Hubschraubermangel in Mali: Deutsche Helikopter „nicht auszuschließen“

Gao , 26 september 2014, Aankomst chinooks

Nach der nunmehr offiziellen Ankündigung der Niederlande, ihre Hubschrauber aus der UN-Mission in Mali zum Jahresende abzuziehen, bemüht sich Deutschland zum Schutz der dort eingesetzten Bundeswehrsoldaten um Hubschrauber aus anderen Nationen – letztendlich könnte aber auch die Bundeswehr diese Fähigkeit stellen müssen. Es sei nicht auszuschließen, das Deutschland in der Mission MINUSMA Helikopter einsetzen müsse, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, am (heutigen) Montag.

Die Planung der niederländischen Streitkräfte, ihre Apache-Kampfhubschrauber sowie Chinook-Transporthelikopter (Foto oben) nicht länger im Norden des westafrikanischen Landes zur Verfügung zu stellen, war seit einigen Wochen absehbar. Zum Ende der vergangenen Woche wurde die Bundesregierung nach eigenen Angaben offiziell darüber informiert. Diese Entscheidung hat Auswirkungen auf die derzeit rund 500 deutschen Blauhelmsoldaten in Gao im Norden Malis, weil bislang nur mit dem niederländischen Lufttransport eine Rettungskette für verwundete Soldaten sichergestellt werden kann – und Deutschland macht diese Rettungskette zur Voraussetzung für den Einsatz.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte am Wochenende erklärt, bei der Suche nach Ersatz schaue die Bundeswehr nicht zuerst auf die eigenen Möglichkeiten: Nicht Deutschland steht in der Pflicht und schon gar nicht in der ersten Reihe, die bisher von den Niederländern gestellten Hubschrauber zu ersetzen. Dennoch könnte es darauf hinauslaufen.

(Die Debatte über dieses Thema läuft hier bereits seit Samstag in einem früheren Mali-Thread; hier ist jetzt die Fortsetzung der Debatte sinnvoller.)

Zur Dokumentation die Aussagen von Flosdorff und Außenamtssprecher Sebastian Fischer vor der Bundespressekonferenz:

Frage: Ich habe noch eine Frage an Herrn Flosdorff, und zwar zu Mali und dem angekündigten Abzug der niederländischen Hubschrauber. Kommt, wenn sich keine andere Lösung ergibt, ein Einsatz deutscher Kräfte infrage?

Angesichts des Zeitplans – das heißt, Bundeswehrentscheidung erst vor einem halben Jahr – steht ja im parlamentarischen Raum der Vorwurf, dass Frau von der Leyen das damals gewusst oder sich von den Niederländern habe täuschen lassen. Daher die Frage: Seit wann weiß sie von dem geplanten Abzug?

Flosdorff: Um hinten anzufangen: Es ist natürlich eine sehr bemerkenswerte Unterstellung, die da getroffen worden ist. Die ersten Nachrichten, dass die Niederländer mit der Durchhaltefähigkeit ihrer Hubschrauber Probleme haben, sind einige Wochen alt. Sie sind in enger Abstimmung in der Regierung bewertet worden. Auch die Parlamentarier sind vom Verteidigungsausschuss bereits Anfang Juni darüber informiert worden. Insofern kann ich das entschieden zurückweisen.

Was die Zeitlinie angeht, ob man ausschließen kann, dass Deutschland am Ende diese Fähigkeit wird stellen müssen, so wird man das sehen. Ausschließen kann man das heute nicht. Klar ist aber auch – hier sind wir uns in der Bewertung mit dem Auswärtigen Amt einig -, dass vorrangig die Vereinten Nationen zu prüfen haben, wie diese von den Holländern abzuziehende Fähigkeit zu ersetzen ist. Dazu gibt es derzeit Gespräche auch mit anderen Nationen, die von den Vereinten Nationen, aber auch mit deutscher Unterstützung geführt werden. Ich gehe davon aus, dass sie auch mit holländischer Unterstützung geführt werden. Es bleibt abzuwarten, ob das zum Erfolg führt.

Ich kann nur sagen: Für den Aufklärungsbeitrag, den die Bundeswehr dort liefert, ist es sehr wichtig, dass diese Fähigkeit in Gao vorhanden ist.

Fischer: Es ist so, dass, wie Herr Flosdorff sagte, in der Tat das deutsche Engagement in Mali und besonders das in der Friedensmission MINUSMA von Anfang an sehr eng zwischen uns abgestimmt worden ist.

Was die Niederländer angeht, sind wir, glaube ich, Freitagnacht beziehungsweise Samstagmorgen formal unterrichtet worden und haben auch sofort reagiert. Der Minister hat es gestern gesagt: Nicht Deutschland steht in der Pflicht und auch nicht in der erste Reihe, die bisher von den Niederländern gestellten Hubschrauber zu ersetzen, sondern es ist Aufgabe der Vereinten Nationen, vorrangig andere Mitgliedstaaten für einen qualifizierten Beitrag zu dieser wichtigen Mission zu gewinnen.

Es ist gut zu wissen, dass die Vereinten Nationen dazu schon Kontakt mit anderen Partnern aufgenommen haben, die gegebenenfalls Hubschrauber zur Verfügung stellen könnten. Es ist ja nicht die einzige Mission der Vereinten Nationen, bei denen Hubschrauber benötigt werden. Die Vereinten Nationen haben durchaus einen guten Überblick über mögliche Truppensteller, die infrage kommen könnten. Wir sind zuversichtlich und hoffen darauf, dass die Vereinten Nationen in der Lage sein werden, einen geeigneten Partner finden zu können.

(Archivbild: Ankunft niederländischer Chinook-Hubschrauber in Gao/Mali, 26. September 2014 – Foto defensie.nl)

76 Gedanken zu „Hubschraubermangel in Mali: Deutsche Helikopter „nicht auszuschließen“

  1. @2ct

    Ja da sind Oberleitungen … ist aber kein wirklich schlimmes Ding und die Soldaten sind auch sehr entspannt …
    Aber die Privatisierungsfragen muß man auch kritisch beäugen dürfen …
    Früher galt „Blackwater“ als pfuibaba und Söldner darf es nicht geben !
    Was ist nun anders ?
    Die staatliche Unfähigkeit funktionale Armeen zu betreiben ?
    Für wen oder was stehen eigentlich Söldner ? Ich denke für den Sold, mehr nicht …

  2. Zu Deutsche Helicopter
    Die Firma verfügt nicht über einen einzigen eigenen HS. Sie Ist am Matrkt nur durch Vermitteln, Chartern aktiv. Ich nenne es mal vereinfacht „makeln“.

  3. @ SER

    „Die staatliche Unfähigkeit funktionale Armeen zu betreiben ?
    Für wen oder was stehen eigentlich Söldner ? Ich denke für den Sold, mehr nicht …“

    das ist mir zuviel ideologisches Prisma.

    PMC’s sind zuvörderst Dienstleister die auf Basis eines Vertrages definierte Leistungen erbringen. Sofern die Handlungsspielräume, Jurisdiktion, und zu erbringende Dienstleistungen klar definiert und false incentive Entlohnungsmodelle vermieden werden (etwaige konfliktperpetuierung) ist gegen deren einsatz nichts einzuwenden.

    Selbst die UN greift in immer stärkerem maße auf PMC`s zurück, nicht nur in der Logistiketappe.

    die Bevölkerung von freetown war jedenfalls über den EO einsatz vor Freetown recht dankbar als die RUF kurz vor der einnahme stand.

    einem EO einsatz in Ruanda wären die Tutsi vermutlich auch nicht abgeneigt gewesen.

    (das soll jedoch kein plädoyer sein keine eigenen fähigkeiten vorzuhalten, lediglich komplementär und bei unwillen sich selbst zu exponieren sind PMC’s sinnvoll)

  4. @2ct.: So manch ein Profi ist sowohl was MEDEVAC (analog RTH & ITH) hinsichtlich der Mindestgrößen der Hubschrauber, als auch was „beengte“ Landeplätze angeht, geringfügig anderer Meinung.
    (vgl. https://www.yumpu.com/xx/document/view/55734544/lib-ho-szampconfa)
    N.B. Zu guter Letzt stand am Uni-Klinikum in Dresden auf der Grünfläche auf der im Bild die Bo 105 steht auch noch ein Hangar samt Rollplattform der BuPol. Da wurde es dann richtig eng.

  5. Während hier wieder munter über Dinge debattiert wird, die nix mit Mali zu tun haben (Hubschraubergrößen? Little Bird? Bo105??), was zur aktuellen Lage in Gao:

    Two dead during violent protest against injustice in Mali

    Two people were killed on Tuesday in northern Mali during a protest that turned violent in the town of Gao.
    The youth of the town resorted to the protest calling for justice in the implementation of the peace agreement in the country, a protester told AFP. (…)
    The army is reported to have opened fire on the protesters.

  6. @ T.Wiegold | 12. Juli 2016 – 15:12
    Sie haben dem Faden hier den Titel „Hubschraubermangel in Mali: Deutsche Helikopter “nicht auszuschließen” „. gegeben. Ist doch klar, dass vor dem Hintergrund des aktuellen HS-Desasters in der Bw die Diskussion auch in periphere Bereiche des Themas führt.
    Überzogene Gängelung Ihrerseits – meine ich.
    Hans Schommer

  7. @Hans Schommer

    Ist doch klar, dass vor dem Hintergrund des aktuellen HS-Desasters in der Bw die Diskussion auch in periphere Bereiche des Themas führt.
    Überzogene Gängelung Ihrerseits – meine ich.

    Super, wie einige Leute hier glauben, mich erziehen zu müssen. Lassen Sie das.

  8. @T.W., richtig; Sie haben dem Faden hier den Titel “Hubschraubermangel in Mali: Deutsche Helikopter “nicht auszuschließen” gegeben.

    Damit verstehe ich, entweder wir machen etwas auf dem Gebiet MEDEVAC richtig, also zumindest analog zu den EU-DIN für RTH und ITH, was das notfallmedizinische EQMT, die Standards und die HC anbetrifft, oder wir lassen es!

    Irgendwelche NGO-Lösungen mit Little Birds u.ä. sind da eben keine Lösungen! Und wenn der Anfang der Rettungskette nicht mindestens zivilen Kriterien der Notfallmedizin für unsere Soldat(inn)en entspricht und nicht gewährleistet ist, egal ob durch eigene Kräfte und/oder VN, muss die klare Konsequenz Abzug lauten.

  9. @ Vtg-Amtmann | 12. Juli 2016 – 16:02

    Verzeihen Sie meine Unkenntnis aber „Und wenn der Anfang der Rettungskette nicht mindestens zivilen Kriterien der Notfallmedizin für unsere Soldat(inn)en entspricht…“…

    …gibt es keine militärischen Kriterien für Notfallmedizin/Verwundetenrettung/-Betreuung? Und wenn ja, warum werden diese nicht angewandt?

  10. @Fussgaenger: Die „Bw-Notfallmedizin“ hält sich ziemlich exakt in EQMT und Standards an die zivilen Rettungsdienstkriterien und setzt „militärspezifisch“ (z.B. Multitrauma durch Schuß-, Splitter-, Spreng- und Brandverletzungen, Pneumothorax, Amputationsverletzungen) sogar noch „Einen oben drauf“.

    Über die notfallmedizinischen „Skills“ des Ärztlichen Personals und der Rettungsassistenten zu urteilen, erscheint als sehr schwierig, selbst für Insider, ohne die idividuellen Einsatzparameter zu kennen. Die gesetzlichen Voraussetzungen dürften alle erfüllt sein (z.B. Facharzt für Notfallmedizin, qualifizierter Abschluß als RettgAss.) Aber wie im Zivilen wird es sicherlich auch bei der Bw „Solche und Solche“ geben.

    Dies ist eine wesentliche Frage des Teams, der personellen Konstanz des Kaders und des teamleitenden NA. So meine Erfahrungen aus mehr als 5 Jahren Staionsleiter von ITH-Stationen mit teils europaweiten Einsätzen und auch aus der internationalen Ralley-Fliegerei sowie im Off-Shore-Bereich.

    Die Spezialstrecken MedGV, HygieneVO und Medikamentenbestand / Ampullarium sind fast schon eine Frage des Drills bzw. der Routine und damit auch der Einsatzhäufigkeit.

  11. Die BW hat keine Transporthubschrauber, keine Kampfhubschrauer zur Bewachung dieser und keine MEDEVAC und wird diese in absehbarer Zeit auch nicht bekommen.
    Diese Tatsachen sind schon seit Afghanistan bekannt! Soldaten schon länger!
    Wie kann man dann in der Welt herumposaunen, daß man Verantwortung übernehmen
    will??
    Im Übrigen will die deutsche Bevölkerung mit diesem wirkungsradlosen Sumpf nichts zu tun haben.
    Falls D eine Demokratie ist, darf die Politik diesen tötlichen Aktionismus nicht weiterführen.

  12. @ Amtmann

    Nur zur näheren Erläuterung:

    Bei ISAF galt MedEvac bereits als gewährleistet, wenn ein DEU Arzt mit Rucksack und einigen wenigen, tragbaren Geräten nebst RettAss höchst improvisiert (wenn auch eingespielt) auf einer UH-60 saß. Das hat mit ziviler Rettungsfliegerei eigentlich genau nichts mehr gemeinsam. Es kommt immer darauf an, was der „Chefarzt“, also in diesem Fall der damalige Kdr SanEinsVbd abnickt und die Lage insgesamt erfordert.

    Edit: Eine Mi-17 nebst Arzt u. RettAss gab es übrigens auch mal kurz… ;-)

  13. @ Voodoo

    Dann fragen sie mal bitte die beteiligten Ärzte ob des Unterschiedes in Qualität einer UH-60 und der CH-53 oder NH90 FAM …
    Aber egal, Hauptsache der Verwundete erfährt schnellstmögliche Hilfe …

  14. @ SER

    Das muss ich nicht, weil ich die Antworten durch meine damalige Verwendung aus erster Hand kenne. Wie ich bereits schrieb – manchmal gilt, was Lage und Auftrag erfordert (und der Kdr festlegt): UH-60 wurde z.B. festgelegt, weil die CH nachts nicht flog; die Mi kam ins Spiel, weil man sich in einer OP weit abseits „bekannter Pfade“ befand und keine CH oder UH-60 für den Zeitraum geblockt werden konnte. Ihr letzter Satz trifft es dabei recht genau – hauptsache der Verwundete erfährt schnellstmögliche Hilfe.

    Übrigens wird hier wie immer bei MedEvac-Diskursen vergessen, dass auch am Boden zumeist bereits eine SanKomponente (BAT) eingesteuert ist und ggf. Erstversorgung und Stabilisierung übernehmen kann… Als ich das beim letzten Mal erwähnte, bekam die fiegende Zunft auch schon Schnappatmung, weil sie ja so voll die Lebensretter sind und so… ;-)

  15. @TW

    Nicht, dass ich mich jetzt einschleimen möchte, aber sie Herr Wiegold geben selbstverständlich die Thematik vor! Ich würde dem Hausherrn doch nie auf den Teppich kotzen wollen. Ich kann mich nur ihren Lesern anschliessen, ihr SiPol Blog (oder Blorum oder Flog oder was auch immer ihre Art der Moderation am Besten trifft) sucht seinesgleichen im deutschsprachigen Raum. Wenn meine Kommentare den Themenschwerpunkt nur tangieren sollten, bitte ich dies als Anmerkung und Ergänzung der Nebenaspekte zu betrachten und nicht als Kaperversuch (oder nach dem Motto: „Im Keller brennt Licht“).
    Was derzeit die schwierige MEDEVAC Situation der Chinesischen U.N. Soldaten im Süd-Sudan betrifft, kann so morgen für die Bundeswehr in Mali gelten. Übrigens hat das AA meines Wissens die Charterung für die Evakuierung aus Jabo heute wieder rückgängig gemacht.
    Der Exkurs in’s Blackwater Geschäft, vielleicht eine sinnvolle Option bei MEDEVAC (auch mit Little Bird), kann, wie passiert, auch in einer Tragödie bzw. Falschbeurteilung mit tödlichen Folgen enden. Aber monetäre, versicherungstechnische, Zivil- und Völkerrechtliche Aspekte sorgen für eine gute Auftragslage beim Pentagon oder State Departement.
    Wenn ich mir den BfV Bericht anschaue, wird der Iran als SiPol Thematik wohl verstärkt in Erscheinung treten.
    Aber alles in allem möchte ich nicht den Eindruck erwecken, erst nassauern für Lau und dann mitreden wollen, was es zum Essen gibt.

  16. @Voodoo

    „Als ich das beim letzten Mal erwähnte, bekam die fiegende Zunft auch schon Schnappatmung, weil sie ja so voll die Lebensretter sind und so… ;-)“

    Dann waren das keine Einsatzflieger die wissen wie das Geschäft ist !!!
    Ja, es gab Zeiten da war es nicht so mit dem BAT ! Und ja es gibt Zeiten, da ist es heute auch nicht so, gottlob selten zwar aber passiert … Und ja, es gab Einschränkungen bei Nacht mit CH als auch NH90, ABER die deutschen Limits waren nach SOP die deutlichst geringsten der Partnernationen ! Aber oft kam es zum US-bypass auf national way … oder zu einer PECC die die Unterschiede rot-gelb-grün nicht verstand und meinte rot heißt geht nicht … Ein weites Feld aber ich bin soweit bei ihnen !!!

  17. @Voodoo

    “Das muss ich nicht, weil ich die Antworten durch meine damalige Verwendung aus erster Hand kenne.“

    “…, weil die CH nachts nicht flog“

    Da Sie ja die Antworten aus erster Hand kennen, würde mich interessieren, warum die CH’s
    nachts nicht fliegen?
    Vielen Dank.

  18. Kanada wird sich vermutlich umfangreich bei MINUSMA engagieren:
    http://m.huffpost.com/ca/entry/11050910

    Vielleicht bringen die Kanadier auch Hubschrauber mit?

    Wobei man sich in Berlin nicht zu früh freuen sollte:
    Kanada hat keinen richtigen Kampfhubschrauber im Bestand.
    Ob CH-146 Griffon für MINUSMA ausreichen?
    Bei ISAF waren sie eher eine Behelfslösung.

  19. @André
    Die vertragen sich wieder – zumindest für einige Zeit, bis eine Partei meint, die Oberhand zu haben.

    Was schlimmer ist, daß die Zentralregierung keine Anstalten macht, dort vertreten zu sein – also aus Sicht der Bevölkerung KIDAL bereits aufgegeben hat.

  20. @André u.T.M.:
    Schon der Ansatz des Abkommens sieht ja einen Verzicht auf das staatliche Gewaltmonopol vor (http://medafricatimes.com/9942-malian-rival-groups-ink-peace-deal-in-niger.html).

    Dass es nun unmittelbar gebrochen wurde, zeigt erneut wir volatilen die Lage ist.

    Erinnert ein wenig an Musa Quala 2006ff.

    Die Lage wir immer schwieriger und unübersichtlicher, gleichzeitig gibt es immer mehr Uneinigkeit bei MINUSMA (http://www.innercitypress.com/mali8ladsous2tier072016.html).

  21. Hier noch weitere Ausschnitte der Lageentwicklung in Mali:
    http://augengeradeaus.net/2016/07/erstmals-deutsche-soldaten-in-mali-unter-beschuss-keine-verwundeten/#comment-243222

    Meine Thesen:
    1. Anzeichen für eine entscheidende Lageverschlechterung verdichten sich immer mehr.

    2. Die Internationale Gemeinschaft und die malische Regierung sind jedoch weiterhin optimistisch.
    Die UN hat keine Strategie.

    3. Die Bundesregierung verdrängt das Thema (erneut)

    4. MINUSMA wird in absehbarer Zeit noch mehr unter Druck geraten

  22. @Memoria
    Was sind nochmal unsere Aufträge / Mandate dort (EUTM MLI und MINUSMA) ?

    Es scheint, daß sich die MLI Regierung zunehmend nicht nur in einem Sezessionskrieg (AZAWAD), sondern auch in einem innerstaatlichen Bürgerkrieg (Fulbe, u.a.) befindet.

    Da „neutral“ zu sein ist … schwierig.

  23. @all: Eine ca. Einschätzung des HS-Bedarfs für Mali (in Hinblick auf die möglichen Einsatzgebiete, deren Größe, Klima, Geographie, Vegation (kaum bedecktes und durchschnittenes Gelände), Lage und Auftrag, vgl. auch http://ichef.bbci.co.uk/news/624/media/images/65786000/gif/_65786115_mali_fighting_8feb.gif):

    Forward Air Medevac (NH-90):
    • Je Einsatz 1 Rotte = 2 HC = 1 x FAM-HC + 1 ESCORT-HC,
    • max. Flugzeit je Rotte = 8 Std/HC (innerhalb 24 Std),
    • Einsatz-Bedarf: 24/7/365 = 3 Rotten = 6 x NH90,
    • Klarstand aus Verfügungsbestand: = 60 % = 6 NH90 (ein Traum beim NH90),
    • Erforderlicher Verfügungsbestand= 100 % = 10 NH90 (auf FAM-Standard, bitte ohne Um- und Einrüstungen),
    • Erforderliches Personal für den Einsatz (Flugbetrieb, Technik, Logistik, San, Waffentechnik, Org. Überbau und Unterstützung) = ca. 360 Mann.
    (Basis: Bisheriger AFG-Einsatz hochgerechnet, gekürzt um geschätzte Doppelstrukturen)

    Reconnaissance, Survey, Escort & Support (TIGER):
    • Je Einsatz 1 Rotte = 2 HC,
    • max. Flugzeit je Rotte = 8 Std/HC, (innerhalb 24 Std),
    • Einsatz-Bedarf: 24/7/365 = 3 Rotten = 6 x TIGER,
    • Klarstand aus Verfügungsbestand: = 60 % = 6 TIGER (ein Traum auch beim TIGER),
    • Erforderlicher Verfügungsbestand= 100 % = 10 TIGER (auf ASGAARD-Standard!)
    • Erforderliches Personal für den Einsatz (Flugbetrieb, Technik, Logistik, Waffentechnik; Org. Überbau und Unterstützung) = ca. 300 Mann.
    (Basis: Bisheriger AFG-Einsatz hochgerechnet, gekürzt um geschätzte Doppelstrukturen, ferner „Major Tobias Schwarz ist Kommandoführer des Regiments. Seine rund 180 Soldaten sorgen dafür, dass die vier wendigen „Raubkatzen“ Tag und Nacht einsatzbereit sind.“(aus http://www.deutschesheer.de/ Raubkatzen auf Beutezug)

    Bereits während des AFG-Einsatzes von NH90 und TIGER war bei beiden WaSys der heimatliche Grundbetrieb ganz erheblich eingeschränkt, um wenigstens halbwegs die erforderlichen Klarstandsraten im Einsatzland zu gewährleisten.

    Die Bestands- und Zulassungslage bei den FAM-Systemen einschließlich EQMT erscheint bei einem evt. Soll von 10 HC für Mali als diffus.

    Bei einem geschätzten Personalkontingent von ca. 660 Mann dürfte man deutlich über dem Machbarem liegen.

    In Mali kommen zudem im Vergleich zu AFG noch ausgeprägtere Temperaturprobleme hinzu(vgl. http://www.wetterkontor.de/de/klima/klima-land.asp?land=ML vs. http://www.wetterkontor.de/de/klima/klima-land.asp?land=AF).

    Die Höhen über NN liegen in Mali im Schnitt zwischem 300m und 500m (= 984 ft bis 1.640 ft) (vgl. http://www.transafrika.org/media/Relief-Karte/Mali%20Relief.png vs. http://www.watan-afghanistan.de/Grafik/Topographie.jpg)

    Damit gilt m.M.n. für NH90 und TIGER sowie deren realisten Einsatz in MALI:
    “MISSION IMPOSSIBLE“!

    Deshalb dürfte zu den aktuellen Jubelmeldungen des BMVg-PrInfo-Stabes und der PIZ zur „Waldkatze“ TIGER und zum „fliegenden BAT“ NH90 sowie zu den längst bekannten wahren Hintergründen und Fakten wohl noch Einiges in den einschlägigen Medien alsbald zu lesen sein.

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