Afghanistan-Abzug bis Ende 2014? Na ja.

Nach dem NATO-Gipfel am vergangenen Wochenende hat sich Thomas Ruttig vom Afghanistan Analysts Network mal die Gipfelergebnisse im Hinblick auf Afghanistan ab 2015 angeguckt. Seine lesenswerte Analyse:

The spin from Chicago is working. Many media reported that the war in Afghanistan will be over and Western troops gone by 2014. Apparently, they did not get President Obama’s full message that was much more subtle: that the war ‘as we know it’ will be over. It will change its character and the new NATO mission will be smaller and less visible while western governments hope that less visibility will get the war in Afghanistan off the front pages. But don’t be fooled, says Thomas Ruttig, a Senior Analyst at AAN, there is no full NATO withdrawal and war will not be over just because you do not read about it anymore.

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9 Gedanken zu „Afghanistan-Abzug bis Ende 2014? Na ja.

  1. man kann es eben nicht oft genug sagen:
    1. Der Abzug ist keiner
    2. Die Ausbildunsmission wird schwieriger als ISAF

    Gestern erzählte GenMaj Spindler bei SWR 1 „Leute“ wieder die Maer vom Abzug der Kampftruppen. Sagte aber auch, dass nach 2015 Ausbildung, Beratung und Unterstützung notwendig seien.

  2. noch eine Anmerkung zu drei Aufgaben ausbilden, beraten und unterstützen, die sich ja auch in der Abschlusserklärung von Chicago widerspiegeln.
    Die Begrifflichkeiten entstammen der Doktrin der US Special Forces – dies hilft vielleicht bereits die Qualität der „Ausbildunsmission“ zu bewerten.
    Train, advice. assist (TAA) sind unterschiedliche Aufgaben mit erheblichen Unterschieden in der Praxis – insbesondere was die Verwicklung in Kampfhandlungen betrifft.
    Training: Ausbildung ohne Einsatzbegleitung
    Advising: Begleitung – mit Begleitung in den Einsatz (Monitoring)
    Assisting: Bereitstellung von Schlüsselfähigkeiten – insbesondere für das Gefecht.

    Daher muss eine Aufgabenerweiterung von Training zu Advising oder von Advising zu Assisting vom amerikanischen Präsidenten gebilligt werden!!!
    Ich habe nicht den Eindruck, dass man im BMVg die Grösse der Aufgabe bereits verinnerlicht hat.

  3. @Ben:
    Die konsequente Weigerung der Iraker ein Abkommen über den rechtlichen Status der Soldaten (SOFA) zu unterzeichnen, war sicher überraschend. Nun betreiben die USA eine Botschaft mit 16.000 Mitarbeitern.
    Klappt jedoch auch nicht gut:
    http://www.nytimes.com/2012/02/08/world/middleeast/united-states-planning-to-slash-iraq-embassy-staff-by-half.html?pagewanted=all

    Was heißt alldas für AFG?
    Die Verhandlungen für ein SOFA können scheitern, aber soll man deswegen nicht für 2015ff. planen? Aus meiner Sicht kann das nicht der Weg sein.

  4. Steinmeier im aktuellen SPIEGEL:
    Alle ausländischen Streitkräfte müssen – aus seiner Sicht – bis Ende 2014 Afghanistan verlassen.

    Die Entscheidungen in Chicago hat er offenbar nicht verstanden oder er will eine Aussenpolitik gegen alle Nato-Partner betreiben.
    Wie war das mit der SPD und einer europäischen Armee?

  5. In der Hoffnung, dass schweizer Medien noch verlinkt werden dürfen:
    http://www.nzz.ch/aktuell/international/wir-lassen-euch-nicht-im-stich_1.16809904.html

    Auch dort muss erstmal die Botschaft gesetzt werden: Wir sind 2014 nicht komplett weg – es bleiben auch Kräfte um die Ausbilder zu „schützen“.

    Warum wir jedoch einen Fregattenkapitän als Senior Mentor einsetzen müssen?
    Mentoring als Schwerpunktaufgabe???
    Hat die 13. PzGrenDiv wohl nicht genug geeignete StOffze?

  6. Memoria | 28. Mai 2012 – 22:53

    Aus dem Link zur NZZ: „Zu 95 Prozent stehe die Bevölkerung hinter den Isaf-Truppen, sagt H..“

    Klar. Was passiert, wenn man seine eigenen Lügen glaubt, kann man gerade in Afghanistan live erleben.

  7. GenMaj Pfeffer in der WELT zur Ausbildung der ANA: Wir haben noch 2 Jahre Zeit.

    Ähhh… Naja..

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