RC N Watch: Update: Gewalt-Proteste in Taloqan, 2 deutsche Verwundete

Bei gewalttätigen Protesten vor dem deutschen Camp in der nordafghanischen Provinzstadt Taloqan sind zwei deutsche Soldaten durch Handgranaten oder Molotow-Cocktails verwundet worden. Bei den Auseinandersetzungen sollen zudem elf Protestierer getötet worden sein.

Die Details sind noch relativ unklar, so viel scheint festzustehen: In Taloqan, der Hauptstadt der Provinz Takhar, kam es am Mittwochmorgen zu Protesten gegen eine ISAF-Aktion in der vorangegangenen Nacht, bei der vier Aufständische getötet wurden, nach ISAF-Angaben darunter auch zwei bewaffnete Frauen. Bei dieser Operation waren nach Bundeswehr-Angaben keine deutsche Soldaten beteiligt.

Nach Bundeswehr-Informationen versammelten sich die Protestierer am Morgen vor dem Provincial Advisory Team (PAT) in Taloqan, wo 44 deutsche Soldaten stationiert sind. Die Demonstranten seien dann randalierend in die Stadt gezogen und hätten Geschäfte und Autos zerstört, bevor sie zum PAT zurückkehrten.

Während der Gewaltaktionen wurden Handgranaten und Molotow-Cocktails auf das PAT geworfen, dabei seien die zwei deutschen und vier afghanische Wachmänner verletzt worden, aber nicht schwer.

Unklar ist bislang, ob die Bundeswehrsoldaten auf die Gewalt mit scharfen Schüssen reagierten. Nach einem Bericht der Washington Post feuerten die Deutschen zumindest Warnschüsse ab.

Die Lage scheint weiterhin unübersichtlich, insbesondere zur Zahl der Toten gibt es noch keine belastbaren Angaben.

Nachtrag: Dazu gibt’s jetzt auch die Meldung auf bundeswehr.de

Update: die letzte Meldung von TOLO spricht von zwölf Toten. Unklar ist nach wie vor, inwieweit deutsche Soldaten aktiv wurden.

1 Gedanke zu „RC N Watch: Update: Gewalt-Proteste in Taloqan, 2 deutsche Verwundete

  1. Um das mal etwas in Zusammenhang zu stellen – in den letzten Tagen sind mindestens dreimal Kinder bei ISAF oder SpecForce Aktionen getötet worden. Das wird wie immer mit butterweichen Ausreden begründet.
    „Bewaffnete Frauen“ zählt wohl auch dazu.

    Die Afghanen hören davon ständig in ihren Medien und irgendwann kocht die Suppe dann über.

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