Von der Leyen: Bundeswehr soll bis Frühjahr 2016 im Norden Afghanistans bleiben

Left to right: Ursula von der Leyen (Minister of Defence, German) in discussion with Jeanine Hennis-Plasschaert (Minister of Defence, The Netherlands)

 

Fürs Protokoll: Die Bundeswehr soll sich nach den Vorstellungen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bis zum Frühjahr 2016 im Norden Afghanistans engagieren, bevor sich Deutschland wie die anderen Länder in der Resolute Support Mission auf die Hauptstadt Kabul konzentriert. Vor Beginn der Beratungen der NATO-Verteidigungsminister am (heutigen) Donnerstag über den Einsatz in Afghanistan sagte die deutsche Ressortchefin: Ich hielte es für sinnvoll, dass wir in der Speiche im Norden bis Anfang 2016 blieben. Für den Rückzug vom Hindukusch sei es wichtig, mit Augenmaß zu agieren und nicht überstürzt das Land zu verlassen.

Das Statement von der Leyens hat das Verteidigungsministerium hier als Video veröffentlicht.

Damit nannte die deutsche Ministerin erstmals ein konkretes Datum für den Abzug aus Masar-i-Scharif – damit das verwirklicht werden kann, müssen allerdings auch die anderen Nationen, mit denen die Bundeswehr im Norden agiert, dieser Zeitplanung zustimmen.

Der aktuelle Stand des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan: Knapp 800 Soldaten, davon gut 650 in Masar-i-Scharif, knapp 120 in Kabul und rund 25 auf dem weiterhin vorgehaltenen Lufttransportstützpunkt in Termes in Usbekistan.

(Foto: von der Leyen, l., mit ihrer niederländischen Kollegin  Jeanine Hennis-Plasschaert beim Verteidigungsministertreffen – NATO Photo)

22 Gedanken zu „Von der Leyen: Bundeswehr soll bis Frühjahr 2016 im Norden Afghanistans bleiben

  1. Was macht die Frau , die Taliban Rücken schon in Kunduz ein

    vielleicht sind das auch IS Kämpfer den ein teil ist IS Übergelaufen

    Bw hat kein Schweres gerät mehr vor Ort

  2. Keine Ahnung alles totaler Schwachsinn der komplette Rückzug aus Afghanistan ist überstürzt abgehandelt worden! Die BW hätte viel länger im Isaf Einstaz bleiben sollen den so ist kein Erfolg der Mission in gang gebracht worden!! Und das Stimmt hat die BW eigentlich noch irgendwelche Schwer gepanzerten Fahrzeuge unten?

  3. @jake.

    ja MRAP´s Dingos Enoks etc.

    Georgier, Ungarn, Mongolen und Niederländer fahren teils unsere KFZ.

  4. „…..amit das verwirklicht werden kann, müssen allerdings auch die anderen Nationen, mit denen die Bundeswehr im Norden agiert, dieser Zeitplanung zustimmen.“

    Was ist da jetzt neu dran? Es war doch schon immer so……. ohne die USA machen wir nichts.

  5. Ich glaube die Ministerin meint eher solche Supermächte wie Georgien, die die letzte und einzige Infanteriekomponente im TAAC-N stellen und an die sich die Deutschen anlehnen müssen. Wenn die früher gehen wollen wird´s halt schwer bis blöd.
    Oder ich habe da was mit der Anlehungsnation falsch verstanden…

  6. @ jake:
    Ich bezweifle sehr, dass ausgerechnet die Bundeswehr in Afghanistan noch für große Veränderungen gesorgt hätte, nachdem auch alle anderen Nationen ihre Kontingente signifikant verkleinert oder ganz abgezogen hatten. Tragisch, zweifellos. Besonders natürlich für die Zivilbevölkerung.

    Eigentlich bleibt nur zu hoffen, dass zumindest EINIGE Errungenschaften der ISAF den höchstwahrscheinlich kommenden Bürgerkrieg überdauern werden. Es ist vor allem den afghanischen Frauen nur zu wünschen.

  7. Der Übergang von ISAF zu RSM und weiter zur Konzentration auf Kabul bis hin zum schließlichen Verlassen des Landes ist ausschließlich durch das Verhalten der USA bestimmt. Die U.S.- Kräfte bleiben darüberhinaus länger und in größerer Stärke in AFG, als für RSM ursprünglich veranschlagt. Dies sicherte US-Präsident Barack Obama dem afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani am 22. März 2015 anlässlich seines Antrittsbesuchs in Washington zu.
    Die Frage, ob und wenn ja, welches schwere Gerät wir dort haben ist zweitrangig. Selbst wenn das so wäre, ist das ohne Belang für die Gesamtoperation, da RSM andere operative Aufgaben als ISAF hat. Den Kern drückt das Kürzel TAA, train-advise-assist, aus. Von Kampf ist keine Rede, die mit „schwerem Gerät“ verbundenen Fähigkeiten sind nicht gefordert und demzufolge auch nicht vorzuhalten.
    Selbst wenn sich DEU – unlogischerweise – dafür entschieden hätte, SPz und PzH im Norden zu belassen, wäre dies wenig sinnvoll gewesen. Was zu taktisch nachvollziehbaren Einsätzen erforderlich ist, nämlich Aufklärung (intelligence) und Zugriff auf CAS- Fähigkeiten haben wir ebenfalls nicht (mehr) und müssten auf die Army zurückfallen. Aber auch dies wird U.S-seitig abgebaut.
    Es gilt schlicht und einfach zu erfassen, dass lediglich noch Ausbildung, Beratung und Unterstützung im Mandat stehen. Sonst nichts.

  8. Klaus-Peter Kaikowsky | 25. Juni 2015 – 17:59

    Die Frage ist wie lange das für die USA noch geht
    Pakistan Arbeitet mit China zusammen
    und Russland ist auch schon dicht , da wird ganz schnell das ende Eingeleudet

  9. Zitat Alarich: „Pakistan Arbeitet mit China zusammen
    und Russland ist auch schon dicht , da wird ganz schnell das ende Eingeleudet.“

    Na, dann hat man ja auch wieder mehr Zeit, um sich auf die sicherheitspolitisch wichtigen Dinge zu konzentrieren. Zum Beispiel Scharpings Kleiderkammer.

  10. @KPK
    Für ein Wirken in der Fläche reichen die amerikanischen Kräfte natürlich überhaupt nicht aus. Man will AFG als Basis für Drohnen und in der Gegend einen Fuß in der Tür haben.

    Strategisch wichtig soll die relative Nähe zu den chinesischen Interkontinentalraketen sein (habe ich gehört).

  11. @Thomas Melber
    Idee des Gefechts bei RSM ist das „Nabe-Speichemodell“. Kabul bildet die Nabe. Operativ, unter Umständen auch strategisch wichtige Städte in den Provinzen bilden die Speichen. Eine dieser Speichen ist Masar, es verkörpert die Nordspeiche in DEU Verantwortung.
    Die bereitgestellten Kräfte, auch jene der USA haben die Funktion die Speichen und die entsprechenden „lines of communication“ frei zu halten, sowie TAA umzusetzen.
    In der Fläche werden also keine Kräfte gebraucht, auch keine U.S.- Kräfte. Die Sicherheit und Operationsführung jenseits der Speichen ist Auftrag von ANA und co.
    Eine Sonderrolle haben nach wie vor Spezialkräfte inne, wohl auch KSK?

  12. Mit dem Übergang zu RSM steckt nur noch der Heron 1 die Nase über den Zaun des Camp Marmal – da die Kameraden OPSEC einhalten, kann ich nur annehmen, dass die Flugstunden vor allem zur Sicherung der alten BlueBox genutzt werden.
    Mit dem nun verkündeten Abzug aus MeS ist selbst dies bald vorbei und damit sind wir bald wieder auf dem Stand, der vor dem Einmarsch 2001 Realität war. Vielleicht hat hat sich der Name des Warlords geändert – und auch seine quasireligiöse Begründung – aber für die Bevölkerung vor Ort wird sich das Rad bald wieder auf den Stand aus dem letzten Jahrtausend zurückdrehen.

  13. @KPK
    D.h. also save havens (Rückzugsräume) für die INS („die Militanz“) in Kauf zu nehmen?

    RSM erinnert fatal an den sowjetischen Ansatz, wobei da das Kräftedispositiv und die ROE (ähem …) deutlich robuster waren.

    Warten wir das Losschlagen der Innentäter ab, dann hat es sich mit TAA.

  14. Wenn das nur kein 6 Armee Aug 1944 passiert ist

    wenn Pakistan weiter zu China geht das wie 1944 als die Rumänen die Seiten wechselte

    den Russland hat schon zu gemacht

  15. @Thomas Melber, Ihr Gedankengang ist absolut nachzuvollziehen. Nur ist das eben die Realität der Übereinkunft mit GIRoA.
    Und ja, Sie liegen richtig. Wenn ANA das „platte Land“ nicht in den Griff kriegt, werden save havens entstehen und tendenziell die Zeit auf vor 9/11 zurückgeschraubt werden.

  16. Wird hier nicht der gleiche Fehler gemacht, wie in 2009 die Amerikaner im Irak gemacht haben?
    Der konzeptionelle Übergang von ISAF zu RSM ist ja noch nachvollziehbar. Aber wenn man es mit dem Nabe-Speichen-Modell und TAA ernst nimmt, bedürfte es eines mittelfristigen Konzeptes und nicht ein Denken in Monaten. Und es bedürfte dann eine entsprechende, mittelfristig vorzuhaltende Infrastruktur: Intelligence/Aufklärung, Logistik, Sanitätsversorgung, Force Protection und was sonst noch dazugehört. Vielleicht auch die Vorhaltung von Fähigkeiten die die ANSF schlicht nicht haben und mittelfristig auch nicht haben werden, wie CAS und MedEvac.

  17. Hm, „Speiche und Nabe“ also. Soll da nur ein Rad geschlagen werden, oder ist avisiert, das den Kosten auch irgendein Ziel in der wirklichen Welt korrespondiert? (Klar: fachfremde Frage.)

  18. Ich finde die Frage gar nicht fachfremd. Sicherheitspolitik und somit auch der Einsatz von Streitkräften sollte immer ein Ziel haben. Das Ziel in Afghanistan ist die Verhinderung eines weiteren Failed State, somit die Verhinderung eines (weiteren) Rückzugraums für Terrorismus, die Verhinderung von (zusätzlichen) Flüchtlingsbewegungen, vielleicht auch einmal die längst überfällige Bekämpfung von organisierter Kriminalität, vor allem im Drogenhandel. Über das Kosten-Nutzen-Verhältnis kann man natürlich lange streiten.

  19. Mein unmassgeblicher Eindruck:
    Isaf schleichend über RS abgewickelt. Medienverträglich dem Bürger serviert.
    In Afg bleibt alles wie es war und ist.
    Failed State?
    State?

    Aber das sind andere gewiss kompetenter.

  20. @CRm-Moderator
    IBuK am Donnerstag über den Einsatz in Afghanistan: „Ich hielte es für sinnvoll, dass wir in der Speiche im Norden bis Anfang 2016 blieben“.
    Wenn die Natur politischer Aussagen mit SiPo-Hintergrund der Vergangenheit berücksichtigt wird, geht am 01.01.16 ein HGefr raus und 800 Personal kurz vor Weihnachten ’16.
    49 marschieren nach Kabul.
    Sarkasmus Ende!

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