Exercise Watch: Weiter geht’s, mehr US-Truppen in Europa (und in Deutschland)

Nur damit es nicht untergeht: Der Zustrom von US-Truppen nach Europa und vor allem nach Deutschland hält an. Über Panzer und A-10 Erdkampfflugzeuge hatte ich hier schon was geschrieben; auch hat der Befehlshaber der U.S. Army Europe einiges dazu erzählt. Aktuell vom (heutigen) Donnerstag das Foto oben mit diesem Bildtext:

A United States Air Force C-5 Galaxy raises its nose to offload Soldiers and equipment of the 4th Infantry Division Mission Command Element Feb. 12, 2015. Members of the Fourth Infantry Division Headquarters are deploying to Europe in support of Operation Atlantic Resolve as the first Regionally Aligned Forces division headquarters for U.S. European Command under Army Europe’s enhanced land forces training and security cooperation activities.

The Fourth Infantry Division will serve as the division-level headquarters for all U.S. Army forces participating in Operation Atlantic Resolve. Those forces include rotational units that are conducting bi-lateral training as a part of the United States Army’s persistent presence in Europe, and those forces participating in the numerous exercises being conducted as a part of OAR. Operation Atlantic Resolve provides the Fourth Infantry Division the opportunity to work and train alongside our NATO allies, and forge relationships that foster trust and mutual understanding.

Die Operation Atlantic Resolve, um die es in Deutschland selbst merkwürdig still ist (vielleicht fehlt auch nur das öffentliche Interesse, obwohl das Zentrum in Bayern liegt, nämlich auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr), hat nicht nur einen, sondern gleich zwei Internetauftritte, dazu ein Fact Sheet und klare Ansagen, warum es diese Übungsserie gibt:

In light of Russia’s illegal actions in Ukraine, Operation Atlantic Resolve is a visible demonstration of U.S. commitment to the security of NATO allies. In meeting our global security commitments, the United States must have strong, committed and capable allies, which is why we have fought, exercised and trained with our European allies for the past 70 years. The U.S.-European strategic partnership is built on a foundation of shared values, experiences and interests in a Europe that is stable and prosperous.

Russia’s aggressive actions have already led many to call for reinforcing NATO’s readinessthrough Article 5-related planning training and adjustments to force posture.
Operation Atlantic Resolve will remain in place as long as the need exists to reassure our allies and deter Russia from regional hegemony.

(Foto: 7th Army Joint Multinational Training Command Public Affairs via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

 

29 Gedanken zu „Exercise Watch: Weiter geht’s, mehr US-Truppen in Europa (und in Deutschland)

  1. Naaa, der Michel wird bald aufwachen, sich verwundert die Augen reiben und dann schnellstmöglich Lichterketten und Empörung über die aggressive amerikanische Haltung präsentieren – man muss ihm nur Zeit geben ;-)

  2. nur mal interessehalber: wenn die US-amerikanische Militär-Präsenz in D je nach Bedarf rauf- oder runtergefahren wird – erfolgt da eigentlich irgendeine Abstimmung mit der Regierung in Berlin?? Könnte ja (rein theoretisch natürlich nur) auch mal sein, daß das nicht zur offiziellen Regierungslinie paßt, die von Berlin vertreten wird.

    Wird da eine Zustimmung eingeholt? Oder nur im Nachhinein informiert? Oder muß Merkel morgens in die Zeitung gucken um zu erfahren, wie sich die amerikanische Militär-Präsenz so entwickelt?

  3. Wieso schafft es Deutschland nicht, eine Bundeswehr aufzustellen, die Europa wirklich verteidigen kann ? Die russische Armee hat ihr geplante Kampfkraft noch gar nicht erreicht (Zieljahr ist 2020)
    Russische Staatsmedien: „Bis zum Jahr 2020 sollen die russischen Landstreitkräfte mehr als 11.000 neue gepanzerte Kampffahrzeuge sowie rund 14.000 weitere Militärfahrzeuge erhalten. Dadurch soll der Anteil der neuen Militärtechnik am gesamten Bestand 70 Prozent erreichen.“http://de.sputniknews.com/trend/waffen/

    Deutschland verharrt im Stillstand.
    Dabei ist Deutschlands Bruttosozialprodukt ist um den Faktor 1,7 größer als das von Russland.

  4. @ari127mm

    Ja, aber die von Ihnen angesprochenen Verlegungen sind dauerhafte Stationierungen, die Truppen sind dann eben künftig in Deutschland statt in Großbritannien stationiert. Hier geht es um rotierende, zusätzlich nach Europa verlegte Truppenteile.

  5. @f28

    Personal- und Materialtransport wird im BmVg angemeldet und regelmäßig ohne Probleme genehmigt. Übungen selbstverständlich auch. Ob das aber
    a) einer weitermeldet
    b) diese Meldungen überwacht, zusammengefasst und ausgewertet werden
    c) diese dann Analysen überhaupt jemanden interessieren

    kann ich nicht sagen. Ich behaupte mal: Nein.

  6. @T.Wiegold

    ich habe es gelesen ;), doch denke ich das noch eine menge mehr die nächste zeit rotieren wird…gerade nach osteuropa.

  7. „Hohenstaufen | 12. Februar 2015 – 21:22
    Wieso schafft es Deutschland nicht, eine Bundeswehr aufzustellen, die Europa wirklich verteidigen kann ?“

    1. weil es nicht gewollt ist
    2. weil dafür kein Geld locker gemacht wird
    3. weil es nicht in die politische Landschaft passt (und auf absehbare Zeit auch nicht passen wird)
    4. weil es nicht zur Mentalität unserer Gesellschaft passt
    5. weil schon mit dem vorhandenen Militär keiner so recht etwas anzufangen weiß. Wofür haben wir nochmal Panzerhaubitzen?

  8. @f28:

    Also wenn ich das so rückwirkend verfolge wie sich die Briten hier bei uns @Lager Hohne im großen und ganzen verhalten haben kann man wohl sagen das ihnen die Auswirkungen von ihren Standortplanungen in ihrer unmittelbaren Umgebung so ziemlich egal sein dürfte.
    Die Politik konnte zumindest nicht mit planen.

  9. @ f28 | 12. Februar 2015 – 21:18
    @ Roman | 12. Februar 2015 – 21:29

    Sehr wohl wird zumindest von der Landespolitik auf die Entwicklung(en) ausländischer Streitkräfte geachtet: vor allem auf dem US-amerikanischen Flugzeugträger Rheinland-Pfalz.
    Denn für strukturschwache Regionen haben schon 100 Soldaten, nebst Familie, Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Da werden auch mal schnell Gelder für Instandhaltungsmaßnahmen von Wohnvierteln aus der Landeskasse beigesteuert.
    Oder Teile der Landesregierung fliegen nach Washington D.C. zum Kongreß und informieren sich über den Sachstand.
    Diese Infos finden ihren Weg auch nach Berlin, wenigstens innerhalb der Partei.

  10. @ Hohenstaufen
    Deutschland verharrt niicht im Stillstand,sondern macht seit KTzG Riesenrückschritte unter Fr. Merkel und keinen interessiert diese Verantwortungslosigkeit.
    Ansonsten hat @F28 vollauf richtige Feststellungen getroffen.
    Wir.schaffen.Uns ab. oder werden abgeschafft……..

  11. @Hohenstaufen

    Warum sollte Deutschland das tun bzw. die BW das können(tat bzw. konnten die das jemals?)

  12. @ThoDan
    Um die weitere Verantwortung,die wir übernehmen WOLLEN?und die Verteidigung unseres Landes zu garantieren.
    Und JA,wir konnten das im kalten Krieg!!!

  13. @Jens Schneider

    Wir hätten im kalten Krieg also die Streitkräfte des WP bzw. der roten Armee alleine mit der BW stoppen können?

    Wann ist BW voll einsatzfähig gewesen?

  14. Hier unterliegen viele der Propaganda von Putin und überschätzen die konventionelle Schlagkraft der russischen Truppen.

    Mit rund 467 Milliarden Euro schlägt der Militärhaushalt der USA Russland deutlich – Putins Budget umfasst nur 58 Milliarden Euro.

    EU Gesamt je nach Rechnung ca 300 Milliarden €

    Es mag ja sein, dass DEU mit 1,3 Prozent zu wenig für Verteidigung ausgibt.
    Aber mit einem Wehretat von 48,8 Milliarden Dollar sind wir für 80 Mio Bürgern ganz vorne dabei.

    Japans 48,6
    Indiens 47,4
    England 57,9
    Frankreich 61,2

    Wir brauchen uns hinter den Atomwaffenstaaten nicht verstecken.

    Zunächst müsste man fragen, was uns eigentlich an Fähigkeiten fehlt.
    Im Anschluss sollte man im Kreis der Bündnispartner zu klären, wer was am besten beisteuern kann und wie die Kosten zu verteilen wären.

    Die Europäer haben die Wahl, entweder sie machen endlich Ernst mit Pooling and Sharing und Smart Defense oder sie verabschieden sich von flexibel response und Abschreckung mit konv Kräften.

    Wir haben in der Bundeswehr und in der NATO/EU ein Management und kein Mengen Problem.

  15. @Elahan
    Zudem ist der Anteil der Personalkosten (Sold / Soldat) in westlichen Armeen deutlich höher als in RUS oder der VRC.

    „Bang for the buck“, aber das sllte ja bekannt sein.

    Mit Technik kann man viel machen, letztlich zählt der letzte Mann auf dem Feld (das Gesetz der großen Zahl). Aber wir sind ja eh in einem post-heroischen Zeitalter.

  16. f28 | 12. Februar 2015 – 21:41

    Schau die Leute an die es tun sollten und dann weist du es

    Elahan | 12. Februar 2015 – 22:57

    Währen wir wirklich Team Player wie die immer behaupten Wäre die 2 BIP ein Ziel das in 2-3 Jahren erreicht werden könnte
    Aber Gabriel ist von seinen Russland freunde auf Nein bestimmt worden
    So lange die SPD Blockiert wird nicht kommen das wir wirkliche Europäer sind
    Seit Okt ist nicht geschehen bis auf die 131 Boxer

    und ein Gerücht das die Marder bleiben und nicht Ausgemustert werden sollen oder noch später wie geplant

  17. @Thomas Melber

    “Bang for the buck”, aber das sllte ja bekannt sein.

    Ja, ist bekannt und es ist auch bekannt,dass die Kampfkraft auch vom Ausbildungsstand, Gesundheit, Fitness und Moral der Soldaten abhängt.

    Westeuropäische Soldaten sind nicht dafür bekannt, dass sie schlecht sind.

    „Mit Technik kann man viel machen, letztlich zählt der letzte Mann auf dem Feld (das Gesetz der großen Zahl)“

    Genau da sieht es bei den Russen auch nicht gut aus.

    @Alarich

    Ja, da können wir schnell sein; wenn das BIP sinkt und der Etat bleibt.

  18. Elahan | 12. Februar 2015 – 23:38

    wenn der Bip 1, 3
    und der Zukünftige Bip 2,0 gleich würde
    dann können wir uns Aufhängen , weil das wäre der Anfang vom ende

  19. @Alarich

    Keine Panik, es fehlt nicht am Geld, sondern an Munition, robustem-zuverlässigem Gerät und guter Absprache.
    All dies kann man regeln, wenn man den pol Willen/Druck hat.

    @Thomas Melber

    Aus den beiden Grafiken von Seite 40 und 41 lässt sich auch erkennen, dass das Vereinigte Königreich in diesen 15 Jahren eindeutig am meisten pro Armeeangehörigen ausgab. Mit einem ziemlich grossen Abstand folgen Deutschland, Frankreich und Schweden, die trotz nicht unbedeutender Abweichungen Schwedens gewissermassen eine Gruppe im Mittelfeld bilden.

    http://www.css.ethz.ch/publications/pdfs/NDB_Studie_2013.pdf

    Wir benötigen ein Maß/Einheit für die Schlagkraft und die kann man nur mit der Wirkung im Ziel beschreiben. Das kann im Frieden nur eingeschränkt gelingen doch bei internationalen Übungen/Einsätzen wird einiges deutlich und auch da sind wir nicht immer hinten.
    In jedem Fall benötigen wir richtige Munition/Gerät, einsatzgerechte Arbeitsteilung und kein Verfügbarkeitsmanagement.

  20. Elahan | 13. Februar 2015 – 0:03

    Die ausrede ist doch wir haben kein Geld um das oder das zu Kaufen

    anders Seitz lassen die das Geld verfallen

    Aber was Bestellt wird sehe ich sehr schwarz , den es geht nichts voran

  21. Wenn sich mal wieder Truppen im größeren Rahmen außerhalb von TrÜbPl bewegen würden, könnte es für die Bevölkerung durch aus sensibilisierend wirken.

    Aber das müsste man wollen.

  22. @Alarich

    Genau Ausrede.

    Es fehlt ein europäisches Verteidigungs- und Stationierungskonzpt.

    Auch sei angemerkt wie viele den Tiger und seinen Einsatzzweck hier im Blog blächelt hatten, nun ist es gut, dass wir ihn haben doch leider ohne Munition.

  23. @ Hohenstaufen

    Man sollte sich einmal „Die Anstalt“ aus dem Jahr 2014 (genaue Folge weiß ich nicht, war aber gegen Ende des Jahres) anschauen. Natürlich ist bei den Russen viel Säbelrasseln und manchmal auch der Einsatz da. Aber vom finanziellen ist der Haushalt der Amerikaner, der Nato oder der EU doch, nun sagen wir, minimal größer ;-)
    Und ich denke auch die Möglichkeiten, wenn man denn mal etwas „unternehmen“ möchte.

    @all: Wem nutzt dieses militärische „Aufrüsten/Präsenzzeigen“ wirklich? Irgendwie habe ich ein ungutes Gefühl, wenn ich mir mal die gesamte Geschichte nach 1990 und deren weltpolitische Entwicklung anschaue….

  24. Auch wenn es hier keinem gefallen mag. Ich persönlich fürchte die USA mehr als Rußland.

    Gibt es ein Leben nach den USA ?

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