Zum Reinhören: de Maizière vor der Bundespressekonferenz

Da es davon vermutlich keine Abschrift geben wird: Hier zur Dokumentation der Auftritt von Verteidigungsminister Thomas de Maizière vor der Bundespressekonferenz am Mittwoch. Wo einige Fragen offen blieben… (aus technischen Gründen wieder in drei Teilen.)

(Direktlink: http://audioboo.fm/boos/360248-de-maiziere-bundespressekonferenz-1-18-5-11)

(Direktlink: http://audioboo.fm/boos/360250-de-maiziere-bundespressekonferenz-2-18-5-11)

(Direktlink: http://audioboo.fm/boos/360253-de-maiziere-bundespressekonferenz-3-18-5-11)

15 Gedanken zu „Zum Reinhören: de Maizière vor der Bundespressekonferenz

  1. Vielen Dank Herr Wiegold fürs hereinstellen ;) der gesamten Ton- und Bildwerke des letzten Tages.

  2. Direkt am Anfang von Teil 2 gibt es eine bemerkenswerte Aussage zu den Zivilangestellten, die ich nicht einordnen kann:

    Es werden derzeit 104.000 bezahlt, von denen 68.000 arbeiten.

    36.000 bekommen „money for nothing“?

  3. eigentlich sollte die Anzahl ja schon auf 75.000 (?) abgesenkt sein, allerdings tun sich die Zivilisten da erheblich schwerer als die Uniformierten. Insofern sind das schonmal 30.000 Überhang die eigentlich keinen Job mehr haben.

    Dann stellt sich die Frage, was die Leute in den KWEA derzeit machen, denn wirklich Arbeit haben die derzeit nicht, insofern würde das mit den 68.000 Sinn ergeben.

    However, ich sehe da noch nicht wie der BMVg das besser umsetzen will als seine Vorgänger – die Behaarungskräfte an der Stelle sind immens.

  4. @Volker

    Die Differenz ist einfach zu erklären: die zivilen Abteilungen des BMVg waren schlicht „ungehorsam“, sie haben die letzte Reduzierungsrunde einfach ausgesessen und gehen bei der derzeitigen dann von höheren Zahlen aus. Dreistigkeit zahlt sich offenbar aus, oder war es doch Unfähigkeit? Die avisierten 55.000 werden wohl auch nicht vor der übernächsten Reform erreicht werden.
    Mir stellt sich auch die Frage, was die 103.000 wirklich machen. An den Standorten sind sie jedenfalls nicht, um den Rasen zu mähen und Unkraut zu zupfen oder kleinere Reparaturen zu erledigen. Unsere Kasernen haben noch nie vorher so schlimm ausgesehen, zumal die Spieße sofort Ärger bekommen, wenn sie „Eigenleistung“ in größerem Umfang organisieren.
    Ich denke, die Zivilisten sind „die Bürokratie“ auf deren Beharrungsvermögen Sie richtig hingewiesen haben. Sie wissen oft wenig von den Soldaten und wollen auch nicht in deren „schmutziges“ Geschäft verwickelt werden. Und sie verhindern eine schnelle Beschaffung von preiswerten, guten Rüstungsgütern und sorgen dafür, dass jeder Soldat, der in Afghanistan ein Stoppschild nicht beachtet vernommen und möglichst angeklagt wird.
    Aber um fair zu sein: es gibt auch ein paar Gute.

  5. Um fair zu sein: Es gibt auch sehr viele Bürokraten in Uniform – umso weiter oben, umso mehr.
    Das BWB beschafft Gerät nach militärischen Forderungen (z.B. UH Tiger). Viel Kritik an 87b ist daher ein Bumerang.
    Genau diese Bürokraten in Uniform sind das Hauptproblem der Bw. Aber genau diese lenken von eigenem Unvermögen laufend ab in dem sie die eigene Verantwortung auf Politik, 87b und Industrie abschieben.

    Ich will damit nicht sagen, das bei 87b und Industrie alles perfekt läuft, aber jeder sollte sich erst mal um den eigenen Laden kümmern und dann auf andere zeigen.
    Die mil Führung könnte u.a. damit anfangen wieder Soldaten und keine Bürokraten auszubilden.

  6. @Memoria

    Als Antwort auf Ihren Beitrag zu dem einen von mir erwähnten Aspekt: dass es sehr viele Bürokraten in Uniform gibt, gestehe ich zu. Dass das Gerät nach militärischen Forderungen beschafft wird, stimmt allerdings nur bedingt. Klar steht am Anfang ein militärischer Bedarf, der dann aber in einem langwierigen und oft unsäglichen Prozess durch die (an entscheidender Stelle zivilen) Instanzen des BMVg und des Parlaments so bearbeitet wird, dass es diesen Damen und Herren und der Industrie passt. Oder haben Sie eine andere Erklärung für die bescheidene Qualität, die mangelnde Einsatztauglichkeit, die hohen Kosten und die meist sehr sehr späte Auslieferung? Ich gehe ja zugunsten der handelnden Personen davon aus, dass es sich weder um Unfähigkeit (anders als Sie bei den Militärs) noch um Sabotage handelt.

  7. Natürlich sind BWB und Industrie nicht ohne Schuld, aber am Beispiel des UH Tiger möchte ich meine Sicht veranschaulichen:

    Ja der Tiger ist weit hinter dem Liefertermin – Schuld der Industrie.
    Ja der Tiger hat eine unzweckmäßige Bewaffnung – Schuld des Bedarfsträgers (Heer).

    Und das der gesamte Rüstungsprozess zu langwierig ist ist auch klar, aber auch hier sind die langwierigen Mitzeichnungsgänge des Bedarfsträgers auch nicht gerade hilfreich.
    Ich wollte mit meinem Kommentar nur draufhinweisen, dass es im Großteil nicht dunkle Mächte in Verwaltung und Politik sind, die verhindern, dass unsere Soldaten unzureichend ausgerüstet sind. Es sind zu mindestens gleichen Teilen militärische Vorgesetzten, die sich für viel interessieren, aber nicht für die kämpfende Truppe.
    Der Bereich der persönlichen Bekleidung ist hier ein Paradebeispiel. Die Situation wurde u.a. vom polit. Bereich über Jahre hinweg kritisiert – schön geredet wurde sie von vielen Generalen.
    Die mangelnde Einsatztauglichkeit ist zumindet teilweise selbst verantwortet.
    Denn vom Einsatz her denken ist eben bei vielen leider nur eine Phrase.
    Insbesondere in den für Rüstung zuständigen Bereichen des Bedarfsträgers.

  8. @ Bang 50 / ddd:

    Sind irgendwelche Angaben von Ihnen bestätigt?

    Ich bin noch nicht wirklich überzeugt.

    Außerdem müssten es nach meinen mathematischen Rechenkünsten 72000 Teilzeitbeschäftigte sein, wenn man davon ausgeht, dass 68.000 (Vollzeit-)Planstellen mit insgesamt 104.000 Beschäftigten abgedeckt werden sollen.

    72000 x 0,5 + 32000 x 1 = 68000

    (OK, nicht alle Teilzeitbeschäftigten haben halbe Stellen…)

  9. @Memoria:

    BWB und co sind eine Geschichte für sich. Wenn ich mir allein mal die Dramen um Reisekostenverwaltung, Umzüge et cetera anschaue, dann muss ich garnicht erst in die Großprojekte abschweifen um mich zu fragen was der zivile Anteil da macht. Früher hatte ich da militäre ReFü’s und wenn es mal klemmte, dann hatte der Besuch von mir und wir haben das geklärt. Heute haben wir Aussenstellen von Aussenstellen von Dienstleistungszentren die im Prinzip nicht anderes machen als Anträge weiterzuleiten, weil man vor Ort ja gar keine Entscheidungskompetenz mehr hat. Es ist schon komisch, dass wir für die gleiche Aufgabe nach der Zentralisierung 2 Beamte für ca 200 Mann vor Ort haben, welche früher für 800 Mann von einem Oberfeldwebel erledigt worden ist.

  10. @ Volker:
    Volle Zustimmung und ich nehm den BfD sehr gern in die Aufzählung auf.
    Seltsam wird auch die neue Nachwuchsgewinnungsorganisation aus den bisherigen Zentren und den KWEA. Wenn ich den Minister richtig verstanden habe, dann solen ehem. KWEA-Mitarbeiter als Zivilisten für den Soldatenberuf werben. Glaubwürdigkeitsdefizit nennt man sowas heute glaub ich.

    Ich empfehle aber auch mal einen Blick in die höheren Kommandobehörden und die Fühungsstäbe im BMVg, da schiebt man die Verantwortung auch sehr gerne hin und her und redet sich vorallem die Welt schön.

    Die Bundeswehr hat daher – wie viele Großorganisationen – im Kern kein Struktur, sondern ein Führungsproblem. Eine Organisation in der Mängel nicht festgestellt, angesprochen und abgestellt werden hat ein sehr großes Problem. Genau dies war auch der Eindruck der Weise-Kommission. Auf die Schönrednerei ist de Maiziere leider in seiner Rede nicht wirklich eingegangen.

  11. @Memoria:

    Sehe ich ähnlich. Vor allem, wenn ich mich mal an meinen Besuch beim WDB vor ca 14 Jahren zurück erinnere und im Nachhinein als Soldat sagen muss, dass erzählte und gelebte Wirklichkeit doch reichlich divergieren.
    Fakt ist: vom allgemeinem her kann der Zivilist das besser und umfassender als der Soldat, soll heißen was die Grundberatung angeht habe ich damit kein Problem. Was den Beruf selbst angeht oder Spezifika zu einer TSK/TrpG, so möge das besser ein Jugendoffizier oder in jedem Fall zumindest Soldat aus dem Bereich tun…

    Bundeswehr – (sprich minus o_O ) karriere.de ist da ein wunderbares Beispiel, wie auch treff.bundeswehr.de. Die Klientel die sich da tummelt will mit Masse Pilot, Fallschirmjäger oder KSKler werden, hat aber keine Ahnung von der Bundeswehr und das lässt man dennoch so stehen. Ein OTL i.G. berät dann den potentiellen FA zur inneren Haltung beim Eingtritt in die Bundeswehr (erst einmal ruhig, paar Jahre machen, dann entscheiden ob man BS werden will), was angesichts der aktuellen Beurteilungssystematik schonmal das sichere aus bedeuten würde und was die technischen Aspekte der Seite betrifft will ich mich mal garnicht äussern…

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