De Maizière in Kandahar

Dass ein Besuch des deutschen Verteidigungsministers in Afghanistan vorab geheim gehalten werden muss, ist nichts Neues – das galt auch für den heutigen Besuch von Thomas de Maizière in Kandahar; immerhin die erste Visite eines deutschen Verteidigungsministers im Süden des Landes. Auch dass – nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen – die Zahl der Begleiter möglichst klein gehalten wird, ist sozusagen eine Standardprozedur; bei dieser Visite war nur ein Journalist dabei, nämlich ein Reporter der Bild-Zeitung.

Auffällig ist allerdings, dass Verteidigungsministerium und Bundeswehr die Berichterstattung über diesen außergewöhnlichen Besuch ausschließlich einem einzigen Medium überlassen, nämlich diesem Blatt – und auch nicht aus eigenen Quellen darüber berichten: Die Meldung auf der Webseite des Verteidigungsministeriums ist eine Paraphrasierung der Zeitungsmeldung (einschließlich der Ministerzitate, ohne dass das gekennzeichnet wäre), und Fotos gibt’s (bislang?) auch nur von diesem Kollegen. Selbst ISAF hat mir auf Anfrage mitgeteilt, dass sie keine Bilder von dem Minister-Trip hätten. Vom Regionalkommando Süd bekam ich auf meine Nachfrage erst gar keine Antwort …

Angesichts der Bedeutung der Reise ein bisschen ungewöhnlich. Die BMVg-Meldung –  samt den Fotos – zum Nachlesen hier.

Nachtrag: Mittlerweile hat die Bundeswehr die besagten Fotos für jedermann frei zur Verwendung unter einer Creative Commons Lizenz hier, hier, hier und hier eingestellt.

16 Gedanken zu „De Maizière in Kandahar

  1. nja ich Frag mich ob das andere gründe haben könnte
    wie Verlängerung der US flieger ( Besonders die Hubschrauber )
    und weitere truppen in den Norden für den Abzug weil es kann ja sein das bei Abzug Taliban die truppen begleiten .-)

  2. Schon peinlich dass ein deutscher Minister offensichtlich im US-Blackhawk durch AFG fliegt…

  3. Die Einlassungen des Verteidigungsministers zum Thema Hubschrauber in Afg. sind wieso schon kruselig genug.

    Die Anzahl von NH90 in Afg. wird nicht ausreichen, jedoch muss man den Anschein erwecken man gäbe sich Mühe, damit die Amerikaner ihre Blackhawkhubschrauber dalassen.

    Originalzitat kann aus bekannten Gründen nicht gepostet werden.

    NH90 also als teuerer Steigbügelhalter für den Falken. Peinlicher kann es nicht mehr werden.

  4. mmmhhhh aber unsere Industrie hat nicht mal den stolz das so was nicht mehr vorkommt ,( im WK 2 war das eine Firma willen M 109 besser zu bauen wie neuste Spitfaier ) heute ist nur das eine Magergehalt wichtig und nicht mehr das man mit seinem Pruduckt einsätzt

    Andere frage werden die US-Blackhawk so noch gebaut oder werden die jetzt alle im Steel Luk wie gegen Osama einsgesetzt waren so gebaut und durch geschoben

  5. Berger Kurier 22.07.12

    …Natürlich können die vier deutschen NH 90 die 16 zurzeit von den USA eingesetzten Blackhawk-Hubschrauber nicht ersetzen, erklärte der Verteidigungsminister. „Man kann aber eher die Amerikaner bitten, diese Fähigkeiten zur Verfuegung zu stellen, wenn wir unser Möglichstes tun“, so de Maizière.

  6. Das kann TdM doch nicht wirklich ernst meinen. Erst die CH-53 in AFG von 8 auf 6 reduzieren sowie ordentlich Flugstunden kappen und dann etwas von „unser Möglichstes“ faseln? Ob er selber glaubt, was er da erzählt?

    @Alaric h:
    Ich übernehme mal die Rolle von T.W.: Links sind hier verboten. ;-)
    Außerdem scheint es den Berger Kurier (offensichtlich eine Lokalversion des Celler Kuriers) nicht online zu geben.

  7. Das Desaster mit den deutschen Helis und die immer neuen Auswirkungen sind ja an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Dass es nun gelingt ein paar NH 90, die den BLACK HAWK (übrigens eher Bussard als Falke) auch qualitativ nicht ersetzen können, in den Einsatz zu bringen, hilft dabei nicht. Vom nur bedingt geeigneten TIGER ganz zu schweigen.
    Mich wundert hier, dass sich TdM ganz in die Hände der BLÖD gibt. Das ist doch bei anderen schon mal schief gegangen? Was sagen Medienprofis (also nicht die Stelleninhaber der Bw) dazu?

  8. Dass der Haus- und Hofschreiber von der BILD dabei war, überrascht mich überhaupt nicht. Wohl aber, dass Welten zwischen dem Anspruch der BW-Kommunikation, zuletzt ausgeleuchtet von TdM himself in Dresden, und der Realität liegen. Was zu den Helis alles geschrieben wurde, passt auch zu dieser Posse: Kaum zu glauben. Weiss TdM ernsthaft, was er da tut?

  9. Über TdM Sommerreise nach Fassberg steht auch etwas auf bmvg.de:

    „Im zweiten Quartal 2013 sollen vier NH90 in Afghanistan eingesetzt werden. Dabei sind zwei Hubschrauber als technische Reserve vorgesehen. …

    http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/!ut/p/c4/NYuxDoMwDET_yE6kDrRbKUvXLpRuAaLIFU6QcejCx5MMvZNueE-HHyyNbqfglFJ0C75xmOg2_mDkPcA3ZSkUmCJt6oUyY18_s4cpRa911UelskGcJoE1iS7VZJFigGYcjO1aY80_9mj6x7WgS9M92xeuzPcTvx70mg!!/

    Allerdings liest man woanders, dass ein eklatanter Mangel an NH90 herrscht. Auf die Mithilfe von ECD für die Vorbereitung auf Afg hat man ja auch verzichtet. Das man jetzt unmengen an Stunden dafür fliegt, steht auch nirgendwo. Hoffentlich wird da nicht etwas versprochen, was man nicht halten kann/will.

  10. Uff, also lügt mich inzwischen sogar schon Leo an – Falke oder Bussard das ist hier wohl tatsächlich die Frage.

    Ich befürchte, der seit etwa 2 Jahren anhaltende Aktionismus bzgl. NH90 in Afghanistan, könnte sich tatsächlich als „unser Möglichstes“ entpuppen.
    Momentan läut die Sand-/Hitzeerprobung in New Mexico. Für den NH90 ein worst case Szenario, da seine Turbinen empfindlich gegen Partikel und sein Getriebe bei großer Höhe und Hitze über seine nicht ganz so großen Reserven beansprucht werden könnte.
    Im flugzeugforum.de haben ein paar Kommentatoren angemerkt, das der Sand in New Mexico nicht so abrasiv/aggressiv sei wie in Afg. und die BW dies eigentlich wissen müsse.

    Was wird man also tun? Will man den NH90 mit biegen und brechen nach Afg. bringen um dann dort zu sagen:“ Okay wir haben zwar enorme technische Probleme, aber wir haben unser Möglichstes getan und jetzt bitte liebe Amerikaner, lasst eure (Schwarz)bussarde(?) hier?“

  11. Negativ war eine zivile Cougar auf dem letzten Werkstattflug vor Übergabe an den Kunden .Pilot und fünf Prüfer/Mechaniker tot. Evtl Leitungseinflug und Absturz in den Canyon du Verdon

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