Die neue Arbeitszeitverordnung für die Truppe: Nur noch kürzer auf Übung zur NATO?

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Die neue Arbeitszeitverordnung für die Bundeswehr, mit der seit Jahresbeginn gemäß einer EU-Richtlinie die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit der Soldaten auf 41 Stunden begrenzt wird, hat hier schon eine sehr umfangreiche Debatte ausgelöst. Ein Bericht der (heutigen) Bild am Sonntag (Link aus bekannten Gründen nicht) dürfte den Streit über diese Arbeitszeitregelung noch befeuern: Die begrenzte Zahl der Wochenenarbeitsstunden und der vorrangige Ausgleich in Freizeit, so berichtet das Blatt, habe dazu geführt, dass deutsche Soldaten selbst an NATO-Übungen nicht mehr  richtig teilnehmen könnten:

Die Truppe, bei der wöchentlich 270.000 Überstunden anfallen, ist zeitlich nur noch bedingt einsatzfähig. Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags,Hans-Peter Bartels, zu Bild am Sonntag: „Es kann nicht sein, dass wir NATO-Verpflichtungen wegen drohender Überstunden nicht nachkommen können.“
So kann eine Einheit an einer für vier Wochen geplanten internationalen Übung in Norwegen nur für zwölf Tage teilnehmen, da sonst zu viele Überstunden anfallen würden.

Das ist ein wenig merkwürdig, weil ja in den Regelungen zur Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie Ausnahmen vorgesehen sind, wie die Bundeswehr hier erläutert:

  • Einsätze und einsatzgleiche Verpflichtungen
  • Amtshilfe in besonderen Katastrophenfällen, schweren Unglücksfällen, bei Attentaten oder dringender Eilhilfe
  • mehrtägige Seefahrten an Bord von seegehenden Einheiten der Marine
  • Alarmierung und Zusammenziehung sowie Gefechtsausbildungen zur Vorbereitung von Einsätzen, einsatzgleichen Verpflichtungen und Amtshilfen
  • Übungs- und Ausbildungsvorhaben, bei denen Einsatzbedingungen simuliert werden

Und eine NATO-Übung in Norwegen (welche eigentlich? Cold Response war ja schon; BALTOPS ist nicht betroffen, sagt ein Ministeriumssprecher) dürfte unter die beiden letzten Punkte fallen.

Das Verteidigungsministerium zeigte sich am Sonntag verwundert über den Vorwurf: Eine Übung dieser Art werde von der Vorschrift als einsatzgleiche Verpflichtung eben nicht erfasst, sagte ein Sprecher. Außerdem stimme die Aussage der Bild am Sonntag nicht, dass ein finanzieller Ausgleich von Mehrarbeit völlig ausgeschlossen sei.

Mal sehen, ob es noch ein wenig Klarheit gibt und worauf die Angaben des Blattes beruhen.

Nachtrag 11. April: Der stellvertretende BMVg-Sprecher Oberst Boris Nannt hat dazu vor der Bundespressekonferenz was gesagt und ein bislang positives Fazit der Regelung gezogen:

 

AZR_Bw_BPK_11apr2016     

 

Die Abschrift des Audios:

Nannt: Ich möchte noch einen Punkt aktiv ansprechen. Und zwar gab es am gestrigen Tag eine Berichterstattung in einer großen Sonntagszeitung zum Thema Soldatenarbeitszeitverordnung und der Einführung der 41-Stunden-Woche in diesem Jahr. Der Artikel hat uns insgesamt verwundert. Ich möchte daher die Gelegenheit nutzen, das hier kurz richtigzustellen. Ich möchte auch betonen, dass der Artikel ohne Gegenrecherche bei uns stattgefunden hat.

Folgende Behauptungen wurden dort aufgegriffen: Dass bei der Teilnahme an einem Nato-Manöver in Norwegen dieses wegen des Anfalls von Überstunden verkürzt wurde, dass Verbündete hierauf irritiert reagiert hätten, dass Mehrarbeit künftig grundsätzlich nicht mehr durch Geld ausgeglichen werden könnte und es daher auch keinen einzigen Fall von Geldausgleich geben würde, und dass daher die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr durch die neue Regelung bedroht wäre. Wie gesagt, das kann von uns nicht nachvollzogen werden. Die Einlassungen in der Berichterstattung hierzu sind zum Teil auch sachlich falsch.

Dazu konkret: Das einzige Nato-Manöver in Norwegen war in diesem Jahr das Manöver „Cold Response“, und dieses wurde nicht verkürzt, sondern es wurde sogar auf Antrag der Division Schnelle Kräfte ausgeweitet. Grundsätzlich sind wichtige Nato-Manöver genauso wie Einsätze oder einsatzgleiche Verpflichtungen von der 41-Stunden-Regel ausgenommen. Das gilt natürlich – jetzt einmal ganz konkret weg von diesem angeblichen Vorfall – auch für künftige Vorhaben.

Ein Beispiel: Im Rahmen der Rückversicherungsmaßnahmen der Nato ist das Niveau, auf dem wir die Unterstützung leisten, in diesem Jahr dasselbe wie im letzten Jahr. Wir weiten die Unterstützung sogar aus, und zwar von 16 auf 21 Manöver und von 5 000 auf 5 500 Soldaten. Dass es diesbezüglich irgendwelche Irritationen geben könnte, ist darüber hinaus auch deshalb verwunderlich, weil bereits 15 andere europäische Nationen die EU-Arbeitszeitrichtlinie in ihr nationales Recht für die Streitkräfte übernommen haben.

Sachlich richtig ist: Auch künftig kann Mehrarbeit weiterhin durch Geld ausgeglichen werden. Es ist sogar der Anspruch im Rahmen der Agenda Attraktivität verbessert worden. Es gilt aber der Grundsatz im Rahmen des Gesundheitsschutzes für die Soldaten – das ist auch gut so -, dass erst der Versuch unternommen werden muss, diesen Freizeitausgleich zu gewähren. Erst dann ist eine finanzielle Vergütung möglich.

Dies war übrigens genauso im Rahmen der vormaligen Regelung. Deswegen ist natürlich auch logisch, dass nach dem ersten Quartal kein Fall bekannt ist, weil natürlich erst ein Anspruch angemessen im Rahmen von Freizeit ausgeglichen werden sollte.

Grundsätzlich ist nach unserer Bewertung mit der neuen Soldatenarbeitszeitverordnung ein riesiger Schritt für die 250 000 Menschen bei uns gemacht worden. Wir setzen damit europäisches Recht um. Auch das Bundesverwaltungsgericht hat ausdrücklich betont, dass auch unsere Streitkräfte unter die europäischen Vorgaben zur Arbeitszeit fallen. Selbstverständlich – und das ist wichtig – muss die Einsatzbereitschaft natürlich gewährleistet sein. Deshalb berücksichtigen wir die Besonderheiten des militärischen Dienstes, und deshalb sind wichtige Vorhaben ausgenommen. Hier geht es um Einsätze, einsatzgleiche Verpflichtungen, Amtshilfe, mehrtätige Seefahrten, aber genauso um Gefechtsausbildungen zur Vorbereitung von Einsätzen, einsatzgleichen Verpflichtungen oder auch Übungs- und Ausbildungsvorhaben, bei denen Einsatzbedingungen simuliert werden.

Klar ist, dass, wenn man natürlich so ein Vorhaben umsetzt, dieses nicht vom ersten Tag an reibungslos verläuft. Auch Organisationen und Vorgesetzte müssen lernen, damit umzugehen. Mit der neuen Arbeitszeitrichtlinie haben wir aber ein bewusstes Maß an Flexibilität für die Vorgesetzten, sodass eben dort auch entschieden werden kann, wie ich mit dem Zeitausgleich für Pendler oder anderen Dingen umgehe.

Fakt ist: Es ist ein Kulturwandel; es ist ein Paradigmenwechsel. Da wird es bestimmt auch an der einen oder anderen Stelle ruckeln, erst recht bei einer so großen Organisation von 250 000 Menschen. Dass den Wehrbeauftragten von daher eher Beschwerden als Lob erreichen, ist bei der Einführung einer solchen Richtlinie, die gerade erst frisch eingeführt wurde, natürlich klar.

Insgesamt möchte ich betonen: Wir haben wirklich eine ausgezeichnete, eine gute und enge Zusammenarbeit mit dem Wehrbeauftragten, der gewöhnlich gut informiert ist, in diesem Fall aber vielleicht einfach nicht umfassend informiert war. Was wir machen, ist Folgendes: Wir schauen mit den Vorgesetzten und auch von unserer Seite aus auf diese neue Soldatenarbeitszeitverordnung, begleiten sie, haben im Vorfeld an 40 Standorten über 4000 Multiplikatoren informiert und sind dabei, das zu evaluieren. Insgesamt kann bislang ein positives Zwischenfazit gezogen werden.

Mehr wollte ich dazu nicht sagen.

(Foto: German soldiers of 12th Armored Brigade, 10th Panzer Division react to contact from simulated small arms fire while conducting urban operation training during exercise Saber Junction 16 at the U.S. Army’s Joint Multinational Readiness Center in Hohenfels, Germany, March 31, 2016 – U.S. Army photo by Spc. Lloyd Villanueva)

168 Gedanken zu „Die neue Arbeitszeitverordnung für die Truppe: Nur noch kürzer auf Übung zur NATO?

  1. @Hoppie | 13. April 2016 – 0:21
    „Simpelstes Argument für Urlaubssperre: MilEvacOp :) “

    +1
    Ja, auch schon mal erlebt ;)

  2. @werner

    Na ja. Die Kreativität der britischen Presse ist nicht wirklich überraschend. (Eigentlich wundert mich nur, dass die nicht gleich in der Überschrift von EU-Vorschrift reden, was es ja ist, und deshalb erst recht den Brexit fordern.)

  3. Hihi, wer ist denn dieser „Hans-Peter Bertels“, den der express da zitiert ?
    Der eigentliche Punkt ist doch, dass man in Norwegen nicht einsatzrealistisch üben kannn, weil deren gesetzliche Vorschriften (Arbeitszeit, Umwelt u.v.a.m.) das nicht mehr zulassen……aber das wird man in einem britischen Käseblatt natürlich nicht lesen, da ist German-Bashing viel einfacher.

  4. @ Klabautermann (und bitte nicht persönlich nehmen)
    >
    So so! In Norwegen kann man also nicht Einsatzrealistisch üben? Da habe ich wohl am falschen Orte „gespielt“….in der Vergangenheit oder Gegenwart.
    Schon mal in Deutschland in den Ausmaßen geübt?
    <

    Ich glaube eher das man diejenigen, die diesen 41 Std Müll, mitsamt seinen Krebsartigen Auswucherungen, eingeführt haben zur Rechenschaft zu ziehen hat!
    Hoffentlich macht irgendjemand diesem "Stabs-und Kommandobehördenwahnsinn" ein Ende! Für die Stäbe und Kommondobehörden wirkt sich die 41h Woche eh nicht aus…..bei der Schlammzone schon. Nur da oben scheinen wohl alle vergessen zu haben was an der Basis wirklich laufen soll! (Manchmal glaube ich auch das es keiner wissen will)
    Für mich ist einfach beschämend, wohin sich die "Armee" entwickelt.
    Armee ist keine Firma im klassischen Sinne. Wer 41h Std will soll bitte in der zivilen Wirtschaft arbeiten. Wir brauchen Soldaten und keine "Uniformträger"!

    [Ja, Ihre Meinung ist verstanden, aber diesen Schaum-vor-dem-Mund-Ton bitte nicht hier loswerden. Danke, T.W.]

  5. @0815 | 17. April 2016 – 14:45
    „Wir brauchen Soldaten und keine „Uniformträger“!“

    +1

  6. @0815

    Wissen Sie eigentlich wieviel Überstundengeld ein norwegischer Soldat erhält, wenn er mehr als 10 km außerhalb seines Heimatstandortes über die norwegische Regeldienstzeit hinaus Dienst tut ? Da wird Ihnen schwindlig. Infolge des Ölpreisverfalles muß Norwegen seit einiger Zeit so richtig sparen….was glauben sie wohl, wo da u.a. die Spaßbremse angesetzt wird ? Kein Wunder also, dass bei einem 4-Wochen-Manöver irrsinnige Leerzeiten anfallen für die Übungsteilnehmer aus dem Ausland. Hier steht Aufwand und Nutzen in keinster Weise mehr in einem vertretbaren Verhältnis.
    Wer auch immer unsere Soldaten nach 14 Tagen dort abgezogen hat: Gut so.

  7. @0815
    in den von Ihnen erkannten „Kommandobehörden“ wirkt sich das durchaus aus. Nicht jeder auf den „Elefantenfriedhöfen“ arbeitet „an sich selbst“. Viele Nahpendler müssen jetzt eine Wohnung suchen und selbst bezahlen und kein tg §6 mehr, alles gut.
    Gleichzeitig scheut der „Dienstherr“ – wer ist das eigentlich?, ein Lebenszeitkonto wie der Iman die Bibel.
    Persönlich bin ich auch kein Freund von „Kommandos“ – es sei denn „Gänse“ landen irgendwo, speziell das MarKdo ist sehr „eigen“ und m.E. nicht wirklich noch nötig, Ausnahme der Operative Anteil. Suchen Sie mal, wieviele Wolkenschieber in HRO sind, die nichts mit dem operativen Geschäft zu tun haben, die können alle ins Homeoffice- geht aber nicht, denn der „Abteilungsadmiral“ hätte dann ja keine „Livelage“ mehr – bin also ein bischen bei Ihnen.

  8. Schon vor etwa 30 Jahren bei den BOLD GUARD Übungen sind die Dänen ab dem dritten Übungstag nachts wieder in die Kasernen gefahren. Wir gingen draußen in die gedeckte Aufstellung. Morgens gings dann weiter.
    Und als ich das Privileg (weil kein GenStOffz) hatte, in der MNB SE in MOSTAR / BiH als G3 Chief zu dienen, unterstanden mir die HFlgKr unserer Brigade. Darunter auch französische Fliegerkameraden. Ich erinnere noch sehr gut, was ich da für Listen für die Flugzeiten von Crew und PAX gegengezeichnet habe. Da wurde – wenn ich recht erinnere – jedem Angehörigen der FRA Streitkräfte (einschl. der Gendarmerie – die gehört bei den Nachbarn zu denselben) pro Stunde in der Luft mindestens eine Stunde „Zusatzdienst“ gutgeschrieben. Zumindest bei den BS und SaZ verkürzte sich dadurch auch die Restdienstzeit um diese Zeit in der Luft.
    Und Auslandszulage gab es natürlich oben drauf auch noch.
    Hans Schommer

  9. Nachtrag zu 17. April 2016 – 16:18:
    Hab noch mal gewühlt. Ich bin mir nun relativ sicher, dass pro Stunde sogar ein ganzer Tag gutgeschrieben wurde!
    Hans Schommer

  10. @0815

    „Ich glaube eher das man diejenigen, die diesen 41 Std Müll, mitsamt seinen Krebsartigen Auswucherungen, eingeführt haben zur Rechenschaft zu ziehen hat!“

    Die 41Std haben wenig mit der SAZV ursächlich zu tun, die SollOrg wurde vor der SAZV mit der Grundlage 41Std erstellt. Wo war ihre Kritik vorher, als Kommandeure ohne massive Kritik ihre Einheitsführer im Stich gelassen hatten und die Aufträge trotz Persinalmangel abgefordert hatten?

    Warum soll ein Soldat ohne anständigen, in diesem Staat üblichen Ausgleich, im Grundbetrieb Dienst leisten?

    Wer hindert ihren Chef mehr als 41Std Dienst anzuordnen (wenn es nötig ist)?
    Natürlich kann man selbst im Grundbetrieb sogar über 48Std Dienst in der Woche schieben.

    „Wer 41h Std will soll bitte in der zivilen Wirtschaft arbeiten. Wir brauchen Soldaten und keine „Uniformträger“

    Ich kenne keinen Soldaten der grundsätzlich nur 41Stunden dienen will, aber ich kenne viele, die planbar auch im Frieden mehr arbeiten möchten, aber dann eben mit Ausgleich.

    Ich bin mir im Übrigen sicher, dass sie ihren AVZ nicht dem Bw Sozialwerk oder BMF spenden, obwohl sie doch in einer richtigen Armee dienen wollen.

    Sorry ich verstehe sie nicht, wenn sie dem Staat, im Gegensatz zu vielen Profiteuren dieses Staates und seiner Sicherheit, für lau dienen wollen, dann bietet das Ehrenamt viele Möglichkeiten.

  11. @Zimdarsen | 17. April 2016 – 17:29
    „Die 41Std haben wenig mit der SAZV ursächlich zu tun,“

    Mit was denn?

    „Kommandeure ohne massive Kritik ihre Einheitsführer im Stich gelassen hatten und die Aufträge trotz Persinalmangel abgefordert hatten?“

    Wo war das der Fall?

    „Warum soll ein Soldat ohne anständigen, in diesem Staat üblichen Ausgleich, im Grundbetrieb Dienst leisten?“

    Niemand hat etwas gegen Ausgleich.

    Die Kritik richtet sich gegen das konkrete starre System eines Ausgleichs unter Außerachtlassung des besonderen Auftrags der Streitkräfte.

    Betrachten Sie doch einfach mal an das von @Hans Schommer | 17. April 2016 – 16:41 angeführte System. DAS wäre ein System welches für Streitkräfte zielführend wäre.

    Oder einfach unser altes System nur etwas einfacher in der Bearbeitung und mit höheren Vergütungssätzen…

  12. @Koffer

    „Die 41Std haben wenig mit der SAZV ursächlich zu tun,“

    „Mit was denn?“

    Mit der SollOrg in Folge der Neuausrichtung! 41Std ist nicht in Stein gemeißelt, ehem Insp Heer hätte gerne 55h, DBB 35h, da ist doch 41 ohne Pause erstmal gut ;-)

    Aufträge und Unterbesetzung der DP ist das Problem.
    Das Auslandseinsätzen grundsätzlich Unterstützung aus dem Grundbetrieb benötigen und gerade die SKB in Teilen an die Wand fahren, wurde durch InspSKB in 2014 prophezeit…..ohne SAZV.

  13. @Zimdarsen | 17. April 2016 – 20:30
    „41Std ist nicht in Stein gemeißelt, ehem Insp Heer hätte gerne 55h, DBB 35h, da ist doch 41 ohne Pause erstmal gut ;-)“

    Wir werden da wohl nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen, aber das Problem der SAZV ist NICHT die 41h ansich (und auch nicht der 48h Jahresdurchschnitt).

    Vielmehr die unflexible und dem Auftrag von SK zu wiederlaufende Anwendung (inkl. Computererfassung, Bürokratiemoloch, faktisch-obligatorischer Zwang zu Freistellung vor Auszahlung und die falsche Definition des „Grundbetriebs“ in der Umsetzung der SAZV).

    Und nebenbei und ganz ernst gemeint. Ich kenne KEINEN InspH (egal ob aktuell oder ehemalig), der auch nur annähernd 55h regelmäßige Wochendienstzeit gefordert hätte!

    Und im übrigen auch keinen mir bekannten sonstigen Vorgesetzten…

  14. Ich freue mich für die aktiven Soldaten!
    Es ist gut, dass die Zeit – ein Soldat ist 24 Std. im Dienst, und wenn das nicht reicht, nehmen wir noch die Nacht dazu – vorbei ist.
    Jetzt müssen sich eben die Vorgesetzt Gedanken machen, wie sie sinnvoll mit der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit umgehen.

    Einige hier schreiben vom „Weltuntergang“. In der nächsten Generation der Vorgesetzten
    wird man über dieses Problem gar nicht mehr reden.

    Die ewig gestrigen sollten anstatt zu jammern und Untergangsszenarien an die Wand zu malen, ihren Geist benutzen, um eine Flexibilität zu entwickeln die das neue System stützt.

    OSB a.D.

  15. Verspätet aber immerhin…pendelt nämlich auch!

    @TW: So verstanden (die Sache mit dem Schaum…)

    @Koffer: +1 (verstehe ich nicht ;-) )
    Und die Sache mit der fehlenden Flexibiliät und starren Bürokratie haben Sie auf den Punkt gebracht!
    Anmerkung:
    Aber Hauptsache eine neuer Dienstposten (natürlich Adequat hinterlegt) entsteht, der Excel Tabellen und sonstige Datenbanken bis zum Morgengrauen erstellt….Arbeitszeiterfassung…hurra ! Woanderst fehlen diese Dienstposten; aber immerhin drehen „Die“ sich dann wie die Brummkreisel….vor Personalmangel an Qualifizierten Führern.

    @ Klabautermann: Warum auch immer die Soldaten nach 14 Tagen zurückbeordert wurden weis ich aber immer noch nicht.
    Zu Zeiten der AMF-Übungen von Nord bis Süd-Ost hatten wir immer etwas zu tun…denn „Die beste Fürsorge ist immer eine solide Ausbildung….“ und Artikel 5 Operationen waren halt eben noch machbar! ;-))

    @Les Grossmann: „Die Wildgänse kommen“, …ein Klasse Film!

    @ Happy_Pepe:
    Hab ich so schon gehört jedoch nie live erlebt! Auch wenn ich evtl. ewig gestrig klinge, so habe ich die Transformation von 1984-heute live miterlebt, und umgesetzt! Von Weltuntergang würde ich nicht reden, aber ich meine (und dazu stehe ich auch) irgendwann ist auch Schluß mit der ganzen Friede-Freude-Atrraktivitätsnummer…
    Als OSB sind ja auch Sie in den Genuss der frühen Pensionierung/Zur Ruhesetzung als Berufsunteroffizier gekommen! Bin mal gespannt (und da tut sich meiner erachtens noch mehr als nur Gerüchte) das der eine oder andere einfach wird länger dienen müssen als im vielleicht bewußt ist. Schließlich wurden die Berufsunteroffiziere meines erachtens ja auch aufgrund der Belastungen durch Sonderdienste,Übungen etc.schon mit 53-54 Jahren in den Ruhestand versetzt. Oder irre ich da?
    Da muss der anständige Arbeiter draussen aber noch deutlich länger buckeln….
    Berufssoldaten mussten sich oft (im Bekanntenkreis) der Debatte stellen warum sie denn so früh in den Ruhestand gehen. Der Arbeiter (mit einigen Ausnahmen) friert sich auch nicht im Schlafsack , auf Übungen und Truppenübungsplätzen die sogenannten Kronjuwelen ab….aber ich denke sicher das sie wissen wie ich das meine.
    Falls sie das erlebt haben das mit der Ressource Zeit und Mensch evtl. falsch umgegangen wurde, dafür kann ich nichts! Die Pflicht zur Fürsorge galt auch da.

    @Zimdarsen
    Ich glaube Sie interpretieren da etwas hinein….
    Davon alles dem „XYZ“ zu Spenden (AVZ etc…) hatte ich ja nicht geschrieben…also ihre Ansicht oder Interpretation.
    Planbar war (nicht nur meine) (die) Zeit auch schon vor der EUAZR / SAZV /41h Woche…dafür gibts ja schließlich Vorhabenübersichten wie Sie wissen. Teilweise mit erheblicher Vorlaufzeit in der Planung…. Planung kommt doch von Plan (Who fail to plan , plans to fail!)
    Geleistete Arbeit (Mehrarbeit) in Form von zusätzlicher Belastung wurde ja vergütet. Und das war auch gut so…..vor 86/ 87 gabs ja auch fast nichts ,ausser DUZ, Weihnachts-Osterbefreiungen oder dem sensationellen QUAT (Quartalsausgleichstag).
    Und wenn der Kdr/Chef mal mit der Leistung zufrieden war, gabs auch mal 1-2 Tage frei (wegen guter Leistungen)….heute gibts immer frei, egal wie Käse es war! Toller Ansporn übrigens….

    Die Umsetzung ist meines Erachtens einfach nix für die Streitkräfte…..es fehlt an „Pinke-Pinke“, die Personalkosten waren vtml zu hoch, dann schickt man die Leute wie tlw. in der Wirtschaft einfach nach Hause. Billiger als Auszahlen, nicht wahr? Die Massen an Unteroffizieren und Offizieren wollen ja auch geworben und bezahlt werden > weil Attraktivität!
    „Mal kurz zurückgedacht…. (hoffentlich nicht ewig…)
    Achja. der Chef war Hauptmann oder Major, der Spieß war nur Hauptfeldwebel oder Stabsfeldwebel, 2 Züge wurden durch erfahrene Portepee Unteroffiziere geführt und ein Zug durch einen jungen Oberleutnant gestützt durch alte Hasen….unterm Strich: Wenig Offiziere, mässig Unteroffiziere und viele Mannschaftsdienstgrade…“ (Zeitreise Ende)…und es lief auch. Wie seltsam….
    Ich sage wie ich es sehe. Und dazu stehe ich…….

    Text Ende (ohne Schaum… ) Sorry TW….musste sein, aber ihr Hinweis hat mich eingebremmst!!

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