„24 Stunden Geduld müssen Sie noch aufbringen“

Wahrscheinlich hat niemand ernsthaft erwartet, dass Verteidigungsminister Thomas de Maizière heute bei der Konferenz Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie des Handelsblatts etwas zur künftigen Stationierung der Bundeswehr sagt. Schließlich laufe derzeit noch die Klausur im Ministerium, sagte de Maizière, und ohnehin sei die Bekanntgabe für den morgigen Mittwoch vorgesehen: 24 Stunden Geduld müssen Sie noch aufbringen.

(Foto: Dietmar Gust/Euroforum)

35 Gedanken zu „„24 Stunden Geduld müssen Sie noch aufbringen“

  1. Gibt es eigentlich genauere Angaben wie und wann genau die ersehnte „Verkündung“ stattfinden soll? Pressekonferenz oder ähnliches?

  2. Eigentlich ist es doch egal, besser wird es auf keinen Fall.
    Man lernt ja von Reform zu Reform Pessimist zu werden.

  3. Einerseits nachvollziehbar – aber es bleibt abzuwarten, wann die Betroffenen informiert werden – vor oder durch die Öffentlichkeit.

    Es gibt da ja eine unrühmliche Vergangenheit was die Informationsdpolitik des Hauses in dieser Beziehung angeht.

    Neuhausen erfuhr es vor langer Zeit aus der Zeitung…….

  4. @X-Ray

    Der Minister geht am Mittwoch um 14.30 Uhr vor die Bundespressekonferenz (so jedenfalls die Ankündigung, im Berlin dieser Tage geht es aus anderen Gründen bisweilen etwas durcheinander mit den Terminen…).

  5. Ich finde, TdM macht es richtig und hat sein Haus diesmal im Griff.
    Selbst die Bild hatte heute keine „exklusivinfos“.
    Sicherlich ist das eine oder andere dann bald bei der Presse mit Veröffentlichungssperre bis X aber bisher halten auch die Kollegen still.

    Und das bei einem Thema, wo insbesondere die landesfürsten in den letzten Monaten ja groß geschachert haben..

    Respekt

  6. Es ist sehr wohltuend zu beobachten, wie geschickt und geräuschlos TdM sein Ministerium führt.
    Hoffentlich wirkt sich das auch beruhigend auf das Betriebsklima aus.

  7. @DJ

    Ich glaube die „Truppe“ wird morgen über ein geeignetes Medium bzgl der StO-Entscheidung erfahren und dieses Medium heisst nicht Fernsehen.

    Die BPK war auf 12:30 Uhr angesetzt, ist aber auf 14:30 Uhr (Live auf Phoenix)verschoben worden. (Grund: Regierungserklärung zum EU-Sondergipfel und Euro-Rettungsfond EFSF)

  8. @JC. Da bin ich ja gespannt….Fax? Intranet? Welches ist das geeignete Medium der Stunde?
    – von der Grasnarbe betrachtet –

  9. @ J. Münster
    Ich könnte mir Intranet oder LotusNotes vorstellen, die sind am meisten verbreitet oder?

  10. @JC: Da bin ich optimistisch. Die Grobstruktur wurde damals auch zeitgleich mit der offiziellen Bekanntgabe per LoNo verteilt.

  11. na ja zumindest die Schliessungen im Bereich Marine darf man ja schon lesen….soviel zum Thema „hat diesmal alles im Griff“

  12. @JC und Franz S.:
    Mit der klitzekleinen Einschränkung, dass nicht jeder einen Lotus Notes Zugang hat. Geschweige denn eigenen ständigen Intranetzugang….also nochmal weiter nach einem Medium suchen….

  13. @NMWC
    So richtig. Dennoch ist es die Aufgabe eines Vorgesetzten seine ihm unterstellten Soldaten zu informieren und wenn der KpChef oder BtlKdr ein „Antreten“ macht und sagt: „Männer und Frauen, so siehts aus!“.

  14. Die (meisten) Soldaten warten schon seit 20 Jahren….denn seit der Wiedervereinigung werden sie von heute auf morgen vertröstet, versetzt, vermeintlich (evtl) aufgelöst, entlassen oder in andere Verwendungen versetzt………

    Und die meisten Soldaten wissen:
    Auch nach der „offiziellen“ Bekanntgabe werden sie weiter warten müssen…
    Denn die nächste Reform ist schon absehbar….

  15. Die Vorab-Information geht Morgen um 10:00 an Dienststellenleiter bis Ebene Bataillon/vergleichbare zivile Ebene.
    10:30 Einstellung Tagesbefehl BM und Stationierungsbroschüre ins Intranet und Internet und Freigabe zur Unterrichtung des gesamten nachgeordneten Bereiches
    Ende Sperrfrist für Presse

  16. @MD.
    Die Fragen aller Fragen. Solange die nicht geklärt ist, geht jede Reform ins Beinkleid.

  17. @ MD

    Die Frage wofür sollen unsere Streitkräfte eingesetzt werden ist tatsächlich die Kernfrage, die aber auf breiter Ebene nicht beantwortet wird.

    Schrumpfen und sparen – darauf beschränkt sich die Debatte.

    .
    Wenn der ehemalige Bundespräsident von Sicherung der Handelswege und Sicherung von Rohstoffresourcen bei unseren AFG-Engagement sprach dann wurde er namentlich von den Grünen im Bundestag scharf angegriffen.
    Dabei war es gerade die Rot-Grüne Bundesregierung, die die Bw in diesen Einsatz geschickt hat, mit der Begründung Menschenrechte, Herstellung von Demokratie, Wiederaufbauhilfe usw. Dass dies alles erstunken und erlogen war, hat sich erst 5 Jahre später herausgestellt, als die Kämpfe in AFG auch für den deutschen ISAF-Anteil heftiger wurden. Die Nummer die guten Deutschen mit ISAF, die bösen Amerikaner mit OEF, zog nicht mehr.
    Jetzt hat man wieder den strategisch klaren Blick für dieses Engagement, aber es interessiert sich kein Mensch in der deutschen Öffentlichkeit mehr dafür.
    Stichwort : Die "strategische Ellipse", die in der deutschen sicherheitspolitischen Diskussion nahezu keine Erwähnung findet.

    http://www.gastip.de/rubrik2/19786/Wissen-Was-ist-die-Strategische-Elipse.html

    und

    http://www.peak-oil.com/effizienzrevolution-nach-peak-oil/peak-oil-studie-bundeswehr/

  18. Auch Ralf Möller (Der Gladiator) hält den Minister für einen guten Beamten (Focus), der aber keinen zur Bundeswehr lockt!!!!

    Durch Personalabbau, mögliche fehlende Berufsperspektiven durch Reduzierung von Berufssoldatenstellen oder sogar der Abschaffung des Berufssoldaten man kann seinen Kindern nicht mehr mit guten Gewissen raten zur Armee zu gehen.

  19. @Georg
    Diese Argumentation ist sowas von billig, dass ich sie ihnen gar nicht mehr zugemutet hätte … warum hat denn schwarz/gelb die Truppen nicht sofort zurück geholt? Schauen Sie sich doch mal die namentlichen Abstimmungen zu den Mandaten/Mandatsverlängerungen an … und denken Sie daran; im ersten Mandat ging es nicht um Nordafghanistan, sondern um die Absicherung der großen Loya Jirga … so, jetzt sollten wir wieder sachlich werden.

  20. @ Klausmüller

    „…Durch Personalabbau, mögliche fehlende Berufsperspektiven durch Reduzierung von Berufssoldatenstellen oder sogar der Abschaffung des Berufssoldaten man kann seinen Kindern nicht mehr mit guten Gewissen raten zur Armee zu gehen.“

    Sind dies die wahrhaftigen Gründe für die Entscheinung, einen Dienst als Soldat in Streitkräften zu präferieren?

    Na dann sollte jemand doch lieber den Beruf als Beamter auf Lebenszeit wählen. Ich denke mal als steuerzahlender Arbeitnehmer … bitte kein Geld mehr für den Einzeplan 14 unter der von Ihnen beschriebenen Maßgabe

    Nix für ungut.

  21. @J. König / Klausmüller
    Doch, doch, das sind schon Dinge die zu beachten sind. Was hat denn jetzt ein SaZ 12 vor zu weisen, der bei der Panzertruppe war? Ich meine damit, mit was steigert er seine Atraktivität für einen Arbeitgeber gegenüber einen ungedienten Bewerber?!?

    Ralf Möller wollte 2007 oder 2008 eine InfoDVag bei den Feldjägern in Sonthofen mit machen und hatte „Arni“ auch schon berichtet, dass er demnächst Oberleutnant der Bundeswehr wird … er ist dann aber nicht gekommen, weil „Heldentaten“ nicht auf dem Programm standen und Presse, Funk und Fernsehen auch nicht beteiligt sein sollten …

  22. @ J.König

    Ich denke jetzt überfordern Sie den Idealismus der Menschen (auch der die in den Streitkräften mit Engegement Dienst tun). Die Bw muss attraktiv sein um ihrem Anspruch in der Mitte des Volkes verankert zu sein gerecht werden zu können. Ein „Korps der Verzweifelten“ wäre nicht nur wenig effizient, sondern auch zu leicht politisch unterwanderbar.

  23. @ Heiko Kamann

    Ihre Argumente lasse ich durchaus gelten, es gehört aber ebenfalls zur Realität der Geschichte, dass die beiden ersten und meines Wissens einzigen Kampfeinsätze der Bw durch eine rotgrüne Bundesregierung befohlen wurden.

    Der Kampfeinsatz im Krieg gegen Serbien zur Befreiung des Kosovo und eben der OEF- Einsatz in AFG, der ersten Bündnisfall der Nato nach Art. 5 überhaupt in der Historie. Also die friedensbewegten Grünen und die Roten haben die Bw in den Einsatz geschickt. Dazu musste allerdings der Kanzler Schröder die Vertrauensfrage im Parlament stellen und das rotgrüne Projekt im Jahre 1999 hatte noch viele unerfüllte Erwartungen und Baustellen. Um es mal grass zu formulieren. Ich bin mir nicht sicher, ob mancher grüner Bundestagsabgeordnete die „Kröte“ Kosovoeinsatz nur deshalb geschluckt hat, um hinterher auch noch manche grüne Projekte z.B. die „Homoehe“ in die Realität umsetzen zu können.
    Im ersten Mandat zu AFG ging es übrigens um den OEF-Einsatz zur Jagd auf die Taliban nach dem Anschlag vom 11.09.01. Im zweiten Projekt, nach der Petersberg-Konferenz, die maßgeblich der deutsche Aussenminister Fischer vorantrieb, ging es um Wiederaufbau von AFG, Demokratisierung, Frauenrechte, Mädchenschulen usw.
    Alle Regierungen danach haben den ISAF-Einsatz letztendlich aus Bündnissolidarität weitergeführt. Ehrlich wäre es gewesen, der Bevölkerung von Anfang an zu sagen, wir machen dies um in einem strategischen Rohstoffgebiet wo 70 % der Welterdöl- und Gasvorkommen lagern, einen Fuß in die Tür zu bekommen und umgekehrt die Chinesen von den Rohstoffen fern zu halten.
    In dieser Argumentation ist es übrigens der gleiche Grund, warum die Sowjetunion 1979 in AFG interveniert hat. AFG mit seinen ca. 2000 km Entfernung vom persischen Golf, war eine vorgeschobener Flugbasis, von dem russische SU-24 Bomber den westlichen Ölexport im persischen Golf unterbrechen hätten können. Dies war das strategische Ziel. Das gleiche Ziel, Kontrolle der „Strategischen Ellipse“ ist vermutlich auch jetzt wieder das längerfristige Ziel in AFG, oder glauben Sie, dass nach dem Abzug der ISAF-Truppen, der Westen einmal erobertes Einflussgebiet wieder freiwillig aufgibt ?
    Wenn Sie mal beobachten wollen, wie dieser strategische Kampf um den Zugang zu Ressourcen, hier Erdöl, zwischen den USA und China ausgetragen wird, dann untersuchen Sie mal die Verhältnisse im Südsudan oder reden mit einem deutschen Augenzeugen in Form einen UN-Militärbeobachters.

  24. @J.König
    Als ich angefangen habe, bin ich zur Bundeswehr gegangen weil ich es spannend fand und weil ich Deutschland verteidigen wollte. Heute (ca.25 Jahre später) gehe ich nur noch zur Arbeit. Warum ?
    Weil mir seit den 90ern erzählt wird das zivile alles besser können, jeder Minister meinte die Bundeswehr reformieren zu müssen, ich wegen dauernder StOSchließungen mehrfach umziehen musste und ich nun Deutschland da verteidigen soll, wo es überhaupt keinen Sinn macht. Dazu kommen die dauernden einseitigen Vertragsänderungen meines Dienstherrn ,die nur ab und zu für mich von Vorteil sind. Und wenn unserem Minister dann gar nichts mehr einfällt dann wird über Ehrendienst und der ach so attraktiven Bundeswehr gefaselt. Gleichzeitig wird jedoch überlegt wie man uns Berufssoldet am günstigsten los wird. Geile Sache. Wir.sind.bedient!

  25. @ Insider

    Die neueste Abwandlung des Werbespruchs für die Bundeswehr, die ich heute gelesen habe, lautete : Wir.machen.dicht

    Gruß an den Gefrusteten

  26. @ Insider

    Respekt !!

    Volle Übereinstimmung. Besser hätte man es kaum formulieren können.
    Egal, welche StO morgen bedient werden, Wir.Sind. Bedient.

    In spätestens 5 Jahren reden wir sowieso über eine Reduzierung auf 150.00 Mann oder noch weniger.
    Egal. Wir, die ca. 25 Jahre dabei sind werden doch eh für ein Butterbrot rausgeschmissen.
    1,875 % pro Jahr. Das. ist. beschämend.

  27. @Georg
    Ja, ja ist doch alles Geschichte …. meinen Sie ernshaft, die Bundesregierung hätte (1999 bzw. 2001) anderst gehandelt wenn sie nicht rot-grün gewesen wäre …?
    Ich glaube es nicht. Aber in der Folge bestand ja durch diverse Regierungswehsel genug Gelegenheid auszusteigen …

  28. @ Heiko Kamann

    Auch eine andere politische Konstellation der Bundesregierung hätte 1999 und 2001 nicht anders entschieden.
    Mich ärgert, dass zumindestens beim ISAF-Einsatz in AFG die Soldaten und die deutsche Öffentlichkeit eine falsche Begründung für den Einsatz bekommen haben. Als dann 2009 der Bundespräsident die richtige Begründung in einem Interview sagte, wurde er insbesonders von den Grünen im Bundestag massiv angegriffen. Dabei sagte er nichts anderes was im Weissbuch 2006 auch stand und dies wurde bekanntlich von einem SPD Aussenminister mitgeschrieben.
    Diese morallastige Heuchelei (Einsatz für Menschenrechte, Demokratisierung, Mädchenschulen, Frauenrechte usw.) ärgert mich. Die gleichen Politiker lassen die Soldaten im Einsatz dann im Regen stehen. Das ist der Punkt.

  29. @ Insider

    Völlig richtig. Aber Sie haben etwas vergessen die Zivilen sind auch viel billiger, zumindest am Anfang auf dem Papier, dann gibt es im laufenden Prozess 100% Steigerungen und am Ende müssen die Soldaten in MeS EPA essen und bekommen Lebensmittelvergiftungen.
    Dann gibt es keine Hochglanzbilder mit den Vertragschließenden Parteien die uns das eingebrockt haben.

  30. @Georg:
    „Der Kampfeinsatz im Krieg gegen Serbien zur Befreiung des Kosovo und eben der OEF- Einsatz in AFG, der ersten Bündnisfall der Nato nach Art. 5 überhaupt in der Historie.“
    Das ist falsch. Die einzigen nennenswerten Einsätze nach Artikel 5 sind Operation Eagle Assist (AWACS, lief für etwas mehr als ein halbes Jahr nach den Anschlägen des 11. September), und die wenig prominente (und einzig verbliebene) Operation Active Endeavour im Mittelmeer. Operation Enduring Freedom ist eine koalitionsgeführte, faktisch amerikanische Operation, die mit dem Artikel 5 nichts zu tun hat. Auch bei ISAF wird fälschlicherweise oft vom Bündnisfall gesprochen.

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