Bällebad Januar 2017/I

Baellebad_crop

Na, gut ins neue Jahr gekommen? Einige warten ja schon ungeduldig drauf, im neuen Bällebad was loswerden zu können…

Gleich zu Beginn des neuen Jahres ein Hinweis: Es scheint, dass die Debattenkultur hier (wie auch anderswo) rauer wird, mehr unsachlich gestritten denn debattiert wird. Ich halte dagegen, auch wenn es bedeutet, dass ich in diesem Jahr rigoroser durchgreifen werde als bisher.

Off Topic · 09:33h ·  

400 Kommentare zu „Bällebad Januar 2017/I“

  • Mitleser   |   10. Januar 2017 - 20:12

    @ SOF gegen ISIS in Syrien

    Empfehle einen Blickauf die WaPo. Der SPON Artikel läßt wichtige Details aus.

    https://www.washingtonpost.com/world/us-led-coalition-carries-out-ground-raid-in-syria/2017/01/09/b452e1df-f035-493c-bb2e-3932d788be01_story.html?utm_campaign=Early%20Bird%20Brief%2001.10.2017&utm_medium=email&utm_source=Sailthru&utm_term=.bc868af3be1a

    – Die Zielpersonen sollten gefangengenommen werden. Sie waren aber anscheinend wachsam und kampfbereit – sie verteidigten sich wirksam mit der Waffe in der Hand, so daß sie nicht lebend überwältigt werden konnten.
    – Anscheinend waren bis zu vier(!) US-Hubschrauber als Feuerunterstützung nötig.

    Zur Erinnerung: 2009 legten somalische Warlords einen Hinterhalt für US-SOF, dem die SOF-Kräfte nur knapp entkamen. Statt die Zielpersonen zu fangen, wurden sie selbst umzingelt, mußten zur Küste fliehehn und konnten nur durch Luftunterstützung eines Flachdecks unter dem Feuer der Skinnies gerettet werden.

    ISIS agiert nicht auf dem Niveau von Rebellenmilizen und Warlords, sondern auf dem Niveau der leichten Infanterie westlicher Streitkräfte.

    Vor Somalia können unterstützende US-Flottenkräfte nahe vor der Küste und dem Einsatzort operieren und müssen über Somalia nicht mit Luftabwehr rechnen. In Ostsyrien sind die Wege von der nächsten US-Basis sehr viel länger; dazu gibt es Einschränkungen durch reguläre staatliche Kräfte (Türkei, Rus/Syrien, Irak).

    Fazit:
    Wenn SOF weiterhin Raids im ISIS-Gebiet durchführt (und es sieht danach aus) ist es nur eine Frage der Zeit, bis ISIS einen erfolgreichen Hinterhalt gegen SOF-Kräfte legt. Dann wird es auf Youtube auch Bilder eines im Käfig brennenden US-Soldaten geben.

  • Fussgaenger   |   10. Januar 2017 - 20:18

    Danke, hatte mich auch gerade über die „Abgabe gebrauchter H145M“ gewundert…

  • Memoria   |   10. Januar 2017 - 20:35

    Da der Mali-Thread geschlossen ist, hier der Hinweis auf die morgige Kabinettsentscheidung zu MINUSMA:
    https://mobile.twitter.com/CProessl/status/818844857485717508

    Die grundlegenden Probleme des Einsatzes (http://augengeradeaus.net/2016/12/mali-sammler-ausruestungsmangel-auch-bei-den-niederlaendern/#comment-257908 ) werden sich nicht ewig negieren lassen.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   10. Januar 2017 - 20:42

    Hoffe sehr auf eine Fortsetzung des Malifadens.
    Zur Erinnerung, das NLD Parlament hatte seine Zustimmung zum Verbleib seines Heereskontingents von der zustimmenden Entscheidung des BT zur Entsendung von HubSchr, MedEvac und Kampf, abhängig gemacht.

  • T.Wiegold   |   10. Januar 2017 - 20:58

    Pragmatischer Vorschlag: Zur Kabinettsentscheidung am Mittwoch gibt es ohnehin einen neuen Eintrag, und damit ist das Thema Mali wieder eröffnet…

  • Memoria   |   10. Januar 2017 - 21:01

    @KPK :
    Die Ausweitung des MINUSMA-Einsatzes ist beschlossene Sache, da ist die Bundestagsbefassung nur noch der formale Akt.

    Obwohl die noch vor wenigen Wochen als Voraussetzung genannte Ablösung (http://augengeradeaus.net/2016/11/jetzt-offiziell-deutschland-bietet-un-hubschrauber-fuer-einsatz-in-mali-an/) – zumindest nach meinem Eindruck – nicht geklärt ist.

    Bin mal gespannt wie groß das Interesse hieran morgen in der RegPK beim Bericht aus dem Kabinett ist.

  • Schorsch52   |   10. Januar 2017 - 22:16

    @ Seaking:

    Hard to say: S-61, F-4F, UH-1D, CH-53, Transall, Atlantic – und in ihren letzten Jahren sogar die F-104. Alle zuverlässig wie Uhrwerke. Gilt hier das alte Sprichwort: „Es kommt nichts Besseres nach“ – egal, wieviel die Produkte kosten? Wahrscheinlich wären heute viele froh, gäbe es noch über ein Dutzend „Bauernadler“ . Kein Grund zur Besorgnis – oder doch? Schlimm für mich, dass sich keiner der Männer mit den goldenen Sternen traut auf den „Not-Aus-Knopf“ zu drücken. Was würde denen drohen? Nur ein gut dotierter Ruhestand?

  • SvD   |   11. Januar 2017 - 4:49

    Eigentlich wollte ich mir nur 3 oder 4 Wochen Auszeit gönnen aber die Flut an Kommentaren hier; ich schiebe immer noch eine massive Bugwelle vor mir her.

    Ich werf mal, passend zu der Eurofighter „Fake News“ mal wieder den Fake Fighter in die Runde.

    Dr. J. Michael Gilmore – Director, Operational Test & Evaluation
    Office of the Secretary of Defense macht sich noch einmal ordentlich Luft, insbesondere im Bezug auf die F-35.

    Die Positition wird vom Präsidenten zu dessen Amtsantritt besetzt und vielleicht auch neu besetzt.

    Es folgt was man schon in den letzten Memos erwarten konnte.
    (Memo August: https://www.documentcloud.org/documents/3035572-DOT-amp-E-AF-IOC-Memo.html )
    (Memo Oktober: https://www.documentcloud.org/documents/3213376-DOT-amp-E-Concerns-Regarding-JSF-Progress-and.html )

    Auszug aus dem Oktober Memo, die Überschriften alleine jagen einem schon das kalte Grausen über den Rücken.

    „Continued schedule delays“

    „Need to complete all planned and agreed to development testing“

    „Insufficient progress in F-35 mission systems testing“

    „Insufficient time and resources to conduct all required weapons delivery accuracy
    (WDA) events“

    „Insufficient progress in gun testing.“

    „Ineffective operational performance.“

    „Numerous remaining deficiencies and technical debt.“

    „Shortfalls in the Autonomic Logistics Information System (ALIS).“

    „Inadequate aircraft availability“

    „Insufficient progress in air-to-air range instrumentation“

    „Substantial Risks to Follow On Modernization“

    Artikel zum aktuellen Bericht:

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-01-10/f-35-needs-rigorous-review-by-trump-team-pentagon-s-tester-says

    62 Seiten dieses Jahr, 12 mehr als letztes Jahr.
    Wer sich da durch ackern will:
    http://www.dote.osd.mil/pub/reports/FY2016/pdf/dod/2016f35jsf.pdf

    Auch alle andern Berichte liegen vor:
    http://www.dote.osd.mil/pub/reports/FY2016/

    Da findet sich auch sowas wie das ‚CH-53K – Heavy Lift Replacement Program‘
    http://www.dote.osd.mil/pub/reports/FY2016/pdf/navy/2016ch53k.pdf

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   11. Januar 2017 - 9:36

    @SvD
    In Kenntnis Ihrer F-35 Vorbehalte, aus meiner persönlichen Wiedervorlage:
    „General Robert S. Walsh, Commanding General, Marine Corps Combat Development Command, and Deputy Commandant, Combat Development and Integration –
    Einsatz F-35 bei CJTF OIR gegenüber der U.S.-Presse für 2017 angekündigt hat.
    Stand September ’16!
    Sie wissen mehr, Fakten, also ohne unterstellte Postenabsicherung bei Lockheed?

  • Wurst   |   11. Januar 2017 - 16:00

    Neue Ausschreibung Sturmgewehre für Spezialkräfte der Bundeswehr.

    http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:11006-2017:TEXT:DE:HTML&src=0

  • klabautermann   |   11. Januar 2017 - 16:26

    @Klaus-Peter Kaikowsky

    Hihi (der Hausherr möge mir verzeihen), aber nun muß ich doch einmal den Bullshit-Echokammer-Effekt ansprechen: der besteht darin, dass der Bulle in seiner Info-Biased-Chamber mehr und mehr Shit erzeugt und irgendwann ist die Kammer voll. Genau, der Bulle ertrinkt in seiner eigenen Info-Scheisse wenn er nicht die selbst-gestrickten Wände seiner Echo-Kammer aufbricht.

  • Nathael   |   11. Januar 2017 - 16:50

    Herstellung und Lieferung von Sturmgewehren für die Spezialkräfte der Bundeswehr
    http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:11006-2017:TEXT:EN:HTML&tabId=1

    Hier gefunden: http://www.doppeladler.com/forum/viewtopic.php?p=52498#p52498

  • J-P-W   |   11. Januar 2017 - 17:55

    @ Nathael: Das Bild entstand meines Wissens im Rahmen der Erprobung.

  • Ziethen   |   11. Januar 2017 - 18:05

    Die belgische Marine möchte die zukünftig zulaufenden Fregatten mit der Fähigkeit zu BMD ausstatten, allerdings ist bisher kein Budget zur Beschaffung der nötigen Abfangraketen vorhanden. Schöne Grüße aus Schilda ;)) …

    Bitte zurücklehnen und den letzten Satz im Beitrag geniessen: Auch die belgischen Streitkräfte sollen die „Karel Doormann“ mitnutzen dürfen. Jetzt teilen sich schon drei Nationen einen Dampfer!

    https://www.hartpunkt.de/2017/01/11/belgien-will-fregatten-fuer-abfangraketen-ausruesten/

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   11. Januar 2017 - 19:01

    @Ziethen
    Karel Doorman dividiert durch drei Finanzhabenichtse, anders legen die NLD das Ding still.
    Zudem sind die NLD und BEL mit ihren Marinen derart verflochten, siamesische Zwillinge, der eine kann ohne den anderen nicht.
    @Klabautermann
    Ich halte mich an Fakten. In seiner ersten PK im neuen Jahr (soeben) hat Trump die F-35 durch die Bank gelobt. Muss er, möglich.
    Die Bullen Trump und General Robert S. Walsh können sich Ihr Szenar gar nicht leisten.
    Der Flieger kommt.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Januar 2017 - 11:15

    F-125 „Baden-Württemberg“ heute in Wilhelmshaven offizielle Vorstellung?
    Eintrag/Bilder dazu?

  • Hubi   |   12. Januar 2017 - 11:57

    Serbien kauft neun H145M.

  • Stephan L.   |   12. Januar 2017 - 12:20

    Nachdem der Verlust mehrerer türkischer Leopard 2A4 in Syrien hier ja bereits vor ein paar Tagen diskutiert wurde, hat Welt Online jetzt einen großen Artikel darüber gebracht („IS-Kämpfer zerstören den deutschen Panzer-Mythos“). Der Bericht des Wirtschaftsredakteurs Gerhard Hegmann enthält für uns zwar nichts wirklich neues, ist aber nichtsdestotrotz recht lesenswert. Der Autor verweist u.a. darauf, dass der Mangel an Reaktivpanzerung und abstandsaktiven Maßnahmen für Kampfpanzer besonders im urbanen Umfeld eine Schwäche sind.
    Ich bin mal gespannt, ob solche Artikel die Haltung der Bundeswehr zu solchen Systemen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen beeinflussen können.

  • Jochen   |   12. Januar 2017 - 12:26

    Ist das ‚Sex-Seminar‘ mit vdL der heutigen BILD fake oder soll es das wirklich geben?

  • Voodoo   |   12. Januar 2017 - 12:39

    Ggf. macht Welt Online jetzt ein bisschen Stimmung für die Rheinmetall-Aktie? ;-)

  • Zimdarsen   |   12. Januar 2017 - 12:43

    @Jochen

    Startschuss für mehr Vielfalt

    Berlin, 10.01.2017.
    Die Chancengerechtigkeit von Angehörigen sexueller Minderheiten in der Bundeswehr steht im Mittelpunkt eines hochrangig besetzten Workshops am 31. Januar 2017 in Berlin

    https://www.bmvg.de

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Januar 2017 - 12:55

    @Stephan L.
    Bild präsentiert alten Wein in neuen Schläuchen, wie Sie ja auch darstellten.
    Dann bleibt „Bild“ auch noch oberflächlich, was für UrbanOp geeignete Varianten anbetrifft.
    The Leopard 2 PSO
    variant is designed specially for urban warfare
    , which had been encountered in peacekeeping operations with increasing frequency. Therefore, the Leopard 2 PSO is equipped with more effective all-around protection, a secondary weapons station, improved reconnaissance ability, a bulldozer blade, a shorter gun barrel (for maneuvering on urban streets at the expense of fire range), non-lethal armament, close-range surveillance ability (through camera systems), a searchlight and further changes to improve its perseverance and mobility in a built-up non-wide open area.
    The Leopard 2A7+ is designed to operate both in low intensity and high intensity conflicts.The tank’s protection has been increased by modular armour; the frontal protection has been improved with a dual-kit on the turret and hull front, while 360° protection against RPGs and mine protection increase the survivability of the tank in urban operations.
    Zudem, was auch hier bereits Anlass zu posts war, urban operations fordert intensive Gestaltung der Zusammenarbeit mit Inf/PzGren/Art/PzPi/CAS-JFST. Wenn all dies in Syrien bei den Türken vor al-Bab fehlte, kann jeder der bei der AT-4 den Feuerschalter drücken kann, 2A4 ausschalten.
    Hoffentlich lernen die Türken.
    Das „Geheimnis“ nennt sich „Gefecht der verbundenen Waffen“.

  • closius   |   12. Januar 2017 - 13:15

    Nachdem es hier keinen Thread zur Ausschreibung des neuen Sturmgewehres für die Spezialkräfte gibt, auf welche Mitkommentatoren hier schon hingewiesen haben, stellt sich mir vor allem die Frage, ist die Ausschreibung für die Spezialkräfte wirklich unabhängig von der Ausschreibung von einem neuen Standardsturmgewehr für die ganze BW oder folgt hier schon eine Vorentscheidung?

    Denn die BW könnte sich ja nach einer Entscheidung für ein neues Sturmgewehr für die Spezialkräfte, deren Beschaffungsentscheidung einfach anschließen, denn was für die KSK gut genug ist, müsste ja erst Recht gut genug für den Rest der Truppe sein, es sei denn die Truppe will ein anderes Kaliber, aber dafür spricht ja bis jetzt nichts.

    Oder sind der Truppe 640 EUR pro Sturmgewehr vielleicht zu teuer?

  • marvin   |   12. Januar 2017 - 13:28

    Für Olli-Fans: Es gibt wieder eine neue Folge. :)

  • Uwe   |   12. Januar 2017 - 13:29

    @ Jochen:
    Kein Fake. Ist auf Intranetseite BMVg zu sehen. Dass BILD natürlich alles immer ein bißchen platter darstellt, war zu erwarten.

  • Uwe   |   12. Januar 2017 - 13:58

    Wünsche dem Hausherrn beim Moderieren zum aktuellen Genderthema schon mal eine glückliche Hand! Wird bestimmt spannend …

  • AoR   |   12. Januar 2017 - 14:15

    @Jochen: Ja, und das ist gut so.

  • MHDD   |   12. Januar 2017 - 14:22

    Dann könnte man im Interesse einer glücklichen Hand auch erwähnen, dass es sich nicht um ein „Sex-Seminar“, sondern um ein Seminar zu sexuellen Minderheiten handelt.
    Das ist doch etwas anderes. (So wie ich das verstehe.)
    Man kann zu dem Thema stehen, wie man will, aber ein Thema, das kommen wird, proaktiv anzugehen, ist allemal besser, als auf den Skandal zu warten.
    Abgesehen davon ist es für Vorgesetzte vielleicht besser, Orientierung zu bekommen, als alleine im Fettbottich schwimmen zu dürfen. Den lieben langen Tag gibt’s auch noch andere Themen, da hilft’s, wenn man nicht ständig das Rad neu erfinden muss.

  • J-P-W   |   12. Januar 2017 - 15:08

    Die Truppe dürfte die sicherheitspolitischen Schwerpunkte ihres teuer beratenen Managmentes im Bendler-Block eher als befohlene Begeisterung wahrnehmen.

  • MikeMolto   |   12. Januar 2017 - 15:14

    Uwe | 12. Januar 2017 – 13:58

    „Wünsche dem Hausherrn beim Moderieren zum aktuellen Genderthema schon mal eine glückliche Hand! Wird bestimmt spannend …“

    Wohl kaum spannend, es ist doch alles verordnet und geregelt.

  • Hans Schommer   |   12. Januar 2017 - 15:42

    „Umgang mit sexueller Identität und Orientierung in der Bundeswehr“ – was gibt’s denn da noch zu sagen? Streitkräfteintern sicher nix, weil alles geregelt.
    Aaaaaaber – die Zielgruppe sollen ja Parlamentarier, die Mitglieder des Beirat Innere Führung und die Inspekteure sein. Und da bin auch ich der Meinung: Eine Unterrichtung, wie die „truppe tickt“ – auch bei diesem Thema – schadet sicher nicht ;-))).
    Hans Schommer

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Januar 2017 - 16:06

    SH beschafft angesichts latenter terroristischer Bedrohung G36c, Thorsten Albig/n-tv.

  • MikeMolto   |   12. Januar 2017 - 16:09

    @ Hans Schommer | 12. Januar 2017 – 15:42

    Wenn das das Thema sein sollte… bitte. Es liest sich allerdings so als sollte der einberufene Kreis der Truppe Informationen und Handlungsmaximen verordenen…

  • Zimdarsen   |   12. Januar 2017 - 16:21

    Workshops waren und sind in der Regel keine Befehlsausgaben. Es geht wohl eher um Informationsaustausch und Gedankenanstöße.

  • J-P-W   |   12. Januar 2017 - 16:40

    Ja, so habe ich es auch verstanden. Aber vielleicht verklickern der GI und die Inspekteure der Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche der teuer beratenen Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt im Frieden endlich einmal, daß Streitkräfte sich nicht wie Unternehmen managen lassen und daß nun endlich mal wieder Sicherheitspolitik zu gestalten sei. Es kann doch nicht sein, daß irgendwann BigMäcKinski oder wer auch immer die Landesverteidigung powerpointiert.

  • Hans Schommer   |   12. Januar 2017 - 16:40

    Ich bin 1976 eingetreten. Da war die Truppe wirklich noch „Spiegelbild der Gesellschaft“, aber auch noch bestimmt durch die sehr konservativen Ansichten der älteren Kameraden. Das hat sich m.E. in den letzten vier Jahrzehnten stark geändert. „Spiegelbild der Gesellschaft“ stimmt nicht mehr, aber bezüglich der Toleranz in Sachen „sexueller Ausrichtung“ ist die Bw inzwischen nicht mehr zu toppen. Dabei lege ich Wert auf die Feststellung, dass sitten- und rechtswidrige Ausrichtungen wie Pädophilie meiner Wahrnehmung nach im Kameradenkreis geächtet sind.
    Hans Schommer

  • J-P-W   |   12. Januar 2017 - 16:47

    Toleranz ist das eine, aber selbst die scheint ja heutzutage schon rückständig zu sein. Da muß wohl Begeisterung befohlen werden. Die Bundeswehr – ein Spiegelbild für die Society-Klatschspalten.

  • AoR   |   12. Januar 2017 - 16:57

    @Hans Schommer: Hm, meine Perspektive ist eher die aus der sicht eines Trainers Sport und langjährigen Vereins zu Leibesübung und Lebenretten.

    Mein Blick auf die jüngere Generation hat schon zur ein oder anderen Verwunderung geführt. Immer weniger ist „geregelt“, daran haben wir Liberalen unseren Anteil. Zum Anderen bringen Internet und Informationszeitalter zunehmend eine Flut unsortierter (teils bedenklicher) Informationen mit sich, so auch zum Themenumfeld Sexualität.

    Hierbei ist Sex etwas das jeder hat und sexuelle Orientierung etwas das noch mehr verankert ist als Religion, also eher wie Herkunft und Geschlecht. Dennoch kommt es zu massiver Stigmatisierung diametral zu den Werten GG Art. 2 und besonders GG Art. 3.

    Innerhalb der Truppe ist da bzgl. Art. 2 sicherlich GG-konform geregelt was im Zuge des Kernauftrags geregelt gehört (Fraternisieren?) Dennoch bleibt Artikel 3 unangetastet wie eine bittere Tatsache.

    Getrieben durch Globalisierung sind gerade Werkrealschulen (Hauptschule / Realschule ) intensiv beschäftigt Artikel 3 in Hinblick auf Rasse und Konfession zu vermitteln, Sexualität kommt dabei oft zu kurz. Gerade den jungen Rekruten wünsche ich hier, dass sie sich Jahre später an die Truppe al eine Institution erinnern, welche ihnen Charakterbildung wie auch Persöhnlichkeitsentwicklung anbot und motivierte.

    Und gerade die Gesellschaftlichen Tabuthemen waren die Fallstricke von Morgen. Von Dogma bis Denk- und dann Chick-/Redeverbot.

    Denke da besonders an die multikulturelle Truppe von Morgen. Wer sagte noch zu meinen Kollegen mit islamischem Migrationshintergrund: „Ursache für viel Gewalt in MENA ist ein krankhaftes Verhältnis zur Sexualität“

    P.S: Nicht falsch verstehen, etwa 20 km von hier ländliches Gebiet, spannungen zwischen pietistischen und katholizistischen Dörfern, wenn die in die Stadt kommen um sich zu „befreien“ – ojeoje – von gebrochenen Rippen bis Schwanger.

  • Voodoo   |   12. Januar 2017 - 17:01

    @ AoR

    Klingt nach dem typischen Eifel-Dorf… ;-)

  • AoR   |   12. Januar 2017 - 17:04

    @Voodoo: Weit gefehlt, ab nach Süd Süd Ost noch vor den Badenern ;)

  • FK70   |   12. Januar 2017 - 17:25

    Ich denke, dass Diversity samt Ziele für Chancengerechtigkeit von allen unterschrieben werden können. Schon vor vdL gab es dazu gute Workshops etc. am ZInFü, zuletzt auch wieder beim DBwV und meines Wissens sogar im Kdo Heer. Fraglich ist für mich, warum sich die IBUK immer selbst auf solche Themen setzen oder unterstreichen muss, dass das alles aufgrund IHRER Initiative geschieht. Auch Beratung scheint da nach Aussagen einiger ‚Kollegen‘ im BMVg nur bedingt gewollt. Ähnliches erlebt man doch auch beim Thema Compliance. VdL ist es, die das Thema setzt und medial vermarkten möchte. Und dabei wird immer wieder betont, dass so das BMVg unter ihrer Leitung Vorreiter und weitaus besser ist als andere Ressorts. Zielrichtung der gesamten Kommunikation bleibt der Berliner Raum, die Truppe interessiert da nur bedingt. Ach ja, und sollte eine IBUK nicht auch einmal mehr über andere Themen wie Einsatzbereitschft, Robustheit etc. sprechen? Vielleicht wäre auch einmal eine große Rüstungskonferenz zielführend? Aber nein, ist ja „igittttt“ oder schlicht nicht sexy ;-)

  • Koffer   |   12. Januar 2017 - 17:42

    @FK70 | 12. Januar 2017 – 17:25
    „Ich denke, dass Diversity samt Ziele für Chancengerechtigkeit von allen unterschrieben werden können.“

    Das kommt darauf an…

    Eine im Sinne des GG verstandene echte Chancengerechtigkeit und eine im Sinne der Verfassungsauftrags der Bw verstandenes Interesse an „Diversity“ kann ich unterschreiben.

    Was die Ministerin derzeit daraus macht nicht. Ein Beispiel gefällig?

    Die Schaffung des „Karriere-Tandems“ indem (derzeit ausschließlich) weibliche Nachwuchsführungskräfte mit B6+ „gekoppelt“ werden, damit die jungen Frauen unter den Fittichen der Generalität (zivil vergleichbar) Karriere machen.

    Nichts gegen „mentoring“ von jungem Potential (machen die SK ja bereits seit Jahrhunderten so), aber den aktuellen, formalisierten Ansatz mit der Beschränkung auf weibliche Teilnehmer empfinde ich als Streitkräfte-untypisch und zudem diskriminierend ggü. männlichen Nachwuchsführungskräften.

    Ein zweites Beispiel? Der mehr als nur sanfte Druck von Seiten der Ministerin um jedem Preis möglichst schnell möglichst viele weibliche Teilnehmer auf den LGAN zu bringen. Vollkommen ignorierend, dass durch die zeigenden notwendige Vorlauffrist von 12-15 Jahren erst jetzt nach und nach Frauen überhaupt altersmäßig in Frage kommen und erst in einigen Jahren eine ausreichend große Menge an guten (!), weiblichen Kandidaten besteht.

    Zusammenfassung: Das was die Ministerin und ihre „Gefolgschaft“ derzeit im Ministerium anrichten ist m.E.n. nicht im Sinne von Chancengerechtigkeit der Frauen und diversity im Sinne der Kampfkraft der Streitkräfte :(

  • Koffer   |   12. Januar 2017 - 17:43

    NACHTRAG
    In Bezug auf den Rest Ihrer Äußerung:
    +1

  • Jochen   |   12. Januar 2017 - 18:03

    @ FK 70: habe eben dazu auf der Seite BMVg gelesen. Bin bei Ihnen:
    a) die Ziele kann keiner kritisieren
    b) das ‚Vermarkten‘ a la vdL bewerte ich ähnlich. Eigentlich schade, denn so kann ein gutes Thema auch einen faden Beigeschmack bekommen.

  • Hans Dampf   |   12. Januar 2017 - 18:06

    Eben weil es Defizite gibt, die weitaus schwerer wiegen, werden solche Veranstaltungen/Verlautbarungen in weiten Teilen „der Basis“ so aufgenommen, wie sie aufgenommen werden: um die wirklich wichtigen Dinge kümmert man sich nicht – oder nur halbherzig, aber um Dinge mit wohlklingenden, neudeutschen Modewörtern kümmert sich Frau Ministerin umso mehr.
    Uns hat sich auf einem Lehrgang eine Frau Oberstleutnant vorgestellt. Von den fünf Unterrichtsstunden handelte eine ganze von ihrem ganz persönlichen Schicksal – mit dem eigentlichen Thema der Unterrichtung hatte das freilich nichts zu tun. Immerhin weiß ich jetzt, dass eine Gesichtsenthaarung an die 10.000 Euro kostet. In meinen Augen ist das Thema „Gender“ etc. längst „normal“ geworden; nicht die Tatsache, dass man es ist – das wird auch vermutlich immer die Ausnahme bleiben – sondern dass es sie in der Bw gibt. Dieses Gewese darum konterkariert das ganze doch eher, als das es nützt. Wenn man etwas selbstverständliches derart betont, dann ist doch etwas faul.

  • Uwe   |   12. Januar 2017 - 18:42

    Mit ein paar anders Orientierten haben Truppe und Stäbe nach meiner Beobachtung keine wirklichen Probleme mehr.
    Problem ist vielmehr, dass vdL nicht von ihrer Masche lassen kann. Also auch nicht den Blick für wirklich Wichtiges hat. Wenn ich politisch einschlägig interessiert wäre, würde ich sie im Wahlkampf damit zu diskreditieren suchen.
    Hörte auch schon mal den Flurspruch, dass Abgasvorschriften und die neu zu bauende Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals diversitygemanaged, gendergerecht und familienfreundlicher hätte werden müssen – wenn vdL Verkehrs- statt Verteidigungsministerin geworden wäre.

  • Hans Schommer   |   12. Januar 2017 - 19:17

    Das Thema „Geschlechtsumwandlung“ hatte ich heute Vormittag „gar nicht auf dem Schirm“! Da sah ich vor Jahren in einem Einsatz mal Erörterungsbedarf. KFOR 200X – eine Frau Major (d.R.) wurde der MNTF in Prizren zu PIO zugeteilt. Die Person (Begriff nur gewählt, um nicht anzuecken) hatte zwei Jahre vorher schon mal als Hauptmann im Bereich geübt. Dann eben sich persönlich gefunden und die Umwandlung konsequent angegangen. Als „sie“ – und diese Zuordnung war vom BMVg abgesegnet – zum Einsatzverband kam, war die operativ-physische Geschlechtsumwandlung allerdings noch nicht begonnen. Neben der Änderung der Personaldaten deuteten nur lange Haare auf das neue Geschlecht hin. War für uns DEU Kameraden kein Problem. Nur: Die Führung der Brigade lag gerade bei den Türken. Und der einzige Offizier, der mit der Situation souverän umgegangen ist, war der Kommandeur. Aber die Arbeit in der Abteilung wurde von der Person in geradezu hervorragender Weise erledigt – so war vordergründig alles i.O..
    Was aber nicht nur ich mich gefragt habe: Warum musste man dieses „soziologische Experiment“ unbedingt im Einsatz starten?
    Hans Schommer
    Hans Schommer

  • Carsten   |   12. Januar 2017 - 19:20

    Die Schweiz beendet gerade größere Teile ihres Funk-Modernisierungsvorhabens. Geplant war mal, neben Sprache auch Daten über Funk auszutauschen. Aus den Fehlern wird die Bundeswehr in der kommenden Beschafung hoffentllich lernen.

    Wobei etwas unklar ist, was genau da die Überraschung ist: Dass die aktuellen Funk-Lösungen für so etwas allesamt zu wenig Bandbreite haben, ist klar. Zum Vergleich: LTE-Netze bestehen aus mehreren hundert MHz-Frequenzbereichen. TETRA z.B. aus einem 10 MHz breiten Band.

    *http://www.vbs.admin.ch/content/vbs-internet/de/die-aktuellsten-informationen-des-vbs/die-neusten-medienmitteilungen-des-vbs.detail.nsb.html/65196.html
    (vgl. auch tagesanzeiger.ch)

  • Voodoo   |   12. Januar 2017 - 19:23

    @ Hans Schommer

    Frau Major, rotes Barett, ca. zur Unabhängigkeitserklärung im Land?