Jung&Naiv: Frauen in den Streitkräften

Am heutigen Internationalen Frauentag haben Tilo Jung und ich über Frauen in den Streitkräften geredet. Ich weiß, ein Thema, das viele Emotionen freisetzt.

Der Hinweis an alle, die sich bei den vorangegangenen Folgen von Jung und Naiv über schlechtes Bild, schlechten Ton, fehlenden Schnitt… kurz: über die Technik geärgert haben: Daran will Tilo etwas ändern. Sein Projekt bei krautreporter.de.

Übrigens: Dieses Format wäre doch was für den Grimme Online Award.… (ihr erinnert euch: für den Augen geradeaus! vor zwei Jahren nominiert war, es hat dann leider doch nicht geklappt). Wer Jung & Naiv vorschlagen möchte: Hier entlang – und wenn, dann schnell: Die Vorschlagsfrist endet am 15. März.

26 Gedanken zu „Jung&Naiv: Frauen in den Streitkräften

  1. Ich war ja gerade stark in Versuchung Krautreporterin.de und Krautreporterinnen.de zu registrieren. Die Domains sind noch frei. Eigentlich eine Sauerei, sich künstlich über die Aufregung in den Kommentaren hier aufzuregen, aber dann bei so einem sexistischen Seite mitzumachen ;-)

  2. Ich muß widersprechen. Den Dienstgradzusatz (w) gibt es offiziell nicht.
    Wird zwar immer mal wieder gern verwendet, taucht aber in keiner Vorschrift auf.
    ;)

  3. „Nicht viele“, naja manchmal sind wenige schon zu viele *Hust*. Mit dem Zusatz „(w)“ wäre ich außerdem vorsichtig. Stichwort Diskriminierung

  4. @hotto

    Ich hatte ja schon zu Beginn dieser Reihe drauf hingewiesen: Ihr seid nicht die Zielgruppe.

  5. Die Überschrift beschreibt es am Besten: Jung&Naiv: Frauen………

    Wenn sie dann Mütter sind, stellen sie fest, dass Familie & Diens als Einsatz-Soldat unvereinbar ist!

  6. @ Herr Wiegold,

    Ja, das weiß ich doch, um so interessanter ist das ganze ja. Insgesamt gute Ausführungen im Interview wie ich finde. Der ein oder andere würde erschrecken, wenn er mitbekommen würde, was so alles in der Truppe in Bezug auf die Soldatinnen „läuft“.

  7. @elahan

    Für Väter nicht? Gibt übrigens auch hier mitlesende Väter, bei denen die Mutter des Kindes in den Einsatz geht…

  8. Mir gefällt das Format sehr gut. Wenn mich Kollegen, die mit „Peng und Bumm“-Fragen im Leben weniger zu tun hatten, zu eben diesen Themen fragen, dann leite ich sie mittlerweile gerne zum „Jung&Naiv“-„Peng und Bumm“-Experten Thomas Wiegold weiter, denn damit vermeide ich die Abschreckung vom Thema durch „Militär-Bla-Kauderwelsch“ zu dem ich bei Erklärungen öfters selbst neige ;).

  9. Das Format ist sehr Gut, aber die Nummer mit dem Schneiden des Videos muss ein Witz sein, der irgendwie an mir vorbei geht…

  10. Das Interview ist symptomatisch für große Teile der Debatte über die Verwendung von Frauen in allen Truppenteilen der Bundeswehr:

    Thomas Wiegold erkennt und benennt die beiden Hauptprobleme (körperliche Unterlegenheit, Gruppendynamik), spielt das ganze Problem aber trotzdem auf Verlustängste von irgendwelchen Ewiggestrigen herunter, die sich am Schild „Kasernenkommandantin“ erregen. Am Ende bleibt der Tenor, dass die Kritik an der Verwendung von Frauen in der Truppe mehr oder weniger die Pathologie alter, weißer Männer in den letzten Jahren ihrer Macht ist.

    Dabei geht es – nicht nur – um die Kampfkraft der Truppe, sondern auch darum, dass 18-jährigen Mädchen weisgemacht wird, sie könnten in der Laufbahn als Kampftruppenoffizier oder -feldwebel „ihren Mann stehen“, wenn sie es nur wirklich wollten. Selbst wenn sie pummelig sind oder nur 50kg wiegen.

    Sicher, es gibt einige sehr beeindruckende Gegenbeispiele, aber die sind in der verschwindend geringen Minderheit. Übrig bleiben Soldatinnen, die, in der Realität angekommen, ziemlich heftig unter der Überforderung leiden.

  11. Man(n) kann es so sehen wie Sie, @Martin Böcker, man kann aber auch die Frage stellen, ob die BW nicht langsam einmal daran gehen sollte „Verwendungsfähigkeit“ differenzierter zu definieren. Gegenwärtig verstehen viele – insbesondere Heeres – Offiziere unter Verwendungsfähigkeit = infantristische Kampffähigkeit und das bitte bis ins fortgeschrittene Dienstalter….siehe diesen IGF Schwachsinn.
    IMHO müsste man mal hier ansetzen und etwas differenzierter von Seiten des Dienstherren sich mal Gedanken machen, ob der „Universal Soldier“ ein realistisches, modernes, zukunftsfähiges soldatisches Leitbild ist. Mir ist als CyberOperator eine hacker-coachpotatoe allesmal lieber als ein durchtrainierter Mäuseschupser, der bit und byte nicht auseinanderhalten kann ;-))

  12. @ Martin Böcker
    „Die Verwendung (!) von Frauen in der Truppe“, diese Formulierung ist kein intellektuelles Ruhmesblatt. Ob Absicht oder nicht: Besser erst denken, und dann erst schreiben. Gilt auch für Männer.

    @ klabautermann
    Dieser völlig richtige Gedanke prägt im wesentlichen auch die israelische Denkweise in der IDF. Und zwar mit bestem Erfolg.

  13. @KeLaBe

    na ja, der Begriff „Verwendungsaufbau“ ist offizielles BMVg Neusprech, wie viele dieser Worthülsen, die mit der KdB und den darunter befindlichen „Hierarchie der konzeptionellen Dokumente“ Einzug gehalten haben in die Planungs-und Führungskultur des BMVg und leider auch der Streitkräfte.

    „The New Road to Serfdom“ regt auch in dieser Hinsicht zum Nachdenken an in Sachen Neuausrichtung der Bundeswehr…..denn mainstreaming ist in ;-))

  14. @ klabautermann

    Stimmt, die deutsche Sprache gerät in der (militärischen wie zivilen) Ministerialbürokratie zunehmend unter die Räder. Meist merkt man gar nicht mehr, wie lächerlich oder gar widersinnig vieles bei näherer Betrachtung klingt.

    Trotzdem: Der Begriff „Verwendung“ ist nach meiner Auffassung explizit personalführerischer Natur und bezieht sich auf konkrete Dienstposten, was nicht zu beanstanden ist. Die allgemeine Formulierung „Verwendung von Frauen“ (mit „Verwendungen“ könnte ich eher leben) hingegen lädt zur Doppeldeutigkeit ein. Vor dem Hintergrund der ohnehin schon aufgeladenen Emotionen in diesem Themenbereich ist das für eine sachliche Auseinandersetzung wenig hilfreich. Wie gesagt: Vielleicht ist es nicht nur gedankenlos (und damit in Grenzen verzeihlich), sondern es steckt Absicht dahinter. Es gibt ja auch in dieser Debatte auf beiden Seiten Eiferer, die weniger von Pragmatismus als von Dogmen getrieben werden.

  15. @KeLaBe

    völlig Ihrer Meinung, ich wollte nur darauf hinweisen, dass das „mainstreaming“ bereits viel länger, tiefer und breiter wirkt als nur beim Thema „gender“ ;-)

  16. Ich würde ergänzen wollen

    Das bei korrekter Anwendung von Eignung, Leistung und Befähigung es eigentlich nicht zu solchen Problemen kommen sollte….. sich dann aber auch der ein oder ander Mann nicht wundern sollte, wenn er ein paar Dinge „nicht mehr“ machen darf.

  17. @ Soenke Mahranens

    Genau das ist der Punkt. Eignung, Leistung und Befähigung sind maßgeblich für Dienstpostenbesetzung, Förderung und Beförderung. Und zwar mit Blick auf den jeweils einzelnen Soldaten, nicht auf pauschale Merkmale. Wenn man das so akzeptiert und konsequent umsetzt, erübrigt sich eigentlich jede weitere Diskussion.

  18. Zum Format: Schitt und Schwenk sind vollkommen überfüssig. Solange der Inhalt stimmt, ist der technische Firlefanz überflüssig. Kleine Späße darum lockern gerade im richtigen Maß auf.

    Die Diskussion selbst zeigt in die richtige Richtung. Könnte es nicht sein, daß die verschiedenen Tätigkeiten/ Verwendungen unterschiedlich wertgeschätzt werden und darum manche Verwendungen angestrebt werden, auch wenn sie nicht der persönlichen optimalen Befähigung entsprechen?

    Also Einzelkämpferausbildung als persönliche Herausforderung? Manchmal muß man im Leben einsehen, daß einem für eine bestimmte Tätigkeit das Rüstzeug fehlt. Ich weiß, daß ich Dinge kann, für die es heute kaum noch sinnvolle Verwendung gibt, Also muß ich meine Brötchen mit anderen Dingen verdienen, ob mir das paßt oder nicht.

  19. „Thomas Kossendey, der Staatssekretär des Ministers, verweist in diesem Zusammenhang auf die Bundeswehrreform. Er verspricht gegenüber dem Verteidigungsausschuss des Bundestags, dass sich die Situation durch die Maßnahmen verbessern werde.“ (Spiegel.de)

    Das meinte der StS zum Thema Einsatzverwendungshäufigkeit….vielleicht passt dieser Textbaustein/Sprachregelung ja auch in Sachen gender mainstreaming.

    Die Neuausrichtung der BW: die Wunderwaffe zum Bekämpfen aller verteidigungspolitischen Probleme, Ungereimtheiten und Sprengfallen ;-))

  20. @Thomas Wiegold: Es gibt ja durchaus Gratis-Tools welche mehr als nur Brauchbar sind. Aber selbst die Consumer Variante von Sony’s Vegas gibt es schon für sehr schmales Geld. Und diese reicht für einfachen Schnitt und kleinere Effekte vollkommen aus.

  21. Endlich auch gehört.

    Herr Wiegold, es ist schwer zu folgen, Ihre Stimme macht mich ganz wuschig.

    Ansonsten:

    Cool erstmal, dass Sie erklärt haben, warum das KSK Frauen braucht. Bin ich begeistert von, sacht nämlich niemand so deutlich mal.

    Dann Israel. Das kommt immer noch von Dave Grossmann, oder? Der perpetuiert den Quatsch ja schon seit Jahren. Also, kann schon sein, dass die israelischen Soldaten das tatsächlich so sehen, aber was Grossmann (und alle Apologeten des von Ihnen angesprochenen „ban on combat“ *daumen hoch) immer vergisst ist, dass das ein kulturelles Problem ist, das aus veralteten Geschlechterbildern, die immer wieder reproduziert werden, entsteht.

    Ansonsten stimme ich ganz eindeutig zu, dass es hier um Statuserhalt geht, wenn sich Männer über die Mitnennung von weiblichen Berufsbezeichnungen aufregen (und, im Zuge dessen dann eben zum Beispiel auch bei Frauen in Kampfeinheiten… und direkt mal das beliebte „Mimimimi, in meiner Einheit hatte ich aber eine, die konnte den Rucksack nicht tragen, mimimi“-Beispiel bringen… hat aber noch nie einer ein „In meiner Einheit hatte ich zehn Männer, die konnten den Rucksack auch nich tragen“ hinterher geschoben…).

    Ich vermisste allerdings etwas den Bericht des Wehrbeauftragten bzw. die Stellen zu sexueller Belästigung und Gewalt von 2012 und die Studie zur Integration von Frauen in die Bundeswehr von Kümmel („Truppenbild mit Dame“, 2008), in der das Thema auch angesprochen wird.

    Und jetzt warte ich direkt mal auf mindestens einen Kommentar mit einem Inhalt in Richtung „Das ist eben so, Männer sind so, müssen sie ja nicht hingehen, hat sie ja keiner gezwungen“, der dann folgerichtig direkt auftaucht, als hätten sich diejenigen, die den Quatsch glauben, untereinander verabredet…

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