Zu gute Noten für Afghanistans Sicherheitskräfte?

Das Thema, das das ARD-Magazin Kontraste am (gestrigen) Donnerstag aufgegriffen hat, war mir völlig neu: Ein computergestütztes System zur Bewertung von Ausbildungsstand und Kampfkraft der afghanischen Sicherheitskräfte  soll, so der Vorwurf, von der Bundeswehr zu falschen, zu positiven Bewertung der Einheiten missbraucht worden sein – oder sogar noch missbraucht werden.

Aus dem Kontraste-Bericht:

Wir sollen uns das militärische Bewertungssystem namens CUAT ansehen. Da sei manipuliert worden. (…)
Vorher hat jedes Ausbilderteam seinen CUAT-Bericht erstellt und direkt an das ISAF-Hauptquartier in Kabul geschickt. Niemand konnte dann mehr diese Bewertungen der afghanischen Einheit verändern. Doch auf einmal wurde eine Ebene dazwischen geschoben: ein so genanntes Zugriffsrecht für die oberste Führung im Kommando der Bundeswehr.  (…)
Nach KONTRASTE-Recherchen wurden Ausbilder-Berichte offenbar manipuliert. Negative Passagen sollen entfernt oder umformuliert worden sein. So ließ man Probleme und sogar Korruptionsfälle verschwinden. Schlecht bewertete afghanische Einheiten wurden besser eingestuft als sie tatsächlich waren.

Zur notwendigen Erläuterung: CUAT steht für Commander’s Unit Assessment Tool und ist eine Datenbank, die die früheren Capability Milestones als Bewertungsinstrument abgelöst hat. Bereits 2010 kam allerdings eine Studie des amerikanischen Center for Strategic & International Studies zu dem Ergebnis, das CUAT keine sehr zuverlässigen Bewertungsergebnisse liefert. Unter anderem sei die Unparteilichkeit der Bewerter nicht sichergestellt – und das System begünstige so übermäßig positive Einschätzungen: We cannot afford to repeat the mistakes of Vietnam, when the „highly capable“ ARVN collapsed despite years of glowing reviews from American trainers.

Die Frage in die Runde: Hat einer der Leser hier Erfahrungen mit CUAT und kann was zu den angeblichen – deutschen – Manipulationen sagen?

Nachtrag: Auf diese Frage hat ein kundiger Leser geantwortet.

(Foto: Afghan National Army recruits walk back to their formation after completing marksmanship training during Basic Warrior Training in Kabul Military Training Center Jan. 12, 2011. – Navy Visual News Service/Photo by Petty Officer 2nd Class Ernesto Hernandez Fonte via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

 

34 Gedanken zu „Zu gute Noten für Afghanistans Sicherheitskräfte?

  1. Mal wieder das Pippi-Langstrumpf-Prinzip („mache mir die Welt wie sie mir gefällt“).
    In dem zentralen Thema des Einsatzes werden Lagemeldungen „relaitiviert“.
    Da kann man nur hoffen, dass dieses Thema große Aufmerksamkeit bekommt.
    Denn es geht um mehr als das CUAT-System.
    Es geht um den Umgang der mil. Führung mit der Wahrheit (Pargraf 13 Soldatengesetz?).
    Die Abteilung SE im BMVg wird diese Vorwürfe sicher eingehend prüfen – praktischerweise ist GenMaj Kneip ja schon dort in der Leitung…

  2. Ich habe keine Erfahrung mit dem System-aber dieser Missbrauch würde wieder einmal mehr beweisen, das „High-Tech“ in einer Armee nichts verloren hat…..

  3. Das Problem ist wohl auch in anderen Bereichen verbreitet… Gerüchten zufolge ( ;) ) sollen die militärischen Zwischenebenen ja in der Vergangenheit generell Berichte zusammengefasst haben und dabei im Sinne der höheren Führung optimiert haben… bis man dann mal veranlasst hat, die originalen Berichte der unterstellten Einheiten zu übersenden.

    @huey: das Problem ist eigentlich nicht mit der Technik assoziiert. Karriereleute wollen ‚performen‘ um sich zu profilieren. Da sind negative Ergebnisse, ob diese einem selbst zuzuschreiben sind oder nicht, einfach nicht zu gebrauchen – ergo beschönigt jede Zwischenebene ein wenig mehr nach oben hin. Wird das Ganze dann mal aufgrund einer Eingabe oder ähnlichem untersucht, dann macht man praktischerweise den Bock zum Gärtner und fordert die Stellungnahmen von oben nach unten und retour an, so dass die Ebenen die in Zweifel gezogen wurden auch wieder die Ebenen sind, über die der Informationsfluss gebündelt wird… mit bekannten Ergebnissen. Im Endeffekt existieren dann keine Probleme und die Truppe hat mal wieder völlig unbegründet den Aufstand geprobt. Zur Not ruft man von entsprechend hoher Stelle mal unten an und übt ein wenig Druck aus…

    Aber das ist natürlich nur die Sicht der Vertreter der Froschperspektive die mangels höherbesoldeter Einsicht nicht für voll zu nehmen ist…

  4. @kerveros

    „Aber das ist natürlich nur die Sicht der Vertreter der Froschperspektive die mangels höherbesoldeter Einsicht nicht für voll zu nehmen ist…“

    *Daumenhoch*

    Ist es ein Wunder das sich die Führung für eines der Grundprobleme dieser Armee moderner Mittel bedient ?

  5. Wow. Dass die Bundeswehr nach außen ein geschöntes Lagebild verkauft ist ja nicht gerade neu. Aber das bereits innerhalb der Bundeswehr nicht nur vorauseilend schöngemeldet, sondern tatsächlich noch nachträglich manipuliert wird, das hat mich dann doch überrascht.

    Das ist jetzt wirklich ein Schlag ins Gesicht der Leute, die bei der BW die Arbeit machen. Deutlicher kann man innerhalb der BW die Mißachtung (und Verachtung?) der eigenen Untergebenen und das … „Anschmiegen“ nach oben kaum zum Ausdruck bringen.

    Erbärmlich.

    (Btw, die Szenen der ANA-Ausbildung sind aus der ZDF-Doku „Schulter an Schulter“.)

  6. na ja, planen und führen mittels controlling Methoden/Technik unter Verwendung poitisch korrekt formatierter Semantik führt eben zu dieser smart ad-hocracy ;-)…..vorsichtig optimistisch, aber ohne Gewähr…..oder Gewehr ?

  7. Ich habe keine Erfahrungen mit CUAT, wohl aber mit „Richtigstellungen“ seitens RC North.
    Da wurden negative Meldungen aus Kunduz mit den Worten „Das will in Berlin keiner hören, das passt nicht ins Konzept“ kommentiert.

    Kurzum: Plötzlich war die ANA auf einem Level, dass man selber gar nicht glauben konnte… Rot, also nicht einsatzfähig, musste begründet werden (!), merkwürdig nur, dass die Begründung vom OMLT dann oft nicht akzeptiert wurde und die ANA mindestens auf gelb gesetzt wurde.

  8. N Das gleiche war doch mehrfach im Kosovo der Fall. 2004 oder vor 1 Jahr als man unabhängig von der Sicherheitslage reduzieren wollte…
    Und deshalb dauerhaft die Reserven einsetzt.
    Und klar denkt die Leitung (führung wäre zuviel aktivität) dann dass alles alles gut ist und ist immer total überrascht über die Ereignisse…..

    Der o.a. Artikel wundert mich nicht. Im Gegenteil wäre ich überrascht wenn ausgetechnet dort Ehrlichkeit gelebt würde.

  9. Wie häufig ist diese Manipulation wohl vorgekommen?

    Politiker haben ein Interesse an positiven Nachrichten, Medien an negativen. :)

  10. Oh Mann, wenn das stimmt… :-(

    Erst sind die Statistiken über die Vorfälle nicht korrekt, jetzt ist die ANA weniger einsatzfähig als angegeben. Wenn das stimmt, ist die Lage katastrophal.
    Vielleicht sollte man dann auch noch mal die Äußerung von General Pfeffer („vorsichtig optimistisch“) überprüfen. Ich kann nur hoffen, dass er sich selbstbewusster von den höheren Ebenen absetzt und es nicht so gelaufen ist, wie @Commander hier gepostet hat ( “Das will in Berlin keiner hören, das passt nicht ins Konzept”).

    Hat man vor lauter Abzugswahn die Realität völlig vergessen?

  11. Film :
    Ein ANA Soldat liegt auf dem Boden ( Verletzt) ein US Soldat hilft kein ANA Soldat hilft .
    Und ANA Soldaten Schreien sich an und keiner kämpft

  12. CUAT-Erfahrung nein, Erfahrung mit Manipulationen: ja

    Habe in meiner Zeit als InfanterieZgFhr circa 20 Erfahrungsberichte zu allerlei Themen verfassen müssen. Zurück in DEU habe ich dann Zitate oder ganze Passagen meiner Berichte in völlig anderen Zusammenhängen wiedergefunden.

    Mir kommt es so vor als wären Schönfärberei, Lügen und Manipulation die drei Säulen der „Inneren Führung“, mit einer ehrlichen Sachverhaltsdarstellung hat das bei uns ab
    dem Dienstgrad Maj / OTL oft nichts mehr zu tun… *dislike*

    Bsp.: Unser Verband (QRF) meldete seine Fahrzeuge in AFG zu 90 % einsatzbereit, obwohl alle (in Worten: A-L-L-E) ZgFhr diverse Ausfälle von Waffenanlagen, Störausstattungen und Funk nachweislich anzeigten. So waren über ein Dutzend Fahrzeuge wochenlang in der Inst KDZ + MeS, darunter TPz, DINGO, SPz.

    Begründung: „Sie haben doch Transportfahrzeuge meine Herren, und fahren tun die `Autos´ doch, oder…? Also, S4, melden Sie unsere Fahrzeuge „EINSATZBEREIT“…

    …so schwer, wie wir uns als Bw das Leben selber machen, bedauern uns bald sogar die Aufständischen!

  13. Auszug aus WStG:

    Vierter Abschnitt
    Straftaten gegen andere militärische Pflichten
    § 42
    Unwahre dienstliche Meldung

    (1) Wer
    1. in einer dienstlichen Meldung oder Erklärung unwahre Angaben über Tatsachen von
    dienstlicher Bedeutung macht,
    2. eine solche Meldung weitergibt, ohne sie pflichtgemäß zu berichtigen, oder
    3. eine dienstliche Meldung unrichtig übermittelt und dadurch wenigstens fahrlässig
    eine schwerwiegende Folge (§ 2 Nr. 3) verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei
    Jahren bestraft.
    (2) Der Versuch ist strafbar.
    (3) Wer im Falle des Absatzes 1 leichtfertig handelt und die schwerwiegende Folge
    wenigstens fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft.

    Noch Fragen ?

  14. @Etienne:
    Wenn ich pünktlich zum Tag x abziehen möchte, müssen rechtzeitig alle afghanischen Truppen gut genug ausgebildet sein. Also könnte man ja auf der Zeitachse vorher festlegen, wer wann wie gut ist, damin man eine kontinuierliche Entwicklung beobachten und begründet abziehen kann. Eigentlich eine schlaue Idee, hatte aber wohl schon jemand…
    Hier liegt natürlich keine Falschmeldung vor, eher eine self-fulfilling prophecy.
    Und die wichtige Stelle in Ihrem Zitat lautet “ über Tatsachen von dienstlicher Bedeutung macht“: der Sachverhalt kann also keine dienstliche Bedeutung haben, denn Dienstvergehen würden ja verfolgt werden, oder?

  15. @ Oknos

    Der Begriff im WStG lautet „Tatsachen“. Meldungen, die den Grad der Einsatzbereitschaft von Personal oder Material beinhalten, müssen auf Feststellungen von Tatsachen beruhen. Es sei denn, es wird klar und eindeutig in der Aufforderung zur Meldung nach einer diesbezüglichen „Einschätzung“ gefragt.

    Eine systematische Erfassung von Faktoren, die den realen Status von (militärischen) Einheiten / Organisationselementen anhand definierter Klassifizierungsmerkmale und -belege feststellen und dokumentieren soll, kann nur auf Tatsachenfeststellungen und entsprechenden Nachweisen basieren. Aber…d a s ist nun wirklich Grundlage jeglicher Organisation – nicht nur im militärischen Kontext.

    Mag es sein, dass – sollten sich die in dem KONTRASTE-Bericht erhobenen Vorwürfe belegen lassen – gegen die Unterzeichner / Mitzeichner dieser „unwahren dienstlichen Meldungen“ aus „überordnetem Interesse“ und aus Gründen der Staatsraison nicht wehrstrafrechtlich ermittelt wird…?

  16. Eine ernsthafte Diskussion über diese Berichte ist völlig überflüssig. Es ist doch jedem halbwegs über afghanische Verhältnisse (endemische Korruption + Stammesgesellschaft) orientierten Menschen klar, dass eine funktionierende ANA eine absurde Vorstellung ist. Hier geht es nur um Politik, im Kern darum, dass der ganze Afghanistaneinsatz (bis auf die Waffenerprobung) ohne jedes positive Ergebnis enden wird.

  17. Ich habe die CUAT Berichte der Monate 01-07.2010 von 2/209 erstellt und die entsprechenden Berichte der Kandaks der Brigade eingesammelt und weitergeleitet.

    Von systematischen Fälschungen in diesem Zeitraum ist mir nichts bekannt. Es wäre meiner Ansicht nach auch problematisch, da sie nicht nur an das RC N gingen, sondern auch auf dem OMLT Strang abgesandt wurden. Zusätzlich wurden wir im Abgang RC N nachrichtlich beteiligt. Man darf nicht vergessen, dass die Akteure bei RC N und OMLT Korps multinational sind und dort die Verantwortung mitnichten nur auf DEU-Schultern lag. Bei der Erstellung des CUAT 2/209 in KDZ vor Ort – über Beamer – waren übrigens immer alle Mentoren beteiligt und wir haben im Team die jeweilige Einschätzung diskutiert. Wir sprechen alleine hier von vier beteiligten Nationen.
    Mein Nachfolger war ein belgischer Stabsoffizier. Warum der Meldungen auf Wunsch Berlin fälschen sollte erschließt sich mir nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass beispielsweise das 3. Kandak 209 – mit US Offizieren – nicht auch noch einen paralellen nationalen Meldeweg gefahren hat. Ein stellvertretender Kdr RC N – US General – ist sicher auch bereit einen CUAT Report zu fälschen, der in letzter Konsequenz als Zusammenfassung seinem Präsidenten vorgelegt wird!

    Das CUAT-Programm lies nach Abschluss seitens des jeweiligen Senior Mentors und Erzeugung der Export-Datei auch keine Veränderungen der Einschätzung der jeweiligen Ebene mehr zu. Die Amerikaner haben da schon vorgebaut. Lediglich eine Kommentierungsfunktion war übergeordneten Ebenen – nach einlesen der Exportdatei – möglich. Klartext: Auf Ebene Brigade war es nicht möglich einen CUAT-Wert eines Kandaks zu ändern! Analog gilt das für das Korps. Technisch ist eine Fälschung in der geschlossenen CUAT-Software schon eine Herausforderung, die mit meinen IT-Anwenderkenntnissen nicht möglich ist! Von daher spekuliere ich, dass es sich bei den Vorwürfen nicht um Fälschung des CUATs, sondern um Veränderungen von ppt-Briefing-Darstellungen handelt, was für das eigentliche System ohne Relevanz ist.

    Man muss sich auch bewusst sein, dass neben der regelmäßigen Selbsteinschätzung die verbindliche Validierung durch US-Teams erfolgt. In diesen Validierungen wurden die Kandaks der DEU OMLT regelmäßig aufgestuft, weil die Selbsteinschätzung der DEU OMLTs wesentlich kritischer war. Ein Beispiel ist hier das GSU OMLT KDZ (Garrison Support Unit), dass durch die Luftwaffe gementort wurde. Während nach Selbsteinschätzung des Lw OMLT im CUAT den Verband zunächst im roten, später im orange/gelben Bereich eingestuft hat, war das offizielle US Validierungsteam – im Folgekontingent – restlos begeistert und hat dem Kandak – m.W. als erstes Kandak Afghanistans überhaupt – die Einstufung Independent – also grün – verliehen. Ich will nicht ausschließen, dass die Unterschiede in US-Validierung und schlechteren Eigeneinschätzungen ursächlich für die Vorwürfe sind. Möglicherweise wurden die besseren offiziellen US-Werte durch übergeordnete Stäbe in Briefings verwendet und national weiter gemeldet, aber das ist meine Spekulation. Es wäre auch nicht verwerflich, da die offizielle Validierung die Selbsteinschätzung der Truppe vor Ort – ohne Vergleichsmöglichkeit – zweifelsfrei schlägt, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Eine Abweichung der auf dem Dienstweg erfolgten CUAT-Meldungen von den im örtlichen Briefing vor einer Validierung vorgestellten Eigeneinschätzungen, wäre übrigens spätestens da offensichtlich geworden und mir ist nicht klar, wie man das umgehen wollte, ohne das alle bis zum letzten multinationalen Mentor an einer Fälschung beteiligt wären. Wir sprechen jetzt schon von einer signifikant dreistelligen Gruppe von Beteiligten aus der halben NATO über mehrere Kontingente – abwägig.

    Weiterhin waren die CUAT-Einstufungen Teil der Erfahrungsberichte, Briefings etc. Da die nationalen DEU Erfahrungsberichte in der EEBw (Datenbank Einsatzerfahrung Bundeswehr) eingestellt sind und keine Abweichung vorliegen, kann ich für den o.g. Zeitraum ausschließen, dass sie manipuliert worden sind.

    Ich habe das Magazin nicht gesehen und kann daher zu den konkreten Vorwürfen wenig sagen, außer das es sich mit meinen Kenntnissen nicht erschließt wie man eine solche Fälschung praktisch durchführen sollte und eine zu positive Ausgangsdarstellung hält einer Validierung nicht stand. Wenn in irgend einem ppt-Stabsbriefing jemand eine Zahl geändert hat, hat das mit CUAT nicht viel zu tun.

  18. @Stefan H.

    Vielen Dank! Das war, was ich gesucht habe: Jemanden, der mit dem System gearbeitet hat und berufen was dazu sagen kann…

  19. @ Stefan H.

    Vielen Dank für Ihre sachlichen und sehr ausführlichen Darstellungen und Erläuterungen.

  20. @Stefan H.

    Danke für Ihren Beitrag. Aus eigener Erfahrung kann ich das alles bestätigen.
    Das Problem ist die Umsetzung von Datenbank-gestützten Analysen in eine politisch korrekte Präsentation in stark verdichteter Form mittels powerpoint.
    Der amerikanische Präsident und andere Imitatoren wie Frau Merkel akzeptieren nur 20 Folien und die höchstmöglichst unkontrovers im Sinne von „positiv optimistisch“.
    Virtual Reality

  21. …der Kaiser will das nicht hören
    ..der Führer will das nicht hören
    ..der Erich will das nicht hören
    ..Bonn will das nicht hören
    ..Berlin will das nicht hören

    historischer Hörsturz ?

  22. Am Ende des Kontraste-Berichtes wurde ja behauptet, dass BMVg habe zugegeben, dass die Bewertungen teilweise „relativiert“ wurden. Daher gab es also solche Vorgänge??
    Ist eben der Kern von „declare victory and go home“.

  23. @Stefan H.
    Danke für die Erhellung!

    @T.W.
    Auch wegen solchen Rückmeldungen lese ich Ihren Blog so gerne!

  24. @Stefan H.

    Bevor Sie etwas kommentieren, sollten Sie den Beitrag auch gesehen haben. Das was Sie hier über CUAT berichten ist nicht falsch, aber ziemlich veraltet. Entscheidende Dinge haben Sie übersehen.
    1. Die Validierung von Einheiten wie sie es beschrieben haben wurde Januar 2012 abgeschafft.
    2. Genau der Fakt, dass die Berichte nicht mehr geändert werden konnten, sobald die Senior Mentoren die Berichte submitted hatten, trifft seit Ende 2011 nicht mehr zu. Es wurden zwei neue Ebenen über den Brigade Senior Mentoren eingefügt (Senior Mentor 209. Corps und COM RC North), die über Lese- und Schreibberechtigung verfügen. Und diese Ebenen sind rein DEU besetzt. Es geht hier also nicht um die zusammenfassende PPT, die nach Abschluss des CUAT cycles für Briefings erstellt wurde.

    Warum ich das weiß? War als Mentor auf Corpsebene Mitte 2012 eingesetzt und habe die Hierarchie der CUAT Datenbank einsehen können.

  25. @Exmentor
    Der Zeitraum meiner Erfahrung ist angegeben.
    Hat sich an den US Teams zur Validierung vor Ort auch etwas geändert?

  26. Oberhalb der Regionalkommandoebene ist CUAT nur eine Informationsquelle mit bekannten Staerken und Schwaechen. Ergaenzend werden die Einheiten daher beispielsweise durch spezialisierte Teams des ISAF Oberkommandos besucht, die den Vergleich im Land herstellen und unterschiedliche Bewertungsmassstaebe ausgleichen koennen. Details zu bzw. aus CUAT gehoeren im Uebrigen nicht in dieses Forum.

  27. @Nordlicht
    „Details zu bzw. aus CUAT gehoeren im Uebrigen nicht in dieses Forum.“

    und warum nicht?

  28. @Koffer
    Eine Frage der Einstuftung von CUAT und der fuer deutsche (auch ehemalige) Soldaten im Soldatengesetz enthaltenen Verschwiegenheitspflicht.

  29. @Nordlicht

    Hm, wenn politisch bedeutsame Bewertungen manipuliert werden, aber die Manipulation eingestuft ist, darf man nicht drüber reden?

Kommentare sind geschlossen.