Dokumentation: Reden zum 20. Juli – von der Leyen, Wolffsohn

Die Reden beim traditionellen Feierlichen Gelöbnis der Bundeswehr zum 20. Juli, dem Tag des deutschen militärischen Widerstands gegen Adolf Hitler, dürften in diesem Jahr unter einem ganz besonderen Blickwinkel aufgenommen werden: Sagen die Redner vor dem Hintergrund der seit Monaten tobenden Debatte über Traditionsverständnis und -pflege in den Streitkräften etwas zu eben diesem Traditionsverständnis? Greifen sie das auf, und wenn ja, wie?

Am (heutigen) 20. Juli redet zudem nicht nur Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, sondern vor allem als Hauptredner der frühere Geschichtsprofessor an der Bundeswehruniversität München, Michael Wolffsohn. Der ist für oft pointierte Aussagen bekannt – und hatte aktuell in einem Interview von Soldaten mehr Bereitschaft zur Selbstkritik gefordert.

Zur Dokumentation hier wesentliche Passagen aus der – vergleichsweise kurzen – Ansprache von der Leyens und Wolffsohns Rede jeweils in der vom Verteidigungsministerium vorab veröffentlichten Fassung:

Ursula von der Leyen (Auszug)

Die Truppe stellt sich breiter und unterschiedlicher auf – weil die heutigen Bedrohungen und Aufgaben neue Antworten erwarten. Wir sprechen von hybriden Kriegen, die auch im Cyber- und Informationsraum entschieden werden. Und die Bundeswehr wird vielfältiger, weil sie die Vielfalt unserer offenen und freien Gesellschaft widerspiegelt. Nur so kann sie auch weiterhin fester Bestandteil der Gesellschaft sein, deren Schutz ihr Auftrag ist. Sie hat viele Menschen in ihrer Mitte, die das Leben gelehrt hat, sich auf andere Sichtweisen und Kulturen einzustellen.
Wir wollen Ihnen, den jungen Soldatinnen und Soldaten, ein modernes, aufgeschlossenes und achtsames Umfeld schaffen. Und Sie kommen in unsere Bundeswehr, die ihre eigene Geschichte benennt, würdigt und entfaltet.
Offenheit und Fortschritt sind aber auch aus einem anderen Grund zunehmend wichtig: Wir sind eine Freiwilligenarmee des 21. Jahrhunderts, die in jedem Einsatz Seite an Seite mit Soldatinnen und Soldaten anderer Nationen agiert. Unsere Streitkräfte sind inzwischen multinational eingewoben in der Europäischen Union und der Nato.
Zu diesem Erfolg der Bundeswehr haben im Laufe der Zeit insgesamt über 15 Millionen Soldatinnen und Soldaten beigetragen. Sie, Rekrutinnen und Rekruten, reihen sich jetzt in diese traditionsreiche und stolze Formation ein. In die Formation derer, die unsere Bundeswehr als Streitkräfte in der Demokratie aufgebaut haben; die an der Seite unserer Partner im Kalten Krieg durch Wachsamkeit den Frieden gewahrt haben; die zum Schutz und zur Unterstützung unserer Bevölkerung immer da waren, wenn sie gebraucht wurden – bei Hochwasserkatastrophen oder bei der Aufnahme der Flüchtlinge im vergangenen Jahr; die weltweit in über 60 Einsätzen eingetreten sind für Menschenrechte und Menschenwürde; und die sich dabei auch im Gefecht mit Mut, Tapferkeit und Kameradschaft bewährt haben.
Deshalb, liebe Rekrutinnen und Rekruten, der 20. Juli. Deshalb dieser Ort vor dem Ehrenmal der Bundeswehr.

Michael Wolffsohn (komplette Rede)

Soldatinnen und Soldaten – Sie sind heute die Hauptpersonen,
Sehr verehrte Frau Bundesministerin, meine Damen und Herren,
Sie stehen hier. Sie stehen hier nicht nur körperlich. Sie stehen hier sinnbildlich und vorbildlich für unseren Staat, die Demokratie der Bunderepublik Deutschland. Es ist der beste, weil freiheitlichste, demokratischste, menschlichste Staat, den es je auf deutschem Boden gab.
Gleiches gilt für unser Militär, die Bundeswehr. Auch weltweit muss unsere Bundesrepublik Deutschland keinen Vergleich scheuen.
Das heißt nicht: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.“ Das heißt: Deutschland richtet sich nach dem Welt- und Wertmaßstab der Menschen- und Bürgerrechte bzw. den „Westlichen Werten“.
Das ist keine Selbstüberhöhung des Westens. Das ist die Ausrichtung am Menschen, am Menschen an sich, sei er weiß, schwarz, gelb, Christ oder Nicht-Christ. Dazu gehört nicht nur die eigene Freiheit, sondern gerade die Freiheit derer, die anders denken, leben oder lieben.
Diese Westlichen Werte sind viel älter als „der Westen“. Sie stammen aus dem Osten, aus dem Alten Orient, dem Alten und dann dem Neuen Testament. In beiden heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“
Wie Judentum und Christentum, wie die Bibel, kommt auch der Islam, kommt der Koran aus dem Orient. Orient und Okzident – sie entstammen den gleichen Quellen; auch wenn es viele nicht wissen, manche verdrängen oder verbiegen.
In der Hebräischen Bibel steht der Satz: „Liebe den Fremden wie dich selbst“. Sind diese beiden Gebote nicht viel ausdrucksmächtiger als die heutigen Allerweltswörter Toleranz oder Integration?
Jesus sagt in der Bergpredigt: „Liebet eure Feinde“. Das Gebot gilt. Doch leider ist es nicht wörtlich und wirklich umsetzbar, weil und wenn das Leben von Menschen bedroht ist und geschützt werden muss. Eben durch Militär.
„Alle Menschen sind gleich geboren“ und haben, so die Unabhängigkeitserklärung der USA, die gleichen Rechte, vor allem das Recht auf „Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.“ Soldatinnen und Soldaten, achten Sie bitte auf die Reihenfolge bei der Nennung der Menschenrechte auf „Leben, Freiheit und Streben nach Glück“.
Leben. Damit ist nicht zuletzt Sicherheit gemeint. Die Sicherheit, dass man als friedliebender Mensch leben bzw. überleben kann. Ist das nämlich nicht der Fall, gibt es weder Freiheit noch Glück. Das bedeutet: Ohne Sicherheit kein Leben. Und für Sicherheit, Soldatinnen und Soldaten, sind SIE unser aller Garant. Dafür verdienen Sie den Dank aller, auch wenn Ihnen nicht alle danken.
Sie stehen als Bundeswehr-Soldaten für Sicherheit und Freiheit. Sie stehen hier am 20. Juli. An diesem Tag, an diesem Ort, zerbrach 1944 der militärische Widerstand. Wir danken allen, die unter Einsatz ihres Lebens die Verbrechen des Nationalsozialismus beenden wollten. Die Nationalsozialisten haben andere Völker millionenfach ermordet, allen voran 6 Millionen Juden. Darüber hinaus haben die Nationalsozialisten ihr eigenes Volk, die Deutschen, verraten und den Untergang Deutschlands in Kauf genommen. Dass Deutschland trotzdem überlebte, zunächst in zwei Staaten und seit 1990 wieder vereint, verdanken wir den Siegern über Deutschland. Es ist auch tagespolitisch nicht unangebracht, sich dessen bescheiden zu erinnern. Dass sich die Welt mit dem neuen Deutschland aus- und versöhnen konnte, verdankt es nicht zuletzt dem Vermächtnis des deutschen Widerstands, vor allem dem militärischen Widerstand des 20. Juli 1944, das Bundesrepublik und Bundeswehr seit jeher besonders pflegen.
Wir leben in einer Demokratie, der deutsche Widerstand kämpfte gegen eine Diktatur. In einer Demokratie muss keiner Widerstand leisten. Widersprechen kann jeder, und Widerspruch gehört zur Demokratie.
Auch in Demokratien erfordert Widerspruch manchmal Mut. Er kann sogar gefährlich sein, doch nie lebensgefährlich. Widerspruch ist fürs Denken des Einzelnen sowie für alle in einer Demokratie unverzichtbar, sogar im Militär einer Demokratie.
Oft wird gesagt: Militär und Demokratie schlössen einander aus. Natürlich gelten in der Bundeswehr Gehorsam und Befehl. Aber weder Kadavergehorsam noch Duckmäusertum. Der Geist der Bundeswehr ist moralisch und militärhistorisch in einer Hinsicht geradezu einzigartig, denn er versucht – gemäß dem Vermächtnis des 20. Juli 1944 – mit dem Bild vom „Bürger in Uniform“ zu verbinden, was schwer zu verbinden ist: Befehle und Bürgerrechte. Befehle zu empfangen, sie auszuführen, trotzdem mit- oder gegenzudenken und, wo nötig, zu widersprechen.
Soldatinnen und Soldaten, Sie sehen, dass Sie auch einen moralisch anspruchsvollen Weg beschreiten. Natürlich ist auch die Bundeswehr nicht perfekt. Auch hier menschelt es. Nie und nirgends entspricht das Idealbild dem Realbild, doch lassen Sie sich nicht vom Zerrbild über die Bundeswehr in die Irre führen.
Zum Realbild gehört nicht zuletzt Folgendes: Allein hier und heute stehen 332 männliche und weibliche Rekruten. 20 Prozent sind Frauen. Es werden sicher bald noch mehr. Das ist gewollt und gut.
Fakt ist auch: Rund 20 Prozent der Deutschen haben einen Migrationshintergrund. Ungefähr gleich hoch ist diesbezüglich der Anteil in der Bundeswehr. Hier findet man Christen, Muslime, Juden, Andersgläubige und Nichtgläubige. Wie allgemein in Deutschland. In Bundeswehr und Bundesdeutschland kann, soll und darf „jeder nach seiner Facon selig werden“.
Sie alle, Soldatinnen und Soldaten, sind nicht nur auf dem Papier Deutsche und sie sprechen nicht nur perfekt deutsch. Sie sind Deutsche mit Herz, Verstand und Überzeugung. Sie leisten für dieses lebenswerte Deutschland viel mehr als die vielen deutschen Ohnemichels.
Zum Menscheln und zur Menschlichkeit gehört in einem Militär noch mehr als woanders Kameradschaft. Ohne Kameradschaft und Freundschaft keine Menschlichkeit. Doch Kameradschaft ist etwas anderes als Kameraderie, die menschliche Werte unter den Teppich fegt. Soldatinnen und Soldaten, seien Sie einander gute Kameraden ohne Kameraderie.
Wie an jedem Arbeitsplatz der Welt, gibt es auch in der Bundeswehr Anordnungen (man nennt sie hier „Befehle“). Es gibt Ärger, Defizite und Fehlentwicklungen wie zum Beispiel das Fehlverhalten von Vorgesetzten, rassistische Deutschtümelei oder Männer-Chauvinismus. Dieses Verhalten widerspricht dem Geist der Bundeswehr. Deshalb haben Sie über den Wehrbeauftragten die Möglichkeit, ihren persönlichen Ärger zum allgemeinen und öffentlichen Ärgernis, ja, zum Politikum zu machen.
Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Letztlich bestimmt daher der Bundestag über Ihr Wohl und Wehe. Hin und wieder werden Sie sich über die jeweilige Koalition oder Opposition oder auch über beide ärgern, vielleicht sogar über einzelne Minister oder Ministerinnen. Wie alle Bürger können Sie das ändern. Beteiligen Sie sich an Wahlen und bürgerschaftlichen Belangen. Strafen Sie Ihre Kritiker Lügen – durch Wort und Tat.
Soldatinnen und Soldaten, Sie stehen hier für ein menschliches Deutschland und dessen menschliches Militär, die Bundeswehr. Sie begeben sich in Gefahr und manchmal sogar in Lebensgefahr, damit weltweit Menschlichkeit obsiegt. Wenn Sie in den Kampf geschickt werden, dann immer für Menschlichkeit und immer mit Gleichgesinnten anderer menschlicher Staaten gegen Menschen, die anderen Menschlichkeit gewaltsam verweigern. Die meisten Deutschen und die mit Deutschland befreundeten Weltbürger sind Ihnen dafür dankbar. Sie sind stolz auf Sie.
Sie können stolz sein. Stolz auf sich selbst, auf unser Land und auf unsere Werte, für die Sie hier stehen und fortan täglich einstehen.

(Archivbild: Feierliches Gelöbnis auf dem Paradeplatz des Bundesministeriums der Verteidigung am 20.07.2015 – Bundeswehr/Sebastian Wilke)

127 Gedanken zu „Dokumentation: Reden zum 20. Juli – von der Leyen, Wolffsohn

  1. „Wenn Sie in den Kampf geschickt werden, dann immer für Menschlichkeit und immer mit Gleichgesinnten anderer menschlicher Staaten gegen Menschen, die anderen Menschlichkeit gewaltsam verweigern. Die meisten Deutschen und die mit Deutschland befreundeten Weltbürger sind Ihnen dafür dankbar. Sie sind stolz auf Sie.“
    (Michael Wolffsohn)

    Ich möchte aber nicht für mehr Menschlichkeit in den Kampf geschickt werden, ich möchte nur in den Kampf geschickt werden, wenn ich das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes verteidigen muss.

    ….und auch im Bündnis möchte ich nur in den Kampf geschickt werden, wenn einer unserer Partner angegriffen wurde. Mit Angriff meine ich jedoch keine kriminelle Handlung, sondern ein Angriff welcher den jeweiligen Staat in seiner Existenz bedroht. Auch zur Abwehr einer drohenden Gefahr die Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bündnispartners gefährdet könnte ich mir einen Beistand vorstellen, aber das war es dann auch. Nur zur Wahrung des Friedens können wir uns einem System gegenseitiger kollektiver Sicherheit anschließen, nicht zur Interessenvertretung von Rohstoffgewinnung und Sicherung von Handelswegen.
    Ob das Interesse einiger Bündnispartner in der NATO die Wahrung des Friedens im Blick haben, scheint mir zumindest diskussionswürdig. Dass die zunehmende Integration in der NATO ggf dazu führt, dass man am Ende den Artikel 5 national nicht mehr auslegen kann sollte Besorgnis erregen (…die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.).

    Evtl haben eben viel Soldaten im Moment ein Problem mit der Motivation über Werte (und nicht übers Geld), da unser Eid nur noch bei Überdehnung, die Entsendung und den Dienst in viele unserer Einsätze begründen kann.

  2. @0815 | 25. Juli 2017 – 8:48

    Ja, ja, Abschreckung durch Gewaltsozialisation der Gesellschaft mittels realistischer, „kriegsnaher“ Ausbildung der Streitkräfte…….hatten wir schon einmal:
    http://www.zeit.de/2012/41/Wehrmacht-Soldaten-Felix-Roemer-Kameraden
    Ging in die Hose, aber so richtig ;-)
    Nicht nur den „Neitzel“ lesen, sondern auch den „Römer“, dann bekommt man eine ganz andere Sicht auf solche wilden Sozialisationsrituale mit dem Stiefelbeutel auf dem Kopf unter der Stahlbaddusch. Man muß natürlich die Soldaten darauf vorbereiten, dass sie im Falle der Gefangenschaft un(ter)menschlich behandelt werden, insbesondere dann, wenn der Feind im Osten steht………..und die Abschreckung versagt hat weil die Gesellschaft, Regierung und Parlament mal wieder sich geweigert hbent zu verstehen, dass rechtstaatliche Zivilgesellschaften zum Untergang verurteilt sind.
    Na, dann schauen wir einmal, ob diese Form der „Sozialisation durch Stahlbad-Ausbildung“ auch noch funktioniert, wenn die „Kampftruppe“ so ausgerüsted ist:
    https://www.youtube.com/watch?v=fQmjBMH6TyM
    Da wird man sich in Pfullendorf, Schaffhausen, Hammelburg etc. wohl ganz schön umstellen müssen – bleibt nicht mehr viel Zeit, denn zur Auslieferung bis 2020 sind weitere 68 Zugsätze (rund 2460 Soldaten) gerade vom HH-Ausschuß gebilligt worden.
    Bin mal gespannt, ob die Kameraden mit dem Landser-Mindset mit dieser Ausrüstung zu Rande kommen, denn dazu braucht man mehr Grips in der Birne als Muskeln in den Beinen/SARC

  3. klabautermann | 25. Juli 2017 – 11:28

    „Na, dann schauen wir einmal, ob diese Form der „Sozialisation durch Stahlbad-Ausbildung“ auch noch funktioniert, wenn die „Kampftruppe“ so ausgerüsted ist:
    https://www.youtube.com/watch?v=fQmjBMH6TyM
    Da wird man sich in Pfullendorf, Schaffhausen, Hammelburg etc. wohl ganz schön umstellen müssen“

    Das wird in der Tat eine Herausforderung, wenn sich unsere Smartphone-erprobte Jugend plötzlich mit dieser vorsintflutlichen Technik mit teils absurden Bedienkonzepten herumschlagen muss. ;-)

    Ein Galaxy S8 im Hosentaschenformat hat heute mehr Leistung als dieser „Rucksack“. Wird Zeit, dass findige Bastler ein Interface zusammenfrickeln und den Rucksack auf dem Rücken durch ein Smartphone in der Bauchtasche ersetzen.
    Ist aber auch fies für Rheinmetall, dass die zivilen Innovationen so an ihnen vorbeigerauscht sind. Selbst Augmented Reality hat heute jedes Schulkind in der Hosentasche. Im Jahr 2020 fragen die jungen Rekruten wahrscheinlich, ob sie nicht lieber ihre private Paintball-Ausrüstung samt AR Brille und Drohnen nutzen dürfen… schon heute kriegen Kids von ihren Papas im Santa Clara Valley leistungsfähigeres Adventure Spielzeug geschenkt, als dieser klobige Elektronik Ballast. Kann also nicht mehr lange dauern, bis das auch bei uns im Spielwarenladen liegt.

    Aber zurück zum Thema und zu meiner eigentlichen Frage: Stimmt das Gerücht, dass zahlreiche pensionierte Generale entgegen sonst üblicher Praxis nicht mehr zum Gedenken des 20. Juli eingeladen wurden und das wohl individuell damit korreliert, ob diese Person sich letztlich kritisch zur politisch-militärischen Führung geäußert hat?

  4. @@Weltenbummler | 25. Juli 2017 – 7:15
    „Nun ja, da haben wir die geistigen Anforderungen immer schon niedrig angesetzt und die körperlichen inzwischen auch soweit abgesenkt, dass da quasi jeder genommen wird/werden muss.“

    Das ist nicht korrekt. Aufgrund der Prinzips der Eignungsreihenfolge bei der Einplanung in Kombination mit der Beliebtheit eines Einplanungswunsches für die Kampftruppe bekommt die Kampftruppe bei den SaZ/BS seit jeher überdurchschnittlich viele gute Kandidaten.

    D.h. die Kampftruppe (und mit teilen die Kampfunterstützungstruppe) hat nicht nur konstant einen hohen Zulauf, sondern auch konstant (relativ gesehen) gute Bewerber. Dies gilt in besonderem Maße bei Offizieranwärtern und Feldwebelanwärtern.

    Zwar sind in den letzten Jahren vor allem bei den Landsern quer Beet die Annahmekritierien (faktisch) gesenkt worden, aber diese war m.E.n. nur berechtigt (unsere Kriterien stammten teilweise noch aus Zeiten der (echten) Wehrpflicht indem man nur wenige ausgesuchte SaZ-Mannschaften benötigte) und zudem traf das die Kampftruppe nicht mehr als andere auch.

    @klabautermann | 25. Juli 2017 – 8:20
    „Systemische Befähigung zum Kampf ist nicht Befähigung zum Krieg.“

    Sorry, das ist zwar für eine politisch-philosophische Betrachtung ein interessanter Ansatz, aber für die Realität ohne größere Relevanz.

    „Diese systemische Befähigung ist im übrigen völlig wertfrei – also auch tugendfrei – und muß erreicht werden völlig unabhängig von der individuellen „Treue und Tapferkeit“ des einzelnen Soldaten.“

    Das sehe ich anders. Eine hohen Einsatzbereitschaft (zur der u.a. und vor allem auch die Bereitschaft und Befähigung zum Kampf gehört) ist vor allem auch aus der Summe der individuellen Treue und Tapferkeit abzuleiten.

    Natürlich ist das Gesamte hier mehr als nur die Summe der Teile, aber daraus folgt keineswegs, dass die Teile nicht notwendig wären um das Ganze zu erreichen.

    „Die Befähigung zum vernetzten Kampf bedeutet für den einzelnen Soldaten eben nicht mehr diesen Einzelkämpfer-Mind-Set, sondern den Mind-Set eines Net-Warriors.“

    Sorry, aber gerade die hier von einigen (und auch von mir) geforderten traditionellen, soldatischen Werte und Tugenden haben NICHTS mit Einzelkämpfer-Mind-Set zu tun. Es sei denn, Sie meinem mit einem „Einzelkämpfer-Mind-Set“ den durch das Bestehen des Einzelkämpfer-Lehrgangs zertifizierte und gestählten auf die Gruppe abgestützte (!) Wille über die eigenen Grenzen zu gehen und Herausforderungen zu bewältigen.

    @Elahan | 25. Juli 2017 – 10:29
    „Ich möchte aber nicht für mehr Menschlichkeit in den Kampf geschickt werden, ich möchte nur in den Kampf geschickt werden, wenn ich das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes verteidigen muss.“

    Sie sollten das „treue Dienen“ nicht vergessen! Wenn es zu den Interessen der Bundesrepublik gehört der Menschlichkeit zu dienen (was ich persönlich hoffe, aber was die BReg mit Einverständnis des BT zu entscheiden hat), dann ist auch dies unsere Aufgabe.

    @klabautermann | 25. Juli 2017 – 11:28
    „Na, dann schauen wir einmal, ob diese Form der „Sozialisation durch Stahlbad-Ausbildung“ auch noch funktioniert, wenn die „Kampftruppe“ so ausgerüsted ist:“

    Ja.

    „Da wird man sich in Pfullendorf, Schaffhausen, Hammelburg etc. wohl ganz schön umstellen müssen“

    Nein.

    „Bin mal gespannt, ob die Kameraden mit dem Landser-Mindset mit dieser Ausrüstung zu Rande kommen“

    Ja.

    „denn dazu braucht man mehr Grips in der Birne als Muskeln in den Beinen“

    Sorry, aber hier merkt man, dass Sie nicht vom Fach sind.

    Man benötigt nämlich beides!

    Und die Infanterie hat auch beides.

    Aber Traditionsbewusstsein und (soldatische) Tugenden sind ja auch kein Widerspruch zu geistiger Befähigung. M.E.n. sogar ganz im Gegenteil :)

  5. @Zum Heulen | 25. Juli 2017 – 13:01
    „Ein Galaxy S8 im Hosentaschenformat hat heute mehr Leistung als dieser „Rucksack“. “

    Auch bei Regen, Schnee, Hitze und Schlamm? Ich denke nicht.

    Darüber hinaus stellt sich übrigens die Frage ob man die „Leistungen“ des Konzepts IdZ (egal ob BS oder ES) überhaupt braucht oder ob es nicht teilweise überflüssiger Ballast ist.

    „Aber zurück zum Thema und zu meiner eigentlichen Frage: Stimmt das Gerücht, dass zahlreiche pensionierte Generale entgegen sonst üblicher Praxis nicht mehr zum Gedenken des 20. Juli eingeladen wurden und das wohl individuell damit korreliert, ob diese Person sich letztlich kritisch zur politisch-militärischen Führung geäußert hat?“

    Das kann ich mir einerseits durchaus vorstellen (vdL & Co. sind ja nicht für ihr übergreifendes Verständnis für „Treue zum System“ bekannt und halten sich ja eher an eine personenbezogene Vorstellung von Loyalität an die Person vdL), aber andererseits wären das ja nicht viele ausgeladene Ehemalige, denn bisher habe ich nur von den beiden GI v. Kirchbach und Kujat etwas negatives gehört, sowie von GM Trull und ein oder zwei weiteren).

  6. @klabautermann | 25. Juli 2017 – 11:28
    Wo im Gottes Namen nehmen sie immer den Bezug auf diverse Zeilen her? Versuchen Sie wieder einmal anderen etwas anzudichten? Sie brauchen hierzu nicht ständig zu betonen das ihnen der Schuh bei diversen TrT drückt.
    Der Gürtel scheint sehr fest zu sitzen…

    Ich kann Sie aber beruhigen. Auch der „gut trainierte“ wird noch genug Grips in der Birne haben um die IdZ Ausstattung bedienen zu können ;-)…tragen kann er es in der Regel.

    Weil wie Sie ja sicher aus reichhaltiger eigener Erfahrung wissen dürften, solche technischen Dinge (C4I) auch unter Stress, bei Hitze-Kälte-Regen und mit Handschuhen zu bedienen sein sollten :)
    OffTopic-ENDE

    Vielleicht sollten Sie mal mit den EU-Offizieren sprechen, die eine freundliche Behandlung als OSCE Beobachter genossen haben. Genug Berichte dazu gibt es ja…
    und lasse mich auch auf dieses wirre Stahlbadgeschwätz nicht mehr weiter ein.

  7. @Koffer

    Ihr Vertrauen in die Infanterie ehrt sie natürlich ;-)
    Na, dann hoffen wir einmal, dass der IdZ in Sachen physische Ermüdung verus kognitiver Flaschenhals ganz tugendhaft traditionel die optimale Verteilung zwischen Muskel- und Gehirneinsatz im Kameradennetz hinbekommt. Glauben Sie mir, da kommt eine ganz gewaltige Umstellung auf die Infanterie zu, denn diese Technologie erfordert eine ganz andere Form von „Spezialisierung“ sowohl individuell als auch kollektiv. – das Tema Vertrauen in die Kameraden und die Führung bekommt eine ganz andere Qualität . Ich persönlich bin eben sehr skeptisch ob sich das IdZ-System wirklich bewähren wird wenn man nicht auch den mind-set verändert bei Führern und Geführten. Bin gespannt auf einen realistischen load-test in einer 24/7 Experimentalübung im Btl-Rahmen – wird wahrscheinlich an der SAZV scheitern ;-)

  8. @klabautermann | 25. Juli 2017 – 14:22
    „Ihr Vertrauen in die Infanterie ehrt sie natürlich ;-)“

    Danke. Mein Vertrauen ist durch langjährige und aktuelle Sachkenntnis gestützt.

    „Na, dann hoffen wir einmal, dass der IdZ in Sachen physische Ermüdung verus kognitiver Flaschenhals ganz tugendhaft traditionel die optimale Verteilung zwischen Muskel- und Gehirneinsatz im Kameradennetz hinbekommt.“

    Da bin ich sehr zuversichtlich.

    „Glauben Sie mir, da kommt eine ganz gewaltige Umstellung auf die Infanterie zu, denn diese Technologie erfordert eine ganz andere Form von „Spezialisierung“ sowohl individuell als auch kollektiv.“

    Glauben Sie mir: Nein. Wir sind schon lange da.

    “ – das Tema Vertrauen in die Kameraden und die Führung bekommt eine ganz andere Qualität“

    Wohl nicht. Vertrauen in die Kameraden und die Führung ist eine Säule der Infanterie, seit sie existiert. Besonders aber seit der Einführung flexibler taktischer Elemente (so in etwa ab 1744).

    „Ich persönlich bin eben sehr skeptisch ob sich das IdZ-System wirklich bewähren wird wenn man nicht auch den mind-set verändert bei Führern und Geführten.“

    Ich persönlich bin auch sehr skeptisch, ob sich das IdZ-System in der aktuellen Form bewähren wird, das hat aber nichts mit dem mind-set zu tun, sondern mit der Technologie.

  9. @ Koffer | 25. Juli 2017 – 13:41

    Das S8 war nur ein Beispiel, wie mobile Technik weitergerauscht ist. Die Grundaussage ist: Wofür man vor 10 Jahren noch einen Rucksack brauchte, reicht jetzt der Raum einer 100 g Tafel Schokolade.

    Dass Samsung (nur als Beispiel für einen zivilen Hersteller mit Kompetenz für kompakte mobile multimediale Multi-Peripheriegeräte) auch MIL-STD-810 kann, haben sie mit dem S5 Aktive gezeigt. IDZ-XX hat meiner Ansicht (wieder mal) das Problem, dass es nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und man vieles heute einfacher und besser machen kann. Die Welt dreht sich halt weiter. Hier ist der gesamtverantwortliche Hersteller gefragt, dem ggf. vom Kunden auf die Füße getreten werden muss. Die IDZ-Grundidee halte ich nach wie vor für richtig, auch wenn vieles noch fehlerhaft und ausbaufähig ist.

    Zu den 20. Juli Ausladungen-Gerüchten hat Google mir Generalleutnant a. D. Dieter rausgeworfen:
    http://hansheinrichdieter.de/html/20-juli-2017.html

    Zitat: „Als pensionierter Soldat war ich in jedem Jahr zu diesem Ereignis eingeladen, sei es vor dem Reichstag oder beim Bendlerblock, und habe auch gerne teilgenommen, wenn ich konnte.

    In diesem Jahr wurde ich nicht eingeladen. Da ich aus langjähriger Erfahrung die – fast absolute – Unfehlbarkeit des Protokolls des Ministeriums kenne, kann ich berechtigt annehmen, dass es sich nicht um einen Bürofehler handelt, sondern um eine Leitungsmaßnahme.

    Ich gehe davon aus, dass mich Ministerin von der Leyen von der Einladungsliste streichen ließ, weil sie mit meiner Kritik an ihrem für die Soldaten der Bundeswehr sehr nachteiligen Führungsverhalten nicht einverstanden war und bin.

    Sollte meine Vermutung der Wahrheit entsprechen, dann offenbart die Ministerin neben einer krassen Führungsschwäche auch einen kleinmütigen Charakter und unzureichende Kritikfähigkeit. Wenn ich mich irre, bitte ich um Entschuldigung und freue mich über eine Einladung zum 20.07.2018.“

    Egal, wie man zu Herrn Dieter steht: Das wäre schon ein starkes Stück.

  10. @ Klabautermann

    Ich bin weder Infanterist, noch im Bereich Rüstung eingesetzt, doch kann ich mir vorstellen, dass Bestandteile ins System IdZ gebracht wurden, bei denen man sich zumindest die Frage stellen kann: Braucht man (= der Infanterist) das? Oder hat da jemand aus der Industrie etwas blumig beworben, das dann auch schlussendlich gekauft wurde? Ist der „normale Mensch“ überhaupt in der Lage, den ganzen Krempel gewinnbringend nutzen und die Informationen, die er erhält, verarbeiten zu können, oder kommt es nicht darauf an, das Ganze möglichst einfach zu halten? Diese „Blue Force Tracking“-Geschichte mit dem Auflösungsgrad Einzelfahrzeug/-schütze bis in die höchsten Ebenen hinein scheint mir nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. Mich würde mal interessieren, was aus dem Satz IdZ wirklich angenommen/genutzt wird und was – ordnungs-/befehlsgemäß übernommen – hauchdünn eingefettet ganz unten im Materialkeller verstaut ist, weil es niemand nutzt und ob des Preises auf keinen Fall kaputt oder verloren gehen sollte. Vielleicht hätte man erst einmal eine solche Erhebung machen sollen, bevor man etwas neu oder nachbestellt ;-).

  11. @0815 / Klabautermann / Koffer
    Die Frage, ob Infanterie das drauf hat, IdZ im Griff zu haben, stellt sich nicht. Selbstverständlichkeiten bedürfen keiner Erörterung.
    Selbst zu Wehrpflichtzeiten mit zugewiesenem Personal wurden technisch anspruchsvolle Neuerungen rasch in den Griff gekriegt, z.B. PzTr der Wechsel vom „analogen“ Leopard 1 zum im Turmraum rechnergestützten Leopard 2.
    In dem Zusammenhang stellt sich mir allerdings die Frage nach back-up/Rückfallpositionen in der Führung von TEinh der Inf bzw, auf den Punkt gebracht:
    Kann der Grp/ZgFhr in der Inf künftig auch ohne Idz etc führen.

    Aus der Panzerei dazu folgende unterhaltsame Episode, selbst erlebt:
    Im Zuge eines Kommandeurlehrganges der Panzertruppe 1997 stellte der Ltr GrpWE den angehenden Kommandeuren im „Scharnhorsthaus“ der Panzertruppenschule den Leopard 2A5 in der KWS II vor, die u.a. Digitalrechner, eine (neue) elektronische Waffennachführanlage, Einbau von GPS und ein Trägheitsnavigationssystem beinhaltete.

    Nach Vortragsende, „Meine Herren, haben Sie noch Fragen?“
    Ein Lehrgangsteilnehmer, „Herr Oberst welche redundanten Systeme sind verfügbar bei Ausfall des Rechners?“
    Ltr WE (schmunzelnd): „Wenn Sie sich eine S-KLasse zulegen, haben Sie im Kofferraum auch kein Klappfahrrad“!
    Lacher auf seiner Seite, der Fragende blieb erwartungsgemäß still, Thema durch.
    @Koffer
    Daran anschließend also noch einmal gefragt, IdZ-System fällt aus (Gründe egal) – Redundanzen vorhanden? Führungsfähigkeit durch Stimme und Kraft Vorbild wird noch ausgebildet, beübt (im z.B. Zug-Gefechtsschießen abgesessen), gekonnt?

  12. @Koffer

    „Sie sollten das „treue Dienen“ nicht vergessen! Wenn es zu den Interessen der Bundesrepublik gehört der Menschlichkeit zu dienen (was ich persönlich hoffe, aber was die BReg mit Einverständnis des BT zu entscheiden hat), dann ist auch dies unsere Aufgabe.“

    Das mag jetzt als unsere Aufgabe verkauft werden, ich sehe es für mich anders, da ich das treue Dienen nur im Kontext mit – das Recht und Freiheit (…) zu verteidigen-, sehe.

    Ich bin keine Diener um des Dienen willens, sondern ich bin Soldat und diene der BRD um das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes (meinetwegen der Bevölkerung) tapfer zu verteidigen. Leider kann ich und die Bw die Welt nicht retten und beschränke mich dienstlich auf die Abschreckung und Verteidigung. Dass wir im Moment mehr machen ist mir bewusst und ich tue es auch, nur muss dies ja nicht meine Zustimmung finden ;-)

    …..da bin ich ganz Demokrat.

  13. @Koffer

    Eine Division Infantrie des deutschen, französischen oder britischen Heeres des Jahres 1914 trifft im Gefecht eine Division der Panzertruppen der gleichen Heere aus dem Jahr 2010.
    Wie wird das enden?

    Diese Veränderungen meinte ich nur zum Teil, ich meinte eher die sozialen Veränderungen.
    Welche Vorteile könnte man daraus ziehen, z.B.. Die Heilige Schar Thebens , die Lionesses ?

    Und ich will keine Streitkräfte ohne das erstere haben, die ohne die richtigen Gründe bereit sind tapfer zu sein und zu kämpfen .

    Wie Wasserdicht, Staubdicht etc. ist das IdZ System, mein Galaxy kann ich Problemlos fallen lassen und es soll auch Wasser und Staub abkönnen wenn die „Luken“ zu sind.

    @Hans Dampf

    So einiges bei IdZ dürfte nur mit Exoskelett im Feld praktikabel funktionieren und bei so einigem Frage ich mich, würde ich das dabei haben wollen(wenn ich das System richtig verstehe) wenn es nichts wiegen würde.

    @Klaus-Peter Kaikowsky  

    Ich hoffe die Panzer waren zuverlässiger als zivile Anlagen

  14. @Klaus-Peter Kaikowsky | 25. Juli 2017 – 16:05
    „Daran anschließend also noch einmal gefragt, IdZ-System fällt aus (Gründe egal) – Redundanzen vorhanden? Führungsfähigkeit durch Stimme und Kraft Vorbild wird noch ausgebildet, beübt (im z.B. Zug-Gefechtsschießen abgesessen), gekonnt?“

    Das ist natürlich eine Prognose, aber m.E.n. wird das auch noch zukünftig geübt werden.

    Wir werden sehen, ob dieser Aspekt des IdZ sich überhaupt soweit bewährt, dass er eine wahrnehmbare Auswirkung auf die Taktik haben wird.

    Ich persönlich habe daran meine Zweifel :)

    @Zimdarsen | 25. Juli 2017 – 19:35
    Ich respektiere Ihr Recht als Staatsbürger auf Ihre eigene Meinung, aber die Aufspaltung der soldatischen Grundpflicht in Teile, die man persönlich akzeptiert und solche die man persönlich „befolgt“, die man aber inhaltlich ablehnt (bzw. so definiert wie es in die eigene politische Bewertung passt), halte ich für rechtlich ÄUSSERST bedenklich.

    @ThoDan | 25. Juli 2017 – 20:36
    „Diese Veränderungen meinte ich nur zum Teil, ich meinte eher die sozialen Veränderungen.
    Welche Vorteile könnte man daraus ziehen,“

    Ich verstehe Sie immer noch nicht. Haben sich soziale Veränderungen seit 1914 ergeben? Ja, natürlich. Werden diese in den Streitkräften akzeptiert. Ja, natürlich. Werden diese, wo militärisch relevant, auch positiv genützt. Ja, natürlich.

    Was hat das alles denn mit dem anhängigen Thema zu tun?

    „Und ich will keine Streitkräfte ohne das erstere haben, die ohne die richtigen Gründe bereit sind tapfer zu sein und zu kämpfen“

    Ja und? Hat das irgendjemand hier gefordert?!

    „Wie Wasserdicht, Staubdicht etc. ist das IdZ System,“

    Es ist fürs Gelände gebaut. warum glauben Sie, ist das Zeug so schwer?

    „mein Galaxy kann ich Problemlos fallen lassen und es soll auch Wasser und Staub abkönnen wenn die „Luken“ zu sind.“

    Sorry, aber wieder einmal zeigt sich, dass Sie vollkommen falsche Vorstellungen haben, davon was militärisches Material kann und was es aushalten muss.

    Lassen Sie es mich kurz sagen: Ein Galaxy gehört nicht ins Feld. Dort überlebt es keine Sekunde.

  15. @Koffer

    Das ist also ein Kommunikationsproblem.
    Alles was ich mitbekomme, hier und anderswo, sind Klagen über die Veränderungen über die Auswirkungen der sozialen Veränderungen, das Soldaten nicht mehr tough, diszipliniert, gehorsam und unterwürfig sind – das sie kritischer, fordernder und auf ihren Rechten bestehen.

    Ich erinnerte mich nicht irgendetwas über die Militärtauglichkeit eines Outdoorsmartphones gesagt zu haben, nur das meines Stürze, Fall und wohl auch Staub abkann, und Wasser abkönnen sollte(letztere beiden wenn die Anschlüsse geschlossen sind) das habe ich aber nie ausgetestet.

  16. Die Ministerin beginnt Ihre Rede mit einer erheblichen Auslassung: „Soldatinnen und Soldaten, Sie schwören heute am 20. Juli 2017, das Recht und die Freiheit tapfer zu verteidigen.“

    Die Soldaten schwören der BR Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteigen!

    Traurig, dass die Ministerin den Kern weglässt. Die Soldaten dienen dem deutschen Volk. Nicht der EU und es muss auch nicht das Recht und die Freiheit generell und weltweit verteidigt werden. Aber so will es die Ministerin.

  17. @ThoDan | 26. Juli 2017 – 10:13
    „Alles was ich mitbekomme, hier und anderswo, sind Klagen über die Veränderungen über die Auswirkungen der sozialen Veränderungen, das Soldaten nicht mehr tough, diszipliniert, gehorsam und unterwürfig sind – das sie kritischer, fordernder und auf ihren Rechten bestehen.“

    Ich denke nicht, dass in DEU jemals (und damit meine ich wirklich jemals) konzeptionell „unterwürfige“ Soldaten gefordert worden sind.

    Nach meiner Bewertung sind übrigens Soldaten heute nicht kritischer als früher. Was ich da aus den 70er und 80er lesen, waren Vorgesetzte da viel mehr einem Rechtfertigungsdruck ausgesetzt.

    Aber hinsichtlich „weniger tough und weniger diszipliniert“ stimme ich Ihnen zu.

    Wobei ich ehrlich gesagt hier weniger ein Problem bei unseren jungen Soldaten sehe, sondern eher bei unseren Strukturen. Wenn wir wollten könnten wir auch heute noch (angemessene) Härte und Disziplin durchsetzen.

    @ini | 26. Juli 2017 – 10:20
    „Die Soldaten schwören der BR Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteigen! Traurig, dass die Ministerin den Kern weglässt. Die Soldaten dienen dem deutschen Volk.“

    Rechtsphilosophisch könnte man darüber durchaus streiten, denn die Bundesrepublik Deutschland (dem ein DEU Sdt dient) ist nicht identisch mit dem deutschen Volk.

    Aber das ist jetzt zugegebener Maßen eher eine Frage für eine Universitätsklausur, als für einen sicherheitspolitischen Blog ;)

    „Nicht der EU und es muss auch nicht das Recht und die Freiheit generell und weltweit verteidigt werden. Aber so will es die Ministerin.“

    Hier muss ich die IBuK (ausnahmsweise) mal verteidigen. Es ist nicht die Verteidigungsministerin, die entscheidet wo und wofür die Bw eingesetzt wird.

    Es ist die Bundesregierung mit Zustimmung des durch das deutsche Volk bestimmten Bundestages.

  18. @zum heulen
    Und, haben Sie schon versucht, die nasse S8 Oberfläche mit Handschuhen zu bedienen?
    Woher haben Sie Ihr Netz mit geschütztem Zugang? Ihren Wechselakku? Schon mal fallen gelassen?
    Glauben Sie immer noch, das die ständig in Facebook, whatsup, instagram und diversen Ballerspielen daddelnde Jugend Ahnung von Netzen, Technik und IT allgemein hat. Ich – aus Erfahrung- NEIN!

  19. @Koffer

    “ Ich respektiere Ihr Recht als Staatsbürger auf Ihre eigene Meinung,…..“

    Nein, da gibt es kein aber, entweder Sie respektieren diese oder eben nicht.
    Hingegen können Sie selbstverständlich anderer Meinung sein ;-)

    „… aber die Aufspaltung der soldatischen Grundpflicht in Teile, die man persönlich akzeptiert und solche die man persönlich „befolgt“, die man aber inhaltlich ablehnt (bzw. so definiert wie es in die eigene politische Bewertung passt), halte ich für rechtlich ÄUSSERST bedenklich.“

    Hä??

    Für mich -der BRD treu zu dienen- kein Persilschein für alles was der Bundestag in der Zukunft beschließt. Ich kann zB den Malieinsatz für falsch halten Ihn nach meiner Meinung (ist kein absolutes Wissen) nach nicht mit meinem gleisteten Eid wiederfinden und doch halte ich die an mich gerichtete Befehle für Verbindlich.

    Ich richte mein Gewissen und meine Meinung grundsätzlich nicht nach Mehrheiten im Bundestag aus.

  20. @ Spike | 26. Juli 2017 – 20:16

    Sie versuchen einen Pappkameraden aufzubauen, um von der veralteten IDZ-Elektronik abzulenken.

    Ja, man kann zumindest die MIL-STD-810 Geräte von Samsung auch ganz prima mit Handschuhen bedienen, ja sogar unter Wasser kann man damit ganz prima Fotos machen, zoomen etc. und alles über den Bildschirm. Man muss es nur passend einstellen. Man kann das auch ganz ohne Berührung des Bildschirms nur über (Finger-)Gesten in der Luft bedienen und so vollkommen auf eine Oberfläche zur Bedienung verzichten. Ist hier aber nicht das Thema.

    Das von mir eingebrachte Thema ist, dass die IDZ-Elektronik dringend auf den aktuellen Stand gebracht werden muss, damit das kein Rucksack mehr ist, sondern ein kleines Kästchen in/unter der Schutzweste. Soll ja international schon derartige Lösungen geben, die Herren Beschaffer können ja mal wieder über den Atlantik reisen (wenn man ihnen dort noch diese Depot-Türen öffnet, Deutschland hat leider viele Türen in den letzten Jahren zugeschlagen …).

    Kluge Entwickler von Militärkonzepten holen ihre zukünftigen Infanteristen dort ab, wo sie stehen. Damit wird zwingend erforderlich, zivile Bedienkonzepte von Smart-Devices etc. zumindest zu betrachten, wenn man die Benutzerschnittstelle im Mensch-Maschine-System konstruiert.

    Mir scheint, dass man an dieser Stelle bisher zu sehr die Informatiker-Brille auf hat und zu wenig Kognitionsforschung und Psychologie integriert.

    Es ist nicht die Aufgabe eines (zukünftigen) Infanteristen Ahnung von Netzen, Technik und IT allgemein zu haben. Es ist Aufgabe der Entwickler, dem Infanteristen eine Benutzerschnittstelle zu liefern, in der er die für ihn relevanten Parameter erkennen, kontrollieren und beeinflussen kann. Alles Weitere ist von den Fachbehörden so weit zu lösen und zu vereinfachen, dass Otto-Normal-Infanterist möglichst intuitiv damit umgehen kann.

    Man kann sich jetzt über die Social-Media-Smartphone Jugend mokieren und systematisch scheitern oder man die Systeme so konstruierten, dass diese Rekruten mit dem mitgebrachten Horizont in angemessener Zeit ein IDZ-System verstehen und bedienen können.

  21. @Zimdarsen | 26. Juli 2017 – 21:16
    [Koffer]
    „Ich respektiere Ihr Recht als Staatsbürger auf Ihre eigene Meinung,…..“

    [Zimdarsen]
    „Nein, da gibt es kein aber, entweder Sie respektieren diese oder eben nicht.“

    Bitte lesen Sie nochmals meine Aussage. Ich respektiere Ihr RECHT, nicht Ihre MEINUNG ;)

    Nein, ganz im Ernst, durch Ihren folgenden Absatz glaube ich zu erkennnen, dass wir doch nicht so weit von einander entfernt sind, wie ich zuvor dachte.

    „Für mich -der BRD treu zu dienen- kein Persilschein für alles was der Bundestag in der Zukunft beschließt. Ich kann zB den Malieinsatz für falsch halten Ihn nach meiner Meinung (ist kein absolutes Wissen) nach nicht mit meinem gleisteten Eid wiederfinden und doch halte ich die an mich gerichtete Befehle für Verbindlich.“

    Sofern Sie den Befehlen dennoch folgen, haben Sie natürlich jedes Recht der Welt diese politisch zu kritisieren.

    Allerdings halte ich die Formulierung „nach nicht mit meinem gleisteten Eid wiederfinden“ nach wie vor für in sich nicht schlüssig.

    Wenn ein Befehl gegen Ihren Eid (und damit gegen die Grundpflicht) verstößt, warum befolgen Sie ihn dann. Begeben Sie sich damit nicht in Widerspruch zu Ihrem Eid selbst?

    @Zum Heulen | 26. Juli 2017 – 21:39
    Ich befürchte, dass Sie keine praktische Erfahrung damit haben, was Infanteristen mit ihrem Material anstellen (müssen) und welchen Dauer- und Spitzenbelastungen dieses Gerät über Jahre (und manchmal sogar Jahrzehnte) ausgesetzt ist.

    Natürlich wäre es absolut wünschenswert, wenn das Gewicht der elektronischen Ausrüstung drastisch reduziert würde und die technischen Entwicklungen der letzten fünf Jahre sich besser im Produkt widerspiegeln würden, aber eine Nachbesserungsforderung zum jetzigen Zeitpunkt würde die Beschaffung um weitere 5 Jahre verschieben.

    Darüber hinaus bin ich mir übrigens gar nicht sicher ob die elektronischen Bestandteile überhaupt genutzt werden. Ich persönlich (und da stehe ich nicht alleine) habe jedenfalls große Bedenken gegen diesen Teil des IdZ-ES Projekt an sich. Aber das nur nebenbei.

  22. @Koffer

    „Wenn ein Befehl gegen Ihren Eid (und damit gegen die Grundpflicht) verstößt, warum befolgen Sie ihn dann. Begeben Sie sich damit nicht in Widerspruch zu Ihrem Eid selbst“

    Wir alle waren vor der Wende der Meinung, dass die Bw nur zu einer Verteidigung nach einem Angriff eingesetzt wird oder für Einsätze welche dieses Grundgesetz ausdrücklich zulässt. Damals wurde auch in der Ausbildung ausdrücklich, darauf hingewiesen, dass unser Eid auch gar nichts anderes zuließe.

    Also ist am Ende alles Interpretationssache und ich interpretiere -der BRP treu zu dienen- nur im Kontext mit -UND das Recht und die Freiheit …tapfer zu verteidigen. Für mich ist der Begriff -verteidigen- klar, es muss einen Angriff geben.

    Nun ist das alles meine Interpretation und da ich nicht Papst oder Jurist bin muss ich, solange wir uns im Graubereich befinden, den Auslegungen der Gerichte mit Bauchschmerzen folgen.

    Eine Unterstützung der Türkei im Norden von Syrien würde ich zB ablehnen, auch wenn es jetzt einen Attacke auf die Türkei geben würde. Ähnlich die Vorgänge um Irak und Libyen. Ob da der Bundestag die Einsätze abgelehnt hätte?

  23. @Koffer  

    „Konzeptionell“ vielleicht nicht, aber praktisch?

    Ich sehe jetzt NICHT das Problem darin, wenn Ausrüstung nicht jahrelang hält, spez. wenn dieses durch hohes Gewicht und damit Schäden an der Gesundheit erkauft wird.

    Die Lebenserwartung eines US Kavelleriepferdes im amerikanischen Bürgerkrieg betrug AFAIK 6 Wochen, der einer Feldflasche in den Napoleonischen Kriegen max 6 Monate.

    @Spike

    zum S8 kann ich nichts sagen aber mein S4(?) Wechselakku – Fallenlassen did that kein Problem.

  24. @zum heulen, ThoDan
    Nein, ich will hier gar nichts aufbauen. Jeder pickt sich sein Lieblingsgerät heraus, oder? Und welche Firewalls, Virenscanner verwenden Sie?

    Und dann? Kompatibilität? ItSec?

    Die Bw hat das Konzept BYOD verworfen, weil nicht beherrschbar.

    Sorry, verstehen OT

  25. @Zimdarsen | 27. Juli 2017 – 7:15
    Sie haben eine Auffassung, welche ich von vielen (zumeist älteren) Kameraden kenne.

    Ich kann das menschlich absolut verstehen. Wenn man in einem System groß geworden ist, dass sich nur auf einen Auftrag ausgerichtet hat (in allen Aspekten, inkl. der PolBil und persönlichen Prägung), dann ist es natürlich schwer aus diesem in jungen Jahren erlernten Denkkonstrukt auszusteigen…

    Aber es war doch spätestens Mit der 90er absehbar, dass wir über kurz oder lang unsere DEU Sonderrolle aufgeben würden.

    Da finde ich, dass man im Jahr 2017 eigentlich nichtmehr Mit Argumentationslinien der 80er kommen sollte.

    Andererseits hat DEU sich ja tatsächlich auch intern noch nicht vollständig von alten Denkmustern emanzipiert und auch die Politik hat den letzten Jahren hier m.E.n. nicht ausreichend erklärend und weitsichtig gewirkt…

    Vermutlich wird es nochmals 10 oder 20 Jahre dauern, bis wir alle soweit sind ;)

    @ThoDan | 27. Juli 2017 – 7:23
    „Ich sehe jetzt NICHT das Problem darin, wenn Ausrüstung nicht jahrelang hält,“

    Tja, dann sollten Sie dringend anfangen das deutsche System (inkl. BRH) auf den Kopf zu stellen.

    Ich werde mich da Ihnen nicht in den Weg stellen, aber Sie werden verzeihen, dass ich Ihnen im Kampf gegen die Windmühlen hierbei auch nicht beistehen möchte. Ich glaube ich kann meine Zeit besser nutzen ;)

    Selbst wenn Sie diese Revolution im Denken und im Verwaltungsrecht wirklich herbei führen könnten, dann bliebe immer noch das Problem, dass es im Gefecht nun einmal unter allen Bedingungen funktionieren muss.

    „spez. wenn dieses durch hohes Gewicht und damit Schäden an der Gesundheit erkauft wird.“

    Die Infanterie wird es überleben, wir tragen noch ganz andere Dinge ;)

    „zum S8 kann ich nichts sagen aber mein S4(?) Wechselakku – Fallenlassen did that kein Problem.“

    Geben Sie es einfach mal einem Infanteristen vor einer 72h-Übung zum Testen mit. Ich würde gerne Ihren Blick sehen, wenn Sie die Reste zurück bekommen…

  26. @ Koffer | 26. Juli 2017 – 21:57

    Sie haben recht, wenn Sie vermuten, das Infanterist nicht mein täglicher Job ist uns sich meine Erfahrung mit diesem System aufs „ausprobieren“ beschränkt. Der dabei gewonnene Eindruck reicht aber bereits für meine Kritik.

    Zitat: „Darüber hinaus bin ich mir übrigens gar nicht sicher ob die elektronischen Bestandteile überhaupt genutzt werden. Ich persönlich (und da stehe ich nicht alleine) habe jedenfalls große Bedenken gegen diesen Teil des IdZ-ES Projekt an sich. Aber das nur nebenbei.“

    Hier sind wir fast einer Meinung. Die grundsätzliche Idee der „elektronischen Bestandteile“ halte ich nach wie vor weitgehend für richtig, die aktuelle praktische Ausführung ist meiner Ansicht das Problem, weil eben noch nicht ausgereift und zu unhandlich – sowohl auf Geräte- als auch auf Ebene der Bedienkonzepte.
    Das ist jetzt noch nicht einmal Kritik am gesamtverantwortlichen Hersteller. Die ersten Laptops in den 1980er Jahren waren auch nur begrenzt taugliche unhandliche Koffer, die heutigen Geräte sind brauchbare kompakte Arbeitsmittel. Man darf halt nicht zu lange am technischen Stand von vorgestern festhalten und sollte den nächsten Evolutionsschritt in der Entwicklung als Kunde durchaus vorantreiben.

  27. Weder die Ministerin, noch Herr Professor Wolffsohn gingen der Frage nach, wozu DEU Streitkräfte unterhält, losgelöst der Mantras im Umkreis Art 86 GG; angesichts einer Rekrutenvereidigung und bekannter Problemfelder rund um Olt A. wohl auch nachvollziehbar.
    Bei FAZ.net wird in einem Gastbeitrag (MAXIMILIAN TERHALLE) dankenswerterweise die Unfähigkeit zu strategischer Analyse mit zunehmend fatalen Folgen für die Aufstellung der Streitkräfte und das SiPo Denken staatlicher Eliten herausgearbeitet.
    „Deutschland verzettelt sich, statt sich gegen die wichtigsten sicherheitspolitischen Gefahren zu wappnen“.
    „Deutschland ist heute ein Kernpfeiler der internationalen liberalen Ordnung. … Sein vitales Interesse, im Extremfall verkörpert im Willen zum Kampf hierfür, liegt demnach im Erhalt dieser westlichen Ordnung“.
    Es rag(t)en „drei strategische Ziele heraus:
    1. Das Überleben des Staates. …
    2. .. aktive Auseinandersetzung mit der Sicherheitspolitik von rivalisierenden (auch nicht-westlichen) Großmächten.
    3. Strategisches Denken heißt, das Mögliche im zweifachen Sinne zu denken. Dazu gehört der kalte Blick auf die Realität und die eigenen Fähigkeiten“.
    Beklagt wird, DEU denke nicht strategisch und ist somit zur RE-Aktion verdammt.
    Keine Regierung kam je „vor die Welle“, es bleibt stets nur der (zu) späte Feuerwehreinsatz, im Ergebnis strategisch wenig nachvollziehbare Entscheidungen. Der Verfasser bleibt da nicht im Ungefähren:
    – „Ohne Bemessung strategischer Relevanz am Hindukusch, … aber nicht im Irak“
    – „bis zu 1.000 Soldaten in Mali …“, fast kein Beitrag aber zur Lösung weitaus drängenderer Probleme in Libyen, wie derzeit tagtäglich deutlich wird“. [siehe SOPHIA – Faden]

    Das politische und militärische Führerkorps, seit der Wende durch Reduzierungen und Ausleben der Friedensdividende sozialisiert, muss angesichts und – „Dank an Putin“ – erst wieder die unverantwortliche Unterlassung strategischen Denkens neu lernen.
    So ist die „Westexpansion“ Chinas, Stützpunkt in Dschibuti, bislang in Berlin unkommentiert geblieben, übrigens auch in Brüssel. Da 30% deutschen ökonomischen Seeverkehrs aber auf asiatische Gewässer angewiesen ist, kann dies „Nicht-Denken“ nur Unverständnis hervorrufen.
    Den üblichen wohlfeilen Bekundungen der Münchner Sicherheitskonferenz folgt anschließend anschließend strategische Stille.
    Der Kernpfeiler einer liberalen Weltordnung und ökonomischer Riese, sei hinzuzufügen, unternimmt nichts sicherheitspolitisch Durchschlagendes zum Erhalt dieser Ordnung.

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