NATO setzt geplante Verstärkungen an der Nordostflanke fort

Die NATO setzt ihre geplanten Verstärkungen im Nordosten des Bündnisgebiets zur Unterstützung der baltischen Staaten und Polens fort. Nachdem die von Deutschland geführte Battlegroup im Rahmen der enhanced Forward Presence (verstärkte vorgeschobene Präsenz, eFP) in Litauen bereits im Februar mit dem Aufbau begonnen hatte, folgten nun die Briten: Sie stellen ein solches verstärktes Bataillon in Estland. Die ersten Kampfpanzer und Geschütze wurden am (gestrigen) Mittwoch entladen (Foto oben).

Das ist der Beginn eines der größten Einsätze in Osteuropa seit dem Kalten Krieg, sagte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon. Bis zum Ende des kommenden Monats werden wir 800 britische Soldaten als gepanzerte Kräfte vor Ort haben, bereit, unsere Verbündeten zu unterstützen und unser Bekenntnis zur Sicherheit Europas zu unterstreichen.

Der von den Briten geführte Kampfverband, zu dem unter anderem Frankreich Truppen abstellt, ist mit Challenger2-Kampfpanzern, AS90-Panzerhaubitzen und zahlreichen Unterstützungsfahrzeugen ausgestattet. Er wird in Tapa südöstlich der estnischen Hauptstadt Tallinn stationiert.

Die USA, die im Rahmen der enhanced Forward Presence zusammen mit Soldaten aus Großbritannien und Rumänien ein Kampfbataillon in Polen stellen werden, verbinden unterdessen diese Demonstration der NATO mit einem ganz anderen historischen Ereignis. Aus einer Mitteilung der US-Botschaft in Berlin vom (heutigen) Donnerstag:

Am Sonntag, dem 26. März, von 10 – 14 Uhr werden Militärfahrzeuge von NATO-Mitgliedsstaaten auf dem Schlossplatz in Weißenfels, Sachsen-Anhalt, ausgestellt. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, sich die Fahrzeuge anzuschauen und mit den anwesenden NATO-Soldaten aus den USA, dem Vereinigten Königreich und Rumänien ins Gespräch zu kommen.
Um 11 Uhr werden Oberbürgermeister Robby Risch, US-Generalkonsul Scott Riedmann und Major Paul Rothlisberger vom 2. Geschwader des 2. Kavallerieregiments (2/2CR) eine kurze Ansprache halten und an der Gedenktafel zur Befreiung von Weißenfels durch US-Truppen im April 1945 Blumen niederlegen.
Die NATO-Soldaten und ihre Fahrzeuge sind Teil eines Gefechtsverbandes der Mission „Enhanced Forward Presence“ (verstärkte Vornepräsenz) der NATO, der auf seinem Weg von der Kaserne Rose Barracks in Vilseck, Bayern, in Weißenfels Station machen wird, um dann nach Polen weiterzufahren. Dieser Teil des Verbandes umfasst ca. 400 Soldaten und 150 Fahrzeuge.
Am 25. März werden Teile des Gefechtsverbandes der „Enhanced Forward Presence (eFP)“ aus den Rose Barracks (Deutschland) nach Orzysz in Polen verlegt, um dort die eFP-Mission der NATO zu unterstützen.
Das 2. Geschwader des 2. Kavallerieregiments (2/2CR) und die truppenstellenden Länder werden einen taktischen Road March durch Deutschland, die Tschechische Republik und Polen durchführen. In Orzysz werden sie sich mit der 15. Mechanisierten Brigade und der 16. Infanteriedivision Polens abstimmen und bis zum 1. April ihre Einsatzbereitschaft bekannt geben.
Der Gefechtsverband setzt sich aus 1.000 US-Soldaten sowie 350 Soldaten aus dem Vereinigten Königreich und Rumänien zusammen. Sie werden unterschiedliche Radschützenpanzer des Typs Stryker verlegen, darunter Schützenpanzer, Panzermörser und Sanitätsfahrzeuge sowie Haubitzen.

(Foto: Britischer Challenger-Kampfpanzer bei der Entladung in Estland – Estnisches Verteidigungsministerium)

 

46 Gedanken zu „NATO setzt geplante Verstärkungen an der Nordostflanke fort

  1. Die drei baltischen Republiken unternehmen weiterhin, jeweilige Größe, Bevölkerungszahl und Wirtschaftsleistung berücksichtigend, erhebliche Anstrengungen zur Steigerung der Kampfkraft.
    So LITAUEN, zugleich Stationierungsort der Battlegroup unter Führung vstkPzGrenBtl 122, hat die Beschaffung von BOXER/30mm angekündigt.
    http://www.janes.com/article/68824/lithuanian-boxers-to-be-armed-with-30-mm-mk44-cannons
    Die 88 LIT BOXER IFV dienen als Ersatz der bisherigen MTW M-113, die somit ausreichend zur Ausstattung zweier Btl sind. Orbital ATK Armament Systems wird die litauische Version mit 30 mm MK44 plus 7,62 mm Zweitwaffe ausrüsten.
    In ESTLAND kommen britische Systeme zum Zug. Die lettische Land Forces‘ Infantry Brigade hat mittlerweile die ersten 47 von insgesamt 123 Spähwagen mit Kettenlaufwerk erhalten. http://leta.lv/eng/home/important/493F7172-6149-45A6-BA14-73FA9D9A08B8/ Gleichzeitig ist angekündigt österreichische PzHaub zu erwerben, was hier bei AG bereits Thema war.
    Die von der britischen Alvis AG in den 70ern entwickelten Combat Vehicle Reconnaissance – Tracked (CVR-T) werden durch IMI mit SPIKE ausgerüstet werden. Die ursprüngliche UK Version führt als Hauptwaffe die 76 mm L23A1 mit der HESH als StandardMun verschossen wird. Bemerkenswert ist, dass sich LVA für einen Spähwagen auf Kette entschieden hat, da seit ca. 30 Jahren bei allen Heeren RadSpähPz üblich sind. Mag sein, das LVA den CVRT nicht als Aufklärer einsetzt, wozu aber dann.
    Bei den Rüstungsanstrengungen im Baltikum stellt sich insgesamt die Frage, wieso nicht gemeinsame Beschaffungsvorhaben unternommen werden, die jeweilige VgHaushalte entlasten könnten.

  2. Die logistische Sicherstellung der U.S.-Truppenbewegungen an die Ostflanke, nicht nur ins Baltikum, wird von KAISERSLAUTERN aus sichergestellt.
    https://www.stripes.com/news/21st-tsc-to-get-new-boss-to-lead-army-enablers-in-europe-1.459697#.WNP8A1YxnML
    Das Army’s 21st Theater Sustainment Command (21st TSC) ist seit 2015 mit der Koordinierung innerhalb des Raumes DEU-Osteuropa befasst.
    Anstehende wesentliche Leistung unter operativer Führung USAREUR wird die logistische Sicherstellung der Ablösung der 3rd Armored Combat Brigade, 4th Infantry Division sein, die bis jetzt noch die Hauptlast für „Atlantic Resolve“ von Estland bis Rumänien trägt.
    Aufmerksam verfolgt werden sollte, ob Großgerät komplett in die Staaten zurückfließt, oder ggf bereits in BERGEN „pre-positioned“ bereitgehalten werden wird.
    Gespräche und Erkundungen im Raum Bergen-Hohne laufen seit Jahresbeginn.

  3. @Ottone
    Die (GBR) 5 RIFLES verlegen nach EInsVorbAusb auf den Salesbury Planes nach ESTLAND. Verstärkung erhalten die Briten durch FRA und DNK.
    http://www.army.mod.uk/news/28836.aspx
    Das VorKdo erreichte EST mit 120 Soldaten über die estnische Amari airbase.
    Die Challenger 2 von den „Queens Royal Hussars“, PzHaub AS90 und Warrior bilden das Großgerät.
    Die Haub und sonstiges Großgerät wurden in EMDEN angelandet und verlegen im E-Trsp nach Estland (s. Link). Stationierungsort der Briten ist Tapa, ca 120 km vor RUS Grenze.

    [Ja, das stand alles schon irgendwo vorher. Die Frage galt dem Entladehafen. T.W.]

  4. @uli
    Danke für den Hinweis.
    Habe zu Bergen seit vier Wochen allerdings Neues auch nicht gehört. Auf jeden Fall – ich wohne in der Region – pfeifen es hier die Spatzen von den Dächern: 4.000 (6.000?) GIs in/um Bergen ab 2018 mit Raumbedarf für Großgerät ABCT.
    Siehe:[Link gelöscht. T.W.] unter Bezug auf WAZ-ONLINE.
    Falls Verlags-Webseite, bitte löschen.
    Es handelt sich insgesamt aber auch nicht mehr um das „ob“, sondern nur noch um „wann“!
    War in letzten zwei Bällebädern bereits eingehender thematisiert.

    [Allein schon deswegen brauchen wir diesen Link nicht. T.W.]

  5. @LTC007
    Das sagt nicht unbedingt viel aus, die dritte Brig.
    – Da mit Masse Reservisten, in welchem Bereitschaftsstand?
    – Welcher Brigadetyp, Inf-mechInf-Pz (wohl kaum?)
    – Welche Ausstattung bei Großgerät?
    – Wie sieht es bei einem dann Div-Äquivalent mit EinsUstg aus, Pi, HFla, Art, ABCAbw, Eloka?

  6. @KPK: Die CVR-Ts gehen nicht nach Estland, sondern an die Letten. Außerdem sind bei weitem nicht „seit ca. 30 Jahren bei allen Heeren RadSpähPz üblich“ – die Briten setzen da nach wie vor auf den CVR-T-Ableger „Scimitar“ und auch dessen Nachfolger, der „Ajax“ wird auf Ketten stehen.

  7. @ADLAS-Doe
    Lettland, danke für die Richtigstellung zu den CVR-T.
    Briten machen häufig ihr eigenes Süppchen, gilt offensichtlich auch bei Spähaufklärung mit Wagen auf Kette.

  8. @LTC007
    Generell zu den baltischen Staaten.
    1.) Estland 45.000qkm; 1,3 Mio Einwohner; BIP 2015 20,5 Mrd €
    2.) Lettland 64.000qkm; 1,98 Mio Einwohner; BIP 2015 24,4 Mrd €
    3.) Litauen 65.000qkm; 2,9 Mio Einwohner; BIP 2015 37,2 Mrd €
    (Alle Angaben nach „Fischer, Weltalmanach 2017“, gerundet).
    Mit Blick auf die Gegnerlage ist die unmittelbare Nachbarschaft zur russischen Landmacht und zu Putins „Vasallenstaat Weißrussland“ unübersehbar.
    Angesichts eigener begrenzter Ressourcen bei Bevölkerung, Landmasse und ökonomischer Kapazität, was liegt näher als der SiPo-Zusammenschluss. Der Schritt in NATO/EU-Mitgliedschaft bedeutet den folgerichtigen strategischen Schritt, der auf der Beschaffungsebene konsequenterweise zu abgestimmten gemeinsamen Käufen führen sollte.
    Solch koordiniert, abgestimmtes Planen und Durchführen von Beschaffungen findet offensichtlich aber nicht statt: BOXER, CV-90, DEU und AUT PzHaub, CVR-T, NASAMS, BTR-80, BRDM-2, HMMWV.
    Dass noch Gerät aus UdSSR-Zeiten in Nutzung steht, nachvollziehbar. Ansonsten wird auf dem westlichen Rüstungsmarkt – national unabhängig – nach Belieben zugeschlagen, finanzielle Begrenzungen bestehen anscheinend kaum. Bei der Größe der betreffenden Budgets, hochachtungsvoll. Tri-nationale Koordination unter NATO-Absichten von Standardisierung und Forderungen nach Interoperabilität bleiben unberücksichtigt.
    Warum?
    Ist der Druck aus dem Osten nicht groß genug, bestehen nationale Animositäten oder lebt man die jung erworbene Unabhängigkeit auch im Militär aus?
    Mit Ihrer „vor-Ort-Kompetenz“, weshalb machen die baltischen Staaten nicht gemeinsame Sache?

  9. @Klaus-Peter Kaikowsky | 24. März 2017

    und zu Putins „Vasallenstaat Weißrussland“ unübersehbar
    Das ist bitte auch in Anführungszeichen keine angemessene Rhetorik.

    weshalb machen die baltischen Staaten nicht gemeinsame Sache?
    Das „Baltikum“ ist ein nahezu rein geographischer Begriff. Das Verhältnis der Staaten untereinander ist grundsätzlich gut. Sie haben aber kultur-historisch wenig Gemeinsamkeiten.

    Ihre Frage mit Bezug auf die Benelux-Staaten gestellt, liefert nahezu gleiche Antworten.

    Der estnische Außenminister Sven Mikser hat Zeit Online ein Interview gegeben, welches heute unter der Headline““Ich werde nicht dafür bezahlt, Angst zu haben“ veröffentlicht wurde.

  10. @Sachlicher
    Sehe ich absolut nicht so.
    Weder bei „Vasallenstaat“, was kann Minsk souverän entscheiden?
    Und bei BENELUX schon ganz und gar nicht.
    Vollkommen andere Bedrohungslage, ökonomische Prosperität und gewachsene, gemeinsame Historie beginnen mit „Lotharringien“.
    Und trotzdem, aus ökonomischer Vernunft, bestehen abgestimmte Vorhaben bei Minenabwehr zur See, air-policing im gemeinsamen Luftraum, gemeinsame Nutzung/Beschaffung von Fregatten/Kareel Doorman.
    Selbst bei der BEL Nachfolgeentscheidung zur F-16 läuft derzeit alles, wie in NLD schon umgesetzt, auf F-35 hinaus.
    Es entschließt sich mir also weiterhin keinesfalls, warum die baltischen Staaten verhalten sich verhalten wie 09:53 dargestellt.

  11. @Klaus-Peter Kaikowsky: Die Antwort auf Ihre Fragen würden hier den Rahmen sprengen. Stichworte:

    -Es gibt natürlich Kooperationen zwischen den 3 baltischen Staaten. Was an Waffen/Ausrüstung eingekauft wird, hängt natürlich auch stark davon ab, welche „reichen“ Mitgliedstaaten welche Systeme an die Balten abgeben. DEU hat etwa G3 und G36 an Litauen gegeben, dazu Unimogs, Wölfe, MTW 113 etc. Lettland und Estland hatten andere Partner. Der westliche „Mischmasch“ wurde also nur um 1800 km nach Osten verlagert.

    -LTU hat eine starke Orientierung an DEU, LVA eher an Schweden, EST an Finnland. Macht die Sache nicht einfacher, hat aber nichts mit falschem Patriotismus zu tun. Der Leidensdruck – hohe Kosten, vor allem der andauernde Bevölkerungsschwund (Abwanderung LTU pro Halbjahr mindestens 20.000) – wird zunehmend nationalstaatliches Handeln reduzieren. Und daher:

    -Gemeinsame Beschaffungen: Ja, wären sinnvoll, aber eben nicht nur beim Militär. Offenbar werden die Balten beim Arzneimitteleinkauf von den Pharmariesen übervorteilt=teurere Pillen und Medizingeräte als bei uns von den gleichen Firmen.

    -Neue(re) Waffensysteme: Da bin ich sehr skeptisch. Im Einsatz hätte LTU etwa mit den gerade beschafften PzH 2000 ein Riesenproblem, da u.a. die Logistik-Kette länger als die Memel ist.

    -Kampfkraft: Ich will zuhause keinem zu nahe treten, aber ein Wettbewerb zwischen LTU und DEU Reservisten im Bereich Infanterie wäre rasch entschieden. Auch kommt es hier zunächst (!) mehr auf das politische Signal an: Wir lassen uns nicht ver…, wir erfüllen unsere Verpflichtungen, wir legen drauf, wir bauen nicht ab.

  12. @LTC007
    Danke, aufschlussreiche Einblicke.
    Jeweils traditionelle Kooperationspartner kommen zum Zuge, hatte mir das so in etwa erwartet. – Nichtsdestotrotz, Chancen werden vergeben -.

    Bevölkerungsschwund durch Abwanderung, hör ich so zum ersten Mal. Bei der geringen Einwohnerzahl zwischen 1,3 – 2,9 Mio ergeben sich natürlich sofort Konsequenzen, mittelfristig verheerend in Wirtschaft und gesamtstaatlicher Sicherheit. Auswirkungen auf die nationale Sicherheitslage folgen auf dem Fuße. Aber, weshalb die Abwanderung? Die drei Republiken gelten als wirtschaftlich erfolgreich, besonders im Vgl zu manchem EU-Südeuropa-Mitglied.
    Leistungsfähigkeit DEU Reservisten, insbesondere physisch, der Mantel des Schweigens ist zu klein!

  13. @Klaus-Peter Kaikowsky:

    Grund ist einfach: 640 Euro Durchschnittseinkommen in LTU. 3x mehr als in UK (was ja bald vorbei ist).

    Die Regierungen aller Staaten hier rechnen permanent durch, was das gesamt(!)gesellschaftlich bedeutet.

  14. @Klaus-Peter Kaikowsky | 24. März 2017 – 10:51

    Sehe ich absolut nicht so.

    Das hatte ich mir fast gedacht.

    Weder bei „Vasallenstaat“, was kann Minsk souverän entscheiden?
    Die Republik Belarus begreift sich -mal mehr, mal weniger intensiv- auße- und sicherheitspoltisch als „stabile Brücke zwischen der EU und der Russischen Föderation“. Daraus abgeleitet betreibt man eine multivektorale Außen- und Sicherheitspolitik, ausgerichtet auf die Pole Russland und EU.

    Minsk entscheidet also letztlich in diesem Kontext. Hinzu kommen in finanz- und wirtschaftspolitischer Dimension die Schweiz und die VR China, auf deren Invests man unter den gegebenen Umstände mehr und mehr angewiesen ist.

    Damit geht es der Republik Belarus nicht anders als anderen Ländern, inklusive Deutschlands.

    Und bei BENELUX schon ganz und gar nicht. Vollkommen andere Bedrohungslage ökonomische Prosperität und gewachsene, gemeinsame Historie beginnen mit „Lotharringien“.
    Dennoch sind es drei voneinander emanzipierte Partner. Etwas, was ich nicht kritisiere.


    Und trotzdem, aus ökonomischer Vernunft,

    Ich denke, @ LTC007 | 24. März 2017 – 12:24 hat Ihnen kenntnisreich und, soweit dies hier möglich ist auch erschöpfend geantwortet.

    Natürlich verstehe ich Ihr Ansinnen und im Grundsatz liegen Sie ganz sicher nicht falsch. Aber der „Gemischtwarenladen“ ist, wie @LTC007 | 24. März 2017 – 12:24 ausgeführt hat nichts NATO untypisches.

  15. Man sollte nicht vergessen, dass in Sachen baltische Staaten und „Ausrüstungs-/Ausbildungshilfe“ im Rahmen der nordischen Kooperation auch eine Art Arbeitsteilung statt gefunden hat. Die Finnen/Schweden waren eben von Anfang an in the lead für Estland, Dänen/Norweger in Lettland und die „reichen“ Deutschen haben sich im Schwerpunkt um die Litauer und auch die Polen gekümmert. Da sind natürlich Beziehungen entstanden, die auch noch heute eine wichtige Rolle spielen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der baltischen Länder – und das gilt auch heute noch – macht es einfach erforderlich, dass sie so günstig wie irgend möglich einkaufen und das schließt z.Bsp. natürlich Finanzierungsmodelle ein. So ist es also kein Wunder, dass da ein „Bauchladen“ entstanden ist. Die Polen hatten ursprünglich den Fehler gemacht über FMS bei den US einzukaufen, und dann stellten sie ziemlich rasch fest, dass das so ziemlich die unwirtschaftlichste Variante war, denn die Betriebskosten für die US-Schiffe und Flugzeuge haben ihnen die Haare vom Kopf gefressen. Beeindruckend ist imho, dass alle drei baltischen Länder verteidigungswirtschaftlich und -politisch das Optimum aus ihren Möglichkeiten heraus holen. Die sind erfrischend unideologisch und sehr „geschäftstüchtig“.
    In Sachen Weißrußland schließe ich mich @Sachlicher an.

  16. Wenn in möglichen Krisen- und Kriegsszenaren im Baltikum das Hybride im Stil Krim und Donbas nicht betrachtet wird, obwohl stets bei strategischen Überlegungen zu berücksichtigen, bleiben allein symmetrische Operationsverläufe.
    Die drei baltischen Republiken sind gut beraten, jeweilige Verteidigungsplanungen danach auszurichten. Da umfassendes gemeinsames Vorgehen aus unterschiedlichen Gründen (s. @LTC007) offenbar außer Reichweite bleibt, ist die nationale Anstrengung zu betrachten.

    Die sicher stattfindende Gemeinschaftsplanung im Rahmen des Bündnisses sowie der nordischen Kooperation erfüllt strategische Bedürfnisse (Stil „GDP-Ostflanke“), erleichtert auch operative Detailplanung, ersetzt aber keinesfalls taktische Hausaufgaben, die nur realisierbar sind, wenn materielle Bedingungen in einem Mindestmaß erfüllt werden.
    Ohne RUS Offensivmöglichkeiten, – aus zwei Angriffsrichtungen -, näher zu untersuchen, ist eine Analogie bei Operationen II. WK sicher tendenziell zielführend.
    In einer ersten Phase werden die Balten, mit/ohne eFP, auf sich gestellt sein.
    Ein kurzer Blick auf verfügbare Kräfte lässt an der richtigen Beurteilung Gegnerlage zweifeln.
    ESTLAND:
    2 InfBrig gem Langfristplanung 2013 – 22. Das Heer ist infanteriestark mit Art, Pi, HFla und AufklTrTl.
    LETTLAND:
    1 InfBrig, also auch infanteriestark mit einem Kampfunterstützungsbataillon.
    LITAUEN:
    1 mechInfBrig und 1 InfBrig (mot) mit Art, Pi, Aufkl in Kp bis Btl Äquivalenz.

    Als jemand der bei symmetrischer Kriegführung unter dem Diktum „Gefecht der verbundenen Waffen“ erzogen wurde und geführt hat, fällt die vollkommene Abwesenheit von Panzerverbänden auf. Um Zweifel auszuschließen, KAMPFPANZER sind gemeint.
    Eine Lehre der Kriegführung unter Verwendung von Panzertruppen ist, die beste Waffe gegen den feindlichen KPz ist der eigene KPz. Wertvolle Beiträge von Mitteln der PzAbwLFK sowie Art und CAS ignoriere ich keinesfalls, ihnen fehlt jedoch die Fähigkeit der Gegenstoß- und Gegenangriffsoption.
    Vor diesem Hintergrund, obwohl die Staaten finanziell sich erheblich ins Zeug legen (EST erfüllt 2% BIP), weshalb fehlt in allen drei Heeren der KPz als DAS das Mittel der WAHL in Defensive, Verzögerung und Angriff?

  17. @Klaus-Peter Kaikowsky | 25. März 2017 – 11:06
    „weshalb fehlt in allen drei Heeren der KPz als DAS das Mittel der WAHL in Defensive, Verzögerung und Angriff?“

    Ich kann hier nur spekulieren, aber ich vermute eine Kombination aus zwei Faktoren: 1. Sind PzVbde teuerer als Inf/MechInfVbde und 2. mögen gerade bei älteren Entscheidungsträgern vielleicht noch „rote“ taktische Prägungen vorhanden sein (hier ist man ja traditionell im Vergleich zur DEU taktischen Tradition relativ (!) panzerschwach).

  18. @ Klaus-Peter Kaikowsky & Koffer
    In Skandinavien, aber besonders im Baltisch-Karelischen Raum, wird sich die Vorgehensweise der Finnen im finnischen Winterkrieg und dem Fortsetzungskrieg im Hinterkopf festgehalten haben – eine Guerilla-ähnliche Kampfweise in der Art eines Kleinen Kriegs, in der Kampfpanzer meist die Rolle eines zu zerstörenden gegnerischen Hochwertziels spielen. Ob das heute bei neuen und weitreichenden Aufklärungsmittel noch erfolgsversprechend ist mag zu diskutieren sein.

    Zum Einlesen in die Denkweise: die Absätze Finnland und Deutschland auf https://en.wikipedia.org/wiki/Long-range_reconnaissance_patrol#Finland (interessant aber auch der Unterpunkt „In Germany“ im weiter unten folgenden Absatz United States) speziell aber der dort verlinkte Hauptartikel zu Sissi (nein, hat nichts mit Prinzessinen oder Tunten zu tun) https://en.wikipedia.org/wiki/Sissi_(Finnish_light_infantry) und Motti https://en.wikipedia.org/wiki/Salients,_re-entrants_and_pockets#Motti

    Die Welt besteht nicht nur aus mitteleuropäischen Landschaften, es gibt auch Gegenden mit vielen Bäumen und Sümpfen in denen das Panzerfahren zur Quälerei wird.

  19. @es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei  
    Ist was dran, aber Karelien ist nicht Baltikum. Und FIN – RUS Winterkrieg war auch speziell, da RUS die Finnen unterschätze.
    Das Panzertruppen dort erfolgreich operieren KONNTEN, liegt 70 – 80 Jahre zurück: (DEU)Panzergruppe 4 bzw. Heeresgruppen Nord/Kurland vs (RUS) Baltische Front.

  20. @KPK

    Wenn ich mich richtig erinnere, war die Nato-Migliedschaft der drei baltischen Staaten deshalb von einigen Offizieren abgelehnt worden, da diese Staaten gegen Russland – Kombination aus substanziellen konventionellen Kräften und taktischen Atomwaffen – nicht zu verteidigen sind.

    Hat sich an dieser Einschätzung etwas geändert?

  21. @ KPK

    Da war es doch spitze, dass sich Deutschland als „Anlehnungspartner“ der Infanterie zugewendet hat, statt konsequent auf MechKr zu setzen – die sich gerade die kleineren Länder gar nicht leisten können. Diese sog. Infanterieaufrüstung war so mit der größte Blödsinn der letzten Jahre, kurzsichtig und absurd.

  22. @Ulenspiegel / @Hans Dampf
    Die Frage der baltischen NATO-Mitgliedschaft aus rein operativer Sicht zu beurteilen, ist zweifelsfrei mit enormen Kopfschmerzen Verantwortlicher, der „Opse“ (der für die Operationsführung im FGG 3 zuständigen) verbunden.
    Für einen LGAI mit baltischen Lehrgangsteilnehmern bestimmt ein wirklich dankbares Thema einer möglichen Lehrgangsarbeit.
    An dieser Stelle ins Detail zu gehen verbietet sich bei seriöser Beurteilung der Lage im Nordosten des Vertragsgebietes.
    Daher nur einige Gedankensplitter:
    – erfolgreiche Verteidigung hängt davon ab, was ich mich entschließe einzubringen, nachdem ich beurteilt habe, was es mir Wert ist
    – die drei Staaten sind faktisch, unter operativen Gesichtspunkten, von der Einschließung bedroht, unter Hinzunahme des Finnischen Meerbusens und der mittleren Ostsee als russische Domänen
    – das Überschreiten der atomaren Schwelle „lohnt“ bei der Bedeutung des Objektes nicht
    – eigene und NATO-Truppen (eFP und Atlantic Resolve) erfüllen den Zweck, Gegnerkräfte zu binden, die an anderer Stelle fehlen können. Daraus – mit russischer Brille folgernd – warum sollte das Baltikum angriffsweise genommen werden? Lohnt nicht, ist nicht erforderlich. Denn
    – Russische Fronten stoßen, unter Bindung von NATO-Truppen, südlich vorbei nach Polen hinein, die baltischen Staaten „hungern aus“. (Siehe „Baltische Front“ gegen „HGrp Kurland“ 1944/45)

    Als das Ende von ISAF sich abzeichnete war das Heer kräftig auf dem Wege der „AFGHANISIERUNG“, was infanteristisch formierten Kampftruppen gleichkommt. Dieser Schritt wurde vollzogen, obwohl Durchhaltevorgaben aus der Heeresführung „keine Afghanisierung“ tagtäglich einschlugen, in einem Kölner Amt unterhalb FüH.
    Dass ein infanteristisch starkes Heer in Szenaren wie AFG und MLI Sinn macht, leuchtet ein. Wenn dann noch unterstellt wird, dergleichen Lagen bestimmten Landkriegsführung bis in alle Ewigkeit, läge das Deutsche Heer goldrichtig.
    Aber schon das Kalifat mit Daesh als Kampftruppe zeigt, wie unzureichend reine Inf bei groß angelegten Operationen sich – nicht – durchsetzen kann: Oder warum hat Daesh bei aller Opferbereitschaft seiner Kämpfer versucht, Fahrzeuge aller Art zu „be-panzern“ und entsprechend zu verwenden. Weshalb setzen irakische Truppen ihre ABRAMS bis nach MOSSUL hinein ein. Weil nur die gepanzerte Stoßkraft letztlich durchschlagsfähig wirkt. Gleiches gilt bei ukrainischen und separatistischen Truppen im Donbas.
    Es bleibt nun einmal Binse, der KPz vereinigt in sich Feuerkraft, Schutz und Beweglichkeit wie kein sonstiges Boden gebundenes Landkriegsmittel. – Gepanzerte Infanterie, unsere bewährten PzGren, stellen die kongeniale Ergänzung dar -. Die Inf wurde weitgehend Spezialinfanterie, Luftlande und Gebirgs…, neben dem Rest.
    Dies Bewusstsein hatten im fraglichen Zeitraum der infanteristischen Ausrichtung des Heeres auch betroffene Offiziere in und um Berlin.
    Aber Panzer sind nun einmal per se böse, erinnern in der Diskussion in Öffentlichkeit und Parlament an vergangene Zeiten des „Furor Teutonicus“.

    Aber es wird ja gelernt, in bescheidenem Umfang, mit irgendwann 100 KPz on top.

  23. @KPK & Uli: Zuerst hat es die BW richtig gemacht, eine 37. Jägerbrigade aufzustellen aus Gebirgsjägern, Fallschirmjägern und einem Jägerbataillon. Doch statt dieses Brigade bestehen zu lassen, wurde daraus wieder eine Panzergrenadierbriagde. Stattdessen hat man dann das Jägerregiment 1 aufgestellt, nur um dieses dann zum Jägerbataillon wieder zu verkleinern und drei traditionelle Panzer bzw. Panzergreadierbataillone zu Jägerbataillonen umzugliedern.

    Es ist ein ständiges Auflösungs- und Aufstellungschaos ohne Sinn und Verstand. Natürlich haben Jägerbataillone nichts in Panzer oder Panzergrenadierbrigaden nichts zu suchen, weil Panzergrenadiere geschaffen wurden, um den Panzern immer im Gefecht/Einsatz folgen zu können, was die Boxer nicht immer können.

    Doch statt wieder eine Jägerbrigade aufzustellen oder die alte einfach bestehen zu lassen, hat man lieber gleich drei Brigaden verpfuscht.

    Das Beste ist aber , daß wenn man die zusätzlichen Jägerbataillone für Auslandseinsätze geschaffen hat, wie kann es sein, daß das Objektschutzregiment der Luftwaffen und Panzergrenadiere(ohne Panzer) im Mali eingesetzt werden, anstatt ein Jägerbataillon?

  24. @ Closius

    Nichts für ungut, aber hierzulande gibt es die Brigade x(y), nicht die x(y). Brigade. Ansonsten haben Sie recht. Völliger Humbug das ganze mit der Infanterie, inspiriert von „vom Einsatz her denken“ als vermeintliche bahnbrechende Erfindung. Mit der „Brigade 85“ stünden wir heute immer noch hervorragend da – aber was soll man sagen, jeder durfte mal herumdoktern und jetzt haben wir Im Grunde nach vielen Irrungen und Wirrungen dasselbe, nur ungleich schwächer. Breite vor Tiefe, wunderbar, allein schon die GebJgBrig 23 stellt im Wesentlichen Folklore dar, einen konkreten Nutzen hat sie nicht. Eigentlich töricht, Personal derart zu verprassen, während es an anderer Stelle (PzTr, ArtTr, HFla) fehlt. Aber wer weiss, vllt fallen demnächst Österreich oder die Schweiz ein ;-).

  25. @ Closius

    Es geht aber auch was. Ich habe letztens gelesen, dass sich eine Jägerkompanie darauf vorbereitet, im Baltikum einen BrigGefStd zu sichern. Gott sei Dank haben wir jetzt dafür die JgBtl ;-).

  26. @closius | 26. März 2017 – 21:35
    Inhaltliche Zustimmung.

    Infanterie hat ihren Auftrag und ihre Berechtigung, aber nicht in einer PzTr (Pz/PzGren) Brig.

    Allerdings Widerspruch in Bezug auf die JgBrig 37! Die Zusammenlegung von FschJg/GebJg/Jg war nicht zielführend und hat sowohl das GebJgBtl, als auch das FschJgBtl von Ausbildung und Übung ihrer eigenen Truppengattung unzweckmäßig isoliert.

    Man hätte statt dessen das GebJgBtl der GebJgBrig zuschlagen müssen. Die hätte übrigens auch Platz für vier Btl. Und damals (nach Umgliederung der LLBrig 25 ins KSK) wäre durchaus ein Bedarf gewesen in beide LLBrig jeweils ein viertes FschJgBtl hinzuzufügen (bzw. ein drittes, wenn man die beiden FschPzAbwBtl gesondert betrachtet)…

    @Hans Dampf | 26. März 2017 – 22:20
    Ich bin in der Tat Ihrer Meinung, dass „normale“ Träger des Gefechts der verbundenen Waffen (heute Eins/Op verbundener Kr) ein PzTrBtl (Pz/PzGren) sein müssen. Das entspricht unseren taktischen Grundsätzen und auch unserer Geographie.

    InfBtl gehören daher nicht in „Standardbrigaden“. Da sind sie übrigens auch verschwendet. Infanterie sind heutzutage hochspezialisierte Kräfte, diese in einem „normalen“ mechanisierten Gefecht zu verheizen wäre sträfliche Verschwendung.

    In Bezug auf die GebJg hören Sie allerdings einen klaren Widerspruch von mir. GebJg haben einen außerordentlichen Einsatzwert in zahlreichen Szenaren. Sowohl innerdeutsch, als auch international in denen PzGren hoffnungslos überfordert wären. Wir brauchen GebJg auch weiterhin. Ich persönliche würde sogar einen Bedarf für ein viertes Btl sehen…

  27. @ Koffer:

    Gut, das mit der Folklore nehme ich zurück ;-)! Sie werden ggf. zustimmen, dass die GebJgBrig 23 keine „vollwertige“ 6. (bzw. aus Sicht der 10. PzDiv 3.) Mechanisierte Brigade darstellt. Insofern lautet mein Urteil dazu: Sinnvoll, aber optional, wenn der Rest stimmt. Aber gut, das zweite Los Boxer wurde ja auch mit der „Ukraine“ begründet. Inwieweit jene einem in einem solchen Szanrio entscheidend weiterhelfen, habe ich zwar nie so richtig verstanden, aber sei’s drum :-).

  28. @Hans Dampf | 27. März 2017 – 8:07
    „Gut, das mit der Folklore nehme ich zurück ;-)! Sie werden ggf. zustimmen, dass die GebJgBrig 23 keine „vollwertige“ 6. (bzw. aus Sicht der 10. PzDiv 3.) Mechanisierte Brigade darstellt.“

    Inhaltlich stimme ich zu, allerdings gefällt mir die Formulierung „vollwertig“ nicht ;)

    Die GebJgBrig ist gar keine „mechanisierte Brigade“ in Sinne einer DEU Panzertruppen (Pz/PzGren) Brig. Sie ist eine „vollwertige“ Infanteriebrigade. Mit all den Vorteilen ggü. einer PzTrBrig, aber auch den Nachteilen. D.h. im richtigen Szenar ist sie „besser“ im falschen Szenar schlechter.

    Daher haben Sie vollkommen Recht wenn Sie sich nicht als 6. DEU Brig bezeichnen. Man müsste sagen 5+1.

    „Aber gut, das zweite Los Boxer wurde ja auch mit der „Ukraine“ begründet. Inwieweit jene einem in einem solchen Szanrio entscheidend weiterhelfen, habe ich zwar nie so richtig verstanden, aber sei’s drum :-).“

    Kommt darauf an, was man wollen würde. In einem „heißen Konflikt“ gegen Mechanisierte RUS Kr wäre ihr Einsatzwert sicherlich nicht sehr hoch.

    Aber durch die schnelle Verlegbarkeit per Luft (GTK sind leichter als Puma und GebJg sind „notfalls“ auch ohne GTK im Rahmen ihrer Einsatzgrundsätze einsetzbar – im Gegensatz zu PzGren) können Sie u.U. Kräfte des zu verteidigenden (NATO) Partners so lange unterstützen, bis schwere Vbde per Land-/Schienenmarsch herangeführt werden konnten.

    Auch in einem „grüne Männchen“ Szenar ist m.E.n. leichte Infanterie besser aufgehoben als schwere Kräfte (u.a. wiederum wegen der schnellen Verlegbarkeit, aber in diesem Fall auch wegen der hohen Personalstärke). Zumindest auch wiederum so lange bis schwere Kräfte nachgeführt werden konnten.

    Im Prinzip sind die GebJg die Brücke zwischen den wirklich leichten Kräften (den FschJg) und den schweren Kräften.

    Wenn wir mal über das Baltikum sprechen, könnte ich mir also einige Szenare vorstellen, in denen die NATO gerne auf die GebJg zurück greifen würde :)

  29. In einer gemeinsamen Erklärung an das NLD Parlament (tweede kamer) https://t.co/2Eesg9tPCe haben NLD AA und VgMin neben politischen Absichten, die mil Zusammensetzung des sowohl NLD, als auch multinationalen Beitrages zusammenfassend dargestellt. Zusätzlich werden eigene Kosten und deren Verbuchung erläutert.
    Vor dem Hintergrund der RUS Kräftekonzentration in der Oblast Kaliningrad (Königsberg) wird auf politischer Ebene das Erfordernis der Gespräche im „NATO-RUSSLAND-Rat“ betont.
    „Multinationale Battlegroup“ Litouwen
    NLD mil Beitrag:
    – ab 24.03.2017=270 Soldaten in RUKLA präsent
    – im 3-4 monatigem Wechsel eine PzGrenKp (CV-90) und eine InfKp (mot), BOXER oder BUSHMASTER
    – in Trp-Stärke SATCom, CYBER-Sicherheit, und EloKa
    – StOffz im BtlStab und dem gemischten LogElem. Dies Personal wechselt 6-monatlich.
    – Kosten in ’17: 23,5 Mio €, die NICHT dem VgHH entstammen, sondern dem ständigen „Budget Internationale Veiligheid“ (Sicherheit) entnommen werden.
    Mil Beitrag anderer Nationen:
    – DEU als „Framework Nation“ eine PzGrenKp und Masse St/StabVersKp
    – eine (NOR) PzGrenKp
    – eine (BEL) LogKp
    – ein (LUX) AufklZg und TrspZg; in zweiter Jahreshälfte.

  30. verschiedene berichte, dass polen aus dem eurokorps entschwindet.

    [Und verschiedene Dementis aus Polen. T.W.]

  31. U.S.-Army wird sein https://en.m.wikipedia.org/wiki/2nd_Cavalry_Regiment_(United_States) VILSECK, organisiert als Brigade_combat_team mit Stryker, in der IFV-Version mit Browning M2 ausgerüstet, einem upgrade auf 30 mm BMK unterziehen.
    Die Nachrüstung resultiert aus der Erkenntnis waffentechnischer Unterlegenheit gegenüber SPz der russischen BMP-Reihe an deren Westgrenzen im Einsatz. Das im Rahmen ‚atlantic resolve‘ verwendete Rgt(1) ist von Polen bis Rumänien im rotierenden Einsatz.
    Die KWS wird ab 2018 realisiert, Ausrüster wird unter Führung von General Dynamics Kongsberg Defence Systems mit der ATK XM 823 30 mm sein.
    Anders als beim PUMA verzichtet die Army auf ein angedachtes ‚remote turret design‘. Die ersten sechs umgerüsteten Prototypen sind seid 10.02.17 auf dem TrUbPl ABERDEEN, Maryland im Truppenversuch.
    Siehe http://www.defensenews.com Februar 27, 2017
    (1) Die Bezeichnung ‚regiment‘ bezeichnet bei der ‚cavalry‘ einen Großverband auf Brigadeebene mit drei Kampftruppen-Bataillonen und einem AufklBtl.

  32. Das PzGrenBtl 122 als Führungsverband der NATO battlegroup für Litauen erhält im Juni Verstärkung durch die erste NLD auf BOXER umgeschulte Kompanie.
    (De Bravo compagnie van 42 Bataljon Limburgse Jagers werd als eerste door de mangel gehaald = die 2./ (NLD) JgBtl 42)
    https://www.defensie.nl/actueel/nieuws/2017/03/30/eerste-omscholing-boxer-afgerond
    Die Verlegung der „Limburgse Jagers“ entspricht der NLD Planung zur turnusgemäßen Ablösung der zzt im Einsatz befindlichen PzGrenKp mit CV-90.
    (Siehe 27. März 2017 – 18:54).
    Zuzugestehen ist allerdings, die Ablösung von PzGren mit CV-90 durch Jäger mit BOXER bedeutet eine taktische Schwächung. Ein BOXER hat nicht das Fähigkeitsspektrum eines SPz CV-90, dazu fehlen Feuerkraft und Schutz sowie die Ausbildung der Truppe. Ein Angehöriger einer Jägerkompanie entspricht nicht demjenigen in einer Panzergrenadierkompanie.
    Die eigentliche PzGren-Kompetenz wird demzufolge ab Juni für vier Monate, bis zur nächsten NLD-internen Ablösung, allein von der DEU und NOR PzGrenKp (1) dargestellt.

    (1) Das Telemark-Bataillon ist zwar auch mit CV-90 ausgerüstet, allerdings als CV-90/30 im Gegensatz zum NLD CV-90/35. (Kleiner Hinweis zum Erfolg von NATO-Standardisierung).
    Das Btl hat sich seine Einsatz-Meriten bei SFOR, KFOR und ISAF erworben.

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