Künftig noch 225 Leos bei der Bundeswehr (mit Korrektur)

Wenn Verteidigungsminister Thomas de Maizière am (morgigen) Mittwoch, wie von ihm selbst angekündigt, in ein Gespräch mit den Spitzenmanagern der deutschen wehrtechnischen Industrie geht, dürfte es vor allem um die künftigen Stückzahlen der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr gehen. Dass eine kleinere Truppe im Vergleich zu den bisherigen Bestellungen und Verträgen weniger solcher Waffensysteme geht und sich das auch auf bereits bestelltes Gerät auswirken wirkt, hatte der Minister schon Anfang September angedeutet. In der vergangenen Woche dann hatte er über den künftigen Umfang dieser großen Waffensysteme entschieden – die Stückzahlen stehen fest, und damit auch die Einschnitte in laufende Vorhaben.

Zur Ergänzung des Berichts der Kollegen von Reuters hier die wesentlichen vom Minister gebilligten Zahlen – allerdings ohne Vorhaben der Informationstechnologie. Teilweise handelt es sich um bereits vorhandenes Gerät, teilweise um noch offene Bestellungen und/oder Planungen, die jetzt verändert werden:

Heer

Kampfpanzer Leopard 2 – Reduzierung von 350 auf 225
Schützenpanzer Puma – Reduzierung von 410 auf 350 (Auslieferung an die Truppe ist ab 2013 vorgesehen)
Schützenpanzer Marder – wird ausgemustert
GTK Boxer bleibt unverändert bei 272
Transportpanzer Fuchs bleibt unverändert bei 765
Spähwagen Fennek unverändert bei 212
Panzerhaubitze 2000 – Reduzierung von 148 auf 81
Raketenwerfer MARS – Reduzierung von 55 auf 38
Hubschrauber NH90 – Reduzierung von 122 auf 80
Unterstützungshubschrauber Tiger – Reduzierung von 80 auf 40
Ausmusterung Hubschrauber Bo105

Luftwaffe

Eurofighter – Reduzierung der bisherigen Planung von 177 auf 140 (alle mehrrollenfähig)
Tornado – Reduzierung von 185 auf 85
Transall – Reduzierung von 80 auf 60
A400M – Reduzierung von 60 auf 40
Hubschrauber CH-53 – Reduzierung von 82 auf 64
Global Hawk – Reduzierung von 6 auf 4
SAATEG MALE – Reduzierung von 22 auf 16
Combat Search and Rescue (CSAR) zwar unverändert bei 19 Sätzen, aber zunächst keine Beschaffung
Patriot – reduziert von 29 auf 14
Mantis/NBS C-RAM unverändert 4

Marine

Seefernaufklärer P-3C Orion bleibt unverändert bei 8
Hubschrauber SeaKing/Sea Lynx werden von 21 bzw 22 auf Null reduziert, dafür 30 Marinehubschrauber neuen Typs (über die noch nicht entschieden ist)
Fregatte F122 – wird ausgemustert
Fregatte F123  bleibt bei 4
Fregatte F124 bleibt bei 3
Fregatte F125 bleibt bei 4
Korvette K130 bleibt bei 5
Mehrzweckkampfschiff 180 – Reduzierung von 8 auf 6
U-Boot U212 bleibt bei 6
Minenabwehreinheiten – Reduzierung von 20 auf 10
Flottendienstboote unverändert 3
Joint Support Ship bleibt in der Planung bei 2, aber zunächst keine Beschaffung

(Korrektur: beim Mehrzweckkampfschiff 180 hatte ich die Zahl in einer Spalte falsch gelesen. Und das System für die Abbildende Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebiets (SAA­TEG) hatte ich glatt übersehen…)

Unterm Strich: Mit den Reduzierungen bei NH90, Eurofighter und Tiger ist vor allem EADS betroffen. Da wird ja dann die Debatte über den neuen Marinehubschrauber noch mal angeheizt – neben der NH90-Variante, die ebenfalls von EADS angeboten wird, ist ein Hubschrauber von Sikorsky im Rennen, den die Marine favorisiert…

 

 

102 Kommentare zu „Künftig noch 225 Leos bei der Bundeswehr (mit Korrektur)“

  • Bang50   |   22. Oktober 2011 - 22:20

    Ähm das G28 war eine Forderung der Truppe, wie sollen da die Planer die Truppe gefährden?

    Und die Geschichte mit dem Gepard als das ultimative Bodenkampfsystem. Diese urban legend scheint man nicht tot zu bekommen. In der Realität trifft man kaum bis gar nichts im Bodenmodus.
    Das die Russen dort ihre AA Systeme eingesetzt haben hatte etwas mit der Rohrerhöhung ihrer Gefechtsfahrzeuge zu tun. Die war oftmals nämlich nicht ausreichend. Der Einsatz von AA Systemen demzufolge eine Notlösung um überhaupt wirken zu können.

    Desweiteren kann ich diese RPG fixierung nicht ganz verstehen. Wieviele Verluste haben wir den durch RPG erlitten? Im Vergleich zu IED`s ist das ein verschwindend kleiner Anteil. Deshalb primär auf IED Schutz zu setzen ist wesentlich sinnvoller als auf technisch nur schwer realisierbaren RPG Schutz.

  • Josef   |   27. Oktober 2011 - 21:33

    Kann das einer bezüglich der Munition bestätigen?


    Was sagen die Scharfschützen zu dem neuen Gewehr?

    Leider kommt das als Übergangslösung beschaffte G3 DMR nicht so gut an, wie erhofft. Die Waffe lässt sich im Anschlag nicht entsichern. Dazu sind die Daumen zu kurz. Das G3 war eine Waffe, mit der man auch auf weite Distanzen genau schießen konnte. Aber um auf weit entfernte Ziele sicher schießen zu können benötigt man auch eine andere Munition. Die von der Bundeswehr verwendete Munition reicht lediglich für 500 Meter. Unsere Verbündeten verwenden Munition, die bis 800 Meter ins Ziel trifft. Oft würde es sicher helfen, wenn Politiker mehr auf das hören, was wirklich in der Truppe benötigt wird. Die Waffenhersteller haben dann kein Problem, die Waffe auf die Bedürfnisse der Truppe ausgerichtet zu bauen.

    http://www.waffen.net/nachrichten/bundeswehr-bekommt-dmr-762/