Gedenken an Veteranen der Bundeswehr: Im Keller

Irgendwo in einer Aktenablage im Bereich des Verteidigungsministeriums – gerüchteweise heißt es, im Keller des Zentrums Innere Führung in Koblenz – lagern rund 10.000 Veteranenabzeichen der Bundeswehr. Sie wurden unter dem früheren Verteidigungsminister Thomas de Maizière beschafft, aber niemals ausgegeben – weil sich Ministerium, Bundeswehr und die diversen Verbände bis heute nicht darauf verständigen konnten, wie denn die Definition eines Veteranen der Bundeswehr aussehen soll.

De Maizière hatte in seiner Amtszeit mehrere Anläufe unternommen, den Begriff des Veteranen für die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland zu definieren und ihre Betreuung zu organisieren. Beim Jahresempfang des damaligen Wehrbeauftragen Hellmut Königshaus im Oktober 2012 prägte er die Definition: Veteranen im heutigen deutschen Sinne seien ehemalige Soldaten mit Einsatzbezug, also in der Regel mit Einsatzmedaille.

Ein wenig später, im Januar 2013, präzisierte der Minister die Definition, weil vielen die Einsatzmedaille als Anknüpfungspunkt zu eng gefasst war:

Veteran ist, wer ehrenvoll aus dem aktiven Dienst der Bundeswehr entlassen worden ist und an mindestens einem Einsatz für humanitäre oder friedenserhaltene oder friedensschaffende Maßnahmen teilgenommen hat.

Nach dem Ausscheiden de Maizières aus dem Ministeramt wurde es allerdings auf dieser Ebene still um die Bemühungen um Veteranenmedaille und -konzept (auch wenn intern, wie der Bund Deutscher Einsatzveteranen mal aufgelistet hat, die Debatte durchaus weiterging).

Und so landeten die Veteranenabzeichen, die unter der Ägide des Ministers bestellt worden waren, im Keller. Der Grünen-Abgeordnete Tobias Lindner hatte danach gefragt, nachdem einige dieser nie ausgegebenen Abzeichen zum Verkauf auf eBay angeboten worden waren. Aus der Antwort des Abteilungsleiters Haushalt im Verteidigungsministerium, Karl-Henning Bald, die am 8. Mai an Lindner und weitere Abgeordnete ging:

  1. Welche Pläne hatte bzw. hat das BMVg hinsichtlich eines Veteranenabzeichens?
    Der damalige Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière billigte im Jahr 2013 die Einführung eines Abzeichens für Veteranen der Bundeswehr. Die parallel durch das Bundesministerium der Verteidigung geführten Abstimmungen mit den maßgeblichen Verbänden und Gremien führten jedoch nicht zu einem einheitlichen Verständnis über die Definition des Veteranenbegriffs. Vor diesem Hintergrund wurde von der geplanten Verleihung des Abzeichens Abstand genommen.
  2. Inwiefern wurden in der Vergangenheit Veteranenabzeichen beauftragt, produziert und geliefert? Inwiefern wurden dafür seit 2010 Mittel etatisiert und ggf. bereits ausgegeben?
    Auf Grundlage der Entscheidung zur Einführung eines Veteranenabzeichens wurden im Jahr 2013 insgesamt rd. 10.000 Abzeichen mit Etui beschafft. Die Ausgaben hierfür betrugen rd. 8.700 € und wurden bei Kapitel 1401 (jetzt: 1412) Titel 539 99 (Vermischte Verwaltungsausgaben) erwirtschaftet. Weitere Beschaffungen sind nicht erfolgt. Diesbezügliche Haushaltsmittel wurden ebenfalls nicht eingeplant.
  3. Was ist damit geschehen?
    Die beschafften Abzeichen nebst Etui wurden eingelagert. Einige Abzeichen wurden als Ansichtsexemplare ausgegeben.

Ob und wie es mit den Plänen zum Umgang mit Veteranen der Bundeswehr weiter geht, ja wer denn nun eigentlich zu diesem Personenkreis gehört – das bleibt vorerst weiter offen. Im Ministerium gibt es weiterhin keine gültige Definition dafür. Immerhin ist dieser Punkt dem neuen Parlamentarischen Staatssekretär Peter Tauber offensichtlich bewusst:

 

Die Definition des Personenkreises scheint weiterhin ja das größte Problem. Denn da hängt es sehr am Wortlaut. Wenn zum Beispiel die ursprüngliche Definition von de Maizière mit Einsatzbezug und dem Zusammenhang mit der Einsatzmedaille zu Grunde gelegt wird, gelten ausgerechnet die Soldaten nicht als Veteranen, die am ersten bewaffneten Auslandseinsatz der Bundeswehr 1993 in Somalia teilgenommen haben: Der erste Kontingentführer in Somalia, der damalige Oberst Helmut Harff, wies mich darauf hin, dass die 1996 gestiftete Einsatzmedaille der Bundeswehr den Stichtag 30. Juni 1995 festschreibt.

Wer vorher im Auslandseinsatz war, bekommt keine Medaille. Und gilt möglicherweise, je nach Definition, nicht als Veteran. Mehr als 3.000 deutsche Soldaten/-innen, die an UNOSOM II teilgenommen haben, fühhlen sich seitdem vom Dienstherrn, der Bundesrepublik Deutschland, ungerecht behandelt und empfinden dies zugleich als Undankbarkeit, klagt Harff.

(Fotos: privat)

 

71 Kommentare zu „Gedenken an Veteranen der Bundeswehr: Im Keller“

  • Politikverdruss   |   18. Mai 2018 - 16:15

    Voodoo | 18. Mai 2018 – 10:55,

    die Auswirkungen einer Verwundung zu ertragen, sei keine „eigene Leistung“? Eine körperlich-seelische Beeinträchtigung durch eine Verwundung als Berufsrisiko zu akzeptieren und im Kampf bewusst in dieses Risiko hineinzugehen ist eine höchst ehrenwerte Leistung. Sie sollte durch eine gesonderte Auszeichnung gewürdigt werden.

    Aus diesen Gründen, lieber @Voodoo, ist die Begründung, „Die Verwundung ist schließlich keine eigene Leistung…“, nicht nachvollziehbar. Mich würde interessieren, wer das gesagt hat.

  • Voodoo   |   18. Mai 2018 - 17:00

    @ Politikverdruss | 18. Mai 2018 – 16:15

    Dazu aus dem Spiegel (Online) vom 13. November 2010:

    Guttenberg führt Kämpfer-Orden ein

    […] Ein Verwundetenabzeichen für die deutschen Soldaten, wie es die Armeen anderer Nationen kennen, hatten Verteidigungsministerium und Bundespräsidialamt dagegen abgelehnt: „Grundlage für eine Auszeichnung sind besondere durch den Soldat zu erbringende Leistungen, die bei einem Verwundetenabzeichen so nicht gegeben wären. […]

    Minister war damals KTzG, BuPräs der quasi brandneu vereidigte Cristian Wulff. Diese Worte wurden, wenn ich mich recht erinnere, hier auf AG sehr emotional diskutiert und analysiert. Auch damals scheint man sich in den Definitionen von „Auszeichnung“ vs. „Abzeichen“ verrannt und verloren zu haben… Danach dann aber still und leise an einem Veteranenabzeichen zu basteln, dass jeder ehemalige Angehörige der Streitkräfte (ggf. mit / ohne Einsatzerfahrung) hätte tragen können, ist schon fast frech.

    [die ursprüngliche Originalquelle:

    https://www.presseportal.de/pm/30621/1696063

    „Wir schaffen eine neue Auszeichnung für Soldaten, die im Gefecht standen“, sagte Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). Diese Ehrung sollten nach Entscheidung der Vorgesetzten gerade auch diejenigen erhalten, die im Einsatz verwundet wurden. Guttenberg wies darauf hin, dass es eine gewisse Distanz der deutschen Soldaten gegenüber Verwundetenabzeichen, wie etwa dem „purple heart“ in den USA, gebe. „Und trotzdem sagen sie, in meinen Augen zu Recht, dass es noch mehr geben muss als die ISAF-Medaille, die nur die Teilnahme auszeichnet“, so Guttenberg. Mit der neuen Medaille wolle die Bundeswehr „eine Differenzierung“ schaffen, erläuterte der CSU-Politiker.

    T.W.]

  • Elahan   |   18. Mai 2018 - 17:17

    @Alter Schwabe

    Ja, das ist ein Verdienst und es gibt noch Mio andere Beispiele.

  • MA   |   18. Mai 2018 - 19:07

    @ Voodoo | 18. Mai 2018 – 17:00

    „Guttenberg führt Kämpfer-Orden ein“

    „[…] „Grundlage für eine Auszeichnung sind besondere durch den Soldat zu erbringende Leistungen, die bei einem Verwundetenabzeichen so nicht gegeben wären. […]“

    Auch die Vergaberichtlinien für die Einsatzmedaille Gefecht bzw. die Umsetzung beruhen nicht zwingend auf, „durch den Soldat zu erbringenden Leistungen“. Warum die damalige Argumentation sich gegen ein „Verwundetenabzeichen“ richtete, kann ich daher nicht nachvollziehen.

    ich gehe aber davon aus, dass es Betroffenen so ziemlich egal ist, ob Anerkennung nun durch ein Abzeichen, eine Medaille oder ein Stück Papier erfolgt.

    Meines Erachtens nach würde jede Soldatin/jeder Soldat der körperlich oder seelisch verwundet wurde, liebend gerne auf eine Medaille verzichten, wenn ihm entsprechend respektvoll begegnet wird.

  • Politikverdruss   |   18. Mai 2018 - 19:31

    @ Voodoo und T.W., vielen Dank für die Auskünfte.

  • Elahan   |   19. Mai 2018 - 10:05

    @Voodoo

    „Danach dann aber still und leise an einem Veteranenabzeichen zu basteln, dass jeder ehemalige Angehörige der Streitkräfte (ggf. mit / ohne Einsatzerfahrung) hätte tragen können, ist schon fast frech“

    Einsatz-, Verwundeten- und Gefechtssmedaille haben NICHTS mit einem Veteranenabzeichen zu tun. Die Einführung eines reinen Verwundetenabzeichens, wie dem erwähnten Purple Heart wurde von der Politik abgelehnt. Die Lücke wurde zwischen der Würdigung der bloßen Teilnahme an einem Einsatz in Form der Einsatzmedaille der Bundeswehr und der höchsten militärischen Auszeichnung der Bundeswehr, dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit wurde mit der der Gefechtsmedaille geschlossen.

    Das Problem mit dem Veteranenabzeichen liegt wie von @T.W. beschrieben an der Definition des Begriff Veteran durch das BMVg. Dass das BMVg den Begriff, entgegen der umgangssprachlichen Verwendung (siehe Wiki, Duden), nicht für ehem. Soldaten sondern nur für Soldaten welche Einsatzerfahrung haben definiert.

    Dazu kommt, dass mit dem Missionsmodell nun Einsätze und Missionen neu definiert wurden. Die Vorschrift A-110/1 „Anerkennung von Verwendungen als Missionen“ hätt dennZweck zentrale Vorgaben zur Anerkennung von Verwendungen als Grundlage für eine transparente Zuerkennung von Maßnahmen aus den Bereichen Personalwesen sowie Betreuung und Fürsorge zu schaffen. Zeitgleich wurde im Herbst 2017 das Missionsmodell, welches von der AG „Einsatz“ im BMVg entwickelt wurde, implementiert.

    Die Neudefinition des Begriffes der -Veteranen- ist überflüssig und wäre zutiefst unkameradschaftlich, gerade im Hinblick auf LV/BV und einsatzgleiche Verpflichtungen. Es darf bei den Ehemaligen keine Soldaten 2. Klasse geben und ein Arzt, SAR-Pilot, Feuerwerker, Sanitäter, Flugsicherer uvm welche im kalten Krieg gedient hatten ist ein Veteran der Bw. Unser Kernauftrag ist das Recht und die Freiheit zu verteidigen und das wird durch alle geleistet und dafür gilt Dank und Anerkennung und als Zeichen dazugehört zu haben sollte dieses Abzeichen seinen Zweck erfüllen. Natürlich sollte dies flankiert werden durch Betreuung und Fürsorge und in vielen Bereichen gelingt dies, ja noch keine 100%. Jeder ist aufgerufen sich zu engagieren und dann wirds auch besser.

  • Koffer   |   19. Mai 2018 - 15:03

    @Elahan | 19. Mai 2018 – 10:05
    Ich verstehe Ihre Vorbehalte gegen eine Unterscheidung verschiedener Formen des treuen Dienens, aber wer behauptet alle seien gleich ist genauso ungerecht wie derjenige, der nicht vorhandene Unterschiede erfindet.

    Gleiches muss man mit Bleichem gleichsetzen, aber Unterschiedliches verdient auch die Bestätigung der Unterschiedlichkeit.

    Und genau deswegen macht es natürlich einen Unterschied ob man 6 Monate GWDL war oder 23 Monate FWDL mit Einsatz oder SaZ 12 ohne Einsatz oder BS mit Einsatz.

    Dadurch ist der Dienst derjenigen ohne Einsatz nicht „nichts wert“, aber er ist eben anders…

    Ob man das jetzt konkret als „Veteran“ bezeichnen muss oder ob man dafür einen anderen Begriff finden kann/sollte ist m.E.n. eine zweite Frage.

  • Pio-Fritz   |   19. Mai 2018 - 18:26

    Wenn ich mir die Diskussion hier so anschaue, dann wundert mich das gar nicht, dass das BMVg seit 2013 hier zu keinem Ergebnis kommt. Die Positionen sind so konträr wie weit gestreut.
    Ich bin der Auffassung, so was brauchen wir (die Bw) nicht. Da haben wir auf anderen Gebieten, was medizinische und soziale (auch wirtschaftliche) Absicherung angeht noch immensen Nachholbedarf, was Veteranen betrifft.

    Und als Reservist bekomme ich die gleiche Einsatzmedaille wie der aktive Kamerad, der im Zweifelsfall nicht mehr weiß, wohin mit dem Kram (weil die Jacke schon voll ist).

    Für die Kameraden von UNOSOM II (Somalia) und UNTAC (Kambodscha) hätte man eine UN-Einsatzmedaile beantragen können. Die gab es, sehen sogar gut aus. Die Bw hatte zu dem Zeitpunkt noch keine. Also kann das kein Kriterium sein.

  • Gezi 3./SanBtl 6   |   19. Mai 2018 - 18:44

    Wie unschwer am Nick zu erkennen, habe ich auch als GwDL Dienst geleistet. Mein Dienst im gerade beendeten kalten Krieg (01.10.90 bis 30.09.91, also noch zwei Tage mit Feind) hat mich tatsächlich mit Stolz erfüllt, genauso wie ich auf meine Tochter, die als FWDL zurzeit Dienst leistet, stolz bin. Seit einem Jahr wieder in Uniform als Resi würde ich NICHT als Veteran bezeichnen, da ich auch wie viele Vorposter einen Unterschied in der Art des Dienstes sehe.
    Wer im Einsatz war, unter Feuer, PTBS erlitt, oder irgendwo einen trockenen ruhigen Tag hatte, ist m.E. ein großer Unterschied. Ich trage und trug die Uniform gerne, jedoch bin ich kein Veteran.

  • Elahan   |   20. Mai 2018 - 9:34

    @Gezi 3./SanBtl 6

    „…. ich NICHT als Veteran bezeichnen, da ich auch wie viele Vorposter einen Unterschied in der Art des Dienstes sehe.“

    Der Begriff -Veteran- entstammt der Bedeutung:

    »altgedienter Soldat; im Dienst ergrauter, bewährter Mann«: Das Fremdwort wurde im 18. Jh. aus gleichbedeutend lat. veteranus entlehnt, einer Bildung zu lat. vetus »alt«

    Der Begriff -Veteran- bezeichnet:

    Substantiv [der]

    1.
    MILITÄR
    ein entlassener Soldat, der eine lange Dienstzeit hinter sich hat.
    2.
    jmd., der in einem bestimmten Bereich schon lange arbeitet und sehr erfahren ist.
    3.

    (siehe auch Duden)

    Der Begriff unterscheidet nicht, welche Art von Dienst man geleistet hat. Wie soll das auch gehen? Es gibt Soldaten im Einsatz deren Dienst ist sicher aber wichtig (Kommandeur, Flugsicherer, Arzt im Camp, uvm) und am Ende besteht doch die Gefahr durch eine Rakete oder beim Transport/Verlegung zu Schaden zu kommen. Wo ist die Grenze?

    „Wer im Einsatz war, unter Feuer, PTBS erlitt, oder irgendwo einen trockenen ruhigen Tag hatte, ist m.E. ein großer Unterschied.“

    Stimmt, das ist ein Unterschied, aber nicht im Begriff Veteran. Sie verwechseln den Begriff des Veteranen mit dem des Versehrten. Warum ist man in Teilen Deutschlands so erpicht darauf den Begriff -Veteran- nur für Soldaten welche in einem mandatiertem Einsatz waren zu verwenden? In Süddeutschland hat man damit kein Problem dort gibt es Veteranenvereine und deren Mitglieder sind nicht zwingend Versehrte.

    „….Das heutige Veteranenwesen geht meist auf die Zeit des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 zurück. Der urkundlich nachgewiesene älteste Verein ist allerdings schon deutlich betagter. Er wurde im oberbayerischen Aying vor den Toren Münchens bereits vor 230 Jahren gegründet. Veteranenvereine gab es aber auch schon zu Zeiten des alten Roms. Damals erfreuten sich die Soldaten höchsten Ansehens. Und aus jener Zeit stammt auch der Brauch, dass die altgedienten Krieger nach Beendigung ihres Militärdienstes miteinander in Verbindung blieben, um sich gegenseitig im Zivilleben zu helfen…..“(Augsbuger Allgemeine)

    „Ich trage und trug die Uniform gerne, jedoch bin ich kein Veteran.“

    Genau, denn sie sind ja aktiv. Ob es gefällt oder nicht im deutschsprachigen Raum bezeichnet bezeichnet man ehemalige Soldaten und alte Autos als Veteranen unabhängig wie es das BMVg irgendwann mal definiert …….oder nicht definiert.

  • Koffer   |   20. Mai 2018 - 12:43

    @Elahan | 20. Mai 2018 – 9:34
    „Stimmt, das ist ein Unterschied, aber nicht im Begriff Veteran. Sie verwechseln den Begriff des Veteranen mit dem des Versehrten.“

    Sie werden mit Ihrer Aussage @Gezi 3./SanBtl 6 nicht gerecht. Er hat niemals behauptet, dass jeder Veteran in seiner Definition PTBS hat (also nach Ihrer Lesart „Versehrter“ wäre), sondern dies in einer Aufzählung als einen möglichen Faktor bezeichnet.

    Und eben darum geht es doch: Wer im Einsatz gedient hat, hat einen ANDEREN Dienst geleistet, als ein Soldat, der IN Deutschland seinen Dienst treu gleistet hat.

    Beides vergleichen zu wollen oder es sogar gleichsetzen zu wollen geht fehl und erzeugt mehr Ungerechtigkeit, als eine differenzierte Betrachtung. So sehr zugegebener Maßen eine solche Differenzierung auch andere Probleme mit sich bringen würde…

  • Elahan   |   20. Mai 2018 - 13:43

    @Koffer

    Natürlich werde ich ihm gerecht, denn ich habe ihm ja zugestimmt, dass wer im Einsatz oder unter Einfluss gedient hat, hat einen ANDEREN Dienst geleistet, als ein Soldat, der IN Deutschland seinen Dienst treu gleistet hat, aber für diese Unterscheidung ist weder der Begriff -Veteran- noch das Abzeichen geeignet.

    Für die Anerkennung der Teilnahme an Missionen/ Einsätzen und Anerkennung von Teilnahme an Gefechten und Besonderen Leistungen gibt es genügend Orden und Ehrenzeichen. Dass die Kameraden vor 1995 weniger bekamen ist auf anderem Weg zu lösen. Außer Deutschland gibt es im Übrigen noch andere Staaten mit deutscher Sprache, somit würde eine Einengung der Begrifflichkeit nur für ehemalige Soldaten der Bw im Geschäftsbereich BMVg Einfluss und Benachteiligung ergeben.
    Schon Vereine in der BRD werden sich nicht daran halten.

  • uli   |   20. Mai 2018 - 13:45

    @Elahan
    Es stimmt zwar, daß die von Ihnen angesprochenen süddeutschen Vereine den Begriff des Veteranen für alle gedienten Mitglieder verwenden, aber bereits in ihren Namen, nämlich „Krieger und Veteranenverein“, durchaus unterscheiden ob der Veteran Kriegs(Einsatz)gedient ist oder nicht. Am ehesten vergleichbar mit @KPKs US Beispiel.

  • Gezi 3./SanBtl 6   |   21. Mai 2018 - 7:33

    Moin @Elahan.
    Und da trifft die Definition des Duden eben nicht auf mich zu. Drei Monate AGA und neun Monate Gezi. Zittat: „altgedienter Soldat; im Dienst ergrauter, bewährter Mann«: Das Fremdwort wurde im 18. Jh. aus gleichbedeutend lat. veteranus entlehnt, einer Bildung zu lat. vetus »alt«

    Der Begriff -Veteran- bezeichnet:

    Substantiv [der]

    1.
    MILITÄR
    ein entlassener Soldat, der eine lange Dienstzeit hinter sich hat.
    2.
    jmd., der in einem bestimmten Bereich schon lange arbeitet und sehr erfahren ist.“

    Nach zwölf Monaten Dienst bin ich kein Veteran, und dass ich jetzt manchmal wieder Uniform trage, ist dem Reservistendasein gedankt.

    Wie viele Abzeichen müssen produziert werden, um allen Veteranen nach Ihrer Definition, eines zukommen zu lassen. 10.000 Stück reichen da nicht aus.

  • Elahan   |   21. Mai 2018 - 9:46

    @Gezi 3./SanBtl 6

    Alt wir umgangssprachlich dort mit ehemalig verwendet. Wenn sie sich nicht als Veteran fühlen, kann diesem Gefühl keiner widersprechen, doch Gefühle ändern sich mit dem gesellschaftlichen Umgang. Es gibt nun keine Wehrpflichtigen mehr und deshalb kann man in die Zukunft schauen. Wie können es ja an die Berechtigten zur Teilselbsteinkleidung und Selbsteinkleidung koppeln ;-). Bei einem Stückpreis von unter einem Euro sehe ich kein Problem und ja auch die Post jeden Monat des ADAC für seine Mitglieder kostet Mio.
    Selbst jetzt muss das Sportabzeichen, wenn man es denn tragen will, selbst gekauft werden. Wenn es dann an der Beschaffung hängen soll, dann ist besser man lässt jede Definition aus dem BMVg und gibt die Rechte am Abzeichen mehreren Herstellern und verkauft das Teil über BwBM, wie das Ehrenkreuz uvm.

    Ich finde es gut, wenn man jedem Betroffenen selbst überlässt wie er sich fühlt und es wird hoffentlich keiner gezwungen etwas anzunehmen, zu tragen oder in einen Verein einzutreten. Kenne genug, die mit der Bw nach über 30Jahren Dienst nichts mehr zu tun haben wollen und das ist dann so. Im Moment gibt es außer durch Vereine nichts was ehem Soldaten verbindet.

  • Elahan   |   21. Mai 2018 - 9:59

    Der VdRdBw ist ja schon mal mit einem eigenen Modell (250.000 Anstecknadeln) ohne Genehmigung des BMVg (muss er evtl auch nicht oder gibt es aufs Kreuz Gebrauchsmusterschutz? Evtl weiß ja Herr Söder mehr ;-), an den Start gebracht.

    https://www.reservistenverband.de/Archiv?menu=0299&newsid=34386

    Reservist kann man im Übrigen sein selbst wenn man noch nicht einmal drei Monate in Uniform der Bw steckte. Demnächst reichen Wochenendkurse oder zwei Wochen Wehrübung.

  • Koffer   |   21. Mai 2018 - 11:25

    @Elahan | 21. Mai 2018 – 9:59
    „Reservist kann man im Übrigen sein selbst wenn man noch nicht einmal drei Monate in Uniform der Bw steckte. Demnächst reichen Wochenendkurse oder zwei Wochen Wehrübung.“

    Umso mehr ein Argument, das wir zukünftig noch mehr unterscheiden müssen zwischen verschiedenen Formen des treuen Dienens! Denn diese „Wochenendkrieger“ haben ja nun wirklich nichts mit Veteranen zu tun, sind aber sehr wohl „Ehemalige“…

  • Sommerbiwak   |   23. Mai 2018 - 17:46

    Metallkopf | 18. Mai 2018 – 10:17″@Sommerbiwak: Oh, ein modifiziertes argumentum ad hitlerum, jetzt neu: Mit Täterä als Totschlagargument für den Schraubenschlüssel in die Diskussion… Warum nicht gleich Nordkorea? Da gibt’s im Netz dieses schöne Bild, wo die Hochdekorierten sich die Orden schon an die Hosenbeine tackern müssen…

    Man kann sich bekanntlich über vieles streiten, nur anscheinend nicht um die Sache an sich. Wenn die DDR inflationär Blech verteilt hat, mag das ja stimmen, aber so überhaupt keine Auszeichnungen zu verteilen, weil man nicht so sein will, wie die „doofe“ DDR ist dann auch das Kind mit dem Bad ausschütten.

    Eine Debatte allein von den beiden Extrempositionen zu betrachten, hat was sehr Kategorisches. Zwischen dem Regen an Karnevalsinsignien für die Erfüllung irgendwelcher militärischen Klassenaufträge in totalitären Systemen und dem Gedanken vom anderen Ende des Spektrums, nämlich dass dem Soldaten sein Dienst am Vaterlande Ehre und Erfüllung genug zu sein habe, und es deshalb keiner äußeren Ehrungen bedürfe, gibt es ja nun wirklich viel, viel Raum.“

    Nord Korea ist sogar ein noch besseres Beispiel. Nix zu essen, aber haufenweise Blech an der Brust. Orden werden immer dann gehäuft verteilt, wenn eine Regierung sonst nichts zu geben hat. Blech ist billig.

    An der zunehmenden Kluft zwischen Bundeswehr und Rest der Gesellschaft wird auch ein weiteres Stück Blech für die Brust rein gar nichts ändern. Wenn man im kosovo, Afghanistan oder Mali oder woauchimmer war, hat man eigentlich bisher immer auch eine Medaille für den Einsatz bekommen (von UN, NATO oder oder verliehen). In Uniform sind Soldaten mit Einsatzerfahrung einfach zu erkennen und von denen ohne leicht zu unterscheiden. die große Masse der Bevölkerung wird dieses tolle neue Veteranenabzeichen wenn überhaupt auch nur als zur Bundeswehr gehörigen Orden identifizieren und so auch überhaupt gar nichts für das Verhältnis breite Bevölkerung und Bundeswehr (und auch im weitern Sinne BOS) tun. Da wird das Pferd von hinten aufgezäumt.

    Die Politik weigert sich beharrlich die grundlegenden Fragen zum deutschen Status in der Welt und zum Selbstbild Deutschlands in der Welt zu behandeln und Antworten zu finden. Stattdessen wird alles klein gehalten und am besten nicht groß öffentlich erwähnt. Klar, daß da kein vernünftiges Verhältnis entstehen kann, wenn die grndlegenden Fragen nicht geklärt sind. Den meisten Deutschen sind ihre Soldaten auch schlicht gleichgültig bis nicht wohl gelitten, weil den Soldaten als sichtbare Ausführer politischen Willens ebendieser angelastet wird.

    Aber statt die Rpobleme anzugehen wird erstmal schönes Blech an die Brust geheftet und alles ist gut. Politiker können in die Kamera grinsen und sich selbst einreden etwas Großartiges getan zu haben. Nein. Zuerst die grundsätzlichen Fragen klären und am Verhältnis Bevölkerung-Bundeswehr arbeiten, dann können wir vielleicht eine neue Medaille einführen, so sie denn wirklich von Nöten sein sollte. Aber mit einem Stück Blech öffentliche Anerkennung einfordern zu wollen wird nicht funktionieren und nach der Freude über die Verleihung, wird das Gefühl der Anerkennung auch beim Veteranen schwinden, wenn er (oder sie) merkt, daß sich nichts geändert hat.

  • Milliway   |   24. Mai 2018 - 12:25

    Da ein Veteranen, ein Person ist die an einen Krieg teilgenommen hat.
    Da wir an keinen Krieg teilgenommen haben, kann es Ergo keine Kriegsveteranen geben, also für niemanden einem Veteranenabzeichen !

    Ein Zwei Klassen Modell ist suboptimal, daher sehe ich es wie @ RB20 | 17. Mai 2018 – 12:38

    Jeder der irgendwann ehrenhaft aus der Bundeswehr als Soldat oder ziviler Angehörige unserer Streitkräfte verlassen hat bekommt ein Abzeichen, als Anerkennung dafür dass er unserem Land gedient hat.

    Die aktuelle Ausführung wird eingeschmolzen, da wir genau genommen ab 1990 kein Staats Symbol haben, das der Wiedervereinigung Rechnung trägt.

    Daher kommt die Auszeichnung am Bande, in einer wesentlich höheren Qualität mit zwei Seiten, ähnlich der Verdienstmedaille aber die vorherrschende Farbe ist nicht rot sondern schwarz.

    http://www.ordenstraeger.de/de/verdienstorden/stufen/verdienstmedaille/

    Erste Seite: mit eine farbige Darstellung des Bundeswappens wie es auf der Gründungsurkunde der Bundesrepublik Deutschland vorhanden ist.

    Zweite Seite: links Abbildung der BRD, rechts Abbildung der DDR und unten beide Abbildung zusammen gefügt.

  • Klauspeterkaikowsky   |   24. Mai 2018 - 13:29

    @Milliway
    Sie widersprechen sich.
    Zwischen Veteran und Kriegsveteran gilt es zu unterscheiden, so jedenfalls der Duden, für DEUTSCH nicht vollkommen unwichtig:
    „Jemand, der (besonders beim Militär) altgedient ist, sich in langer Dienstzeit o. Ä. bewährt hat, …“ usw.

  • Milliway   |   24. Mai 2018 - 19:28

    @Klauspeterkaikowsky | 24. Mai 2018 – 13:29

    Ja vielleicht nicht ganz richtig formuliert, aber da ist der Pudels Kern, warum die Dinger noch im Keller liegen.

    Google sagt.:

    Veteran (v. lat.: veteranus = „erprobter, altgedienter oder im Ruhestand befindlicher Soldat“) ist eine Bezeichnung für einen altgedienten, (Einsatz-) erfahrenen Soldaten. Bei ehemaligen Kriegsteilnehmern spricht man auch von Kriegsveteranen.

    Was man letztendlich unter den Begriff Einsatz versteht, scheiden sich die Geiser, in allgemeinen versteht man darunter ein Kampf-Einsatz.

    Deswegen wäre die Verleihung einer Verdienstmedaille für alle, der Goldene Mittelweg aus dem Dilemma.

    PS
    Am Wochenende war ich auf mehreren Veranstaltungen in Poznań und Inowrocław, wo es am Rande auch Veteranen treffen gab. In vorbeigehen habe ich genau gesehen das die Treffpunkte als V / Veterans gekennzeichnet waren und nur Personen Vorort waren die am letzten Weltkrieg teilgenommen haben. Anlas war NTM-2018, die zweite Hochwertübung mit deutscher Beteiligung in Polen.
    https://tinyurl.com/y7n6uygg

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