Merkposten: Britischer Anti-ISIS-Kommandeur kritisiert Vorgehen der Türkei gegen Kurden

Das Ganze ist erst mal nur ein Merkposten: Am (heutigen) Samstag veröffentlichte der britische Generalmajor Felix Gedney einen kurzen Tweet mit einem Link zu einem Bericht der britischen Zeitung Guardian:

Nun ist Gedney jemand, der sich in der Region auskennen sollte: Der Generalmajor ist stellvertretender Kommandeur der internationalen Anti-ISIS-Koalition, der Operation Inherent Resolve.

Während aus der NATO die Kritik am Vorgehen des NATO-Mitglieds Türkei gegen kurdische Milizen im Norden Syriens recht zurückhaltend bleibt, ist das die bislang deutlichste Ansage von den Militärs der Anti-ISIS-Koalition: Der türkische Angriff, sagt der ranghöchste Brite und einzige nicht-US-General in der Führung der Operation, ist kontraproduktiv.

Mal sehen, wie das weiter geht.

39 Kommentare zu „Merkposten: Britischer Anti-ISIS-Kommandeur kritisiert Vorgehen der Türkei gegen Kurden“

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   03. Februar 2018 - 20:39

    SU 25 über Provinz IDLIB offenbar von ManPad abgeschossen.
    http://www.tagesschau.de/ausland/abschuss-syrien-101.html
    Moskau hat sowohl den Abschuss des Jets, als auch des Tötung des Piloten bestätigt, nachdem dieser zunächst erfolgreich ausgestiegen war.
    Bleibt die Frage, was denn eine Suchoi Su-25 ( NATO-Codename: Frogfoot), ein Erdkampfflugzeug, über dem Kampfgebiet zwischen TUR Armee und YPG/YPJ so treibt, außer zugunsten der TUR Bodentruppen einzugreifen.

  • Holzi   |   03. Februar 2018 - 20:58

    Wie sagte Wüstner richtigerweise: das Powerplay der Regional- und Großmächte hat erst begonnen! Und im BMVg denkt man eine große Ertüchtigungsmission :-(. http://bit.ly/2FHza9l

  • JaN   |   03. Februar 2018 - 21:07

    @Klaus-Peter Kaikowsky: Wieso über dem Kampfgebiet zwischen TUR/YPG? Das Flugzeug wurde in Idlib abgeschossen, dort läuft derzeit eine große Offensive der syrischen Armee mithilfe syrischer und russischer Kampfflugzeuge gegen Rebellen und den IS.

  • Jägerlein   |   03. Februar 2018 - 21:20
  • Sero   |   03. Februar 2018 - 21:28

    @Klaus-Peter Kaikowsky: Wieso über dem Kampfgebiet zwischen TUR/YPG? Das Flugzeug wurde in Idlib abgeschossen, dort läuft derzeit eine große Offensive der syrischen Armee mithilfe syrischer und russischer Kampfflugzeuge gegen Rebellen und den IS.

  • AoR   |   03. Februar 2018 - 21:33

    Meiner Kenntnis zufolge liegt die Gefährdung der Mission gegen Daesh in zunehmender Dislozierung kurdischer Verbände nach Afrin.

    Eben wie Afrin Truppen zur Schlacht um Kobane entsandte danken die Kurden der Rojava dies Afrin mit direkter Unterstützung.

  • deepred   |   04. Februar 2018 - 1:50

    @ Jägerlein | 03. Februar 2018 – 21:20
    Der soweit ich weiß erste Totalverlust von Panzer und Besatzung eines Leo2:
    https://www.youtube.com/watch?v=PIomRlBkIiw

    https://ic.pics.livejournal.com/imp_navigator/17993765/1440772/1440772_1000.jpg

    —————–

    Zufall oder auch nicht, der Panzer wurde vorne links getroffen, das wo die meiste Munition gelagert wird. Der Panzer wurde wohl nach der Detonation der Munition in Stücke gerissen, auf das Bild ist sogar ein total zerstörtes Auto zu sehen. In Dezember 2016 verloren die Türken einige Leopard´s aus demselben Grund, Treffer im Bereich wo die Munition gelagert wird. Solche gravierende Fälle sind eher bekannt wenn sowjetische/russische Panzer getroffen werden.

  • closius   |   04. Februar 2018 - 8:38

    Schade, daß keine BW-Generale den Mut haben, die türkische Invasion gegen die Kurden zu verurteilen.

  • Pio-Fritz   |   04. Februar 2018 - 9:05

    Schön, das überhaupt mal jemand etwas höherrangiges etwas Kritik äußert. Von den politischen Verantwortlichen kommt nur hilfloses Gestammel.

    TUR macht sowieso, was sie will. Ohne Rúcksicht auf Bündnisinterressen oder Ziele der IS-Koalition. Die bekommen es noch fertig, den NATO-Bündnisfall zu erklären, weil kurdische Kämpfer türkisches Gebiet betreten.

    Entsetzt bin ich über das Verhalten der USA. Wer einen Verbündeten im Kampf, wie die YPG, bei Interessenkonflikten einfach fallen lässt, muss sich nicht wundern, wenn sich dieser hinterher gegen die USA wendet.

  • Koffer   |   04. Februar 2018 - 10:02

    @closius | 04. Februar 2018 – 8:38
    „Schade, daß keine BW-Generale den Mut haben, die türkische Invasion gegen die Kurden zu verurteilen.“

    Ich bin ja immer gerne bereit von unserer militärischen Führung mehr öffentliche Positionierung zu verlangen. Aber in dieser Frage sehe ich ehrlich gesagt nicht warum… Das ist eine Aufgabe der Außenpolitiker und nur sehr eingeschränkt der Sicherheitspolitiker (inkl. der Generalität).

    Etwas anderes wäre es, wenn wir als Bw stärker im IS Einsatz gebunden wären, aber aufgrund unserer ja eher symbolischen Beteiligung ist das ja nicht der Fall.

  • Edgar Lefgrün   |   04. Februar 2018 - 10:16

    @closius | 04. Februar 2018 – 8:38

    Wie kommen Sie zu solch einer Behauptung, niemand habe den Mut? Wozu sollte das gut sein? Nur damit Sie sich besser fühlen @closius?

    Aktive Generale der Bundeswehr treiben keine Aussenpolitik neben Regerung und Aussenminister. Und niemand möchte in den Ruhestand versetzt werden, nicht deswegen.

  • Fux   |   04. Februar 2018 - 11:21

    @Closius: wie zu lesen, ist General Gedney der einzige Nicht-US-General in der Führung der Anti-IS-Operation. Es gibt also schon einmal keinen deutschen General, welcher unmittelbar „betroffen“ wäre, um sich zu äußern. Desweiteren herrscht hier in Deutschland das bekannte Primat der Politik. Somit wäre es als erster an dieser sich – auch in Zusammenhang mit der NATO als (militär-)politischem Bündnis – sich zum fragwürdigen Vorgehen eines ihrer Bündnispartner zu äußern und deutlich Position zu beziehen. Aber wir haben für eine eigene Positionsformulierung ja noch kein klares Lagebild in der (geschäftsführenden) Bundesregierung.

  • swoop   |   04. Februar 2018 - 12:57

    Bei dem gestern zerstörten Panzer handelte es sich nicht um einen Leopard 2 sondern um einen M-60T Sabra.

  • Koffer   |   04. Februar 2018 - 13:01

    @Fux | 04. Februar 2018 – 11:21
    „Es gibt also schon einmal keinen deutschen General, welcher unmittelbar „betroffen“ wäre, um sich zu äußern. Desweiteren herrscht hier in Deutschland das bekannte Primat der Politik.“

    Wie Sie in meinem eigenen Kommentar von 04. Februar 2018 – 10:02 sehen können, stimmen ich Ihnen inhaltlich zu.

    Aber mit „Primat der Politik“ hat das gar nichts zu tun! Wenn DEU mitlitärpolitische oder zumindest unmittelbare sicherheitspolitische Interessen derzeit dort hätte, dann wäre es mEn nicht nur das Recht eines Generals sich zu äußern (Staatsbürger in Uniform und so), sondern sogar seine Pflicht (Staatsdiener und nicht Ministerdiener und so).

    Wie gesagt im konkreten Fall stimme ich Ihnen inhaltlich absolut zu, nur die Begründung lässt mich mit Kopfschütteln zurück…

  • Tom   |   04. Februar 2018 - 15:51

    Warum sollte sich überhaupt jemand äußern? Warum sollen wir uns permanent irgendwo auf der Welt einmischen? Vielleicht wäre es angebrachter, sich um die eigenen Belange zu kümmern. Schließlich ist es die permanente Einmischung des Westens (nicht zu vergessen das moralinsaure Überlegenheitsgehabe) das zu dieser Situation geführt hat. Die Amerikaner haben angekündigt, eine PKK affilierte Truppe an der Grenze zur Türkei zu etablieren. Eine „Grenzschutztruppe“ mit 30 000 Mann von den Amerikanern bewaffnet. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass die Türkei eingreift und jetzt ist das Gejammer groß.
    Was Deutschland angeht, so scheint es Ziel zu sein, die politkorrekteste Truppe aller Zeiten aufzustellen. Und so wie es auch die Politkorrekten nicht an Maulheldentum fehlen lassen, so hat auch unsere Regierung die unangenehme Eigenschaft, sich moralisch reichlich überheblich zu geben. Besser wäre es umgekehrt. Statt also zum Beispiel Russland oder der Türkei dauernd die Leviten zu lesen, einfach mal Ruhe geben. Dafür aber dafür zu sorgen, dass ein Mindestmaß an Verteidigungsfähigkeit gegeben ist. Da wird man ganz anders geachtet und kann schon mal hinter den Kulissen etwas sagen.

  • AoR   |   04. Februar 2018 - 16:00

    @Sero: Eine wichtige Beobachtung. Man vermutet einen Deal Ankara-Moskau Afrin gegen Idleb zu „tauschen“, nachdem Gerüchten zufolge die Afrin-YPG Afrin nicht an die Syrisch-Arabische Armee abgetreten hat.

    Sie sehen selbst: Vermutungen, Gerüchte, usw… Man beobachte die Lage.

    Mir scheint, sollten sich diese Vermutungen bewahrheiten, so könnte Moskau die Kurden verlieren. (@pio)

    Es ist Binse; die PKK als Stachel in der NATO Südost-Flanke bedient vom KGB. Wäre interessant wenn der Westen am Ende doch mit allgemeiner Aktienmehrheit hervorgingen?

  • Alex   |   04. Februar 2018 - 16:20

    Wenn man beim Inselstreit Griechenland – Türkei nicht klar Stellung bezieht, warum sollte man dies bzgl. der Kurden tun?

  • Eric Hagen   |   04. Februar 2018 - 16:38

    Es bestehen aktuell 2 Risiken, die durch den tuerk. Einmarsch mglw. unmittelbare taktische Konsequenzen nach sich ziehen:
    1. Vstk der YPG durch Kr, die bislang im Kampf im Raum Raqqa gegen den IS stehen. Darauf bezog sich DCOM OIR.
    2. Sollten die Tuerken sich irgendwann in Afrin festsetzen, werden sie in unmittelbarer Naehe zu den in der Provinz Idleb konzentrierten radikal- islamistischen Gr stehen, die sich dort seit dem Fall Aleppos eingerichtet haben. Angeblich ist Al Nusra bereits fuer den Tod von 7 tuerk. Soldaten bei Afrin beteiligt.
    Die TUR stolpert mit grossem Getoese in einen Konflikt, der seit 7 Jahren keinen Sieger hervorgebracht hat.
    Alle radikalen Kr profitieren von diesem ueberstuerzten “Ueberfall”.

  • Mitleser   |   04. Februar 2018 - 18:05

    Da fällt gerade eine der Lebenslügen westlicher Politik in MENA zusammen:

    Daß es „gute“ Kurden gibt, die nur gegen ISIS kämpfen, und „böse“ Kurden, die nur gegen die Türkei kämpfen, und daß das zwei völlig verschiedene Gruppen sind, die nichts miteinander zu tun haben.

    Irgendwie sieht die Türkei das anders, und die US-Ansage, daß man alle Kurdengruppen, die jetzt gegen die Türkei kämpfen gehen nicht mehr unterstützen wird, macht gleich noch mal klar, daß es die von der westlichen Politik postulierten „guten“ und „bösen“ Kurden nicht gibt.

  • AoR   |   04. Februar 2018 - 19:49

    Beträchtliche Proteste in Kobane unter dem Motto: „Wir gehen nach Afrin.“ Vgl: syria.liveuamap.com

    Nun @Mitleser, möglicherweise gibt es auch nur die Kurden, welchen es recht egal ist ob ein Schlächter mit oder ohne Nato-Mitgliedschaft unter der Flagge des Dschihad Kurden misshandelt.

    @Eric Hagen: Wie ist dieses Pamphlet in der Yeni Safak nun einzustufen?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   04. Februar 2018 - 21:48

    Die Türkei droht eine Ausweitung der Offensive nach Manbidsch und über den Euphrat hinaus an.
    https://www.24matins.de/traf/pol/kaempfe-im-norden-syriens-werden-haerter-72803?utm_source=news-reader&utm_campaign=feed
    Bei Letzterem wäre dies ein deutlicher Schritt über das kurdische Siedlungsgebiet hinaus, bedeutender Folgeort wäre ar-Raqqa, anschließend Deir Az Zor bei konsequenter Fortsetzung der Operation. Sollten kurdische Verbände dorthin aber vor türkischem Druck ausweichen, wäre eine Verfolgung nur konsequent, vom türkischen Standpunkt aus beurteilt.
    http://www.mappery.com/maps/Syria-Guide-Map.jpg

    Unter den gestrigen Verlusten soll eine Panzerbesatzung (ggf Leo 2 A4) sein, möglicherweise von einem U.S. PzAbwLFK vernichtet.
    Infrage kämen
    – M47 Dragon
    – BGM-71 „TOW“
    – FGM-148 Javelin.
    Von der TOW ist bekannt, dass sie zum Höhepunkt der Kämpfe in Syrien gegen das Kalifat der FSA, der Jabhat Fateh al-Sham (JFS) sowie der Jaysh al-Nasr (Victory Army) zur Verfügung stand: One of the most prominent and powerful anti-JFS TOW supplied armed opposition groups in northwestern Syria, (…/jamestown.org/brief) …; eine „Weitergabe“ an kurdische Clans kann nicht ausgeschlossen werden.

    Der gestrige Abschuss einer (RUS) SU-25 wird von der Dschihadistenbündnis Hajat Tahrir al-Scham (HTS) für sich reklamiert. https://de.wikipedia.org/wiki/Hai%CA%BEat_Tahrir_asch-Scham. Das Bündnis bildete sich 2017 als Reaktion auf die Friedensgespräche in Astana zwischen RUS, TUR, IRN und KAS; sie lehnen jegliche Friedensgespräche ab, die Assad an der Macht halten. Damit in der Tat offensichtlich keine kurdische Beteiligung, wie ich gestern annahm. Idlib ist die letzte Provinz, die noch weitgehend unter Kontrolle der Rebellen steht. Die Lage um Idlib ist insgesamt heikel, da dort im Rahmen des Astana-Prozesses eine «Deeskalationszone» eingerichtet wurde.
    Gem. NZZ hat RUS reagiert, mit dem Beschuss der Ortschaft von der der LFK abgefeuert wurde, mit Marschflugkörpern der RUS Marine.

  • Alex   |   04. Februar 2018 - 23:29

    @Mitleser
    Von kurdischen Selbstmordattentätern/innen liest man in den deutschen Medien auch nichts.

    @Klaus-Peter Kaikowsky
    Es würde ja schon genügen, eine Flugverbotszone in Nordsyrien zu verhängen oder wenigstens den türkischen Luftraum für Transportflüge zu sperren. Dann müssten die Amis sehen, wie sie ihre 8000 Mann evakuieren: Irak über Luft/Land? Oder per Lufttransport über russisch-kontrollierten Luftraum nach Jordanien?

  • Elahan   |   05. Februar 2018 - 9:37

    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht dies jedoch nicht als bedenklich, wie ein Sprecher des Ministeriums verkündete: „In dem Kriegsgebiet sei es zwar nicht möglich, den Verbleib jeder Waffe nachzuverfolgen“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die Kurden hätten der Bundesregierung aber zugesichert, die an sie gelieferten Waffen aus Deutschland nur gegen den IS einzusetzen. „Wir haben jetzt wirklich keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass gegen diese Vereinbarungen in größerem Umfang verstoßen wird“, sagte der Sprecher. Man beobachte die Lage genau.“ (tagesschau 23.10.2017)

    So läuft es, wenn das BMVg Außenpolitik betreibt……und was macht die Truppe in Jordanien? Wird Afrin abgelichtet?

  • Eric Hagen   |   05. Februar 2018 - 10:18

    Kurden sind nicht nicht fuer die Durchfuehrung von Selbstmordattentaten bekannt, weil dies in ihrer saekularen und politischen Erziehung keine Rolle spielt. Der stilisierte Maertyrertod ist eine klar salafistische Eigenheit geworden dem die Kurden entschieden entgegenstehen.
    Um so interessanter ein von kurdischer Seite bestaetigtes und von einigen, wenigen westlichen Medien ( s. NYT) aufgegriffenes Selbstmordattentat vom 27. Januar, wonach sich eine 20-jaehrige Frau des kurdischen Frauenschutzkorps (YPJ) in Hemane (Afrin) mit einem BBIED gegen einen tuerkischen Pz selbst toetete.
    Die TUR, ihre (gleichgeschalteten) Medien und der tuerk. GenStab TGS schweigen dazu.

    Auch wenn es zu frueh ist, aus diesem ersten Attentat Schluesse auf derartig um sich greifende Tactics, Techniques and Procedures (TTP) zu ziehen, sollte die TUR gewarnt sein: Das ist genau die Art von Radikalisierung, die den Konflikt in Kuerze in die TUR tragen wird.
    Alle bisherigen Selbstmordattenate in der TUR selbst waehrend der letzten 3 Jahre waren von AQ-/ IS- Zellen veruebt worden- aber nicht durch Kurden.
    Sollten die Kurden mit ihrer Praesenz in der TUR, v.a. aber mit ihren disziplinierten paramilitaerischen Verbaenden sich dem Selbstmordattentat oeffnen, dann entstehen der TUR grosse Probleme.

    Auch die USA werden einschreiten (muessen), um dies zu verhindern. Dann muessten sie aber den Kurden weiterhin und vielleicht entschiedener als bisher zur Seite stehen. Eine delikate Zwickmuehle, in der sich die USA wiederfinden werden.
    Sollten die Kurden aber das Gefuehl erlangen, von den USA wegen ihrer „strategischen“ Naehe zur TUR im Stich gelassen zu werden, dann werden mglw. die radikalen Kr in der YPG dominieren und an der Eskalationsspirale drehen.

    Wohlgemerkt, weder ist der IS vollumfaenglich vernichtet- was auch niemals geschehen wird-, noch ist der Widerstand gegen RUS und Assad in Idleb und in Derr’a gebrochen. In Idleb warten konsolidierte Milizen und Terrorgruppen auf die Offensive des Regimes.
    Der tuerk. Einmarsch fuehrt weder zu verbesserter Sicherheit der TUR noch zu einer Gewaltreduzierung in SYR selbst.
    Das Gegenteil ist der Fall und die Tuerken stolpern ihrem Fuehrer hinterher in den syrischen Treibsand.

    Sollte die TUR dann die Nato um Beistand ersuchen, sollte man sich dieser Anfaenge und Entwicklungen erinnern, bevor man wieder den Buendnisfall erklaert. ( s. Patriots gg. syr. Bedrohung aus der Luft)
    Und sollte dieser verweigert warden, dann erhaelt Erdogan seinen Anlass, um das Buendnis ganz oder teilweise (militaerisch) zu verlassen, was fuer die langfirstigen tuerkischen Regional- und Hegemonialabsichten durchaus seine Vorteile hat.

    Deshalb: Genau hinsehen, was hier gerade geschieht. Vielleicht laesst sich die BR ja ein Lagebild erarbeiten?

  • EricHagen   |   05. Februar 2018 - 10:24

    Korrektur zu meinem vorherigen Beitrag:

    Am 13.03.2016 kam es in Ankara zu einem VBIED- Selbstmordattentat, das von einer jungen Kurdin ausgefuehrt wurde und grosse Opfer verursachte.
    Dieses Attentat wurde von einer radikalen Jugendorganisation der PKK ausgefuehrt.
    Die Gruende liegen aus deren Sicht in den tuerkischen Operationen innerhalb der TUR.

    Das Beispiel unterstreicht allerdings die latente Gefahr, dass sich Kurden diesen TTP zuwenden.

  • Mitleser   |   05. Februar 2018 - 10:40

    @KPK
    Die „Panzerforen“ sind sich querbeet einig, daß es sich um eine Konkurs handelte. Startsequenz, Flugmuster usw. usf.

    Die Herkunft des MANPADs ist eine brisante Frage. Trump führt Obamas Kurs der Nichtweitergabe von MANPADs an Rebellen fort. Es gibt bezüglich Nichtweitergabe ein russisch-amerikanisches Abkommen, an das sich beide Seiten halten. „Einheimische“ MANPADs aus syrischen Depots sind im Allgemeinen nach den Jahren des Bürgerkrieges durch lange und unsachgemäße Lagerung defekt. Die Batterien sind da ziemlich heikel. Eingeschmuggelte MANPADs dürften am wahrscheinlichsten sein, wobei die Frage: irakische oder türkische Herkunft? politisch brisant ist.

    @Alex
    In den deutschen Medien liest man auch nichts von den fortlaufenden Auseinandersetzungen zwischen PKK und Türkei in der Türkei und den angrenzenden Regionen. Das läuft völlig außerhalb der deutschen Medienwahrnehmung, solange keine keine größere türkische Aktion stattfindet.
    Die Kurden sind auch nicht die Boten von Freiheit und Demokratie, als die sie im Westen oft dargestellt werden. Reagan hat auch mal während des Afghanistankrieges Mudschaheddin empfangen und sie als das „moralische Äquivalent der Gründerväter“ gepriesen. Wir wissen, wie Afghanistan heutzutage aussieht. Den Fehler sollte die heutige Politik vielleicht nicht wiederholen.

  • Eric Hagen   |   05. Februar 2018 - 11:57

    Der britische DCOM OIR koennte auch noch in einem anderen Zusammenhang auf die mutmassliche Schwaechung des Anti- IS Kampfes hinweisen wollen.

    Es gibt ( noch unbestaetigte) Meldungen, wonach sich die TUR mit RUS vor Beginn der lfd. tuerk. Op darauf verstaendigt haben, dass
    1. RUS Speznas, die bislang die YPG in Afrin partnerte, abgezogen wurden, aber die Waffen bei den Kurden verblieben, an denen sie trainiert worden sind,
    2. syrische AQ-affine Gruppen wie Nour Adin az Zanki (jihadistisch) , die HTS (AQ-/IS-nahestehend) von der TUR aus Idleb herausgeloest worden sind/ werden um in Afrin gegen die YPG eingesetzt zu werden.
    Das war mglw. Gegenstand der Astana- Verhandlungen, an denen keine westlichen Vertreter teilgenommen hatten. Nebenbei, Assad wuerde davon proftieren, wenn sich Kurden und Islamisten gegenseitig dezimierten.

    Sollte v.a. Ziffer 2 zutreffend sein, dann bedient sich die TUR als Nato- Partner einer IS- Truppe als Proxy, denen derzeit immer noch der Kampf von mehr als 65 Nationen bei OIR gilt. Das sollte man genau pruefen.

    Mit tuerkischer Interessenlage alleine, wie sie mit legtimen Sicherheitsinteresse schoen geredet werden, kann man solche zynischen Spielchen nicht mehr hinreichend erklaeren.

    Ich gehe davon aus, dass die Amerikaner darueber etwas wissen.
    Um das ohnehin schon belastete tuerk.- amerik. Verhaeltnis sieht es dann nicht gut aus.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   05. Februar 2018 - 11:59

    @Alex
    Stichwort „https://de.wikipedia.org/wiki/Flugverbotszone#V%C3%B6lkerrechtliche_Grundlage“
    Solche müssen vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschlossen werden.
    Damit ist das Thema durch!
    Wer sollte überhaupt ein Interesse an einer Flugverbotszone haben?
    Allein diejenigen, die keine eigene air force am Himmel haben und unter gegnerischer Luftüberlegenheit zu leiden haben, also: Kurden, Reste von Daesh und verbliebene Assad-Gegner im Raum IDLIB.
    Wer braucht demnach keine?
    – Türken, zum weiteren Bombardieren der Kurden
    – Russen, zum weiteren Bombardieren der Assad-Gegner,
    – Syrien (Assad), wie Russen.
    – Der Westen, (CJTF OIR) https://en.wikipedia.org/wiki/Combined_Joint_Task_Force_%E2%80%93_Operation_Inherent_Resolve
    in fortgesetzten Einsätzen gegen Daesh-Reste, womit auch der (überflüssige) Einsatz der DEU RECON Tornados betroffen wäre.
    Zusammengefasst, die big player kann die Einrichtung einer Flugverbotszone nur in ihrem Handeln behindern. Sie sitzen namhaft im UN-SR (USA, GBR, FRA [alle via CJTF OIR], RUS) und sind obendrein Veto berechtigt.

    Weshalb sollen die USA ihre Truppen aus Nordsyrien verlegen? „Evakuieren“ welche Formulierung!
    US SOF „evakuiert“ vor TUR Jets, nicht wirklich, oder?
    Eine Evakuierung ist „Räumung eines Gebietes von Menschen“ in Notlagen. Erdogan spielt zwar den Alleinherrscher, seine Grenzen kennt er aber recht genau!

  • Tom   |   05. Februar 2018 - 12:04

    @Alex Flugverbotszone über Nordsyrian verhängt von den Russen bedeutet Krieg mit den USA. Viel besser für die Russen zuzuschauen, wie die USA immer tiefer in die Sch*ße geraten. Die USA haben keine Strategie. Nur die utopischen Ziele (immer noch) den Iran „einzudämmen“ und Assad zu stürzen. Daher haben sie sich ausgerechnet die PKK Kurden als Verbündete ausgesucht. Sozusagen als unversinkbarer Flugzeugträger. Also per „Rojava (so nennt sich der neue PKK Staat)“ den endgültigen Sieg von Assad zu verhindern und die Achse Iran, Irag, Syrian, Libanon zu blockieren. Die Etablierung von Rojava an ihrer Grenze werden die Türken nie und nimmer zulassen. Die einzige Alternative für die Türken ist, wenn Syrien wieder die Grenzsicherung übernimmt. Das aber hieße Assad Verfügung über die Ölfelder im Norden und das meiste fruchtbare Land zu geben. Das bedeutet Niederlage der Amerikaner. By, by regime change und Abzug der Special Forces.
    ich glaube die USA werden irgendwann in den sauren Apfel beißen müssen, denn die Türken werden nicht nachgeben. Jetzt ist Afrin an der Reihe. Unter Garantie wird es als nächstes Manbidsch sein. Da können die USA noch tausend mal versichern, dass die PKK Kurden in der Türkei und in Syrian zwei Sorten sind. Das glaubt niemand außer ihnen selbst.
    Die Russen haben den Kurden gesagt: Autonomie könnt ihr haben, aber die Grenze und die Finanzen bleiben bei Assad. Als die Kurden sich weigerten, zogen die Russen ihren Luftschirm von Afrin ab und jetzt greifen die Türken an. Solange die Kurden glauben, die USA stehen hinter ihnen, werden sie nicht nachgeben. Aber irgendwann werden die USA begreifen, dass die Türkei für sie wichtiger als die Kurden sind. Dann wird es zur Autonomie Lösung kommen und Assad übernimmt die Grenze.

  • closius   |   05. Februar 2018 - 12:15

    Wir können nicht Angriffskriege in unsere Verfassung echten, aber wenn ein Verbündeter einen Angriffskrieg durchführt dazu schweigen, weil damit machen wir uns mitschuldig. Noch mehr, wenn wir die Bevölkerung täuschen, indem behauptet wird, wir hätten kein Lagebild, obwohl dieses natürlich durch Satelliten vorhanden ist und wir uns auch durch die deutschen Tornado-Aufklärer schnell ein Lagebild verschaffen könnten.

    Zudem ist die Gefahr, daß die Türkei deutsche Aufklärungsergebnisse für den Krieg gegen die YPG in Syrien mißbraucht durch den Einmarsch der Türkei in Syrien massiv gestiegen.

    Und gerade wenn die Politik sich durch Schweigen mitschuldig macht, wäre es an der Zeit für Generale mit Rückrat den deutsche Politik gegen die Kurden öffentlich zu verurteilen.

    Denn klar ist, durch den Krieg der Türkei gegen die Kurden, wird der Kampf gegen die IS geschwächt und diese kann sich wieder schön erholen, während die anderen Parteien in Syrien sich gegenseitig bekriegen, statt die IS zu bekämpfen.

    Die Beteiligung an Counter Daseh durch Tankflugzeug und Tanker sollte also ausreichen, daß deutsche aktive Generale – mindestens als Staatsbürger in Uniform – sich öffentlich äußern.

  • SER   |   05. Februar 2018 - 14:37

    @ Closius

    Also zunächst kann und darf ein Verbündeter erstmal tun und lassen was ihm gefällt, im Inneren wie im Äußeren solange er nicht das Bündnis dort involviert oder mißbraucht !
    Sowas nennt sich Freizügigkeit …

    Und wir brauchen auch nicht den moralschweren Finger zu heben weil Leoparden eingesetzt werden ! Dann dürfte Putin täglich Kommentare absetzen müssen bei Einsatz von Waffen aus russischer Produktion …

    Der Kampf gegen IS wird bestimmt nicht beeinträchtigt durch die gegenwärtigen Operationen, aber was und warum und wie auch immer dort unten geschieht ist eindeutig Sache des deutschen Außenministeriums !
    Ich denke es wird sich bestimmt kein deutscher General zu der Sache äußern, und ich denke ferner es stünde ihm auch gar nicht zu !!!

    Aber es stünde dringlichst an eine deutsche Position zu formulieren und klare Absichten zu dokumentieren was die derzeit handelnden Akteure dort bezwecken wollen !

  • Klauspeterkaikowsky   |   06. Februar 2018 - 16:11

    McMasters und Tillerson kommende Woche nach Ankara.
    Damit wird dann der „Olivenzweig“ beendetet werden und im Manbij bilden SOF weiterhin Kurden aus. (Defence News)

    [Warum kein Link? T.W.]

  • uli   |   08. Februar 2018 - 14:41

    Gestern haben die USA, in Person von OIR Sprecher Colonel Ryan Dillon und Kommandeur LtGeneral Paul E. Funk, in Manbij Flagge gezeigt. Immerhin.

    https://twitter.com/OIRSpox/status/961272837657915392

  • Klauspeterkaikowsky   |   08. Februar 2018 - 14:47

    https://a.msn.com/r/2/BBIQvwm?m=de-de
    US Airforce attackiert SYR Regierungstruppen nach Feuerüberfall auf HQ von SDF.
    Erstmals verlassen USA damit Absicht, Vorgehen nur gegen Daesh.
    Wird Assad lernen?
    Kann tricky sein, falls RUS Berater zugegen wären.

  • Eric Hagen   |   08. Februar 2018 - 21:01

    @KPK
    Es nicht richtig, dass die USA erstmals SAAF angegriffen haetten. Zuletzt taten sie es im April 2017 in Reaktion auf mutmasslichen C-Angriff. Damals wurden die Russen vmtl. im Vorfeld von der Absicht unterrichtet, dass Trump mit einem Regen von Tomahawk etc. einen syr. FlgPl beschossen.
    Zudem ist nicht klar, ob US Kr mit rein nationalem Mandat diesen Angriff fuehrten, da die USA sich immer die Option auf nationalen Rueckgriff offenhalten.
    War uebrigens auch in LIB 2011 der Fall. So schuetzt man MN Koalitionen, auch wenn zunaechst Kritik erntet.

  • Klauspeterkaikowsky   |   10. Februar 2018 - 11:24

    http://amp.dw.com/de/von-der-leyen-lotet-im-irak-neue-anti-is-strategie-aus/a-42526339?tw=&__twitter_impression=true
    „Capacity Building“ neues Schlagwort für Bw Irakmission.
    Bis Ende April muss neue Strategie stehen, Entscheide zu den Einsatzverlängerungen stehen an

  • Klauspeterkaikowsky   |   10. Februar 2018 - 21:15

    Twittern

    Unterhaltung

    Defence Europe/ @MargheBettoni
    Rheinmetall-Partner BMC hat an Freitag, gemeinsam mit den Firmen OTOKAR und FNSS, dem türkischen Untersekretariat für Rüstungsindustrie den letzten Entwurf für die Produktion von 250 Altay-Panzer zugeschickt.
    aksam.com.tr
    Für den Altay werden Baugruppen der Leopard 2 Reihe verwendet, Bordkanone, Teile Feuerleitanlage, Teile Laufwerk.
    Berlin hat eine Meinung dazu, angesichts der Invasion Afrins?

  • Hubi   |   14. Februar 2018 - 12:23

    Für mich ist es einfach ein Skandal, dass die ganze Welt dem Leid von Menschen zuschaut, während sie sonst schnell einen Einmarsch oder die Stationierung in einem fremden Staat (TUR im Irak) verurteilt und Sanktionen verhängt.