Aufklärungseinsatz über Syrien: So sieht das aus

Blick hinter die Kulissen-Tagesablauf Torandobesatzung Einsatzaufklärungsflugbetrieb

Die Bundeswehr hat – wenn ich das richtig mitbekommen habe, erstmals – Aufklärungsfotos von den Flügen der deutschen Tornados im Kampf gegen die ISIS-Terrormilizen veröffentlicht. Unter anderem das Bild oben, das nach Angaben der Luftwaffe eine Stadt in Syrien zeigt, aufgenommen aus mehreren tausend Metern Flughöhe. Auf dem Foto (Klick führt auf das etwas größere Original) ist in der Mitte oben ein Plakat mit der ISIS-Flagge zu erkennen.

Auch dieses Bild soll eine, in diesem Fall ziemlich zerstörte, Stadt in Syrien zeigen:

Blick hinter die Kulissen-Tagesablauf Torandobesatzung Einsatzaufklärungsflugbetrieb

Von der Luftbetankung der deutschen Tornado-Aufklärungsjets, in diesem Fall über dem Irak, gibt’s zudem ein Bundeswehr-Video:

(Direktlink: https://bw2.link/wV6ke)

(Fotos: Bundeswehr)

77 Gedanken zu „Aufklärungseinsatz über Syrien: So sieht das aus

  1. gefallen(an den …..verloren), befreit(haben wir (zurück) gewonnen).
    Stalingrad war gefallen (aus Sicht des 3.R), wurde von der Roten Armee befreit vom Feind

  2. Das kleinere Übel gegen die Inkarnation des Shaitan Ar-Rahman? Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben? Nicht das falsche Schwein zuerst schlachten?

  3. Palmyra ist gefallen – und wird hoffentlich auch noch von den letzten Daesh-Mördern befreit.
    Und der Name der Unholde ist Daesch – da sollte man m.E. nicht die Kreatur Schwein beleidigen!
    Hans Schommer

  4. Fortsetzung der syrischen SAA Offensive auf Dair as-Saur sowie ar-Raqqa angekündigt. Beide Städte verfügen über bedeutende Euphrat-Übergänge, bis zur irakischen Grenze ist die Brücke in Dair as-Saur der vorletzte Euphrat-Übergang bis Al Mayadin bzw Abu Kemal als unmittelbare Grenzstadt. Daesh-Hauptkräfte, soweit sie sich von SAA lösen konnten, sollen allerdings Richtung SYR-IRK Grenze ausgewichen sein, nicht nach Norden Richtung ar-Raqqa. Sofern operative Absicht Daesh demnach sein sollte, sich mit den im Irak kämpfenden Teilen zusammenzuschließen, ist eine Kanalisierung an verfügbaren Euphrat-Brücken unausweichlich, die beteiligten Lw werden leichte Ziele vorfinden.
    Aufschlussreich wären Antworten, ob unsere Tornados dazu Aufklarungsaufträge abfliegen.
    http://www.deutschlandfunk.de/syrien-armee-kuendigt-nach-rueckeroberung-palmyras-weitere.447.de.html?drn:news_id=596418
    Mit dem Verlust von Palmyra verliert Daesh zugleich die Dominanz in der „Große Syrische Wüste“.
    Unesco will sobald wie möglich eine Kommission zur Sichtung der Kriegsschäden in die historische Oasenstadt entsenden.

  5. Und Daesh hat wohl einen beträchtlichen Teil seiner Truppen vor der Schlacht von Palmyra angezogen um eben diesen Bereich zu verteidigen. Das wird eine blutige Angelegenheit, die Euphrat-Übergänge zu säubern.

    An der Regime-Rebellen Front hat Russland erreicht, dass die Zukunft Assads vom Genfer Tisch ist. Zudem Verhandlungen bis August. Genug Zeit für Moskau, Syrien nach ihren Vorstellungen zu formen.

    Derweil befasst sich Achmed Davutoglu mit Reisediplomatie: Nach Jordanien. Man scheint sich damit abzufinden, dass eine Kombination aus schiitischen Gotteskriegen, Minderheiten und unbelehrbaren Laizisten in der Bilad As-Sham den Ton angeben werden. Ganz zum Missfallen Riyadhs und Ankaras.

  6. @AoR
    Euphratübergänge brauchen nicht „gesäubert“ zu werden.
    Entscheidend ist, Daesh die Nutzung zu verwehren. Dazu gibt’s die klassische Möglichkeit der Zerstörung, was von Seiten SAA – auch CJTF OIR – nicht geschehen wird, da es gilt, die Infrastruktur für die Zeit „danach“ zu erhalten.
    Ansonsten ist das ein Standardauftrag für Voraustruppen, schneller am Objekt sein, als der Feind. Zusätzlich von Bedeutung in dergleichem Fall, einen kampfstarken Brückenkopf am jenseitigen Ufer zu gewinnen, um Verstärkungen aus dem Irak abzuriegeln. Dies wiederum ist ein klassischer Auftrag für LLTr, die – anzunehmen – in qualifizierter Stärke (falls überhaupt) nicht vorhanden sein dürften, in der SAA. Allerdings kann auch die Voraustruppe dies Ziel erreichen, dazu braucht SAA jedoch Pionierkräfte für den Fall, dass Daesh die Brücken seinerseits unbrauchbar machen sollte.
    Nochmals: Schnelligkeit, Entschlossenheit, gep Kampfkraft, CAS!
    Es warten äußerst aufschlussreiche operative Entscheidungen darauf getroffen zu werden.
    Fraglich, wer die Bodenoffensive letztlich befehligt, ein Syrer, ein Russe, welchen Einfluss übt Hisbollah aus, die in Palmyra mit dabei waren. Wird IRK Armee am Ost-, bzw Nordufer des Euphrat Aufträge zugewiesen bekommen?
    Da CAS auf jeden Fall nachhaltig Wirkung haben muss, wie ist die Koordination RUS-Lw MIT (!) CJTF OIR.
    Hochspannend!
    Araber können sich beweisen, Gefechtsführung à la orientalischer Basar, oder Guderian, heute: Gefecht der verbundenen Waffen!

  7. <b=Syrien, 26feb16 – TOW 2A: Treffer an T-90, Tle Besatzung booten aus. Das Shtora counter-measure system zum elektronischen Abfangen von LfK hat nicht gewirkt, oder war nicht funktionsfähig. Die Kontakt-5 reactive armor scheint die Besatzung/Tle davon, gerettet zu haben.
    VIDEO!
    Wesentliche Dienste werden erwartbar Gelegenheit genutzt haben, den T-90 auszuwerten.
    Zu wissen: TOW 2A durch die CIA für SYR Anti-Assad-Rebellen verfügbar gemacht, hat keine „top-attack“- Fähigkeit. TOW = Tube-launched, Optically-tracked, Wire-guided; die 2A stellt den ersten LfK mit Tandem-HEAT-Gefechtskopf dar, Stand: 1987; Reichweite 65 -3750 m, V: 187 m/sec; Kal 152 mm.
    https://www.washingtonpost.com/news/checkpoint/wp/2016/03/28/heres-what-an-advanced-russian-tank-looks-like-after-getting-hit-with-a-u-s-made-missile/

  8. @ Klaus-Peter Kaikowsky | 28. März 2016 – 21:33

    Zu besagten T-90.
    „Shtora“ Anlage war ausgeschaltet, Besatzung OK, Fahrzeug repariert und wieder in Einsatz.

  9. @ H. Wilker | 25. März 2016 – 23:31

    „Nicht vergessen: Satelliten haben ein paar Nachteile…..“

    Die Vor und Nachteile von Satelliten Aufklärung waren mir sehr wohl Bekannt.

    Der Blick hinter den Kulissen fehlt, was kommt eigentlich hinten raus !
    Von Interesse ist eigentlich was Passiert mit unsern Aufklärungs Erkenntnisse, Papierkorb ?

    Da die beiden Anti-ISIS-Koalition ohne Unterbrechung jeden „Stein“ via Satellit, Drohne und Flugzeug kartographieren.

    @ Bwd | 26. März 2016 – 16:15

    „Da sieht man wieder das hier einige Leute keine Ahnung haben. Zum einen sieht man ja das die Bilder in Farbe sind, somit sind ihre Informationen zur Technik veraltet.“

    – Es gibt Aufnahmen in Schwarz & Weis ( Graustufen )
    – Es gibt Aufnahmen in Farbe ( Besteht aus eine Mischung der drei Grundfarbbänder )
    – Es gibt Aufnahmen in monochrom ( Genutzt wird ein schmale Frequenz bzw. Lichtband )

    Die Bilder der Luftwaffe sind monochrom da nur Brauntöne und die Farbkanäle wie z.B. Cyan (Blaugrün) fehlen. Das blaue Regenwasser wurde vermutlich via Adobe Photoshop CC 2015 eingefügt !

    Oder

    Die Bilder sind in Farbe, wobei die „Farbe“ mit Adobe Photoshop CC 2015 entfernt wurde.
    Ein monochrom Bild ist nicht zwangsläufig Braun, sondern kann aus jeder erdenklichen Farbe aufgebaut sein z.B. Grün !

    Ferner wie ist der aktuelle Informationsstand zur Technik denn eigentlich ?

    „Zum anderen wollen sie nicht ernsthaft eine normale Digitalkamera mit dem Aufklärungspod der Luftwaffe vergleichen. Die würde bei der Flughöhe jämmerlich versagen.“

    Ja,
    Ich sehe da kein Problem da beide Systeme mit CCD Bildumwandler mit Optik arbeiten und ich bereits Bilder aus großer Flughöhe gemacht habe. Das Handicap liegt nicht in der Flughöhe sondern an den gewölbten bzw. doppel Scheiben der Luftfahrzeuge. Aber Bilder die aus einer großen Open Skies Kiste ohne störende Scheiben gemacht werden, kann sich der Recce Lite Pod warm anziehen.

    Kämme beim Recce Lite Pod ein Line Scanner zum Einsatz, hätten Sie sicherlich recht !

    http://www.dglr.de/veranstaltungen/archiv/2004_uav-ucaf-mav/8-Teuchert/dglr_2004uav_Flaechenaufklaerung.pdf

    Neben den analogen Kameras, waren bei unseren „alten“ Telelens Pod auch einen System dieser Art eingebaut.

  10. BdL Fortschritte der Koalition im Kalifat, irakischer Kriegsschauplatz. (Kenneth M. Pollack) http://www.brookings.edu/experts/pollackk zusammen mit Washington Institute for Near East Policy.
    http://www.brookings.edu/blogs/markaz/posts/2016/03/28-military-campaign-against-isis-pollack?rssid=syria&utm_source=feedblitz&utm_medium=FeedBlitzRss&utm_campaign=FeedBlitzRss&utm_content=Iraq+Situation+Report%2c+Part+I%3a+The+military+campaign+against+ISIS
    Tenor: The U.S.-led coalition’s military campaign to “defeat” Da’esh (the Arabic acronym for ISIS) appears to be going better than is widely realized.
    Jüngste Erfolge werden der verbesserten Zusammenarbeit Boden-Luft zugeschrieben, wesentlich dabei JTACs der Marines sowie RakArt aus dem Raum Makhmur.

  11. @Milliway:
    Ich verstehe ihre Einlassungen zum Aufklärungsbehälter nicht. Sie kennen das System nicht, maßen sich aber an, es als unzulänglich zu kritisieren.
    Offensichtlich macht es Farbbilder, zumindest wenn der ARP2 zum Einsatz kommt. Offensichtlich sind die Bedarfsträger mit den Ergebnissen sehr zufrieden.
    Ich bin mir sicher, dass die gleichen Bedarfsträger auch für Bilder ihrer Kamera sehr dankbar wären, wenn sie trotz Geschwindigkeiten von über 800km/h und einer Entfernung von über 6km Bildmaterial liefern würde, dass Zentimeter genau referenziert ist und die Schrift auf Flaggen erkennen lassen würde.
    Der LineScanner der alten Behälter könnte es jedenfalls nicht.
    Ich finde, man sollte kritisieren, wo es notwendig ist und nicht aus reiner Missmütigkeit.

  12. Kontakt-5 funktioniert also im Gefecht gegen moderne ATGMs.

    Was macht eigentlich ein Leopard 2 wenn ihn eine eine TOW 2 oder vergleichbare ATGM trifft? Gibt es dazu Beschußversuche, Einsatzerfahrungen von anderen Nationen bzw. deklassifiziertes Material?

  13. @Mitleser
    MEPPEN kennt solche Beschussversuche. Eingestuft, was auch sonst!
    Zusätzlich, DEN(!) KPz Leopard 2 gibt es nicht (mehr).
    Es sollte um vergleichbare Ergebnisse in Konkurrenz zu setzen, min ein 2A6 (M) sich der weiter oben von mir genannten TOW 2A stellen. – Ich erwarte dazu keine schlechteren Ergebnisse – . Die TOW 2A mit Tandemgefechtskopf ist aber schon lange nicht mehr „state of the art“.
    Bei dergleichen Untersuchungen muss auf beiden Seiten das jeweils Beste in den Wettbewerb treten, also eine ATGM mit top-attack-capability gegen den 2A7.
    Aus (meiner lang zurückliegenden 2A4) – Erfahrung mag Folgendes von Interesse sein: wir (und alle Btl) bekamen relativ überraschend (aus Chefsicht) neue Türme. Auffallend, die MUN-Luke fehlte/war verschweist. Schnell sprach sich herum, bei Beschussversuchen auf der WTD 91/MEPPEN, hielt sich die PzFront wacker, allerdings flog die Munluke durch den Turmraum …!
    Zu Anfang verfluchten wir die Neuerung, das Aufmunitionieren – unter einsatznahen Bedingungen – bei Dunkelheit und im VfgR entwickelte sich über die LS-Luke ziemlich unerfreulich. Nachdem die Ursache bekannt wurde, kam Verständnis auf.
    Ausdrücken will ich mit Vorgenanntem, natürlich finden Beschussversuche statt, werden ausgewertet und in die Entwicklung integriert.
    Noch ein Nachbrenner, kurz nach der Wende wurden in MEPPEN Versuche mit 125 mm BK T-72/NVA unternommen. Ergbebnisse kamen mir nicht zu Ohr, Gerüchten zufolge konnte die PzTr Anfang der 90er aber beruhigt sein.

  14. @Mitleser | 29. März 2016 – 8:56
    Pardon, hatte Ihren ersten Satz überlesen: die verwendete TOW2A ist keine moderne ATGM, sondern ein Museumsstück mit Stand 1987!
    Aktuelles Modell, TOW-2B Aero RF: Version der BGM-71F mit Funkkommando-Lenkung; Reichweite 4.500 m, eingeführt 2006. Der LFK überfliegt das Ziel und zündet mittels Sensoren zwei nach unten gerichtete EFP-Sprengköpfe. EFP ist dabei die Abkürzung für den englischen Begriff Explosively Formed Projectile, auch Explosively Formed oder Forged Penetrator als besondere Form eines HEAT-Gefechtskopfes.
    Die CIA stellt 3.-Welt-Truppe kein Topgerät zur Verfügung, daher nur TOW 2A den SYR Rebellen via KSA zur Vfg gestellt.

  15. Danke für die Antwort.

    Mun-Luke: Die Stoßwelle halt, da fliegt alles weg, was nicht wirklich fest sitzt. Die Energie überträgt sich auch auf Besatzungsmitglieder im direkten Kontakt mit der Wand, mit fatalen Folgen. Deshalb sind minengeschützte Sitze auch nicht am Fahrzeugboden befestigt.

    Zu den BW-Beschußversuchen am T-72M1 ist mir auch nichts Konkretes bekannt, ditozum Beschuß der Leopard mit der 125 mm. Die NVA hatte bereits etwas früher einen verunfallten T-72M aus polnischer Produktion beschossen. 100 mm (müßte die MT-12 Pak gewesen sein) und 125 mm Unterkaliber und Hohlladung gingen auf 500 bis 800 Meter durch die Panzerung. Der M1 hatte bereits die Keramikeinlagen, der M noch nicht.

    A7 hat die Bundeswehr 20, IIRC. Der A6 ist damit das zu betrachtende Standardmodell. Soweit bekannt hat der A6 keine zusätzliche Dachpanzerung. Der schwedische 122er hat sie, und der T-90 auch, womit die beiden gegen Top-Attacken geschützt sind, aber unsere Besatzungen nicht. Zum Glück für die meisten Leopard-2-Nutzer haben die üblichen Verdächtigen in MENA und in Afrika keine Top-Attack-ATGMs. TOW-1, TOW-2, Fagot, Kornet und diverse chinesische und nordkoreanische Fabrikate sind aber dort (und weiter osteruropäisch) verfügbar. Was dann wieder zu der Frage führt, ob der Leo-2 A6 einen entsprechenden Treffer verkraftet oder es zum Verlust der Einsatzfähigkeit oder des ganzen Fahrzeugs samt Besatzung kommt.

    Apropos Laden durch die Turmluke:
    Bin zwar kein Panzermann, habe aber weiland per Arbeitskommando T-55er auf- und abmunitionieren dürfen. Das ging nur durch die Ladeschützenluke. Da wußte man abends, was man am Tag getan hatte. Dazu noch die Enge im 55er. Der Ladeschütze mußte vor dem Ausreichen oder nach dem Einreichen die Granaten immer mit der Spitze auf den Fahrzeugboden stellen, mehr oder minder sanft, um sie über Kopf durch die Luke händeln zu können. Durch die Zünderkappe und Splinte sicher, im Gegensatz zur Schlagzündschraube am Hülsenboden, aber man hat sich anfangs doch so seine Gedanken gemacht…
    Der T-72 ist noch enger, mehr wie Jetcockpit (oder U-Boot, mit Luken dicht), aber durch die geteilte Munition ist das handhabbar. Die Fahrzeugbatterien waren bei dem jedenfalls schwerer raus- und reinzubekommen.

  16. LA Times (27.3.): In Syria, militias armed by the Pentagon fight those armed by the CIA (mit „fight“ ist hier gemeint, dass die auch aufeinander schiessen)
    Scharmützel zwischen verschiedenen von den USA unterstützten Gruppen seien inzwischen Routine. Auf der einen Seite Milizen der kurdisch dominierten SDF, die vom Pentagon unterstützt wird, und auf der anderen Seite vom „operations center inside Turkey“ der CIA unterstütze Milizen.

  17. Zur Befreiung von ar-Raqqa zeichnet sich eine nicht alltägliche Koalition ab.
    Kurdische Einheiten bereiten nach eigenen Angaben die Rückeroberung der nordsyrischen Stadt Rakka aus den Händen von Daesh vor. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) planten gemeinsam mit der internationalen Koalition eine Offensive, um die Dschihadistenhochburg zu „befreien“, sagte der Kurdenpolitiker Salih Muslim in Paris. (Welt)
    50.000 arabisch-sunnitische Milizen der umliegenden Stämme sollen beteiligt werden.
    Zudem bereiten parallel Russland und die USA offenbar eine gemeinsame Rückeroberung der nordsyrischen Stadt vor. Beide Seiten würden über eine „konkrete“ militärische Koordinierung zur Befreiung Rakkas sprechen, hatte die Nachrichtenagentur Interfax den russischen Vizeaußenminister Oleg Syromolotow zuvor zitiert.
    Einer direkte taktische Kooperation zwischen den Großen stellte ein Novum dar, bislang war Luftraumkoordinierung Thema in beiderseitigem Interesse. Vorbereitend trennen Kurden zzt die LOC von ar-Raqqa nach Norden zur TUR ab. Nach Osten, Richtung MOSSUL ist die Verbindung im Raum SINJAR seit Monaten unterbrochen, nach Süden Richtung PALMYRA jüngst ebenfalls. Im Westen, in ALEPPO hat die SAA die Stadt abgeriegelt, die damit logistisch für ar-Raqqa ausfällt.
    Hintergrund zu ar-Raqqa: http://www.raqqa-sl.co/en/

  18. CJTF OIR jagt den Kalifen.
    http://www.inherentresolve.mil/News/Article/711910/coalition-targets-isil-leaders-continues-hunt-for-baghdadi
    „Spokeperson Army Col. Steve Warren: The coalition is actively searching for ISIL leader Abu Bakr al-Baghdadi, who is believed to travel between Iraq and Syria“
    Was mit Osama sowie Abu Musab al-Zarqawim, geistiger Vater von al-Baghdadi gelang, wird erneut erreicht werden. – Ist allein eine Frage der Zeit -.
    Der verbliebene Herrschaftsbereich von Daesh gibt nicht die Zufluchtsmöglichkeiten her, wie einst der AFG-PAK Grenzraum bei Bin Laden.
    Erhellend mag sich erweisen, wie das Daesh-Fußvolk auf die Niederlagenserie reagieren wird. Auch dem wahrhaft gläubigen Djihad-Streiter dürfte aufgehen, dass der Kalif ganz offensichtlich kaum mehr dem Segen des „wahren Gottes“ unterliegt, angesichts der Schläge die Daesh hinnehmen muss.
    Im Ursprung von Religion hatte der Gott meist seine Anhänger verloren, der denen, die sich ihm hingaben, nicht zum Sieg verhalf.

  19. @Stefan Büttner: Womöglich Ersteinsatz des KA – 52 bei Qaryatain gegen Daesh.

    @KPK: Womöglich vernichtendes Urteil zur SAA. France 24 berichtet zu Plünderungen in Palmyra.

  20. Syrische Rebellengruppen, dabei die FSA, haben das nahe ALEPPO unweit zur TUR Grenze gelegene Al-Rai eingenommen. Der Stadt kommt eine Schlüsselfunktion im Zuge der „Versorgungsroute“ in die / von der Türkei zu.
    http://www.nu.nl/syrie/4243439/syrische-rebellen-nemen-bastion-bij-turkse-grens-in.html
    Daesh, anscheinend von wesentlicher Versorgung von Außerhalb des Kalifats abgeschnitten, wird zunehmend auf seine Ursprünge zurückgeworfen: kaum noch europäischer Kämpfernachwuchs, keine medial aufreizenden operativen Erfolge mehr, die Führungselite nach und nach „ausgedrohnt“ und die Ölförderung zumindest erheblich beeinträchtigt.
    Palmyra gefallen, ist sich das Kalifat der Aufmerksamkeit der Lw von CJTF OIR und auch der RUS sicher und erwartet für den Rest des Jahres Großangriffe gegen ar-Raqqa und MOSSUL. Daesh zeigt Wirkung, oder weshalb glaubt Daesh ausgerechnet durch Attacken in Europa sein irrationales Islamverständnis unters Volk bringen zu können? Gerade in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden darf, es geht schließlich um Rechtfertigung auf Basis des Koran: Islam bedeutet so viel wie „Hingabe (an Gott)“, und ein Muslim ist der „sich (Gott) Unterwerfende“.
    Der gelebte Steinzeitislam des Daesh beweist tagtäglich das Gewaltpotenzial der wahabitisch geprägten Ausrichtung der sunnitischen Konfession.
    Bei allem, auf das unmittelbar praktisch orientierte westliche Bemühen in der Bekämpfung und schlussendlich Vernichtung von Daesh Ausgerichtete, wird zunehmend das religiöse, zumindest jedoch das spirituelle „Angebot“ an geistig verarmte, orientierungslose junge Europäer vernachlässigt. Selbst wenn Daesh physisch vernichtet sein wird, der gefährliche Stachel unreflektierter Orientierung auf die Mekkaner bietet den der Sinnkrise anheim Gefallenen in Europas Banlieus wohlfeile Aufforderung zum „Nachleben“.
    Dieser – herkömmlichen – Einstellung kann mit noch so heftigen sorties nicht begegnet werden.
    Europa sieht sich aufgefordert Antworten zu bieten, jenseits von strike updates, die spirituellen Bedürfnissen gerecht werden.

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