Neues von der ‚Mistral‘ für Russland: Übergabe am 14. November

Nachdem es in den vergangenen Tagen mehrfach Meldungen gegeben hatte, die Übergabe der in Frankreich gebauten Hubschrauberträger der Mistral-Klasse an Russland stehe in den nächsten Wochen bevor, scheint es sich jetzt zu bestätigen: Der stellvertretende russische Ministerpräsident Dimitri Rogozin präsentierte am Mittwoch via Twitter eine entsprechende Einladung der Werft (siehe oben).

Das gleiche erzählte Rogozin laut russischer Agentur RIA Novosti auch Journalisten:

Russia’s state arms exporter Rosoboronexport has been invited to attend the handover of the first Mistral-class helicopter carrier built by France for the Russian navy, Russian Deputy Prime Minister Dmitry Rogozin said Wednesday.

„Rosoboronexport has received an invitation to arrive [in France] for the handover of the Vladivostok warship and to attend the floating out ceremony for the second [Mistral-class] vessel,“ told reporters at a news conference outside Moscow.
„From a technical point of view, the contract is being fulfilled on schedule,“ Rogozin said.
„It’s up to [French]President [Francoise] Hollande now to make a political decision,“ he added.

Der letzte zitierte Satz lässt allerdings aufhorchen: Ist denn nun eine politische Entscheidung über die Lieferung in Paris gefallen oder nicht?

Nachtrag (Danke für den Leserhinweis!): RIA Novosti berichtet jetzt auch, es gebe doch noch Unklarheiten:

The contract on the delivery of two Mistral-class helicopter carriers to Russia has not been canceled and its fate will be decided by the French political leadership, a French Defense Ministry source told RIA Novosti on Wednesday. “The Mistral contract is suspended, but not annulled,” the source, who spoke on condition of anonymity, said.

43 Gedanken zu „Neues von der ‚Mistral‘ für Russland: Übergabe am 14. November

  1. Hmm, da scheint man sich dann schon am 8. Oktober (siehe Briefkopf) über die Zukunft der Mistral einig gewesen zu sein…

  2. rotweiß polen denkt grad laut darüber nach vlt doch keine raketen in frankreich zu kaufen (thales)

  3. Super jetzt wird berichtet das mehre Russische Flugzeuge In Europa Eingedrungen seien

    Was hat Russland vor ??????
    Laut Focus sein 2 tage sei das zu sehen

  4. Was will Russland mit der riesigen Zielscheibe schon anfangen? Die verteidigen ihre Freiheit doch eher selten 5000 Kilometer außerhalb ihrer Landesgrenzen.

    Aber wenn sie damit mal im Schwarzen Meer oder der Ostsee fahren, dürfte damit ihre halbe einsatzfähige Flotte gebunden sein, wenn auch nur ein billiges Diesel-U-Boot in der Nähe dümpelt. Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass sie das Schiff alleine fahren lassen, wenn die Situation auch nur etwas angespannt ist.

    Deswegen: Lasst sie ihr Spielzeug halt haben. Sollen sie dran pleite gehen.

  5. bbc.co.uk schreibt auch, dass die Meldung dementiert ist.

    „France denies Russia warship delivery reports“

  6. Ich wüsste auch nicht, wie sich das mit aktuell gültigen Embargoverordnungen vereinbaren liesse, nachdem die Altvertragsklausel (vulgo: „Mistralklausel“) weggefallen ist.

  7. Frankreich rückt das Schiff ganz bestimmt raus, denn der Erhalt seiner Werftkapazität in Saint Nazaire ist für Frankreich deutlich wichtiger als der internationale Sturm der Entrüstung, der sich sowieso nach ein paar Tagen wieder legen wird. Dann ist der Fuß in der Tür und Frankreich gilt als zuverlässiger Partner und wird auf dem russischen Markt noch mehr plazieren können. Hier geht es einzig und alleine um handfeste wirtschaftliche Interessen und um den Erhalt von Arbeitsplätzen und nicht um Gabriel’sche Ethikgrundsätze! Kennen wir übrigens aus dem Falklandkrieg; hat sich nichts geändert – die Einen kriegen Exocet, die Andern das „Gegenmittel“. Doppelter Profit! Moral ist keine französische Erfindung, also kann man sie in Paris getrost ignorieren! Machiavellismus statt kategorischem Komparativ!

  8. Monsieur le President wird sich noch ( den einen oder anderen Tag ) zieren, um keinen Krach mit „Mutti“ zu kriegen und dann sehr schnell die Finanzen der „Grande Nation“ vor Augen haben … ( Und die Schadenersatzforderungen aus Moskau ) …
    By the way: WIEVIELE Kriegsschiffe haben die Russen insgesamt in Frankreich geordert und wieviele wurden schon (an)bezahlt ?

  9. Die Mistrals werden zwar in St. Nazaire gebaut, Auftraggeber ist aber die Staatswerft DCNS. Präsident Hollande wird wohl kaum eine Entscheidung über die Lieferung treffen, ohne sich mit DCNS abgestimmt zu haben.
    Derzeit läuft in Paris noch die Marinemesse „Euronaval“, bei der DCNS traditionell der Platzhirsch ist und mit Sicherheit eine Menge Gespräche mit verschiedensten Marineexperten aus aller Welt geführt hat. Vielleicht haben die Franzosen ja ihren eigenen „Plan B“.
    Und mit Sicherheit war man in Paris „pas amusé“ über die Mitteilung von Herrn Rogosin..

  10. @ Langnase:

    SOLLTE Paris denn „amused“ gewesen sein ?
    Oder wollte Gospodin Rogozin ( natürlich OHNE Wissen von Wladimir Wladimirowitsch ) vielleicht mal ein bißchen „nachhelfen“, was die Auslieferung angeht ?

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …

  11. Am einfachsten wäre es doch für Putin der Mission von Frankreich und Deutschland mit Drohnen zuzustimmen, den Separatisten die Feuereinstellung zu befehlen(bis die Mistral geliefert ist) dann wird die Drohnenmission feststellen, es ist Ruhe, jedenfalls von den Separatisten oder an der Grenze und prompt kann Frankreich die erst Mistral liefern und kaum ist die geliefert wird weiter geschossen ;-)!

    Und vor der Lieferung des 2. Schiffes wiederholt man das Spielchen einfach!

  12. @ BlueLagoon: Die deutsche Regierung hat es bisher versäumt, sich im Mistral-Deal zu positionieren und wird somit auch nach der Auslieferung besser schweigen.
    Ein Schiff ist fertig, auch die Besatzung ist ausgebildet, ein weiteres Schiff ist im Bau und die Option auf zwei weitere Schiffe ist im Gespräch. Bei jedem Schiff ist vertraglich „Technologietransfer“ vereinbart. Wenn also in 20 Jahren die Bundesregierung zur Erkenntnis käme, die Bundeswehr bräuchte auch so ein Schiff, könnte man bei den Russen einkaufen …

    @Langnase: DCNS gehört mehrheitlich dem französischen Staat; d.h.: Regierung=Betriebsleitung. Vertragliche Auslieferung ist Ende Oktober, 30 Tage Verzug ist vereinbart, ohne Konventionalstrafe zahlen zu müssen. Spätestens November wird die Wladiwostok St Nazaire verlassen haben (möchte jemand dagegen wetten?)

    Das zweite Schiff heisst übrigens Sewastopol. Vielleicht kann ja unsere Marine darüber mal nachdenken, eine Fregatte, oder wenigstens einen Tanker, Königsberg zu nennen …

  13. @Closius: Nein. Am einfachsten ist es für Putin, wenn er einfach weiter seinen Stiefel durchzieht, denn die Mistral werden so oder geliefert.

  14. @BlueLagoon

    Rogozin ist nicht ganz wortwörtlich zu nehmen. Er hat vor Kurzem auch Alaska heim ins Reich gefordert. Er ist sozusagen für die Phantasie im Regime zuständig.

  15. Ich bin derzeit irgendwie nicht ganz auf der Höhe des Geschehens. Ganz aktuell findet sich bei RIA Novosti folgende Meldung:

    Moscow Uninformed of Paris’s Inability to Deliver on Mistral Warship Contract: Official

    Updated 2:02 p.m. Moscow Time
    MOSCOW, October 30 (RIA Novosti) – Moscow has not received any information from Paris in regard to why the Mistral-class helicopter carrier contract cannot be fulfilled, an official from the Russian Federal Service for Military-Technical Cooperation told RIA Novosti on Thursday.
    “We haven’t received any additional information from Paris,” the official said in regard to an earlier statement by the French Finance Ministry that the Mistral may not be delivered.
    Earlier on Thursday, Agence France-Presse quoted French Finance Minister Michel Sapin as saying “the conditions today are not met to deliver the Mistral.

    http://en.ria.ru/military_news/20141030/194829135/Moscow-Uninformed-of-Pariss-Inability-to-Deliver-on-Mistral.html

    Wie ist das denn nun zu verstehen?

  16. Sind schon ‚lustige‘ Spielchen, die da auf 2 Ebenen laufen:
    auf der politisch-diplomatischen und der unternehmerischen. Paris muß den politischen (Schein-)Druck auf Rußland natürlich noch aufrecht erhalten, andererseits geht es auch um viel Geld und vor allem um die französischen Rüstungsexportmärkte. Ich denke schon, dass im Laufe des November eine Übergabe erfolgen wird, wann das Schiff dann überführt wird ist wieder eine andere Frage.

  17. DCNS soll wohl eine gewisses Auslieferungsspanne haben, die noch bis rein in den Frühjahr 2015 reicht. Der ganze Vertrag dürfte nicht in Gefahr sein, sondern es geht nur um ein wenig Kohle. In den Russischen Medien werden Lieferanten, die das Embargo unterlaufen gefeiert. Alles mehr Show fürs Russische Publikum. Frankreich muss standhaft bleiben, weil sonst wohl auch andere EU Lieferanten liefern wollen. Rheinmetall muss bis Ende November liefern. Der Vertrag dürfte hinüber sein. Russland Chinesischer Gas Deal wurde schon mehrfach gefeiert, obwohl der noch lange nicht unter Dach und Fach ist.

    Putin will, dass Kiew Oblasten von Neurussland komplette Autonomie gewährt. Damit entstünde ein Staat im Staate, der einen EU und Nato Beitritt Unmöglich machte. Dazu noch quasi einen ziemlich freien Krim Zugang gewährte, da Neurussland Wirtschaft sehr eng mit Russland verknüpft ist. Das mit der EU Zollunion funktionierte dann auch nur, wenn Neurussland mit einer Grenze vom EU Markt abgekoppelt würde, um weiter in der Union mit Russland drinnen zu sein.

    Die eigentlichen Französischen Rüstungsexportmärkte sind in Westeuropa und im Nahen Osten. Im Nahen Osten wird teilweise Französische Technik eingekauft, um nicht ganz von den USA abhängig zu sein. Die sehen das wohl nicht so gerne, wenn ihr Alternativanbieter sich den Druck der USA komplett beugt.

  18. Mal gucken, wie man das Timing zwischen Mistralübergabe und russischer Offensive in der Ukraine hinbekommt. Der Truppenaufmarsch (in Winterausrüstung) in Donetsk und Nowoasowsk ist fast abgeschlossen. Die Pressemitteilungen zum Ziel der Offensive und zur Nichtigkeit des Waffenstillstands sind raus. Girkin hat jetzt ebenfalls angekündigt, wieder in die Ukraine zu gehen, um an den Kämpfen teilzunehmen.

    Unmittelbare Ziele der Vorstöße (paßt auch zu den Kämpfen während des „Waffenstillstands“) sind Debaltsewe und Mariupol. Strategisches Fernziel ist auch die Einnahme von Slowiansk und Odessa. Charkiw und Dniepropetrowsk scheinen derzeit nicht auf der Liste zu stehen.

    Das wird … interessant.

  19. @StMarc: Hab ich nicht mehr gespeichert.
    Erstens glaubt mir eh keiner, bis die Sache passiert und Monate später zwanzig mal von anderen Leuten bestätigt ist,
    zweitens werde ich für das Einsammeln und Posten von Quellen auch sofort hart angegangen.
    Lohnt sich nicht mehr. Ändert auch nix.
    Wenn Sie suchen wollen: Die DNR hat in den letzten Wochen wiederholt Pressekonferenzen gegeben. Außerdem gab es Gefechte um „Debalteseve“, „CP-32“, Schtschachtjarsk, und so weiter.
    Ich habe in den letzten Wochen und Monaten eigentlich alle Eckdaten zum Nachgooglen genannt.

  20. @ StMarc
    Das passt schon heute gab es die Meldung dazu „Wir führen jetzt Verhandlungen über Mariupol… Wenn eine friedliche Lösung nicht zustande kommen sollte, werden wir Gewalt anwenden“, sagte Sachartschenko am Donnerstag in Nowoasowsk (Gebiet Donezk) bei einem Treffen mit Wählern. und auch das neue Touristen in Winterausrüstung in die Ost Ukraine reisen.

    http://de.ria.ru/politics/20141030/269907364.html

  21. @ StMarc:
    @ califax:

    Leider finde ich die Quelle auch nicht mehr, habe aber exact das von @ califax gepostete gelesen.

    Entweder stimmt es, ober da haben gleich zwei, die sich nicht mal kennen, „Halunkinationen“ …

  22. @ axel_f:
    @ StMarc:
    @ califax:

    Entschuldigung, zu spät gelesen: nicht ZWEI, somdern DREI …

  23. Die Russische Offensive läuft wohl bereits. http://ukraineatwar.blogspot.nl/2014/10/russia-is-shifting-ceasefire-borders.html Die bearbeiten an mehreren Stellen gleichzeitig die Nordöstliche Front. Das Ziel heißt wohl nicht Mariupol, sondern die wollen in die ATO Zone von Charkiw mit schweren Waffen einfahren. Vielleicht versuchen die noch einen Durchbruch bis zu Wahl. Das kann man so im Westen besser ignorieren. Die große Unterstützung aus den EU Staaten bekommt Kiew nur wegen den Medienkampagnen und der Aktivierung der Nato Netzwerke. Sobald der Öffentliche Druck ein wenig nachlässt, wird die Mistral geliefert. Aus Kiew kommt nur Anti Russland Propaganda. Der Rest ist nur heiße Luft.

    Kiew hat wohl den Vertrag mit den Sicherheitszonen nicht unterschrieben. Diese Minsker Vereinbarung haben die Separatisten jetzt für nichtig erklärt. Die richten ihre Sicherheitszone mit Raketenwerfern ein.

  24. Am 29.10.2014 erreichte mich eine E-Mail-Anfrage eines AG-Lesers zum Flugbetrieb auf einem Deutschen JSS. Da das hiesige Thema „Mistral – Frankreich – Rußland“ nur mittelbar betreffend und der aktuelle Drehflügler-Thread m. M.n. verwässert würde (Dieser zielt derzeit ziemlich konsequent auf den alsbaldigen „Verkaufsauftritt der StSinn-AIN in Sachen MoU/GD“ vor dem Verrteidigungsaussschuss ab), habe ich mal die Anfrage im Bällebad eingestellt (vgl. http://augengeradeaus.net/2014/10/baellebad-zweite-oktoberhaelfte/comment-page-3/#comment-158672).

  25. Merkel hatte Kiew gedroht, wenn die den Gas Deal weiter blockieren, wird die EU auch kein Gas mehr liefern. In der EU hat schon die Euromaidan Dämmerung eingesetzt. Da wird von DE keine Initiative oder gar Geld kommen um das Mistral Schiff zu übernehmen. In der EU haben schon die Franzosen, Spanier, Niederländer und Italiener JSS. Wenn man wollte, könnte man schon heute ein JSS gemeinsam betreiben. Will man aber nicht. Alles nur eine Phantomdiskussion. Russland wird die Mistral übernehmen.

    Merkel und die anderen haben kein Interesse, in der Ostukraine viel Geld zu investieren, um dessen Russland Abhängige Industrie auf EU Standard zu bringen. Insgeheim wird Vlad einen Freibrief haben, um alle Gebiete Neurusslands mit Russland abhängige Industrie von der Ukraine quasi abzuspalten. Macht die Sache bedeuten einfacher und billiger für die EU. Jazenjuk will das bloß nicht wahr haben, und meint er bekäme als Bollwerk gegen die Russen Jährliche Mrd. Unterstützungen. Die EU hat selber genug Finanzielle Probleme.

  26. Das Spannungsfeld zwischen sicherheitspolitischer West- und wirtschaftspolitischer Ostorientierung (besser: Asienorientierung) baut sich in der EU immer schneller auf.
    Das sogenannte Risiko-Cluster (Lieferstop aufgrund politisch begründeter Sanktionen) wird gegenwärtig an den europäischen Börsen durch die internationalen Investoren eingepreist. Falls Deutschland, Frankreich und Co ihre ökonomische Zuverlässigkeit gegenüber den Ländern, die nicht zum engeren Freundeskreis der USA gehören, weiterhin so zur Disposition stellen, dann wird die Nachfrage nach europäischen Kapital- und Investitionsgütern weltweit weiter sinken. Das ist ein verheerendes Signal, da die EU Güter exportiert, wo zwischen Unterschrift und Lieferung Jahre vergehen können. Dabei hat Frankreich noch das Problem, dass im Rüstungs- und Energiebereich zwar hohe Anteile der Industrie in Staatsbesitz sind, allerdings nehmen unternehmerische Aspekte der privaten Anteileigner und Investoren massiven Einfluß auf die Politik.
    Die möglichen realwirtschaftlichen Risiko-Cluster-Einbußen können währungs- oder finanzpolitisch nicht abgefangen werden, da kann Dragi soviel Euronen drucken wie er will. Es hilft auch nicht, wenn die EU oder NATO die Mistral aufkaufen, die ökonomische Zuverlässigkeit der EU wäre glöbal trotzdem beschädigt.

  27. @klabautermann

    „(…) die ökonomische Zuverlässigkeit der EU wäre glöbal trotzdem beschädigt.“

    Man kann Zuverlässigkeit nicht aufspalten. Russland hat internationale Verträge gebrochen und die Weltgemeinschaft belogen. Darauf gilt es zu reagieren und da ist das Mindeste, dass man an einen militärischen Agressor keine Waffensysteme liefert. Ursache und Wirkung sollten nicht vertauscht werden. Wenn RUS zurückkehrt an den Verhandlungstisch und geschlossene Vertäge einhält, wird es auch ordendlich beliefert.

    Wenn wir das Verhalten von Russland ignorieren, dann muss man sich nicht wundern, wenn unsere Nachbarn ihre ehem Staatsgebiete wieder haben möchten.

  28. @klabautermann

    „Falls Deutschland, Frankreich und Co ihre ökonomische Zuverlässigkeit gegenüber den Ländern, die nicht zum engeren Freundeskreis der USA gehören, weiterhin so zur Disposition stellen, dann wird die Nachfrage nach europäischen Kapital- und Investitionsgütern weltweit weiter sinken.“

    Wo sind wir ökonomisch unzuverlässig? Nur bei Rüstungspolitik, wobei es erstens Sanktionen gibt gegen Russland und das Verhalten Russlands zweitens auch unseren Sicherheitsinteressen (nicht nur denen der USA) zuwider läuft.

    Europäische Kapital- und Investitionsgüter sind weltweit gefragt, ob in Russland, China, Indien und anderen aufstrebenden Staaten. China bekommt von uns keine Rüstungsgüter, ökonomische Auswirkungen sehe ich hier nicht.

  29. @Elahan

    Das Problem ist bloß, dass die globalen Märkte sich einen Dr… um die spezifisch euro-atlantisch-westfälische Friedensordnungssicht in Sachen Wirtschafts- und Finanzsanktionen kümmern.

  30. Wirkliche Lieferstopps gibt es nur bei Waffen und Ausrüstung, die dazu dienen sollen „neue“ Erdölfelder zu erschließen. Das Problem ist mehr, dass die Russen wegen den Sanktionen nur schwer an Ausländische Kredite ran kommen und alte Fremdwährungskredite in Rubel umgewandelt werden, was den Rubelkurs abstürzen lässt. Vermutlich sind das Hauptsächlich Finanzierungs-, Abwertungsprobleme und Unsicherheiten die Hemmend wirken. An vielen ist auch der Wirtschaftliche Abschwung schuld (der schon vorher eingesetzt hatte), das ein Investitionszyklus zu Ende gegangen ist oder dass die Ölpreise abgestürzt sind. Das schreibt man jetzt alles den Sanktionen zu. Ist für beide Seiten so schön einfach.

    Die Auswirkungen davon sind auch in den USA spürbar:
    „At a time when Western companies are suffering from the introduction of anti-Russian sanctions aimed to protect the sovereignty of Ukraine, Ukrainian business continues to profit, and that is not a good,“ Payette said.
    http://en.censor.net.ua/news/309679/us_ambassador_to_ukraine_does_not_like_the_fact_that_kyiv_has_not_introduced_sanctions_against_russia

    Selbst das Ukr Verbot Waffen an Russland zu liefern, wird praktisch nicht umgesetzt. Da wird alles geliefert, wofür die Russen bezahlen. Ist dann für STX und andere betroffene schwer verständlich, warum sie nicht z.B. eine Mistral liefern dürfen.

  31. Liebe Leser der Kommentarspalte,

    merkt Ihr was? Im Kreml und seinen angeschlossenen Unternehmungen bricht Panik aus.
    http://b0ltai.org/
    Der Rubel ist nämlich im freien Fall und alle Stützungskäufe haben sich als wirkungslos erwiesen. Wer wissen will, was die globalen Märkte wirklich zur Krise sagen, der sollte mal einen Blick auf die Währungskurse und die Rohstoffpreise werfen und beobachten, wer gerade und warum jammert.

  32. @ califax:

    Danke für den Hinweis !

    Den Link sollten wir vielleicht an „Mutti“ weiterleiten – die kann das ( sicher ) lesen …

    ;-)

  33. @klabautermann:

    Verstehe Ihre Argumentation nicht. Welche globalen Märkte wenden sich denn von Europa ab, weil wir tit-for-tat mit Russland spielen?
    Die sehen doch den Zusammenhang: Russland verhält sich unfreundlich gegenüber Frankreichs Verbündeten. –> Russland erhält keine Waffen aus Frankreich.
    Die Saudis würden sich auch nicht wundern, dass sie keine US-Waffen mehr bekämen, würden sie anfangen Scheinangriffe auf US-Basen in Dschibouti zu fliegen o.ä..
    Außer Russland werden doch alle anderen Staaten weiterhin problemlos von Europa beliefert – ok, von Deutschland nicht unbedingt. ;-)

    Das betrifft insbesondere auch China. Ohne europäische Militär- und Dual-Use-Technologie wäre die chinesische Marine ziemlich taub, blind und lahm.
    Nur als Beispiel:
    http://www.businessinsider.com/chinas-navy-and-european-technology-2013-12

  34. Frankreichs Bedingungen um den Transfer der Mistral zu erlauben:
    “The conditions are that in Ukraine, the situation is becoming more normal, that allows things to calm down, that the Russian play a positive role,” Sapin said on RTL radio. “From a certain point of view, things are getting better, from another point view there are still concerns.”
    http://www.defensenews.com/article/20141031/DEFREG01/310310031/French-Official-Russia-Has-Not-Met-Conditions-Mistral-Delivery

    Bedeutet wohl mehr, sobald der Öffentliche Druck weg ist redet man die Situation in der Ukraine schön und Russland bekommt seine Mistral.

    Die Pro West Ukr Politiker feiern auch jeden Rubel Absturz und Verschlechterung der Rus Wirtschaftslage. Dumm nur, dass davon auch ein guter Teil der Ukr Industrie, insbesondere in der Ostukraine negativ betroffen ist. Achmetow hat auch Probleme:
    „Ukrainian business bonds are now sold with great discounts. According to Fursa, Ukrlandfarming bonds are now sold at 65% of its nominal value, the discount is 35%. The discount on the bonds of the biggest mining and metallurgy holding Metinvest, belonging to Rinat Akhmetov and Vadym Novinsky, is 30%, and 40% for DTEK (which also belongs to Akhmetov).
    Some companies, such as agricultural holding Mriya or the Kharkiv state-owned aviation factory, allowed a technical default. Recently Metinvest asked loan-givers to restructure a $500 million loan until November 2017.“
    http://euromaidanpress.com/2014/10/26/investors-fear-default-in-ukraine/

    Viele Ukr Unternehmen und Staatsbetriebe dürften abwarten bis der Bürgerkrieg zu Ende ist, um einen guten Teil ihrer Schulden mit einer Insolvenz los zu werden. Die Aussichten, dass sich die Geschäfts- oder Sicherheitslage schnell verbessert sind eher düster.

  35. „“As for the contract, France has planned a certain time margin which will permit them to drag feet for some time. So, the contract is drafted. This may last not so long, about three more months,” the source said.“
    „“The conclusion that we will allegedly not hand over Mistral to Russians now and will resell it to someone does not work, because property is located inside the warship, is already mounted there and this cannot be used without our permit,” the source told TASS.“
    http://en.itar-tass.com/economy/758026

    Bis Ende Januar dürfte der Ukraine Konflikt so weit aus den Medien sein, dass die Franzosen liefern können.

  36. Russland erwartet die Mistral bis zum Jahresende 2014:

    „The conditions for delivery of French-built Mistral-class helicopter carriers to Russia have not been met, AFP reported Thursday citing French Prime Minister Manuel Valls. …
    A high-ranking Russian defense industry source said earlier on Thursday that Moscow was ready to wait until the end of 2014 to finalize the transfer of the first ship.“

    http://en.ria.ru/world/20141106/195218951/Conditions-for-Mistral-Delivery-to-Russia-Not-Met-French-PM.html

  37. @Fußgänger
    Man darf zweifeln, daß der Projektleiter ohne Rücksprache die Einladung abgeschickt hat. Man ist wohl eher verstimmt, daß die Sache publik wurde; einer muß da eben über die Klinge springen.

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