Bundeswehr zieht CH53-Hubschrauber bis Ende 2020 aus Afghanistan ab

Die CH53-Hubschrauber der Bundeswehr, fast seit Beginn des deutschen Afghanistan-Engagements für den Lufttransport am Hindukusch im Einsatz, sollen in zwei Jahren endgültig zurückkehren. Nach den derzeitigen Planungen werden die Transporthubschrauber der Luftwaffe Ende 2020 aus Afghanistan abgezogen, erfuhr Augen geradeaus! aus Bundeswehrkreisen. Die Maschinen sollen durch Hubschrauber der Heeresflieger und der Spezialkräfte ersetzt werden.

Die CH53, früher unter Kommando des Heeres und inzwischen Teil der Luftwaffe, sind das Arbeitspferd der Bundeswehr für Lufttransporte im Afghanistan-Einsatz, zunächst in Kabul, später im Norden des Landes. Derzeit sind fünf dieser Hubschrauber als Teil des deutschen Beitrags zur Resolute Support Mission in Masar-i-Scharif stationiert. Mehrfach wurden diese Maschinen auf ihren Flügen nach Kundus, Faisabad und anderen Einsatzorten beschossen. 2002 war eine CH53 aus technischen Gründen über Kabul abgestürzt.

Der Abzug dieser Transporthubschrauber nach fast zwei Jahrzehnten Dauereinsatz am Hindukusch hat nicht nur mit dem zunehmenden Aufwand zu tun, die betagten Maschinen technisch in Schuss zu halten. Die Luftwaffe hat zunehmend auch Probleme, die Besatzungen für die Afghanistan-Mission zu stellen: Dabei geht es nicht nur um die Piloten, sondern auch um die so genannten Bordsicherungssoldaten, die bei Flügen über Afghanistan in niedriger Höhe Bedrohungen am Boden erkennen und mögliche Gegner mit schweren Maschinengewehren bekämpfen sollen. Die dauerhaften Einsätze belasten das Personal und schränken die Ausbildungsmöglichkeiten in der Heimat ein.

An Stelle der CH53 sollen ab 2021 die Heeresflieger mit dem – kleineren – Transporthubschrauber NH90 sowie Hubschrauber der Spezialkräfte, die zur Luftwaffe gehören, in den Einsatz gehen. Bislang ist geplant, drei NH90 und einen Airbus H145M im Norden Afghanistans zu stationieren, mit einer Maschine jeden Typs als Reserve.

Der Einsatz der Heeresflieger soll zunächst auf 18 Monate beschränkt werden. Diese Planungen seien aber nicht mit einer Aussage über die Dauer des deutschen Afghanistan-Engagements verbunden, hieß es aus Bundeswehrkreisen. Die Streitkräfte müssten nur für die kommenden Jahre vorausplanen, um für politische Entscheidungen über den Einsatz gewappnet zu sein.

(Archivbild 2010: Hubschrauber CH-53 der Bundeswehr bei der Landung in Kundus – Thomas Köhler/photothek.net)

35 Kommentare zu „Bundeswehr zieht CH53-Hubschrauber bis Ende 2020 aus Afghanistan ab“

  • Memoria   |   19. November 2018 - 17:37

    Bis 2021 werden die beiden Transporthubschrauberregimenter ihre Regenerationsprobleme (https://www.reservistenverband.de/Archiv?menu=0299&newsid=36960) wohl noch nicht behoben haben. Ab 2020 beginnt dann wieder die Konzentration von Flugstunden auf die Einsatzbesatzungen.
    Das Einsatzende in Mali sollte den Heeresfliegern Zeit geben für eine bessere personelle Einsatzbereitschaft. Mit dem neuen Einsatz wird es hier wohl erneut nicht zu einer deutlichen Verbesserung kommen können.

    Oder hat man nun irgendwelche schlagartig greifenden Lösungsansätze gefunden?

  • oliver   |   19. November 2018 - 17:41

    Warum?
    Dieses abgenutzte Großgerät hat doch sicher in der Heimat keine Verwendung mehr? Da wäre es doch besser, die dort zu lassen und dort an die Afghanen zu geben, oder gleich lieber verschrotten?
    Oder haben diese Helikopter doch noch einen Wert als Ersatzteil-Lieferant in der Heimat?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   19. November 2018 - 18:04

    Das „Arbeitspferd der Bundeswehr für Lufttransporte“, für taktische wohlgemerkt, ist die CH-53 mit fünf Maschinen.
    Nun sollen „drei NH90 und ein H145M, … der Spezialkräfte“ den bisherigen Auftrag ausführen, mit je einmal Reserve.
    Mit Verlaub, entweder die Anforderungen werden künftig komplett andere sein als taktischer LuTrsp in bisherigem Umfang oder die kleineren Maschinen mutieren zu wahren Wundern.
    Denn, dass drei LTH und ein SpezKr HubSchr nicht die Kapazität von fünf (!) MTH erfüllen können, Binse, oder?
    Zudem, der H145M fliegt in welcher Konfiguration?

  • Kay   |   19. November 2018 - 18:28

    @KPK

    Habe ich mich auch gefragt. Vielleicht schätzt man die Einsatzbereitschaft von NH90 dann höher ein, sodass weniger vor Ort sein müssen.

    Beim H145M habe ich da weniger Bedenken, obwohl… Wurde ein H145M schon dauerhaft unter diesen Bedingungen getestet?

  • Anonymer_Typ   |   19. November 2018 - 18:47

    @oliver
    „Da wäre es doch besser, die dort zu lassen und dort an die Afghanen zu geben“

    Was wollen denn die Afghanen mit dem alten Schrott? Die haben erst letztes Jahr ca.150 Blackhawks von den Amerikanern gekauft!
    Warum die Afghanen das können und wir nicht, wäre mal eine interessante Frage.

  • Dirk Krüger   |   19. November 2018 - 18:50

    Wird auch Zeit das wir mit unserem Personal und Material regenerieren können. Ich bin gespannt ob es klappt und freue mich über mehr Kommentare von den Experten hier 🤣.

  • Schnallendorf   |   19. November 2018 - 19:14

    @Anonymer_Typ | 19. November 2018 – 18:47

    Afghanistan hat die Blackhawks meines Wissens nicht gekauft, sondern erhält die gebrauchten Maschinen von den USA geschenkt. Ein Grund dafür ist, dass dadurch zukünftig nicht mehr mit US-Mitteln die Instandhaltung russischer Hubschrauber bezahlt werden muss. Stattdessen werden eigene Maschinen von der US-Industrie überholt. Es ist letztlich also eine Subventionierung der US-Hubschrauberindustrie. Wir können die nicht subventionieren, weil wir selbiges schon mit einer eigenen Hubschrauberindustrie tun müssen.

  • Captain M.   |   19. November 2018 - 19:16

    Die Männer,Frauen und Familien der CH 53 Kommunity haben sich diese Einsatzpause verdient! Der erste Auslandseinsatz der CH 53 begann 1991 nach dem Krieg im Irak, seither befindet sich die CH53 permanet in mindestens einem Auslandseinsatz.
    Es ist längst überfällig die CH 53 aus dem Einsatz herauszulösen.Die Regeneration und der Aufwuchs der Besatzungsangehörigen (insbesonders der BordTechFw /Bordschützen) und auch Mechaniker ist mit Hinblick auf die Herausforderungen der Neueinführung des STH’s und der aktuell schon kronischen Unterbesetzung mit ausgebildeten Personal unabdingbar. Um ein weiteres Ausbluten des Personals zu verhindern muss diese verbleibende Zeit bis zur Einführung des STH hinsichtlich Nachwuchsgewinnung und Ausbildung genutzt werden und zwar in allen Bereichen. Sonst kann es sehr schnell passieren,dass ein neuer Hubschrauber auf dem Hof steht und es gibt kein ausgebildetes Personal (mit Erfahrung auf MTH) mehr gibt das ihn bedienen kann.
    Zum RS Einsatz, es ist ein Fass ohne Boden.Die Afghanen haben Ihre Chance nicht begriffen und werden dieses auf absehbare Zeit auch nicht tun.Wir können Ihre Welt nicht für Sie retten!
    Den CH 53 Crews und Ihren Nachfolgern auf NH 90 und LUH wünsche ich Hals und Beinbruch bei Ihrem Einsatz.

  • Dominik   |   19. November 2018 - 19:23

    Der alte Schrott? Ich vermute mal, dass die werten Herren entsprechende Einblicke in das System CH53 haben? Wenn ich das so lese, dann spreche ich jegliches Wissen über die Einsatzbereitschaft der CH53 in Afghanistan ab oder über die Rotation der Maschinen. Selbstverständlich ist die CH53 seit vielen Jahren im Einsatz und hat auch gewisse Belastungen seit den 70er Jahren mitgemacht. Aber Schrott ist das System in keinem Fall.
    Bei dem Klarstand, der mit diesen Maschinen im Einsatzland erreicht wird, würde sich im Inland jeder die Finger lecken. Ich gehe mal davon aus, dass einen ähnlichen Klarstand nur die Maschinen haben, die von der Industrie im Inland gewartet werden bzw zur Verfügung gestellt werden.
    Der limitierende Faktor im Ausland sind meist eher die Crews oder einfach die Einsatzrealtität in Afghanistan! Wundert aber niemanden, wenn man massenweise ausgebildetes Personal beim „Fähigkeitstransfer“ aus dem Dienst getrieben hat und an daran auch munter im derzeitigen System festhält. Ich denke bei sowas besonders an die Praxis der Übernahme zum Berufssoldaten. Das Personalmanagement der Bundeswehr hat sich noch nicht darauf eingestellt, dass man Zeitsoldaten, die über Jahre hinweg ausgebildet wurden und das System CH53 mittlerweile verstehen und beherrschen, halten muss um eine weitere Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.

    Zu den Blackhawks, ebenso zu den MD530F, muss man sagen, dass die Wartung und Instandhaltung von zivilen Kräften aus dem Ausland durchgeführt wird und nur dadurch eine gewisse Einsatzbereitschaft gewährleistet werden kann.
    Man kann einen Piloten „relativ“ schnell ausbilden. Bis er wirklich gut ist dauert es.
    Ein Mechaniker, bis er selbstständig Probleme lösen kann und Störungsbehebung sicher und sinnvoll durchführen kann, kriegt man nicht in der gleichen Zeit rangezogen.
    Jeder der nach neuen Hubschraubern innerhalb kürzester Zeit ruft muss auch nach Mechanikern mit Erfahrung rufen, die mit dem System kommen. Anders ist es beim H145M auch nicht passiert

  • Koffer   |   19. November 2018 - 19:27

    @Anonymer_Typ | 19. November 2018 – 18:47
    „Die haben erst letztes Jahr ca.150 Blackhawks von den Amerikanern gekauft!
    Warum die Afghanen das können und wir nicht, wäre mal eine interessante Frage.“

    Weil wir es nicht wollen.

  • Obibiber   |   19. November 2018 - 19:49

    Braucht man die CH53 zuhause für VJTF2023!?
    NH90 hat man hier vielleicht genug 😜
    H145M ist vermutlich zu hot and high „Tests“ im Einsatz da…
    Hoffentlich mit HForce Paket…
    bei der Verfügbarkeit >90% reicht eine Maschine + Reserve vielleicht…
    Bevor man weitere Exemplare beschafft

    aber wenig ist das schon
    4 NH90 und 4 H145M ja

  • Kay   |   19. November 2018 - 20:03

    Alles was ich jetzt schreibe, gilt unter Vorbehalt der personellen Einsatzbereitschaft.

    Der NH90 ist von der Leistung einer CH53 nicht sehr weit weg. Wenn die Einsätze ausgewertet wurden, dieser Mehrwert der CH53 jedoch nicht benötigt wird, dann bieten NH90 und H145M große Vorteile!

    Sie sind einfach mit dem A400M zu tanportieren. Man kann die Maschinen also komplett selbständig verlegen. Auch bei Mehrbedarf, sind bei entsprechendem Manda, schnell weitere Einzelheiten vor Ort. Die Reaktionszeit sinkt hier dann enorm.

    A400M und NH90 werden in den nächsten 2 Jahren große Schritte machen. Wie es beim Personal aussieht…? Anderes Thema und muss beobachtet werden.

  • Zulu1975   |   19. November 2018 - 20:06

    Am 13.11.2018 hatte der Kommodore des HSG 64, Oberstleutnant Christian Mayer, im Rahmen einer Veranstaltung der GSP über die Zukunft des HSG 64 referiert. Derzeit hat das HSG 2700 Soldaten und ziv. Mitarbeiter, die überwiegend für den Klarstand der fünf Maschinen in AFG arbeiten. Die Hubschrauberführer sind auf Grund dieser Situation bzw. des Klarstandes ( fehlende Techniker und Ersatzeile ) in Laupheim und Holzdorf nicht in der Lage, die geforderten Flugstunden für CR zu erfliegen. Input und Output stimmen nicht mehr überein.

    Laut Kommodore Otl Mayer sollen die CH 53 bis 2030+ fliegen. Die GS Versionen und nur diese werden auf Grund der Selbstschutztechnik in AFG eingesetzt. Die Maschinen sind schlichtweg abgeflogen und müssen regeneriert werden. Sind ja auch ca. 150 Mill. € dafür vorgesehen. Die GA Versionen sind für AFG offensichtlich nicht uneingeschränkt geeignet.

    Auf Grund geplanter anderer Einsatzverpflichtungen, da blieb der Kommodore etwas im Diffusen, steht die LV/BV wieder im Vordergrund. Offensichtlich geht es darum die ( politische ? ) Zusage von Lufttransportkapazitäten für VJTF 2023 bereitzuhalten und die ( Pilot ) -Strukturen für den STH und den erfolgreichen A 145 M vorzuhalten. Da soll auch noch einiges geplant sein. Für AFG wird´s da wohl nicht mehr reichen.

    Zulu1975

  • Memoria   |   19. November 2018 - 20:36

    @obibiber:
    Für die VJTF 2023 gibt es wohl unterschiedliche Überlegungen (CH-53, Leasing in NL oder bei der Industrie):
    https://augengeradeaus.net/2018/09/drehfluegler-ein-paar-sach-und-wasserstaende/

    Eine Nutzung von CH-53GS/GA wäre materiell mit dem Einsatzende und der bis dahin geplanten Obsoleszenzbeseitigung der CH-53GS (aus meiner Sicht ein weiterer Grund für das Einsatzende) möglich.
    Personell ist dann natürlich insbesondere bei den Technikern noch eine andere Frage.

    Für die VJTF 2023 ist bisher aber auch ein Heeresfliegeranteil mit NH90 und Tiger vorgesehen. Also eine Doppelbelastung mit Resolute Support. Dazu kommt dann noch die Rotation bei MINUSMA.

    Etwas viel Auftrag für die vorhanden Kräfte und Mittel.

  • chris   |   19. November 2018 - 20:46

    @Obibiber

    „Hoffentlich mit HForce Paket“

    Also kürzlich war im Raum Munster zumindest ein H145M der Luftwaffe mit 70mm Hydra Pods auf einem Hubschrauberlandeplatz zu sehen.

  • Milliway   |   20. November 2018 - 11:55

    @Kay | 19. November 2018 – 20:03

    Haben Sie überhaupt mal die Luftfahrzeuge über die Sie geschrieben haben gesehen?

    Der H.145M und NH90-TTH sind nicht ohne entfernen von Rotorblätter ec. für den Lufttransport in einer A400M geeignet. Vielleicht zeigen sie mal ein Bild von einen NH90-TTH in Laderaum eines A400M !

    https://www.idlw.de/das-runde-muss-ins-eckige-ein-hubschrauber-im-a400m

    Ob jetzt eine CH-53GS in einer An-124 oder ein H.145M / NH90-TTH transportiert werden ist also gehopst wie gesprungen.

    Es liegen ferner Welten in der Leistung eines CH-53GS vs. NH90-TTH in operationellen Einsatz in AFG. Ein NH90-TTH kann die Aufgaben eines CH-53GS noch nicht mal im Ansatz erfüllen. Das Problem ist die dünne, staubig und zum Teil heiße Luft, die den Triebwerken der Helikopter zu schaffen macht. Wenn man die CH-53G aus AFG abzieht wäre ein geeigneter Ersatz die Mil Mi-35M und 171.

  • Dante   |   20. November 2018 - 12:00

    @chris

    Ist das (HForce) für die H145M tatsächlich vorgesehen?
    Mir war so dass die nur zur verbringung von Personal gedacht waren. Aber nicht für Bewaffungsoption.

  • Elahan   |   20. November 2018 - 12:27

    Beim H145 zählt, dabei sein ist alles.
    Zuladung, Temperatur sind entscheidend für den Einsatzradius und die liegt bei ca. 300 bei 3 Tonnen. Mir ist der Auftrag/Einsatzzweck und die logistische Versorgung noch nicht ganz klar, da dies grundsätzlich von NH90 und CH53 abweicht.

  • chris   |   20. November 2018 - 12:31

    @Dante
    Mehr als doorguns war mir auch nicht bekannt. Das machte diesen zufälligen Fund auch interessant. Mir ist auch nicht klar ob und in welcher Stufe es sich da um H-force handelt oder um klassische Aufhängungen für 7x70mm pods wie man sie ja schon länger kennt.
    Aber sie sind also da und es darf damit geflogen werden.
    Vielleicht kann der Hausherr ja genaueres erfragen.

  • Kay   |   20. November 2018 - 14:21

    @Milliway
    Ich habe überhaupt nicht behauptet, dass man die Rotoren nicht abnehmen muss!
    Ich brauche Ihnen auch kein Bild zu zeigen, das ein NH-90 da rein passt. Er soll, dies ist so geplant. Die Prüfungen können durchgeführt werden, danach weiß man es.

    Auch schrieb ich, dass wenn die Auswertung ergab, ein NH-90 auch geeignet ist, muss längst nicht bedeuten, dass ich der Meinung bin das eine CH53 gar keinen Mehrwert bietet.

    Der gesamte Rest, ist Ihre persönliche Meinung. Bitte dürfen Sie behalten.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. November 2018 - 14:37

    Airbus weist auf seiner Homepage unter H-Force aus.
    Ballistik –
    Kanone 20mm und Maschinengewehr 12,7 mm.
    Da Beides parallel sicher nicht anvisiert wird, was trifft auf DEU Versionen zu, anzunehmen sMG?

  • Fussgaenger   |   20. November 2018 - 15:34

    Ist es taktisch überhaupt zulässig/sinnvoll, nur jeweils einen aktiven H145 dort zu haben?? Bei sämtlichem Bildmaterial aus dem Einsatz sieht man die Hubschrauber immer zu zweit (was ja sinnvoll ist, um sich zu unterstützen, Deckung zu geben oder ggf. mit einem noch „weg“ zu kommen), was will man dort also mit dem „Einzelstück“?

  • obibiber   |   20. November 2018 - 16:28

    Transport nach Afghanistan mit A400M ist natürlich auch ein interessanter Gedanke… 1 NH90 oder gar 2 H145M sollten da machbar sein… pro Flug…
    klar müssen die Rotorblätter bei den NH90 abmontiert werden… für die H145M soll es ein nachrüstkit geben was das einklappen von 2 Rotoren ermöglicht…
    aber die CH53 muss hier ja auch aufwendig auseinander und zusammengebaut werden selbst in AN124…
    um die vorhanden CH53 annähernd zu ersetzen bräuchte man aber wohl 4 NH90 und 4 H145M statt 5-6 CH53…die CH53 haben halt mehr Leistungsreserven bei schwierigen Bedingungen dort…
    aber vielleicht schraubt man die Ambitionen bis 2020 so weit zurück dass weniger Maschinen auch ausreichen…
    für ein bisschen MEDEVAC und Begleitschutz sollte hier in näherer Umgebung ums Lager machbar sein ;-)
    HForce enthält so ziemlich alles was der Tiger aktuell auch tragen kann… 12,7mm, 20mm Kanonen, 70mm ungelenkt und gelenkt, größere FK wie PARS, HOT, usw.

    oben wird auch erwähnt dass die Afghanen 150 Blackhawks erhalten… vielleicht leisten die bis 2020 auch deutlich mehr, erreichen ihre EInsatzbereitschaft… und unterstützen die ISAF Kräfte vor Ort?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. November 2018 - 17:28

    Einige Fakten, Afghan Air Force to receive:
    150 HubSchr Scout – https://thediplomat.com/2017/09/afghanistan-to-get-150-scout-helicopters-by-2022/ leichte Angriffshubschrauber mit u.a. FN Herstal .50 HMP 400 Machine Gun Pods und M260 7-Shot-Raketen bis 2022
    und
    159 HubSchr Black Hawk – https://www.militarytimes.com/news/pentagon-congress/2017/05/17/us-to-provide-afghanistan-with-up-to-159-black-hawks-to-help-break-stalemate/ bis 2020. Von den bisherigen 78 Mi-17 gelten max 60 als „nutzbar“. Die Angaben zur Black Hawk datieren vom Mai ’17.
    Unter diesen Voraussetzungen lässt sich über die Reduzierung des DEU Angebotes entspannter reden.

  • Dante   |   21. November 2018 - 10:56

    @all
    Laut einem airbus werbevideo (https://www.youtube.com/watch?v=j95x1FA9_gA) ist die qualifikation für HForce erst für ende des jahres geplant.
    Kann also selbst wenn gewollt noch nicht eingefuhrt werden.
    Macht die sache mit den gesehenden Pods @ Chris doppels interessant. Oder es war ein versuchsmuster einer WTD. Man weiß es nicht…

  • Zimdarsen   |   21. November 2018 - 12:05

    Komische Diskussion um die Bewaffnung des LUH. Die H145M geht doch nicht als Kampfhubschrauber nach AFG!?…….sonst hätte man doch Kampfhubschrauber nach AFG geplant!

  • Obibiber   |   21. November 2018 - 12:42

    @Zimarsen

    korrekt…sondern als LUH der ggf leicht bewaffnet werden kann…
    quasi Tiger light ;-)
    Aber alles Spekulation…denke der Auftrag ist eh noch nicht so klar umrissen

  • Joker   |   21. November 2018 - 15:22

    @Obibiber & @Zimdarsen
    „denke der Auftrag ist eh noch nicht so klar umrissen“

    Genau DAS ist aus meiner Sicht der springende Punkt in der ganzen Diskussion!
    Was wird der Auftrag sein…für die TrspHubschr…für den einen LUH…?
    Wird man taktischen Lufttransportraum grundsätzlich reduzieren oder evtl. mehr auf die zivilen Contractors verlagern…?
    Denkbar ist aber definitiv, dass eine FAE-Rotte (Forward aeromedical evacuation) aus einem NH90 (Medevac) und einem LUH als Begleitschutz bestehen könnte. Dann reicht auch ein einsatzklarer LUH. ;)

    Mit welcher Cruising Speed, Endurance bzw. Playtime der LUH dann in der jeweiligen Konfiguration wird aufwarten können, wird spannend werden und auf einem völlig anderen Blatt stehen… ebenso inwieweit die EWS-Anlage die Forderungen erfüllt.
    Theoretisch wäre sogar denkbar, dass man ein Air Weapon Team aus einem LUH begleitet durch einen NH90 zusammenstellt (so wie es die Amerikaner seinerzeit gemacht haben, um schlicht Apache-Stunden zu sparen).

    Weiterhin bleibt die letztlich substanzielle Frage, ob und wie evtl. MINUSMA noch ein Auftrag für die Heeresflieger werden wird und wie man neben diesen ganzen Szenarien das geforderte Soll für den o.g. VJTF-Auftrag aufwachsen lassen und schließlich stellen möchte. Das erscheint nicht nur, sondern IST aus jetziger Sicht faktisch „Leben über die eigenen Verhältnisse“.

  • SER   |   23. November 2018 - 11:59

    @Dante

    Das war eine EC von der WTD in der Tat …

  • HelicoPeter   |   23. November 2018 - 18:59

    Ich halte das eher für unwahrscheinlich.
    Welche registration hatte das Lfz denn?
    Wenn es eine H145M der Bundeswehr war muss sie als 76+01 – 76+15 registriert sein.
    Meines Wissens nach verfügen diese Lfz zellenseitig über noch keine H-Force-Anteile.

    Ich tippe eher auf einen Versuchsträger des Herstellers (wie auch in Meppen)

  • Julianos   |   24. November 2018 - 8:05

    @Joker
    Ich bin mir immer wieder unschlüssig, woher die Idee des Begleitschutzes für einen MedEvac NH90 kommt. Sei es jetzt Tiger oder LUH, es geht nicht primär um die Absicherung auf dem Weg, sondern bei der Landung zur Aufnahme der Verwundeten. Während ein Tiger bedingt durch seine Aufklärungselektronik hier noch einen gewissen Wert hat, ist der LUH an dieser Stelle praktisch nutzlos. Daher fliegt grundsätzlich ein zweiter „Chase“ NH90 mit, dieser ist durch die Doorgunner den taktischen Verhältnissen sehr gut gewachsen und kann flexibel reagieren.

  • Obibiber   |   24. November 2018 - 13:37

    @Julianos
    Na ja…das HForce Paket beinhaltet auch eine gewisse Aufklärungssensorik mit Wärmebild, Infrarot, IFF uvm…
    Bewaffnung an aussenträgern…
    Aber doorgunner sind an einem H145M auch machbar… ein 4 Mann Team zur Absicherung am Boden könnte auch mit an Board…
    Klar kann ein artiger manches besser…und ein NH90 oder CH53 haben mehr Platz und Reserven…aber machbar wäre das

  • HelicoPeter   |   24. November 2018 - 18:43

    Nur verfügt die Luftwaffe leider über kein H-Force-Lfz. Selbst eine Beschaffung/ Umrüstung ist meines Wissens nach noch nicht initiiert.

    Bleibt also nur die Variante Doorgunner mit M134D. Je nach erforderlicher Reichweite/ Stehzeit können 1-2 Waffen gerüstet werden.
    Mit 2*M134D ist die verbleibende Zuladung dann auch bei „Null“. Der Laderaum ist dann einfach räumlich voll. Vom Gewicht ganz zu schweigen.

    Ob die M134D für dieses Szenario geeignet ist sei mal dahingestellt. Ich persönlich wäre gerne weiter weg vom Ziel, wenn der „Feuerstahl“ ankommt

  • K.B.   |   25. November 2018 - 19:53

    Eine ganz neue Idee zum Thema Anlehnungsmacht. Klar, dass wir dafür die Maschinen in Deutschland brauchen.

    The Chief of the Staff of the French Air Force proposes that French pilots receive training on heavy-lift helicopter in Germany. #France could then lease German CH-53Gs (?) helicopters in military operations.

    https://twitter.com/Tom_Antonov/status/1060464997149630465

    Ist doch schön, wenn der Eindruck im Ausland so ein guter ist…

  • Fussgaenger   |   26. November 2018 - 9:36

    @Julianos | 24. November 2018 – 8:05 , HelicoPeter | 24. November 2018 – 18:43

    Ich kann keinen sonderlichen qualitativen Unterschied zwischen einem zweiten NH-90 mit M3 als „Chase“ und einem LUH mit M134 als „Escort“ erkennen. Beide können während der Evakuierung Feuerunterstützung mit einer Rohrwaffe (ok, Kadenz und Reichweite/Durchschlagskraft ist bei M3 vs. M134 unterschiedlich) bieten…