Auf die Details kommt es an

Was die neue Richtung der USA für das deutsche Afghanistan-Engagement bedeutet? Die grundsätzliche Aussage von US-Präsident Barack Obama klingt klar:

As a result, starting next month, we will be able to remove 10,000 of our troops from Afghanistan by the end of this year, and we will bring home a total of 33,000 troops by next summer, fully recovering the surge I announced at West Point. After this initial reduction, our troops will continue coming home at a steady pace as Afghan security forces move into the lead. Our mission will change from combat to support. By 2014, this process of transition will be complete, and the Afghan people will be responsible for their own security.

Die Absicht, die für die nächsten Monate dahinter steht: die massive Truppenaufstockung, den surge, will der US-Präsident zurücknehmen.

Blickwechsel: ISAF Regional Command North. Rund 5.000 US-Soldaten sind dort eingesetzt; seit dem vergangenen Jahr haben sie die Deutschen, Skandinavier, Ungarn im Norden verstärkt. Doch entscheidend ist nicht die Personalstärke – entscheidend ist die Technik.

Ohne die rund 50 Hubschrauber der 4th Combat Aviation Brigade wäre das ISAF-Regionalkommando ganz massiv eingeschränkt. Zum einen, weil die schnelle Verlegung von Truppen von der Luftbeweglichkeit abhängt. Zum anderen, und das ist fast noch wichtiger: Weil die 15 Forward Air MedEvac Helikopter erst sicherstellen, dass Verwundete schnell genug in die Rettungszentren gebracht werden können.

Ohne diese Rettungshubschrauber wäre es wie zuvor: Operationen in einigen Regionen sind kaum noch möglich, weil die medizinische Versorgung nicht sichergestellt ist. Für den Sommer 2012 plant die Bundeswehr, die neuen NH90 als MedEvac nach Afghanistan zu bringen. Aber auch das wären vier Hubschrauber. Gegen rund 15.

Strich drunter: Die Zahl, die Obama angekündigt hat, sagt für den ISAF-Partner Deutschland noch gar nichts. Wo die US-Militärs welche Fähigkeiten abziehen – das wird das Entscheidende. Mal sehen, ob der deutsche Verteidigungsminister heute nachmittag dazu was sagt.

Nachtrag: Hier auf der Seite des Verteidigungsministeriums Infos zum

heutigen Statement     
des Ministers: Jede Reduzierung muss verantwortbar sein. Sie ist lageabhängig.

Und noch ein Nachtrag mit dem besten Zitat dazu: „Wenn die Amerikaner im Norden abziehen, dann stehen die Deutschen mit ziemlich kurzen Röckchen da.“

35 Gedanken zu „Auf die Details kommt es an

  1. Gibt es eigentlich einen Grund, genau 4 Hubschrauber da runterzuverlegen und nicht 5 … 25? Irgendwie wird man das schon mit dem Kontingent verrechnen können, sodass es nicht allzuviel macht (oder Zusatzmandat o.ä.).

  2. Es sind nicht mal vier MedEvac-NH90, sondern nur genau einer. Ein anderer ist der benötigte mit MGs ausgestattete Hubschrauber für den Begleitschutz. Die restlichen zwei sind technische Reserve (warum auch immer).

    Ja, natürlich gibt es dafür einen Grund: den NH90 gibt es noch gar nicht in der Truppe. Diese vier sind auch mühevoll zusammengekratzt. Der Einsatz, der vom Transporthubschrauberregiment 10 durchgeführt wird, wird immer noch mit den alten UH-1D geübt.

  3. Die Bundeswehr ist bereits seit 2002 mit MEDEVAC Hubschraubern CH53 in Afg vertreten und stellte zwischen 2004 und 2009 in Nordafghanistan die einzige RW AIRMEDEVAC Kapazität. Auch heute stehen diese Syteme in Mazar- e Sharif in einer 30min Bereitschaft.
    Allerdings gebe ich recht, das die Bundeswehr nicht mal im Entferntesten in der Lage ist die amerikanischen Kapazitäten auch nur für einen Einsatz zu stellen.
    Bei den angekündigten Reduzierungen bei der anstehenden Bundeswehrreform können wir von Glück sagen, wenn die gesamte Heeresfliegertruppe noch über soviel Hubschrauber verfügt wie allein die 4th Cap in Mazar-e Sharif.
    Nach der Reform wird die Bundeswehr wohl nicht mehr in der Lage sein angemessene RW AIRMEDEVAC für ihre Soldaten im Einsatz zu stellen. Zusätzlich wird man diese minimalen Fähigkeit noch auf zwei Teilstreitkräfte aufteilen (es ist geplant die CH53 zur Luftwaffe zugeben).
    Also müssen wir mit dem Leben, was wir jetzt haben. Mehr wird es nicht mehr…

  4. @ Nico

    Durch austretendes Kühlmittel? Wo soll das herkommen? Haben die die Motorabdeckung geöffnet, außerhalb des Feldlagers?

    Eigentlich klingt das eher nach einem geplatzten Schlauch der Turmhydraulik. Der kann unter diesen Bedingungen auch mächtgig heiß werden und würde auch die Abstufung der Verletzungen erklären. Wenn das so ist, da viel „Spaß“ bei der Entgiftung der Wunden.

  5. Nach bald 10 Jahren Einsatz hat man es immernoch nicht geschafft Grundlegendes zu regeln – aber immer schön die ach so tolle Rettungskette und Einsatzvorbereitung rühmen, die ja international so hoch geachtet sind. Am Ende bleibt dann halt nur zu hoffen, daß die Amis nicht zu schnell gehen. Einfach nur noch peinlich. Aber derlei Dillettantentum wird ja anscheinend als normal betrachtet. Ne Ausrede findet sich ja auch immer.

  6. Eine Frage an die aktuell AFG Kundigen im Einsatz.
    Der Verteidigungsminister hob in seinem heutigen Statement zu den US-Abzugsplänen hervor, das DEU Leitnation ist … wenn ich hier einige Äußerungen lese, mache ich mir so Gedanken … wir haben kaum oder keine Hubschrauberkapazität; kaum Lufttransportkapazität, fliegende kämpfende Einheiten haben wir ja auch nicht in AFG … schwere Bodentruppen auch nicht … was benötigt denn eine Nation um Leitnation in einem militärischen Einsatz zu sein? Administration, Sportabzeichen und ASU?
    Sorry, ich möchte keinen provozieren, aber habe ich da was übersehen? Ich hoffe das die Soldaten nicht „politisch verbraten“ werden.

  7. Letztendlich bedeutete Leitnation anfangs die Bereitsstellung von Führungsstrukturen, Führungsmitteln, Geld und logisitische Kernfähigkeiten, zu denen ich auch mal die Sanitäter dazu rechne. Und natürlich ein gewisse Anzahl „Draußen-Soldaten“ . Das haben nicht viele und nicht wenige Nationen mit diesen Fähigkeiten haben sich bewusst rausgehalten.

    Wir haben allerdings aus Prestigegründen sowie in der völligen Verkennung der Lage einen völlig überdehnten Raum mit viel zu wenig Kräften übernommen und im Laufe der Zeit nicht die notwendigen Mittel dem Bedarf und der Qualität angepasst.

    Ich versuche das immer sehr plastisch mit der Gartenarbeit zu erklären. Wir haben so von den Amerikanern ein umgegrabenes Hanggrundstück übernommen und versuchen nun mit Schippchen, Gabel und Eimerchen mal hier und da ein Bäumchen zu planzen, da ein Wasserloch zu graben und etwas Dünger zu verstreuen. Das Unkraut brauchte einige Zeit, um sich zu erholen, aber nun ist es wieder da. Und jeder Regen spült die vorläufigen Wege, die kleinen Beete und etwas von dem alten Holzwerkzeug wieder weg.

  8. @ Roman
    Ja das habe ich so geahnt … „Führungsmittel“ – also damit hatte ich in meiner aktiven Zeit zu tun … führend, waren wir da nie und ich befürchtet, auch da wird sich nichts geändert haben …

  9. @Roman: Damit bin ich überfragt ;-)

    Gab übrigens etwa zur selben Zeit eine IED gegen einen ANSF/Bundeswehr – Konvoi.

  10. @ Heiko

    Naja, die anderen haben da auch wenig. Wir haben zumindest eine zeitlang viel Geld investiert, um so einigermaßen solche Mittel zu kaufen. Und eben auch die notwendigen Spezialisten ausgebildet, die jedoch in Erkenntnis ihres Marktwertes oftmals die Bundeswehr wieder verlassen haben.

    @ Nico

    Ja, aber das Ganze soll ja eher ein Unfall denn Folge eines Anschlages sein.

  11. Nun haben neben augengeradeaus auch andere Medien erkannt, wie absurd Bundeswehrstrukturreform sein kann: Während in der Reform die Zahl der Infantristen, die auf eine ausreichende Anzahl von Retttungsmitteln angewiesen sein werden konsequent erhöht werden soll, wird konsequent die Zahl der Rettungsmittel verringert. Gleichzeitig ist die Vorgabe der Rettungszeit auf amerikanischen Standard – 60 min ( golden hour) – reduziert. Und als Ergänzung zum Beitrag von andyh :
    Es sind ja auch 2+2 Tiger im Einsatz. D.h. die Tiger können escort fliegen, so dass zwei Medevac HN 90 zum Einsatz kommen. Alle anderen Tiger fliegen CAS und CCS für die Infantrie im Rc North und die ganzen anderen NH 90 stellen die Luftbeweglichkeit im RC North sicher.
    P.S. ich höre neuerdings wieder öfter einen alten song von den boomtown rats aus dem Jahr 1980

  12. @schleppi:
    Noch ist gar kein deutscher Tiger im Einsatz. Bisher sind das nur Wunschvorstellungen.
    Neben der Technik wird sich dann auch zeigen wie FwdAirMedEvac mit unseren Vorschriften zusammen paßt.
    Mit Blick auf die Reform hab ich sowieso den Eindruck, daß man am Ende ein Heer hat, das am Ende nichts richtig kann.

  13. @Memoria:
    nicht nur ein Heer, sondern auch eine Marine und eine Luftwaffe…die am Ende wohl ohne Zähne dastehen werden.
    JOINT!
    Ich weiss es fällt schwer, aber ruhig mal versuchen den Truppengattungsstolz für das Gesamtbild zu vernachlässigen…;-)

  14. @NMWC:
    Ertappt :-)!
    Wir waren halt gerade bei Heeresfliegern, aber richtig: man sollte stets das Ganze vor den Teilen sehen.
    Jedoch hab ich bei der Lw schon längst die Hoffnung aufgegeben. Spätestens seit mir ein Mann aus der Luftwaffenführung letztes Jahr sagte: „Also Luftnahunterstützung ist nicht unsere Priorität – das ist ja auch nicht politisch gewollt“. Soviel zur „Luxuswaffe“, die sich halt weiterhin in „Top-Gun“-Attitüde um METEOR u.a. kümmert und die Kooperation mit dem Heer keine Priorität einräumt. Das Zusammenwirken mit der Marine hat man ja schon an die Wand gefahren.
    Die Marine steht wohl noch etwas besser da, hat sich aber aus meiner Sicht mit der F125 und der stiefmütterlichen Behandlung der Minenabwehr die Zukunft in Teilbereichen verbaut.
    Von der neuen SKB und dem reformierten ZSanDst (die wollen wir ja auch nicht vergessen!) weiß ich noch zuwenig.
    Unterm Strich fehlt ein bundeswehrgemeinsame Vorgabe zu den zukünftigen Fähigkeiten – basierend auf einer ernsthaften kriegstheoretischen Grundlage. Jeder spielt weiterhin mit seinen aus Kindestagen bekannten Spielsachen in seinem Sandkasten, obwohl gemeinsames ARBEITEN notwendig wäre. Die neue Reform bremst diese uralte Fehlentwicklung nicht, sondern beschleunigt sie noch. Da versagt (bisher) der GI.

  15. Das von 2002 bis 2009 die deutschen CH53 die einzigen Luftrettungsmittel in AFG waren ist schlichtweg falsch. In Meymaneh waren im selben Zeitraum (und sind es immer noch, wenn ich richtig liege) mindestens eine Bell als MEDEVAC Maschine eingesetzt. Diese ist in der Rettungskette mit drin, kann zugeben aber MeS aufgrund Reichweite nicht direkt anfliegen.
    Trotzdem leistet sie den NOR Soldaten treue und wertvolle Dienste im Raum.

    Alles andere wird sich zeigen.

  16. Nach meiner Erinnerung kamen die NOR Bell 412 erst im Frühjahr 2008 – nachdem es bei Operationen der QRF (u.a. „Harekate Yolo II“) Probleme mit den Nachtflugbeschränkungen der CH-53 MedEvac gab. Wobei wir wieder beim Ausgangspunkt wären.
    Die Norweger nutzen übrigens Miniguns, bin mal gespannt was der NH-90 bekommt.

  17. Als Nachtrag noch die Probleme mit den CH-53 MedEvac im Jahr 2007:
    http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article2890985.ece

    Und noch ein Kommentar eines norwegischen Soldaten zu den damaligen Vorwürfen:
    „This is not purebred anti-German BS propaganda. In some form or the other i’ve had to be dependant on German assets many times during my three tours to Afghanistan, and especially during Harekate Yolo II there were extreme amounts of frustration running through our chain of command with regards to the stupidly rigid and rule-/regulation-laden Bundeswehr. Germany has declared Afghanistan a warzone, yet it operates it’s rotary- and fixed-wing flying assets on German national, peacetime regulations. Need i say more?
    – How can Germany suddenly leave an allied nation without medevac support in the middle of heavy fighting involving numerous well-armed and well-organized Taliban?
    – Why aren’t there any bombs on those farking Tornados? We needed CAS on several occasions and had to call Bagram for help instead.
    – How come German rules for chopper LZs are more numerous than there are German troops in Afghanistan?
    – And how on earth can German choppers refuse to land to extract a critically wounded Finnish soldier who was shot during a TIC and since evacuated by us and the Swedes to a secure area? Answer to this one is that a five-meter wide paved road with flat and dry plains on each side do not conform to German LZ regulations.

    For now i won’t give the entire lowdown on the story in question in the article other than backing up this „Norwegian cavalry officer“ and his complaints. The CH53s have failed miserably in the task of impressing me during the almost one year of working in RC(N), and this article gets it spot on as to why.

    Comments are welcome, but i’ll say that it’ll be a HUGE relief the day we get our own choppers to do our biddings!“
    http://www.militaryphotos.net/forums/showthread.php?123966-For-us-ze-war-is-over-by-tea-time-ja

    Die Verlegung der Bell 412 stützt wohl die Aussage des Norwegers.
    Sicher kann von vielen Flugbestimmungen im Einsatz abgesehen werden – in der Praxis geschieht bzw. geschah dies jedoch wohl nicht immer.
    Es bleibt zu hoffen, dass sich dies sich mit den NH90 ändert.

  18. @Memoria

    Auch möglich, das die Bell später kam, aber sie war/ist vorhanden.

    Als Bewaffnung für die NH 90 dürfte ebenfalls das M3M genutzt werden, wie auch für die CH. Ich habe mal im Intranet etwas über die Zertifizierung der Waffenstation gesehen. Fände das auch keine schlechte Wahl, zumal die Kadenz des M3M auch nicht von schlechten Eltern ist :-)

  19. @Voodoo,

    kann man daraus verstehen das am NH90 deutlich verbessert wurde, also ich meine Fahrwerk, Heckklappe, Sitze usw?

  20. @ MD. | 24. Juni 2011 – 18:59

    Na ja, aber zu den Kernfragen dringt der ZEIT-Autor Horst H. Wosnek mal wieder nicht vor. Die Rumeierei um den Begriff „Sieg“, also die Erreichung des Kriegsziels, ist schon etwas peinlich, aber in unserer heutigen Zeit weit verbreitet. In bestimmten Kreisen ist es eben chic, in Kriege zu ziehen ohne siegen zu wollen. Dann muss man schließlich auch kein wasserdichtes Kriegsziel definieren und kann mehr Zeit in Talkshows verbringen…
    Das Ziel: Frieden, sollte man schon im Auge haben, bevor es überhaupt zum Krieg kommt. Die alte platonsche Grundidee „Si vis pacem, para bellum“ bringt das auf den Punkt.

    Leider liefert die ZEIT mal wieder nur die inzwischen von ihr gewohnte Dünnbrettbohrerei. In sicherheitspolitischen Fragen kann das fatale Folgen haben, insbesondere da Herr Wosnek sich ja Politikberater nennt.

    Herr Wosnek sollte mal wieder ein paar Nasen Universitätsluft schnuppern, dann würde er vielleicht merken, dass die Zeit heute weiter ist, als er in der ZEIT. Da er meines Wissens aus Münster kommt, wäre da sicherlich die dortige philosophische Fakultät interessant, die beeindruckende Leistungen, wie z. B. die Dissertation von Sebastian Laukötter, hervorbringt; Titel: „Zwischen Einmischung und Nothilfe – Das Problem der ‚humanitären Intervention‘ aus ideengeschichtlicher Perspektive.“ Sehr lesenswert.

    Denn auch hier gilt: Auf die Details kommt es an!

  21. @ Christian

    Die Mängel wurden bekanntlich an den Vorserienmaschinen festgestellt und ausgewertet. Soweit ich weiss, wurden sie danach beseitigt, allerdings kann ich das nicht sicher beantworten. Evtl kann das ja ein anderer Mitleser verifizieren – das Heer hat ja offiziell welche bekommen, also muss es mittlerweile „ungeschminkte“ Blicke gegeben haben.

  22. Wozu gibt es die Bw überhaupt? Sie ist doch hoffnungslos überfordert, 2011 und nicht ein lausiger Medevac in Afghanistan? Lächerlicher gehts nimmer. Wir können uns nichtmal gegen Luxemburg verteidigen, mit unserer Bananenwehr. Die Soldaten können nichts dafür, aber unser Land ist an Dilettantismus nicht mehr zu überbieten. Was für eine Farce.

  23. @Heinz
    Woher nehmen Sie denn bitte die Information dass die Bw nicht über Medevac in AFG verfügt?
    Selbstverständlich befinden sich die Medevacfähigkeit vor Ort. Die Frage die man sich nur stellen sollte, ist diese ausreichend?

  24. OT: Auf BBc three läuft gerade ein sehr interessantes Special: Our War – Ten years in AFG.
    http://www.bbc.co.uk/programmes/b01175hg
    Ich wünschte, das Erste oder das ZDF würden in Zusammenarbeit mit dem BMVg den AFG-Krieg aus der Sicht der deutschen Soldaten zeigen, so wie hier das MoD mit der BBC zusammengearbeitet hat. In mehreren Teilen, Abends zur besten Sendezeit.
    Zumindest werden ja die Helmkameras beschafft.
    MfG

  25. Da BBC-Videos nicht überall verfügbar sind hier der erste Teil auf Youtube:
    http://www.youtube.com/watch?v=DYvHiDMMtOw

    Zum BMVg und ARD/ ZDF. Das BMVg beklagt immer die fehlende Debatte, aber in Wahrheit ist man dort doch gar nicht an einer Debatte interessiert. Stattdessen ist man mit immer wunderlicherer Schönrednerei beschäftigt („verzweifelter Gegner… bestmögliche Ausrstung und Ausbildung…große Fortschritte durch ASB“).
    Daher bin auch ich sehr gespannt auf die Verwendung der Helmkameravideos.

  26. Ja, ohne Frage würde es im Norden anders aussehen, wenn die USA uns hier nicht unter die Arme gegriffen hätten und wir würden deutlich länger benötigen, den Norden weitestgehend im Griff zu haben.
    Allerdings hat die USA ihre Fähigkeiten nicht uneigennützig zur Verfügung gestellt. Zum einen geht’s und den baldigen Erfolg und Abzug, zum anderen um die Versorgung der Truppen im Süden und zum nächsten wird die USA sicher ein Standbein (oder mehr) in AFG belassen.
    Die Fähigkeiten der US Streitkräfte mit unseren zu vergleichen ist einfach nur Unsinn!! Klar sind unsere „Pannen“ bez. Gerät superpeinlich und vermeidbar, aber die gibt’s auch und massenhaft auch bei unseren Partnern.
    Damit gleich die Bw in die Grütze zu treten ist gleich mehrfach unsinnig, denn es ist weniger die Schuld der militärischen Bundeswehr… die Ursachen liegen eher im politischen Bereich, Verträge und der europäischen Vertragsstrukturen bei Gemeinschaftsprojekten.

  27. @Sun Tzu
    „Herr Wosnek sollte mal wieder ein paar Nasen Universitätsluft schnuppern, dann würde er vielleicht merken, dass die Zeit heute weiter ist, als er in der ZEIT. “

    Ich habe mir das auch angetan und muss im nachhinein sagen, dass ich, was Sicherheitsthemen angeht, selten ein politisch korrekteres, blauäugigeres, praxisferneres, auf Irrelevanz bedachtes Umfeld kennengelernt habe als deutsche Universitäten. Ernst Jünger hatte doch recht: „Wer darf vom Kriege reden, der nicht in unserm Ringe stand?“

    Herr Wosneks Ideen passen m.E. sehr gut in dieses Umfeld hinein, denn auch diese sind ganz der akademischen Vorstellung verhaftet, dass Krieg in erster Linie dazu da sein sollte, um fremden Völkern und Staaten zu helfen.

  28. Politikverdruss | 25. Juni 2011 – 14:18

    @Sun Tzu,

    ist die Dissertation im Netz verfügbar?

    ===

    Online ist mir keine Quelle bekannt. Es gibt aber noch die gute alte Bücherei mit Fernleihe … Die akademische Unsitte, mit der Verlagsveröffentlichung die Rechte an der eigenen Arbeit vollständig abzutreten, steht dem vermutlich entgegen.

    @ Orontes | 25. Juni 2011 – 14:34

    Leider ist Ihre Einschätzung bezüglich vieler Unis zu sicherheitspolitischen Themen durchaus richtig. Ihre Einschätzung von Herrn Wosnek wohl auch.

    Gerade daher finde ich ja das philosophische Seminar in Münster so erfrischend. Man wagt sich dort eben für geisteswissenschaftliche Fakultäten recht unkonventionell an dicke Bretter ran, ohne sich selbst in die „Ich bin so klein, mein Herz ist rein!“- Ecke zurückzuziehen.
    Natürlich muss man hier auch zugestehen: Uni ist Elfenbeinturm, sollte es ja auch sein. Auch in der genannten Diss stimme ich lange nicht mit allen Sichtweisen überein, da der Anspruch oft einfach praktisch nicht umsetzbar ist. Trotzdem ist vieles richtig und wesentlich weiter gedacht, als im veröffentlichten Polit- und Mediendiskurs.
    Auch unsere „modernen“ humanitären Kriege brauchen ein wasserdichtes intellektuelles Fundament. Gerade weil es hieran fehlte, ist man ja unter rot-grün so blauäugig in ISAF reingerutscht – dabei meinte es man doch so gut und hatte so hehre ethische Ziele beim Brunnen bohren und Mädchenschulen bauen …
    Aus philosophischer Sicht wurde meiner Meinung mit der genannten Arbeit ein vielversprechender Anfang gemacht. An die Tiefe, wie sie in Harvard, Yale oder auch der USMA gelehrt wird, kommt man zwar noch nicht ran, aber es ist ein Anfang.

  29. Man könnte ja einfach zur Tagesordnung übergehen.
    Es geht aber um unsere Kameraden! Wie können die versorgt werden, wenn die Blackhawks in der ausschließlichen Rescue-Version nicht mehr verfügbar sind? Haben wir dann ständig einen NH90 im pre-flight-modus? Oder zuckeln wir bodengebunden zur Unfall- / Terrorlokation? Wer in der ersten Viertelstunde nicht gestorben ist, wird auch die nächste Stunde nicht sterben?
    Schade, dass Frau Merkel keinen Soldatensohn hat!!!

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