Afghanistan: 25 Prozent mehr Gewalttaten gegen Frauen – und die Rückkehr der Steinigung

Am (heutigen) Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen muss Afghanistan mit einer bedrückenden Bilanz aufwarten: Die Zahl der – registrierten – Gewaltakte ist in diesem Jahr um ein Viertel gestiegen, wie die Unabhängige Menschenrechtskommission des Landes vorrechnet:

The Afghanistan Independent Human Rights Commission (AIHRC) on Monday announced a 25 percent jump in reported cases of human rights violations against women in Afghanistan in 2013.
November 25 is the International Day for Elimination of Violence Against Women. The AIHRC released a report that stated 4,154 cases of human rights violations had been filed by Afghan women in only six months of the current solar year.
The report comes as many have expressed concerns about the future of women’s rights in Afghanistan, an issue which saw marked improvement since the fall of the Taliban but has since seen setbacks with 2013 seeing a spike in violence against women, according to the United Nations.

berichtet der afghanische Sender TOLO News. Und die Befürchtung, dass es für Frauenrechte am Hindukusch künftig noch viel schlimmer aussehen könnte, stützt eine Warnung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch: Die anscheinend geplante Rückkehr der Steinigung als Instrument des normalen afghanischen Strafrechts.

A working group led by the Justice Ministry that is assisting in drafting a new penal code has proposed provisions on “moral crimes” involving sex outside of marriage that call for stoning. (…)
The draft provisions, seen by Human Rights Watch, provide that if a couple is found by a court to have engaged in sexual intercourse outside a legal marriage, both the man and woman shall be sentenced to “[s]toning to death if the adulterer or adulteress is married.” The provisions state that the “implementation of stoning shall take place in public in a predetermined location.” If the “adulterer or adulteress is unmarried,” the sentence shall be “whipping 100 lashes.”

(Foto: UNAMA/Fraidoon Poya)

 

66 Gedanken zu „Afghanistan: 25 Prozent mehr Gewalttaten gegen Frauen – und die Rückkehr der Steinigung

  1. @autostädterin:

    „dass auch afghanische Männer gelegentlich Gefühle für ihre Frauen (vielleicht sogar Zuneigung und Liebe) entwickeln “

    Das ist ja unbestritten und sicherlich auch öfter als gelegentlich der Fall. Wir reden hier aber nunmal von Kulturkreisen in denen ein Mann, der eine Frau vergewaltigt, sich eigentlich wenig hat zuschulden kommen lassen – das Opfer aber durchaus als Ehebrecherin gebrandmarkt werden kann. In der ein Mann sich ggf. ‚mal eben‘ scheidet, weil ihm die Frau nicht passt. (Der Ehemann kann sich durch das dreimalige Aussprechen der Scheidungsformel scheiden) – Die Frau könnte sich zwar auch scheiden lassen… hat das aber schwerer, muss den Mann entschädigen und ist ggf. danach gebrandmarkt. In Fällen von Polygamie ist es für den Mann wohl einfacher auf eine Frau zu verzichten als für die Frau auf ihren Mann.

    Natürlich wird dies in der Masse der Ehen kein Problem darstellen… es geht aber um den Umgang mit dem Rest im Verhätnis zu unserem Verständnis von Menschenrechten.

    (Disclaimer [wird so langsam zur Gewohnheit ;) ]
    ja, ich weiss, dass nicht überall in Afghanistan nach Scharia verfahren wird
    ja, ich weiss, dass die Scharia nicht überall gleich und in gleicher Strenge praktiziert wird
    ja, ich weiss, dass man deswegen den Islam nicht pauschal anklagen darf – es gibt durchaus moderate Formen
    […]
    )

  2. Kerveros | 26. November 2013 – 18:02
    Netter Disclaimer…
    Das ist eben die Frage: Ist es tatsächlich so, wie wir es vermuten, oder haben wir zu viele Klischees im Kopf? Gibt es eigentlich Literatur dazu, wie es wirklich in den afghanischen Familien zugeht? Gerne auch in Englisch? Von jemanden, der nicht vor 30 Jahren in den Westen gezogen ist, sondern der beschreibt, wie die afghanische Gesellschaft im 21. Jahrhundert innen aussieht?

  3. Es war ein richtiges wie wichtiges (anfängliches) Ziel, die Rechte und Lebensbedingungen der Frauen in AFG in Richtung Freiheit und Teilhabe zu verschieben.

    Man hat es nur zu schnell aufgegeben. Anfänglich auch in Deutschland als Ziel formuliert, mehr noch dem Volk als ein Primärziel für die Teilnahme am ISAF-Einsatz mitgeteilt, scheuten die entsprechenden Kreise sehr schnell die Konsequenzen.

    Konsequenz wäre wohl gewesen, die alten afghanischen Elitenwirksam zur Umkehr zu zwingen oder umfassend zu beseitigen.

    Die Gegenargumentationen à la, „ja warum denn in AFG und nicht anderswo“, „warum nicht das Selbstbestimmungsrecht der Afghanen respektieren“, sehe ich als Strohfeuerargumentation und, nun ja, Feigheit an. zu 1.: Man war eben in AFG und nicht anderswo, zu 2.: Deutscher Idealismus und die zum Teil ja berechtigte Kritik daran hin oder her: niemand auf dieser Welt, also auch nicht in AFG, darf auf immer und ewig dazu verdammt sein, so wie in AFG vor und nach 2002 leben zu müssen. Schon gar nicht, wenn man das Heft des Handelns derart fest in der Hand hatte.

    @autostadterin:
    Desweiteren empfehle ich Ihnen Bücher und Abhandlungen von Leila Ahmed und Zilla Huma Usman, ansonsten vin ai, Österreich, zur Situation zwischen 2002-03: http://wolfsmutter.com/artikel78 , Die vermerkte -englischsprachige- Studie habe ich nur im Druck, online kann ich sie nicht auffinden. Die Situation wird im AI Report (bei der deutschen Sektion leicht aufzufinden) als ähnlich beschrieben.

    @ St.Michael | 25. November 2013 – 18:20
    [i] Sie erwarten vom Werkzeug Militär Dinge, die es nicht leisten kann…[/i]
    Hier bin ich anderer Meinung, auch wenn ich die Ihrige leicht akzeptieren kann. Ich meine, dass lediglich das Grundverständnis, dass Militär, deutsches schon gar nicht, dies nicht leisten könne. Es soll es nicht leisten. Punkt. Mag am Ende das gleiche bedeuten, ist aber von der anderen Seite betrachtet. Ich meine, man sollte den US-Ansatz für das Nachkriegsdeutschland, -österreich, -italien und -japan wieder offen diskutieren, und nur das, nach dem NGO`s und zivile GO`s in den letzten 30 Jahren viel ankündigten aber ebenso oft an sich selbst scheiterten.

  4. Es war ein richtiges wie wichtiges (anfängliches) Ziel, die Rechte und Lebensbedingungen der Frauen in AFG in Richtung Freiheit und Teilhabe zu verschieben.

    Man hat es nur zu schnell aufgegeben. Anfänglich auch in Deutschland als Ziel formuliert, mehr noch dem Volk als ein Primärziel für die Teilnahme am ISAF-Einsatz mitgeteilt, scheuten die entsprechenden Kreise sehr schnell die Konsequenzen.

    Konsequenz wäre wohl gewesen, die alten afghanischen Elitenwirksam zur Umkehr zu zwingen oder umfassend zu beseitigen.

    Die Gegenargumentationen à la, „ja warum denn in AFG und nicht anderswo“, „warum nicht das Selbstbestimmungsrecht der Afghanen respektieren“, sehe ich als Strohfeuerargumentation und, nun ja, Feigheit an. zu 1.: Man war eben in AFG und nicht anderswo, zu 2.: Deutscher Idealismus und die zum Teil ja berechtigte Kritik daran hin oder her: niemand auf dieser Welt, also auch nicht in AFG, darf auf immer und ewig dazu verdammt sein, so wie in AFG vor und nach 2002 leben zu müssen. Schon gar nicht, wenn man das Heft des Handelns derart fest in der Hand hatte.

    @autostadterin:
    Desweiteren empfehle ich Ihnen Bücher und Abhandlungen von Leila Ahmed und Zilla Huma Usman, ansonsten vin ai, Österreich, zur Situation zwischen 2002-03: http://wolfsmutter.com/artikel78 , Die vermerkte -englischsprachige- Studie habe ich nur im Druck, online kann ich sie nicht auffinden. Die Situation wird im AI Report (bei der deutschen Sektion leicht aufzufinden) als ähnlich beschrieben.

    @ St.Michael | 25. November 2013 – 18:20
    Sie erwarten vom Werkzeug Militär Dinge, die es nicht leisten kann..
    Hier bin ich anderer Meinung, auch wenn ich die Ihrige leicht akzeptieren kann. Ich meine, dass lediglich das Grundverständnis, dass Militär, deutsches schon gar nicht, dies nicht leisten könne. Es soll es nicht leisten. Punkt. Mag am Ende das gleiche bedeuten, ist aber von der anderen Seite betrachtet. Ich meine, man sollte den US-Ansatz für das Nachkriegsdeutschland, -österreich, -italien und -japan wieder offen diskutieren, und nur das, nach dem NGO`s und zivile GO`s in den letzten 30 Jahren viel ankündigten aber ebenso oft an sich selbst scheiterten.

  5. @Kerveros
    Ggf. kommt jemand auf die Idee, dass ich die Gewalt gegen Frauen relativieren möchte. Letztlich meine ich aber schon, dass es grundsätzlich um Gewalt gegenüber Schwächeren, Andersdenkenden oder Ungläubigen etc. geht. Uns kann bei dem Gedanken nur schlecht werden. Andererseits könnte ein Afghane fragen, gibt es das bei euch nicht? Natürlich ist es bei uns in jedem Fall ein Verbrechen und kein Teil der Ideologie. So sehr uns nun die Menschen in Afghanistan am Herzen liegen mögen, wo fängt das an und wo hört das auf? Sicherlich dürfte man behaupten, dass die Masse der Erdbevölkerung nicht nach unseren Maßstäben lebt. Damit meine ich nicht westliche oder Lebensarten, die uns ähnlich sind. Afghanistan gibt es noch sehr oft auf dem Planeten. Wo, wie oder was ist die konsequente Lösung?

  6. @BausC:

    „Sicherlich dürfte man behaupten, dass die Masse der Erdbevölkerung nicht nach unseren Maßstäben lebt. Damit meine ich nicht westliche oder Lebensarten, die uns ähnlich sind. Afghanistan gibt es noch sehr oft auf dem Planeten. Wo, wie oder was ist die konsequente Lösung?“

    Mir scheint in letzter Zeit, man sucht das Heil im Export des westlichen Lebensstiles in der Hoffnung, die anderen mögen sich freiwillig dafür entscheiden.
    Fakt ist: wir können das nicht erzwingen.

    Das Problem ist vielmehr das moralische Dilemma, was daraus erwächst. Ein System durch Hilfen zu stützen, dass prinzipiell gegen unsere elementarsten Grundwerte operiert ist für uns per se inakzeptabel. Daraus erwächst regelmäßig der Anspruch mit dem Gewähren von Hilfe Einfluß auf das System zu Zwecke einer Änderung inunserem Sinne zu nehmen… und schwupps sind wir wieder am Anfang. Daran führt aus meiner Sicht kein Weg vorbei.

    Ergo bleiben zwei Optionen:
    (1) Wir legen zumindest in teilen unsere Maßstäbe an.
    (2) Wir halten uns komplett raus.

    Und dann war da wieder das Problem, das unsere moralischen Ansprüche per se (2) nicht zulassen ;)

    Der große Vorteil des Soldaten: ich muss den moralische Konflikt nicht auflösen – und ob ich in dem Einen oder dem Anderem Spannungsfeld arbeite kann mir doch fast einerlei sein.

  7. @autostaedterin
    „Ich unterstelle mal, dass auch afghanische Männer gelegentlich Gefühle für ihre Frauen (vielleicht sogar Zuneigung und Liebe) entwickeln und unglücklich sein dürften…“

    Warum sollte der Grad der Zuneigung, den afghanische Männer gegenüber ihren Frauen entwickeln oder nicht entwickeln, überhaupt zum sicherheitspolitischen Problem Deutschlands gemacht werden?

  8. @Westfale: Zynismus am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen…

    Wenn wir mal bei AFG bleiben, haben wir uns das Teilprojekt Frauen/Mädchen zugelegt und wenn man mal genauer hinsieht, wohl in der Hauptsache als politisches Feigenblatt, weil man ja eine friedvollere Begründung für den Einsatz suchte, als Deutschland am Hindukusch zu verteidigen.

    So, nun hat man also 10 und mehr Jahre lang die Lippen gespitzt, hat aber nur recht leise und verschämt gepfiffen, wohl weil am Ende die sogenannte „Tradition“ wichtiger war als Menschenrechte, die man sich in der Menschenrechtscharta mal so schön zurecht gelegt hat. Daß man dabei diejenigen, die sich vom westlichen Aplomb der ersten Zeit haben blenden lassen damit ins nun offene Messer laufen ließ – wen kümmert’s. Schließlich müssen wir den Leuten ja ihre Traditionen lassen.

  9. Sorry, ich weiß es klingt resignativ. Allein, ein Urteil kann ich mir nicht erlauben – aber: was hat mir vor Jahren ein Veteran, ein Einsatzsoldat, auf eine allgemeine Frage geantwortet: „Das ist ein verlorenes Land“. Und das nicht im militärischen Sinn, sondern sozialkulturell und alles was dazu gehört. Wie hole ich Strukturen das Mittelalters in die Gegenwart …? Wie ist eigentlich die rechtliche Situation für zugekiffte, brutal korrupte (Spitzen)Politiker in diesem Staat: dürfen die auch gesteinigt werden …?

  10. Da ist die Diskussion ja schon ziemlich zerfasert.

    @Stefan H. (Clear, Hold)
    Um mal Bing West zu zitieren: „Wenn Fußpatrouillen der örtlichen Polizei mehr als 4 Mann brauchen ist das Gebiet nicht gesäubert. Wenn man keinen zuversichtlichen, kompetenten Polizeichef hat wird das Gebiet nicht gehalten.“

    Gelten für die Deutschen andere Zusammenhänge als für den Rest der Welt?

    Was den „Strategiewechsel“ der Bundeswehr angeht hatte ich durchaus den Eindruck, dass man Dinge besser machen wollte als die Vorgängerkontingente. Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass man sich wirklich darauf vorbereitet, dass man versucht die Erfahrungen anderer einzubeziehen, dass man ein skalierbares und nachhaltiges Vorgehen verfolgt. Überspitzt ausgedrückt: Man vertreibt halt den Gegner, und danach wird alles gut. (Und besonders deutlich wurde das imho am Vorbereiten und Durchführen des „Partnerings“.)

    Jetzt ist „sich anstrengen“ ja besser als „nur die Zeit absitzen“. Aber ist das schon das „German good enough“, oder sollte nciht auch zählen was am Ende erreicht wird?

    @ Westfale (Unterdrückung der Frau)
    Schon eine seltsame Argumentation, aus dem Wunsch nach Großfamilie und Anständigkeit eine Vorliebe für Recht- und Schutzlosigkeit abzuleiten. Wieviele der oben angeführten Frauen, die Menschenrechtsverstöße angezeigt haben, tragen wohl mindestens Kopftuch und wünschen sich eine Familie mit vielen Kindern? 95% und mehr?
    Als Gegenstück zum „Frauen die nackte Haut zeigen wollen vergewaltigt werden“ haben wir jetzt „Frauen die Kopftuch tragen wollen geschlagen werden.“?

    Und was mit der „Sicherheit der kulturellen Zukunft Afghanistans“ gemeint ist, so in Anbetracht von zwei blutigen Kulturrevolution in den letzten dreißig Jahren, ist mir auch nicht ganz klar.

    @ Cynic2
    Ich teile Ihre Einschätzung. Wobei man durchaus die Meinung vertreten kann, dass das deutsche Stehlen aus der Verantwortung nicht nur einem Anfangs-Optimismus geschuldet war, sondern durchaus System hatte.
    Man hätte auch später noch Strukturen unter deutscher Führung aufziehen können, um deren Kapazitäten dann den Afghanen zur Verfügung zu stellen, und das ganze bis zur endgültigen Übergabe nach und nach zu afghanisieren. Wurde aber nur in Einzelfällen so gemacht (und dann teils mit so kurzen Transitionszeiten, dass es schon stark nach dem „Abwickeln“ eines internationalen Projekts in ein afghanisches aussah.) Gemeinhin schien man doch ganz froh, den Schwarzen Peter für das Nicht-Funktionieren auf wen anders abwälzen zu können. Wer sich Ziele setzt kann halt auch daran gemessen werden.

    @ autostädterin (Probleme afghanischer Frauen)
    „Wäre interessant zu erfahren, wie die männliche afghanische Bevölkerung zu motivieren wäre, mehr im Interesse ihrer Frauen zu tun. „

    Wobei sich in gewisser Hinsicht die Frage nicht stellt: Wenn es allen an allem fehlt, dann erübrigt sich die Frage warum es Frauen schlecht geht etwas. (Was nicht heißt, dass es Frauen nicht generell schwerer haben, etwa als Witwen ohne männliche Angehörige.)
    Aber viele Probleme wie steigende Lebensmittelpreise, Dürren, Überflutung, Krankheit, Gewalt, Korruption, Unrecht sind so verbreitet und gravierend, dass die Frage nach der Geschlechterverteilung dabei eher nachrangig ist. (Auch wenn Afghanistan für Frauen oft eine ganz spezielle Hölle bereitzuhalten scheint.)

    Es ist doch nicht Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft, in der afghanischen Kultur rumzupfuschen. Was zum Glück die allerallermeisten Akteure vor Ort auch so sehen.
    Tatsächlich haben wir mit den Problemen, die alle Afghanen betreffen, und die oft wirklich akut sind, doch mehr als genug zu tun. Und dabei auch eine bestenfalls durchwachsene Bilanz vorzuweisen. Ja, dabei wird am Einbeziehen der Frauen kein Weg vorbeiführen (weil sie die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, weil sie bei Erziehung und Bildung der Kinder eine größere Rolle spielen, weil sie meist besser haushalten, weil sie die vehementesten Gegner der Taliban sind, weil sich in Afghanistan praktisch nur Frauen um Frauen kümmern können).

    Wir reden hier von einem Land, dem 30 Jahre Krieg der Landwirtschaft enorme Schäden zugefügt haben. In dem 4 Millionen Heimkehrer integriert werden müssen (knapp 10% der Bevölkerung). In dem Tod durch Erfrieren oder durch simple Lungen- und Darmkrankheiten häufig ist. Stark steigende Lebensmittelpreise, dazu mehrere Dürren (2008 und 2011) und Fluten (zuletzt 2013).
    Und da hat man noch nicht mit Bandenkriminalität, Schutzgelderpressung, Korruption, Landraub, ethnischen Spannungen etc. angefangen.

    @ Kerveros (Polygamie)
    Mehr als eine Ehefrau zu haben ist in Afghanistan ziemlich selten und gesellschaftlich verpönt. Am ehesten noch was für Kinderlose und ungebildete Neureiche (Studien dazu).

  11. J.R. | 26. November 2013 – 21:56
    …Es ist doch nicht Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft, in der afghanischen Kultur rumzupfuschen. …
    Werden Sie sich bitte klar darüber, was Sie da so gönnerhaft verteidigen.

  12. @Kerveros | 26. November 2013 – 19:55
    @Sachlicher | 26. November 2013 – 20:40

    Habe erst jetzt Gelegenheit, mich für die Quellenhinweise für weitere Informationen zu bedanken…Danke schön!

  13. Oh, ist es tatsaechlich nicht moeglich eine seit Jahrhunderten entwickelte Gesellschaft binnen 12 Jahren einfach so durch zivil-militaerische Expeditionskorps nach westlichen Mustern umzugestalten?
    Sollte das jedoch das Ziel gewesen sein, war dieser Einsatz tatsaechlich sinnlos. Etwa so wie die Kreuzzuege . . .

  14. Sicher war es nicht das Ziel, wenn ich aber viele Kommentare lese befürchte ich, dass viele aus der Kampftruppe, der ich auch angehöre glauben, dass das leicht möglich wäre. Man muss nur genug erschiessen, im Rahmen von NightRaids festnehmen (tot oder lebendig) und die Soldaten endlich von der Leine lassen. Grösstes Hemmnis sind Recht und Gesetz …

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