Neue Zahlen zur Personalstärke: Die kleinste Bundeswehr aller Zeiten

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Die Bundeswehr hatte zum Ende des ersten Halbjahres 2016 insgesamt 176.015 aktive Soldaten und Soldatinnen in ihren Reihen und war damit die bislang kleinste Truppe (nun gut, von den Tagen der Aufstellung mal abgesehen). Nun ist die Gesamtzahl angesichts des Dienstendes von Freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL) gerade Mitte des Jahres ohnehin niedrig, aber in den am (gestrigen) Donnerstag veröffentlichten Zahlen (wie üblich unter dem immer gleichen Link; Vergleichszahlen siehe deshalb unten) wird auch mit 166.523 die bislang niedrigste Zahl an Berufs- und Zeitsoldaten aufgelistet.

Das ist natürlich deshalb von besonderer Bedeutung, weil die von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angekündigte Trendwende Personal und eine mögliche Aufstockung der Truppe unter anderem voraussetzt, dass in diesem Jahr die bislang schon angestrebte Zahl von 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten erreicht wird. Bislang geht der Trend noch in die andere Richtung.

Die aktuellen Zahlen mit Stand Ende Juni 2016:

176.015 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 940
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 1.458
Streitkräftebasis: 41.413
Zentraler Sanitätsdienst: 19.550
Heer: 58.990
Luftwaffe: 28.184
Marine: 15.899
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 943
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.762
Bereich Personal: 6.876, davon 4.112 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 166.523 Berufs- und Zeitsoldaten und 9.492 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt Januar bis Juni: 10.227).

Zur Bundeswehr gehören 19.360 Soldatinnen.

Stand: 30. Juni 2016

Wie auf Augen geradeaus! üblich die Vergleichszahlen:

Mai 2016

April 2016

März 2016

Februar 2016

Januar 2016

Januar 2013 bis Dezember 2015

 

98 Kommentare zu „Neue Zahlen zur Personalstärke: Die kleinste Bundeswehr aller Zeiten“

  • Georg   |   23. Juli 2016 - 10:55

    @ ThoDan

    Zitat: „Wer Sikhs ablehnt weil diese darauf bestehen ihren Turban zu tragen, für den gibt es einen ziemlich passenden technischen Begriff.“

    So multikulturell ist die Bw noch nicht. Sie können es ja in anderen öffentlichen Bereich oder in der freien Wirtschaft mit einem Manager mit Turban erst mal versuchen. Wir sind nicht Kanada.

    @ Schnuckel

    Eine ausführliche Darstellung, sicherlich wären einige Vorstellungen von Ihnen umsetzbar, zwar nicht der Durchmarsch von der Mannschaftslaufbahn zum Stabsofffizier, aber vieles andere, wenn man denn will.
    Die Durchlässigkeit der Laufbahnen war vor 20 – 30 Jahren eher gegeben wie heute. Heute sind die eingestellten Soldaten Fälle in einem Prozessmodell von SAP und wenn dieses Prozessmodell keinen Wechsel der Laufbahn vorsieht, dann gibt es eben auch keinen.

    @ all

    Zur Frage „Müssen Soldaten bundesweit versetzbar sein ?“,
    kann man antworten im Einzelfall ja, im Allgemeinen nein. Auf Portepee-Ebene ist dies meiner Meinung nach nicht erforderlich. Außerdem gibt es eine ganz einfache Überlegung dazu.Wenn der Soldat dienstlich volatil sein muss, durch Auslandseinsätze, Lehrgänge, Kommandierung usw, dann muss der familiäre Rahmen örtlich stabil sein.

    Also der Soldat lässt sich an dem Familienwohnort der Frau nieder, die Unterstützung der Verwandschaft bei Kindererziehung, Schule, soziales Umfeld ist gegeben. Die Ehefrau hat keine beruflichen Brüche durch Umzüge usw.
    Wenn man so will, das Sonnensystem, der Soldat kreist im Orbit, die Familie ist stationär im örtlichen Mittelpunkt. Bei der Marine war dieses Modell schon seit Jahrzehnten gegeben. Bei der Lw mit den stationären Geschwadern ebenfalls, das Heer zu Zeiten des kalten Krieges hatte dieses Modell ebenfalls, weil die Dichte der Garnisionsstandorte gegeben war, um einen regionalen Verwendungsaufbau zu erreichen.

    Was folgt aus dieser Überlegung ?

    – Regionale Großstandorte statt Strukturförderung von unterentwickelten Gebieten (wie z.b. bei der Lw die Entscheidung für den Standort Holzdorf statt Rheine)

    – Dezentrale Personalführung statt zentraler Personalführung in einem Bundesamt

    – eine Stellenbörse nach dem Freiwilligkeitsprinzip, statt Zwangsversetzungen gegen den Willen des Betroffenen

    – Unterscheidung der Versetzbarkeit nach Laufbahnen, echter Verwendungsaufbau durch alle Positionen nur für Stabsoffiziere usw.

    Dies alles und noch viel mehr würde die Attraktivität des Soldatenberufes verstärken und man könnte mit mehr persönlicher Planbarkeit mehr Personal gewinnen.

    Leider wurde dies alles schon gefühlt 20 mal gesagt und geschrieben und bis jetzt ist der Zug der Veränderungen immer in die entgegengesetzte Richtung zu den Wünschen der Soldaten gegangen.

    Ergebnis: „Abstimmung mit den Füßen“

    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht begreifen die Entscheider ja doch noch irgendwann mal etwas.

  • Voodoo   |   23. Juli 2016 - 10:55

    @ Closius

    Als Vergleich: Die belgische Armee ist seit 2004 für EU-Ausländer geöffnet. Ich habe allerdings noch nichts davon mitbekommen, dass unserem Nachbarn deswegen die Türen eingerannt worden sind…

  • Zimdarsen   |   23. Juli 2016 - 10:59

    Es ist so einfach, man muss nur jene SaZ fragen warum sie sich nicht weiterverpflichten!

    Antworten wird es viele geben, doch die zentrale wird sein, dass sich für viele nach dem BFD die persönliche Situation am frei gewählten Lebensmittelpunkt wahrscheinlich verbessert.

    Was bietet die Bw nach 12 Jahren Dienst?

    Meist keinen Aufstieg, mehr Pendeln, Unsicherheit bis zur nächsten Reform (in der Lw läuft sie gerade an), Auslandsaufenthalte ohne vergleichbaren Mehrwert, Dienst bis 62+ uvm.

  • ThoDan   |   23. Juli 2016 - 11:09

    @Georg

    Die BW ist also anspruchsvoller als Her Majestys Guards?
    Es gibt keine Manager, Banker etc. mit Turban?
    Glaubt die BW eigentlich über etwas den Stab brechen zu können, das für den den Kampf gegen Großdeutschland gut genug war frei nach Churchill.

    Das haette ich jetzt unter einsetzbar subsumiert.

    Fuer jeden Standort Attraktivität für Personal als eine Primär Eigenschaft ansetzen?

  • Closius   |   23. Juli 2016 - 11:18

    @Voodoo: Meines Wissens ist die belgische Armee aber nur für EU-Bürger geöffnet, welche französisch oder niederländisch können. So daß schon wegen der Sprachvoraussetzungen die meisten EU-Bürger nicht in Belgien in der Armee dienen können.

    Die französische Fremdenlegion hat 8 mal mehr Bewerber, als sie Soldaten braucht. Die meisten ihrer Soldaten kommen mittlerweile aus Osteuropa oder vom Balkan.

  • Schnuckel   |   23. Juli 2016 - 11:20

    @Georg

    sicherlich wären einige Vorstellungen von Ihnen umsetzbar, zwar nicht der Durchmarsch von der Mannschaftslaufbahn zum Stabsofffizier

    Und warum soll das nicht möglich sein? In homöopathischen Dosen gibt es diese Durchlässigkeit ja bereits (MilFD-TrpDst) und warum soll ein Soldat, der neben dem Dienst ein Studium absolviert zum Stabsoffizier ungeeignet sein, nur weil er als Mannschafter / UO / PUO angefangen hat?

    Es gibt bei uns viele „Spätzünder“ deren Potential wir einfach nicht nutzen. Wenn Sie einem Zeitsoldaten, der nebenbei studiert, als Alternative zum Job als Ingenieur in der freien Wirtschaft eine glanzvolle Karriere bis zum OStFw / OStBtsm anbieten (so er denn flexibel und umzugswillig ist und zusätzlich zufällig eine freie Stelle zur richtigen Zeit kommt) anbieten, dann ist doch klar, war der nach dem Dienstzeitende macht. Und der BFD ist wirklich besser als sein Ruf.

    Wir bremsen uns mit unserem Laufbahnrecht unnötig selber aus. Sehr schön ist das auch bei den UO zu sehen, die nicht (oder nur mit sehr hohen Zeitaufschlägen) zum PUO übernommen werden.

  • Voodoo   |   23. Juli 2016 - 11:48

    @ Closius

    Die Legion mit anderen EU-Armeen zu vergleichen, ist wirklich müßig und wenig zielführend; zumal sie seit jeher quasi ihre eigene Publicity generiert.

    Für 2005 war in Belgien im Übrigen folgendes zu verzeichnen:

    292 EU citizens had applied to be a soldier or officer since Belgium opened its doors to nationalities from European countries in January 2004.

    […] France, 78 applicants; the Netherlands, 70; and Italy, 68. Two Luxemburgers, three Greeks, an Austrian and a Pole also requested to join.

    The biggest hurdle to foreigners getting a job with the forces is a lack of French and Dutch.

    Fazit: 20 Bewerber wurden letztlich übernommen…

    Sprachkenntnisse wären bei der Bw zudem auch zwingend erforderlich, insofern hinkt ihre Argumentation auch hier.

  • Closius   |   23. Juli 2016 - 12:11

    Ob alle EU-Bürger zur BW dürften oder nur solche mit deutschen Sprachkenntnissen, dazu schweigt das Weißbuch.

    Aber wir hatten es schon oft in AG, daß auch so mancher „Deutsche“, der in der BW dient oder gedient hat, über mangelnde Sprachkenntnisse verfügt, vor allem bei Rußlanddeutschen.

    Das Sprachproblem könnte man durch einen intensiven Sprachunterricht ausgleichen, wenn man nur wollte. Jeder französische Fremdenlegionär muss auch französisch lernen.

  • Voodoo   |   23. Juli 2016 - 12:50

    Ich würde sagen, dass allein aufgrund von Wehrrecht etc. nicht auf Kenntnis der deutschen Sprache verzichtet wird. Und glauben Sie weiterhin, dass die Belgier eine Sprachförderung nicht anbieten?

    Übrigens: In meiner Zeit als ZgFhr hatte ich genug russlanddeutsche GWDL/FWDL – ich kann Ihnen versichern, dass die genügend Sprachfähigkeiten mitgebracht haben. Auch bei der jüngeren Zusammenarbeit mit „klassischen“ TrGttg wie den Fallschirmjägertruppe, verfügten alle Ebenen, sofern es dort „Zuwanderungsgeschichte“ gab, über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache.

    Aber bleiben wir bei den Fakten: https://lirias.kuleuven.be/bitstream/123456789/409847/1/Lescreve+%26+Schreurs+(2007),+Recruiting+and+retention+of+military+personnel+Belgium.pdf

    In the Belgian Armed Forces approximately 30% of the recruits voluntarily withdraw from initial training [in 2007]. The majority of these stops take place within the first month, sometimes even after a few days. It seems that this figure is not very different from the voluntary turnover rate of most West European Armed Forces.

    Ich sehe immer noch nicht, wie der Bw in derzeitiger Verfassung eine Öffnung helfen sollte…

  • Zimdarsen   |   23. Juli 2016 - 13:33

    @Closius

    „Ob alle EU-Bürger zur BW dürften oder nur solche mit deutschen Sprachkenntnissen, dazu schweigt das Weißbuch“

    ….und das ist gut so, Details wäre im Weißbuch falsch.

    Sprache in einem Tätigkeitsfeld ist selbst für einen Oberpfälzer in Husum nur kurz ein Problem. Da geht bis zum Einsatz viel. Sprache wird da überwertet, wenn man will geht da viel.

  • Zimdarsen   |   23. Juli 2016 - 13:36

    Das Problem der Bw ist nicht, dass wir zu wenig Neue bekommen, sondern dass wir durch SaZ zu viele zu früh verlieren.

  • Georg   |   23. Juli 2016 - 13:48

    @ Voodoo

    Zitat: „Ich sehe immer noch nicht, wie der Bw in derzeitiger Verfassung eine Öffnung helfen sollte…“

    Ich auch nicht. Man arbeitet immer noch nach der Devise, der Köder muss dem Angler schmecken anstatt dem Fisch.

  • Closius   |   23. Juli 2016 - 13:58

    @Zimdarsen: Ins Weißbuch gehört eine umfassende Darstellung der BW, seiner Teilstreitkräfte und der geplanten Rüstungsvorhaben und Angaben dazu, mit welchen Waffen oder Rüstungsbeschaffungen auf die geänderte Sicherheitslage reagiert werden soll.

    Und ins Weißbuch gehören Angaben, ob die BW ganz für EU-Bürger geöffnet werden sollen oder z.B. der Berufssoldat weiterhin die deutsche Staatsbürgerschaft braucht und ob die Öffnung allgemein ist oder an Wohnort Deutschland oder Sprachkenntnisse gekoppelt werden soll.

    Absichtserklärungen und dass umsichwerfen mit Fremdwörter, welche der Normalbürger nicht kennt, schaffen kein Weißbuch.

    Das Problem mit den SaZ, die zu früh gehen, ließe sich leicht lösen, wenn die Regelverpflichtungsdauer erhöht würde und SaZ, die verlängern wollen, auch verlägern dürfen.

  • O. Punkt   |   23. Juli 2016 - 14:26

    Was für eine extreme Schwarzseherei hier. Ihr müsst euch auch mal die positiven Zahlen ansehen.
    Immerhin gab es letzten Monat Personalzuwächse im BMVg und den unmittelbar nachgeordneten Dienststellen sowie im Bereich IUD. Außerdem beträgt der Frauenanteil nun erstmals mehr als 11%. Ein neues Allzeit-Hoch.

    Ich könnte mir vorstellen, dass mit dem weiteren Aufbau des neuen OrgBereiches Cyber alle diese Zahlen noch weiter ansteigen werden. Da ist doch eindeutig die Trendwende (Personal) zu erkennen.

    PS: Ich frage mich, wann aus „Gründen der militärischen Sicherheit und Geiheimhaltung“ die weitere monatliche Veröffentlichung dieser Zahlen eingestellt wird. Lange kann es ja nicht mehr dauern.

  • Zimdarsen   |   23. Juli 2016 - 14:30

    @Closius

    Kann man so sehen, muss aber nicht.

    M. E. sollten Schlussfolgerungen für die Personalstärke Bundeswehr, deren Ausrüstung und Ausbildung sollten in die Konzeption der Bw und sich aus dem Weißbuch ableiten.

  • Manfred   |   23. Juli 2016 - 14:41

    Ich habe diese Kommentare sehr aufmerksam gelesen und stoße finde immer wieder das Wohnungsproblem.
    Für mich stellt sich die Frage nach der Anpassungfähigkeit der Bundeswehr.
    In Gütersloh wird eine britische Kaserne mit ca. 1000 Einszelzimmerappartments und mehreren hundert Wohnungen Im Umfeld abgegeben. Keines dieser App. ist älter als zehn Jahre . An Sporteinrichtungen sind z.B Turnhalle, Fitness, Golfclub, Tontaubenschießanlage und mehrere Sportplätze vorhanden.
    Nach meinen Informationen hat die Bundeswehr kein Verwendung für eine solche “ Großgarnison“

  • ThoDan   |   23. Juli 2016 - 14:48

    @Manfred

    Aber das ist doch nicht spartanisch!

  • closius   |   23. Juli 2016 - 15:03

    Man könnte die Cyber-Einheiten dort unterbringen;) und die Wohnungen günstig den Soldaten der 21. Panzerbrigade anbieten, weil von deren Hauptstandorten wäre Gütersloh nur 29 bzw. 43 km entfernt.

    Aber eine solche Flexibilität scheint bei der BW nicht vorhanden zu sein.

    Eine BW Werbung mit Golfplatz wäre sicher auch nicht schlecht;).

  • Zimdarsen   |   23. Juli 2016 - 15:09

    Die Gebb und BIMA tun alles, dass unser Vermögen verschleudert wird.
    Man kann sich da gerne mal Wilhelmshafen, Gatow, Ulm uvm anschauen.
    An Standorten ist Wohnungsmangel und die Ämter verknappen weiter.

  • Georg   |   23. Juli 2016 - 15:10

    @ Manfred

    Wahrscheinlich haben lokale Immobilienfirmen oder die Stadt Gütersloh, den Kuchen schon längst aufgeteilt, der hier zur Diskussion steht.

    Zitat: „Für mich stellt sich die Frage nach der Anpassungfähigkeit der Bundeswehr.“

    Fakt ist, alles was wirklich Geld kostet zur Steigerung der Attraktivität will die Bw nicht machen. Pendlerunterkünfte will sie an abgelegenen Standorten nicht bauen, für zivile Unternehmer sind die Renditen zu gering, bzw. wären die Mieten so hoch, dass die Gefahr bestünde, dass die neu gebauten Apartments nicht genutzt werden. Fogeldessen will ein ziviler Investor eine Mietgarantie von der Bw für 20 Jahre, die die Bw jedoch nicht geben will. Dies wurde durch Modellprojekte ermittelt.
    Schauen Sie doch nur an, wie sich öffentliche Arbeitgeber wie Bahn, Post und Kommunen wie Berlin usw. aus dem sozialen Wohnungsmarkt zurückgezogen haben. Dies möchte man privaten Investoren überlassen.

    Die Bw baut nur, wo sie regionale Wirtschaftsförderung machen will. Die Offiziersschule der Lw in Fürstenfeldbruck ist baufällig, eine Verlagerung nach Roth soll gemacht werden um dort den Ausgleich für die wegfallenden Heeresflieger zu schaffen. Um die Immobilie des rießigen Fliegerhorstes in FFB geht das Geschacher schon seit Jahren (BMW usw.)

    Die Bw-Führung möchte mit einem kommerziellen Ansatz die Bw reformieren. Dabei sollen private Investoren in Vorleistung gehen und über monatliche Mietgebühren ihre Rendite erzielen. Dabei wird die Bw sonnenklar draufzahlen, aber das ist egal.

    Die einzige unbekannte Variable ist das Personal, die machen politische Fehler (fehlendes Werben für das Ansehen der Bw in der Öffentlichkeit), schlechte Personalführung, rüstungpolitische Fehler (fehlende Ausrüstung für die Truppe), mangelnde Versorgung mit Wohnraum, sprich Pendlerunterkünfte nicht mehr mit und entscheiden sich im Zweifelsfall nach ihrer Verpflichtungszeit nicht für eine Verlängerung ihrer Dienstzeit, sondern für die zivile Laufbahn.

  • SER   |   23. Juli 2016 - 15:34

    In meinem sehr weitläufigen Bekanntenkreis kenne ich derzeit keinen einzigen Vater (insbesondere bei den Soldaten !!!) der seinem Sohn zur Bw rät ! Einzige Ausnahmen ab und an wenn es um technische Berufe geht, diese bei Bw auf Basis SaZ zu erwerben und dann rauszugehen …

    Ich denke wir brauchen diese EU-Öffnung nicht ! Zunächst sollten wir es schaffen genügend junge Deutsche anzuwerben und zu binden ! Ist dies gelungen hat die Armee eine bewerbbare Attraktivität, bis dato ist es eher lächerlich …

    Gibt es eine Umfrage zur Dienstzufriedenheit die auch repräsentativ ist ???
    Würde mich mal interessieren wenn es die gäbe …

  • Hans Dampf   |   23. Juli 2016 - 16:50

    @ Schnuckel:

    Es wird ja vom häufigen Wiederholen nicht richtiger.
    Es gibt die Möglichkeit, dass z.B. ein Berufsunteroffizier, der noch mindestens 7 Rest-Dienstjahre hat, in die Laufbahn der Offz MilFD wechselt. Das Höchstalter wurde als Kriterium gestrichen. Angesichts der Tatsache, dass es nicht wenige Herren dieser Klientel im Spitzendienstgrad mit Mitte 40 gibt, wird der Dienstgrad „(O)StFw/Btsm (OA)“ in Zukunft häufiger anzutreffen sein; wenn dieses Angebot angenommen wird. Es soll auch Kameraden geben, die mit ihrem Dienstgrad und der damit verbundenen besonderen Altersgrenze durchaus zufrieden sind.

  • Hans   |   23. Juli 2016 - 16:57

    @FlaOffz | 22. Juli 2016 – 18:27

    „Ich muss fragen:
    Wie werden die von Ihnen zitierten Kameraden durch Trennungsgeld und Pendlerwohnung reich?
    Man streckt die Miete der Pendlerwohnung zunächst einen Monat vor, der Dienstherr erstattet nach Ablauf des Monats nicht mehr als man an den Vermieter gezahlt hat. Wochenendheimfahrten werden nur 2 pro Monat ( für Verheiratete) erstattet und das Tagegeld wird noch gekürzt wenn in der Truppenküche verpflegt wird (werden kann).
    Selbst wenn ich bei der Jahreslohnsteuererklärung die Aufwendungen geltend mache, muss ich die bereits vom Dienstherr erstatteten Beträge mit angeben.

    Wie kann man da reich werden?“

    Reich wird man nicht gerade… mein Punkt war dass es eine Wohnung gibt und man erst mal nicht drauf zahlt sondern bekommt. Inkl. der Fahrt. Wie es mit den Steuern aussieht ist mir nicht bekannt, ich kenne es nicht dass darauf geachtet wird ob Verpflegung in der Truppenküche möglich ist etc.

  • Hans Dampf   |   23. Juli 2016 - 17:13

    Und was die (angeblich) geforderte Mobilität von Berufsunteroffizieren angeht:
    Wer nach der Devise „irgendwann werde ich schon StFw – und das reicht mir“ verfährt, wird angesichts der Stellenbündelung nicht gezwungen sein, seinen Dienstposten/StO zu wechseln. Von Auflösung des Verbandes oder der Verlegung abgesehen.
    Wer allerdings – aufgrund eigenen Ansporns/Anspruchs – z.B. OStFw, KpFw, ZgFhr etc. werden möchte, ja, der muss (eingeschränkt) mobil sein. Und das darf man auch erwarten. Wer im Jahr des Heils 2016 immer noch daran glaubt, dass man in einer Kompanie eingezogen wird und dort alle Verwendungen vom Schützen UA bis zur Pensionierung als OStFw durchläuft, nunja, der glaubt auch an andere Dinge.

  • Schnuckel   |   23. Juli 2016 - 17:15

    @Hans Dampf

    Sorry, das habe ich jetzt nicht verstanden. Was wird vom Wiederholen nicht richtiger? Dass es jetzt für ältere PUO möglich geworden ist, doch noch MilFD zu werden, finde ich ja auch wirklich gut. Aber das ist doch keine echte Durchlässigkeit der Laufbahnen und außerdem mehr für BS interessant als für Zeitsoldaten.

    Wir haben aber gerade im Bereich der UO SaZ viele, die auch gerne weiter machen würden, wenn sie denn eine Perspektive sehen würden. Die wird aber häufig gar nicht mehr geboten; so nach dem Motto: Einmal UO, immer UO. Und nicht wenige von denen haben Abitur und haben sich nur vom Karrierecenter bequatschen lassen, UO zu werden. Wenn dann gleichzeitig weniger qualifizierte Soldaten, die für die PUO Laufbahn eingestiegen sind, in der Ausbildung neben denen sitzen, dann ist die Unzufriedenheit vorprogrammiert.

    Und die zufriedenen Soldaten sind ja auch gar kein Problem, insbesondere wenn wir sie bereits als BS an die Bundeswehr gebunden haben. Wer in seinem Dienstgrad und an seinem Standort zufrieden ist, der braucht doch gar keine Förderung mehr. Der will vielleicht nur nicht mehr ständig versetzt werden…

  • Hans Dampf   |   23. Juli 2016 - 17:20

    Ich hatte mal die Konstellation, dass alle GrpFhr (Fach-) Abitur hatten und ausdrücklich kein Offizier werden wollten. Und wer mit Abitur „nur“ Unteroffizier wird, obschon auch die Offizierlaufbahn möglich bzw. naheliegender wäre, nunja. Da habe ich meine eigene Meinung zu. Zum „bequatschen“ gehören ja zwei Seiten…

    Und noch ein Wort zur Mobilität: Wer als Berufsunteroffizier für sich der Meinung ist, dass ihm die Perspektive StFw/Btsm (A9M) reicht, der braucht seinen Dienstposten dank der Stellenbündelung von A7-A9M nicht mehr zu wechseln. Dasselbe gilt für den StOffz, sobald er auf einem A13H/14 Dienstposten sitzt.
    Wer allerdings „mehr werden“ möchte, der muss mobil sein. Das ist in der „freien Wirtschaft“ auch nicht anders – und wenn ich es richtig weiss, im „höheren Dienst“ ebenso. Insofern verstehe ich dieses Wehklagen nicht, es ist ja kein Geheimnis oder ein Umstand, der erst seit gestern Abend besteht – zumal es durchaus Menschen gibt, die es „reizvoll“ finden, nicht ein Berufsleben lang dieselbe Tätigkeit am selben Standort durchzuführen.

  • Georg   |   23. Juli 2016 - 17:47

    @ Hans Dampf

    Zitat: “ ….dass ihm die Perspektive StFw/Btsm (A9M) reicht, der braucht seinen Dienstposten dank der Stellenbündelung von A7-A9M nicht mehr zu wechseln. Dasselbe gilt für den StOffz, sobald er auf einem A13H/14 Dienstposten sitzt.

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Bei den Portepees gibt es die kleine Stellenbündelung A7-A8 und die große A7-A9. Wobei bei der großen Stellenbündelung typischer Weise kein A7 auf die Stellen kommt, z.B. S4 Feldwebel auf Bataillon oder Rgt-Ebene. Also eine Versetzung vom Feldwebel bis zum StFw ist immer drin, aber nicht notwendigerweise ein Standortwechsel.
    Und bei den StOffzen gibt es auch Wechsel des DP ohne Karrieremöglichkeiten….

    Also die Aussage, dass nur die mobil sein müssen, die noch Karriere machen wollen, kann ich so nicht bestätigen.

  • Major B.   |   23. Juli 2016 - 18:27

    Wenn Zeitsoldaten gerade erleben dürfen, wie Ihnen selbst das Geld vor die Füße geworfen wird, die Attraktivitätsoffensive aber an der Berufssoldaten komplett vorbeigeht, warum sollte man dann nochmal über „Soldat als Beruf“ nachdenken?

  • Schnuckel   |   23. Juli 2016 - 18:33

    @ Hans Dampf

    Ich würde ja völlig mit Ihnen übereinstimmen, wenn wir keinerlei Personalprobleme hätten…. Ich befürchte aber, dass wir uns entweder an die Wünsche der Soldaten anpassen müssen oder irgendwann ohne Personal dastehen werden (siehe dieser Thread) ;-(

  • Hans Dampf   |   23. Juli 2016 - 19:45

    @ Georg:

    Also von einer Stellenbündelung A7 – A8 habe ich noch nie gehört. Ich kenne nur A7 – A9M (Fw – StFw) und A9Z (OStFw) als herausgehobene Dienstposten, z.B. der KpFw. Man plant ja sogar für die Offiziere Stellenbündelungen über drei Besoldungsgruppen.

    @ Schnuckel:

    Es ist ja nicht so, als änderte sich nichts. Wer hätte noch vor einem Jahr gedacht, dass ihm mal irgendwann (O)StFw (OA) in der Realtität begegnen würden? Ich jedenfalls nicht. Die Stellenbündelung über drei Besoldungsgruppen habe ich ja schon erwähnt. Auch wenn der Klabautermann womöglich wieder vom „Mundgeruch“ faselt: Der Soldatenberuf ist und bleibt kein Beruf wie jeder andere. Es gibt bestimmte Begebenheiten, die sich direkt aus dem Verteidigungsauftrag ergeben, Stichwort Dienstpostenbesetzung zwecks Einsatzbereitschaft der Streitkräfte. Natürlich versucht die Personalführung, die persönlichen mit den dienstlichen Belangen in Einklang zu bringen. In letzter Konsequenz soll es aber gerüchtehalber so etwas wie die „Pflicht zum treuen Dienen“ geben, die dazu führt, dass die dienstlichen Belange Vorrang vor den persönlichen haben – von definierten Härtefällen mal abgesehen. Ich halte diesen Umstand für unumgänglich; es gehört einfach dazu. Ich gabe aber jedem recht: Versetzungen ohne Sinn und Verstand oder Mehrwert für den „Betroffenen“ sollten unterbleiben, insbesondere, wenn jemand sagt: Mir reicht A9M/A14, oder wenn einem gesagt wird „mehr ist nicht drin“. Aber ja, auch dann kann es notwendig sein, jemanden gegen seinen Willen zu versetzen.

  • Memoria   |   23. Juli 2016 - 21:34

    Im Nachgang zur Sicherheitskonferenz kündigt die Ministerin nun die Ausbildung von mehr als hundert Syrern an („Bundeswehr soll Flüchtlinge einstellen“, fr-online.de).

    Es geht voran – in der Pressearbeit.

  • Thomas Melber   |   23. Juli 2016 - 21:48

    @Memoria
    Interessant. Und wo bzw. wie sollen die Syrer eingesetzt werden? Sprechen diese deutsch?

    Nachtrag: das Thema ist doch schon ein paar Monate alt, es geht um die Vermittlung ziviler Kenntnisse.

  • KlausK   |   23. Juli 2016 - 23:08

    SER
    Umfrage DBwV 2007und 2011!
    Letztere befragte Führungskräfte!

  • Zimdarsen   |   24. Juli 2016 - 8:26

    Laut „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ geht es um Handwerk, Technik, Medizin und Logistik. „Die Idee ist, dass sie eines Tages nach Syrien zurückgehen und beim Aufbau helfen.“ Sollte es in dem Land wieder eine verantwortungsvolle Regierung geben, könne Deutschland auch die Ausbildung von Sicherheitskräften in dem Land unterstützen.

    Wir könnten in der Bw noch viel mehr ziv Pers benötigen. Leider hat TdM deren Auftrag und Vorteil nie verstanden.

  • Memoria   |   24. Juli 2016 - 8:56

    Mit Blick auf die Trendwende Personal noch ein Gedanke zur Verteilung von DIenstposten. Das Heer gibt sich in der aktuellen Struktur eine einmalige Größe der Brigade- und Divisionsstäbe (http://augengeradeaus.net/2012/01/mehr-stab-furs-heer/)

    Zudem gibt es für die Stäbe keine schlüssigen Gefechtsstandskonzepte – geschweige denn passendes Material.

    Da empfiehlt es sich mal nochmal über den Tellerrand zu schauen. Hier ein sehr interessanter Bericht aus Australien:
    http://groundedcuriosity.com/less-is-more-the-enabled-combat-brigade-headquarters/

    Aber Vorsicht: Guderian wird als Beispiel erwähnt!

    Wenn man sich dann wiederum anschaut wieviel Mannschaften in diesen Stäben Dienst tun – und dabei oftmals nicht motivierter werden…

  • SER   |   24. Juli 2016 - 13:00

    @KlausK

    Danke für die Info der Umfrage 2011 !!!

    Ist es nicht lustig das ich derzeit keinen StOffz kenne der nicht gerne raus wollte wenn es irgendwie ginge ? Und sehr ähnlich ist es bei der deutlich trägeren FD-Klientel … ;-)

  • tluassa   |   24. Juli 2016 - 14:12

    „Wahrscheinlich haben lokale Immobilienfirmen oder die Stadt Gütersloh, den Kuchen schon längst aufgeteilt, der hier zur Diskussion steht.“

    Nee, das lief anders …

    Die Kaserne (Royal Army Barracks) und der Flughafen (Princess Royal Barracks) sind zur Unterbringung von Flüchtlingen und der teilweisen Umwandlung in ein Gewerbegebiet vorgesehen, der größte Teil des Flughafens wird jedoch ein Naturschutzgebiet, da sich hier irgendein seltenes Kraut angesiedelt hat … :)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_G%C3%BCtersloh

  • Thomas Melber   |   24. Juli 2016 - 14:45

    @Memoria, 08:56h
    Doe Gefechtsstandskonzepte sind in Ausplanung.

  • Memoria   |   24. Juli 2016 - 14:58

    @Thomas Melber:
    Das sind sie seit 10 Jahren.
    Durch die VJTF gibt es hier wohl endlich mal Drück von oben.
    Ich bin jedoch sehr skeptisch, dass man hier den oben skizzierten schlanken Ansatz versucht.

    Nach dem Konzept muss man dies auch noch umsetzen.
    Da redet man wiederum seit 10 Jahren von leistungsfähigen Stromerzeugeragggregaten, die all die neuen Spielzeuge (Füinfosys) betreiben können.

    Wenn nicht ein leistungsfähiger Gegner den ganzen Laden innerhalb kurzer Zeit aufklärt und zerschlägt. Auch da empfehle ich obigen Aufsatz und den darin verlinkten Aufsatz zu russischen Ansätzen bei EW, UAV und Artillerie.

    Nicht neu, aber gut zusammengefasst – und in der Bw weithin ignoriert.

    Aber bald hat man ja mehr Personal – irgendwie und für irgendwas.

  • Udo   |   24. Juli 2016 - 15:24

    Zitat SER:
    „Ist es nicht lustig das ich derzeit keinen StOffz kenne der nicht gerne raus wollte wenn es irgendwie ginge ? Und sehr ähnlich ist es bei der deutlich trägeren FD-Klientel … ;-)“

    Mag am kleinen Bekanntenkreis liegen. Ich kenne einige StOffz und Offz, die gerne länger machen (wollten), jetzt auf entsprechende Angebote BAPers im Rahmen Trendwende Personal reagiert haben und dann kurz vor dem Ausscheiden verlängert wurden.

    Gruß

  • Bang50   |   24. Juli 2016 - 15:47

    @ Memoria | 24. Juli 2016 – 8:56 – Infobrief Heer Juni 2016: Das Heer in der Landes- und Bündnisverteidigung – http://www.fkhev.de/index.php?id=10

    Vollmer: „[…]bis zur Verschlankung der Führungseinrichtungen der Verbände und Großverbände für Einsätze im Rahmen der LV/BV reichen.“

  • Memoria   |   24. Juli 2016 - 15:59

    @Bang50:
    Da warte ich mal die Ergebnisse ab, Dennis fragt man ja die Frösche. Dem InspH traue ich jedoch als einem der Wenigen zu hier die richtige Akzente zu setzen.

  • SER   |   24. Juli 2016 - 16:55

    @Udo

    Liegt bestimmt nicht am kleinen Kreis … Aber ich kenne nicht so viele Leute in der Etappe beim papierbearbeiten …

  • Mackiavelli   |   25. Juli 2016 - 8:15

    @ Thomas Melber

    „Die Gefechtsstandkonzepte sind in Ausplanung“

    Das ist grundsätzlich richtig, aber jeder der noch vei Verstand ist, wartet lieber auf den Weihnachtsmann, als auf ein vernünftiges Gefechtsstandkonzept.
    2007 war ich bei meinem persönlichen ersten Truppenversuch für FüInfoSys dabei. Dort wurde mit Millionen-Aufwand das herausgefunden, was jeder Fernmelde-Stabsunteroffizier schon wusste: Funktioniert mit unseren Funkgeräten wegen zu geringem Datendurchsatz nicht, oder nur sehr, sehr eingeschränkt. Seitdem begleitet mich dieses Thema. Nun hatte ich das Vergnügen auf Batailonsgefechtsübungen und dem „Schaukasten des Heeres“ (ILÜ) mehrfach unser selbstkonzipiertes Gefechtsstandkonzept (denn es gibt nichtmal eine Vorschrift für den Bataillonsgefechtsstand!) vorzustellen und jedes Mal erzählen Stabsoffiziere und Generale wie toll FüInfoSys ist und das „bald“ alles da sein wird, um einen Gefechtsstand vernünftig zu betreiben.
    Nichts ist da!
    Ich behaupte ein Bataillonsgefechtsstand Ende der 90er Jahre mit VHF Funk und der alten Karre von M113 war leistungsfähiger als das Gewürge das wir uns jetzt mit dem nur teilweise vorhandenen Material, dem bedienungsunfreundlichen FüInfoSys, einer Mischausstattung aus zusammengeklauten Fahrzeugen und den überforderten Fernmeldesystemen leisten! Es gibt ja nichtmal ein für das Heer gültiges Gefechtsstandkonzept auf Bataillonsebene!
    2014 kam dazu eine Weisung (oder ein Entwurf dazu?) heraus – die konnte man gleich wieder in die Tone treten – das war keine Weisung sondern eine Frechheit. Null Informationsgehalt, keine klaren Vorgaben, aber dafür wurde für alles wieder ein neuer Begriff erfunden. Furchtbar und des deutschen Militäs einfach unwürdig.

    So ist die Lage bei der eigentlich einfachen Problematik des Bataillonsgefechtsstandes – wir sind meilenweit von einer zufriedenstellenden Lösung entfernt und schlechter, als wir vor 20 Jahren waren.
    Und von diesem Standpunkt aus brauchen wir uns über Konzepte eines Brigadegefechtsstandes nicht eine einzige Sekunde lang den Kopf zerbrechen. Das sind Luftschlösser!

    Wenn wir 2018 dann endlich mal den Rahmen für eine Eingreifbrigade stellen müssen, die real beübt und irgendwann auch mal einsatzbereit sein muss, dann wird es sein wie es inzwischen zum Standard geworden ist: Der betroffene Verband wird improvisieren müssen und das auch irgendwie, mit unverhältnismäßig hohem Aufwand und eingeschränktem Gefechtswert, hinbekommen.

  • Kerveros   |   25. Juli 2016 - 9:30

    @Georg

    Wenn man so will, das Sonnensystem, der Soldat kreist im Orbit, die Familie ist stationär im örtlichen Mittelpunkt. Bei der Marine war dieses Modell schon seit Jahrzehnten gegeben.

    Ein Konzept, dass das P-Amt nie verstehen wird ( dort haben die meisten ja das Problem ja auch nicht, weil seit Jahrzehnten im Großraum Köln unterwegs – nicht alle aber doch genug, hauptsache das Amt hat sich selbst für sich als familienfreundlicher Arbeitgeber zertifizieren lassen.)

    Grade im Hinblick auf querschnittliche Dienstposten, zum Beispiel hinsichtlich der vielbeschrieenen ‚Breite‘ der Stabsoffiziere wäre es ein leichtes, das Umzusetzen – dazumüsste man aber die Kameralistik aus der Personalführung bekommen – und das hiesse nicht weniger, als das jetzige Schubladensystem des BAPersBw mal komplett zu entrümpeln. Das wird so schnell nicht passieren.

    FDGO und Innere Führung sind ab Ämterebene ebenso hohle Phrasen wie ‚kooperativer Führungsstil‘ – eigentlich müssten man jeden Amtsfunktioner, der die Begrifflichkeiten in den Mund nimmt regelmäßig an Ort und Stelle auslachen.

  • Manfred   |   25. Juli 2016 - 10:38

    @ Georg
    Mit Interesse habe ich Ihre Stellungnahme zu meinem Kommentar gelesen
    Meine Zweifel an der flexibilität der Bundeswehr werden mehr als nur bestätigt.

    Sie machen aber einen Gedankenfehler, hier muss die Bundeswehr nicht bauen, hier reicht ein Anstreicher. Die Kaserne konnte „warm“ übernommen werden.

  • Hans Dampf   |   25. Juli 2016 - 11:12

    Zumindest in einem Fall wurde ja offenkundig eine Kaserne der British Army (Bergen) von der Bundeswehr übernommen. Die Kaserne in Seedorf wurde von den Niederländern übernommen.Vielleicht kann ja jemand „hautnah berichten“, ob es z.B. damit getan ist, den „Union Jack“ durch die Bundesdienstflagge zu ersetzen und die Beschriftungen an den Blöcken abzuändern, um aus einer britischen Kaserne eine deutsche zu machen.

  • Georg   |   25. Juli 2016 - 11:12

    @ Manfred

    Ihre Zweifel sind auch begründet, denn die Bw ist in ihren Investionsentscheidungen nicht flexibel. Eine große Baumaßnahme ( > 10 Mio Euro) braucht mindestens 7 Jahre planerische und haushaltärische Vorlaufzeit.

    Zu Güsterloh. Ich habe schon verstanden, dass hier eine moderne Kaserne direkt hätte übernommen werden können. Warum dies nicht erfolgt ist hat @ tluassa hier erklärt:

    http://augengeradeaus.net/2016/07/neue-zahlen-zur-personalstaerke-die-kleinste-bundeswehr-aller-zeiten/comment-page-2/#comment-243876

    Zitat: „Die Kaserne (Royal Army Barracks) und der Flughafen (Princess Royal Barracks) sind zur Unterbringung von Flüchtlingen und der teilweisen Umwandlung in ein Gewerbegebiet vorgesehen, der größte Teil des Flughafens wird jedoch ein Naturschutzgebiet, da sich hier irgendein seltenes Kraut angesiedelt hat … :)“

    Also man sieht wo in Deutschland die Prioritäten angesiedelt sind !

    Die Bw kommt auf dieser Prioritätenliste ganz weit unten. Nicht zuletzt weil jede Baumaßnahme der Bw als Strukturförderung für die regionale Bauwirtschaft verstanden wird. Eine bereits bestehende, moderne Kasernenanlage bringt keinen „Return of investment“ aus dem Verteidungshaushalt (EP 14). Der Verteidigungshaushalt wird eben von vielen Politikern als Strukturfördertopf verstanden, der Mehrwert an Verteidungsfähigkeit der dabei rauskommen soll, als eher sekundär angesehen.