NH90: Neues vom Seelöwen (Update: BMVg)

NH-90

Die Beschaffung von 18 Hubschraubern des Typs NH90 in einer Marineversion für die Deutsche Marine ist ein Dauerthema, nicht nur bei Augen geradeaus! Der Kollege Marco Seliger hat in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dazu nachgelegt, in den Kommentaren zu einem anderen Thread wird das schon heftig diskutiert – deshalb hier erst einmal der Lesehinweis und (entgegen der üblichen Praxis ausnahmsweise) der Link zum Bericht:

Hubschrauber NH90 – Der flügellahme Seelöwe

(Die bereits aufgelaufenen Kommentare dazu verschiebe ich in diesen Thread.)

Nachtrag: Das Verteidigungsministerium reagierte am Sonntag auf einen Bericht zum NH90 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, allerdings nicht zum Marinehubschrauber, sondern zum NH90 im MedEvac-Einsatz in Afghanistan:

Mangelhafter Hubschrauber im Einsatz

Dazu die Pressemitteilung:

Das Bundesverteidigungsministerium weist die im Artikel der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung „Ungeeignet, aber im Einsatz“ aufgestellten Behauptungen und Vorwürfe zurück.
Die Verlegung und die Herstellung der vollen Einsatzbereitschaft der Fähigkeit Forward Air MedEvac mit NH90 in Afghanistan wurde nach einer intensiven Vorbereitungs- und Erprobungsphase im Einsatzland, in der sich keine Anhaltspunkte für eine Nichteignung des Systems herausstellten, am 23. Juni 2013 erklärt. Ein Einsatz erfolgte somit erst nach Feststellung der Eignung des NH90 für den Einsatz in Afghanistan.
Das Waffensystem NH90, das derzeit in Afghanistan eingesetzt wird, befindet sich in einem Vorserienbauzustand, da geforderte und vereinbarte Leistungsmerkmale noch nicht vollständig erfüllt sind. Wenn die geforderten Spezifikationen noch nicht vollständig erfüllt werden, wird – wie in solchen Fällen üblich – die Wertung „bedingt geeignet“ vergeben.
Die in der FAS angesprochene Bewertung „ungeeignet“ für die ursprünglich nicht vorgesehene Rolle Begleitschutz basiert in erster Linie auf einer einsatzvorbereitenden Übung und der Einsatzprüfung, die unter einsatzähnlichen Bedingungen im Juli 2012 durchgeführt wurde.
Das als Bewaffnung NH90 vorgesehene Maschinengewehr der Bundeswehr erfüllt gemäß der hierbei erzielten Ergebnisse die Anforderungen nach Abstandsfähigkeit, Durchsetzungsfähigkeit und hohe Ersttrefferwahrscheinlichkeit nur eingeschränkt. Als besser geeignet wurde das schwere Maschinengewehr M3M bewertet. Daraufhin wurde die Beschaffung dieses schweren Maschinengewehrs für den NH90 in der Begleitschutzrolle unverzüglich eingeleitet.

(Foto: NH90 in der Version der niederländischen Marine – defensie.nl)

 

116 Gedanken zu „NH90: Neues vom Seelöwen (Update: BMVg)

  1. Guten Abend
    @Lippe65 | 28. Oktober 2013 – 19:46
    Ich bin geneigt zu sagen, Sie könnten vom Pressestab der Bw sein (hoffe das ist keine Beleidigung und soll nicht als solche verstanden werden) bezüglich Ihrer Argumentation.
    Versuche mich kurz zu fassen und auf das Wesentliche zu beschränken.
    Zitat:
    Die Sitze sind nach der damals (Anfang der 90er) zugrunde gelegter Spezifikation gebaut worden
    Anmerkung:
    Falsch:
    1. Requirement Specification Troop Seat vom 14.07.03
    2. Requirement Specification Troop Seat AvD vom 02.02.07
    3. Product Specification Troop Seat vom 20.09.05
    D.h. Der Truppensitz ist nach einer Spezifikation von 2005 gebaut worden. Die MIL STDs stammen zum Teil aus den 90igern
    Zitat:
    nur hat sich der Soldat, besonders aber seine Ausstattung, seitdem massiv verändert.
    Anmerkung:
    Die Mehrbelastung durch Ausstattung ist erst in zweiter Linie das Problem. Bereits im Jahre 2007 wurde in einer Studie des FlugMed Inst der Lw festgestellt, dass die NH 90 Sitze bereits für die Nacktmasse des Jahres 2005 (m/w) zu klein, zu gering ausgelegt sind. In allen Spezifikationen heißt es: AGARDograph 205 has to be extrapolated to the year 2000 population. Tatsächlich wurde aber seitens EC der AGARDograph 205 der Jahre 1967/68 zu Grunde gelegt.
    Zitat:
    Andererseits wenn man die Sitze in existierenden Hubschraubern mit den gleichen Maßstäben misst
    Anmerkung:
    Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Zulassung NH 90 erfolgt nach der FAR 29 Armt. 31 & nach der Crash Spec – Punkt. Das sind Bauvorgaben. Wenn man so wie Sie im Flugzeugbau argumentiert, könnte man sich das ganze Zulassungswesen der Bw schenken.
    Der gedrehte Truppensitz (Door Gunner) ist qualifiziert und zugelassen für 77 kg. In der Dokumentation vom 07.02.13 heißt es dazu: General: The operator seat installation is neither tested nor qualified for occupant weights up to 150kg. Daher noch mal meine Frage vom 27. Oktober 2013 – 10:04 als Sie schrieben
    Zitat:
    …aus Gründen der Crashworthiness auf 110kg beschränkt, technisch können sie mehr aushalten
    Frage:
    Wie viel mehr können sie denn aushalten (technisch: statisch oder dynamisch)?
    Zusammenfassung:
    Ich bin bewusst nicht auf das Padding Kit (Passagierverletzung schon im normalen Flug) oder die Sitzbeschädigung durch bloße Mitnahme des Truppensitzes im NH 90 Flug eingegangen. Der Punkt ist, dass eine Freigabe erteilt wurde, für eine Auflastung der Masse auf Truppensitzen, 3rd Crewmember Seat und Pilotensitzen für die es weder bauliche, noch rechtliche Grundlagen gibt.
    Danke

  2. @werner: Au, Au! Ich habe mir Ihren jüngsten Beitrag gleich 3 x durchgelesen. Wenn das so stimmt, wie Sie schreiben, dann hätte spätestens bei allen Beteiligten nach der Studie des FlugMed Inst Lw in 2005 die Alarmglocken läuten müssen. Der Ansatz des AGARDograph 205 der Jahre 1967/68 für den NH90 durch EC ist nur noch ein weiterer „Hammer“.

    Sorry, das ganz riecht nach reif für den Staatsanwalt und mit jüngst vom BMVg initiierter sowie erfolgter Sitzauflastung auf 150 kg mittels reiner „Paper Work“ stinkt es danach.

    M.M.n. muß es gar nicht mehr dazu kommen, daß sich bei einer keineswegs ausschließbaren und damit unwahrscheinlichen harten Staub- oder Deckslandung des NH90 TTH bzw. zukünftig des NFT ein(e) Soldat(inn) das Kreuz aushängt, denn bereits für jeden Passagier mit mehr als 110 kg Gesamtmasse erscheint diese „objektive Gefahr“ aufgrund der eindeutigen Urkundslage längst als festgeschrieben! Ein richtiger Crash ist also gar nicht von Nöten.

    Ironiemod an: „Dank EC wird die Bundeswehr nochmals schlanker werden müssen“.
    Ironiemod aus:“Das BMVg und sein Beschaffungstollhaus leistet dem sogar noch Vorschub und werden dennoch das gleiche bleiben, denn keiner wird in Industrie, BMVg und Bw zur Verantwortung gezogen werden“.

  3. So wird NH, EF, A400M, Tiger, CH53 noch teurer als in der Neuausrichtung vorgesehen.
    Hat TdM eine Vorlage bekommen?
    Was sind die Handlungsoptionen (Reduzierung/schieben auf der Zeitachse/beides/Quersubventionierung durch weiteren Personalabbau)?
    Was werden die Folgen sein (Feinjustierung)?
    Wann kommt alles auf den Tisch?
    Wann wird das Haus bestellt?

  4. der Brief des kleinen Mannes an seine Kameradinnen und Kameraden und die Angehörigen der Marine
    (der feine Unterschied ist welcher?) in sinngemäßen Worten:
    – ab 2017 18 als Ersatz für MK 41
    – durch Reduzierung der Stückzahlen bestellter HS wird die Beschaffung erst möglich
    – feste Überzeugung damit auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein
    – wichtige maritime Fähigkeiten bleiben erhalten
    – Vertragsanpassung mit EC dadurch Erhalt Fähigkeiten in 2 Schritten
    – 1. multifunktionaler und zukunftsfähiger HS der Aufgaben MK 41 (Transport, Boarding, Seeraumüberwachung als BordHS EGV, SAR übernimmt
    – Spezifikation für Marineversion ist noch zu definieren und zu verhandeln
    2. ÜW/UW Seekrieg aus der Luft erst mit Nachfolgeplanung Lynx( immerhin Projektteam ist gegründet)
    – jetzt geht es darum Kräfte und Kompetenz zu bündeln, damit die Einführung ein Erfolg wird
    (Klammerkommentare durch mich)

  5. @Elahan: Schätze mal, TDM wird in Anbetracht der permanenten NH90-Probleme eine Vorlage bekommen (haben?), Frage ist aber ob diese den Minister erreicht(e)?

    @Les Grossmann: Danke für Ihre Mühen um die inhaltliche Zusammenfassung und um den noch folgenden Quellennachweis. Wenn denn „alles besser wird“, wie der Inspekteur so schön an seine Truppe schreibt, dann sollten die Kameraden Marineflieger mal den „kleinen Mann“ mit der magischen Zahl „13“ zum NH90 konfrontieren:

    Bezeichnung / Erklärung / Mangel / Mangelabstellung geplant durch Industrie./.Bemerkung

    1.) FOC Full Operational Capability
    • Vertragliche Lieferung /Lieferzustand NH90 TTH
    • Ursprünglich geplant bereits für 2004
    • Lieferungen mehrfach (jährlich)
    • versprochen jetzt 2015/2017
    • Wenn denn der SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH schon 2017 zulaufen soll, kann man ja den NTH etwa zeitlich analog hochrechnen

    2.) FOC Complement
    • Abgespeckte Lieferversion, 4 NH90 TTH ursprünglich geplant für 2013
    • Jetzt soll nur noch einer in 2013 geliefert werden, der Rest in 2014
    • (Wenn denn der SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH schon 2017 zulaufen soll, kann man ja den NTH etwa zeitlich analog hochrechnen)

    3.) Mängelliste FOC Complement (Big Points)
    • Boarding Step Deflector
    • Boarding Step ist ein(e) Trittstufe/Einstiegshilfe im Bereich der Schiebetür
    • Das Seil der Rettungswinde kann sich in/an der Trittstufe verfangen. Der Deflector ist also ein Seilschutz an der Trittstufe. Maßnahmen nötig nach Rettungswindenunfall
    • 2014 / 2015
    • Lade-Rampe (Auflastung auf 250 kg = Neuentwicklung von Rampe und Mechanik)
    • 2017 (?)
    • Gültig auch für SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH, Boarding Step Deflector und sichere Windenarbeit sind besonders relevant beim ICAO-SAR und im Verbands-SAR; nutzbare Laderampe extrem wichtig bei Absetzen und Aufnehmen von Personal und Material (vgl. einen etwas robusteren H/C bei http://www.youtube.com/watch?v=U9xGsMJBDPg & http://www.youtube.com/watch?v=BMAr51etn20)

    3.) Cargo Hook
    • Lasthaken für Aussenlasten mit Wägesystem
    • Der derzeitige CH kann je nach Bauzustand nur mit strengsten Auflagen Außenlasten transportieren
    • Ein neuer „zuverlässigerer“ CH kann gegen einen kleinen Unkostenbeitrag bestellt werden. Lieferzeit ab Bestellung „nur“ bis zu 35 Monate
    • Gültig auch für SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH, besonders relevant bei den EGV-Bordhubschraubern

    5.) Search & Landing Light
    • Suchscheinwerfer
    • Korrosion und mangelhafte Leistung, Probleme bei IR-Betrieb
    • 2016 / 2017
    • Gültig auch für SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH, besonders relevant bei Bordhubschrauber- und SAR-Einsätzen

    6.) FLIR flashes in rain, troubles in dusty & sandy enviroments
    • Forward Looking InfraRed (Infra Rot Bild im Instrument-Panel)
    • Wenn es regnet kann das FLIR nicht genutzt werden, extrem störanfällig gegen Sand und Staub
    • Offen da es noch keine Lösungen außer Zerlegen, Trockenlegung und Reinigen gibt
    • Pressestelle BW: „NH90 ist in AFG voll einsatzfähig“
    • Gültig auch für SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH, besonders relevant im Seeflugbetrieb und bei Auslandseinsätzen (Sand und Wüstenbetrieb)

    7.) STEVENS
    • Derzeit haben lediglich die FAM-NH 90 TTH in AFG die Zulassung an NATO Missionen teilzunehmen
    • Datenverschlüsselung ist fehlerhaft
    • Finale Lösung 2015 / 2017
    • Interim Lösung END 2014
    • Gültig auch für SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH, da häufig bei NATO-Missions eingesetzt

    8.) RADAR-ALTIMETER
    • Radarhöhenmesser
    • Softwarefehler mit der Folge daß die Navigationskarte „einfriert“
    • Interim Lösung END 2014, Finale Lösung END 2015
    • Gültig auch für SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH, z.B. Klippen, Steilküsten, Fjorde, Überfliege von Brücken, An- und Abflug zu großen Containerschiffen und Tankern

    9.) CLC
    • Cargo Loading Concept
    • Der NH 90 kann keine Innenlast im vertraglichen Rahmen transportieren. 150 kg statt 2,5 t
    • Auch ein Verzurrkonzept ist noch nicht vorhanden
    • 1,6 Jahre ab Vertragsbeginn
    • Gültig auch für SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH, NTH = Naval Transport Helicopter

    10.) DEU OWS
    • Obstacle Warning System – Hindernis Warngerät
    • Technische Mängel aus dem Bereich der Qualifikation sogen. ’Non compliances’ 2014/15
    • Gilt nur für NH90 TTH / FAM

    11.) CMU cold start behaviour
    • CMU= Communication management unit
    • Kaltstart Verhalten
    • 2014/17
    • SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH dürfte / soll andere CMU erhalten

    12.) Maintenance Release (MR) Delay
    • Vertraglicher Zustand FOC
    • Geplant für 2015, nun verschoben zunächst für 8 Monate; alle NH 90 die bis dahin ausgeliefert werden, müssen in einen Retrofit von bis zu 18 Monaten je LFZ nachgerüstet / updated werden (das muss extra bezahlt werden und kostet Geld, Zeit und Verfügbarkeit)
    • 2015/17
    • Gültig auch für SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH, kann man für den NTH ab 2017 / 2018 zeitlich analog hochrechnen

    13.) Piloten-, Crew-, Gunner- Troop-Seats
    • Wie bereits erschöpfend diskutiert
    • Lösung in 2018?
    • Gültig auch für SEA ANGEL = SEA LION = NH90 NTH, besonders im Seeflugbetrieb, bei Schlechtwetter, schlechter Sicht und starkem Seegang extrem relevant, da erhöhtes Risiko harter Landungen, Ist auch in Zusammenhang mit den rettungsmitteln zu sehen (Life-Rafts).

    Kurzum, die „feste Überzeugung damit [mit dem NH90 NTH] auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein“ sowie die weiteren Ausführungen des Inspekteurs der Marine an seine Kamerad(inn)en zu diesem „Sea-King-Nachfolger“, sind m.M.n. blanker Hohn, statt Realitätsbewußtsein über mehr als 20 Jahre Pleiten, Pech und Pannen sowie Preiserhöhungen. Derart wirft der Inspekteur vor allen Angehörigen der Marine seine personale und funktional-professionelle Authorität per „Mitarbeiterbrief“ über Bord. Er macht sich schlichtweg unglaubwürdig und degradiert auch noch seine positionale Authorität zum persönlichkeitslosen Echo eines expertiselosen „Duos“, dessen indoktrinierenden PrInfoStabes und der NHT-Prospektversprechen der Eurocopter. Welche Kräfte und Kompetenzen will denn der Admiral noch bündeln, d.h. motivieren, überzeugen und wirklich hinter sich wissen? Der Admiral hat sich bereits am 18.08.2013 mit seinem Nordholz-Interview als Führer, Vorgesetzter und Beispiel schlichtweg verbrannt und spätestens jetzt sollte man ihm es auch glauben.

  6. Mutige Aussagen des Vizeadmirals Schimpf (u.a. Zitat) „Mit dem „Sea Lion“ wird uns in einem ersten Schritt ein multifunktionaler und zukunftsfähiger Hubschrauber zur Verfügung gestellt, der die Aufgaben des MK41 „Sea King“ (Transport, Boarding und Seeraumüberwachung als Bordhubschrauber des Einsatzgruppenversorgers, Search and Rescue) übernimmt. Die für die Deutsche Marine vorgesehenen Hubschrauber werden als Marineversion gefertigt. Die Spezifika dafür sind noch zu definieren und zu verhandeln. Diese Arbeiten haben bereits begonnen“ (Zitatende).

    Die Spezifika sind u.a. bei einem Preis von 915 Mio. € für 18 SEA-ANGEL in der Ausrüstungsliste gemäß MoU vom 15.03.2013 festgeschrieben und heißen im Übrigen bwei diesen Preisen „FOC“. Damit sind auch die in http://augengeradeaus.net/2013/10/nh90-neues-vom-seelowen/comment-page-3/#comment-80498 benannten Probleme für den SEA ANGEL bzw. SEA LION zu lösen bzw. ist dieses in den Preisen enthalten. Genau das hat der Haushaltsausschuß letztendlich „durchgewunken“ und nicht mehr, oder auch weniger.

    Da gibt es eigentlich nichts mehr zu ‚verhandeln‘ und ‚zu definieren‘.

    Die abschließende Klausel des MoU lautet: „Sollten eine der vorstehenden Vereinbarungen vergaberechtlich oder auf ECT- / NHI-Ebene nicht umsetzbar sein, sind sich die Parteien darüber einig, dass die gesamt Vereinbarung keine Wirkung entfalltet.“

  7. Aus dem Inspekteurbrief:

    „Mit Frankreich, Italien, Norwegen, den Niederlanden und Belgien verfügen derzeit bereits fünf Partnernationen über Marineversionen des NH90. […] Sich daraus ergebende Chancen des Erfahrungsaustausches mit befreundeten Marinen werden wir konsequent nutzen, um dort gewonnene Erkenntnisse in den Beschaffungsprozess einfließen zu lassen…“

    Die Antwort der Norweger ist schnell geschrieben: Tonne auf, Heli rein, Tonne zu.
    (Man verzeihe mir Simplifizierung und Populismus.)
    Aber Herr Schimpf schreibt ja auch in Futur: „… werden wir konsequent nutzen“.
    Nur welche Form der Konsequenz es ist, zuerst den Kaufvertrag zu unterschreiben und dann mal nachzufragen, wie sich der Hubschrauber denn bei anderen Nationen bewährt, das bleibt dem gemeinen Betrachter verborgen.

  8. @K.B.:
    Eigentlich unglaublich, falls man bisher noch nicht im Austausch mit den Verbündeten stehen würde, bzw. seit der jeweiligen Einführung in diesen Ländern stand. Aber vielleicht sind die Berichte ja auch noch im Mitzeichnungsgang…;-)

  9. Und genau das macht Angst.
    Es ist nichtmal der (vermeintlich) gute belgische NFH sondern ein abgespeckter französischer Mischling.
    Soweit man weiß ist noch nicht einmal definiert, mit welcher Crewbesetzung geflogen werden soll. 4 Mann? 3 Mann? Dem Vernehmen nach will der Hersteller das Muster als „single Pilot“ zulassen. Verkauft sich zivil natürlich besser.
    Fraglich auch, wann ein Vertrag unterschrieben werden soll. Wann beginnen die Verhandlungen? Wann wird die Ausstattung festgeschrieben?
    Wer glaubt noch ernsthaft, dass eine Auslieferung“ab 2017″ überhaupt möglich sei?
    Wie lange soll der Sea King noch fliegen? Bleibt es bei wie in der FAS geschriebenen 1-3 einsatzklaren Maschinen? Wie ändert sich der Auftrag bei dieser desolaten Lage?
    Stümperei.
    Überall.

  10. @Werner: Man(n) sollte im Marinekommando in Rostock vielleicht auch mal das „Einfach Alles Deutlich Später“ bei den Norwegern mit einbeziehen (vgl. http://www.flightglobal.com/news/articles/norway-ramps-up-pressure-over-nh90-delays-380125/) und auch an die Erfahrungen der Schweden, welche für Medevac in AFG auf UH-60M umgestiegen sind, denken (vgl. http://www.aviationweek.com/Blogs.aspx?plckController=Blog&plckScript=blogScript&plckElementId=blogDest&plckBlogPage=BlogViewPost&plckPostId=Blog%3A27ec4a53-dcc8-42d0-bd3a-01329aef79a7Post%3Ac29f88d5-e656-4eba-891f-a2e2bce27c13).

  11. @all: Wie man(n) doch seine Meinung so ändern kann (muß)?

    Hardthöhenkurier, Ausgabe November 2012, Interview mit Vizeadmiral Axel Schimpf, Inspekteur der Marine: (Zitat) „Ein weiterer elementarer Baustein der künftigen Flottenstruktur ist _d_e_r_ neue Marinehubschrauber, dessen Finanzierung jedoch bislang noch offen ist. Mit der Beschaffung _e_i_n_e_s_ neuen Marinehubschrauber-Typs soll so unter anderem _d_a_s_ _g_e_s_a_m_t_e_ _F_ä_h_i_g_k_e_i_t_s_p_r_o_f_i_l_ _d_e_r_ _F_r_e_g_a_t_t_e_n_ _K_l_a_s_s_e_ F 124 und F 125 wirksam erhalten bzw. erschlossen werden.“ Und dann folgt eine offizielle Grafik der Deutschen Marine zur Zielstruktur mit aktuell 43 Hubschraubern und zukünftig 30 [Multirole-] Hubschraubern.

    Dito auf „Marine.de Wir.Dienen.Deutschland“ vom 19.11.2012 ein weiteres Interview mit Vizeadmiral Axel Schimpf, Inspekteur der Marine: (Zitat) „[…] sowie ein neuer Marinehubschrauber. Dieser soll das gesamte Fähigkeitsprofil der Fregatten der Klassen 124 und 125 wirksam erschließen und die bisherigen Hubschrauber ’Sea King’ und ’Sea Lynx’ ersetzen“ (Zitatende, vgl. http://www.marine.de/portal/a/marine/!ut/p/c4/NYq7DsIwDEX_yE4ZymOjKgMrCySbaa3KIo_KcmHh40kG7pHOci4GrGR6y0ImJVPEB_pJTs8PJFKgl20cI-O9_WaGqWS2ZuNsUr0oWVFYi1psZVOtBWRG77pxcHv3X_c9BH8Ju_7Yj9fhhmtK5x8P0-q0/)

    Man lese auch in den Kieler Nachrichten vom 20. März 2012 „SOS: Der Marine fehlen Hubschrauber für Notfälle“ (vgl. http://www.kn-online.de/Lokales/Kiel/SOS-Der-Marine-fehlen-Hubschrauber-fuer-Notfaelle)

    Da wird bereits bewiesen, daß mit dem von TdM, SB und Dr. Bertling seit Mitte 2012 klammheimlich verhandelten Hubschrauber-MoU am 15.03.2013 mal wieder der berühmte „Sack zugemacht“ wurde. Ergo sind außer dem Parlament und dem Volkssouverän sogar der BMVg-Haushälter StS Wolf und der Inspekteur Admiral Schimpf von TdM und SB ganz klar „hinter die Fichte geführt“ worden!

    Kein Wunder, TdM und SB litten ja schon in 2012 am sogen. ’EuroHawk- und Vorlagen-Syndrom’. Das ist weder Führungsstil, noch Expertise, sondern m.M.n. aus Selbstherrlichkeit und Inkompetenz praktiziertes Chaos und Dilettantentum

    Und wer auf „Ofiziere.CH“ in dem Beitrag „Der NH90 wird an Belgien ausgeliefert – ob das eine gute Idee war? Der NH90 und seine unrühmliche Geschichte“ vom 21.08.2013, einmal zwischen den Zeilen liest, der erkennt auch ohne „Duktus“ fast alle seit Jahren gegebenen und Insidern längst bekannten Mißstände der NH90-Beschaffung komplett.

  12. Gerade gefunden, der Inspekteur Marine schwört seine Truppe auf den glorreichen Hubschrauber ein.

    „Inspekteurbrief zur Beschaffung des neuen Marinehubschraubers „Sea Lion“

    Kameradinnen und Kameraden, Angehörige der Marine,

    [Jou. Schon mal bisschen hochgescrollt in den früheren Kommentaren? T.W.]

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