Hubschraubermangel in Mali: Deutsche Helikopter „nicht auszuschließen“

Gao , 26 september 2014, Aankomst chinooks

Nach der nunmehr offiziellen Ankündigung der Niederlande, ihre Hubschrauber aus der UN-Mission in Mali zum Jahresende abzuziehen, bemüht sich Deutschland zum Schutz der dort eingesetzten Bundeswehrsoldaten um Hubschrauber aus anderen Nationen – letztendlich könnte aber auch die Bundeswehr diese Fähigkeit stellen müssen. Es sei nicht auszuschließen, das Deutschland in der Mission MINUSMA Helikopter einsetzen müsse, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, am (heutigen) Montag.

Die Planung der niederländischen Streitkräfte, ihre Apache-Kampfhubschrauber sowie Chinook-Transporthelikopter (Foto oben) nicht länger im Norden des westafrikanischen Landes zur Verfügung zu stellen, war seit einigen Wochen absehbar. Zum Ende der vergangenen Woche wurde die Bundesregierung nach eigenen Angaben offiziell darüber informiert. Diese Entscheidung hat Auswirkungen auf die derzeit rund 500 deutschen Blauhelmsoldaten in Gao im Norden Malis, weil bislang nur mit dem niederländischen Lufttransport eine Rettungskette für verwundete Soldaten sichergestellt werden kann – und Deutschland macht diese Rettungskette zur Voraussetzung für den Einsatz.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte am Wochenende erklärt, bei der Suche nach Ersatz schaue die Bundeswehr nicht zuerst auf die eigenen Möglichkeiten: Nicht Deutschland steht in der Pflicht und schon gar nicht in der ersten Reihe, die bisher von den Niederländern gestellten Hubschrauber zu ersetzen. Dennoch könnte es darauf hinauslaufen.

(Die Debatte über dieses Thema läuft hier bereits seit Samstag in einem früheren Mali-Thread; hier ist jetzt die Fortsetzung der Debatte sinnvoller.)

Zur Dokumentation die Aussagen von Flosdorff und Außenamtssprecher Sebastian Fischer vor der Bundespressekonferenz:

Frage: Ich habe noch eine Frage an Herrn Flosdorff, und zwar zu Mali und dem angekündigten Abzug der niederländischen Hubschrauber. Kommt, wenn sich keine andere Lösung ergibt, ein Einsatz deutscher Kräfte infrage?

Angesichts des Zeitplans – das heißt, Bundeswehrentscheidung erst vor einem halben Jahr – steht ja im parlamentarischen Raum der Vorwurf, dass Frau von der Leyen das damals gewusst oder sich von den Niederländern habe täuschen lassen. Daher die Frage: Seit wann weiß sie von dem geplanten Abzug?

Flosdorff: Um hinten anzufangen: Es ist natürlich eine sehr bemerkenswerte Unterstellung, die da getroffen worden ist. Die ersten Nachrichten, dass die Niederländer mit der Durchhaltefähigkeit ihrer Hubschrauber Probleme haben, sind einige Wochen alt. Sie sind in enger Abstimmung in der Regierung bewertet worden. Auch die Parlamentarier sind vom Verteidigungsausschuss bereits Anfang Juni darüber informiert worden. Insofern kann ich das entschieden zurückweisen.

Was die Zeitlinie angeht, ob man ausschließen kann, dass Deutschland am Ende diese Fähigkeit wird stellen müssen, so wird man das sehen. Ausschließen kann man das heute nicht. Klar ist aber auch – hier sind wir uns in der Bewertung mit dem Auswärtigen Amt einig -, dass vorrangig die Vereinten Nationen zu prüfen haben, wie diese von den Holländern abzuziehende Fähigkeit zu ersetzen ist. Dazu gibt es derzeit Gespräche auch mit anderen Nationen, die von den Vereinten Nationen, aber auch mit deutscher Unterstützung geführt werden. Ich gehe davon aus, dass sie auch mit holländischer Unterstützung geführt werden. Es bleibt abzuwarten, ob das zum Erfolg führt.

Ich kann nur sagen: Für den Aufklärungsbeitrag, den die Bundeswehr dort liefert, ist es sehr wichtig, dass diese Fähigkeit in Gao vorhanden ist.

Fischer: Es ist so, dass, wie Herr Flosdorff sagte, in der Tat das deutsche Engagement in Mali und besonders das in der Friedensmission MINUSMA von Anfang an sehr eng zwischen uns abgestimmt worden ist.

Was die Niederländer angeht, sind wir, glaube ich, Freitagnacht beziehungsweise Samstagmorgen formal unterrichtet worden und haben auch sofort reagiert. Der Minister hat es gestern gesagt: Nicht Deutschland steht in der Pflicht und auch nicht in der erste Reihe, die bisher von den Niederländern gestellten Hubschrauber zu ersetzen, sondern es ist Aufgabe der Vereinten Nationen, vorrangig andere Mitgliedstaaten für einen qualifizierten Beitrag zu dieser wichtigen Mission zu gewinnen.

Es ist gut zu wissen, dass die Vereinten Nationen dazu schon Kontakt mit anderen Partnern aufgenommen haben, die gegebenenfalls Hubschrauber zur Verfügung stellen könnten. Es ist ja nicht die einzige Mission der Vereinten Nationen, bei denen Hubschrauber benötigt werden. Die Vereinten Nationen haben durchaus einen guten Überblick über mögliche Truppensteller, die infrage kommen könnten. Wir sind zuversichtlich und hoffen darauf, dass die Vereinten Nationen in der Lage sein werden, einen geeigneten Partner finden zu können.

(Archivbild: Ankunft niederländischer Chinook-Hubschrauber in Gao/Mali, 26. September 2014 – Foto defensie.nl)

76 Gedanken zu „Hubschraubermangel in Mali: Deutsche Helikopter „nicht auszuschließen“

  1. gibt’s da bei den UN-Einsätzen eigentlich sowas wie Qualitäts-Standards, auf die man pochen kann? Oder können die UN den deutschen Truppen als Ersatz für die niederländischen Helis „irgendwas“ vorsetzen, um den Einsatz irgendwie zu retten?

  2. Voodoo | 11. Juli 2016 – 18:02
    „Civilian contractor und ein paar weiße Mi-17… ;-)“

    Und? Würden Sie sich da reinsetzen? Oder mit’m Loch im Bauch reinlegen lassen??

  3. Ich schrieb es schon in einem anderen Thread … Die deutschen Kontingentplanungen und Ziele zur Erreichung einer mission qualification für Tiger und NH90 sind seit Wochen parat !
    Das Personal ist benannt …
    Es stehen die Zahlen fest sowie die Optionen zu Einsatzbeginn und ab wann FOC, sowie ab FOC „mindestens 12 Monate“ MINUSMA !

    Einzig ein Einsatzbefehl ist bis dato nicht ergangen, man wägt noch die zu erbringenden Auswirkungen ab !

    Das die mangelnde Durchhaltefähigkeit der NLD Hubschrauber erst jetzt vor Kurzem aufkam ist nicht der Kenntnisstand der Truppe !!! Da wußte man das bereits seit Herbst 2015 mit dem Auftrag sich im Rahmen EUBG vorzubereiten ab 07/16 … Seit Ende 2015 geisterte Mali mehr denn EUBG durch die Truppe …

  4. Hat jemand Informationen, wieviele sinnhaftig einsatzbereite Hubschrauber, als Ersatz, bei der Bundeswehr zur Verfügung stünden?

  5. Civilian Contractor – was übrigens auch eine deutsche Firma sein kann – und ein paar weiße Mi17 sind in anderen internationalen Missionen durchaus nicht ungewöhnlich, auch für MedEvac, und ja, mit einem Loch im Bauch dürfte das eigentlich keiner verweigern.

    Überhaupt wundere ich mich ein bisschen: Alles, was nicht von deutschen Behörden zertifiziert ist, ist bäh?

  6. T.Wiegold | 11. Juli 2016 – 18:18
    „Überhaupt wundere ich mich ein bisschen: Alles, was nicht von deutschen Behörden zertifiziert ist, ist bäh?“

    Nöö, sicher nicht. Aber wenn ein unter Druck geratener Auftraggeber „irgendwas“ heranrudert, um sein Vorhaben zumindest auf dem Papier zu retten, sollte man schon etwas genauer hinsehen, bevor man sich drauf einlässt. Gilt nicht nur im Kontext UN / Afrika / Hubschrauber, sondern läuft mehr unter der Überschrift „allgemeine Lebenserfahrung“…

  7. Die Helis des Civilian Contractors in AFG machen einen guten Job und sind ihr Geld wert.
    Wir bräuchten mehr davon, auch in DEU und im Besonderen bei der Flugbereitschaft.

  8. Sascha | 11. Juli 2016 – 18:16
    „Hat jemand Informationen, wieviele sinnhaftig einsatzbereite Hubschrauber, als Ersatz, bei der Bundeswehr zur Verfügung stünden?“

    Man kann sich allgemein die Frage der Sinnhaftigkeit stellen sowie die Frage des Eindatzraumes (welcher nach meiner Kenntnis durch Dritte noch völlig undefiniert ist !) stellen … Man wird nach dem von T.W. eingebetteten Link zur Rettungskette deutliche Abstriche machen müssen aufgrund der Entfernungen …

    Patrouillen die schon dort waren befanden sich mitunter 300km entfernt von Gao … das dauert eben bei Versorgung (was schon gemacht werden mußte für einen Reifen z.B. beim TPz) als auch bei Rettung !

  9. Für mich rätselhaft warum die anwesende Hauptstadtpresse die offensichtliche Unfähigkeit bzw. die absehbar akrobatischen Verrenkungen die die „Anlehnungsmacht“ und europäischer Schlüsselstaat Deutschland bei der Bereitstellung einer homöopathischen Anzahl Hubsschraubern für ein Kleinstkontigent hat nicht in Beziehung zur generellen Verteidigungsfähigkeit im nationalen bzw. Nato Kontext setzt.

    Die Volkswirtschaftlich und einwohnerstärkste europäische Nation ist scheinbar materiell, srtukturell und mental nicht in der Lage auch nur bonsai operationen mit dem essentiell notwendigen (wobei man die reduktion des operationsgebietes durch sklavisches festhalten an der „golden hour“ auch hinterfragen kann) auszurüsten.

    Was das über die Wehrfähigkeit der Institution Bundeswehr in größeren Maßstäben, Stichwort „Bündnisverteidigung“ und die disbezügliche Glaubwürdigkeit der entsprechenden Aussagen der BuReg bedeutet sollte jedem klar sein….

    nur zu interessieren scheint es die angebliche creme de la creme der journalistischen Zunft nicht sonst würde man sich nicht im perception management Narrativ der Pressesprecher verheddern.

    es ist völlig irrelevant wann wer wie gewusst hat das die niederländer früher oder später abziehen.

    skandal ist das die substitution durch eigene Kräfte wegen Unterdotierung, Fehlplanungen und desinteresse der letzten zwei dekaden grob fahrlässig nicht mehr möglich ist.

  10. @ f28

    Ja, würde ich – denn die allermeisten Maschinen der CCs sind stets einsatzbereit und gut gewartet. Eine Mi-17 ist überdies in Afrika bewährt und kann auch mit Hammer und Tape geflickt werden – zumal die Dinger bis heute gebaut werden.

    Und *psssssst* – auch in AFG flogen bereits deutsche Soldaten mit Mi-17, wenn es der Auftrag erforderte (z.B. zur Erkundung etc.)…

  11. Die Anfragen sind bereits vor einiger Zeit gelaufen…einige Firmen versuchen sich gerade in der Erstellung von Angeboten….

  12. @ Voodoo | 11. Juli 2016 – 18:41
    „Ja, würde ich – denn die allermeisten Maschinen der CCs sind stets einsatzbereit und gut gewartet“

    wenn dem so ist (und ich habe keinen Grund, an diesen Aussagen zu zweifeln) – wieso dann überhaupt die Aufregung? Dann beauftragen die UN eben einen vernünftigen Civilian Contractor, der stellt brauchbare „weiße Mi-17“ – und alles ist gut.

  13. @Wacaffe
    „es ist völlig irrelevant wann wer wie gewusst hat das die niederländer früher oder später abziehen.“

    NEIN ist es nicht ! Es zeigt nur die „Aussitzenmentalität“ deutlichst auf !
    Ansonsten 100% zu den Erläuterungen der kaputtgesparten Bw und den Fragen zur Landes- oder Bündnisverteidigung !

    Niemand hält an der „golden hour“ fest abseits des KdoH … Somit wäre der Einsatz eher ein CASEVAC ! Und die homöopathische Hubschrauberzahl ist die Gesamtleistung einer zersparten Truppe und Hinnahme der Verzögerungen der Industrie durch die Politik !

    Aber egal was war, wenn das Ding jetzt kommt reden wir bald nicht mehr von Fliegerei bis 2022 … der Preis ist extrem hoch !!!

  14. „Die ersten Nachrichten, dass die Niederländer mit der Durchhaltefähigkeit ihrer Hubschrauber Probleme haben, sind einige Wochen alt.“

    Ein sehr prägnantes Beispiel für die Realitätsverweigerung im BMVg. Die Probleme der Durchhaltefähigkeit von NLD (einschl. Hunschrauber) war hier vor knapp einem Jahr nachzulesen.

    Aber das sind wohl keine ersten Nachrichten…

    Da fragt man sich mal wieder: ist man im BMVg so taub oder so verlogen?

  15. Wäre es nicht ein starkes Signal an die Truppe wenn das Verteidigungsministerium in kürze Mitteilen würde:

    Ja die Bundeswehr steht nicht an erster Stelle in der Pflicht, die Fähigkeiten der Niederlande zu ersetzten, aber Ja ihr seit unsere Jungs!, und ja wir können das am besten, und ja wir machen das deshalb. Ohne wenn und aber!
    Im Rahmen der Trendwende wird der Inst-Etat der Heeresflieger und CH53 im übrigen verdoppelt, alle nötigen Beschaffungen gehen über Direktvergabe.

    Aber nein, so wird wahrscheinlich nicht kommen, die Führung wird nicht den Rubikon überschreiten. Die Zauberhaufte Grenze von 999,99 Soldaten wird man nicht freiwillig überschreiten. Lieber demonstriert man der eigenen Truppe, dass essentielle Fähigkeiten nur gegen einen gebührenden Blutzoll entrichtet werden. Wie in Afghanistan.

  16. Memoria | 11. Juli 2016 – 19:13

    “Die ersten Nachrichten, dass die Niederländer mit der Durchhaltefähigkeit ihrer Hubschrauber Probleme haben, sind einige Wochen alt.”

    Da fragt man sich mal wieder: ist man im BMVg so taub oder so verlogen?

    „Das war nur ein Flurgespräch, keine offizielle Mitteilung.“

    So ging doch die Erklärung bei der Global Hawk-Geschichte, oder?

  17. @ Philosoph wg. deutsche-helikopter
    Ein Anbieter der auf seiner Website schreibt: „Zudem ist der Einsatz eines Hubschraubers zur Schneeräumung in der Region Gao zu bestmöglichen Konditionen zu realisieren und garantiert eine schnelle Gefahrenbeseitigung.“
    kann doch wohl nicht als seriös betrachtet werden – lustig so ein Quatsch.

  18. „Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte am Wochenende erklärt, bei der Suche nach Ersatz schaue die Bundeswehr nicht zuerst auf die eigenen Möglichkeiten: Nicht Deutschland steht in der Pflicht und schon gar nicht in der ersten Reihe, die bisher von den Niederländern gestellten Hubschrauber zu ersetzen….“.

    Bullshit, Herr Steinmeier ! Wer, wenn nicht Deutschland steht in der ersten Reihe für die Rettungskette für die eigenen Soldaten ?

  19. Beim UN Einsatz in Somalia 1993 hat Russland noch Hubschrauber zur Verfügung gestellt. Wäre doch eine Alternative. Fragen kostet nix ?

  20. @es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei
    „Schneeräumung“ = road clearance oder „clearing“ (?)

  21. @ Klabautermann
    „Bullshit, Herr Steinmeier ! Wer, wenn nicht Deutschland steht in der ersten Reihe für die Rettungskette für die eigenen Soldaten ?“

    Und genau HIER sehe den Ansatzpunkt warum es so kommen wird, trotz des hohen Preises der Regeneration und des Kalküls !

    Entweder gibt es
    a) den Ansatzpunkt „NH90 kommt eh nicht in die Pötte also nutzen wir nochmal politisch motiviert alles was da ist koste es was es wolle und dann wählen wir im Herbst 2017 erstmal neu und wenn platt dann ist platt aber stört nicht weil gezeigt wir können /wollen“

    oder

    b) wir werfen CH-53 nach Mali, lassen NH90 in RSM den MEDEVAC übernehmen weill können die doch wie gezeigt und verteilen die Aufträge Transport für Pers und Mat an weiße Hubis / Contractor !

    Möchte bei der aussenpolitischen Nebelkerze noch ein User hier wetten ???

  22. Transport und Rettungshubschrauber kann man vielleicht mieten für Mali, aber vermutlich keine Kampfhubschrauber und wenn doch dürfte es sich bei den Betreiber höchstens um fragliche Söldnerfirmen handeln.

    Und was nützten zivile Hubschrauber, wenn deutsche Soldaten unter feindlichem Beschuß geborgen werden müssten, was man ja wohl auch im BW-Video unterstellt hat? Die zivilen Piloten würden dann den Einsatz verweigern…..

    Deshalb müssten auch Kampfhubschrauber nach Mali als Ersatz für die Niederlande.

    @Klabautermann hat völlig Recht! Deutschland muss selbst in der Lage sein seine eigenen Soldaten zu retten! Milliarden an Steuergeldern sind für NH 90 und Tiger ausgegeben worden und jetzt kriegen wir es nicht hin, ein paar Hubschrauber der kleinen Niederlande zu ersetzen?

    Das Hubschrauberdesaster kann hier seit Jahren jeder in AG nachlesen. Die BW hätte also jahrelang Zeit gehabt, zusätzliche Hubschrauber zu beschaffen, z.B. CH 47 oder Apache, um die Lücken bei der ‚BW zu schließen. Merkwürdigerweise haben die Niederland mit ihren C 47 oder Apache Hubschrauber weniger Probleme als die BW mit ihrem Material vom Haus- und Hoflieferanten Airbus!

    Und Steinmeier muss sich vorwerfen lassen ,auf der Sicherheitskonferenz groß geredet zu haben, aber immer wenn es ernst wird, will er kneifen oder ist das Problem nicht Steinmeier, sondern ist das AA in der Hand von pazifistischen Beamten seit einem gewissen FDP-Außenminister, was ich mich manchmal Frage, warum das AA bei Militäreinsätzen ständig bremst oder dagegen ist?

  23. Absolut beschähmend wenn wir für das „poppelige“ Mali-Kontingent noch nicht einmal die Rettungskette für unsere Soldat(inn)en realisieren können!

    Das BMVg sollte sich mal real bewußt werden, daß dann in den Kneippen der dumme Spruch umgeht, „was macht den die Bundeswehr wenn wirklich mal im Krieg ist?“

  24. DEU könnte die fehlenden Heli – Fähigkeiten , egal worum es sich handelt, bei RUS anmieten. Von heute auf morgen. Wer mich jetzt nach „Quellen“ fragen solte, hat sich dadurch für die weitere Diskussion in diesem Faden selbst disqualifizierrt.
    Echt brutal – aber isso!
    Hans Schommer

  25. „Hans Schommer | 11. Juli 2016 – 21:15

    DEU könnte die fehlenden Heli – Fähigkeiten , egal worum es sich handelt, bei RUS anmieten. Von heute auf morgen. Wer mich jetzt nach “Quellen” fragen solte, hat sich dadurch für die weitere Diskussion in diesem Faden selbst disqualifizierrt.
    Echt brutal – aber isso!
    Hans Schommer“

    – Mit Besatzung für die Helis?

  26. Klar – mit Besatzung. Einschließlich Betriebsstoff, Munition und Wartung. Haben Sie da Zweifel?
    Hans Schommer

  27. In einem Artikel des Tagesspiegels („Mehr Soldaten für Mali?“, online verfügbar) zeigt sich der Vorsitzende des Verteidigungssausschusses, Hellmich, offen für eine Bereitstellung von Hubschraubern durch Deutschland.
    Auch er verweist jedoch auch auf den erheblichen Aufwand in der Vorbereitung und geht von einer Entscheidung im September aus. Zudem interessant, dass er bei MINUSMA von einem „Kampf gegen den Terror“ spricht.

    Erneut ein Indiz, dass man in Berlin nicht wirklich weiss was man in Mali machen will (siehe Steinmeier beim letzte Mali-Besuch). Die Diskussion dreht sich erneut zu sehr um Mittel, statt um Zweck und Ziel.

    Zudem drängt sich zu wenig die Frage auf, warum hat man bei den Hubschraubern immernoch so grosse Probleme.

    Trotz Task Force Drehflügler, Agenda Rüstung etc.

    Die McKinseyierung der Verteidigungspolitik klappt bisher medial und politisch sehr gut.

    Kein gutes Zeichen.

  28. (Lieder) ein weiteres Beispiel für etwas, das auch in der Truppe täglich erneut erlebt werden kann. Es wird nicht mehr ordentlich geplant und agiert (ist auch gar nicht möglich, wenn es schon auf strategischer Ebene daran mangelt), sondern nur noch reagiert, hinterhergehächelt und versucht, Löcher auf das Nötigste zu stopfen. Mittlerweile geht auch dafür das Garn aus.

    – Trennung –

    Um an die Frage von @Sascha anzuknüpfen, kann man derzeit in etwa abschätzen, ob unsere luftbeweglichen Kräfte und Mittel überhaupt einen MEDEVAC in MLI stemmen können? Und wenn ja, ab wann?

    Beste Grüße,
    Rödelriemen

  29. @SER | 11. Juli 2016 – 18:16 u. SER | 11. Juli 2016 – 20:18:
    Da wird es wohl im Herbst Offenbarungen über die wirkliche personelle und materielle Einsatzbereitschaft geben.

    Man hätte ja nun eigentlich genug Zeit gehabt die Themen richtig anzugehen, aber offenbar hat man dazu weder politisch noch bürokratisch die Kraft und den Mut.

  30. Ein Niederländer sagte mir, man warte auf deutsche Zusage zur Ersatzgestellung für die niederländischen Hubschrauber in Mali. Dann gäbe es auch eine Zusage für die niederländische Fregatte als Plattform für den deutschen Führungsstan in der Ägäis.
    Vielleicht ist ein Problem der deutschen Seite, dass sie (ohne unschöne Konequenzen) weder das eine noch das andere hat?

  31. @es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei

    BmVg? Immerhin ist das G36 ja ein Mschinengewehr!
    oder ein Übersetzungsfehler?

    @Closius

    Würden oder könnten sie den Flug verweigern?

  32. Da sollte man doch, unsere sonst so reiselustigen Abgeordneten, regelmäßig… auch nach Mali einladen oder abordnen ;-)

  33. @SER: ich würde noch mutmaßen, das der NH90 dort einen PR Auftrag über ein paar monate ableistet und man sich dann mit einem weiteren einsatz schmücken kann. In der zwischenzeit wird CH53 darauf vorbereitet und übernimmt dann heimlich.

  34. @Hans Schommer | 11. Juli 2016 – 21:15

    „DEU könnte die fehlenden Heli – Fähigkeiten , egal worum es sich handelt, bei RUS anmieten.“

    Hmm, wäre das die „ausgestreckte Hand“ als politisches Signal zur Klimaverbesserung oder nur ein weiterer Nasenring, mit dem die Russen uns dann später durch die Manege ziehen?

  35. @2ct.: Fliegerisch sicherlich eine Leistung, aber als „MEDEVA“ doch arg geschmeichelt und absolut nicht „gefechtstauglich“. In einem MD-5NN (Little Bird) ist in der Pax-Cabin etwa so viel Platz wie in einem Porsche auf der Rückbank. Zwar spektakulär das Ganze, aber letztendlich „unqualifizierter sitzender Krankentransport“ und vom Einsatzspektrum samt Anforderungen in z.B. Mali ganz weit weg.

  36. Hinweis am Rande:
    Zumindest ein Teil der Rettungskette funtioniert bereits mit eigenen Mitteln.
    Ende letzter Woche wurde der beim NLD Mörserunfall schwerverletzte NLD Kamerad mit TaktMEDEVAC (DEU C-160) von GAO nach NIAMEY, im Anschluss von NIAMEY nach AMSTERDAM mit StratMEDEVAC (DEU A310) verflogen.

  37. @A400M

    Danke für den Hinweis – und eigentlich erstaunlich, dass die Bw das nicht von sich aus mitteilt. Oder habe ich was übersehen?

  38. @T.W.
    Hat mich auch ein wenig „gewundert“, verfolge die Bw Seite jedoch nicht so regelmässig.
    Zumindest auf der NLD „Defensie.nl“ Seite wurde es kurz erwähnt, wenn auch nicht so ganz korrekt (man könnte meinen der A310 sei in GAO gewesen).
    Zitat: „Een Airbus 310 van de Duitse luchtmacht bracht de militair vanuit het Malinese Gao naar Nederland“
    (Ein Airbus A310 der DEU Luftwaffe brachte den Soldaten aus GAO/Mali in die NLD).
    Sorry für den kurzen thread drift.

  39. Na, unsere Bw-Öffentlichkeitsarbeiter haben ja rasch reagiert und zur Beruhigung der Truppe / Öffentlichkeit gleich mal die Rettungskette in Mali publiziert. Wer aber zwischen den Zeilen zu lesen vermag, wird die Mopsgesichter schnell erkennen.
    https://bw2.link/6VlAf

    @ Hans Schommer | 11. Juli 2016 – 21:15
    Wer also hinterfragt, was Sie dort posten, hat sich disqualifiziert? Was ist denn das für eine Diskussionskultur? Soll Ihr Vorschlag nun zur Diskussion anregen oder nur Populismus verbreiten. Ihre Beiträge waren schon mal substanzhaltiger.

    @Philosoph | 11. Juli 2016 – 19:11
    @es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei | 11. Juli 2016 – 19:40

    Dieser Helikopteranbieter hat auf seiner Homepage lediglich alle verfügbaren Verkehrsflugplätze aufgelistet und zu jedem den (un)passenden Formeltext mit automatischer Einfügung von Ort und Land. Ist dann besonders pikant beim Scheeräumen in Goa.

    [Hm, der Bundeswehr-Link steht oben schon im Eintrag. Warum genau sollte der jetzt noch mal sein? T.W.]

  40. Kann der Tiger denn die Lücke füllen, welche die abgezogenen Apaches hinterlassen, also spielt e.g. die (meines Wissens nach..) „fehlende“ Bordkanone keine Rolle?

    Oder würde man hierfür anderes Gerät verwenden.

    Wie wurden die Apaches denn bisher von den Niederlande eingesetzt? Mit welcher Bewaffnung (ATGMs? Hydras (oder was aktuell verwendet wird)?) Und gab es dort jemals den Bedarf nach direkter Feuerunterstützung mit der M230?

  41. Memoria | 11. Juli 2016 – 22:03
    @SER | 11. Juli 2016 – 18:16 u. SER | 11. Juli 2016 – 20:18:
    „Da wird es wohl im Herbst Offenbarungen über die wirkliche personelle und materielle Einsatzbereitschaft geben.“

    Die Offenbarungen liegen der DSK und dem KdoH seit längerer Zeit vor und es sollte genug bekannt sein wie eng die Decke ist !!!
    Nun geht es aber mehr um eine Erfüllung der politischen Traumtänzerei …
    Wie immer liegt kein Ziel vor und die Möglichkeiten sind extrem begrenzt !
    Es darf eben nicht sein was nicht sein soll …

    Und wie man bei den Entfernungen mit ca. 60 Flugstunden pro Monat hinkommen will erschliesst sich einem geschulten Betrachter auch nicht …

  42. @2ct

    Sorry, aber die Meisterleistung mit dem polnischen Botschafter sehe ich nicht …
    Soldaten stehen rum und plaudern … Hubi landet wie in Monte Carlo ….

  43. @SER | 12. Juli 2016 – 11:58

    Gut, wenn sie insbesondere die Oberleitungen anschauen mögen und zu dem Schluss kommen, dass ist eine Kleinigkeit. Ich Maße mir dies nicht an.
    Eine Notiz am Rande. Meines Wissens hatte Blackwater diese Aktion als privater Contractor im Auftrag des U.S. State Departements durchgeführt. Beispiel für eine „Privatisierungsmassnahme“.

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