Marine-Einsatz vor Libyen: Kampfschwimmer gegen Waffenschmuggler (m. Nachtrag)

2013313_kampfschwimmer_eckernfoerde

Falls sich noch jemand erinnert: Bei der Verlängerung und Erweiterung des EUNAVFOR MED-Mandats für den Marineeinsatz vor der libyschen Küste hatte die Bundesregierung im Juni auch mehr Möglichkeiten zum Einsatz militärischer Gewalt eingefügt:

Bei der Schleuserbekämpfung wie der Durchsetzung des Waffenembargos können die beteiligten EUNAVFOR-Einheiten militärische Gewalt anwenden, das galt ja schon für die bisher festgelegten Aufgaben. Aber in der Bundeswehr wird auch erwogen, Boote mit Schleusern oder Waffenschmugglern auch bei Gegenwehr zu stürmen: Es gehe bei Sophia auch darum, opposed boarding möglich zu machen, sagte Generalinspekteur Volker Wieker Ende Mai bei einem öffentlichen Vortrag in Berlin.
Wer das unter welchen Bedingungen machen soll, wird eine interessante Frage.

Diese Frage scheint zumindest teilweise beantwortet: Künftig sollen, so berichtet der Spiegel Online-Kollege Mathias Gebauer, Kampfschwimmer diese Aufgabe übernehmen:

Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen schickt das Verteidigungsministerium erstmals eine Einheit von Kampfschwimmern vor die libysche Küste. Die Elitekämpfer der Marine sollen sich dort im Rahmen der EU-Militäroperation „Sophia“ unter Wasser lautlos Flüchtlingsbooten nähern, die Schiffe entern und mutmaßliche Schleuser festnehmen.
Insgesamt werden in den kommenden Wochen rund 70 Soldaten der Kampfschwimmer ins Mittelmeer verlegt.

Wirklich überraschend ist der Einsatz von Kampfschwimmern nicht – denn bei der Marine sind nur die, wie es heißt, befähigt, opposed boarding durchzuführen. Ich hatte nur nicht daran gedacht, dass das ja auch von unten kommen und das Schiff übernehmen heißen kann…

Eine offizielle Bestätigung für die SpOn-Meldung habe ich noch nicht.

Nachtrag: Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass der Einsatz von Kampfschwimmern geplant sei zum opposed boarding – aber nur für die Bekämpfung des Waffenschmuggels. Der Einsatz dieser Spezialkräfte gegen Schleuser sei nicht vorgesehen, sagte ein Sprecher. Zudem sei die von Spiegel Online genannt Zahl deutlich überhöht.

(Danke für den Leserhinweis)

(Archivbild 2013: Kampfschwimmer bei einer Boarding-Übung in der Eckernförder Bucht – Bundeswehr/Björn Wilke)

35 Gedanken zu „Marine-Einsatz vor Libyen: Kampfschwimmer gegen Waffenschmuggler (m. Nachtrag)

  1. Nehme an, der Großteil der 70 Soldaten sind keine Kampfschwimmer sonder Unterstützungskräfte. Theoretische Frage: Hat die Marine überhaupt 70 Kampfschwimmer?

  2. als man hier letztes und anfang diesen jahres für eine robuste Abwehr illegaler migration plädiert hat wurde man (auch vom Autor) noch als degoutanter nationalchauvinist am rande der verfassungstreue diskreditiert, bzw. ensprechende diskussionsansätze unterbunden.

    tempi passati

    [Ziemlicher Bullshit. Was Sie meinen, ist ‚Kampfschwimmer gegen Flüchtlinge‘, und eine solche Debatte habe ich unterbunden und werde das auch weiter tun. Stelle mit Bedauern fest, dass solche Ansätze offensichtlich wieder hochkommen. Aber danke für den Hinweis, es bietet sich an, den ganzen Thread auf moderiert zu setzen, genau aus dem Grund. T.W.]

  3. @Essener

    Anlässlich des Kommandeurswechsels im September wurde gegenüber der „Eckernförder Zeitung“ erwähnt, dass nicht alle Planstellen besetzt seien, man in den letzten 50 Jahren aber nie eine so gute Nachwuchslage wie heute“ habe. Über die tatsächliche Zahl der aktiven KS hält man sich natürlich bedeckt. Übrigens wurde bei der Gelegenheit auch von einem „bevorstehenden größeren „Einsatz“ gesprochen.

  4. Wie kann ich mir das bitte vorstellen, von Kampfschwimmern habe ich keine Ahnung:
    Ein Schiff von uns sichtet ein überfülltes Boot, das lässt auf Flüchtlinge schließen.
    Dieses Boot hält an, man weiß ja aus Erfahrung dass man gerettet wird. Also fährt unser Schiff oder ein Beiboot dort hin, lässt aber vorher die Kampfschwimmer raus. Dann verzögert man die Hinfahrt noch ein wenig, die Kampfschwimmer brauchen ja auch Zeit sich anzunähern. Völlig überraschend tauchen die Kampfschwimmer auf, identifizieren die Schleuser und machen sie kampfunfähig.
    Woran erkennen sie die Schleuser? Sobald Sichtkontakt besteht werfe ich als Schleuser doch alles belastende über Bord?
    Oder werden die Kampfschwimmer mit Fallschirm völlig überraschend aus einem Hubschrauber geworfen?
    Es wäre nett, wenn mir jemand die Einsatzmöglichkeiten von Kampfschwimmern gegen Schleuser erklären könnte,
    Werferfehler
    P. S.: Die Verwendung von „Schiff“, „Boot“ etc. nicht ernst nehmen, es gibt Unterschiede aber die kann (und will) ich mir nicht merken,
    WF

  5. @all

    Ein Teil der aufgeworfenen Fragen klärt sich durch die Stellungnahme BMVg dazu, oben im Nachtrag.

  6. By the way…

    @Klabautermann

    …Für den Einsatz bei Sophia als opposed Boarder sind imho die Kampfschwimmer gegenwärtig ganz bestimmt nicht FOC, allenfalls IOC (Ihr Beitrag vom 22.Juni 2016 12:12).

    Also entweder wurde hier seit Juni eine erstaunliche Entwicklung vollzogen oder Sie sollten Ihre nicht öffentlichen Quellen überprüfen.

  7. @Werterfehler

    Nach meiner Einschätzung ist die genannte Annährungsmethode (…unter Wasser lautlos Flüchtlingsbooten nähern, die Schiffe entern…) eher eine Nebelkerze, um die effektiveren Verbringungsmittel / Methoden zu verschleiern. Ich denke, das obige Bild kommt der Realität schon ziemlich nahe.

  8. Ein 1a Bild!

    Zu „von unten“: Zur Abschreckung indirekt mit einem U-Boot zu drohen verfehlt seine Wirkung sicher nicht.

  9. „Wirklich überraschend ist der Einsatz von Kampfschwimmern nicht – denn bei der Marine sind nur die, wie es heißt, befähigt, opposed boarding durchzuführen.“

    Wofür gibt es dann eigentlich die Bordeinsatzkompanie des Seebataillons?

  10. @Bürger
    Für unopposed boarding was öfter vorkommt als man denkt.

    All die Operationen zur Embargo Überwachung sind in der regel unopposed auch bei Piraterie wird sich üblicherweise nicht aus dem kleinen Holzboot gewehrt wenn die Fregatte daneben auffährt.

    Aber meiner Ansicht nach schon eine verschenkte Chance der Marine, dass man nicht eine Art EGB Boarding Zug aufstellt, besonders um KS zu entlasten. Die Marine ist darin aber ja leider sehr gut. Es steckt immer überraschend viel potential bei der Marine aber da die Chancen außerhalb der klassischen Marine Bereiche liegt wird das ignoriert.

  11. Das die Marinesicherung das Thema Boarding übernommen hat lag ja daran das die Kampfschwimmer „Land unter“ gemeldet haben. Über die Jahre hat die Bordingkompanie eine gute Expertise dazu aufgebaut, die aber in der letzten Zeit stark gelitten hat.
    Es hätte auch Sinn ergeben wenn man den erfahrenen Boardingsoldaten eine Weiterentwicklungsmöglichkeit in Richtung EGB = Grüne-Kompetenz gegeben hätte aber das wurde in den späteren Jahren in der Kompanie/ im Bataillon verpennt.

    Mit Aufstellung des SEK M wurde unter dem ersten Kommandeur (Marinesicherer) ja die SEG (Schnelle Einsatzgruppe) vergleichbar EGB = Grüne-Kompetenz ins Leben gerufen die auch gute Fortschritte gemacht hat. Diese SEG sollte als Bindeglied und Entlastung zu den KS dienen wurde aber unter den nachfolgenden Kommandeuren (KS) aufgelöst.

  12. @DerGrüne

    seufz… ihre erneute Geschichtsrevision von SEG und BoardKp ist ermüdend.

    1. Die Grundidee der SEG (und ja das ging in Richtung heutiger SpezlKr EGB) war gut, die Umsetzung und Führung damals aber so unprofessionell und schlecht, dass jeder Kommandeur mit ein wenig Verstand es einstampfen musste. Die Nummer war so aus dem Ruder gelaufen, dass ein gewisser POint of no return überschritten war und die Notbremse das einzig richtige war. Eine ähnliche Entwicklung der SpezlKr H EGB zum „KSK light“ gab es unter ähnlich schlechter Führung ja wieder, wurde aber Gott sei Dank wieder eingefangen und den Leuten der Kopf gewaschen. Das ist bei einigen Kameraden der SEG Idee bis heute ja nicht möglich.

    2. Die BoardKp SEKM hatte viel Erfahrung in Sachen Counter Piracy – das bedingte die Einsatzlage ATALANTA. Vorher hatte sie Erfahrung in Sachen Embargo mit OEF und Sharp Guard. Danach hatte sie Erfahrung mit Schiffsschutz (VPD/MPE). Gleichzeitig hatte sie das nie. Unprofessionelle Führung von Landeinheiten scheint ein beliebtes Hobby in der Grünen Marine zu sein. Bis vor kurzem war diese Einheit nicht in der Lage professionelle und strukturierte Ausbildung aufzuweisen. Kein Konzept, keine straffe Führung aber ein bunter Haufen von „Experten“.
    Mit Aufstellung des Seebtl haben alle „grünen“ Einheiten der Marine eine deutliche Professionalisierung und Struktur der Ausbildung bekommen. Alles was man so als Klagen der „Alten“ hört zielt im Kern darauf ab, das man nicht mehr einfach tun und lassen kann was man will und plötzlich Führung da sei (und das stört wohl viele). Dies gilt übrigends für alle Einheiten dort.
    Wer noch die Auswüchse des SEKM erlebt hat, ist heute erleichtert und erfreut über die Zusammenarbeit mit dem SeeBtl aber auch dem KSM. Auf allen Seiten ist ein positives Selbstverständnis eingetreten, das die Fähigkeiten der Marineinfanterie definitiv nach vorne gebracht hat.

    Die Weiterentwicklung der Fähigkeiten ist dabei noch lange nicht abgeschlossen und Gedankenspiele um so etwas wie eine EGB Fähigkeit gibt es natürlich bereits schon länger. Die Neuordnung der Spezialisierten Kräfte, spezialisierte Kräfte EGB und Spezialkräfte ist – unlängst auf treiben der Lw – im Gange. Lw und Marine haben bis heute nicht definiert was für sie SpezlKr Lw EGB sind bzw der maritime Ableger. Wichtig hierbei (um den Bogen zur SEG zu schlagen) ist aber das der Bedarfsträger (SpezKr) definiert was seine direkte taktische Unterstützung leisten muss/soll nd sich die Einheit das nicht selbst ausdenkt (SEG).

    Aus Marinesicht kann ich ihnen bereits sagen, dass die Flotte die Wichtigkeit dieser Kräfte bereits verstanden hat und sich heute mehr Gedanken um deren Einsatz machen wie es die Einheiten früher sekbst getan haben.
    Ja ich weiss das SEKM war ein tolles Abenteuer für viele, aber ganz ehrlich: Es war ein auf Einheitsebene teils stümperhafter Haufen. Mit einer professionellen militärischen Einheit die ihrem eigenen Anspruch gerecht wird hatte das nix zu tun. Das kommt jetzt gerade erst – braucht aber auch überall Zeit.

    Und das kann ich ihnen schon als „derBlaue“ sagen ;)

  13. und ich weiß es wurde schon gesagt aber.
    Haben wir schon den 1. April?
    Es wurde oft genug gesagt dass die Schleuser ebend nicht auf den Schlauchbooten sitzen (wobei ich mich beim drüber nachdenken ehlich frage wo die die in der Lybischen Wüste eigendlich her kriegen).
    Fakt ist ja nunmal dass die Boote aufgeblasen werden, mit halb verhungerten leuten vollgeladen werden und mit einem Kompass und nem Telefon und sprit richtung norden geschikt werden (nachdem ihnen sämtliche papiere und Geld abgenommen wurden). Was haben kampschwimmer da zu suchen?

  14. Ich vermute einmal, dass die Kampfschwimmer so ziemlich kurz vor der „Meuterei“ standen ;-) Fast die ganze Flotte ist mittlerweile irgendwie in Einsätzen gebunden und diese hochtrainierten Jungs sitzen in Eckernförde rum und machen einen auf „Scheinerhalt“ – das muß ja frusten. Also ab nach Sophia, da braucht man die ggflls am wahrscheinlichsten. Na ja, und das Label „Opposed Boarding/Waffenschmuggler“ ist halt das Label of Opportunity im Rahmen des Mandates.

  15. @Klabautermann

    Leider sind Ihre Vermutungen nicht besser als Ihre nicht öffentlichen Quellen.
    Frust höre ich eher bei Ihrem polemischen und sachlich falschen Beitrag heraus.

    Schönen Feierabend!

  16. mal eine Detailfrage zum Foto mit dem Boardingteam oben:
    die Jungs im RIB tragen bei der Arbeit offenbar keine Rettungswesten (jedenfalls erkenne ich keine). Ich bin ja kein Sicherheits-Fanatiker – aber ohne Rettungsweste geht ein voll aufgerödelter Boarding-Soldate doch vermutlich verdammt schnell auf Tiefe. wenn er aus dem Boot fällt, oder?

  17. @f28

    Die Kameraden (hier des KSM) tragen eine Rettungsweste, die sehr klein ist und derer unserer Piloten in ihren Überlebenswesten stark ähnelt. Das ist so ein oliver Kragen.

    Sicherheit wird überall groß geschrieben ;)

    @klabautermann

    Es ist wohl nicht der „Frust“ des KSM sondern vielmehr die klare Forderung aus Rom, die diesen Einsatz triggert. Ein Blick auf andere Nationen und deren Einsatz von SpezKr im Rahmen SOPHIA lässt auch Rückschlüsse darauf zu wie ernst es beiden Seiten zum ernsthaften Einsatz ist. Und was man so hört, läuft das auch diesmal besser als bei ATALANTA. Warten wir es ab und wünschen unseren Kameraden das nötige Fortune

  18. @Tanox

    Mir isr durchaus klar und bekannt, dass Kampfschwimmer schon seit Jahren an den Einsätzen teilnehmen – nicht nur an Einsätzen der Marine. Nur eben nicht „öffentlich“ als Kampfschwimmer im Sinne eines Einsatzteams mit besonderem Auftrag. Ich war noch im aktiven Dienst als der „beauty-contest“ mit der GSG9 in Sachen Hansa Stavanger hinter den Kulissen auf Regierungsebene lief – und ich saß hinter den Kulissen
    Von daher habe ich vollstes Verständnis dafür, dass im Sinne von „Identitätspflege“ die Kampfschwimmerkompanie als Marine-Spezialverband etwas mehr „Visibility“ dringend braucht, denn wir wissen ja beide „If U don’t use them, U loose them“, und wir beide wissen auch, dass es am Ende des Tages letztendlich um Ressourcen geht und an die kommt man am ehesten heutzutage über einen „strukturellen“ Einsatzauftrag ran.
    Ich kann noch immer ganz gut zwischen den Zeilen lesen insbesondere was öffentliche Quellen anbelangt (siehe Nachtrag des Hausherren) auch wenn ich nicht mehr hinter den Kulissen sitze ;-)

  19. @Jas

    Neben Fortune wünsche ich in erster Linie den Kameraden, dass sie auch alle Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen, damit sie ihren Auftrag auch safe&sound erfüllen können – wenn es denn „dazu“ kommt.

  20. Bisher hatte ich die Geschichte so gelesen/begriffen: es gibt keine Schleuser auf den Booten mit den Flüchtlingen, die Schleuser bleiben an Land. Und ich befürchte, wenn KS an Bord eines mit Flüchtlingen überfüllten Bootes gehen, denn kentert dieses.

    Das „Einschiffen“ der Flüchtlinge, das Ablegen verhindern, das Schleusen unterbinden, die Schleuser dingsfest machen, das müsste wohl spätestens am Strand Nordafrikas geschenen.

    Kampfschwimmer im Einsatz, da muss doch wirken; es wird alles gut, ob das die Botschaft an die Öffentlichkeit sein soll?

    Was sehe ich nicht, was bleibt mir verborgen?

  21. Nachtrag: Ich hätte doch die Überschrift im Auge behalten, genauer lesen, vor dem Schreiben noch einmal denken sollen, es geht ja gegen Waffenschmuggler, nicht gegen mit Flüchtlingen überladene Boote, nicht gegen Schleuser.

  22. @Klabautermann

    Danke, für Ihre Ausführung.

    Sicherlich ist es zutreffend, dass die KS in Sachen „Vermarktung“ Luft nach oben hat. Allerdings bin ich nicht damit einverstanden, dass die mangelnde Präsenz in der Öffentlichkeit zum Absprechen von Fähigkeiten führt bzw. umgekehrt. Die allgemeine Öffentlichkeit mag das ja so tun, als Insider sollte man es aber besser wissen. Gerade das Beispiel Hansa Stavanger zeigt es ja ganz gut. Man schaue sich zum Beispiel die Verlegung der beiden Einheiten (GSG9 und KS) in das Einsatzgebiet an: Die einen im 4Sterne Hotel mit Pressefoto, die anderen vor der Somalischen Küste (nebenbei der erste Einsatzsprung seit Bestehen der Bundeswehr). Und das Fiasko, was danach folgte, lag ja an der übergeordneten Führung und nicht an den Fähigkeiten der Kräfte vor Ort.
    Nach meiner Einschätzung wird die KS nicht entsprechend ihrer originären Aufgaben / Auftrages eingesetzt und das nicht wegen vermeintlichen Fähigkeitslücken, sondern mangels Willen der Führung.

    Ein Lieutenant vom SEAL-Team formulierte es mal so: Die KS ist der Spitzensportler ohne Wettkampf…

    Aber das ändert sich ja jetzt:-)

  23. Bei einem „opposed boarding“ gegen Waffenschmuggler wäre es sicherlich von Vorteil über einen uneingeschränkt einsatzbereiten Hubschrauber zu verfügen. Vielleicht mit ein Grund weswegen die Briten uns freundlicherweise einen AW159 Wildcat zum Einsatz im Mittelmeer leihen wollen.
    http://augengeradeaus.net/2016/10/baellebad-oktober-2016i/comment-page-2/#comment-248235
    Oder sind die Probleme mit dem Heckausleger unserer Sea Lynx soweit behoben dass sie uneingeschränkt einsatzbereit sind.
    (Das soll jetzt aber kein Aufruf sein dieses Thema als Drehflügler-Ersatz zu benutzen!)

  24. @Tanox

    Erster Einsatzsprung in der Geschichte der Bundeswehr??!!

    Sie wollen ja nicht ernsthaft einen Tag Sprung mit TW09 ins kühle Nass unter Überwachung einer Fregatte weit ab FD Bedrohung als EINSATZSPRUNG bezeichnen😂.

  25. @Tanox

    Psst, nicht weiter sagen: die Kampfschwimmer und die Operateure, Rüster und Einsatzplaner der Marine hatten schon immer gewisse Probleme in Sachen „Fähigkeit“ auf einen gemeinsamen Nenner mit den Kampfschwimmern zu kommen ;-)
    Von daher mag sich dann auch der Willensmangel der Führung erklären. Kleiner Tip noch: Opposed Boarding ist kein Spitzensport für Spezialspitzensportler, vielleicht hat der SEAL da eine Bemerkung gemacht, die man auch ganz anders verstehen kann ?

  26. @All

    Falls es jemanden interessiert, wie es damals wirklich war mit der „Hansa Stavanger“ sei folgende Lektüre empfohlen: Quader in Jahrbuch EF1 2013 – bezogen auf die KS

    @ Fritz

    Schon mal daran gedacht das der Ozean, nicht der Bodensee ist?

  27. Off-Topic

    @ Jas,

    die Frage die ich mir bei Ihren Ausführungen regelmäßig stelle ist ob Sie eigentlich von Seiten der Führung MSK/ SeeBtl damit beauftragt wurden ein poitives Bild dieser beiden Bataillone zu verbreiten.

    Ja das SEK M und auch das MSK waren alles andere als strukturiert nur das SeeBtl macht genau dort weiter mit dem Unterschied das der Stab sich gerne für strukturiert verkauft. Die Führung der einzelnen Kompanien aber genau das Gegenteil gezeigt bekommen.

    Bezüglich der angeblich konzeptlosen Ausbildung in der Boardingkompanie, war die Realität sicherlich so das viel experimentiert wurde (teilweise auch von außen gesteuert), daraus sind unter dem einen oder anderen Chef aber auch entsprechende Konzepte entstanden.
    Das Problem war nur das diese vom nächsten Chef/ Kommandeur wieder über den Haufen geworfen wurden.
    Bei der jetzigen Bordeinsatzkompanie ist die Frage was professionell daran ist wenn man die Ausbildungszeit kürzt und zusätzliche Inhalte einbaut.

    Das momentane Bild was das SeeBtl abgibt hat starke Parallelen zur Aufstellung MSK wo es eine Aufbruchstimmung gab und von allen Seiten waren tolle Pläne für die Zukunft vorhanden, in der Praxis hat man das Personal aus Zeiten des MSichBtl durchgeschüttelt und damit auf anderen Dienstposten weitergemacht und aus den Plänen ist nicht geworden.
    Genau das ist mit dem Wechsel vom MSK/ SEK M ins SeeBtl geschehen und die ersten Weichen sind gestellt das dieses Chaos weitergeht.

    Ich gönne es den Männer der Marinesicherung als Verband einen Schritt nach vorne zu machen, nur ich bin da deutlich skeptisch und Ihre Schönfärberei ändert daran nichts.

  28. @DerGrüne

    uiuiui…

    1. Mich schickt keiner mehr – ich komme schon selbst wenn ich möchte ;)
    2. Ich krieg auch nix dafür
    3. Schönfärberei? mit Nichten – aber das war auch nie Gegenstand meiner Ausführungen
    3.x

    Gibt es weiterhin Probleme (ja Probleme(!) keine „Herausforderungen“) im KSM und SeeBtl?

    Klar wie überall – wenig Personal, die Aktualisierung von Vorschriften hinkt natürlich der Realität weiterhin hinterher, schwierige – da unklare Auftragslage… Das gilt aber eben für alle anderen Dst der Bw auch. Nichts ist Gold.

    Ist das, was das KSM/ SeeBtl heute leistet mehr als MSK/SEKM?

    Ja. Es sind massiv Fähigkeiten hinzugekommen und die Vorhandenen wurden vertieft.

    Ist das, was das KSM/ SeeBtl heute leistet besser als MSK/SEKM?

    Insgesamt geringfügig ja. Aber da gibt es Unterschiede. Einige hatten deutlich mehr Reformbedarf als andere. Es ist aber endlich von Grund auf solide und strukturiert gearbeitet worden in vielen Bereichen. Aber es ist eben kein Experimentierlabor für Hobbyisten mehr. Die Kunst war es nie „tolle“ Ideen zu haben – sie aber innerhalb des Konstrukts Marine umzusetzen – nachhaltig, fundiert und zielgerichtet – ist eben was anderes. Hier punkten die neuen Verbände kräftig – auch wenn es noch früh scheint schon den Output der neuen Ideen zu bewerten – das wird fairerweise 2017-2018 sein.

    Ist der Personaltransfer zielgerichtet und wirkungsvoll?

    Nein – aber das geht im System Streitkräfte eben auch nicht so einfach wie zivil. Ihre angesprochene „Schüttelung“ ist nicht das Aufstellungsdatum sondern beginnt jetzt gerade. Das sind aber einfache Kenngrößen in militärischen Changemanagement Prozessen – keine echte Überraschung. Da gilt es Verpflichtungszeiten, Stehzeiten und Karrieremodelle zu beachten. Da kann man sich auf Einheitsebene krumm machen wie man möchte – Köln hat da die Trümpfe in der Hand.

    Was muss noch passieren das es weiterhin erfolgreich bleibt?

    Anpassungsbedarf gibt es ständig. Allerdings – stimmt das Grundkonstrukt ist dies deutlich leichter als strukturloses Durcheinanderwerfen von Ideen und „Lösungen“. In meinen Augen müssen die Kameraden dort jetzt einen langen Atem haben (pun intended), das Personal sich mit dem Neuen aktiv identifizieren und das implementierte weiterhin verfolgen und an den ausstehenden Säulen weiter aktiv arbeiten – zusammen mit dem Rest der Marine. Und da liegt imho der Knackpunkt: Beide Parteien (Grüne und Blaue Marine) müssen verstehen das es ohne einander nicht geht. Das ist gerade für Blau nicht so ganz einfach. Grün muss verstehen aber auch „blau“ zu denken. Die Marineführung muss lernen die Grüne Marine nicht nur als Unterstützer oder Enabler für blaue Operationen zu sehen sondern als Element eigenständiger Operationsführung mit „blauer“ Unterstützung. Nur wenn das klappt wird unsere kleine Marine ihre eigentlichen Stärken auch vollends zeigen können.

    Ansonsten bleibt es holprig und wir stehen uns im blauen Rock selbst im Wege.

    @Topic

    Bin mal gespannt welche Auswirkungen der gestrige Angriff auf die deutsche NGO haben wird

  29. @ Roter Baron.

    Natürlich ist der Ozean nicht der Bodensee, und es ist nicht meine Absicht die Leistung der KS in irgendeiner weise zu schmälern.
    Dennoch haut man ganz schön auf den Putz wenn hier von einem Einsatzsprung gesprochen wird. Es handelte sich hier um ein Verlegen von Kräfte, da ein einschiffen nicht möglich war. Also wurde der Fallschirmsprung gewählt um die Kräfte an Bord zu bekommen.

  30. Wenn es aus Mangel an personellen Alternativen auch mal PzGren als Krisenreaktionskräfte an Bord von ÄGÄIS-Einheiten verschlägt (d.h. als de-facto-11er Seewache auf Brücke gegangen sind), dann lösen auch mal die Kampfschwimmer das finnische Boardingteam bei SOPHIA ab. Was für Label aus dem RoE-Labelbaukasten dann für die interessierte Öffentlichkeit ins mediale Showcase gepackt werden, tangiert die operative Ebene ziemlich sicher nur perihpher…
    Die Neuordnung der Mandatierung dürfte es nach meinem Kenntnisstand nicht sein, die zum Abzug der Finnen geführt hat, SOPHIA ist ja immer noch rein eu-mandatiert.

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