Ukraine-Sammler: Die Not der Zivilbevölkerung

Ukraine_KomsPrawda

Die Situation im Osten der Ukraine, wo in den vergangenen Tagen die Kämpfe vor allem um und in Donetsk zugenommen haben, macht wohl einen neuen Sammelthread notwendig. Vom Internationalen Kommittee vom Roten Kreuz kam am (heutigen) Dienstagmorgen eine der (seltenen) Pressemitteilungen, in der vor allem auf die Not der Zivilbevölkerung inmitten der Auseinandersetzungen hingewiesen wird:

Ukraine crisis: ICRC calls on all parties to spare civilians

Fighting has intensified recently in and around Donetsk, resulting in civilian casualties and preventing the ICRC team in Donetsk from carrying out its humanitarian work.
“We once again call on all parties to refrain from harming civilians and to comply with international humanitarian law,” said Michel Masson, head of the ICRC delegation in Ukraine.

“In particular, we remind them that indiscriminate attacks are prohibited. We are deeply concerned about the escalation of violence in eastern Ukraine over the past two weeks. The tragic death of civilians in a bus near Volnovakha in the Donetsk region on 13 January is one of many incidents that highlight the unacceptable situation in which ordinary people find themselves.”
Harsh winter conditions and the suspension of benefit payments in some parts of the Donetsk and Lugansk regions are making the situation even more difficult. The ICRC is distributing food, hygiene items, medical supplies and construction materials to both residents and displaced persons in the Lugansk and Donetsk regions, working in close cooperation with the Ukrainian Red Cross and the local authorities.
The ICRC is conducting humanitarian visits to people held in places of detention run by the Ukrainian authorities in Zaporizhia, Odessa, Poltava, Kharkiv, Mariupol and Kiev.
On 15 January, ICRC teams also started to visit people held in prisons in Donetsk, which are not under the control of the Ukrainian authorities. This is the first time that the ICRC has visited such facilities since it started operations in Ukraine.

Ähnlich besorgsniserregende Berichte kommen von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch: War Intensifies, So Does Harm to Civilians in Eastern Ukraine

Überblicke über die Situation gibt es vom (nicht neutralen) Conflict Reporter: Who controls what of Donetsk airport – a clarification attempt, und die Zusammenfassung von Reuters vom Montagabend: Separatists renew attack on airport as Russia and Ukraine bicker

Nachtrag: via tagesschau.de:

Für die Kämpfe gegen prorussische Separatisten hat die Ukraine mit einer Teilmobilmachung von bis zu 50.000 Mann begonnen. Soldaten, die bereits länger im Einsatz gegen die Aufständischen im Osten des Landes seien, sollten durch Reservisten ersetzt werden, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. (…) In zwei weiteren Etappen sollen von April und Juni an erneut mehr als 50.000 Reservisten eingezogen werden.

(Angesichts der Kommentare, die es bereits im ‚Bällebad‘ zu dem Thema gibt, bin ich mir bewusst, dass das bisweilen zu heftigen Kontroversen unter den Kommentatoren führt. Ich wäre dankbar, wenn das nicht so weiter laufen würde und die Anhänger jeglicher Sichtweise sich um möglichst große Sachlichkeit bemühen könnten. Danke.)

(Foto: Screenshot aus einem Video der Komsomoslkaja Prawda aus der ‚Geisterstadt Donetsk‘)

192 Gedanken zu „Ukraine-Sammler: Die Not der Zivilbevölkerung

  1. Die Kosaken wollen sicher nur wieder die Staatsmacht inne halten. Der Rechte Sektor geht gegen den Staat auch öfter auf die Straße, um ihre Leute in Posten und damit die Staatsmacht zu übernehmen. Da haben sich beide Problematische Geister gerufen, die sie nach den Kämpfen nicht wieder los werden…Ging und geht ja nur die Ukraine ins Transatlantische System rein zu pressen, da Interessiert nicht, dass man damit ein Stück den Staat abschafft. Die Rechnung zahlt ja auch die EU.

    Merkel und Steinmeier drohen verbal mit Sanktionen während wohl in Debaltseve ein neuer Kessel im entstehen ist. Interessiert aber keinen wirklich. Da sterben sicherlich täglich mehr wie 30. Die Vermarktung macht es, und nicht das wirkliche Leid und die schwere der Kämpfe. Die zivilen Toten in Mariupol werden von Kiew Professionell vermarkten, während man sehr viele Ukr Soldaten in Debaltseve sich selber überlässt. Die Seps sind auch nicht besser, nur deren Militärische Führung ist besser.

  2. Die Töne werden schärfer

    Gewalteskalation in der Ostukraine: Putin spricht von „NATO-Fremdenlegion“ |

    Zudem bezeichnete Putin die ukrainische Armee als Fremdenlegion der NATO: „Wir sagen oft ukrainische Armee. Aber wer kämpft denn da eigentlich? Teilweise sind es offizielle Truppen. Es sind aber auch freiwillige nationalistischen Bataillone.“ Im Grunde genommen sei es keine Armee. „Das ist eine Fremdenlegion, und in diesem Fall eine NATO-Fremdenlegion, die aber nicht nationale Interessen der Ukraine verfolgt.“ Ihre Ziele seien andere: „Sie wollen Russland geopolitisch eindämmen. Das stimmt mit den nationalen Interessen des ukrainischen Volkes überhaupt nicht überein.“

    http://www.tagesschau.de/ausland/ukraine-russland-123.html

  3. „If the Kremlin suddenly starts retreating in Ukraine, the sanction blackmail will continue anyway. The West will put forward more and more demands to make the most of the situation, it will demand the surrender first of Novorossia [the Russian hawks‘ name for Donetsk and Luhansk regions], and then of Crimea. But the main goal, I will repeat, is to destabilize the Putin regime and to weaken Russia itself as much as possible (that is most clearly seen in the U.S. position). Thus, any retreat is practically impossible for the Kremlin, and so is keeping the status quo.“
    „Putin wants to develop a military advantage so he can talk to Ukraine and its Western allies from a position of strength.“
    http://www.bloombergview.com/articles/2015-01-26/why-putin-will-fight-on-in-ukraine

    Vermute das Putin den Donbass Militärisch befrieden will. Als nächstes wird der Kreml eine Zwangs Dezentralisierung von Charkiw und den Restlichen Schwarzmeer Oblasten (wegen Zugang zu einer Gas Pipeline) erzwingen.

    Der Westen müsste Putin in die Knie zwingen, ansonsten ist das Ukraine Abenteuer für den Westen zum scheitern verurteilt. Ohne Russischen Markt ist ein guter Teil der Ukr Industrie des totes geweiht. Dann hätte die EU sich ein zweites Griechenland angelacht. Der Russische Markt wird für EU Unternehmen auch nicht einfacher werden. Was insbesondere für Merkel ein Problem würde.

    In Debaltseve scheinen die Seps jetzt wohl so weit vorgedrungen zu sein, dass die Straße mit Artillerie bearbeitet werden kann. Wird für die Ukraine gefählicher aber vom Kessel sind die Seps wohl noch um einiges entfernt.

  4. Welche Medaille?

    Ich sehe einen Comanders Coin. Wer daran etwas anrüchiges sieht, der möge sich mit dem Unterschied zwischen (Auszeichnungs-)Medaille und Coin beschäftigen.

  5. Habe ich, keine Sorge, Quellen gibts genug
    In Langform zB. hier
    http://www.globalsecurity.org/military/intro/coin.htm

    In Kurzform auf Wiki (Hervorhebung durch mich)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Commander%E2%80%99s_Coin
    Die Commander’s Coin oder auch Challenge Coin[1] sind Münzen, die in einigen Staaten von Kommandeuren der Streitkräfte an die IHNEN unterstellten Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere, als Auszeichnung für die Art der Erfüllung ihre Aufgaben, verliehen werden.

    Dazu passend auch die Dankesworte des Generals.

  6. Die OSZE Mission im Donbass ist wohl reine Geld Verschwendung:

    WOn.de „OSZE-Chef ist Behinderung durch Separatisten leid“ „Wir haben keine Soldaten gesehen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass wir nicht in die umkämpften Gebiete fahren dürfen. Die Separatisten erlauben nicht, dass wir uns außerhalb der Städte Donezsk und Lugansk ausreichend frei bewegen können, vor allem nicht in Richtung russischer Grenze. Wir sind darauf angewiesen, mit den Milizen zusammenzuarbeiten. Aber sie führen uns oft nur dorthin, wo sie uns haben möchten“

    Für dies bisschen Beobachten und Organisieren von Zusammenkünften reichten auch unter 50 Beobachter aus.

    „Der Absturz des Rubels macht nicht nur Russen zu schaffen, sondern auch Millionen Arbeitsmigranten in Russland. Sie sind seit Jahren allgegenwärtig in Russlands Städten, als Straßenkehrer und Hauswarte, als Kellner und Verkäufer. Mehr als zehn Millionen von ihnen haben noch im vergangenen Jahr ihr Geld in Russland verdient, die meisten kommen aus Usbekistan (2,6 Millionen), der Ukraine (1,6 Millionen) und Tadschikistan (1,2 bis 1,5 Millionen).“ http://www.spiegel.de/wirtschaft/russland-rubel-verfall-trifft-gastarbeiter-a-1014477.html

    Das Problem ist, dass der Rubel frei Handelbar ist, während der Dollar Kurs anderer Währungen Staatlich festgelegt wird. Frei geben ist auch Problematisch, weil dann die Devisenschulden ansteigen werden. Die Länder sind Handlungsunfähig und Opfer des Konfliktes. In manchen GUS Ländern lebten die von den Überweisungen aus Russland. Wenn der Konflikt in der Ukraine abkühlt, könnte es z.B. in Usbekistan mit Radikalen Islamisten gleich weiter gehen mit offenen Konflikten.

  7. @Rado

    Sie sollten nicht vergessen, dass die Ukraine schon lange ein sehr aktives Mitglied im NATO- PfP ist inkl. Teilnahme an NATO-Operationen wie ISAF und auch bilateral gibt/gab es Kooperations-Programme nicht nur mit US. Von daher sollte man diese coins nicht als „Beleg“ für eine ukrainische NATO-„Fremdenlegion“ ansehen, das ist einfach Mumpitz.

    Es wird gegenwärtig genug Öl ins Feuer geworfen:
    http://itar-tass.com/en/world/773522

  8. Die Regierung in Kiew hat landesweit erhöhte Alarmbereitschaft angeordnet und den Notstand in den von ihr kontrollierten Gebieten im Donbass ausgerufen:
    http://www.kmu.gov.ua/control/en/publish/article?art_id=247900706&cat_id=244314971

    „Another decision approved by the Ukrainian Government was to establish a State Emergency Commission, with Prime Minister of Ukraine Arseniy Yatsenyuk to chair the State Emergency Commission and Vice Prime Minister, Minister of Regional Development, Construction, Housing and Utilities Hennadii Zubko and Chairman of the State Emergency Service of Ukraine Serhii Bochkovsky as his deputies.“

    Das sieht wie eine Art Generalmobilmachung aus mit Yatsenyuk an der Spitze:

    „But don’t confuse it with the state of emergency and martial law, which are enacted by Parliament’s decision. Our decision is aimed at only one thing – everyone should work 24 hours a day and seven days a week,“ he said.“ 24/7 Arbeitsdienst für die gesamte Bevölkerung ????????

    Und die begrenzte Dezentralisierung der Verwaltung und des Haushaltes wird so wieder eingefangen:
    “ „In each area, by analogy with the State Emergency Commission, chaired by head of regional state administration there shall be set up a corresponding regional emergency commission“
    „“The country has introduced a special regime following the mobilisation. We’ve raised the level up to high alert and emergency. This means that local budgets must necessarily provide funds for emergencies, mobilisation, medicines, food. The central Government will give its part, but I appeal to you to ensure your piece of work,“ Arseniy Yatsenyuk addressed to the heads of the regional state administrations.“

  9. Nachdem die Russen angekündigt hatten, die „Luhansker Volksrepublik“ habe jetzt eine Luftwaffe (1), kommt heute die Antwort des ukrainischen Verteidigungsministeriums (2).
    Man habe bei einem Spezialeinsatz 4 russische Mi-24 sowie diverse Schul- und Sportflugzeuge zerstört. Die Aktion könnte auf dem Flughafen des ehemaligen Luftfahrtmuseums in Luhansk stattgefunden haben.

    (1) http://pravda-mir.ru/?p=6602
    (2) http://www.mil.gov.ua/en/news/2015/01/27/ato-news-rebels-incur-losses/

  10. Einer Dezentralisierung hat Poroschenko schon einer Absage erteilt. Poroschenko ernennt die ihm genehmen Oblasten Verwalter. Damit gehört Poro die Verwaltung. Das sieht mehr danach aus, als Jazenjuk eine Gegenbehörde zu Poroschenkos Oblasten Verwalter schaffen will. Die Orange Machtübernahme ist am Krieg zwischen Präsidenten und Ministerpräsidenten gescheitert. Poroschenko und Jazenjuk sind Unfähig oder eher gesagt zu Korrupt um aus der Jungen Geschichte zu lernen. Den Kreml wird es freuen und wenn die Zeit gekommen ist, wird das Versargen in Kiew ausgenutzt.

    Im Donbass schaffen die Russen dagegen eine gemeinsame LR und DNR Armee. Da will man den Krieg am Boden gewinnen.

  11. Der ukrainische „Spezialeinsatz“ hat also ein Luffahrtmuseum mit „1 L-39 aircraft, 2 An-2 aircrafts, 1 YaK-52 aircraft, 2 YaK-50 aircrafts and 4 Mi-24“ platt gemacht.
    Dolle Wurst. Da muß die romulanische Tarntechnik der real-existentierenden 9000 russischen high-tech Truppen aber völlig versagt haben.

  12. Handelsblatt.com „Kämpfe eskalieren vor EU-Krisentreffen erneut“ – „Die Außenminister der Europäischen Union (EU) kommen am Donnerstag in Brüssel zu einem Krisentreffen zusammen, um über eine Ausweitung der Sanktionen gegen Russland zu beraten. Die EU-Kommission wird dabei vermutlich den Auftrag erhalten, Strafmaßnahmen vorzubereiten, die dann von den Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel am 12. Februar verabschiedet werden könnten.“

    Sanktionen soll es wegen Mariupol geben, und nicht wegen den Angriffen auf Debaltseve. Bis zum 12. Februar ist auch noch Zeit um die Griechen auf Linie zu bringen. Ist die Frage ob bis dahin Debaltseve gehalten werden kann?

    Finanziell sieht es in der Ukraine auch düsterer aus. Obama muss jetzt schon 2 Mrd. $ für die Ukraine locker machen. Die EU macht einen ähnlichen Betrag locker, dazu noch die 500 Mio. € von DE. Vielleicht nimmt der Ukraine keiner mehr die Hochzinsanleihen ab?

    Ein Ukr. Betrieb, dass die Russen mit Raketen Teilen beliefert, will den Betrieb bis März still legen, wo vorher nur Kurz gearbeitet wurde. Der Ersatz der Ukr Lieferanten mit Russischen scheint wohl sehr weit fortgeschritten zu sein. Kein Wunder da die Ukr Oligarchen seit 25 Jahren sich nur von der Substanz bedient haben und nichts in Produkte investiert haben. Die ganzen Devisenkredite die der Ukraine gewährt wurden, sind wohl so in Masse verloren.

  13. Regierung zahlt Soldaten Prämien für Abschüsse

    Im Kampf gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine hat die prowestliche Regierung in Kiew „Abschussprämien“ für ihre Soldaten eingeführt. Einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss zufolge zahlt der Staat für ein vernichtetes Fahrzeug der Aufständischen umgerechnet 600 Euro, für einen Panzer 2400 Euro und ein Flugzeug ist 6000 Euro wert.

    FAZ-online

  14. Auf FAZ.net erscheint schon der nächste Soros Aufruf zum Ukraine Bailout. Derweil versucht die Ukraine mit Steuerterror Einnahmen zu generieren http://www.zerohedge.com/news/2015-01-28/lies-and-deception-ukraine%E2%80%99s-energy-sector Die Russen werden die gleichen Finanzprobleme haben, nur lässt Putin die Notenpresse mehr rotieren. Die Russische Wirtschaft dürfte inzwischen auch ziemlich stehen. Es wurden einige Flugverbindungen DE Russland gestrichen.

    Die Sicht der neuen Griechischen Regierung auf den Ukraine Konflikt:
    Yanis Varoufakis, the Greek intellectual who has been appointed finance minister, is no friend of Russian President Vladimir Putin – but in March he wrote a blog post calling on the EU to „stop meddling“ in Ukraine. He accused the West of double standards in objecting to the Crimea annexation and described Ukraine as „the battleground between Russia’s industrial neo-feudalism, the U.S. State Department’s ambitions and Germany’s neo-Lebensraum policies.“ http://www.bloombergview.com/articles/2015-01-28/russia-sanctions-are-syriza-s-new-bargaining-chip

    An den DE Neo Lebensraum Vorhaben ist etwas dran. Merkel soll ja Klitschko mehr ins Spiel gebracht haben und die DE Medien träumen dass die Ukrainische Gesellschaft nach Grün Links sich verändert.

    Die Ukrainer Evakuieren wohl die Zivilbevölkerung aus Debaltseve. Glaube nicht, dass die Seps dort ein richtigen Kessel errichten können. Die Versorgung der Ukraine können die wohl überall angreifen.

    Die Russen die im Donbass kämpfen sollen mindestens 1.000 $ pro Monat bekommen. Deswegen dürfte da kein Mangel an Freiwilligen herrschen. Ohne Geld läuft auch auf Seiten der Russen nichts. Wegen dem Rubel Absturz hat wohl jetzt Weißrussland Probleme seine Devisenschulden zu begleichen. Die Eurasische Union stellen die auch in Frage. Viele Alternativen haben die aber nicht.

  15. @Benedikt
    „An den DE Neo Lebensraum Vorhaben ist etwas dran. Merkel soll ja Klitschko mehr ins Spiel gebracht haben und die DE Medien träumen dass die Ukrainische Gesellschaft nach Grün Links sich verändert.“

    Jetzt reichts mir! So einen Schwachsinn habe ich noch nie gehört. Die heutige Bundespolitik mit dem hitlerschen Vernichtungskrieg im Osten gleichzusetzen grenzt wirklich an Schwachsinn. Können Sie diesen Quatsch belegen? Seit wann träumen die Grünen oder wer sonst in den etablierten Parteien vom Lebensraum in der Ukraine? Unglaublich!

  16. @axel_f: Das Zeug wird halt so abverkauft. Es fehlen die Wehrpflichtigen, um die Hoheitszeichen abzutrennen…

  17. Deutsche Medien melden:

    Der ukrainische Generalstabschef Viktor Muschenko hat Behauptungen der Regierung in Kiew widersprochen, reguläre russische Armee-Einheiten würden aufseiten der Separatisten in der Ostukraine kämpfen. Dass russische Soldaten an den Kämpfen beteiligt seien, sei belegt. Aber: „Wir kämpfen nicht gegen Einheiten der regulären russischen Armee“, sagte Muschenko örtlichen Medien zufolge am Donnerstag in Kiew.

    Ich sag doch da steigt keiner mehr durch.
    http://derstandard.at/2000011053919/Ukraines-Armeechef-widerspricht-seiner-Regierung

  18. axel_f | 29. Januar 2015 – 23:15

    das ist auch am Wahrscheinlichsten

    Nur die Frage ist wenn das Stück weg ist ob das dann wo anders weiter geht

    aber das Stück ist Verloren , die Frage ist nur wie viel Ukrainer noch Sterben bis das Stück Russland wird

  19. Zu den Griechischen Standpunkten in Sachen Russland Sanktionen:

    „Der Streit drehe sich gar nicht um die Sanktionen, sondern nur um das Verfahren, schrieb der neue Finanzministers Yanis Varoufakis in seinem Blog. Die EU habe die neue Regierung in Athen gar nicht um ihre Meinung gefragt, deshalb habe man protestiert.“

    „Auch andere EU-Regierungen wie Österreich, Italien oder die Slowakei zögern. „Sanktionen und die Verschärfung von Sanktionen sind nur, im besten Fall, Notfalllösungen, die aber niemals einen Friedensplan ersetzen können“, sagte der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann bei einem Besuch in der Slowakei.“ http://www.heise.de/tp/artikel/44/44008/1.html

    Die ersten Sanktionen gg. Russland von März 2014 sollen jetzt bis September 2015 verlängert werden. Die Russischen Sanktionen gg. die Ukraine wirken auch. Pintschuks (Pro West Ukr Oligarch u. Freund von Clintons) Röhrenwerke musste den Export nach Russland einstellen. Für den Export in die EU gibt es feste Quoten, die wohl auch in Zukunft gelten werden. Das Werk steckte aber schon seit 1. Hj. 13 quasi in Insolvenz. Russland hat diese Ukr Schwerindustrie mit gelenkten Aufträgen mit am Leben gehalten. Mit den Jahreswechsel dürften da auch einige Aufträge ausgelaufen sein. Sieht recht Hoffnungslos aus und das wird auch für die EU schlecht ausgehen. Vermutlich trommelt Soros wegen so welche Probleme so laut um einen Ukraine Bailout.

    DNR Chef Zakharchenko hat die Geländegewinne in Debaltseve begutachtet. Das hat der auch vor der Komplett Einnahmen des Flughafens gemacht. Sieht nicht so gut aus.

  20. Wer Sputnik liest, ist nun wirklich selber schuld an der Verwirrung…

    Oliver Carrol, ein Journalist, der den Krieg von Anfang an begleitet hat, hat seine Quellen in Debalzewo befragt: Bisher ist die Stadt nicht eingekesselt, wird aber durch heftiges Artilleriefeuer successive zerstört. Die Gefahr einer Einkesselung besteht, und die ukrainischen Truppen bereiten sich auf einen schnellen Rückzug vor.
    Gestern wurden während einer Feuerpause Zivilisten mit Bussen aus der Stadt evakuiert.

  21. Die „Separatisten“ melden auf Swodki Noworossii, sie hätten die Urheber eines Massakers an Zivilisten am 22.januar in Donezk (Mörserbeschuß auf Bushaltestelle mit 15 Toten) festgesetzt. Es handle sich um Russen, zwei aus Krasnodar, einer aus dem Oblast Krasnodar.

  22. Ich sag‘ mal vorsorglich: die Tendenz, sich gegenseitig Links an den Kopf zu werfen, die jeweils die eigene Position bekräftigen, wie es hier teilweise passiert, ist nicht so richtig nahrhaft für alle…

  23. Die Ukrainer wollen mit Sachartschenko verhandeln und nicht mit Puschilin. Selbst will Kiew aber höchstens dritte oder vierte Reihe schicken. In Kiew kann man halt mit den sehr heißen Konflikt leben.

  24. Die Kämpfe bei Debaltseve scheinen eher Richtung Kursk oder 1. Weltkrieg als Richtung Kesselschlacht zu gehen.
    Beide Seiten liefern sich anscheinend erbitterte Gefechte um einzelne Ortschaften, von einer Einkesselung des Frontvorsprungs kann keine Rede mehr sein, das dürften die Ukrainer durch tiefgestaffelte Verteidigung und Gegenangriffe erfolgreich verhindert haben.
    Gleichzeitig wird von Seperatistenseite versucht, Ortschaften im Frontvorsprung selbst zu nehmen.

    Ein ukrainischer General im Generalstab verkündete übrigens, „derzeit“ sei man nicht mit regulären russischen Verbänden im Gefecht, sondern lediglich mit Seperatisten.

  25. Hier gibt es eine Analyse von Yurii Butusov, Censor.NET, der im Sommer 2014 einige Einschätzungen geliefert hat, die sich als halbwegs realistisch erwiesen haben.

    „PUTIN’S STRATEGY AND RUSSIA’S JANUARY OFFENSIVE IN DONBAS. ANALYSIS OF THE OPERATIONAL SITUATION AT THE FRONT LINE“

    http://en.censor.net.ua/resonance/321758/putins_strategy_and_russias_january_offensive_in_donbas_analysis_of_the_operational_situation_at_the

    Er spricht auch davon, dass reguläre russische Verbände nicht im direkten Gefecht stehen. Aber es sind wohl dennoch etliche Tausend im Donbass (weniger als 10.000) und sie übernehmen wichtige Aufgaben hinter den Linien.

    „Regular Russian army provides logistics and combat support, radio intelligence, electronic warfare, air defense, communication on operational and tactical level, supply of military equipment, artillery reconnaissance and support. „

  26. @JCR: würde ich so nicht unterschreiben. Gerade erst ist Vuhlehirsk komplett gefallen.
    Jede Absetzbewegung aus Debaltseve raus dürfte unter massives gezieltes Artilleryfeuer kommen.

    Für mich sieht es eher so aus als gäbe es innerhalb von Tagen ein Iluvaisk 2.0 mit 5000 Ukrainern.

  27. Ein paar Punkte die die Tage aufgepoppt sind:
    – Ukraine verbietet den Transport von Medikamenten in die russisch kontrollierten Gebiete. (Link)
    – Belingcat hat eine sehr gute Rekonstruktion der Vorgänge vom 09.05.2014 in Mariupol. (Link)
    – Echo Moskau hat ein Interview eines russischen Marine-Infanteristen, der bei der Erstürmung des Donetzker Flughafens dabei war. (Link mit Google-Translate)
    – Einen Eindruck über die Heftigkeit der Gefechte vermittelt vielleicht diese Panzernahaufnahme und diese prorussische Videosammlung. Wie anderswo schon angemerkt wurde: „unkonventionelle Kriegsführung“ ist da irgendwie das falsche Wort.

  28. Die Seps greifen wohl das Nördliche Ende des noch offenen Kessel von Debaltseve an. Die zweite Angriffswelle läuft Westlich auf Höhe von der Stadt Debaltseve. Südlich von Debaltseve halten die Ukrainer noch eine Menge Stellungen. Wenn die Seps die Schnellstraße nach Norden richtig dicht machen, dürften deren Nachschub weg sein. Die dürften sich dann nach Debatseve zurück ziehen. Was damit zum Ilovaisk 2.0 werden wird. Den Russen geht es da in erster Linie um den Versuch einer Wiederholung des Propaganda Effektes von Ilovaisk. Der Krieg ist in der Ukr Bevölkerung unbeliebt. Die wenigstens wollen in Verdammten Orten wie Iloviask zum Kanonenfutter der Russen werden. Das wird nicht einfach für den Feldherren Poroschenko.

    Glaube nicht, dass dies im Westen eine große Nummer wird. Die Franzosen wollen die Ukr Schwerindustrie sowieso nicht in der EU drinnen haben. Die Französische Schwerindustrie hat jetzt schon genug zu kämpfen. Wenn Putin sich die holt, hat der die Überkapazitäten. Solange die Seps im Donbass bleiben, macht der Westen nichts. Die hätten mit den Seps selbst einen schlechten Deal über die Autonomie des Donbasses machen sollen. Und danach versuchen die übrigen Problem Oblasten zu befrieden. Jetzt dürfte die Probleme Gebiete wieder größer werden. Traumtänzerei statt Realpolitik.

  29. Nah, Nikishyne im Süden ist auch gefallen. Und das nicht als Rückzug sondern nach schweren Kämpfen (und unter Aufgabe von Kriegsmateriel)
    Versteh nicht wie man dort die Order ’stellung bis zum letzten Mann halten ausgeben kann

    An sonsten stimm ich dir zu, Benedik. (nur hahätte es sich die Führung in Kiev politisch nicht erlauben können die beiden oblaste komplett aufzugeben.

  30. Zur LNR-Luftwaffe, am Standort des betreffenden Flugplatz in/bei Lugansk befinden sich meiner Meinung nach ein sog. Aircraft Repair Plant und ein (möglicherweise daran angeschlossenes) Luftfahrtmuseum. Diese Werft hat natürlich ein Depot an verschiedensten Luftfahrzeugen. Zu sagen da sich der Bestand der LNR-Luftwaffe auf ein Museum stützt ist da wohl nicht zutreffend.

  31. Die Separatisten haben heute einen Vorschlag der ukrainischen Regierung für eine Feuerpause abgelehnt. Sie sollte heute von10:00 bis 17:00 Uhr für die Orte Debaltsevo, Uglegorsk, Svetlodarsk und Mironovsky gelten. Ziel war es die Zivilbevölkerung aus dem umkämpften Gebiet zu evakuieren, die Separatisten lehnten den Vorschlag mit der Begründung ab, das die ukrainische Armee die Feuerpause zum Austausch ihrer Truppen nutzen könnte.

    Kiev offered LPR leadership to establish silence regime near Debaltsevo — LPR official http://itar-tass.com/en/world/775292

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