Unterwegs mit Afghanistans Eliteeinheit

Und noch ein Video heute, von ganz anderer Art: Mit Unterstützung westlicher Mentoren gehen afghanische Spezialkräfte, zum Beispiel die Crisis Response Units (CRU), zunehmend eigenständig gegen Aufständische vor. Ein Team des Senders Al Jazeera hat einen solchen CRU-Einsatz begleitet:

(Direkter Link: http://aje.me/15OAGSC)

Im Norden Afghanistans werden solche afghanischen Spezialeinheiten auch von deutschen Mentoren begleitet – von Soldaten des Kommandos Spezialkräfte. Bei einem Einsatz dieser Art kam am 4. Mai dieses Jahres ein deutscher Soldat ums Leben.

Nachtrag: Hier Teil 2 (Danke für den Leserhinweis!)

Direktlink: http://bcove.me/13m9mmod

19 Kommentare zu „Unterwegs mit Afghanistans Eliteeinheit“

  • Memoria   |   08. August 2013 - 13:38

    Hatte ich heute morgen auch gesehen und mich über das gute Englisch des Chefs und den Trick mit der SIM-Karte gefreut.

    Zur allgemeinen Perspektive der ANSF recycle ich meinen Kommentar zum WP-Bericht:
    http://augengeradeaus.net/2013/08/washington-post-embedded-mit-der-ana-in-afghanistan/#comment-73609

  • FlaRaki   |   08. August 2013 - 14:15

    Kann es sein, dass das Video zur Zeit nicht verfügbar ist?
    Steht es noch an anderer Stelle?

  • T.Wiegold   |   08. August 2013 - 14:22

    Bei mir wird’s problemlos angezeigt – sowohl im Eintrag selbst als auch über den Link.

  • chickenhawk   |   08. August 2013 - 14:39

    Das Video läuft hier auch einwandfrei (in Chrome).

  • Skalg   |   08. August 2013 - 20:24

    Solange sie gut genug bezahlt werden, dass sie nicht von der Gegenseite abgekauft werden, schaut das ja ganz vielversprechend aus.

  • markus, d.Ä.   |   08. August 2013 - 20:41

    @ skalg

    ich vermute, dass es bei einheiten dieser „flughöhe“ weniger um geld geht als um machtpositionen. die sind ja schon recht weit oben in der nahrungskette und eine neuausrichtung der eignene loyalität hin zu den taliban dürfte es dann geben, wenn die zentralregierung vor dem kollaps steht.

  • Bang50   |   08. August 2013 - 21:23

    @ markus, d.Ä. – jap, so wird es vermutlich kommen. Jedoch wer sagt eigentlich das die Taliban die Macht übernehmen? Wenn sich innerhalb der ANA gewisse Leute durchsetzen, könnten wir auch eine Militärdiktatur erleben. Nach Abzug von ISAF dürfte die ANA die Organisation mit den meisten, am besten ausgebildeten und ausgerüsteten Leuten sein.

  • Freiherr von Schill   |   08. August 2013 - 21:32

    …guter Filmbeitrag….

    Einige Ergänzungen:

    CRUs werden landesweit eingesetzt und werden i.dR. durch sogenannte „tier one“ US/ GBR Einheiten ausgebildet.

    Deutsche Spezialkräfte bilden PRCs aus, ähnlich einem deutschen SEK und operieren i.d.R. mit diesen nur in der jeweiligen Provinz. Gut, landesweit wird auch schwierig ohne geeignete Hubschrauber und landesweites Mandat ;-)

    Ab Truppführer aufwärts sind in den CRU Elementen verstärkt „US Afghanen“ eingesetzt, siehe Redebeitrag Cdr im Film.
    Die CRUs sind ein verlässliche Element für afghanische Verhältnisse
    Bei den PRCs Einheiten sieht es differenzierter aus.

    Gruß

  • C'est la Vie   |   08. August 2013 - 22:06

    @Freiherr von Schill
    Interessanter Punkt bzgl. der „US-Afghanen“.
    Bei meinem letzten Einsatz hatte ich mit Verschwörungstheorien zu tun, bei denen einige Afghanen sagten, dass die CRU-Leute irgendwie keine richtigen Afghanen seien. Ich hatte dafür keine Erklärung und tat es als Geschwätz ab.

  • Someone   |   08. August 2013 - 23:35

    O.T.:
    Spionageflugzeuge lassen sich bei Lockheed Martin jetzt auch leasen.

    (…) Known as the Airborne Multi-intelligence Laboratory, or AML, the aerial snoop can be rented by the year by governments too poor to own their own spy planes.

    Italy’s, for instance. Cash-strapped Rome signed a two-year lease on the whiskey-jet-turned-surveiller in 2012. It’s not clear how much the lease costs, but it’s worth noting that Finland recently bought a similar set of aerial spy gear for $150 million. (…) As part of its two-year AML lease, Rome gets access not only to the modified Gulfstream, but also to three ground stations for processing intelligence data plus flight crews and maintenance personnel for the plane. The contract allows Italy to deploy the aircraft in a war zone. (…)

  • Werferfehler   |   09. August 2013 - 7:29

    OT: Minister stellt Burnout durch Unterforderung fest, Artikel bei Welt Online.
    Manchmal frage ich mich ob „Denken, Drücken, Sprechen“ nur bis zu einer gewissen Gehaltsstufe gilt.

  • markus, d.Ä.   |   09. August 2013 - 8:10

    @ bang, ja die loyalität könnte auch durchaus zu einem warlord wechseln. wenn es tatsächlich Offiziere mit us background sind, dürften die eher weniger interesse an all zu rigider durchsetzung der scharia und ihrer lokalen interpretation haben.

    möglicherweise können die sich aber auch als eigenständiger machtfaktor etablieren. die herren sind ja vermutlich recht gut vernetzt, haben eventuell zugang zu lokalen als auch globalen elite-netzwerken und sind dazu die am besten ausgebildeten „lokalen“ Truppen im Lande. wenn sich da ein paar kommandeure zusammenraufen …

    wie gut sowas funktionieren kann hat man ja bei „los Zetas“ in mexiko gesehen.

  • Memoria   |   09. August 2013 - 10:47

    Teil 2 des Berichtes, der auf die Defizite bei ISR, Transport und CAS hinweist (Türen eintreten ist eben nur das Ergebnis):
    http://bcove.me/hq5koyqe
    (Im Gegensatz zum Text ist jedoch am Ende eine Mi-8 der AAF zu sehen)

    Der fehlende Lufttransport ist auch hier Thema:
    http://www.youtube.com/watch?v=ZHqC9yGhE9I

  • T.Wiegold   |   09. August 2013 - 10:54

    @Memoria

    Danke. Gibt’s (neben dem Brightcove-Link) einen Link zu AJ, wo ich das Video zum Einbetten finde? (Habe den nicht entdecken können bislang.)

  • Freiherr von Schill   |   09. August 2013 - 10:59

    …eine erneute Strukturierung des privatisierten Gewaltmonopols in AFG ist sehr wahrscheinlich.
    Wenn es nicht endlich gelingt eine unabhängige Zentralgewalt auch in die Provinzen zu transferieren, werden sich alle kleinen und großen Gewaltmonopolisten wieder gegenseitig ins Paradies befördern und ihre Partner Nationen verraten, ohne ihnen am Morgen noch einen Tee anzubieten und freundlich zu lächeln.

    Die CRU Komponente hat deshalb Charme….aber

    ….verwirrend ist allerdings die gesamte Org. Sicherheitsstruktur von afghanischen Spezialkräften( Polizei/ Militär/ Geheimdienste) und deren Zuordnung zu diversen NATO Staaten oder direkte Unterstellung unter die US Administration, ohne Beteiligung der NATO Partner! ;-)
    Es hat den Anschein, als ob man bewusst eine starke Zergliederung und verschiedene Zuständigkeiten schafft, um so jede zu starke Zentralisierung vermeiden, um am Tag X hoffentlich die richtige Einheit als Partner nutzen zu können.

    Allerdings ist das ein afghanischer Teufelskreis, ohne starke Zentralgewalt, keine landesweite Sicherheit.

    P.S.

    „los zetas“ …kannte ich noch nicht, Danke :-)

  • Memoria   |   09. August 2013 - 11:03

    @T.W.:

    Der Brightcove-Link stammt direct von AJ (hat mich auch gewundert).
    Auf http://www.aljazeera.com/video/ nach „afghanistan“ suchen, dort findet man das Video links oben.

  • markus, d.Ä.   |   09. August 2013 - 19:13

    @ von schill

    die zersplitterung der afgahnischen repressionsbehörden kann durchaus system haben. so verhindert man auf kosten der effizienz dieser organe die entstehung von unabhängigen machtzentren.

    sowas ist eigentlich ein typisches kennzeichen personalisierter diktaturen. wie man sowas vor dem hintergrund internationaler interverntionen interpretieren soll stellt mich aber auch noch vor ein rätsel.