Deutscher Soldat nordwestlich von Kundus gefallen

Bei einem Anschlag mit einer Sprengfalle (Improvised Explosive Device, IED) nordwestlich von Kundus ist am Mittwoch ein deutscher Soldat gefallen. Eine offizielle Bestätigung der Bundeswehr gibt es noch nicht; allerdings unterrichtete nach Medienberichten Generalinspekteur Volker Wieker am Vormittag den Verteidigungsausschuss des Bundestages über den Vorfall (Spiegel Online; Bild).

Es ist der vierte deutsche Gefallene in Afghanistan in diesem Jahr und der erste in der Amtszeit von Verteidigungsminister Thomas de Maizière.

Nachtrag: Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat für heute Nachmittag ein Pressestatement dazu angekündigt. Mich haben inzwischen diverse Detailinformationen erreicht; allerding stelle ich die erst mal zurück – dass es bislang keine offizielle Bestätigung für den Gefallenen gibt, deutet darauf hin, dass die Angehörigen noch nicht informiert werden konnten.

25 Kommentare zu „Deutscher Soldat nordwestlich von Kundus gefallen“

  • Heiko Kamann   |   25. Mai 2011 - 13:47

    Danke für die Infos und auch für die zurückgehaltenen Details.
    Beste Grüße

  • Roman   |   25. Mai 2011 - 13:58

    Danke!

    Ruhe in Frieden, Kamerad. Deinen Angehörigen wünsche ich viel Kraft in den kommenden Stunden!

  • Chris   |   25. Mai 2011 - 14:05

    Die TITANIC verarbeitet den Vorfall ziemlich geschmacklos

    http://www.titanic-magazin.de/newsticker.html

    im BAMM-Stil und bundeswehr.de ist schon längere Zeit off.

  • Orontes   |   25. Mai 2011 - 14:27

    @Chris
    Was für kaputte Charaktere schreiben so etwas bzw. können darüber lachen? Aber überraschen tut mich in diesem Land ehrlich gesagt nichts mehr.
    Man wünscht sich geradezu, dass solche Typen den Ernst des Lebens mal aus nächster Nähe kennenlernen und er ihnen ihre infantile Witzischkeit gründlich aberzieht. Ob eine von diesen Gestalten den Mut hätte, einer Mutter, Frau oder Freundin eines Gefallenen gegenüberzutreten?

  • Ben   |   25. Mai 2011 - 14:37

    Mein herzliches Mitleid und tief empfundene Mitgefühl gilt den betroffenen Kameraden und Angehörigen des Gefallenen. Mögen die Verwundeten möglichst bald und vollständig wieder genesen.

    Ruhe in Frieden.

  • Heiko Kamann   |   25. Mai 2011 - 15:20

    @ Chris
    Ich habe damit kein Problem … das nennt man freie Meinugsäußerung; ein Grundrecht!

  • Heiko Kamann   |   25. Mai 2011 - 15:28

    @ Orontes
    Nur weil unsere Bundesregierung einen kleinen (sehr kleinen) Teil der deutschen Streitkräfte in einen Einsatz befohlen hat, bei dem Soldaten auch fallen oder verunfallen können, sehe ich den Punkt nicht warum „Satire“ das nicht darf. Es ist auch nicht der Job des Satirikers, einer „Mutter, Frau oder Freundin eines Gefallenen“ gegenüber zu treten.
    Die Bundeswehr gibt es auch, um das Grundrecht der freien Meinungsäußerung ggf. zu verteidigen …!
    Wo kann man denn den „Ernst des Lebens mal aus nächster Nähe kennenlernen“???

  • Orontes   |   25. Mai 2011 - 15:40

    @Chris
    „Ich habe damit kein Problem … das nennt man freie Meinugsäußerung; ein Grundrecht!“

    Wen prinzipiell nicht stört, was legal geäußert werden darf, dessen Toleranz hat die Schwelle zu Gleichgültigkeit und Selbstaufgabe schon weit überschritten.

    Irgendjemand nannte Toleranz einmal die Tugend der Feiglinge, denn sie erlaubt es ihnen, ihre Passivität und Schwäche moralisch aufzuhübschen. Man braucht zwei Kräfte, um eine Gesellschaft zugrundezurichten: Den Feind und jenen, der ihn gewähren lässt. Den Feind kann man ggf. respektieren (auch wenn man ihn bekämpfen muss), aber den Feigling im eigenen Lager kann man nur verachten.

    „… sehe ich den Punkt nicht warum “Satire” das nicht darf. “

    Über jene zu lachen, die beim Dienst für die eigene Gemeinschaft ihr Leben opfern (die Frage der Sinnhaftigkeit des Einsatzes hat damit nichts zu tun), gehört für mich zu dem niedrigsten, was man überhaupt tun kann.

    Aber ich erwarte nicht, dass Sie das verstehen. Man braucht für so etwas u.a. einen Ehrbegriff, den man in der BRD nicht mehr voraussetzen kann. Hierzulande fühlt man sich ja gut dabei, wenn man die eigene „Toleranz“ und „Weltoffenheit“ dadurch demonstrieren kann, dass man lachend zuschaut, wie auf das eigene Land und gefallene deutsche Soldaten gespuckt wird.

  • Nico   |   25. Mai 2011 - 15:59

    @Orontes: Welche Gemeinschaft denn? Die Gemeinschaft der „schwachen Willensnation“? Vielleicht irre ich, aber kam das nicht von Ihnen? Dann ist es doch kein Wunder….

    Es ist nun mal nicht strafbar, ein ##schloch zu sein ;-)

  • Orontes   |   25. Mai 2011 - 16:06

    @Nico
    „Es ist nun mal nicht strafbar, ein ##schloch zu sein ;-)“

    Ich habe der Titanic und dem verantwortlichen Autor nicht unterstellt, eine Straftat begangen zu haben. Infantile Blödeleien auf Kosten Gefallener und ihrer Hinterbliebenen sind nach BRD-Recht ebenso legal wie die Parolen „Soldaten sind Mörder“ oder „Deutschland verrecke“, siehe u.a. http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20001103_1bvr058100.html

  • Nico   |   25. Mai 2011 - 16:12

    Das wollte ich Ihnen auch nicht unterstellen ;-)
    Es ist aber nun mal so. Und auch diese Freiheit wird von deutschen Soldaten am Hindukusch verteidigt.

  • Orontes   |   25. Mai 2011 - 16:16

    @Nico
    „Und auch diese Freiheit wird von deutschen Soldaten am Hindukusch verteidigt.“

    Jetzt fangen Sie auch noch mit Satire an ;-) Über diese kann ich jedoch laut und von Herzend kommend lachen.

  • Sascha Stoltenow   |   25. Mai 2011 - 16:46

    Interessant, wie schnell Trauer von Rechthaberei verdrängt wird.

  • StFwdR   |   25. Mai 2011 - 17:06

    Es ist der Soldat, nicht der Poet, der die Freiheit der Rede schützt,
    der die Flagge grüßt, der unter der Flagge dient,
    dessen Sarg von der Flagge bedeckt wird und der dem
    Demonstranten das Recht schützt, ihn Mörder nennen zu dürfen.

    Mein Beileid den Angehörigen und Kameraden.

    Den Verwundeten rasche Genesung.

    Zum anderen Teil der Diskussion sag ich mal lieber nichts :-(

  • Delta 0219   |   25. Mai 2011 - 17:32

    @Sascha Stoltenow
    „Interessant, wie schnell Trauer von Rechthaberei verdrängt wird.“

    Ich finde es ebenfalls vollkommen unangebracht, die Verhöhnung des Gefallenen mit dem Hinweis auf „Meinungsfreiheit“ zu verteidigen, so richtig dies auch formaljuristisch sein mag. Manchmal komme ich mir in der deutschen Diskussion vor wie in einem schlechten amerikanischen Gerichtsfilm: Der Inhalt steht im Hintergrund, während die juristische Form und advokatische Winkelzüge alles zu bedeuten scheinen.

    In den USA hat man übrigens weitgehend daraus gelernt. Die 68er-Bewegung dort hatte auch zunächst auf oft unschöne Weise die Soldaten für die Fehler der Politik verantwortlich gemacht. Heute schämen sich viele dafür, und allgemein differenziert man deutlich zwischen den Soldaten und der Regierung, die sie in den Einsatz schickt. Kaum einer würde in den USA auf die Idee kommen, billige Witzchen auf Kosten der Gefallenen zu machen, um auf dem Umweg die Regierung zu kritisieren.

  • Heiko Kamann   |   25. Mai 2011 - 18:03

    @ Orontes
    „Aber ich erwarte nicht, dass Sie das verstehen. Man braucht für so etwas u.a. einen Ehrbegriff, den man in der BRD nicht mehr voraussetzen kann. Hierzulande fühlt man sich ja gut dabei, wenn man die eigene “Toleranz” und “Weltoffenheit” dadurch demonstrieren kann, dass man lachend zuschaut, wie auf das eigene Land und gefallene deutsche Soldaten gespuckt wird.“
    Also ihre Unterstellungen kann ich an dieser Stelle nicht unkommentiert lassen; sie sind eine Frechheit. Ich war über 30 Jahre Soldat der Bundeswehr und es würde mir nicht einfallen über den Tod oder über die Verwundung eines Soldaten zu lachen oder auf Soldaten zu spucken. Jeder gefallene Soldat geht auch mir nahe. Aber ich vergesse eben nicht, das wir in einem urdemokratischen, freien Land leben, in denen Grundwerte und Grundrechte etwas zählen … auch wenn es uns manchmal nicht passt! Unsere Auslandsmissionen (und das sind überwiegend nicht-militärische) zielen ja auch darauf ab, dieses Verständnis von individueller Freiheit, in die Welt zu tragen.

    @ Delta 0219
    Es wurde in der Satire nicht der gefallene Soldat verhöhnt, sondern die „Institution Bundeswehr“.

  • Delta 0219   |   25. Mai 2011 - 18:10

    @Heiko Kamann
    Zitat TITANIC: „Nur einen – aber immerhin: Bundeswehr zieht Soldaten aus Afghanistan ab! “

    Da wird eindeutig Bezug auf den Gefallenen genommen!

    Und auch wenn das Verhalten der TITANIC vielleicht legal ist, könnte man darauf anders reagieren als erst einmal deren mutmaßliches Recht zu unterstreichen, sich so zu verhalten. Sie haben ja z.B. auch ein Recht, solches Fehlverhalten zu kritisieren, und falls für Sie die Pflicht zur Kameradschaft noch gilt (manche legen sie ja, was rechtlich völlig OK ist, zusammen mit der Uniform ab), kann man dies auch von Ihnen und jedem anderen Soldaten erwarten.

    Viele beklagen das mangelnde Ansehen des Soldaten in der Gesellschaft. Vielleicht ist dieser Zustand aber auch eine Folge des Verhaltens von jener Soldaten, die sich von soldatischen Vorstellungen von Ehre verabschiedet haben?

    Für mich ist absolut klar: Die Verhöhnung deutscher Gefallener ist unter keinen Umständen zu dulden, ob sie legal ist oder nicht.

  • zyniker   |   25. Mai 2011 - 23:36

    Mein Gott, bei der Titanic weiß man doch wie es gemeint ist. Echauffieren Sie sich nicht so.

    Sorge bereiten mir solche Aussagen wenn sie Ernst gemeint sind. Aus einer gewissen politischen Ecke sind da solche Äußerungen bereits gefallen. Diese sind als Verhöhnung einzustufen.

    Aber aus der Titanic? „Gehns bitte!“

  • StFwdR   |   25. Mai 2011 - 23:53

    @zyniker

    Die einen dürfen das, die andern nicht ?
    Wegen der politischen Ausrichtung ?

    Hab ich hier was falsch verstanden ?

  • zyniker   |   25. Mai 2011 - 23:59

    Ne, dürfen tuns alle. Bei der Titanic werte ich es allerdings nicht als Angriff oder Verhöhnung.

  • StFwdR   |   26. Mai 2011 - 9:54

    Wenn die Vorwürfe die Uli Gack im Heute-Journal erhoben hat zutreffen, dann sollten Sie den Laden wirklich schnellstens zumachen, eine Kompanie für repräsentative Aufgaben und gut ist.

    Mit dem gesparten Geld kann dann der Haushalt saniert werden und es werden unütz verschwendete Leben verhindert :-(

  • zyniker   |   26. Mai 2011 - 10:14

    Gibt es die entsprechenden Vorwürfe als Link in die ZDF-Mediathek?

  • T.Wiegold   |   26. Mai 2011 - 10:17

    @all
    Habe einen neuen Thread zu dem ZDF-Beitrag aufgemacht.

  • Orontes   |   26. Mai 2011 - 10:41

    @Heiko Kamann
    „Aber ich vergesse eben nicht, das wir in einem urdemokratischen, freien Land leben, in denen Grundwerte und Grundrechte etwas zählen … auch wenn es uns manchmal nicht passt! “

    In der Verhöhnung Gefallener kann ich keinen „Wert“ erkennen. Das ist eine Verfallserscheinung, die bekämpft gehört, egal welche Ausrede oder welchen Vorwand derjenige vorzubringen hat, der für sie verantwortlich ist.

    Wenn Sie solches Verhalten ernsthaft zum Ausdruck demokratischer Werte erklären wollen, dann hätten Sie es sehr schwer, noch irgendeinen Soldaten zur Verteidigung derselben zu motivieren. Keine Gesellschaft kann dauerhaft überleben, wenn sie den Respekt vor jenen, die ihr dienen, nicht als Wert wahrnimmt.

  • Heiko Kamann   |   26. Mai 2011 - 12:43

    @ Orontes
    Sie wollen es nicht verstehen!
    1. Es ist kein gefallener Soldat verhöhnt worden.
    2. Es geht um Meinungsfreiheit
    3. Sie irren komplett in den Aussagen des letzten Absatzes