Exercise Watch: KSK auf Übung

Senegalese Special Operations Forces conduct riverine training

Es ist keine neue Erkenntnis, dass das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr weltweit übt, mit verschiedenen internationalen Partnern. Neu scheint allerdings, dass die Bundeswehr recht offen damit umgeht und mittlerweile auch – gelegentlich? – öffentlich mitteilt, wenn die Spezialisten aus Calw bei multinationalen Übungen dabei sind.

In den vergangenen Tagen nannten die Streitkräfte offen das KSK als beteiligte Truppen an der norwegischen Winterübung Cold Response 2016. Und in der vergangenen Woche ist der Beteiligung des KSK an der regelmäßigen Spezialkräfte-Übung Flintlock des US-Afrikakommandos (AFRICOM) in Westafrika ein eigener Artikel auf der Bundeswehr-Webseite gewidmet:

Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) haben im vergangenen Monat an der Übung Flintlock 16 in Afrika teilgenommen. Die Übungsreihe wird seit 2005 durchgeführt, deutsche Spezialkräfte waren seitdem jährlich beteiligt.
Es geht darum, die Fähigkeiten der nationalen Spezialkräfte Nord- und Westafrikas zu verbessern, um regionalen Bedrohungen begegnen zu können und somit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit des afrikanischen Raumes zu leisten“, beschreibt Oberst Frank Rapp, Referatsleiter in der Abteilung Strategie und Einsatz im Verteidigungsministerium, das Übungsziel. (…)
Verbracht wurden Soldaten und Ausrüstung mit Flugzeugen des Typs C-160 Transall auf einem unkontrollierten Flugfeld in Senegal. Gleiches galt beispielsweise für die tunesischen Trainingspartner, die per deutschem Lufttransport ein- und ausgeflogen wurden.

Noch scheint die Bundeswehr allerdings nicht ganz so weit wie die Niederländer, deren Spezialkräfte zu Flintlock  vor der Kamera bereitwillig Auskunft geben – wenn auch maskiert:

Und noch ein Merkposten: Die US-geführte Übung Flintlock ist ein multinationales Ereignis; für die Deutschen stand dabei aber offensichtlich die Zusammenarbeit mit Spezialkräften aus Tunesien im Mittelpunkt. Das wird schon seine Gründe haben.

(Foto: Senegalese Navy Special Operations Forces prepare for a beach landing exercise in Saint Louis, Senegal, Feb. 11, 2016. The beach landings were a part of the multinational exercise Flintlock 2016 – U.S. Army Photo by Spc. David M. Shefchuk)

20 Kommentare zu „Exercise Watch: KSK auf Übung“

  • Thomas Melber   |   05. März 2016 - 19:51

    Ich bin geneigt zu sagen, „train where you fight“. Indes, gerade SOF leben vom Austausch mit anderen vergleichbaren Einheiten und bereiten sich auf Einsätze in allen Klimazonen vor.

  • Auchmal   |   05. März 2016 - 23:43

    vielleicht pr, bevor offen gelegt wird, dass ksk in syrien/irak im einsatz ist

  • Edgar Lefgrün   |   06. März 2016 - 9:56

    Auchmal | 05. März 2016 – 23:43 vielleicht pr, bevor offen gelegt wird, dass ksk in syrien/irak im einsatz ist“

    Und das hætte IBUK angeordnet ohne Beteiliigung des Parlamentes? Und jeder bei EinsFü uä hat stillgehalten?

  • politisch inkorrekt   |   06. März 2016 - 12:29

    @ Auchmal

    Ist klar.
    Das SOCAFRICA unter Führung des AFRICOM veranstaltet eine sich jährlich wiederholende Übungsserie im SENEGAL und dabei üben TUNESISCHE und DEUTSCHE SOF miteinander.

    Jetzt berichtet bw.de darüber und daraus machen sie den Spin, dass es sich um die Vorbereitung der deutschen Öffentlichkeit auf bisher geheim gehaltene KSK-Einsätze in SYRIEN/IRAK handelt?

    Geografie und Grundlagen deutscher Sicherheitspolitik sind Ihnen eher aus Comics und Tom Clancy Romanen geläufig, oder?

    pi

  • Fritz   |   06. März 2016 - 13:05

    Das KSK hat schon seit längerem erkannt das es durch gesteuerte und passende Informatiospolitik nur profitieren kann.
    Wie heißt es so schön… Tue Gutes und Berichte davon.

    Der Einsatz Deutscher Spezialkräfte mit dem Auftrag MA ist sowieso die Zukunft.
    Lässt sich politisch am besten verkaufen. Die lokalen Sicherheitskräfte werden geschult und sind dann ( mehr oder minder ) eigenständig in der Lage Ihren ( Kampf ) Auftrag auszuführen.

    Eine Begleitung durch SF Mentoren in Einsätzen ähnlich AFG kann ich mir rein National nicht vorstellen.
    DEU fehlt es momentan an allen Ecken und enden an Assets um so einen Auftrag ohne Abstützung auf CF durchzuführen .
    Expeditionary OP ist ne Nummer zu groß für DEU!!

    Allein die Tatsache das die LW im Jahr 2016 immer noch nicht über keine FARP Fähigkeit verfügt zeigt das unser KSK ohne CF Support ein stumpfes Schwert bleibt…..

  • beobachter   |   06. März 2016 - 14:00

    @ pi
    sehe eher LYB als nächsten einsatzort, wenn er es nicht schon ist. SOF aus US, FR, IT UK sind schon da, oder irre ich ?
    s f

  • politisch unkorrekt   |   06. März 2016 - 16:55

    @beobachter

    Mein Kommentar zielte auf den unsäglichen Spin von Auchmal.

    Zu Lybien:

    Haben wir hier alles schon durchgekaut. Auch wenn ich persönlich den Einsatz deutscher Truppen in Lybien befürworte wird es so wie immer laufen.

    Die alten Westalliierten werden eine aktive militärische Rolle übernehmen, egal ob nun mit SOF und lokalen Kräften oder mit eigenen Bodentruppen.

    DEU wird in Tunesien Lybier ausbilden. Perspektivisch vielleicht auch in Lybien selbst.

    pi

  • Edgar Lefgrün   |   06. März 2016 - 17:56

    @Fritz | 06. März 2016 – 13:05 Das KSK hat schon seit längerem erkannt das es durch gesteuerte und passende Informatiospolitik nur profitieren kann.“

    Betreibt das KSK denn Informationspolitik? Wo? Dürfte es das denn? Oder hat die Bundeswehr einen zentralen Stab dafür?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   06. März 2016 - 18:19

    @Edgar Lefgrün
    Als „Abteilung Spezialoperationen“ im Einsatzführungskommando, selbstverständlich ohne eigenständige Pressearbeit. Seit April 2012 getreu dem Grundsatz „Führung aus einer Hand“.

  • Hans   |   06. März 2016 - 18:36

    @Edgar Lefgrün

    Gerade die Bw mit einem zentralen Stab (die bereits angesprochene „Führung aus einer Hand“) ist darauf angewiesen, dass sie „gefüttert“ wird. Und da können die unterstellten Bereicht und Verbände durchaus Wirkung entfalten, die sich dann in Berichten nach außen niederschlägt.

  • beobachter   |   07. März 2016 - 0:31

    @ pi: danke. zu ksk:
    +übung im senegal ist für alle seiten gut.
    +auch „nur“ ausbildung in / mit TN / LY SOF finde ich gut, immer noch besser als nichts tun in calw ?
    +auch offensive werbung tut ksk gut, suchen die nicht immer noch nachwuchs ?
    guter punkt aus LY thread: ausbildung klingt gut, aber woran: sprich materielle ausstattung der TN/LY SOF – hat vdL da was geplant seitens DE ? würde doch sinn machen ?
    semper fortis

  • T.Wiegold   |   07. März 2016 - 10:15

    Hinweis aus gegebenem Anlass: Links zu verschwörungstheoretischen Seiten, auf denen unter Berufung auf die noch existierende staatliche Grundlage des Deutschen Reiches zum bewaffneten Umsturz hierzulande aufgerufen wird, führen ziemlich automatisch zur dauerhaften Disqualifizierung.

  • Fussgaenger   |   07. März 2016 - 13:09

    Wie wäre es mit einem „Best of…“ der zensierten Beiträge? Vllt. zum Jahresende als allgemeine Erheiterung… ;-)

  • politisch inkorrekt   |   07. März 2016 - 13:24

    @Fussgaenger

    +++
    Das witzig. Das eigene Blogleben ist bestimmt einen Beitrag wert. Und witzig allemal.

    pi

  • ThoDan   |   07. März 2016 - 15:05

    Zum 1 April bitte

  • politisch inkorrekt   |   07. März 2016 - 15:37

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/tunesien-islamisten-greifen-grenzstadt-ben-guerdane-an-a-1081036.html

    For the record…

    Damit entfällt natürlich der Freigang am Baseday in Tunesien…falls denn Einsatz irgendwann kommt.

    pi

  • tt.kreischwurst   |   07. März 2016 - 19:13

    Leicht OT:

    Was das train und assist anderer Nationen angeht – Die Royal Marines trainieren jetzt die US Marines in der Arktis:

    https://www.youtube.com/watch?v=Cv1dvWu5LlQ

  • Edgar Lefgrün   |   07. März 2016 - 20:18

    „Die Royal Marines trainieren jetzt die US Marines in der Arktis“

    Den Snow Shelter bauen sie anders als die Inuit. Ein Iglu der Inuit bricht nicht zusammen, der hat auch eine Kältefalle, keine Warmluft verlässt das Innere, keine Kaltluft gelangt hinein. So etwas fehlt den Kameraden in Porsangermoen. Allerdings liegt wieder einmal so verdanmmt wenig Schnee diesen Winter. Ich hab keinen Norweger gesehen im Video, bei denen habe ich einige Spezialisten im Unterweisen zum Iglubau in Erinnerung.

  • tt.kreischwurst   |   07. März 2016 - 20:41

    Also ich hätte dass auch oben besser schreiben müssen – die Tatsache das amerikanische Kräfte durch Briten oder Norweger trainiert werden ist ja nicht neu. Man trainiert ja untereinander zusammen und lässt sich auch von anderen Nationen mit ausbilden, speziell innerhalb der NATO. Gerade zwischen Norwegen und dem UK gibt es ja da seit WWII eine lange historische Partnerschaft.

    Aber so wie ich das verstehe wird das jetzt intensiviert. Wo es zuvor vor allem eher Spezial- bzw. spezialisierte Kräfte waren (z.B. wurden glaub ich die Recon-elemente der US Marines auch schon immer durch UK und norwegische Kräfte in Norwegen für Arktis ausgebildet), aber jetzt wird das wohl ausgeweitet auch auf die nicht-spezialisierten Kräfte ausgeweitet.

  • ThoDan   |   07. März 2016 - 20:46

    @Edgar Lefgrün

    Das waren vielleicht auch gar keine Iglu, sondern eine Art Schneehöhle o.ä.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Quinzhee