesem Flug, ist da was dran?“

    Naja, vermutlich sind es ja eher die Flugzeiten, als die normale SAZV…

    Und so viele milLfzFhr mit Zulassung für diese Maschine dürfte es ja nicht geben ;)

    Trotzdem, wenn die Meldung stimmt, dass privat weiter geflogen werden muss, wäre das schon etwas peinlich für DEU…

  • Klinger   |   29. November 2018 - 23:52

    Moin,
    neue Meldung… O. Scholz fliegt Linie ueber Madrid und A. Merkel startet am Freitag von Köln aus.
    Schoenen Abend noch

  • StockMast3r   |   29. November 2018 - 23:56

    Wie kann es bitte sein, dass beide A340 zeitgleich außer Gefecht sind?! Im Ernstfall geht das gar nicht! Aber auch sonst die Frage, warum die Delegation nicht in einen der A310 packen und mit Zwischenlandung in Lissabon direkt weiterfliegen? Personal der FlugBEREITSCHAFT ist ja eh dort stationiert… Ist zwar unbequemer, aber besser als Linie. Sicherheitsaspekte spielen ja scheinbar keine Rolle (Linienflug…)

    Als einzige Option einen Linienflug am Folgetag, der auch noch zu spät für den Gipfelbeginn ankommt, zu haben, wenn man direkt am Hauptstandort von diversen A310s, A319s, G5000 und einem weiteren A340 steht, das ist wirklich ein Armutszeugnis. Mit 1-2 Tankstops hätte jeder der Flieger die Strecke geschafft und die Chefin wäre pünktlich gewesen.

    Irgendwas läuft da extrem schief. Oder irgendwer in der Reiseleitung hat einfach keinen Plan :D :/

  • StockMast3r   |   30. November 2018 - 0:04

    Der Tagesspiegel schreibt: „Ein direkter Weiterflug mit einem Ersatz-Airbus sei nicht möglich, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert vor Journalisten. Dies liege unter anderem an den Dienstzeiten und Verfügbarkeiten von Besatzungen und Flugkapitänen. Die Kanzlerin, der mitreisende Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und ein sehr kleiner Teil der Delegation favorisierten es demnach, am frühen Freitagmorgen über Madrid per Linienflug nach Buenos Aires zu gelangen.“

    Auch wenn ich mich jetzt vielleicht alles extrem naiv oute, aber das macht ja gar keinen Sinn. Die Basis der kompletten Flugbereitschaft ist in Köln/Wahn. Da müssen ja wohl ein paar flugfähige Piloten außerhalb der Ruhezeiten aufzutreiben sein!

  • Mithos   |   30. November 2018 - 2:03

    Probleme mit der Funkanlage dürften für die Piloten immerhin keine ungeübte Situation sein: Deutschen Mobilfunk-Kunden ist so etwas von Reisen außerhalb geschlossener Ortschaften unter der Bezeichnung „Funkloch“ sehr gut bekannt.

  • Nur 2 Cent   |   30. November 2018 - 6:40

    Laut SPON ein „extrem seltener“ Totalausfall des Funksystems. Ersatzflieger stand in Berlin, der Rückflug war den Piloten zu riskant. Wegen Bauarbeiten stand zur Landung nur eine verkürzte Landebahn zur Verfügung, weswegen stärker als üblich gebremst werden musste: Bremssystem stark erhitzt.

    Meine zwei Eurocent diesmal: Hanlon’s Razor wird langsam stumpf.

  • MNS   |   30. November 2018 - 7:41

    Ich habe auf ADSB gesehen, wie in Berlin kurz nach der 16+01 die üblich bereitgehaltene Ersatzmaschine 16+02 gestartet ist. Diese flog Richtung Köln, also „zurück“ zur Basis.
    Warum nach der Landung der 16+01 die Reise nicht mit der 16+02 fortgesetzt wurde, wirft natürlich Fragen auf.

  • 152   |   30. November 2018 - 7:45

    Es scheint laut Medien mehr als ’nur‘ Funk ausgefallen zu sein. Interessant die Meldung der Presse ‚Technische Panne an Merkels Flugzeug: Regierung prüft kriminellen Hintergrund‘

  • Fux   |   30. November 2018 - 7:48

    @Stefan Büttner:

    Grundsätzlich gelten für alle Berufspiloten (ähnlich wie für LKW-Fahrer) sehr strikte Regelungen zu Flugdienst- und Ruhezeiten. Somit kann es besonders bei Langstreckenflügen vorkommen, dass sie bei Verzögerungen im Ablauf einen neuen Flug gar nicht antreten können, weil die Crew ihn innerhalb der maximalen Flugdienstzeit nicht beenden könnte. (Im Vergleich zum LKW-Fahrer mal schnell den nächsten Rastplatz anfahren und 8 Stunden Pause einlegen ist über dem Atlantik schwierig). Sprich selbst wenn ein Ersatzflieger bereit stünde (und hier ist der Pool der Flugbereitschaft deutlich kleiner als bei Lufthansa o.ä.) oder ein technisches Problem zügig behoben werden könnte, kann es sein, dass die geplante Crew dann nicht mehr fliegen darf. Auch Ersatzcrews sind endlich und stehen (ebenso bei Lufthansa) nicht per Fingerschnipp zur Verfügung. Ja, der Vorfall ist ärgerlich, kommt aber bei jeder Airline tagtäglich vor. Nur eben nicht so präsent. Will man eine 110% Zuverlässigkeit muss man Reserven schaffen. Die kosten dann halt deutlich mehr Steuergeld für Personal und Material.

  • Oudejans   |   30. November 2018 - 7:53

    >>“Ich bleibe bei meinem Vorschlag – von der letzten Panne – kauft neue Regierungsflieger und keine gebrauchten Schrottmaschinen mehr.“

    Nun ja, das betroffene Flugzeug ist mit Baujahr 1999 deutlich jünger als die (ebenfalls zwei) VC-25A eines großen verbündeten NATO-Partners.

    Wenn man zu einem so wichtigen Termin direkt am Anfang der Mission so unauffangbar scheitert, ist das eher eine Frage von planbaren Kategorien wie Organisation und Logistik (der Wartung, der Redundanz, der Personallogistik) als eine von so etwas Abstraktem wie Flugzeugalter.

  • Alex   |   30. November 2018 - 7:55

    Einfach nur peinlich. Kein Geld für den Stand der Technik entsprechende Flugzeuge. Dafür von der Lufthansa ein 20 Jahre altes Flugzeug überteuert angekauft, welches eigentlich nur noch Schrottwert hatte. Wer hat so etwas zu verantworten?

    Dann noch fehlende Absicherung der Kommunikationsysteme im Flugzeug gegen Fremdeinwirkung. Wie naiv sind unsere Akteure und Entscheider? Das alle Kommunikationssysteme eines Flugzeuges ausfallen, ist so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto! Stichwort Redundanz.

    Mal in das Buch von Alexander F. Leroy MH 370 Blackbox reinlesen.

  • Tom   |   30. November 2018 - 9:04

    Die Situation des Flugabbruchs ist ärgerlich.
    Aber mal ehrlich, auch zivile Luftfahrzeuge erleiden hin und wieder einen Ausfall der Kommunikationsanlage. Egal wie alt und welcher Betreiber.
    Bei einem Linienflug über Zentraleuropa geht es dann bisweilen dennoch zum Zielflughafen; manchmal berappelt sich das System gar nach einer halben Stunde. Aber dass man einen Transatlantikflug mit der Regierungschefin lieber sicherheitshalber abbricht als ihn mit Restrisiko durchzuführen, ist mir nur zu verständlich.

    Die Situation der komplizierten Weiterreise ist ärgerlich.
    Aber mal ehrlich, die komplette Redundanz kann und will niemand bezahlen. Hier stand am Startflughafen eine Ersatzmaschine samt Besatzung bereit. Jedoch kann niemand unterwegs alle 500km Ersatzmaschinen positionieren. Und man kann auch nicht mit einer zweiten leeren Maschine permanent der ersten hinterherfliegen und dabei noch eine zusätzliche Wechselbesatzung mitführen.
    Wenn eine zivile Linienmaschine strandet, geht es für die Passagiere auch erst nach sehr vielen Stunden irgendwie weiter. Obwohl diese Planstörungen die Linien viel Geld kosten.

  • Holger   |   30. November 2018 - 9:10

    Ich finde bemerkenswert dass ein mindestens einfach redundant vorhandenes System komplett ausfällt. Dass das möglich ist könne auch Folgen für Airbus haben. Solche Ausfälle sollen eigentlich durch das Konstruktionsprinzip verhindert werden. Wenn das möglich ist wurde das Flugzeug falsch konstruiert.
    Hoffentlich wird dieser Vorfall durch die BFU untersucht und veröffentlicht.

  • Closius   |   30. November 2018 - 9:28

    Pannen mit Regierungsfliegern hatten wir schon genug, allerdings wurde noch nie Sabotage geprüft.

    Und es zeigt, daß die Luftwaffe keinen Plan B hat, denn ansonsten hätte eben ein Ersatzflugzeug bzw. eine Ersatzcrew bereits stehen müssen oder schnell herbeigeschafft werden müssen, um noch in der Nacht loszufliegen und nicht einen Teil des Gipfels zu verpassen.

    Warum wurde nicht mit dem 2. A 340 oder einem A 310 geflogen oder wenigstens mit dem A 400 M oder ist mal wieder kein A 400 M flugfähig oder ist der der Kanzlerin nicht bequem genug???

  • T.Wiegold   |   30. November 2018 - 9:31

    Einige der hier angesprochenen Fragen (und Behauptungen) sind im neuen Thread angesprochen; bitte die Debatte dort weiterführen.