Airbus A400M: Der erste ‚Einsatzflug‘

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Na, geht doch! Das erste an einen der militärischen Kunden übergebene Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M, im Dienst der französischen Luftwaffe, hat seinen ersten Einsatzflug absolviert: Von Frankreich nach Mali – einschließlich Landungen auf mehreren malischen Flugfeldern wie in Gao.

Der Begriff Einsatzflug ist natürlich weit gefasst. Zwar transportierte der A400M auch Material für die französischen Truppen der Operation Sérval, de facto war es wohl eher ein Demonstrations-, um nicht zu sagen Repräsentationsflug: Verteidigungsminister Jean-Yves le Drian und ein ganzer Schwung Journalisten (siehe Foto oben) wurden mit der Maschine nach Afrika geflogen innerhalb Malis transportiert (Angereist nach Afrika waren sie ganz herkömmlich mit einem A310). Fünf Monate nach Übergabe des Flugzeugs an die Streitkräfte, so sollte wohl die Botschaft sein, ist der A400M einsatzfähig. (Frage an die Experten hier: In welcher Zeit nach Auslieferung hätte die Luftwaffe einen neuen Flugzeugtyp für einsatzfähig erklärt?)

Mehr zu dem Flug auf der Webseite des französischen Verteidigungsministeriums; das Programm des Silvester/Neujahrsfluges hier.

Ein paar mehr Fotos der französischen Kollegen:

 

(Foto oben: Französisches Verteidigungsministerium via Twitter)

21 Gedanken zu „Airbus A400M: Der erste ‚Einsatzflug‘

  1. Wow. Das wäre an mir vorbeigegangen. Ich bin tatsächlich mal überrascht! Danke T.W.!

    @Elahan: Sagten sie nicht, dass das Ding taktisch nie zum Einsatz kommen würde? Bin mir nicht mehr ganz sicher…

  2. Wieder einmal typisch für FRA, ebenso wie die Operation Serval: Einfach mal machen, ohne jahrelange Vorbereitung und großes Drumherum. Auch wenn die Botschaft eine politische ist: Das Ding fliegt, auch in Afrika, und auch wenn es viel Geld kostet: Es wird ein gutes Flugzeug wenn es denn FOC hat.

    Ob das dann auch schneller und günstiger zu haben gewesen wäre ist dann halt die andere Frage. Am Ende muss man mit dem leben was man hat.

  3. FAZ
    Naher Osten Frankreich und Saudi-Arabien rüsten Libanons Armee auf
    ‚Der Schritt richtet sich gegen die Hizbullah. Riad stellt drei Milliarden Dollar für Waffenkäufe in Frankreich bereit. Das ist die größte Militärhilfe seit Gründung des Staates.‘

  4. Einfach mal machen – das würde auf der Ergebnisseite auch der Bundeswehr gut tun. Was die noch beim A400M erleben werden… Ich sage mal nur zivile Zulassung und militärisches fliegendes Personal in Ausbildung. Der Wehrbeauftragte und der Bundesrechnungshof können schon einmal ein Tribunal gegen die völlig verfehlte Planung auf Ausbildungs- und Personalseite vorbereiten und leere Aktenordner bestellen. Die füllen sich quasi von selbst!

  5. @Viva

    Genau so wie ich es schrieb glaube ich, dass es eintrifft.
    Dass die Franzosen in der Lage sind von A nach B zu fliegen, konnte man in DEU schon 2012 auf der ILA sehen.

    P.S.
    Der erste EF ist als EAP schon 1986 und als DA1 1994.
    In DEU ist er noch immer nicht voll einsatzfähig…..eben nur eingeschränkt.

    In geforderten Umfang wird der Atlas durch DEU/Lw nicht taktisch fliegen und landen….eben nur eingeschränkt.

  6. Wer militärisches Gerät als Verbrauchsmaterial behandelt und es bis zur Einsatztauglichkeit weiterentwickelt, kann viel erreichen (doch am Ende die Physik nicht überwinden).

    Würden man beim A400M auf die ursprünglichen Spezifikationen bestehen, bräuchte er zum Beispiel eine völlig neue Tragfläche und ggf ein anderes Fahrwerk, was wiederum zu einer geringeren Zuladung/Reichweite führen würde.

    In seiner Klasse wird er ein toller Flieger, wenn man dann noch die erforderlichen Nachrüstungen durchführt einmalig. Für DEU stellt sich die Frage, benötigen wir ihn, oder evtl nicht etwas anderes. Auf die Frage was benötigt die BRD und was kann sie sich leisten, komme ich eher auf SALIS und LFZ in der Große der Transall oder CJ 27. Die EU benötigt in ihrem Werkzeugkasten diesen Flieger schon eher.

    Nun bekommen wir ihn und haben das EATC um taktische LFZ abzurufen…….alles wird gut ;-)

  7. @ Elahan

    Und der erster Eurofighter der 2003 an der TSLw 1 zur Ausbildung der Techniker landete, bot hinter jeder Klappe und hinter jedem Deckel eine neue Überraschung. Es war nichts so verbaut, wie in der technischen Doku beschrieben war. Das war wie gesagt bereits Anfang 2003, also ca. 20 Jahre nach Beginn der Entwicklung.
    Ich sehe das, so wie sie. Wir werden mit dem A400M noch viele Überraschungen erleben und wahrscheinlich bekommen wir eine neue Definition für „taktisches Fliegen“ mit der Auslieferung der A400M zugestellt, sehr unterschiedlich zu der jetzigen Definition mit der Transall.

  8. @Elahan
    „Nun bekommen wir ihn und haben das EATC um taktische LFZ abzurufen…….alles wird gut ;-)“

    Und SALIS für echten strategischen Lufttransport (oder ein Bitte, Bitte bei den Nationen die C-17 besitzen)…

  9. Kann mich mal jemand aufklären, was an der Maschine so schlecht ist und warum „taktisches Fliegen“ damit nur eingeschränkt möglich ist?

  10. @Koffer

    ;-)

    Das Heavy Airlift Wing auf der Pápa Airbase in Ungarn und die NATO warten :-)

  11. @Stabstäter: Machen Sie sich nix draus. Der Vogel kommt von Airbus. Also von EADS. Und damit also auch noch aus europäischer Produktion. Das kann einfach nichts werden…

    Da sind die Amis einfach besser drauf, siehe F-35 :-)

    Alles gute zum Jahreswechsel denn mal

  12. Das eigentliche Wunder an der Aktion ist, daß die Franzosen Headsets von Clark einsetzen unfaßbar. Schade nur, daß man die Beschriftung der Panels im Cockpit nicht lesen kann. Bei den 747 der AirFrance ist alles französisch beschriftet. Das erleichtert die Wartung auf fremdbesetzten Stationen immer wieder ungemein.

  13. @iltis Joa, diese Einstellung wundert mich immer wieder.

    Es ist ja nicht so, dass die Luftfahrtunternehmen Schuld an den ganzen Miseren sind. Wenn dann aber Dinge bestellt werden, die so nicht umsetzbar sind und schon gar nicht in der gewünschten Zeit, ist es klar, dass das Ergebnis nicht ganz optimal ist. Aber es ist ja nicht so, dass EADS bzw. Airbus keine Flugzeuge bauen kann. Ist doch genauso wie mit einem CH53 Nachfolger. Alle wissen, dass man ihn braucht, alle wissen, dass man eigentlich schon 5 Jahre dran entwickeln müsste, aber na ja… hat ja Zeit.

    In anderen Ländern läuft das alles aber nun auch nicht gerade besser. F-35, V-22, … auch keine Erfolgsprojekte.

  14. @ Stabstäter

    Dann darf der Vice-President der Airbus Military GmbH aber im Jahre 2002, vor der Vertragsunterzeichnung, nicht damit werben, dass der A400M 67 Monate nach Vertragsunterzeichnung auf dem Hof stehen wird !

    Zu Ihrer Frage warum der Airbus A400M vermutlich nicht taktisch fliegen können wird:
    Unter anderem:

    http://augengeradeaus.net/2013/12/chef-des-bundeswehr-einsatzfuhrungskommandos-wir-mussen-uns-mit-afrika-beschaftigen/comment-page-2/#comment-84917

  15. @ Elahan nix für ungut, aber der EAP als Technologiedemonstrator hat mit dem Eurofighter in etwa so viel zu tun wie eine YF-17 mit einer F-18E Super Hornet. Für Laien mögen rein äußerlich Ähnlichkeiten vorhanden sein, dennoch sind das zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe.

  16. @MD. | 31. Dezember 2013 – 13:07

    Zitat:“ FAZ
    Naher Osten Frankreich und Saudi-Arabien rüsten Libanons Armee auf
    ‘Der Schritt richtet sich gegen die Hizbullah. Riad stellt drei Milliarden Dollar für Waffenkäufe in Frankreich bereit. Das ist die größte Militärhilfe seit Gründung des Staates.’“

    Ich glaube nicht, dass dies der Hizbullah Probleme bereitet. Sie hatte mit den weit stärkeren Streitkräften Israels kein Problem. Außerdem sind viele Angehörige der libanesischen Armee auch Mitglieder der Hizbullah. Die Hizbullah sitzt im libanesischen Parlament und ist die mächtigste politische Kraft im Land. Eine Stärkung der libanesischen Armmee ist zugleich auch eine Stärkung der Hizbullah.

  17. Man möchte wohl einfach verhindern, daß die Hisbollah die einzige Truppe ist, die über nennenswerte Möglichkeiten der Rüstung verfügt. Man öffnet einen von der Hisbolah unabhängigen Kanal für Waffenkäufe und Ausbildung und bekommt dabei Zugang zur Szene. Ob das die Hisbolla schwächt, ist wohl nicht primär. Es ist ein Schachzug im Rahmen einer hoffentlich sinnvollen Strategie.

  18. Mehr Sicherheit in der Region durch mehr Aufrüstung, finanziert durch die Saudis. Ob das Funktioniert ist aber mehr als fraglich!

    Die Hisbollah ist auch eine Politische Bewegung, die vom Iran und Syrien aufgerüstet wurde. Syrien und der Iran haben kein Geld mehr, um die Hisbollah weiter aufzurüsten. Die Saudis wollen wohl die Schwäche ausnutzen, um zu einer Regionalmacht aufzusteigen. An so etwas sind die USA auch ständig gescheitert.

    Frankreich ist auch eine Weltmacht im Abstiegskampf. Da geht es wie beim A400M auch nur noch mehr um den Schein als das Sein. Eigentlich sollte auch der erste A400M an die Türkei in 2013 übergeben werden. Davon hört man nichts mehr. Etwas halbgares wollen die wohl nicht übernehmen.

  19. @Ben
    Auch nix für ungut, aber dass der EAP als Technologiedemonstrator mit dem Eurofighter identisch ist, habe ich nie behauptet und deshalb habe ich den Erstflug der DA1 aufgeführt.

    P.S. Die DA1 des EF und das erste Los hat mit der neusten EF so viel zu tun wie……..

  20. @Stefan

    Ich wollte eigentlich zweierlei aufzeigen, Ihre Punkte, muss ich gestehen, habe ich nicht bedacht. Zum ersten zeigt sich, dass Frankreich momentan sehr präsent ist und sich um seine alten Einflussgebiete bemüht und mediale Aufmerksamkeit generiert.
    Zum zweiten, wie schnell Rüstung eben gehen kann, im Vergleich zu den Prozessen in Deutschland. Gerade im Hinblick auf Ihre angebrachten Punkte, dass ein Abfluss von Hochwerttechnologie in falsche Hände möglich ist.

  21. @ MD

    es ist ja nicht so dass in Deutschland nichts passiert es wird nur weniger geklappert. Die assta 3 für die tornados ist am anlaufen, das system gladius wird ausgeliefert, die gelenkte 155 mm munition Vulcano sowie Excalibur sind in der Erprobung.

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