Drohnen in Europa: Grundsatzvereinbarung der Verteidigungsminister kommende Woche

DRONE HARFANG 01

Die Verteidigungsminister der Europäischen Union wollen sich am Dienstag kommender Woche in Brüssel treffen, um den EU-Gipfel zur gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Dezember vorzubereiten (und es ist schon bitter, dass man das einer amerikanischen Quelle entnehmen muss und auf der Terminvorschau des Bundespresseamtes nicht findet). Nicht nur aus deutscher Sicht ist interessant, was nach einem Bericht von Defense News bei diesem Vorbereitungstreffen im Mittelpunkt stehen soll:

The subject of remotely piloted aircraft systems (RPAS) will be one major point of discussion by EU defense ministers at a Nov. 19 meeting that will focus on several long-term EU cooperation objectives. The aim of the meeting is to finalize the ministers’ contribution to the summit of EU heads of state and government on defense matters on Dec. 19-20.
At the Nov. 19 meeting, EU defense ministers will be asked to commit to launching programs and roadmaps for RPASs to lay the foundations for a European solution in the 2020-2025 time frame. (…)
A European Defence Agency source said the objective of the RPAS initiative is not to develop the next generation of medium-altitude, long-endurance RPASs, but for EU defense ministers from France, Germany, Greece, Italy, the Netherlands, Poland and Spain to sign a letter of intent to establish a “European MALE RPAS User Community.”

Nun ist es ja durchaus sinnvoll, dass sich die Europäer zumindest abstimmen, wenn es um Drohnen der mittleren Reichweiten- und Größenklasse (MALE – Medium Altitude, Long Endurance) geht – nicht nur, um damit mögliche Mehrfacharbeit zu vermeiden, sondern auch, weil sich diese Drohnen in einem gemeinsamen Luftraum der EU-Staaten bewegen können müssen. Vielleicht erklärt das aber auch, warum die Arbeitsgruppe Außen, Verteidigung, Entwicklung der schwarz-roten Koalitionsunterhändler so in Rekordzeit zu einer Verständigung im eigentlich streitigen Bereich der unbemannten Luftfahrzeuge kam – und zu der Aussage:

Die Koalition wird eine europäische Entwicklung für unbemannte Luftfahrzeuge voranbringen. Europa braucht schnell ein gemeinsames Regelwerk für ihre Zulassung und Teilnahme am europäischen Luftverkehr. Die Koalition wird die entsprechenden Initiativen hierzu weiterführen.

Mit der Verständigung mit dem potenziellen Koalitionspartner im Rücken kann Verteidigungsminister Thomas de Maizière (vielleicht auch ein von ihm entsandter Parlamentarischer Staatssekretär) eine Absichtserklärung für eine European MALE RPAS User Community beruhigt unterschreiben.

(Foto: Harfang-Drohne der französischen Streitkräfte – Calips via Wikimedia Commons unter CC-BY-SA-Lizenz)

 

38 Gedanken zu „Drohnen in Europa: Grundsatzvereinbarung der Verteidigungsminister kommende Woche

  1. Grundsätzlich richtig. Es ändert aber nichts daran, dass schnellstmöglich eine marktverfügbare bewaffnete MALE-Drohne beschafft werden muss.

  2. In Sachen Drohnen wurde schon eine Französisch Britische und Französisch Deutsche Absichtserklärung vereinbart. Da konnte die Industrie kein Konzept liefern, dass den Anforderungen der Politik genügt. Ob man jetzt mit noch einer Absichtserklärung und mit neuen Arbeitskreisen weiter kommt, ist doch sehr fraglich. Vor allem da die Arbeitskreise unterschiedlich zusammen gesetzt sind. Die EDA Behörde will sich wohl selber beschäftigen.

    Das mit der Luftbedankung hat die EDA schon vor einem Jahr besprochen. http://augengeradeaus.net/2012/10/die-webseite-zum-pooling-sharing/ Da scheint man auch keinen Millimeter weiter zu kommen.

    Ob der jetzige DE Verhandlungspartner auch noch Ende Dez. an der Spitze des BMVg sitzt, muss sich auch erst noch zeigen. Schließlich geht es bei den Bw Beschaffungen um eine Menge Industriearbeitsplätze, insbesondere bei EADS. Und bei EADS geht es da auch um Arbeitsplätze von Airbus. Da wünschen sich wohl die Landesverbände mit großen EADS Standorte einen VM der mehr Kooperiert als das TdM macht.

  3. @xyz

    Schnellstmöglich muss jetzt Ersatz für den Heron, gefunden werden.
    Wir benötigen Aufklärungsmöglichkeiten, Waffen haben wir genug.

  4. @Elahan / xyz:
    Abgesehen davon, dass man den Heron 1 sehr wohl bewaffnen kann (wenn man denn will): Wieso ist der Exportschlager Heron 1 im Bereich Aufklärung nicht ausreichend?

    Ich behaupte Heron 1 wird noch viele Jahre seinen Dienst in der Bundeswehr tun.

  5. @CRM-Moderator

    Da gibt es ein Missverständnis, ich fordere keinen Auswechseln des Systems, sondern einen Ersatz für den verlorenen RPA. Bewaffnung des Heron jedoch macht keinen Sinn.
    Es gibt im Moment kein Szenario in dem es sinnvoll wäre, die dadurch entstehenden Nachteile in Kauf zu nehmen. Motorsegler zu bewaffnen macht nur in ganz wenigen Fällen einen Sinn. Wer ein Ziel termisch oder kinetisch verändern möchte, kann es auch ohne Bewaffnete Drohnen, man muss es nur wollen.

  6. Das billigste ist, wenn man bei den Standard Heron 1 bliebe. Das eingesparte Geld könnte man auch in Super Tucanos Investieren.

    Die Beschaffung von Heron 1 Drohnen ist relativ billig, dafür sind deren Betriebskosten doch relativ gesehen sehr teuer. Sich da ein Unikat Heron 1 mit Bewaffnung zu schaffen, dürfte die Kosten noch weiter steigen lassen. Dazu dürfte das mit einer Modernisierung auch viel schwieriger werden. Wenn eine Modernisierung zu teuer wird, lässt man die Heron 1 einfach veralten. Das hilft am Ende keinen.

  7. @CRM
    Wie sollte man einen Heron bewaffnen könnten? Bei einer Nutzlast von 250kg und zwei installierten Sensoren, welche Wirkmittel könnte ich da noch mitnehmen? Obwohl wenns nach unseren Politiker gibt fällt mir was ein: Man könnte Wattebäusche abwerfen auf die bösen Taliban….

  8. @Hans
    Die LMM ist ne interessante Idee. Immer vorausgesetzt die Wirkung reicht aus für das angestrebte Ziel. Aber die LMM braucht einen Laser-Designator, der dann ja auch noch im Heron Platz finden müsste. Und z.B. der Litening-Pod wiegt auch schon über 200kg.

    Wenn ich schon Waffen mitnehmen muss, dann der Heron TP oder der Predator. Vorher muss aber endlich die Politik entscheiden, was man will.

  9. Über welchen Radius reden wir denn eigentlich, in dem gewirkt werden soll, wenn man denn mehr will, als aufzuklären? In AFG hätte man mit einem bisschen mehr Ari doch wohl eine ganze Menge erreichen können

  10. @ iltis
    „In AFG hätte man mit einem bisschen mehr Ari doch wohl eine ganze Menge erreichen können“

    Hätte man? Was denn?

  11. Unterstützung im 40 Km- Radius um den Standort der Haubitze? Und der ist nicht notwendigerweise eine einzige Feuerstellung

  12. Haben wir auch alles schon in DEU

    -Nach European Aviation Safety Agency (EASA) CS-23 (Certification Specifications 23) als ein leichtes Motorflugzeug definiert, eignet sich im Besonderen für den Einsatz als Aufklärungsmittel im urbanen Umfeld und hat bereits seine Eignung als UAV (Unmanned Aerial Vehicle) unter Beweis gestellt.

    -Kann durchaus als Medium Altitude Long Endurance (MALE) Flugzeug aber auch als High Altitude Long Endurance (HALE) Systemen für die taktische Nahaufklärung eingesetzt werden.

    -Gewicht von circa 1,3 Tonnen und einer Nutzlastkapazität von bis zu 300kg innerhalb und außerhalb der Zelle, einem leistungsstarken 140 PSMittelmotor, einer Höhentauglichkeit
    mehr als 30.000ft und einer Flugdauer von über 36 Stunden wird das System über nahezu ideale Voraussetzungen für einen Einsatz im Rahmen der Gefechtsfeldaufklärung

    -Stealth-Eigenschaften

    -Ab 1.000m Höhe selbst in geräuscharmer Umgebung praktisch nicht hörbar (60dBA) .

    => STEMME S15 für die militärische Aufklärung

  13. @Alarich: Die US-Drohne „MQ-Raper“? Du meine Güte, das ist ja schrecklich. Eine Sensenmann-Drohne ist das eine, aber jetzt gibt es schon eine Vergewaltiger-Drohne? Oh, oh….

  14. @Red Dog. Na klar, dafür muß schon alles passen. Aber für den Fall, daß es bislang unentdeckt geblieben ist… Die PzH 2000 hat unten Räder dran.

    Nun muß man den Bagger aber auch nicht in jedes Dorf mitschleppen und das teure Teil samt Besatzung dabei gefährden, es aber in einiger Entfernung wirkungsbereit zu haben, wäre doch sicher eine Alternative zu nichtexistierenden Kampfdrohnen gewesen. Fragen, wie: Was tun, wenn man mit MG und G36 nicht durch Lehmwände wirken kann, hätten sich dann anders gestellt. Hier wird so gerne erzählt, daß, wenn man nur einen Hammer hat, jedes Problem wie ein Nagel aussieht. Da wäre es doch in AFG sinnvoll gewesen, mit der Haubitze einen weiteres Werkzeug dabei zu haben. Nur, wenn man die Geräte nur stationär nutzt, verringert sich deren Aktionsradius auf die reine Schußweite.

    Es ist natürlich ehrenhaft, dem Gegner auf Augenhöhen entgegenzutreten, aus meiner ganz persönlichen Sicht ist es jedoch eher leichtfertig, auf einen vorhanden Vorteil zu verzichten und eigene Leute in gefährlichen Situationen weniger zu unterstützen, als es technisch möglich gewesen wäre. Na gut, jetzt kommen die Einwände zum Thema Brückentraglast etc, wie wir sie bei der Frage Leo2 nach AFG bereits gehört haben. Aber das ist vermutlich nicht direkt vergleichbar, denn die Haubitze kann deutlich weiter zurück hängen und trotzdem wirken.

  15. @Elahan:

    Wissen Sie, welche Wettergrenzen (insb. Wind) für den Betrieb der S15 gelten? Wenn ich Spann- und Spurweite vergleiche, würde ich als Laie eher engere Grenzen bezüglich crosswind sehen.

    Bis die Bundeswehr eine einsatzfähige, bewaffnete Drohne haben wird, könnte sie schon längst gelenkte Artilleriemunition haben, die 80 km Reichweite (Herstellerangabe) schaffen soll. Und wenn dann nur 60 km rauskommen, ist das immer noch mehr als genug für die allermeisten Szenarien.

  16. Die Bw ist im Besitz von bewaffneten Plattformen für alle Art von Einsätzen, jedoch möchte man sie nicht einsetzen. Das Argument, DEU RPA sollen nur die Truppen unmittelbar schützen ist ein vorgeschobenes! Wo sind jetzt noch DEU Truppen ungeschützt unterwegs? Wenn Deu Truppen überrascht wurden, dann durch fehlende/nicht ausreichende Aufklärung. Wer den Tiger nur in homeopathischen Stückzahlen einsetzt, rechnet wohl nicht mit lohnenden Zielen.

  17. @Iltis
    Die PH2000 hat keine Räder….
    Und um sie präzise zur Unterstützung eigener Truppen einsetzen zu können, müsste man erstmal Präzisionsmunition haben….

  18. @Iltis:

    „Nun muß man den Bagger aber auch nicht in jedes Dorf mitschleppen und das teure Teil samt Besatzung dabei gefährden, es aber in einiger Entfernung wirkungsbereit zu haben, wäre doch sicher eine Alternative zu nichtexistierenden Kampfdrohnen gewesen. “

    Das Hauptproblem der PzH2000 ist, dass sie dabei Luftraum verbaucht, jede Menge davon, und den muss man erstmal haben. Eine Drohne über den Soldaten ist da erheblich effektiver, liefert gleich noch ein Bild für die Aufklärung und erlaubt ein BDA danach (battle damage assesment)… warum soll ich mir also den Klotz ans Bein binden, wenn ich mobil sein kann?

    Präzisionsmunition ist ein lösbares Problem in dem Kontext.

  19. @ Elahan
    Laut Hersteller hat die S15 ebenso wie der HERON nur 250kg Zuladung.
    Das reicht eben nicht für Sensoren und Waffen….
    Wenn ich ein Ziel oder ein unmittelbare Bedrohung erkenne, kann ich eben nicht immer warten, bis eine Waffenplattform mit der passenden Bewaffnung verfügbar ist.
    Und auch wenn in AFG immer noch, wenn auch weniger als früher, Truppen unterwegs sind (was heißt bei Ihnen ungeschützt?) glaubt ja wohl kaum einer, dass wir danach 10 Jahre Einsatzpause haben….

  20. „Da wäre es doch in AFG sinnvoll gewesen, mit der Haubitze einen weiteres Werkzeug dabei zu haben. Nur, wenn man die Geräte nur stationär nutzt, verringert sich deren Aktionsradius auf die reine Schußweite.“

    Da wären mit CH53 verlegbare Haubitzen in Afghanistan vermutlich sinnvoller gewesen. Zum Beispiel M777.

    „@iltis: Die so oft erwähnten 40km Reichweite stimmen nicht ganz. Leider.“

    Bei reichweitenoptimierter Munition warens glaub ich knapp 40km, wenn mich mein Gedächtnis jetzt nicht im Stich lässt. So waren zumindest die Herstellerangaben.

    „Und um sie präzise zur Unterstützung eigener Truppen einsetzen zu können, müsste man erstmal Präzisionsmunition haben….“

    Unsinn. Präzisionsmunition ist kein Allheilmittel und normale Artilleriegranaten sind bis zu einer gewissen Entfernung genau genug.

  21. @xyz
    Wir reden hier über Artillerie statt CAS und sie wollen das mit „normalen“ Granaten bewerkstelligen? Mit Verlaub, aber genau das ist Unsinn! Wie definieren Sie genau genug?

  22. @schorsch

    Nutzlast ist für Sensoren ausreichend, Crosswindanfälligkeit ist geringer als bei Heron und Heron fliegt noch, wenn die US RAPs am Boden bleiben.

    Schorsch, von welchen und wie vielen Einsätzen dieser Art sprechen Sie?
    Die Einsätze des Heron haben gezeigt, dass sich wenn sich eine solche Situation ergibt, man eine Bordkanone benötigt (geringe Kolaterallschäden skalierbar). Ist ein Waffeneinsatz nicht geplant, dann fliegen die ISR Drohnen immer ohne Waffen (Stehzeit) wird ein Waffeneinsatz geplant, dann sollte man flexibel sein und schnell Schwerpunkte bilden können, beides ist mit RPA nicht möglich. Man spricht beim Einsatzzenario eines DEU bew RPA von idialisierten Szenarien (Truppe wird von UAV begleitet und durch Insurgents überrascht Feindkontakt ist so disloziert, dass man Lenkflugkörper mit hoher Genauigkeit einsetzen kann). Wissen sie wie hoch die Laufzeit der Daten vom Sensor zur Bodenstation und Zurück ist? Wissen Sie wie hoch die Treffergenauigkeit ist? Wissen sie wie hoch der Gefahrenbereich am Boden ist? Ist bekannt wie das Flugprofil zum Abschuss im Gegensatz zur Aufklärung sein muss?

    Ich glaube eher, dass der Einsatz von bew RPA nach DEU Regeln/Einsatzziel unwahrscheinlich und nicht sinnvoll ist.

  23. @ Schorsch
    Vielleicht meint er im direkten Richten aus 300 m Entfernung. Das könnte dann (vielleicht) genau genug sein.

  24. @Elahan
    Schon mal gefragt, wie lange es dauert, bis ich eine andere Waffenplattform mit der entsprechenden Waffenlast verfügbar habe?
    Und ja, ich weiß, wie hoch die Treffergenauigkeit ist, wie groß der Gefahrenbereich am Boden ist uvm. Die entsprechenden Tabellen liegen ständig auf meinem Schreibtisch.
    Auch kenne ich die entsprechenden Einsatzszenarien unseres großen Bruders. UAS sind kein Allheilmittel, aber genauso wie ich eine Kombination aus Sensoren brauche, brauche ich eine Kombination aus Effektoren auf entsprechenden Plattformen.
    Hoffentlich wissen Sie wie lange die anderen Waffenplattformen brauchen, bis sie einsatzbereit sind und skalierbar und Präzise wirken zu können.

  25. Was braucht man also, um skalierbar Feuerüberlegenheit in asymmetrischen Konflikten herstellen zu können?

    1. Vernünftig ausgebildete und ausgerüstete Infanteristen (vgl. G36-Diskussion)
    2. Leichte Unterstützungswaffen: Granatwerfer und/oder leichte Mörser vor Ort
    Die Briten wollen ihre 60mm Mörser wieder ausmustern, da eine Kombination aus 81mm-Mörser und 40mm-Granatwerfer ihnen praktischer vorkommt. Idealerweise installiert man einen/zwei leichte Mörser auf DINGO, quasi AMOS-light, so dass man unter Schutz direkt Feuerüberlegenheit herstellen kann.
    3. Schwere Unterstützungswaffen: Gelenkte Artillerie (oder 120mm Mörser)
    Bei angenommenen 60 km Reichweite benötigt man nur sehr wenige Geschütze, um weite Räume abdecken zu können. Im stationären Einsatz braucht man da keine Panzerhaubitze sondern in der Tat etwas M777-ähnliches.
    4. Hell freezes over: CAS
    Wenn alle Stricke reißen, ruft man CAS. Dieser sollte dann aber überlegene feindliche Kräfte auf nahe und nächste Distanzen bekämpfen können. Quasi die Feuerkraft eines Apache gepaart mit der Geschwindigkeit eines Tornados.

    Welche Rollen bleiben dann sinnvoll für RPAs?
    Sie würden als Sensor Zieldaten für die anderen Effektoren bereitstellen (+evtl. Zielmarkierung übernehmen). Dafür käme man mit einem deutlich kleineren Muster à la Insitu Integrator aus. Diese könnten (im Gegensatz zu MALE-Drohnen) auch eher in symmetrischen Konflikten eingesetzt werden.
    Bewaffnete, große MALE-RPAs nutzt man in dieser Logik am besten dann, wenn mit Feindkontakt gerechnet wird oder man weit ab eigener Basen Aufklärung UND Feuerunterstützung braucht. Dann können RPA die Zeit bis zum Eintreffen „richtiger“ CAS-Effektoren überbrücken und für diese direkt die Zieleinweisung übernehmen.

    Alle Ansätze haben ihre Berechtigung. Flexibilität und Effizienz bekommt man nur mit einem ausgewogenen Mix hin. Ob wir diesen national erreichen wollen oder uns in Teilbereichen auf andere Nationen abstützen wollen, ist dann eine andere Baustelle.

  26. In der Drohnentechnologie wurde DE doch schon längst abgehängt, und das nicht nur von den USA und Israel. Mittlerweile sicherlich auch schon von Frankreich, GB, Schweiz oder Schweden. Statt in Drohnentechnologie hat der Bund halt in EADS investiert. EADS hat sich auch schon längst ein Drohnenkompetenzzentrum in Frankreich aufgebaut. EADS wird schon dafür sorgen, dass das Herzstück der zukünftigen Europäischen Drohne in Frankreich entwickelt wird. Für DE bleibt dann wieder nur das bezahlen, Blech biegen und montieren.

    Man kann natürlich einen Stemme Gleiter zu einer Drohne umbauen. Ohne entsprechende Software fliegt der aber nicht. Die Stemme Drohne wollen die Franzosen nicht. Wird sicherlich auch seine Gründe haben…

    Beschafft wird was die Politik will. Da ist die Frage, was die Große Koalition will, wenn sie steht. So Unruhig, wie die Verhandlungen gestartet haben, so unruhig dürfte die eigentlich Koalition weiter gehen. Die Alte Regierung hat ordentlich die Bücher frisiert. Die große Koalition kann auch ohne weiteres schnell wieder zu Ende sein. Ein wirkliches Verhandlungsmandat bekommt TdM für die Vorbereitungen des Gipfel im Dezember auch nicht.

  27. @K.B.

    Zustimmung, nur wer weit ab der Basis mit Feindkontakt rechnet sollte eine Waffenplattform besitzen welche weit ab auch den Feind bekämpfen kann auch wenn eigen Truppen in Kontakt sind und auch da ist eine Drohne nicht obtimal (ggf nur in Sonderfällen)

    @Benedikt

    Auch wenn es von TdM und EADS immer wieder betont wird, DEU ist in der Drohnentechnologie nicht weit ab. Die Software ist bei Cassidian, Stemme, Rheinmetall, EMT, Eurocopter, ESG uvm erpropt und vorhanden und bei den Zellen sind wir ganz vorne. Nur weil die Bw den keine große Drohnen besitzt (haben flexible bemannte von Datenübertragung unabhängige einsatztaugliche Systeme) bedeutet es nicht, dass wir technologisch hinter anderen Staaten sind. Bw braucht nur zu bestellen.

  28. Wenn eine Konkurrenzfähige Software wirklich bei Cassidian, Stemme, Rheinmetall, EMT, Eurocopter, ESG uvm vorhanden und erprobt wäre, hätten wir sicherlich schon eine größere DE Drohne… Bei vier der sechs aufgeführten Firmen dürfte die Software aus Frankreich stammen. Da kann man genauso gut eine Heron 1 hier in Lizenz fertigen, und die Software aus Israel dazu kaufen. Dürfte am Ende sogar Wirtschaftlicher sein. Da die Stückzahl wohl jetzt auf 3-5 MALE Drohnen gesenkt wurde, macht das auch wieder keinen Sinn mehr.

    Die neuesten Planungen sehen vor, dass die neue Bundesregierung erst in der letzten Sitzungswoche 2013 gewählt wird. Welche Prioritäten die neue Koalition hat, wird sich erst Anfang 2014 zeigen. Der Gipfel kommt da ein wenig zu früh. Ist wohl sowieso nur ein Gipfel von der Industrie für die Industrie bezahlt vom Steuerzahler.

  29. Die Briten distanzieren sich schon von der gemeinsamen Drohne:

    „Plans to collaborate with France on a MALE development have been sidelined and the evidence said the assessment phase of a program to fulfill UK requirements up to 2030 would focus on a new variant of the General Atomics Reaper, but remain open to other options.“
    http://www.defensenews.com/article/20131117/DEFREG01/311170006/Hammond-Typhoon-Talks-Bahrain-Very-Fruitful-

    Die Briten haben wohl Hinhaltetaktik der Franzosen leid, und wollen jetzt einen direkten Reaper Nachfolger mitarbeiten. Die wollten auch bei der gemeinsamen Drohnen Arbeitsgruppe nicht mit machen. Das sieht nicht gut aus für die Europäische Drohne.

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