Platz für Flüchtlinge: Reservisten-Meisterschaft abgesagt

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Die Deutsche Reservistenmeisterschaft, die in knapp zwei Wochen in Roth in Franken stattfinden sollte, ist offensichtlich kurzfristig abgesagt worden, um weitere Unterkunftsmöglichkeiten für Flüchtlinge in Kasernen der Bundeswehr zu schaffen. Die Gebäude würden benötigt, um Platz für rund 1.000 Flüchtlinge in Infastruktur, also in festen Gebäuden, zu bekommen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Sonntag in Berlin. Mit der Nutzung der Kaserne in Roth stell die Bundeswehr nach Angaben des Ministeriums dann deutschlandweit Unterkünfte für rund 20.000 Flüchtlinge  zur Verfügung.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte in einem Interview des Spiegels betont, die Bundeswehr werde ihre Hilfe bei der Bewältigung des Zustroms von Flüchtlingen so weit wie möglich ausdehnen: Was personelle Hilfe angeht, haben wir noch Luft nach oben. Das Motto lautet: maximale Kulanz. Allerdings müsse der Ausbildungs- und Übungsbetrieb weiterlaufen, denn wir haben Verpflichtungen in den Einsätzen und in der NATO.

Die regelmäßig stattfindende Reservistenmeisterschaft wird von der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit dem Verband der Reservisten veranstaltet (für den Verband dürfte diese Absage allerdings recht überraschend gekommen sein). Dabei müssen Aufgaben wie Schießen mit dem Gewehr, Überwinden von Hindernissen oder Orientierungsmärsche von den Teilnehmergruppen bewältigt werden. (Bilder und Informationen zur Reservistenmeisterschaft 2013 hier und hier, Infos des Reservistenverbandes zur geplanten Meisterschaft 2015 hier.)

Nachtrag: Tweet vom Reservistenverband:

(Bei diesem Thema bleibt die Kommentarfunktion auf moderiert.)

(Grafik: Reservistenverband)

85 Gedanken zu „Platz für Flüchtlinge: Reservisten-Meisterschaft abgesagt

  1. Nachtrag:
    Zumal man für den einen oder anderen Reservisten noch eine RDL zur Herrichtung der Gebäude und zur Flüchtlingsbetreuung hätte dranhängen können.

  2. Hier passt etwas nicht zusammen.
    Einerseits:
    „Allerdings müsse der Ausbildungs- und Übungsbetrieb weiterlaufen, denn wir haben Verpflichtungen in den Einsätzen und in der NATO.“

    Andererseits:
    – in putlos mussten 500 Soldaten den Übungsplatz abbrechen, in Klietz ist auch landunter und jetzt wird auch noch diese Großveranstaltung abgeaagt.

    Ich glaube hier gehen die Landeskommandos deutlich über den Auftrag der Ministerin hinaus.

    pi

  3. @Thomas Melber
    Stelle mir gerade vor wie Sie vor einer Gruppe Flüchtlingen stehen, alle durchgefroren und fertig und Ihren o.a. Beitrag vortragen. Es scheint so, als wäre die Tragweite und das Ausmaß Ihnen insgesamt noch nicht so richtig klar.

  4. Wenn Sie sich die Lage in München und andernorts anschauen, kann man eben nicht warten. Und mit Verlaub – derzeit ist so ziemlich alles wichtiger als eine esotherische Nabelschau aus dem Bereich „Inland“, in der es um

    – Individuelle Grundfertigkeiten (IGF), (aka. Sport)
    – der Absicherung von militärischen Liegenschaften, (aka. der Reservist als Wach- u. Schließgesellschaft)
    – Hilfeleistung im Hochwassereinsatz, (aka. „Sandsackstapeln“)
    – Hilfeleistung bei der Bekämpfung von Bränden und Unglücksfällen, („der Feuerlöscher: Aufzucht und Hege“)
    – Orientieren im Gelände bei eingeschränkter Sicht, (aka. „Nachtwanderung“?)
    – Fußmarsch unter physischen und psychischen Belastungen und (aka Sport…)
    – Umgang mit Medien (aka. „Was sagen Sie dazu?!“)

    geht, alle Pukte übrigens von der HP zur DRM. Und ganz ehrlich – bei den o.a. Punkten darf man sich tatsächlich nicht darüber wundern, warum Soldatinnen und Soldaten nach ihrer Dienstzeit lieber gleich zum THW o.ä. Verbänden gehen…

  5. Fahr nach München an den Bahnhof oder einfacher, guck Nachrichten und dann stell dir die Frage nochmal.

  6. Wenn die Not so groß wird, ist es eine Selbstverständlichkeit rasch zu helfen. DIe Entscheidung ist eine logische Folge angesichts der Verhältnisse in München und des Wetters. Im beginnenden Herbst, mit langanhaltendem Regenfällen und beginnender Kälte sind feste Unterkünfte unverzichtbar.
    Eine DRM kann nachgeholt werden, Versäumnisse bei der Unterbringung sind für die Flüchtlinge potentiell lebensbedrohend.

  7. In Roth gibt’s so viel Platz.. Als ob das nicht „nebenbei“ hätte durchgeführt werden können.
    Aber vermutlich passt es ganz gut ins Konzept – nachdem die Reserve ja außerhalb der RSU (regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte) recht stiefmütterlich behandelt wurde, gehen dem Verband die leistungswilligen Kameradinnen und Kameraden aus..

  8. Hallo Herr Wiegold,

    toll das Sie immer in Echtzeit am Ball sind. Aber woher stammt die Information?
    Ich finde es etwas betrüblich, aus den Medien und nun bereits als Facebook-Welle darüber informiert zu werden, dass ich einen Haufen Geld spare.

    Vielleicht können Sie mir ja eine E-Mail mit kurzer Info schicken.
    Danke im Voraus und freundliche Grüße von Haus zu Haus

    Michael Nebel
    Bundesschatzmeister VdRBw

  9. Das hätte man nicht anders organisieren können?
    Gibt es da eine Geschichte hinter der Geschichte?

  10. Da bereitet man sich vor macht Planungen und dann sowas ist eine Schande hoch drei;wann geht’s bei uns mal wieder vorwärts haben wir nicht schon genug eingebüst?

  11. rufen se mal in münchen an und erzählen se das den dort verantwortlichen. idealerweise gleich vorbei gehen und eingabe persönlich machen.

    auf wunsch sekundiere ich.

  12. Das sind Momente in denen man als Mandatsträger im Reservistenverband am liebsten alles hin schmeißen möchte!!! Über Jahre hinweg bemüht man sich Reservisten zu gewinnen und sie dazu zu motivieren an Wettbewerben und Veranstaltungen teilzunehmen und dann werden einem derartige Knüppel zwischen die Beine geworfen. Da braucht man sich nicht wundern, wenn der ohnehin spärliche Nachwuchs auch nicht mehr mitmacht. Einmal verprellt immer verprellt!

  13. Die Vorbereitung der Reservisten dauert zum Teil Monate, da es ja in der Freizeit meistens am Wochenende gemacht werden muss.
    So kurz vor Beginn dieses Event zu kippen, steht nicht im Verhältnis zum bisher betriebenen Aufwand der aktiven Reservisten….
    Sehr schade, diese Entscheidung ist zu kritisieren, denn ab Anfang Oktober hätte Roth ja für die Unterbringung genutzt werden können….

  14. @Mentor @Voodoo
    Wir können aber nicht alle Bereiche des täglichen Lebens unter „Flüchtlingsvorbehalt“ stellen.

    DEU ist weder im krieg noch in einer direkten Nachkriegszeit. Warum bläst KSA den Hadj nicht ab und stellt die dortige Infrastruktur für Flüchtlinge (aus dem gleichen Kulturkreis!) zur Verfügung?

    Und wie ich schrieb: es geht ja nicht darum, nicht zu unterstützen, nur hätte dies auch noch Zeit gehabt. Bei der großen Zahl an sog. Flüchtlingen machen eintausend Plätze auch nicht viel aus. Und, ja: man muß den Menschen sagen, daß man sie nicht gerufen hat und hier für sie in dieser Zahl auch kein Platz ist (manche sehen das anders und die eine oder andere Äußerung der Politik u.a. war „nicht hilfreich“).

  15. @all

    Nur mal zur Info: Es scheint, dass ich diesmal noch ein wenig schärfer die Kommentare moderieren muss als sonst. Grundsätzliche Aussagen, wie doof man Politiker findet, oder dass es bei den US-Streitkräften dienstlich gestellte Wohnungen gibt, sind bei diesem Thema nicht besonders sinnvoll.

  16. Es ist für mich nicht nachvollziehbar wie man eine humanitäre Katastrophe gegen eine Sport- und Spaßveranstaltung mit kameradschaftlichen Beisammensein zugunsten letzterem Abwägen kann.


    @Bundesschatzmeister:
    Waren Sie nicht über die Absage informiert, oder wie muss man ihren Post deuten?

  17. @Nebel Michael, Bundesschatzmeister

    Sehr geehrter Herr Nebel,

    es ist äußerst befremdlich, dass Sie von der Absage auf medialem Weg erfahren haben. So geht man mit Führunspersonal nicht um, das untergräbt Vertrauen.
    So dramatisch, dass es nicht mal zu einem Anruf reicht, ist die Lage nämlich nicht.
    Andererseits, wähne ich nicht einen Roderich Kiesewetter in Ihren Reihen, immerhin Oberst a.D. – oder wurde er etwa ebenfalls übergangen?
    MkG

  18. Ich habe kein Verständniss mehr für“ unsere“Politik!

    Gerade eine gut ausgbildete und motivierte Reserve würde unserer Bundeswehr für die eh schon düstere Zukunft sehr gut tun.
    Aber so wird wohl auch noch der letzte Reservist vergrault.

    Eine so lang vorausgeplante Veranstaltung MUSS einfach durchgeführt werden.

  19. Wahnsinn, ich bereite die DRM mit meinen Kameraden seit Monaten vor. Und jetzt zwei Wochen vor Beginn wird alles abgesagt. Bei allem Verständnis für die Situation der Flüchtlinge, aber wenn schon eine solche Großveranstaltung kurz vor Beginn abgesagt werden muss frage ich mich ob wir nicht langsam aus dem letzten Loch pfeifen. Da sollte man vielleicht ohne Ironie darüber nachdenken das Oktoberfest abzusagen und die riesigen Zelte zur Unterbringung zu nutzen. Mutti hat hier schlicht zu viel versprochen. Für mich und meine Kameraden ist es ein Schlag ins Gesicht. Wir haben uns viel Mühe mit der Veranstaltung gemacht und das Engagement ging bei vielen von uns deutlich über den dienstlichen Auftrag hinaus.

  20. „Als Höhepunkt der nationalen Reservistenwettkämpfe soll die
    Leistungsfähigkeit der Reservistinnen und Reservisten im Aufgabenfeld Heimatschutz mit den Fähigkeiten Bewachung und Absicherung von militärischen Liegenschaften sowie im Aufgabenfeld der Katastrophenhilfe mit der Fähigkeit der wirkungsvollen und effektiven Hilfeleistung der Bevölkerung auf deutschem Hoheitsgebiet herausgestellt werden“

    So steht es in der Ausschreibung (. https://www.reservistenverband.de/custom/download/Downloads_2015/150129_Wettkampfbestimmungen_DRM_2015.pdf)

    Kann sich einer vorstellen, was für ein Geschrei in Medien und Kommunen entstehen würde , falls diese Meisterschaft tatsächlich stattfinden würde, und gleichzeitig ein paar tausend Flüchtlinge „wild“ in der bayrischen Pampa kampieren müßten ??

    Der strukturelle Hauptauftrag der Reservisten ist „Heimatschutz“ und nicht expeditionary warfare, noch nicht einmal Bündnisverteidigung außerhalb Deutschlands, und den Hauptauftrag üben wir dann wettkampfmäßig, wenn gleichzeitig zig-tausende Flüchtlinge die Republik „überrollen“. Geht’s noch ???

  21. FAZ-net fragt, „wo ist denn bloß die Bundeswehr?“ Und ergänzt „… in der nationalen Notlage der Flüchtlingskrise ist die von Verteidigungsministerin von der Leyen befehligte Truppe nur bedingt einsatzfähig. …“
    Da hat das BMVg ein immenses Kommunikationsproblem, wenn bisherige Maßnahmen in der FAZ nicht ankommen.
    Hammerurteil „bedingt einsatzbereit“! Für das Ansehen, bitter!

  22. Thomas Melber | 13. September 2015 – 14:09

    Wir können aber nicht alle Bereiche des täglichen Lebens unter „Flüchtlingsvorbehalt“ stellen.
    DEU ist weder im krieg noch in einer direkten Nachkriegszeit.

    +1

    Ansonsten gehe ich – wie von politisch inkorrekt schon angesprochen – hier wie in mehreren anderen Fällen auch von vorauseilendem Gehorsam ggü. der IBUK aus.

  23. Im weiteren Zusammenhang, insbesondere mit den Zitaten der Ministerin, möchte ich gerne auf den nachdenklichen Kommentar in der FAZ unter dem Titel: „Wo ist denn bloß die Bundeswehr?“ hinweisen.
    Meines Erachtens zu Recht stellt sich der Kommentator die Frage, wie es denn sein kann, dass bei einer solchen nationalen Herausforderung, die Bundeswehr keinen [personellen] Beitrag leistet – allein in Bayern und Baden-Württemberg genau … niemand!?!
    Man muss sich ehrlich Sorgen über die Leistungsfähigkeit der Bw machen, wenn wir mit 2.400 SoldatInnen im Einsatz (nicht einmal 1,5%) schon so überfordert sind, dass die Ministerin zur Beteiligung der Bundeswehr einschränkend ergänzen muss „Allerdings müsse der Ausbildungs- und Übungsbetrieb weiterlaufen, denn wir haben Verpflichtungen in den Einsätzen und in der NATO.“
    Ich denke wir haben ein schwerwiegendes organisatorisches Effizienzproblem in der Truppe.

  24. @Mariner
    Warum gehen die Bürger davon aus, daß die Bw im Grundbetrieb nichts zu tun hat und sich im wesentlichen mit sich selbst beschäftigt? Das mag in Hochzeiten der Wehrpflichtarmee der Fall gewesen sein, heute stimmt das nicht mehr.

    Und: welche Aufgaben sollte die Bw denn nun übernehmen?

    Bzgl. BaWü: da sind wir fein ‚raus weil es da hier nur noch wenig Truppe gibt. Im übrigen muß auch Truppe, die standortfern eingesetzt wird, untergebracht und verpflegt werden.

  25. Am besten beurlauben wir alle Kameraden , die wir aktuell nicht brauchen, um die Flüchtlinge zu betreuen. Stellen die Ausbildung ein, und schaffen in den somit leeren Kasernen genug Platz für alle Flüchtlinge dieser Welt. Also meiner Meinung nach dürfen wir uns mit Flüchtlingen nicht so überlasten , das unser Alltag nicht mehr händelbar ist. Deutschland ist nicht die einzige Nation, die sich um Flüchtlinge kümmern muss. Ich habe für diese obige Entscheidung kein Verständnis.

  26. na so langsam scheint es einigen ja doch zu dämmern das hier immre unhaltbarere Zustände geschaffen werden.

    es geht doch schon längst nicht mehr um ausfallenden sportveranstaltungen sondern um die zweckentfremdung sämtlicher staatlicher Organe zur Beherrschung einer selbstgeschaffenen und durch die Staatsspitze vorsätzlich forcierten „Notlage“.

    was ich besonders amüsant finde ist mit welcher Vehemenz die BuReg eine europäische „Quote“ fordert obwohl eine solche eine Massenhafte Ausweisung in europäische Nachbarstaaten erfordern würde also genau das was auch nach Dublin II geltende Rechtslage ist jedoch momentan außergesetzlich supendiert wurde.

    sollte die Bundeswehr bereits jetzt mit verhältnismäßig kleinem numerischen Engagement die leistungsgrneze errreicht haben (wenn schon schießausbildungen abgesagt werden wie in Putlos) wäre es verantwortung der Ministerin die Primärufgabe der Streitkräfte zu priorisieren und die Phrasen a la „maximale kulanz“ einzustellen.

    In frau merkels Gedankenwelt mag es keine Obergrenzen für Migration geben, in der objektiven realität existieren Sie aber.

    in jeder kaserne
    in jedem ort
    in jedem Staat

  27. Bundeswehr, ist nicht im Krieg, das hat Thomas Melber schon richtig festgestellt.
    Für mich heißt das allerdings, 1 Aufgabe ist der Heimatschutz. Mit anderen Worten die Bundeswehr hat Fähigkeiten die Sie einbringen kann, auch bei der Flüchtlingskriese.

    Das dies offensichtlich nur minimal geschieht, ist zu kritisieren. Die hier präsentierte Haltung des Reservistenverbandes kann ich nicht nachvollziehen, der Verband versteht sich zum Teil wohl nur als Selbstzweck.
    Das Sommerfest fällt aus, na und ? Das ging der Freiwilligen Feuerwehr meiner Ortschaft vor 3 Jahren ebenfalls so. Da floss kein Bier in die Schlünde sondern Wasser in die Keller, und wer hat sich dann beschwehrt als es dann raus zum Pumpen gehen musste? Richtig:niemand !

  28. da der rückgriff auf die streitkräfte ja mittlerweile realität ist:

    wenn man sich diese Bilder ansieht https://www.youtube.com/watch?t=6&v=kKxIaPdb9Mc (Kurden vs. Türken in Frankfurt vom 11.09.) muss man sich schon fragen ob in nicht allzu ferner Zukunft nicht ein ganz anderer Art von Einsatz nötig wird:

    Die Melange aus atavistischem ethnoreligiösem Hass und gewaltbereitschaft die sich hier Bahn bricht gepaart mit ungebremstem Zustrom potentieller Träger dieser Ideen scheint bisher jedenfalls konsequent ignoriert zu werden.

  29. Hm, „Reservisten“, das klingt nach Zeiten der Wehrpflicht, also tempi passati. Man könnte ja den zur Meisterschaft antretenden Reservisten kurzfristig ein Leibchen mit der Aufschrift „Helfer des Ordnungsamts“ umbinden …

  30. Das Problem liegt nicht in der Truppe!
    Die Truppe ist schon vor Ort,  du siehst sie nur nicht weil sie keine Uniform tragen darf.

    Ich bin Reservist/Soldat und bereit jeder Zeit meinen Beitrag zu leisten für Land, für unsere Werte und auch selbstverständlich für Flüchtlinge.

    Die Bundeswehr kann aber erst handeln, wenn die Politik das anfordert. Wir sind nicht befähigt selbstständig zu sagen,  ok
    1000 Mann aufsitzen und ab zum Bahnhof,  wir müssen helfen. Das geht heute zu Tage nicht.

    Probleme liegen bei so einer Situation überall,  und das ist doch logisch und natürlich.
    Wir helfen wo wir können und es reicht nicht,  ist doch ok.
    Die Flüchtlinge sind sicher, die sind auf deutschem Boden.
    Alles gut, der Rest kommt auch noch.
    Es stellt kein Flüchtling die Forderung, morgen ein warmes Bett zu haben. Die sind dankbar dass sie überhaupt hier sind.

    Aber zurück zum Thema,  ja 2 Jahre Trainings und fistungswochenenden, Schweiß und Blut,
    und jetzt doch keine Gegenüberstellung der Bundesländer.

    Schade,
    aber den Kopf nicht hängen lassen, immer weiter machen Kameraden!
    Der Tag der Abrechnung wird kommen!

    Kameradschaftlichen Gruß!

  31. @Thomas Melber @BotG
    +1
    @wacaffe
    „zeckentfremdung sämtlicher staatlicher Organe zur Beherrschung einer selbstgeschaffenen und durch die Staatsspitze vorsätzlich forcierten „Notlage“.
    Ihr Kommentar bringt es genau auf den Punkt. Die Verweise auf humanitäre Katastrophen wären in meinem Augen berechtigt, wenn sie sich auf die wirklichen Katastrophengebiete in den betroffenen Ländern oder deren Anrainer beziehen würden. Dort, vor Ort hätte man investieren und die Not der Menschen lindern müssen. Gerede DEU, dass sich wohl nicht die Hände schmutzig machen möchte, hätte hier einen wichtigen Part im Kampf gegen die Ursachen der Flüchtlingsströme übernehmen können. Überspitzt ausgedrückt, weil der Wasserhahn tropfte, hat man der Papa ihn einfach abgeschlagen, die Wanne droht überzulaufen und anstatt die Ursache anzugehen, muss die Familie schippen.

  32. Auch hier z.K. mein Hinweis aus dem Bällebad:

    Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren ist im Grundgesetz recht genau geregelt, und ich werde langsam etwas ungnädig bei dem, was ich als Versuch ansehen muss, dass herbeizureden. (Hinweis: GG redet von militärisch organisierten und bewaffneten Aufständischen, davon kann keine Rede sein.)

    Um es auf den Punkt zu bringen: Wer den Staatsnotstand und den Einsatz von Streitkräften zur Anwendung (militärischer) Gewalt in Deutschland herbeireden möchte, möge das bitte anderswo tun.

    Ich nehme mir jetzt den Rest des Tages mal frei und schalte alle Kommentare auf moderiert – offensichtlich soll das ja jetzt auch in den offenen Threads ausgewalzt werden.

  33. Als aktiver Soldat schätze ich die Reservistenarbeit sehr.

    Allerdings muss ich beschämt auf Kommentare schauen die einen Wettkampf über die Unterbringung von Hilfsbedürftigen stellen.

    Ja ein Wettkampf ist schön, die gesellige Veranstaltung danach auch. Aber ganz ehrlich, diese Menschen brauchen Hilfe.

    Und Kasernen die Leerstand bieten sich an.

    In meinen Augen ist es leider als purer Egoismus zu deuten wenn die eigenen sportlichen Belange über eine Hilfeleistung gestellt werden.

    Natürlich ist es schade das solch ein geplantes Event kurzfristig ausfällt, den Frust verstehe ich auch zu gut. Aber das rechtfertigt in keinster Weise die Kommentare die dieses Event über die Hilfe stellen

  34. @Frank
    Der Schatzmeister, als einer der Offiziellen des VbdResBw, kritisiert nicht die Absage an sich, sondern den Stil. Herrn O. a.D. Kiesewetter stünde eine Äußerung an „seine Resis“ gut zu Gesicht, er tummelt sich doch sonst auch in allen sozialen Netzen.
    Klar, dass der Reservistenverband einen Beitrag leisten kann, allerdings haben die Damen und Herren meist auch Zivilberufe.
    Die aktive Tr ist gefordert, nachdem im EinsFüKdo über das Wochende sicherlich ein „vorläufiger“ EinsPl erstellt wird …!
    Neben der Erstmaßnahme (4.000 Rufbereitschaft) wird natürlich mehr erfolgen, aber nicht wundern, so wahnsinnig viel wird das nicht sein. Eins Bw im Innern – klar – nur existiert viel Tr auch nicht mehr. Was bleibt in BY und BW an abrufbarer TRUPPE, also bis Brig einschließlich, wenig?
    Und das Argument von Sicherstellung der Eins und aktuellen multinationalen Übungen ist eines, oder stehen wir etwa schon an der Ablauflinie?
    Politik ist in der Phase „learning by putting straight mistakes“! Als Fehler identifiziere ich nicht die Entscheidung BKin, sondern NULL Koordinierung im föderalen Staat!

  35. Wieder Grenzkontrollen zu Österreich, Erklärung TdM. Jetzt beginnt das Zurückrudern?
    (n-tv, breaking 17:25)

  36. Ein schöner Passus in einem Befehl ist die Phrase: „stellt sich darauf ein“.
    Damit wird von oben nach unten eine Information weitergegeben, die über den aktuellen Auftrag hinausgeht und eine Planung für die Zukunft, sprich den Folgeauftrag ermöglicht.

    Hier hat die Bundespolitik, in der ihr üblichen Kurzsichtigkeit leider weitgehend versagt.
    Erst hat man das Problem kleingeredet, dann unhaltbare Zustände kurzfristig beseitigt, immer wieder kurzfristig neue Forderungen an die Kommunen gerangetragen bis man schließlich nicht anders konnte als doch endlich mit der Zahl 800.000 herauszurücken.

    Wir sollten lange über den Zeitpunkt hinaus sein, wo man durch Improvisation eine noch nicht vorhandene bundesweite Planung ersetzt. Die Kommunen rechnen heute in Stunden während die Politik noch in Wochen denkt.

    Ich stimme der Bewertung, dass die Bundeswehr bisher untätig ist, nicht wirklich zu.
    Schließlich wurde bereits hier eine Übersicht der bereitgestellten Unterkünfte gepostet und auch im Bereich der LKdos und KVKs wird bereits gearbeitet und unterstützt.
    Was man erkennen kann ist allerdings, dass auch hier noch keine zentrale Koordination oder ein zentraler Sachstand über vorhandenes Material vorliegt.
    Schwer verständlich, denn in jeder Katastrophenlage wird zuerst nach Feldbetten, Stockbetten und Matratzen gerufen.

    Was die abgesagte Meisterschaft angeht muss ich auch hier mit dem Kopf schütteln.
    Natürlich haben wir aktuell eine (hausgemachte) Notlage. Dieser kann man aber nicht wirklich alles unterordnen, zumal der Gewinn durchaus übersichtlich ist.

    Auch hier zeigt sich wieder überdeutlich, dass Aktionismus im Vergleich zu vorausschauendem und planbarem Handeln teuer ist und unnötig Ressourcen verbraucht. So etwas kann man sich höchstens kurzfristig, aber nicht als dauerhaften modus operandi erlauben.

    Eine solche Absage zerstört nicht nur die Motivation der Teilnehmer sondern auch die der Helfer. Nicht wenige davon haben berufliche Verpflichtungen umdisponiert und Selbständige müssen sich durchaus fragen, wie sie für die Zeit der ausgefallenen RDL
    ihre „Auftragsbücher“ füllen. Auch an so etwas sollte man denken.

    Selbstverständlich muss den Flüchtlingen geholfen werden, aber dies ist zunächst Aufgabe der zivilen Akteuere. Es liegt an ihnen verstärkt Anforderungen zu stellen, die die Bundeswehr sicher nach vorhandener Möglichkeit erfüllt.

    Das die Hilfe der Bundeswehr aktuell nicht wahrgenommen wird liegt nicht zuletzt an der Pressearbeit des BMVg. Es gibt genug positive Beispiele, die leider nicht über den lokalen Umkreis hinausdringen. In meier Stadt würde z.B. ohne Bundeswehrliegenschaften schon lange nichts mehr gehen.

  37. @ Hans | 13. September 2015 – 15:37
    Danke, dass Sie das in einem Satz ganz klar umreißen (können):
    1000 Mann aufsitzen und ab zum Bahnhof, wir müssen helfen. Das geht heute zu Tage nicht.

    Eben drum müssen die Voraussetzungen dazu endlich geschaffen werden. Wir müssen zur rechtstaatlichen Ordnung zurückkehren. Das gelingt nur (noch) mit dem engen Schulterschluss aller Exekutivorgane auf den Ebenen Bund, Länder und Kommune. Jedes Exekutivorgan an seinem Platz, und der Platz der Bundeswehr heißt hier in meinen Augen: Amtshilfe in Uniform im Soldatenstatus.

    Dass die Ordnung aus dem Ruder zu laufen droht, oder ist – je nach dramaturgischen Moment, den man in die Sichtweise einzubauen gedenkt- wirft niemand den Migranten vor. Und das darf man auch nicht.

    Ich bin in Bezug auf die Amtshilfe der Bundeswehr in dieser Herausforderung aber fern jeglichen Fatalismusses mancher. Ich interpoliere dazu mal ein Ereignis:

    1997 war die Bundeswehr mit etwas mehr als 30.000 Soldatinnen und Soldaten beim Hochwassereinsatz, den in der Federführung 14. Panzergrenadierdivision/WBK VIII komplett führten – Matthias Platzek begleitete das als Umweltminister pragmatisch und sorgte mit den formal zuständigen Innenressortministern aus BB, M-V und S für die Rechtskonformität und politische Vermittlung.

    Darunter litten kaum merklich die Ausbildung des militärischen Führernachwuchses und der seinerzeitige Bosnieneinsatz. Ja, damals war die Bundeswehr größer und die Hose noch nicht so eng sitzend, vulgo: es wurde entschieden-sprich: die Inspekteure hatten entschieden, dass Generalmajor von Kirchbach das bekommt, was er anfordert und nicht für Bosnien verplant sowie für Laufbahn- und Verwendungslehrgänge vorgesehen ist.

    Dennoch: Offiziell gem PSM 185 http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/HcvBDYAgDAXQWVygvXtzC_VW9EsaSCVQZH2NeefHO39MHo3ieptkXnk7dA6DwjhBzSvUUxVcDjL0iOaSvVukgtr-UtIyvTi0gjE!/ werden die Streitkräfte 180.000 Soldatinnen und Soldaten umfassen, dazu kommt das Personal der Bundeswehr:
    – 2.750 sind konkret im Einsatz: http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK9pPKUVL3UzLzixNSSqlS90tSk1KKknMzkbL2qxIyc1Dz9gmxHRQDYLHC-/

    – dazu kommt das Personal aus Vor- und Nachbereitung, Personal in der Ausbildung (Laufbahn- und Verwendungsausbildung, usw.), Ausbilderpersonal jeglicher Coleur, NRF, VJTF, und natürlich weiteres unabkömmliches und auch nicht vorhandenes Personal; erklären wir mal aus dem Bauch 160.000 Angehörige der Streitkräfte für nicht einsetzbar für diese Amtshilfe: es bleiben 20.000 zzgl. Ziviler Mitarbeiter/-innen und einiger Tausend mobbeorderter Reservisten/-innen, die man natürlich zur RDL einberufen muss.

    Man frage einfach nur einen einzigen Innenminister, ob er damit leben könne, wenn diese sich selbst versorgend in einem Zuge koordiniert durch eine Bundeswehrdienststelle zur Verfügung gestellt werden!

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass noch nirgends im Bereich der Exekutive sich jemand Gedanken -wesentlich kompetentere und umfassendere Gedanken- dazu gemacht hat. Und es hat ja auch in Halberstadt ganz hervorragend funktioniert (siehe: Die Anlaufstelle für Flüchtlinge in Halberstadt ist überfüllt – die Bundeswehr hilft, erschienen in der SWP am 13. August 2015) . Also, woran liegt es?

  38. Grenzkontrollen werden wieder eingeführt.
    Das wird unsere Anrainerstaaten „freuen“.
    Erst vom Balkon alle ins Penthouse rufen und dann, wenn die Gäste im Treppenhaus stehen, oben die Tür zumachen.

    Das Europäische Haus im Jahre 2015.

  39. Mich wundert das nicht. Ich habe sowieso schon mit der Absage der DRM gerechnet. Erstens haben noch massig Funktioner gefehlt, in der letzten Ausgabe der Reservistenzeitung „loyal“ waren noch über 200 Posten vakant. Zweitens gab es große Probleme 40 Mannschaften á 10 Reservisten zu finden. Vor zwei Jahren waren es etwa 30 Mannschaften mit je 5 Kameraden. Das stellte den Verband vor fast unlösbare Herausforderungen. In der Vergangenheit wurden schon mehrer Wettkämpfe aufgrund mangelnder Teilnehmer abgesagt.

  40. Na vielleicht können die jetzt auch gleich live üben. Wie SPON meldet sollen BW Soldaten als Hilfspolizei bei der Grenzsicherung in Bayern eingesetzt werden.

  41. @ Bundesschatzmeister:
    Nebenbei, PräsResVbd, MdB RK, wurde heute morgen informiert. (ebenso VorsDBwV, AW)

  42. Ich kann den Unmut ja verstehen, jetzt die Versäumnisse der Innenminister mit ausbaden zu müssen.
    Aber wer eine Unterhaltungsveranstaltung über Grundrechte stellt hat irgendwie den Schuss nicht gehört.

    (Und ja, was „Flüchtlinge je Einwohner“ angeht gibt Deutschland immer noch ein sehr wohlbehütetes Bild ab, wenn man bedenkt dass sich in Türkei, Griechenland, Italien grob die dreimal so viele aufhalten. Aber das deutsche Staatsversagen ist hausgemacht. Auch weil man es sich zu lange hinter dem unhaltbar ungerechten Dublin III bequem machte und die Wirklichkeiten ignorierte. Die Flüchtlinge sind halt die, die es leider ausbaden müssen.)

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