Und jetzt noch: Korruption beim Gewehr-Lieferanten? (Update: wohl eher Untreue)


Von Korruption im Zusammenhang mit Rüstungsprojekten ist in Deutschland – offiziell – erstaunlich selten die Rede; es scheint, als seien die Beschaffungen auch ohne Bestechungsvorwürfe fehleranfällig genug…. Um so auffälliger ist deshalb der (heutige) Bericht der Bild am Sonntag (Link aus bekannten Gründen nicht), demzufolge die Staatsanwaltschaft Koblenz wegen so eines Vorwurfs gegen Mitarbeiter einer Beschaffungsbehörde, einen General im Verteidigungsministerium und Verantwortliche eines deutschen Rüstungsunternehmens ermittelt. Um welche Rüstungsprojekte es dabei geht, deutet das Blatt ebenfalls nur an:

Den Vorwürfen zufolge sollen Gewehre für die Bundeswehr beschafft und an die Truppe geliefert worden sein, obwohl bei wehrtechnischen Untersuchungen der Waffen schwerwiegende Mängel festgestellt wurden. Die Prüfer sollen unter anderem bei Sturmgewehren ungenügende Treffgenauigkeit und zu hohen Verschleiß bemängelt haben.

Das sind alles recht deutliche Hinweise – um so überraschender finde ich, dass Bild am Sonntag mit seiner  juristischen Feuerkraft im Hintergrund erstaunlich vage bleibt, was die Waffen und die Herstellerfirma angeht.

Das hat vermutlich Gründe, deshalb nenne ich hier nur ein paar Fakten zur Einordnung – die Details der Ermittlung kenne ich auch nicht:

Mit Ausnahme von zwei Waffen – das Scharfschützengewehr der Firma Accuracy, in der Bundeswehr als G22 eingeführt, und des schweren Maschinengewehrs 12,7mm der belgischen Firma FN Herstal – stammen alle Gewehre in den deutschen Streitkräften vom deutschen Hersteller Heckler und Koch. Insbesondere das Standard-Sturmgewehr G36 in verschiedenen Varianten und das kürzlich als Designated Marksman Rifle eingeführte G28.

Das G36 war bereits im vergangenen Jahr als Problemfall öffentlich genannt worden: Unter anderem hatten Untersuchungen ergeben, dass die Waffe nach intensivem Gebrauch heiß läuft und die Trefferwahrscheinlichkeit drastisch sinkt. Dieser Problematik hat sich auch der Bundesrechnungshof angenommen.

Außerdem gab’s da noch im vergangenen Jahr eine Ausschreibung für das neue Maschinengewehr MG5, die geforderte Leistung:

Maschinengewehr mittel, MG 5

1. Liefervertrag: Fertigung und Lieferung von 65 Stück Nachweismustern des Maschinengewehres mittel, MG 5 (7,62 mm x 51
NATO) einschließlich Zubehör für die Qualifikation und Einsatzprüfung sowie Realisierung der System-
verträglichkeit Waffe / Munition, insbesondere Hartkernmunition DM151 (modifiziert) und  Manövermunition DM
68 (modifiziert) mit dem Munitionshersteller.

2. Beschaffungsrahmenvertrag: Fertigung und Lieferung bis zu 12.733 Stück Maschinengewehre mittel, MG 5 (7,62 mm x 51
NATO) einschließlich Zubehör nur nach bestandener Qualifikation und Einsatzprüfung.

In Bezug auf den Beschaffungsrahmenvertrag ist der Abschluss nachfolgender Verträge erforderlich:

– Ausbildung von Unterstützungs- und Ausbildungspersonal einschließlich Erstellung von Ausbildungsmitteln (gesonderter
Vertrag)
– Fertigung- und Lieferung des Ersatzteilerstbedarfs (gesonderter Vertrag)

Kurzfassung der Konstruktionsmerkmale des MG 5

– Kaliber 7,62 mm x 51 NATO
– Funktionsprinzip: zuschießender, indirekter Gasdrucklader mit Drehkopfverschluss
– Technisches Gesamtkonzept und damit Bedienung, Wartung und Instandsetzung möglichst ähnlich zu dem in die
Bundeswehr eingeführten Maschinengewehr MG 4
–  Modularer Aufbau zur Konfiguration in Abhängigkeit von den Einsatzerfordernissen (werkzeuglose Zerlegung in
Hauptbaugruppen)
– MG5 in 3 Basisversionen:
Standard (Rohrlänge ca. 550mm, Zweibein, ZF 4×30, wahlweise längenverstellbare Schulterstütze oder Doppelrichtgriff
montiert)
Infanterie (Rohrlänge ca. 460mm, Sturmgriff mit integriertem Zweibein, ZF 4×30, längenverstellbare Schulterstütze,
Gurttasche zentral unter der Waffe)
Einbauwaffe (Rohrlänge ca. 660mm, Maschinengriffstück mit Verschlusssensor)
– Lafettenschnittstellen am Waffengehäuse identisch zum MG3
– Zielfernrohr 4×30 oder ähnlich (Öffnungswinkel ≥ 8 Grad)
– Patronenzuführung mittels Patronengurt von links mit NATO-Zerfallgurt DM60 / M13, Hülsenauswurf nach unten,
Gurtgliedauswurf nach rechts (Ziel: minimaler Anpassaufwand an eingeführten Lafetten)
– Systemverträglicher Verschuss der in die Bundeswehr eingeführten Munition sowie NATO-qualifizierter Munition gemäß
STANAG 2310
–  zwei wählbare Kadenzen (hohe und mittlere Feuergeschwindigkeit), gewünscht: drei vom Bediener werkzeuglos einstellbare
Kadenzen (ca. 600, ca. 700, ca. 800 Schuss/Minute)
–  in Klimabereichen A1 – A3, C0 – C3, B1 – B3, M1 – M3 gemäß STANAG 4370, AECTP 200 ohne Einschränkungen einsetzbar

Nach dem Rüstungs-Steckbrief, den das Verteidigungsministerium am 25. September vergangenen Jahres an den Verteidigungsausschuss schickte, ist dafür bereits ein Angebot der Firma Heckler und Koch ausgeguckt:

Das neue mittlere Maschinengewehr MG5 (bisherige Bezeichnung: HK 121) der Firma Heckler & Koch wurde im Rahmen des Vorhabens „MG Folgegeneration“ projektiert.
Das MG5 ist im auf- und abgesessenen Kampf sowie fernbedienbar in der Waffenstation FLW 100 bei Tag und Nacht einsetzbar. Es soll das absehbar nicht mehr versorgbare Maschinengewehr MG3 ablösen.

Im Haushalt sind dafür 142 Millionen Euro vorgesehen, drei Millionen in diesem Jahr, 28 Millionen Euro im kommenden und in den Jahren 2015 und 2016 je 45 Millionen Euro; im Jahr 2017 und gegebenenfalls in den Folgejahren 23 Millionen Euro.

Die Beschaffung des MG5 steht noch für diese Legislaturperiode auf der Liste des Bundestags-Haushaltsausschusses.

Update: Nach einer Meldung von AFP ermittelt die Koblenzer Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue, nicht wegen Korruption.

Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass sie ein Ermittlungsverfahren wegen der Beschaffung von Waffen für die Bundeswehr eingeleitet hat. Dabei werde aber dem Verdacht der Untreue nachgegangen, nicht dem der Korruption, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Harald Kruse in Koblenz.

Macht schon einen kleinen Unterschied:

§ 266
Untreue

(1) Wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, mißbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 334
Bestechung

(1) Wer einem Amtsträger, einem für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten oder einem Soldaten der Bundeswehr einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, daß er eine Diensthandlung vorgenommen hat oder künftig vornehme und dadurch seine Dienstpflichten verletzt hat oder verletzen würde, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe.

Laienhaft ausgedrückt: bei Korruption/Bestechung muss jemand aktiv einen Vorteil anbieten, damit jemand etwas tut. Bei Untreue ist es der Verdacht, ein Amtsträger sei mit dem ihm anvertrauten Geld nicht einwandfrei umgegangen.

(Foto: Deutsche Soldaten in Fayzabad/Afghanistan mit G36 und MG4 – Bundeswehr/Kazda via flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

 

 

122 Kommentare zu „Und jetzt noch: Korruption beim Gewehr-Lieferanten? (Update: wohl eher Untreue)“

  • Delkus   |   28. Mai 2013 - 0:08

    In der aktuellen Ausgabe des Spiegle-Online war zu lesen:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/untreueverdacht-bei-waffenbeschaffung-de-maizieres-naechstes-problem-a-902186.html

    Zitat:De Maizières Sprecher Stefan Paris teilte lediglich mit, dass die Bundeswehr ebenfalls ein Disziplinarverfahren in dem Fall eingeleitet habe und die Justiz mit Unterlagen unterstütze. Um welches Waffenprojekt es geht, sagte er nicht.

    So, es war doch zu lesen, das die Staatsanwaltschaft hätte Akten beschlagnahmt. Gibt es denn dann noch weitere Akten, die die Staatsanwaltschaft nicht hatte? Und wenn ja, warum hatte sie die Akten den nicht???
    Ich denke, der Sprecher ist auch gut beraten, wenn er zu dem Waffenprojekt keine Stellung bezieht. Derzeit spricht ja die gesamt deutsche Presse nur vom G36. Will man evtl. keine schlafenden Hunde wecken????

    Zitat: Das Vorgehen beim G36 passt zum fatalen Absturz des „Euro Hawk“: In beiden Fällen ließen die Beschaffer Großprojekte weiterlaufen, obwohl immer mehr Probleme bekannt wurden. Im Fall des G36, so ein Insider, habe das Ministerium die Berichte aus dem Einsatz „schlicht ignoriert“.

    Warum wurden die Berichte ignoriert?? Und warum wurde munter weiter beschafft?????

    Zitat:Zwar bezweifeln Experten, ob die Justiz dem Beamten wegen der weiteren Beschaffung tatsächlich Untreue nachweisen kann. De Maizière allerdings wird sich fragen lassen müssen, warum sein Haus nicht früher auf das Problem bei der Waffe reagierte, mit der seine Soldaten in Afghanistan häufig um ihr Leben kämpfen müssen.

    Und evtl. muss er sich auch fragen lassen, wie denn so die Beschaffungswege bei weiteren Waffenbeschaffungen anderer Waffenmodelle so abliefen….

  • Vtg-Amtmann   |   28. Mai 2013 - 5:31

    @Delkus: Ich glaube, die Vöglein werden bevor sie gerupft werden, singen. Und das ist ein weiteres Problem von TdM bzw. seines StS AIN / StS-Rü!
    Und dann werden wahrscheinlich auch Beschußberichte auf dem Tisch liegen, welche man „verbiegen“ wollte. Im Übrigen würde ich mich nicht unbedingt auf das G 36 konzentieren.

  • Kerveros   |   28. Mai 2013 - 6:25

    @Delkus
    „Zitat: Das Vorgehen beim G36 passt zum fatalen Absturz des “Euro Hawk”: In beiden Fällen ließen die Beschaffer Großprojekte weiterlaufen, obwohl immer mehr Probleme bekannt wurden. Im Fall des G36, so ein Insider, habe das Ministerium die Berichte aus dem Einsatz “schlicht ignoriert”.“

    Der Unterschied besteht im wesentlichen darin, ein bereits sinnhaft eingeführtes Waffensystem (G36) stoppen zu wollen vs die Einführung eines Systems evrhindern zu wollen.
    Für den Soldaten im Grundbetrieb ist das G36 immer noch eine gute aus ausreichende Waffe… auch für mindestens 90% der Soldaten im Einsatz. Man könnte genausogut alle die ‚raus‘ gehen mit anderen Waffen ausstatten…

    „In Einsatzdokumenten findet sich die Weisung mit der Warnung wieder, der Treffkreis bei einer heiß geschossenen Waffe könne sich um mehr als das Doppelte ausweiten: Nur die Hälfte der Schüsse träfe dann das Ziel.“

    „Trotzdem wurden seit 2012 für rund 18 Millionen Euro noch knapp 7700 neue Modelle des Gewehrs bestellt, von dem die Bundeswehr derzeit etwa 160.000 Exemplare im Einsatz hat. “

    (a) sind das eher Marginalien, (b) sind die Probleme auf den akuten Einsatzfall beschränkt.

    Genauso ist bekannt, dass die 5,56er gegen die Lehmmauern nur bedingt wirksam sind. Sie wurden aber auch nicht beschafft Lehmmauern zu durchdringen…

    Ergo: das ‚Großprojekt‘ G36 mit dem Eurohawk zu vergleichen endet bei Äpfeln und Birnen…

  • Forodir   |   28. Mai 2013 - 6:42

    auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Wir brauchen kein neues Gewehr, da gibt es wichtigere Baustellen! Funk, Schutz/Einsatzbekleidung alles Dinge die gerade langsam ins Rollen kommen, aber halt einfach in zu geringen Mengen.
    das G36 ist keine schlechte Waffe und braucht jetzt nur ein paar Upgrades, wenn mann möchte kann man ja die Waffen nach und nach durch Waffen mit ALU-Gehäuse ersetzten aber ich fürchte es scheitert einfach am Geld dafür, solange das System brauchbar ist wird es nicht ersetzt werden weil die Kosten/Nutzen Rechnung für einen Ersatz einfach zu ungünstig ist und wie Vtg-Amtmann bereits sagte, sich nicht so auf das G36 versteifen.

  • JPW   |   28. Mai 2013 - 10:04

    Das ganze wird aus meiner Sicht ausgehen wie das Hornberger Schießen.
    Viel Lärm um wenig, aber Hauptsache der Herr Minister steht weiter im Feuer.

    Nichtsdestotrotz: Ein neues Handwaffenkonzept (an dem bereits gearbeitet wird) erscheint sinnvoll. Aus meiner Sicht muss dieses Konzept Technik, Taktik und – nicht zu vergessen – Training in Form einer zeitgemäßen Schießausbildung umfassen!

    Zu diesem Aspekt mehr hier: http://www.strategie-technik.blogspot.de/2013/04/jeder-soldat-ein-schutze.html

  • Kerveros   |   28. Mai 2013 - 10:11

    @JPW:

    Das Ausbildungskonzept ist mit dem Neuen SAK ja schonmal hinreichend neu geordnet. In Zuge des neuen Konzeptes kamen ja auch diverse Probleme mit Handwaffen zum Vorschein, die sonst wohl in Dekaden nicht aufgetreten wären.. insofern bin ich da ganz zuversichtlich.

  • Voodoo   |   28. Mai 2013 - 10:36

    Ich würde mich über eine neues Standardgewehr freuen ;) Nur eben bitte keinen AR-15/M-16 Klon wie 416 oder 417. Muss auch nichts von H&K sein, wenn andere Waffen besser sind. Innovation und Ergonomie sind da die Schlagwörter. Nur – wird es dazu kommen? Ich denke nicht, denn wo soll das Geld herkommen… Insofern werden „wir“ diese „G 36-Krise“ ebenso wie die „YAK-Krise“ und andere einfach aussitzen.

  • Forodir   |   28. Mai 2013 - 10:43

    @Kerveros und JPW

    Ja da bewegt sich im Moment was, wobei eigentlich alles alte hüte, schon vor 10 Jahren haben etwas engagiertere Ausbilder das ausgebildet, und den „designated Marksman“ gab es schon früher, Schütze mit G3ZF. Das Scharfschützenwesen ist endlich wieder aus der Versenkung geholt worden und die Einzelausbildung der Schützen wird verbessert, soweit auch Mittel da sind, das ist nämlich gar nicht so einfach da nSAK doch einiges an Vorausetzungen verlangt. Insgesamt kann man sagen, dort wo gute Ausbilder und Vorgesetzte mit breiten Kreuz waren war die Schützenausbildung immer schon auf gutem Niveau, leider ging das immer mehr zurück weil wir ja als THW eingesetzt wurden, wie gesagt ein Schwert wird irgendwann auch stumpf.

  • Forodir   |   28. Mai 2013 - 10:46

    @Voodoo Neues Sturmgewehr wäre in der tat nice, aber da denke ich sind wir bei wünsch dir was, und wie gesagt im Moment gibt es kein Gewehr das ich jetzt vorziehen würde,..wenn dann bitte eine Neuentwicklung wo endlich mal alle Punkte vereint werden,..nicht mal das FN SCAR überzeugt in Bedienbarkeit und Störungsresistenz, naja XM8 hat sich ganz gut geschlagen in den Tests,..aber hässlich wie die Nacht :P

  • Kerveros   |   28. Mai 2013 - 10:50

    @Forodir:
    “ Insgesamt kann man sagen, dort wo gute Ausbilder und Vorgesetzte mit breiten Kreuz waren war die Schützenausbildung immer schon auf gutem Niveau,“

    Schön wäre es gewesen. Unabhängig von der Breite des Kreuzes der Vorgesetzten hätten die vor 10 Jahren in technischen Verbänden niemals die notwendige Munition bekommen.
    Gute Schiessausbildung war lange Zeit eher ein Privileg der diesbezüglich vorrangig eingesetzten Verbände. Dank nSAK ist es nun wirklich ‚IGF‘, egal ob Fernmelder, Logistiker oder Mech..

    In der Technik haben jahrelang 5 Schuss mit der P8 pro Jahr ausgereicht ;) (wenn man die überhaupt absolviert hat…)

  • Forodir   |   28. Mai 2013 - 10:56

    @Kerveros

    Ich komme aus dem Fernmeldebereich und dort haben wir entsprechend versucht unser möglichstes umzusetzen, allerdings wurde oft auch das Munitions Kontingent andere Kp’s verschossen da diese kein Interesse daran hatten dies auch zu nutzen, wie gesagt vieles in der Armee liegt sehr an den Persönlichkeiten die dort Arbeiten, im guten wie im schlechten.

  • Kerveros   |   28. Mai 2013 - 11:00

    @Forodir:
    Fm-Heer, Fm-SKB oder Luftwaffe?

    Selbst da lagen nochmal Welten dazwischen… inzwischen sollte mit der SKB das ganze ja einheitlich Heereslastig sein.

  • Forodir   |   28. Mai 2013 - 11:15

    @Kerveros

    ja zugegeben damals Fm-Heer, die Umstellung auf SKB war was das allgemein Militärische anging echt eine Katastrohe, naja wenigstens IGF ist auch hier gleich. Ich habe schon oft versucht dagegen zu Arbeiten wenn die Btl-Führung mal wieder meinte das wir in erster Linie Techniker sind, eigentlich müsste man da konsequent sein und uns die Waffen abnehmen :P brauchen wir im Einsatz ja eh nicht wie mir mein OTL versicherte, naja den Typen hab ich auch hinter mir.

  • Delkus   |   28. Mai 2013 - 11:29

    @Vtg-Amtmann : Da bin ich ganz Deiner Meinung. Allerdings befürchte ich, das den besagten Vöglein, das Singen entweder verboten oder gar erschwert werden wird……oder es wird wieder ein Gesangsverbot erteilt….
    Wo kommen wir denn dahin, wenn jeder sein eigenes Lied trällern dürfte. Oder aber, es wird ein ganz neuer Liedtext verfasst, denn sie dann alle Singen dürfen……

  • elahan   |   28. Mai 2013 - 12:05

    und wann kommt das Ergebnis der so tollen Vertragsverhandlung von TdM bezgl NH90 auf den Tisch? Bevor die Akten von VS-NfD auf Geheim umgestuft werden……… so wie gerade beim EH, oder danach?

  • elahan   |   28. Mai 2013 - 12:07

    ja, die Texte für die Lieder könnten verschlossen werden :-)

  • Vtg-Amtmann   |   28. Mai 2013 - 20:18

    Gesetzt den Fall, mit der anonymen Anzeige und/oder den beschlagnahmten Akten liegen der Staatsanwaltschaft klare, eindeutige und in der Sache relevante Beschussberichte auf dem Tisch, welche z.B. beschönigt, unterdrückt oder gar geschreddert werden sollten. Dann werden sicherlich die richtigen Vöglein als Zeugen geladen und der Beschuldigte will sich i.d.R. ja auch noch „freischwimmen. Da könnte die Angelegenheit für das BMVg durchaus noch einen „haut goût“ bekommen, an dem man wenig ändern kann. Dies gilt speziell wenn beim Wehrbeauftragten noch eine „Spiegelakte“ liegen würde, denn dann könnte es ganz eng werden. Und wenn es sich nicht um das G36 handeln sollte, dann schwingen dessen „O-Töne“ auch noch mit!

  • Delkus   |   29. Mai 2013 - 1:12

    @Vtg-Amtmann : Bleibt nur zu hoffen, dass Du mit Deinen Vermutungen richtig liegst und, das die besagten Akten z-B. nicht schon im Vorfeld beschönigt oder gar bereinigt worden sind. Denn dann, könnte es mit dem „freischwimmen“ schwierig werden…Weiterhin stimmt es verwunderlich,, das noch keines der richtigen Vöglein, die bislang noch unisono in der Volliere, die gewünschten Lieder singen oder gar ein Gesangsverbot haben, es gewagt hat, einmal ein ganz anderes Lied zu trällern… Und, aus gegebenen Anlass, würde ich anstelle von “haut goût”, dem Schwäbischen „Geschmäckle“, den Vorzug geben wollen….

  • Reinke   |   01. Juni 2013 - 0:13

    Mal ein Zitat aus der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Wehrtechnik zum Thema MG 5 Beschaffung:

    „Viele Beobachter rügten die auf ein bestimmtes Produkt zugeschnittene Ausschreibung und bezeichneten die Bundeswehr im Bereich Handwaffen schon als geschlossenen Markt“

    Der Autor hatte „leider“ gar nicht so unrecht, mit dem was er schrieb und ich kann es nicht nachvollziehen, das die Beschaffungen wie z.B G27, G28, anscheinend Sang und Klanglos an TdM vorbeigezogen sind!

  • Delkus   |   01. Juni 2013 - 1:07

    @Reinke

    Und das MG 5 Projekt bzw. Ausschreibung bitte nicht vergessen, (Sang & Klanglos…)

  • Bang50   |   01. Juni 2013 - 12:27

    Ich werde mal versuchen die Themen etwas zu systematisieren, da hier einiges durcheinander kommt.

    Die Kritik des Bundesrechnungshofes bezieht sich primär auf das Kaliber 5,56mm. Dieses Kaliber ist in der gesamten NATO verbreitet und erfüllt seine Funktion – vorausgesetzt der Schütze hat gelernt zu treffen und die Waffe den Spezifikation nach zu verwenden, was in ca. 95% aller Situationen das Problem sein dürfte. Die anderen 5 % sind Probleme, welche das Geschoss an sich betreffen. Ein Vollmantelgeschoss ist nicht darauf ausgelegt, eine große wundballistische Leistung zu erbringen. Dieses Problem betrifft primär das Militär, da dieses sich an die Haager Landkriegsordnung halten muss und keine Deformationsgeschosse verwenden darf. Ausnahme ist das KSK, welches erst kürzlich die Erlaubnis bekommen hat, bei polizeilichen Zugriffsoperationen Deformationsgeschosse verwenden zu dürfen. Ob Vollmantel oder Deformationsgeschoss, die 5,56 wird noch lange Zeit die Standardpatrone der NATO bleiben – jedoch unterstützt durch die 7,62mm. Mittelkaliber sind inzwischen völlig tot und spielen in den Überlegungen keine wirkliche Rolle mehr, da man sich mit deren Einführung sehr viele Probleme ins Haus holt.

    Das HK416A5 wurde nach unbestätigten Gerüchten der Buschtrommel, als die neue Standardwaffe für KSK und Feldjäger ausgewählt. Dieser Schritt war logisch und nachvollziehbar, da sich das Hk416 in Kreisen der Spezialkräfte, fast als Standard etabliert hat. Was mit einer angeblich mangelhaften Charge sein soll, welche die BW gegen Entgelt zurück schickte, ist bis jetzt noch unklar.

    Das G36 ist eine Polymerwaffe, die gewisse Designschwächen besitzt, wenn man Optiken auf der picannty rail montiert oder wenn diese Waffe stark beansprucht wird. Als die BW diese Waffe beschaffte, sollte eine Waffe gefunden werden, an der sich Wehrpflichtige leicht ausbilden ließen und die in großen Stückzahlen günstig zu fertigen war. Mit dem Einsatz in Afg. wurden Handwaffen wie noch nie an die Leistungsgrenze gebracht. Stundenlange Feuergefechte, enorme Hitze, feiner Staub, große Distanzen etc… Die Probleme mit dem G36 welche dadurch offensichtlich wurden, kann man also als lessons learned verbuchen. Die BW legte mit IDZ-ES ein Infanterieprogramm auf, in dem auch das G36 überarbeitet werden sollte. Erstaunlich ist die Tatsache, dass man trotz dieser Erfahrungen keine Notwendigkeit sah, dass G36 in dieser Hinsicht zu überarbeiten. Jedoch hat HK inzwischen ein G36 mit Aluminumbett entworfen, welches nun jedoch den französischen Streitkräften als günstigere Alternative zum HK416 angeboten werden soll. Der Verlauf auf der Zeitachse legt nahe, dass HK schon länger an diesem G36 arbeitete und wahrscheinlich auch mit Blick auf IDZ-ES diese Entwicklung ausführte. Beschafft wurden für IDZ-ES jedoch nur ein leicht geändertes G36. Nun gibt es Gerüchte, wonach die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sich in diese Richtung bewegen.

    Ob nun G36, HK416, Bushmaster ACR oder FN SCAR – alle Waffen haben ihre Stärken und Schwächen. Insgesamt ist nach den Erfahrungen in Afg. jedoch folgender Trend festzustellen: Polymere sind nicht die Zukunft welche man sich erhoffte, da sie unter großer Hitze mehrere schlechte Eigenschaften besitzen – zu diesen Waffen gehört das G36, Bushmaster ACR und in Teilen auch das FN-SCAR. “Wunderwaffen“ wie Bushmaster ACR und FN SCAR bieten keine wirklichen Vorteile gegenüber modernen AR15 Systemen. Die Erfahrungen amerikanischer SF mit ihren FN SCAR`s sind ehr ernüchternd und der Trend geht schon wieder zurück zu den AR15 Systemen. AR15 Systeme sind wahrlich nicht das Wunder der Ingenieurskunst, jedoch haben die Entwickler ausversehen einige Designkriterien in dieser Waffe implementiert, die sich fast 50 Jahre später als Vorteilhaft erweisen. Dazu gehört eine niedrige Visierlinie mit einer exakt definierten Passung von Optik zu Lauf und ein Vollmetallgehäuse (gute Wärmeableitung). Inzwischen existieren für AR15 Systemen eine kaum mehr zu überblickende Anzahl an Herstellern für Teile und ganze Waffen. Damit ist es möglich, eine AR15 wie kaum eine andere Waffe an die Individuellen Bedürfnisse und Situationen anzupassen. Darin liegt auch der weltweite Trend zu AR15 Systemen begründet.

    Die Ausschreibung für das neue GPMG der BW, wurde wahrscheinlich tatsächlich direkt von der technischen Beschreibung des HK121 heraus kopiert. Für mich ein Beweis, auf welchem unglaublich unprofessionellen Niveau die Beschaffung in der BW funktionieren muss. In der Realität wird jedoch kein Weg am HK121 als MG5 vorbeiführen, da das HK121 für MG3 (Feld)Lafetten ausgelegt wurde und somit als einziges GPMG das MG3 ohne enormen Aufwand ersetzen kann. Die Konkurrenz auf diesem Gebiet ist auch nicht sonderlich stark, da es kaum moderne GPMGs in der westlichen Welt gibt.

  • Reinke   |   01. Juni 2013 - 13:11

    Zu den MG3 Lafetten: in einem anderen Forum war zu lesen, dass das HK 121 wohl in die vorhandenen MG 3 Lafetten passen soll, es aber durch ein vom MG 3 abweichenden Schussverhalten zu folgendem Phänomen gekommen sein soll: die ersten Schüsse bei Abgabe eines Feuerstoßes sollen wohl im Ziel liegen, allerdings soll es dann zu einer Vergantung der Waffe gekommen sein, was wiederum dazu geführt haben soll, das schon auf einer Entfernung von 100m die Geschosse über dem Ziel gelegen haben sollen. Falls diese Aussagen stimmen sollten, wäre dies sicherlich nochmals zu hinterfragen.