Zukunftsklarheit für alle Soldaten? Nicht so schnell

Im Juni, nach der Vorstellung der Realisierungsplanung für den Umbau der Bundeswehr, hatte ich Verteidigungsminister Thomas de Maizière mit der Aussage zitiert:

Jetzt wisse jeder Soldat, wie es mit seinem beruflichen Umfeld weitergehe – wann ihn unter welchen Umständen eine Umgliederung oder Versetzung betreffe, und könne seine Entscheidungen treffen, zum Beispiel über ein vorzeitiges Ausscheiden, so die Argumentation des Ministers.

Der Truppe ist allerdings schon länger bewusst: Noch lange weiß nicht jeder Soldat, wie es mit seinem beruflichen Umfeld weiter geht und wo künftig sein Arbeitsplatz sein wird.

Das hat heute auch der Minister eingestanden. Vor dem Verteidigungsausschuss, so höre ich von mehreren Teilnehmern der heutigen Sitzung (und nicht nur aus der Opposition), machte der Minister klar: Nein, selbst bis Ende dieses Jahres kann nicht jeder Soldat mit Zukunftssicherheit und -klarheit rechnen.

Es ist keine Überraschung. Aber jetzt hat’s der Minister wenigstens auch mal gesagt.

36 Kommentare zu „Zukunftsklarheit für alle Soldaten? Nicht so schnell“

  • Trabantfahrer   |   17. Oktober 2012 - 22:58

    Stimmt….. ich weiß noch immer nix festes……

  • Soldat   |   17. Oktober 2012 - 23:03

    Leider ist das so!
    Wir erleben es hautnah. Am Standort Delmenhorst verbleibt in Zukunft ein Logistikbataillon. Es soll das Erste sein, das umstrukturiert wird und gleichzeitig das Erste sein, welches in Zukunft in der Lage sein soll, zwei Einsatzgebiete gleichzeitig zu bedienen.
    Ergo wird das Transportbataillon 165 zum 30.06.2012 aus der Verantwortung entlassen. Die Angehörigen des aufzulösenden Bataillons wissen noch nix. Es gibt noch keine sichere Pers/Mat Soll. Somit fliegen uns dann wohl im zweiten Quartal die Versetzungen um die Ohren.
    Hier ist Spannung in der Luft!

  • Jensen   |   17. Oktober 2012 - 23:04

    Naja, und selbst wenn diese „Klarheit“ da ist: verfügt wird auf zwei Jahre max, drei vielleicht. Da ist es dann schon zusätzlich frustierend, wenn vorgestern mein neues Büro geräumt wurde von jemandem, der fortan zwei Kilometer von meinem Eigenheim Dienst leisten wird. Und wir beide pendeln ca 400 km, denn sein Haus ist auch ca 2 km entfernt, allerdings von mir.
    Schlau auch, daß der Aufstellungstermin zum 01.10. gewählt wurde – das ist in einer Studentenstadt bei der Wahl der Wohnung wirklich hilfreich…
    Das alles wäre erträglich, wenn dieser Zustand nicht schon seit Mitte der Neunziger andauern würde (bei mir, davor bin ich lange Jahre zur See gefahren) und wenn wenigstens die Alimentierung über TG vernünftig funktionieren würde. So aber sieht mich die Familie weitere Jahre nicht, zahle weiter kräftig drauf, muß mich gegenüber einem RHS bei der TG-Antragstellung verantworten, darf mir in der Zeit des Überganges lustige Parölchen mit geringer Halbwertzeit anhören, bin immer in Vorleistung und viel zu lange im Büro.
    Ich kann das wirklich nicht mehr hören, ich bin es so leid.

  • kerveros   |   17. Oktober 2012 - 23:11

    Viele die Ende nöchsten Jahres aufgelöst werden, werden ohnehin frühestens Mitte nächsten Jahres eine Info bekommen.

    Vor den SollOrgs wird sich da nichts tun, und selbst wann die kommen ist nicht komplett absehbar, da man mit denen erst mit der Personalsteuerung beginnen.

    Dazu kommt ja noch die Aussage der Personalführung, dass es keine ‚frühen Würmer‘ und auch kein ‚die letzten beißen die Hunde‘ geben wird, sprich selbst diejenigen, die vorher versdetzt werden im Prinzip zu einem Zeitpunkt X nochmals mit allen anderen auf den entgültigen SollOrgs betrachtet und ggf. verändert werden.

  • schleppi   |   17. Oktober 2012 - 23:37

    Die scheinen alle nachhaltig erfahrungsresistent zu sein. Man muss vielleicht nicht von einem Minister erwarten, dass er weiß, wovon er spricht, wenn er die Veröffentlichung der Realisierungsplanung als Festlegung von Personalmaßnahmen auslegt. Vor dem Verteidigungsausschuss den Begriff „Zukunfssicherheit“ und „Zukunftsklarheit“ zu verwenden zeigt, dass er nicht verstanden hat, dass diese Reform eines bereits jetzt und sehr nachhaltig bewirkt hat: auch die Soldaten, die in der neuen Struktur einen Dienstposten haben werden und sich dazu vielleicht nicht einmal bewegen müssen, haben jedes Vertrauen in die Fähigkeit der politischen und militärischen Führung verloren, eine wirklich zukunftssichere Struktur zu schaffen. Diese Unsicherheit und dass Misstrauen wird sie begleiten. Und mit Verlaub, bei uneingeschränkter Definition des Begriffs „Zukunft“ ist der Begriff Zukunftssicherheit ein Paradoxon.

  • kerveros   |   17. Oktober 2012 - 23:46

    @Schleppi:
    Sehe ich ähnlich.
    Geht man mal vom klassischen ‚leben in der Lage‘, und damit eine kontinuierliche Anpassung an die Gegebenheiten, aus, dann kann es zwangsweise keine ‚zukunftssichere‘ Struktur geben.
    Geht man weiterhin davon aus, dass Deutschlands Interessen in der Welt noch immer nicht annähernd definiert worden sind wäre jeder Anlauf in der Richtung ohnehin zum scheitern verurteilt – und ergo jede Aussage in der Richtung auch unglaubwürdig.

    Dann wären wir direkt mal wieder bei der Inneren Führung und der nichtvorhanden Glaubwürdigkeit oder auch Wahrhaftigkeit aus selbigem Kontext in Bezug auf die Beziehung der Truppe zur Führung.
    Solange man dann BMVg-seitig nichts besseres zu tun hat als Kritiker als Realitätsverweigerer zu verleugnen, die sich den Gegebenheiten nicht stellen wollen… in der Psychologie hat man einen Begriff dafür ‚Projektion‘ ;)

  • schleppi   |   18. Oktober 2012 - 0:26

    @ kerveros
    so isses

  • Z25   |   18. Oktober 2012 - 6:55

    Und weil es auch zukünftig (zumindest das dürfte sicher sein……) so weitergehen wird, fand ich den Begriff „Transformation“, der dies schon im Wortsinn enthielt, so charmant. Aber der wurde von tatsächlichen Realitätsverweigerern ja nicht gerne gehört und ist nun verbrannt.
    Mal sehen, was die Wahl bringt. Es besteht jedenfalls im von mir überblickbaren Bereich noch Reformbedarf…………. ;-)

  • bitte_so_nicht   |   18. Oktober 2012 - 6:57

    Die Bundeswehr ist ein Konstrukt, dass über Jahrzehnte gewachsen und sich entwickelt hat. Das jetzt zu zerschlagen, alles neu „zu schütteln“ und dann zu glauben, man könnte normal weitermachen zeugt eindeutig von Unkenntnis oder sogar vom Realitätsverlust der Verantwortlichen und des Ministers in Berlin. Und alles muss sofort passieren, damit diese Reform nicht im politischen Räderwerk zerschredert wird und der Minister sich „ein Denkmal“ setzen kann, alles auf Kosten der Soldaten und zivilen Mitarbeiter.
    Mich würde ja mal interessieren wie viele Wählerstimmen diese Reform der jetzigen Bundesregierung kosten wird?

  • Schorsch   |   18. Oktober 2012 - 8:06

    Das Problem ist doch, mit wem hat der Minister gesprochen?
    Mit dem Verteidigungsausschuss?
    Wie wäre es denn, wenn er sich endlich mal vor seine Soldaten und Zivilbeschädtigten stellt und Fehler zugibt? Das hätte Stil. Aber Stil und Fürsorge gibt ja schon seit Leber ned mehr…

  • Ralf G.   |   18. Oktober 2012 - 8:48

    Das einzige, was die Realisierungspläne verraten haben, ist das maximale Verbleibedatum in einem Verband der aufgelöst wird, bzw. am Standort in einem Verband der verlegt. Betonung hier auf „maximal“, weil die Personalführung natürlich immer schon vorher anfängt woanders Lücken zu stopfen, zu Lasten der aufzulösenden Verbände.

    Insofern gab es natürlich schon eine begrenzte Perspektive, aber allemal nichts, worauf sich die Planung einer Familie auch nur annähernd abstützen kann. Die einizgen, die mit den Aussagen wirklich planen können, sind die Gemeinden, Städte und Kreise der aufzugebenden Anlagen – die wissen seitdem, ab wann Sie die Gelände übernehmen und anderweitig nutzen können, wenn sie denn wollen…….

  • diba   |   18. Oktober 2012 - 8:55

    Dazu fällt mir nix besseres ein, ich weiss, es kennt jeder schon und die Quelle ist fragwürdig, passt aber immer wieder
    :
    „Wir übten mit aller Macht –
    aber wann immer wir begannen
    zusammengeschweißt zu werden,
    wurden wir umorganisiert.

    Ich habe später im Leben gelernt,
    dass wir oft versuchten, neuen Verhältnissen
    durch Umorganisation zu begegnen.

    Es ist eine phantastische Methode.

    Sie erzeugt die Illusion des Fortschritts,
    wobei sie gleichzeitig Verwirrung schafft,
    die Effektivität vermindert
    und demoralisierend wirkt.“

    (Gaius Peronius, Legionsschreiber 100 n.Chr. in
    Colonia Agrippina, dem heutigen Köln)

  • Elahan   |   18. Oktober 2012 - 11:51

    Jeder wußte, dass die Reform auf Kosten der Bw – Angehörigen durchgeführt wird und schon bei der letzten wurde uns von höchster Stelle gesagt, dass ein weiteres Schrumpfen nicht mehr möglich ist! Da konnte man der Führung den Glauben schenken und was macht sie? Sie verspielt Ihn? Breite vor Tiefe auch in der Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit! Schade, nur wer sagt es den Familien und unserem Nachwuchs! Keiner kann sagen man hätte es nicht besser gewußt!……Zumindest nicht die, welche den Blog verfolgen :-)

    Nich die Reform hat große Fehler, sondern wir haben sie nur nicht verstanden!
    Es scheint mir nun auch so, dass sie außer dem Minister keiner verstanden hat und die, die sie glaubten verstanden zu haben, werden nun entäuscht!

    Nun gilt es für den Minister das Gesicht zu wahren und dies wird er tun in dem er die Vorgänge umbenennt! Da wird dann aus der Sack hat Löcher……Nachsteuern, Verortungsdelta, Kommandierung anstelle einer Versetzung, Privatisieren (um keinen Standort über 15 Soldaten zu haben) uvm.?……. Tarnen, Tricksen, Täuschen!

  • 50undälter   |   18. Oktober 2012 - 12:14

    Leider ist das Reformbegleitgesetz allem Anschein nach eine Luftnummer.
    Diejenigen die es auf sich angewendet haben wollen und Anträge, bzw wie in meinem Fall des Alterbandes 3, eine Interessensbekundung abgeben, müssen feststellen, dass es trotz Erfüllen aller Voraussetzungen (über 50 und eigener Wunsch) auf Sie gar nicht angewendet wird. Man hört dann dass vor 2017 sowieso keiner vorzeitig in den Ruhestand geschickt wird. Beim Blick ins Gesetz findet sich diesbezüglich natürlich Nichts. ????

  • Schorsch   |   18. Oktober 2012 - 12:31

    Meine Frau hatte sich mit o.a. Zitat an den Minister gewandt und gefragt, wann Sie denn Planungsicherheit bekommt. Hier ist die Antwort. Wer gedacht hat, dass sich jemand im Ministerium damit beschäftigt, wird enttäuscht. Mitgehangen – Mitgefangen!
    Mit der Antwort wird deutlich, wieviel von der versprochenen Vereinbarkeit von Familie und Beruf übrig bleibt. Und denjenigen, der für seine Kinder bevorzugt Kindergartenplätze bekommen hat, möchte ich mal kennenlernen.

    „Sehr geehrte Frau X.,

    vielen Dank für Ihre Zeilen an Herrn Bundesminister der Verteidigung, Dr. Thomas de Maizière. Sie werden sicher verstehen, dass wegen der Vielzahl der im Ministerium täglich eingehenden Anfragen nicht alle Fragen dort selbst beantwortet werden können. So wurde mir Ihre Frage mit dem Auftrag einer Beantwortung übergeben.

    […]
    Die Soldatinnen und Soldaten haben sich für Ihren Beruf entschieden, obwohl Ihnen die Besonderheiten bewusst waren. Diese Besonderheiten sollten damit auch die Familienangehörigen kennen. Zu den Belastungen zählen unter anderem ein möglicherweise häufiger Standortwechsel und der Auslandseinsatz. Sicherlich sind diese Belastungen nicht immer leicht zu verkraften. Letztlich gehört dies aber zum Soldatenberuf.

    Wie oft jemand versetzt wird, hängt von der beruflichen Karriere und der dienstlichen Notwendigkeit ab. Aus diesem Grund können wir keiner Soldatenfamilie eine sichere Planung vorlegen. Wie viele andere Familien vor und mit Ihnen, werden Sie tatsächlich vor Planungsphasen gestellt, die Sie alleine meistern müssen. dabei kommt Ihren Kinder zu Gute, dass Sie bei einer Versetzung bevorzugt einen Kindergarten- oder einen Schulplatz erhalten. Natürlich gibt es möglicherweise Ausnahmen, die sind allerdings sehr selten.

    Für Ihre persönliche Karriere- oder Arbeitsplanung sind ausschließlich Sie selbst verantwortlich.

    In der Hoffnung hinreichend geantwortet zu haben, stehe ich für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Im Auftrag

    XXX
    Hauptmann

    Streitkräfteamt InfoService Bürgeranfragen
    Alte Heerstraße 90
    53757 Sankt Augustin“

  • FNU SNU   |   18. Oktober 2012 - 12:54

    „Für Ihre persönliche Karriere- oder Arbeitsplanung sind ausschließlich Sie selbst verantwortlich“

    Komisch, da hieß es doch immer dass der Bedarf, Bedarf und Bedarf entscheidet.
    Und dann Eignung, Leistung und Befähigung. Und natürlich die verfügbaren Stellen etc…

    Meine Planungen hatte ich damals sehr intensiv vorangetrieben, allerdings hatte ein P-Bearbeiterwechsel alles zunichte gemacht.

    Das ist echt ein Hohn a la: Selbst schuld wenn man zum Bund geht.
    Und der sichere Kindergartenplatz ist auch ein Witz. Wenn die Wartezeiten länger als ein Jahr sind…

  • Hans   |   18. Oktober 2012 - 13:39

    Zusammen mit der Nachwuchsgewinnung ist das eine (im Negativen Sinne) effektive Kombination aus Teufelskreis und Abwärtsspirale..

  • Sailor1995   |   18. Oktober 2012 - 14:12

    Habt doch Geduld bis nächsten September (Wahl), Leute. Vorher passiert eh nichts, ausser Pfünde sichern im Mysterium.
    Und wenn es denn richtig losgehen soll auf Ebene Truppe gibt es einen Ministerwechsel oder Regierungswechsel und GI-Wechsel (als Abfallprodukt, Bedeutung hat der nicht). Dann fangen wir wieder von vorne an oder steuern nach. Alles schon gehabt.
    Wenn dann noch die AFG-Flucht zu Ende geht stellen wir fest, dass wir angefangen haben ein Heer/ eine SKB aufzustellen, die nichts richtig können (Breite vor Tiefe) und nur eines ein bisschen besser, nämlich AFG. Horrido!

  • ACE   |   18. Oktober 2012 - 14:28

    … und damit jedem Soldaten die „Neuausrichtung der Bundeswehr“ schmackhaft gemacht wird starte – ob man das will oder nicht – der Internet Explorer (Intranet und Internet) jeden Tag aufs neue mit der entsprechenden Web-Site (http://www.bundeswehr.org/portal/a/bworg/iaktuell/neugestaltung_der_bundeswehr). Angeblich aus Sicherheitsgründen wird nach jeweils 24 Stunden eine eingtragene Änderung der Startseite zurückgesetzt …

    So macht man Informationspolitik!

  • Schorsch   |   18. Oktober 2012 - 15:51

    Irrtum! Es werden vor den Wahlen Tatsachen geschaffen. Beispiel:
    Die Luftwaffendivisionen sollten 10/13 aufgelöst werden. Dann kam plötzlich die Idee zur Abwicklung schon 04/13. Jetzt wieder Änderung auf momentanen Stand 07/13. Information der Soldaten? Von P angeforderte Personalfragebögen? Fehlanzeige! Die meisten Soldaten werden schon im Januar versetzt.

    Der Minister war zu Besuch an einem der Standorte. Gespräch mit Soldaten? Fehlanzeige!
    Das Gespräch fand nur zwischen Landrat, Bürgermeister und Standortältesten statt.
    Grund? Es geht den Herren nicht schnell genug mit dem Auszug. Die Investoren stehen angeblich Schlange. So geht man mit Staatsbürgern in Uniform um. Wie mit Bürgern zweiter Klasse!

  • Georg   |   18. Oktober 2012 - 16:25

    Zitat: „“Für Ihre persönliche Karriere- oder Arbeitsplanung sind ausschließlich Sie selbst verantwortlich”

    [Satiremodus ON]
    Stimmt, dies ist die Aufforderung nicht von Zeit- auf Berufssoldat aufzulegen !
    Im Alter von 20 bis 30 Jahren als Junggeselle mit eigenem Wohnmobil auf Abenteuer- und Erlebniseinsätze und dann der Bw den Rücken kehren.
    [Satiremodus OFF].

    Ich kannte übrigens mal einen Soldaten mit entsprechenden Dienstgrad, der saß genau im SKA und beanwortete Bürgeranfragen. Dies machte er sicherlich die letzten 10 Jahre seiner Dienstzeit – auch eine Form von Standortsicherheit.

  • Elahan   |   18. Oktober 2012 - 17:19

    Wie oft jemand versetzt wird, hängt von der beruflichen Karriere und der dienstlichen Notwendigkeit ab.

    Ja, so war das vor der ersten Reform und ab und zu auch danach. Mit jeder Weiteren wurde man mehr und mehr auf Grund der caotischen Planung Opfer. Der Soldat musste schon immer mit Versetzung rechnen, aber die Gesellschaft und Führsorge, mit der Notwendigkeit eines mitarbeitenden Ehepartners der nun für seine eigene Altersvorsorge arbeiten muss, dies war nicht absehbar.

    „Das Alimentationsprinzip als verfassungsrechtliche Basis der Beamtenbesoldung verpflichtet den Dienstherrn, den Beamten und seine Familie lebenslang zu alimentieren und ihm nach seinem Dienstrang, nach der mit dem Amt verbundenen Verantwortung und nach der Bedeutung des Berufsbeamtentums für die Allgemeinheit entsprechend der Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse und des allgemeinen Lebensstandards einen angemessenen Lebensunterhalt zu gewähren“

    In den Sechzigern wurden Wohnungen für Soldaten gebaut die damals z.T. über dem Durchschnitt in der Wohnqualität waren. Heute bekommt man, wenn man Glück hat die selben im Zustand der Sechziger! Attraktivität gibt es evtl für junge Bürger ohne Familie, oder für Minister und Sekretäre die das Pendeln und Internat aus der Portokasse bezahlen!

    Wie Gemeinden und Städte dem Geld hinterher waren und sind, der kann sich fragen wer Deutschland dient! Soldaten und deren Familien nützen nur in soweit, dass sie Geld und Engagement erbringen!

    P.S. ……und Scheidungen, Einsatz, Auslandsaufenthalte, 16 Kultusministerien, Druck Abi zu haben, uvm gab es früher auch nicht!

    Danke für 20 Jahre Reform und viele Versetzungen die nicht militärisch und hinsichtlich der Karriere begründet waren!

  • fred1911   |   18. Oktober 2012 - 17:27

    @Ace
    Lösung: gewünschte Startseite als Favorit abspeichern danach an den Desktop senden und n Zukunft auf das Icon drücken.

  • Jensen   |   18. Oktober 2012 - 18:14

    und auch hier einmal mehr die Frage: Wo ist eigentlich der Mann, der zur Zeit Wehrbauftragter ist?

  • schleppi   |   18. Oktober 2012 - 23:20

    Der Wehrbeauftragte war diese Woche bei seinem Jahresempfang :-)
    Die Hoffnung auf eine Änderung nach der Wahl zu setzen, hieße auf Unwahrscheinliches zu hoffen. Und das nicht nur, weil es natürlich als Gefahr von denen gesehen wird, die die Reform unbedingt unumkehrbar machen wollen und daher versuchen wesentliche Elemente schon frühzeitig zu manifestieren. Aber natürlich auch, weil der nächste Verteidigungsminister sich nicht dadurch beliebt macht, dass er dann eine Reform der Reform durchführen müsste, die sich zunächst dadurch auszeichnet, dass es einen Maßnahmenstop gibt, während dessen dann Wirtschaftlichkeitsberechnungen angestellt werden müssten. Zeitaufwand ca 1 Jahr im Minimum.
    Ich denke, die Position des Verteidigungsministers wird die Position ohne Kandidaten in der nächsten Regierung sein und man wird es laufen lassen, bis es zu offensichtlich ist, dass die Struktur nicht funktioniert. Den Bundeswehrangehörigen steht noch ein langer Leidensweg bevor.

  • Kerveros   |   18. Oktober 2012 - 23:27

    @Schorsch:
    „Die Luftwaffendivisionen sollten 10/13 aufgelöst werden. Dann kam plötzlich die Idee zur Abwicklung schon 04/13.“

    Davon weiss der utnerstellte Bereich der Divisionen meine ich noch garnichts ;)

  • Zivi a.D.   |   19. Oktober 2012 - 1:40

    Nur eine Frage, rein aus Neugier: Wie könnte es aussehen, wenn die BW streikt? Fällig ist es mE ohnehin schon länger, dass die „Staatsbürger in Uniform“ einfach mal ernst machen mit – (zivilem? militärischem?) – Ungehorsam. Falls Leute gesucht werden, die sich mit Unterschriftslisten zwecks Solidaritätsbekundung(oder was auch immer euch nützlich scheint) in den Regen stellen, dafür wäre ich zu haben. Aber liebe Leute: Versucht doch endlich mal, euch etwas Praktisches vorzustellen, mit dem ihr an den Standorten und den wichtigen Zentren nach draußen gehen könnt. Oder wollt ihr euch wirklich nachsagen lassen, dass Bürgerinitiativen die besseren strategischen Planer sind?

  • Sailor1995   |   19. Oktober 2012 - 6:25

    @Schleppi,

    ja zu allem bis auf einen Punkt: falls eine andere Partei das Ressort bekommt, wird es definitiv einen Neuansatz geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die derzeitige Opposition es sich leisten kann, diesen verkorksten Reformversuch weiter laufen zu lassen. Und die Probleme der Soldaten (exklusive der ministeriellen Bürokraten in Uniform) interessieren eh niemand „da oben“.

  • Tiberius   |   19. Oktober 2012 - 7:51

    @ Sailor1995
    Danke für den Bürokraten in Uniform,
    jetzt werde ich mein Tagwerk hier Ministerium mit viel größerem Engagement angehen, um wenigstens das wenig machbare für die Truppe rauszuholen, was da rauszuholen ist. Viele Grüße an die wahren Soldaten.

  • J.R.   |   19. Oktober 2012 - 7:57

    @ Zivi a.D.
    Fällig ist es mE ohnehin schon länger, dass die “Staatsbürger in Uniform” einfach mal ernst machen mit – (zivilem? militärischem?) – Ungehorsam.

    Naja, da kommt halt einiges zusammen:
    – Sich in einem von Stellenkürzungen betroffenen Betrieb auf die Hinterbeine zu stellen erfordert einiges an Mut, Solidarität und Organisation. Da sich oft nichtmal getraut wird zu sagen was überhaupt Sache ist, seh ich da schwarz.
    – Der Soldaten-Status schränkt wie auch der Beamtenstatus die Möglichkeiten weiter ein.
    – Ich hab jetzt nicht den Eindruck, dass viele wirklich einen besseren Plan haben. Oft scheint es schlicht in die Richtung „kürzt nicht bei mir, kürzt bei den anderen Dienststellen/Streitkräften/…“ zu gehen.
    – Die Bundeswehr ist, anders als etwa Polizisten, Lehrer und ein beträchtlicher Teil des öffentlichen Dienstes, gesellschaftlich weitgehend irrelevant. „Stell dir vor die Bundeswehr streikt, und keiner kriegts mit.“ Tatsächlich gibt es ja vergleichbare Kürzungspläne (Abbau von 9600 Polizeistellen in den fünf östlichen Bundesländern, Abbau von 2400 Beamtenstellen im Saarland etc.), Und wenn das schon von der Gesellschaft abgenickt wird – warum sollte die sich gerade beim Thema BW auf die Hinterbeine stellen?

  • ACE   |   19. Oktober 2012 - 9:52

    @fred1911 Danke!

  • bitte_so_nicht   |   19. Oktober 2012 - 10:31

    hier gibt es zu lesen, wie die SPD zur jetzigen Reform der CDU steht:

    http://www.rainer-arnold.de/pdf/Bundeswehr%202013AGSV250912.pdf

    aber ob das auch im Falle des Falles bei einem Regierungswechsel noch umgesetzt wird?

  • Schorsch   |   19. Oktober 2012 - 13:53

    @Kerveros
    Unsere Führung sagt uns ja auch nix. Woher sollen es dann die unterstellten Verbände erfahren?

  • Elahan   |   22. Oktober 2012 - 14:16

    Bürokraten in Uniform

    Da gab es mal den Spruch:

    Ein Generalstab ist nur von Vorteil, wenn er gut geführt wird, ansonsten wird er zu einer Brutstätte der Bürokratie!

    Nun haben wir keinen Generalstab aber die Reform ist eine Kopfgeburt und berücksichtigt in vielen Bereichen nicht die Erfordernisse und Umstände wie sie an der Basis herrschen!

    Auftragstaktik wäre auch ein Ansatz für diese Reform gewesen, aber die ist dem Minister ein Dorn im Auge!

    „Ein Vorgesetzter soll nur befehlen, was sein Untergebener nicht wissen kann, alles andere sei dem ausführende Offizier selbst überlassen.“ Moltke

    Die ausführenden Offiziere, bis in Kommandoebene (auch Generale) waren nicht in die Reform eingebunden.

    Die Reform ist wie eine Schlacht zu sehen und in einem Krieg ist es leider so, dass sich Offizier nicht auf Grund ihrer Ausbildung beweisen, sondern trotz dieser. Es ist Erfahrung, Meschlichkeit und Verstand gefragt und gerade dies wird im Moment nicht gefordert! Nein, es ist sogar so, dass wenn man dies einbringt, bekommt man gesagt: Wem es nicht paßt….der kann ja gehen!

  • whiskeyecho   |   22. Oktober 2012 - 14:31

    @elahan 14:15
    So denken wir, die die Reform ausbaden müssen. Wir steuern auf ein geplantes Chaos zu, wenn im Jahre 2013 alle Kommandos umstrukturieren und sich auch großteils räumlich verändern. Dann hat sich Führung eh erledigt.
    Es wird Stillstand herrschen und eine weitere Umsetzung der Reform nicht geschehen. Vielleicht hat das auch dahingehend etwas Gutes. Oder es gelingt ja anschließend noch einmal über die eine oder andere Entscheidung nachzudenken.

  • Elahan   |   22. Oktober 2012 - 17:02

    @whiskeyecho

    Zustimmung, leider!

    …und der Ministerschiebt die Maßnahmen die teuer sind, oder deren Mehrwert für die Bw unter null ist, auf die „Lange Bank“.